[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr alle da seid und schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Vor uns liegt eine ganz interessante Geschichte. Wir möchten uns noch zunächst einmal entschuldigen dafür, dass wir letzte Woche ganz kurzfristig krankheitsbedingt ausfallen lassen mussten. Jetzt sind wir aber hier, um diese Geschichte uns anzuschauen. Wir haben in der letzten Folge schon ein bisschen so die Grundlagen gelegt, den Hintergrund uns angeschaut. Eine Geschichte, die zu den interessantesten – sage ich bei jeder Geschichte, ich weiß – aber eine Geschichte, die vielleicht auch gar nicht so leicht verständlich ist auf den ersten Blick: Jesus und die syrophönizische Frau. Und bevor wir da hinein studieren und das mit Gottes Hilfe verstehen wollen, wollen wir ihn bitten, dass er unsere Gedanken leitet. Und ich lade euch ein, dass wir ihn in der Klinik, wo es möglich ist.
[1:28] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir von Herzen Dank sagen, wirklich von Herzen Dank sagen, dass wir heute hier gemeinsam studieren können und dass du durch deinen Heiligen Geist gegenwärtig bist, um unsere Herzen zu berühren und zu uns zu sprechen. Herr, wir alle brauchen dich, wir brauchen dein Wort, wir brauchen den Trost und die Stärke und die Kraft, die du nur allein geben kannst. Wir möchten etwas lernen für unseren Alltag, heute aus dieser Geschichte. Herr, bitte sprich du durch diese Geschichte in den Evangelien zu uns und gib, dass wir dich, Herr Jesus, noch besser verstehen. Und dafür danken wir dir. In deinem Namen beten wir. Amen.
[2:20] Schlagt mit mir auf Matthäus Kapitel 15. Die Geschichte, die wir anschauen, findet sich in Matthäus 15 und Markus 7. Wir springen immer so ein bisschen hin und her. Und nur noch mal, um kurz zu rekapitulieren: Wir haben jetzt begonnen, das letzte Jahr uns anzuschauen. In all den Jahren unseres Studiums hier haben wir die Geburt von Jesus und seine Kindheit, seine Jugend betrachtet und dann seine Taufe und das erste halbe Jahr, dann das erste Jahr in Judäa, dann das zweite große Jahr in Galiläa. Zweieinhalb Jahre sind jetzt rum, ein Jahr noch bis zur Taufe, bis zur Kreuzigung. Und dieses letzte Jahr beginnt jetzt mit dieser Geschichte hier in Matthäus 15.
[3:16] In Vers 21 haben wir gesehen, Jesus war weggegangen. In welche Gegend hin? Wohin hatte er sich hinorientiert mit seinen Jüngern? In die Gegend von Tyrus und Sidon. Das war außerhalb von Israel, und wir haben gelernt, es war so im Grenzgebiet, und er konnte sehen, diese Häfen dort, heidnischen Städte. Wie hießen nochmal die Menschen, die dort lebten? Das waren die Phönizier, genau, die Phönizier. Warum war Jesus dort hingegangen? Warum hatte Jesus sich von seinen eigentlich so beliebten Städten Bethsaida und Kapernaum und so weiter entfernt? Was war der Grund, dort jetzt in diese Grenzgegend zu gehen und mehr Kontakt jetzt zu diesen Heiden zu haben?
[4:16] Ja, also der zweite Grund war, er wollte diese Frau treffen, wie wir sehen werden. Er wollte diese Frau treffen. Und der erste Grund war eigentlich, welcher? Was wollte er? Ja, er wollte sich zurückziehen. Das hat er schon immer wieder versucht und es ist immer gescheitert, weil egal wohin er gezogen war mit seinen Jüngern, um endlich mal auch ein bisschen länger zu sprechen und die Missionsreise auszuwerten und ein bisschen zu vertiefen, immer kamen Leute und er musste Tag und Nacht beinahe heilen und predigen. Und er wollte auch ein bisschen Zeit mit seinen Jüngern verbringen, und deswegen, haben wir gelernt, war er eigentlich in einem Haus und wollte nicht, dass irgendjemand weiß, dass er da ist. Und trotzdem hat es eine Frau rausbekommen. Sie hat gehört, dass Jesus da ist.
[4:53] Und was war ihr Problem? Was hatte diese Frau? Wir wiederholen nur ein bisschen. Was war ihr Problem? Ihre Tochter war schlimm besessen. Und warum kam sie auf die Idee, nur noch mal kurz als Wiederholung, dass sie zu Jesus kommt? Wie kam sie auf die Idee? Es hatte sich rumgesprochen. Wie konnte sich das rumsprechen, die Kunde von Jesus nach Phönizien, nach Tyrus und Sidon? Wie kam das dahin, wisst ihr noch? Es gab schon Menschen aus Tyrus und Sidon, die in Galiläa gewesen waren. Wir haben öfter gelesen, dass wenn Jesus predigte am See Genezareth, dass die Menschen kamen aus Samaria und aus Jerusalem, Judäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan, aus Galiläa und zum Teil aus dem Gebiet von Sidon und Tyrus. Da waren also Leute da gewesen, hatten offensichtlich die Kunde mitgebracht. Als diese Frau hört, Jesus ist da, sieht sie ihre Chance.
[5:52] Normalerweise war sie gar keine Jüdin, nicht mal eine Samariterin, sie war eine echte Heidin. Das heißt, wir können mit Sicherheit sagen, sie hat wahrscheinlich ungezählte Male vor einem Baal-Bild gestanden oder vor der Astarte und hat sich hinterher geworfen, hat gebetet: "Baal, bitte höre mich, bitte mach meine Tochter gesund" und nichts war passiert. Jetzt hört sie von Jesus und jetzt kommt sie zu Jesus.
[6:25] Und wir haben gesehen, sie wird von Matthäus genannt eine Kanaaniterin und von Markus eine syrophönizische Frau. Was war nochmal der Unterschied? Man liest das und wundert sich. Matthäus sagt, es war eine Kanaaniterin und Markus sagt, es war eine syrophönizische Frau. Warum? Nochmals, Wiederholung.
[6:46] Genau. Matthäus schreibt für wen? Für die Juden. Und Markus schreibt für wen? Für die Griechen, für die Heiden. Und der Markus benutzt den Begriff, wie das Land jetzt zur Zeit von Jesus heißt. Das ist nämlich das Land Phönizien in der Provinz Syrien. Da gibt es die römische Provinz Syrien und Phönizien ist der Begriff. Alle Leute, die dort in Tyrus und Syrien leben, heißen Phönizier, die Punier. Aber diese Phönizier, wie die Griechen sie genannt haben, sind eigentlich niemand anders als ein Volk, das es schon seit Jahrhunderten gibt und das im Alten Testament nicht Phönizier heißt, sondern Kanaaniter. Und das ist dasselbe Volk und haben dieselben Götter. Und Matthäus weiß, wenn er Kanaaniter sagt, kennen die Juden, die wissen, wer Kanaaniter sind. Aber die Griechen, die hätten nicht gewusst, wer ist ein Kanaaniter, die Römer schon gar nicht. Also sagt Markus: syrophönizische Frau.
[7:53] Das Interessante ist, die Frau kommt zu Jesus und nennt ihn wie? Sie nennt ihn Sohn Davids. Wir haben gesehen, das ist eine Aussage, die selbst Juden bisher fast gar nicht gemacht haben. Sohn Davids hat nämlich eigentlich welche Bedeutung? Wer ist der Sohn? Sohn Davids erinnert an wen oder ist mit welchem Titel verbunden? König David natürlich. Der Sohn Davids ist der Messias. Das, was viele Juden nicht für möglich gehalten haben, das deutet sie hier an, obwohl sie natürlich eigentlich von dem Heilsplan Gottes so gut wie gar nichts versteht.
[8:33] Und wir haben dann gelesen, und da steigen wir ein in Matthäus 15, 23. Was ist Jesus Reaktion? Wer mag mal lesen den Anfang des Verses?
[8:39] Er antwortete ihr kein Wort, nicht ein Wort. Und wir haben schon ein bisschen angedeutet, warum macht Jesus das? Kennt ihr noch eine Geschichte? Erinnert euch an die andere Geschichte im Alten Testament, wo jemand sich zwingt, richtig zwingen muss, nicht besonders höflich zu sein und abweisend ist, obwohl er innerlich am liebsten sie umarmen möchte. Wer ist das? Joseph. Joseph trifft seine Brüder nach vielen, vielen Jahren wieder. Er möchte sie am liebsten umarmen, aber er zwingt sich, noch zu sagen: "Ihr seid Spione." Ihr könnt das ja in 1. Mose nachlesen. Jedes Mal rennt er dann raus und weint und heult und dann bezwingt er sich und sagt: "Nein, ihr seid Spione." Aber in Wirklichkeit will er eigentlich sagen: "Ihr seid meine Brüder." Jesus scheint möglicherweise das auch ein bisschen im Hinterkopf gehabt zu haben, und dadurch wird deutlich: Er betrachtet diese Frau als seine Schwester. Er ist ihr Bruder.
[9:48] Nun, jetzt schauen wir mal weiter. Wir lesen mal den Vers weiter. Was machen die Jünger? Also diese Frau kommt und ruft und sagt: "Sohn Davids, bitte hilf mir, meine Tochter ist besessen." Ja, und Jesus sagt gar nichts. Was machen die Jünger? Vers 23.
[10:01] Also, was ist das Anliegen der Jünger? Ja, das sagen sie. Aber was ist ihr Anliegen, dass dieser Frau nicht geholfen wird? Ist das ihr Anliegen? Wünschen sie sich, dass der Frau nicht geholfen wird? Was ist ihr Anliegen?
[10:30] Ihnen ist es unangenehm. Was ist ihnen unangenehm? Ja, die Nähe dieser Frau ist ihnen unangenehm. Sie möchten nicht mit dieser Frau irgendwie in Verbindung sein. Sie sind völlig damit einverstanden, dass diese Frau ihren Willen bekommt. Ja, fertige sie ab, mach was. Ja, gib ihr, was sie will, aber Hauptsache, sie ist wieder weg. Ja, das heißt, sie ist, sie haben kein Problem damit, dass dieser Frau geholfen wird. Sie haben ein Problem damit, dass die Frau in der Nähe ist. Sie haben also, sie können sich durchaus vorstellen, dass Jesus ihr hilft, aber hoffentlich ist sie dann schnell wieder weg. Ganz interessantes, ganz interessante Sache, oder? Sie mögen diese Frau nicht, sie wollen sich von ihr distanzieren.
[11:13] Nun, schauen wir gemeinsam in 5. Mose 8. 5. Mose 8, Vers 2. Der Vers scheint erstmal nichts damit zu tun zu haben, aber hilft uns schon mal ein bisschen zu verstehen, was hier los ist. 5. Mose 8, Vers 2.
[11:47] Warum prüft Gott uns? Das steht im Text. Warum prüft Gott uns? Ja, um uns zu prüfen. Warum prüft Gott uns damit was? Damit was in dem Herzen ist. Wer muss das sehen? Muss Gott das sehen? Ah, die Menschen müssen sehen, was in ihrem eigenen Herzen ist. Warum müssen wir sehen, was in unserem eigenen Herzen ist? Weil wir es gar nie erkennen, wer wir wirklich sind. Weil, was sagt Jeremia 17, Vers 9? Unser Herz ist trügerisch und bösartig, überhaupt bösartig und trügerisch ist das Herz. Gott führt uns in Situationen, in denen wir erkennen, was in unserem Herzen ist. Wenn wir den Eindruck haben, Gott demütigt uns oder er prüft uns, dann niemals, um uns klein zu machen, sondern immer, um uns eigentlich zu zeigen, was wirklich in uns drin ist. Und das gilt in dieser Geschichte nicht nur für die Frau, sondern auch für die Jünger. Für die Jünger und für die Frau. Ihre Herzen werden in dieser Geschichte sehr deutlich offenbar.
[13:21] Jetzt gehen wir zurück zu Matthäus 15 und dort Vers 24. Also Jesus antwortet nicht. Die Frau schreit immer weiter und die Jünger sagen jetzt: "Also komm, jetzt mach schnell, damit sie wieder abhaut." Jetzt schauen wir Matthäus 15, Vers 24. Übrigens, was meint ihr wohl, wie die Jünger sich, wie die Jünger das bewertet haben, dass Jesus so kühl reagiert hat? Wie haben sie das gefunden? Was denkt ihr? Ellen White sagt, die Jünger fanden das toll, dass Jesus so auf Abstand zu sein schien.
[14:02] Jetzt schauen wir auf Vers 24. Wer mag mal lesen? Matthäus 15, Vers 24.
[14:14] Genau. So. Jesus sagt jetzt: "Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen Israels." Woher kennen wir diesen Satz? Woher kennen wir den?
[14:28] Genau, wo, wo, genau, Matthäus. Ist Matthäus 10. Schaut mal, Matthäus 10, Vers 5 und 6.
[14:41] Matthäus 10, Vers 5 und 6. Dort heißt es nämlich: "Diese Zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Begebt euch nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel." Und da war das eindeutig nicht nach Tyrus und Sidon, nicht nach Samaria, nur in Galiläa. Und jetzt sagt Jesus scheinbar denselben Satz. Wie eine Bestätigung, oder? Aber lasst uns ein bisschen genauer darüber nachdenken.
[15:20] Warum spricht Jesus von verlorenen Schafen? Woher kommt dieses Bild von verlorenen Schafen? Jesaja, genau. Schauen wir mal, wo in Jesaja 53. Schauen wir mal in Jesaja 53 und dort Vers 6.
[15:47] Jesaja 53 und dort Vers 6. Das ist ja eine der wichtigsten Kapitel der Bibel, oder? Und dort steht in Jesaja 53, Vers 6: "Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder wandte sich auf seinen Weg." Wie nennt man ein Schaf, das sich auf seinen Weg gewandt hat und in die Irre gegangen ist? Das ist ein verlorenes Schaf. Okay, also hier geht es um verlorene Schafe. Beschränkt sich Jesaja 53 auf Juden? Nein, okay, das ist der erste Hinweis. Verlorene Schafe sind Sünder.
[16:27] Schauen wir in Jeremia 50, Vers 6. Jeremia 50 und dort Vers 6. Dort steht: "Mein Volk war die verlorene Schafe, ihre Hirten haben sie auf Abwege geleitet, auf den Bergen sie irre geführt. Sie gingen von Berg zu Hügel, haben ihren Ruheplatz vergessen." Da spricht er auch von seinem Volk, von verlorenen Schafen, und er sagt, warum sind sie verloren? Sie haben falsche Hirten. Die Führer des Volkes haben sie in die Irre geführt.
[17:06] Und da gibt es noch einen Propheten, der dieses Thema aufgreift, greift nämlich Hesekiel, und zwar dieses Thema der verlorenen Schafe, weil die Hirten sie irre geführt haben. Schaut in Hesekiel 34.
[17:19] Hesekiel 34 und dort lesen wir mal ein paar Verse. Vers 11, da sagt nämlich jetzt Gott, nachdem diese Hirten alle das Volk irre geführt haben, sagt er jetzt in Vers 11, Hesekiel 34: "Denn so spricht Gott, der Herr: Siehe, wie geht es weiter? Ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich annehmen." Und dann sagt er in Vers 12: "Wie ein Hirte seine Herde zusammensucht an dem Tag, der er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie aus allen Orten erretten, wohin sie zerstreut worden sind am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels." Vers 16: "Das Verlorene will ich suchen und das Verscheuchte zurückholen und das Verwundete verbinden, das Schwache will ich stärken, das Fette und das Starke will ich vertilgen, ich will sie weiden, wie es recht ist." Das sind ja Verse, die die Jünger kannten. Sie wussten, es gibt diese Idee von einem Hirten, der die verlorenen Schafe findet. Man wusste ja auch von Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirte." Und dann schaut man in Vers 23, okay, wer soll der Hirte sein? Okay, das stimmt, Jesus. Also gemäß Hesekiel 36, Hesekiel 34 allgemein, wer ist der Hirte?
[18:49] Hier in Hesekiel 34, wer ist der Hirte? Ja, also Gott sagt, der Herr sagt, Gott sagt, und Jesus sagt, ich bin der gute Hirte, er ist Gott. Aber wie wird der Hirte hier genannt in Vers 23? David. Jetzt sagt das vorher, dass David von den Toten auferstehen wird und noch einmal regieren wird. Nein, wer ist denn also der König, wenn es nicht David ist?
[19:26] Wie würde man denn einen nennen, der so wie David ist? Weil der reale historische David kann nicht mehr kommen. Aber wen erwartete man? Den Sohn Davids. Wer hat gerade Sohn Davids gesagt? Die Frau. Die Frau hat eigentlich gerade gesagt: "Jesus, du bist mein Hirte." Denn der Sohn Davids ist der Hirte der Prophetie.
[20:08] Und jetzt stehen die Jünger vor dieser Sache, die sie gar nicht begreifen, dass hier eine Frau ist, die Jesus als ihren Hirten quasi bezeichnet, sozusagen, ja, als den Sohn Davids. Und die Frage jetzt im Kopf der Jünger muss sein: Kann Jesus technisch auch der Hirte für diese Frau sein? Ist das möglich, ja oder nein? Und das will ihnen nicht in den Kopf hinein.
[20:35] Jetzt schauen wir mal in Matthäus 15, Vers 25. Was hat wohl die Frau gedacht, als sie das gehört hat?
[20:50] Ja, klar, oder? Sie hat sich abgewiesen gefühlt. Herr Ellen White sagt übrigens, sie hat auch etwas gespürt. Sie hat gespürt, dass Jesus konnte es nicht völlig verstecken. Ja, er hat wirklich Mühe gegeben, aber er konnte seine Sympathie nicht völlig verstecken. Die kroch so quasi immer sozusagen aus dem Kleid heraus. Und so bleibt sie dran.
[21:25] Vers 25, wer mag mal lesen? Vers 25, Entschuldigung, Vers 25. Genau, sie kommt wieder zu ihm, sie wirft sich vor ihm nieder. Wir haben ja gesehen, letztes Mal schon, wir haben noch, es gibt noch einen Menschen im Evangelium, der sich niederwirft und sagt: "Meine Tochter ist krank, hilf mir." Wer war das?
[21:59] Ja, in Kapernaum, aber wer war das, der sich auch niederwirft vor Jesus und sagt: "Meine Tochter ist krank, bitte hilf mir." Der Synagogenvorsteher? Ja, Jairus. Und wir haben gesehen, nicht wahr, vor Jesus sind alle gleich. Ja, der Synagogenvorsteher und die Heiden sind alle gleich. "Herr, hilf mir."
[22:25] An wen erinnert euch dieses Verhalten, jetzt mal ganz scharf nachdenken, dass jemand eigentlich abgewimmelt erscheint und sagt: "Aber weißt du was, trotzdem, hilf mir trotzdem, obwohl du mich scheinbar abwimmelst, hilf mir trotzdem." Jakob. Mit wem hatte Jakob damals zu tun gehabt? Mit Jesus. Und hatte nicht auch Jesus gesagt: "Lass mich gehen"? Klingt wie abgewimmelt, oder?
[22:54] Was wurde aus Jakob? Schau mal, 1. Mose 32. Was wurde aus Jakob an diesem Tag? Er wurde Israel. Das heißt, warum wurde Jakob zu Israel? Weil er geboren worden war als Israelit? Weil er so klug war, so schön war? Warum wurde er Israelit? Weil er an Jesus festhielt und unbedingt Hilfe haben wollte, obwohl er scheinbar ihn abgewiesen hat. Genau das, was die Frau macht.
[23:35] Das heißt, was beweist die Frau in diesem Moment? Sie ist im Wortsinne eine Israelitin. Ethnisch mag sie eine Kanaaniterin sein. Sie hat vielleicht bisher nur zu Baal gebetet, aber kann man mehr Israelit sein als Israel selbst? Denn alle Israeliten klopfen sich auf die Schulter: "Wir sind Israeliten, weil wir kommen von Jakob, der mit Jesus gerungen hat, der an Jesus festgehalten hat, der gesagt hat: 'Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.'" Und hier ist diese Frau, die diese Geschichte gar nicht kennt, die noch nie etwas von uns gehört hat, aber die genau dasselbe tut wie Jakob. Und Jesus zeigt damit: Also aus welchem Grund soll ich jetzt Jakob Israel segnen und vielleicht noch seine Nachfahren? Und diese Frau nicht. Was ist der Unterschied zwischen dieser Frau und Israel? Es ist ein und dasselbe. Sie klammert sich an Jesus. "Herr, hilf mir."
[24:38] 1. Mose 32 ist ganz deutlich, nicht wahr? Ihr kennt ja die Geschichte ab Vers 28, da fragt ihn: "Was ist dein Name?" Er antwortet: "Jakob." Das sprach: "Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen." Das war der Sieg, der Sieg des Glaubens, der Sieg des Festhaltens, sich nicht abwimmeln lassen, obwohl scheinbar Jesus ihn gehen lassen oder von ihm gehen wollte.
[25:02] Halt das im Kopf, diese Frau verhält sich wie eine echte Israelitin. Übrigens kann man sich überlegen, ob das heute auch passieren kann, dass Menschen, die von der Adventbotschaft gar nichts wissen, sich vielleicht einmal adventistischer verhalten als Adventisten. Wir denken manchmal, weil wir die Nachfahren von James White und Joseph Bates und Ellen White sind, haben wir irgendwie das Recht auf geistliche Erkenntnis gepachtet. Was sollen schon die anderen Christen oder anderen Atheisten oder anderen Religionen schon eine Erkenntnis haben, die wir nicht haben. Aber das Entscheidende an Israel war das Verhältnis zu Jesus. Das Entscheidende an einem Adventist ist nicht seine Herkunft, sondern sein Verhältnis zu Jesus. Es gibt so manchen Christen, der christlicher ist als ein Adventist, so manchen, der eine höhere Erkenntnis von Jesus hat.
[25:57] Nun, aber gehen wir weiter. Matthäus, Kapitel 15 zurück und dort Vers 26. Wer mag mal lesen? Matthäus 15, Vers 26.
[26:14] Genau. So, jetzt wird es interessant. Jesus sagt jetzt: "Das Brot der Kinder kommt nicht vor die Hunde." Schaut mal mit mir in Markus 7 im Parallelbericht. Da ist es noch ein bisschen differenziert ausgedrückt. Markus 7, in Markus 7 und dort Vers 27. Wer mag denn noch lesen dazu?
[27:08] Genau, da haben wir sozusagen einmal, wenn ihr es vergleicht, was ist der Unterschied sozusagen? Also hier in Vers 6, in Matthäus 15 ist es ja, oder anders gesagt in Markus 7, ist diese Idee, dass erst sollen die Kinder haben. Erst brauchen die und dann, also wenn überhaupt, dann später sozusagen.
[27:36] Jetzt habt ihr vielleicht schon mal gehört, das Wort für Hund, also ist Hund ein schöner Begriff? Hund ist ganz furchtbar, schrecklich. Wie wird gesagt, die Hunde werden außerhalb der Stadt sein von Neu-Jerusalem. Nein, was hat Jesus gesagt, gibt das Heilige nicht? Ja, schau mal in Matthäus 7. Vielleicht haben sich die Jünger an dem Moment daran erinnert.
[28:06] In Matthäus 7, Vers 6: "Die Perlen nicht vor die Säue und das Heilige nicht vor die Hunde." Das Heilige soll nicht vor die Hunde. Und solange man diese Frau als einen Hund identifiziert, das hat Jesus nicht gemacht. Jesus hat nicht gesagt, du bist der Hund. Er spricht nur so, wie die Juden und der Eindruck entsteht, es so gemeint sein könnte. Wenn sie wirklich ein Hund ist, dann ist das Heilige gar nicht für sie gedacht. Und die Juden und seine Jünger denken natürlich: "Ja, natürlich, sie ist eine Hündin. Dann brauchen wir gar nichts erst geben."
[28:41] Das Griechische sagt eigentlich, und das ist schon interessant, nicht Hund, auch nicht Hündin, sondern Hündchen, so Welpe. Und die Idee ist, es soll ja Menschen geben, die haben Hunde zu Hause, ich weiß gar nicht, wie man auf die Idee kommt, aber wenn man so kleine Welpen hat, die so um den Tisch herumspielen und herumlaufen und während man isst, da fällt was runter. Also es hat schon viel mehr Sympathie, die da durchkommt. Er traut sich gar nicht, sie als Hündin zu bezeichnen, sondern als Hündchen, als Welpe. Und trotzdem sagt Ellen White, dass wenn sie diese Antwort einen weniger ernsten Suchenden, vollständig entmutigt hätte. Jesus weiß ja, wie er Menschen umgeht, oder? Er weiß, was er von Menschen erwarten kann, er kennt die Herzen, deswegen wusste er, wie weit er hier gehen kann. Wenn sie nicht so aufrichtig gesucht hätte, hätte er ihren Willen aus Liebe erfüllt. Aber er kennt sie, und weil er sie kennt, kann er jetzt so weit gehen. Es ist so, Gott konnte von Abraham mehr verlangen als von Salomo, weil Abraham einfach sehr viel näher mit Gott gelebt hat als Salomo später oder Simson zum Beispiel. Aber das zeigt uns auch, was für einen echten Glauben sie eigentlich gehabt hat.
[30:02] Jetzt zurück zu Matthäus 15 und dort Vers 27. Ganz genau, sie sagt: "Ja, Herr, und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen." Was sagt sie mit anderen Worten dadurch? Was sagt sie?
[30:36] Wenn ihr euch in ihre Lage hineinversetzt: Ich bin vielleicht nur ein Hund, aber lass mich mitessen, ich gehöre auch dazu. Hauptsache, ich kriege was von dir. Und wenn ich als Hund bezeichnet werde, sie demütigt sich auch. Sie sagt nicht: "Wer bist du denn? Ich bin eine Phönizierin." Sie ist bereit, den untersten Platz einzunehmen. Hauptsache, sie ist bei Jesus. Sie demütigt sich.
[31:09] So, und jetzt schaut mal in Markus 7. Lasst euren Finger an Matthäus 15. In Markus 7 und dort in Vers 29 hat Jesus dann gesagt: "Um dieses Wortes willen, gehen, der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren." Mit anderen Worten, diese Worte, ja auch die Hunde essen von den Brosamen. Diese Worte beweisen eigentlich ihren Glauben.
[31:34] Jetzt schauen wir nochmal in 1. Mose 32 zu dieser Geschichte. Da gibt es nämlich jetzt eine ganz interessante Parallele. In 1. Mose 32 und das liest man meistens nicht, wenn man die Geschichte liest, schaut man Vers 11. Das ist das gleiche Kapitel, wo später dann Jakob zu Israel wird. Schaut man Vers 11.
[31:51] In 1. Mose 32, Vers 11 heißt es: "Ich bin zu gering für alle Gnade und Treue, die du an deinem Knecht bewiesen hast. Denn ich hatte nur einen Stab, als ich über diesen Jordan ging, und nun bin ich zu zwei Heerlagern geworden." Was war Jakobs Einstellung? Was war seine Einstellung? Mit eigenen Worten ausgedrückt. Was war seine Einstellung?
[32:23] Ich bin es nicht wert. Ich habe es nicht verdient. Und das ist das Geheimnis. Wer denkt, er hat die Segnung Gottes verdient, denkt das ja weswegen? Weil er irgendwas gemacht hat, auf das er sich was einbildet, oder? Wer denkt, ich habe die Segnung Gottes verdient, lebt immer eigentlich aus Werken. Aber hier ist ein Mann, der sagt: "Ich habe es nicht verdient. Wenn ich mein Leben anschaue, ich habe es nicht verdient."
[33:07] Und diese Frau hat denselben, dieselbe Einstellung wie Jakob hier in dieser Geschichte, wo er zu Israel wird. Die sagt: "Ich bin nur eine Hündin. Ich habe bisher nur zu Baal und Astarte gebetet, aber ich brauche dich." Der Glaube, der rettet, hat keine große Meinung von sich selbst, aber eine ganz große Meinung von Jesus. Der Glaube, der rettet, der sagt nicht: "Also, ich habe das und das und das und das gemacht, deswegen müsste es mir jetzt noch mal gut gehen." Der Glaube, der rettet, sagt: "Jesus, ich brauche dich."
[33:42] Kennt ihr noch andere Leute, die sich in der Bibel als unwürdig bezeichnet haben, außer Jakob? Johannes. Johannes der Täufer, genau. "Ich bin nicht würdig, Jesus die Schuhe zu öffnen." Der größte Prophet aller Zeiten. Wer fällt euch noch ein? Der arme Mann, der sich an die Brust schlägt und sagt: "Sei mir, Sünder, gnädig." Petrus, "Geh weg, ich bin ein sündiger Mensch." Mose, "Ich bin es nicht würdig, zum Pharao zu gehen. Ich bin zu schwach, ich kann das nicht." Wer fällt euch noch ein? Hiob sagt: "Ich bereue in Sack und Asche, nicht wahr, in Staub. Du hast recht gehabt, ja, obwohl er ja eigentlich im Recht war. Er hat sich gedemütigt vor Gott." Das war der Hauptmann, der Hauptmann. Daniel sagt in Daniel 9: "Wir haben nichts, was wir vor dir bringen könnten, keine Gerechtigkeit." War das eine Meldung? "Wir haben keine Gerechtigkeit, die wir vor dich bringen können." Und als er das sagt, "Wir sind so unwürdig, es treibt uns die Schamesröte ins Gesicht", dann kommt die Antwort und zwar sofort. Und die Antwort bringt das Evangelium, der Messias wird kommen. Der römische Hauptmann, der Zöllner, der sagt, Jesaja, als er berufen wird im Tempel, als er die Seraphim sieht, was sagt er da? "Ich bin ein Mann mit unreinen Lippen, lebendem Volk mit unreinen Lippen." Paulus sagt: "Ich bin der Größte unter allen Sündern." Die, die wir als die größten Glaubenshelden sehen, hatten die oft die geringste Meinung von sich selbst.
[35:48] Ja, am Anfang, "Ich bin nur ein kleiner Knabe sozusagen, ja, wer bin ich, dass ich dieses große Volk regieren kann?" David. Ja, ja, genau. Als Gott sagt, ich werde dir ein Haus bauen, als er ein Haus bauen will. Gott sagt: "Ich baue dir ein Haus." Das ist zu viel. Paulus sagt, er ist der größte Sünder. Und dann die ganz berühmteste Geschichte, wer sagt: "Ich bin nicht wert, dein Sohn zu sein?" Der verlorene Sohn.
[36:26] Der verlorene Sohn, als er umkehrt, sagt: "Ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein." Hier geht es in der Geschichte, Jesus spricht ja von Kindern und von Hunden, und der verlorene Sohn sagt: "Ich bin es nicht wert, dein Kind zu sein. Lass mich wenigstens, was will der verlorene Sohn haben? Der will ein Knecht sein, damit er wenigstens was hat, was zu essen, damit er wenigstens ein bisschen von den Brotsamen aufnehmen kann."
[37:04] Diese Frau hat genau dieselbe Einstellung wie der verlorene Sohn, nur dass sie nicht der verlorene Sohn ist, sondern eine verlorene Frau, das macht den Unterschied. Und dass sie die gleiche Einstellung hat wie Jakob, der endlich nach all den Jahrzehnten seines Lebens, wo er immer gedacht hat, er ist gesegnet und nur verflucht worden ist, endlich erkennt: "Ich brauche Jesus. Ich muss auf dem Felsen zerschellen." Und als ihm das bewusst wird, als er bewusst wird, meine ganze adventistische Erziehung und all die Seminare, die ich besucht habe, und all die Predigten, die ich gehalten habe, die werden mir nicht das ewige Leben bringen, sondern nur, wenn ich mich völlig auf Jesus verlasse. Diese Einstellung hat diese Frau, und diese Einstellung reicht schon, selbst dann, wenn man noch keinen Vers des Alten Testaments kennt. Sie ist eine Heidin, aber sie hat diese Einstellung und das reicht, um gerettet zu werden, das reicht, dass Jesus ihr helfen kann. Denn was sagt nicht die Bibel? Glückselig sind die geistlich, die etwas haben wollen. Glückselig sind die, die sagen: "Ich brauche dich, Herr Jesus."
[38:10] Und dann schauen wir in Markus 7, Vers 29 und 30. Verzögerung, in Matthäus 15, Vers 28 habe ich nicht gelesen. Matthäus 15, Vers 28.
[38:19] Genau. Wer ist die einzige andere Person in den Evangelien, von der Jesus sagt: "Dein Glaube ist groß"? Und Jesus sagt, er hat einen großen Glauben. Ihr könnt die ganze Evangelien, Matthäus, Markus, Lukas, Johannes durchlesen, es gibt nur zwei Personen, von denen Jesus sagt, dass sie einen großen Glauben haben. Die hat auch Glauben, aber da sagt Jesus nicht: "Du hast einen großen Glauben."
[38:55] Der römische Hauptmann. Der römische Hauptmann. Da sagt Jesus: "Solch einen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden." Es sind zwei Leute in den gesamten Evangelien, die für ihren großen Glauben von Jesus gelobt werden: ein römischer General und eine kanaanitische Frau. Die unwahrscheinlichsten Personen in den ganzen Evangelien, die auf der jüdischen Rangliste, da weiß man gar nicht, was tiefer ist: römischer General oder kanaanitische Frau. Schlimmer geht es gar nicht. Und diese beiden haben großen Glauben.
[40:00] Was hat Jesus zu Petrus gesagt, als der auf dem Wasser ging? "Du Kleingläubiger." Und hier ist Petrus und Johannes und Andreas und die denken alle: "Wir sind die Jünger von Jesus und wir machen gerade Urlaub hier und hier ist dieser Heide und die nervt uns." Leute könnten auch denken, wir haben was mit ihr zu tun. Und sie denken, weil sie so lange mit Jesus zusammen sind, schon über ein Jahr oder fast ein Jahr Vollzeitmissionare sind, schon auf Missionsreise gewesen, haben Dämonen ausgetrieben für Jesus, aber sie hat viel größeren Glauben als sie. Interessant, diese Frau hat größeren Glauben.
[40:24] Schaut euch den Psalm 145, Vers 19 an.
[40:31] Psalm 145, Vers 19.
[40:50] Psalm 145, Vers 19, da heißt es: "Er erfüllt das Begehren derer, die ihn fürchten, er hört ihr Schreien und rettet sie." Dieser Vers hat sich erfüllt. Diese Verheißungen gelten nicht nur für ein bestimmtes Volk, sie gelten für alle Israeliten.
[41:15] Jetzt denkt mal scharf nach, was hat Jesus gesagt? "Ich bin gekommen zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel." Was er bei dieser Geschichte zeigt, hat Jesus gelogen? Also natürlich, wir wissen, er hat natürlich auch in einem gewissen Sinne etwas vorgespielt. Er hat quasi die Haltung der Jünger imitiert, aber trotzdem lügt er ja nicht, oder? Das heißt, was Ellen White sagt, ist, diese Worte hatten eine tiefere Bedeutung. Was war also die Bedeutung, wenn er gesagt hat: "Ich bin nur gekommen zu den zu den zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel"?
[41:50] Was war die Bedeutung? Ich kann nur die retten, die wie Jakob sind, und sie ist eine Israelitin. Man könnte fast sagen, dass dieses "Ich bin nur gekommen, um die verlorenen Schafe Israels zu retten", fast mehr eine Warnung an die Jünger war, als an die Frau. Denn die Jünger waren noch weiter weg entfernt von diesem Erlebnis als die Frau. Einer von ihnen, Judas, wird es nie erlebt haben. Jesus konnte den Judas nicht retten, weil er nie Israelit war, obwohl er eine genealogische Abstammung hatte, von der er dachte, er ist ein super toller Israelit. Er konnte Judas nicht retten, weil er kein Israelit war. Jesus kann nur die verlorenen Schafe retten, die so wie Jakob sich an ihn schmeißen und ihn festhalten und ihn nicht loslassen. Wie Petrus, der sagt: "Ich bin ein sündiger Mensch, geh weg", aber er lässt ihn los, er lässt ihn nicht los, er hält ihn fest. So wie Jakob, der sagt: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich." Nur die kann er retten, und die sind die echten Israeliten.
[43:04] Diese Geschichte zeigt, wie eine Kanaaniterin eine Israelitin wird, weil sie genau das tut, was Jakob erlebt hat.
[43:34] Das ist interessant, weil in der Endzeit wird es Situationen geben, wo wir den Eindruck haben, als ob alles gegen uns ist. Es gibt eine interessante Stelle bei Ellen White, ich weiß nicht genau, wo sie steht, aber da sagt sie, eine der letzten großen Dinge wird sein, dass der Eindruck entsteht, als ob Gott seinem Volk in den Rücken fällt. Dass Gott seinem Volk in den Rücken fällt. Und was jetzt entscheidend ist, warum hat die Frau nicht losgelassen? Sie hatte von Jesus gehört, sie kannte noch nicht so viel, aber sie hat gespürt, sie hat gemerkt, dass da eine Sympathie war, die Jesus nicht völlig verbergen konnte. Sie wollte unbedingt bei Jesus sein und hat sich nicht abschrecken lassen.
[44:15] Und was uns am Ende rettet, ist, wenn wir bei Jesus sein wollen, egal was passiert, auch wenn wir mal den Eindruck haben, aufgrund unserer Gefühle oder aufgrund der Umstände, das kann ja passieren. Oder habt ihr mal den Eindruck gehabt, Gott hat euch verlassen? Den Eindruck hat, glaube ich, jeder mal in seinem Leben gehabt, weil die Umstände so katastrophal waren, weil man vielleicht selbst irgendwie, manchmal ist man überwältigt von Gefühlen, man wird überwältigt von Situationen, man sieht nicht immer alles klar und deutlich, es gibt nicht nur Sonnenschein. Aber die, die festhalten, auch wenn sie gerade nicht verstehen, warum das ein oder andere so ist, weil sie unbedingt Jesus haben wollen, die werden gerettet.
[44:50] Was sagt Psalm? "Weil er sich an mich klammert, will ich ihn erhören." Ja, ganz genau, ganz genau. Ja, ja, genau, die Angst in Jakob.
[45:15] Ja, absolut, absolut. Ganz kurz zum Ende, Markus 7, Vers 29 und 30, diese Geschichte zum Ende bringen.
[45:29] Markus 7, Vers 29 und 30. Und er sprach zu ihr: "Um dieses Wortes willen, gehen, der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren." Vers 30: "Und als sie in ihr Haus kam, fand sie, dass der Dämon ausgefahren war und die Tochter auf dem Bett lag."
[45:59] Welche Geschichte ist so ähnlich? Kennt ihr noch eine Geschichte, die so ähnlich ist? Wo Jesus sagt: "Geh nach Hause, dann wirst du es sehen." Der königliche Beamte in Johannes 4, wo der auch zu Jesus kommt. Jesus sagt: "Geh nach Hause", und am nächsten Tag kommt er an und sieht es.
[46:20] Was braucht man, wenn man so einen, wenn man von Jesus gesagt bekommt: "Geh, deine Tochter ist geheilt"? Glaube, oder? Denn sie hat nichts gesehen, nichts gespürt. Jesus hat nur gesagt: "Deine Tochter ist geheilt." Sie hätte auch denken können, er will sie nur loswerden, oder? Sie hätte auch sagen können: "Nein, nein, nein." Sie hat dem Wort Jesu geglaubt, ist nach Hause gegangen und siehe da, die Tochter war geheilt.
[46:38] Diese Frau hatte echten Glauben. Sie war zwar von Geburt eine Kanaaniterin, eine echte Israelitin, und wir alle können echte Israeliten sein, wenn wir uns so an Jesus schmeißen, dass wir ihn nicht mehr loslassen. Die Frage ist, ob wir heute uns neu dafür entscheiden wollen, Jesus nicht loszulassen, egal was andere sagen und ob andere uns vielleicht weg haben wollen. Sie hätte auch sagen können: "Ich war diese Gemeinde da, selbst wenn Jesus so toll ist, aber mit diesen Jüngern, das ist ja furchtbar, ja." Aber sie wollte an Jesus festhalten und deswegen konnte Jesus sie retten.
[47:18] Wollen wir noch gemeinsam niederkniend und beten?
[47:30] Lieber Vater im Himmel, wir verstehen nicht immer alles, was in unserem Leben passiert, aber eins können wir ganz sicher wissen, dass du immer für uns das Beste möchtest und dass du nicht aufhörst für uns zu wirken. Und Herr, wir alle müssen bekennen, dass wir nicht würdig sind deiner Liebe. Wir alle haben deine Gnade schon zu oft vernachlässigt, zu oft uns den Rücken von dir gedreht. Aber Herr, du rettest uns nicht, weil wir etwas geleistet haben, du rettest uns, weil wir dich brauchen. Und jeder, der seine Not erkennt, jeder, der seine Bedürftigkeit erkennt, seine Hilflosigkeit und sich an dich klammert, weil du Hilfe bist und weil du Stärke hast und weil du uns liebst, jeden, der so sich an dich klammert, kannst du retten und willst du retten, denn du bist gekommen, um die verlorenen Schafe wieder einzusammeln. Herr, du bist unser Hirte, Herr Jesus, du bist unser guter Hirte. Wir danken dir, dass egal wer wir sind, dein Mitleid und deine Liebe zu uns so unfassbar groß ist. So wollen wir, wie Jakob sagen: "Herr, wir lassen dich nicht, es sei denn, du segnest uns." Und danken dir, dass du uns nicht nur segnen wirst, sondern wie Jakob uns völlig neu machen wirst, uns eine neue Identität schenken wirst. Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Im Namen Jesu. Amen.