[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr heute da seid und schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Heute wollen wir eine wirklich interessante Geschichte anschauen, eine Geschichte, die auch nicht so einfach sich beim ersten Lesen erschließt, aber in der ganz viel drinsteckt. Und bevor wir beginnen, wollen wir natürlich beten und ich lade euch ein, wo es möglich ist, dass wir dazu niederknien.
[1:04] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für das Evangelium und für die Worte der Evangelien, die du hast aufschreiben lassen, in denen in jedem Vers wichtige Botschaften für uns sind. Schenk du uns jetzt frische Augen, offene Ohren, ein ganz aufnahmebereites Herz, dass wir verstehen, was du uns sagen möchtest, dass wir Jesus noch ein bisschen mehr Liebe gewinnen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen. Schlagt mit mir auf, Markus Kapitel 7, die Geschichte, um die es heute geht, findet sich nur in Markus 7, Vers 31 bis 37. Und ich denke, vielleicht habt ihr es schon mal gelesen oder gehört. Da gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die wir heute lernen können.
[2:12] Fangen wir mal von vorne an. Es geht direkt im Kontext weiter. Ich denke, wir müssen jetzt nicht lang und breit nochmal wiederholen, was wir die letzten beiden Wochen angeschaut haben. Ihr wisst, Jesus befand sich wo? In der Gegend von Tyrus und Sidon. Eigentlich um was zu tun? Sich zu erholen, auszuruhen, mit seinen Jüngern zu reden. Aber er wusste auch, dass er dort gestört werden würde von dieser heidnischen Frau, dieser Kanaaniterin, dieser Syrophönizierin, die ihn Sohn Davids nennt und die sich nicht abwimmeln lässt. Und Jesus zeigt durch sein Verhalten den Jüngern, dass diese Frau eigentlich eine Israelitin ist. Sie hat den Glauben einer Israelitin und entsprechend wird sie auch belohnt. An der Stelle lesen wir weiter in Vers 31. Wer mag mal lesen? Vers 31.
[3:04] „Und nachdem er das Gebiet von Tyrus wieder verlassen hatte, kam er über Sidon an den Galiläischen See, mitten in das Gebiet der Zehn Städte.“ Genau. Wo ist der See von Galiläa? Was ist das für ein See? Mal ganz simpel, fangen wir mit Geografie an. Der See von Galiläa ist wo? Das ist der See Genezareth. Okay. Der See Kinneret, der im Hebräischen Kinneret heißt, weil er ein bisschen aussieht wie eine Harfe. Und Tyrus und Sidon, also das ist ein bisschen jetzt nicht ganz so proportional, aber ungefähr hier. Hier ist Phönizien. Jetzt haben wir hier Judäa und wir haben hier Samaria und wir haben hier Galiläa. Also Jesus war von Galiläa hier so in dieses Grenzgebiet gegangen, wo dann Richtung Phönizien ist. Und jetzt geht er zurück. Aber zu welcher Seite des Sees Genezareth, auf welche Seite geht er jetzt hin? Da haben wir einen Hinweis darauf, denn er geht durch welche Gegend? Der Zehn Städte. Okay. Weiß jemand von euch, wie dieses Gebiet eigentlich hieß? Das Gebiet der Zehn Städte? Die Dekapolis. Weiß jemand von euch, wo die lag? So westlich, nördlich, südlich, östlich? Ja, es waren also Dekapolis, Zehn Städte. Es waren tatsächlich Zehn Städte und die lagen so, also jetzt mal so grob gesagt, so hier. Eine lag auch hier. So ein Gebiet östlich vom See Genezareth im Wesentlichen. Und dann hier war noch ein Teil von Galiläa, das war die Gaulanitis. Egal, warum gab es, was war das Besondere an dieser Dekapolis? Warum war die so ein eigenes Ding für sich? Also wir haben Judäa, Samaria, Galiläa und da war diese Dekapolis, diese Zehn Städte. Weiß jemand von euch, was es damit auf sich hat? Das waren Griechen. Klingt schon griechisch, denn Dekapolis ist die Zehn Städte. Das sind die Zehn griechischen Städte. Wie kamen die Griechen hierher? Wie kamen diese griechischen Städte hier auf die Landkarte? Hat jemand eine Idee? Das ist jetzt kein Allgemeinwissen, aber wie könnten wohl griechische Städte nach Palästina kommen? Mit den Griechen, genau, mit Alexander dem Großen. Als der hier das erobert hat und dann die Diadochen regiert haben, haben die hier Städte gegründet, zum Teil neu gegründet oder halt auch bestehende Städte umgegründet. Und dann haben die hier so ihre Städte gehabt und als dann die Römer kamen unter Pompejus 63, hat er diese Städte privilegiert, weil das waren ja Griechen, das waren Heiden und dann hatten die so ihren eigenen Sonderstatus hier. Das heißt, diese Gegend hier, so jetzt mal ganz grob hier gesagt, die Dekapolis, die war mehr heidnisch als jüdisch. Also Judäa war ganz jüdisch, Samaria war samaritisch, Galiläa war jüdisch und ein bisschen heidnisch, ein bisschen mehr durchmischt. Das war mehr heidnisch und wenig jüdisch und das war ganz heidnisch, also ein bisschen so in Stufen. Und das sagt uns, diese Gegend war, das werden wir das nächste Mal auch noch ein bisschen dann betrachten, hier waren viel mehr Heiden noch als in Galiläa. Und Jesus scheint jetzt hier sozusagen einen Bogen gemacht zu haben. Der geht jetzt hier an den See Genezareth von der Gegend. Er macht einen Bogen um Galiläa, weil wir haben ja gelernt, er ist momentan in einer Phase, wo er sich zurückzieht. Und er geht zum See Genezareth, aber nicht durch Galiläa, sondern macht so einen Bogen hier und geht in das Gebiet der Zehn Städte. Woher kennen wir das Gebiet der Zehn Städte aus den Evangelien bisher? Hatten die schon irgendeine Beziehung zu Jesus? Genau, Jesus war hier einmal gewesen und zwar an dem Dorf Gerasa, erinnert euch? Nach dieser Nacht mit dem Sturm, den er gestillt hat, kamen sie dort an und ihr kennt die Geschichte, was ist passiert? Die Besessenen wurden geheilt, die Dämonen wurden dann auf ihren eigenen Wunsch, wohin gebracht? In die Schweine und die haben sich genau hier ins See Genezareth gestürzt. Und was war die Reaktion der Leute dort? „Geh wieder.“ Und was hat Jesus gemacht? Er ist gegangen. Und er ist nicht nur gegangen, sondern er hat etwas zurückgelassen. Er hat die beiden Besessenen zurückgelassen und hat ihnen gesagt, schauen wir mal nach, in Markus 5, das ist nämlich gar nicht so lange her, eigentlich wahrscheinlich nur ein paar Monate, ein paar Monate nachdem das passiert ist. Schaut mal in Markus 5 und dort in Vers 19: „Aber Jesus ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Geh in dein Haus zu den Deinen und verkündige ihnen, welche großen Dinge der Herr an dir getan und wir über dich erbarmt hat.“ Also, was war sein Missionsauftrag? Wo sollte er hingehen? Zu seiner Familie, zu seinen Verwandten. Und was hat er gemacht, der Mann oder die beiden Männer? Schau mal den nächsten Vers. „Und er ging hin und fing an, im Gebiet der Zehn Städte zu verkündigen, welche große Dinge Jesus an ihm getan hatte. Und jeder Mann verwunderte sich.“ Er sollte eigentlich, Jesus hat ihm nur gesagt, erzähle deine Familie, erzähle deinen Verwandten. Und er hat innerhalb kürzester Zeit in allen zehn Städten, die beiden haben das in allen zehn Städten verkündigt. Das heißt, als Jesus jetzt kam, gab es eine ganz andere Atmosphäre. Und das ist ganz wichtig, wenn man die Geschichte liest von Markus 5, dass man weiß, da kommt quasi noch ein zweiter Teil. Das ist noch nicht das Ende. Es gab sowieso schon Menschen, es gab ja hier auch Juden, die Jesus gefolgt waren. Nur ganz kurz in Matthäus 4, Vers 25, es gab auch andere Menschen in der Dekapolis, die schon von Jesus gehört hatten. Wenn ihr mal schaut in Matthäus 4 und dort Vers 25, dort heißt es: „Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, aus Galiläa und aus dem Gebiet der Zehn Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.“ Also, wir hatten sowieso schon Juden, die hier Jesus in Galiläa gehört hatten. Dann die beiden Besessenen, ehemals Besessenen, die das alles verbreitet hatten. Und jetzt kam Jesus wieder hierher. Und jetzt ist das Feld bereitet.
[9:32] Schauen wir mal in Markus 7, Vers 32. Jesus kommt auch hier nicht unerkannt hin, gleich kommt eine Menge von Leuten und schaut mal, was steht. Wir machen mal Vers 32 lesen. Okay, sie bringen einen Menschen zu ihm. Was ist sein Problem? Er kann nicht hören und er kann nicht hören. Er ist taub und ja, er ist, ist er stumm? Er ist so, er kann kaum reden. Das Griechische meint, es fällt ihm schwer zu reden. Also das Problem ist wahrscheinlich gar nicht sozusagen die Physiologie, sondern weil er nicht hören kann. Das habt ihr vielleicht schon mal bemerkt, wenn Menschen gar nicht hören können und sie vielleicht sogar die anatomischen Fähigkeiten zum Sprechen haben, fällt es ihnen schwer zu sprechen, weil sie ja gar nicht richtig wissen, wie. Das heißt, er hatte Probleme mit dem Sprechen und die Probleme mit dem Sprechen waren natürlich lang an den Ohren. Und das ist interessant, auch für die Geschichte gleich, um die besser zu verstehen. Das Problem lag hier, aber die Auswirkung zeigt sich im Sprechen. Der Mann ist taub und kann deswegen aber nicht gut sprechen. Hatte dieses schon stumme Menschen oder die Probleme mit dem Reden hatten geheilt bis dahin? Oh ja, viele, viele, viele. Aber wir haben ein paar sogar in der Bibel explizit erwähnt. Schaut mal zum Beispiel in Matthäus 9, in Matthäus 9 und dort Vers 32, dort heißt es: „Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war.“ Oder in Kapitel 12, Matthäus 12 und dort Vers 22, da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war und er heilte ihn, sodass der Blinde und Stumme sowohl redete als auch sah. Also, wir hatten schon stumm mit Dämonen besessen und stumm mit Blindheit. Also in verschiedenen Kombinationen. Für Jesus also eigentlich kein Problem.
[11:57] Jetzt schaut noch mal in Markus 7. Was ist interessant? Was bitten sie ihm? Sie bringen jetzt diesen Mann, der ist taub. Sie haben davon gehört, dass Jesus große Wunder tut, denn wenn er Besessene heilen kann, kann er bestimmt auch diesem helfen. Und sie haben eine Bitte. Was ist die Bitte? Die Hand auflegen. Warum ist das interessant? Haben wir schon mal jemanden getroffen hier in den Evangelien, der gesagt hat: „Lege bitte jemandem die Hand auf.“ Hand auflegen. Jesus hat ja nicht immer mit Hand auflegen geheilt, oder? Manchmal hat er einfach nur durch sein Wort geheilt, wie bei dem Hauptmann von Kapernaum zum Beispiel. Gibt es jemanden? Ja, die hatten wir noch nicht, die kommt noch chronologisch. Bei Jesus. Wer hat schon mal zu Jesus gesagt: „Komm doch bitte und lege deine Hand auf sie.“ Ja, wahrscheinlich ein Pharisäer, ein wichtiger Mann in der Synagoge. Sein Name war? Jairus. Ja, Jairus. Schaut mal in Markus 5 und dort Vers 23. Wer mag mal lesen? Markus 5 Vers 23.
[13:13] Genau, der Hauptmann, der Synagogenvorsteher sagt: „Lege deine Hände auf.“ Wir hatten ja in der letzten Geschichte auch eine Parallele zu dem Jairus gesehen, oder? Könnt ihr euch daran erinnern? Was hatte die Frau gemacht, was Jairus auch gemacht hat? Die syrophönizische Frau war ihm zu Füßen gefallen und hatte für ihre Tochter gebeten, so wie auch der Jairus. Interessant, kommen wir gleich noch mehr dazu. Der Jairus, die Geschichte von Jairus hat Parallelen zu der syrophönizischen Frau und zu der Frau von dem Taubstummen in der Dekapolis. Aber natürlich sind das nicht die einzigen beiden Situationen, wo Jesus mal Hände aufgelegt hat. Schaut mal in Lukas 4. Sagt es auch, dass er Hände aufgelegt hat? Ja, genau, Lukas 4 Vers 40. Das ist allgemein, genau. Den wollten wir gerade lesen, Lukas 4 Vers 40. Magst du vorlesen?
[14:21] Okay, also war es etwas Besonderes, dass Jesus die Hände aufgelegt hat? Nein, ganz normal. Also halten wir fest, hier kommen Menschen, die vorbereitet sind und sie bringen einen Tauben, der schlecht sprechen kann, ein Problem, von dem man weiß, dass Jesus es lösen kann und sie bitten um eine Methode, die Jesus schon oft getan hat. Man würde also denken, eigentlich ein klarer Fall, solche Fälle hat es wahrscheinlich ganz oft gegeben, ohne dass sie aufgeschrieben worden sind. Aber diese Geschichte geht jetzt etwas anders, denn Jesus legt ihm nicht einfach die Hände auf und heilt ihn. Er macht etwas anderes und das sollte uns zu denken geben.
[15:01] Schauen wir mal in Markus 7, Vers 33. Wir machen mal Vers 33 lesen.
[15:28] Okay, das sind so, das sind Verse, über die man meistens so drüber liest und denkt sich, naja, irgendwas wird das schon gemeint haben, ein bisschen komisch, oder? Also, ich versuche dir das mal bildlich vorzustellen. Du kommst zu Jesus, diesem berühmten Wunderheiler und er nimmt den Mann und geht weg. Was will er damit ausdrücken? Also, was versuchst du in die Lage der Volksmenge? Was kommt darüber? Vielleicht braucht er Ruhe. Vielleicht will er ihm etwas Persönliches sagen.
[16:04] Man stellt sich die Frage, warum? Warum kann er nicht für uns allen heilen? Er will mit ihm alleine sein. Kennt ihr noch eine Geschichte, wo Jesus unbedingt mit den betreffenden Personen alleine sein wollte und die ganze Volksmenge weggeschickt hat? Das Mädchen von wem? Das Mädchen von Jairus. Als das Mädchen von Jairus aufweckt, macht er das auch im kleinen Kreis, wie hier auch. Ja, also ein paar Jünger dabei, ich denke, hier waren auch ein paar Jünger dabei, die das dann bemerkt haben und erzählt haben. Er nimmt ihn beiseite, da wären ein paar Jünger dabei gewesen, aber die große Volksmenge ist außen vor. Jetzt hat er also diesen, die Jünger werden sich auch gewundert haben, er nimmt ihn jetzt beiseite, so dass niemand das sieht, außer vielleicht dieser kleine Kreis und dann macht er folgendes. Ich meine, die Jünger haben wahrscheinlich erwartet, legt ihn mit den Händen auf, sagt ein Wort, nicht wahr? Er nimmt seine Finger und im Griechischen heißt es, er wirft sie in seine Ohren. Ja, also er berührt sie nicht, sondern er steckt sie richtig rein in seine Ohren. Das ist schon merkwürdig, oder? Also, ich weiß nicht, ob jemand euch mal seine Finger in die Ohren gesteckt hat. Wenn euch das merkwürdig vorkommt, ist genau das, was passieren soll. Wenn den Jüngern ist das wahrscheinlich auch merkwürdig vorgekommen. Jetzt zieht er die Finger aus den Ohren wieder raus und spuckt auf die Finger. Im Griechischen heißt es, nachdem er ausgespuckt hatte, spuckt auf die Finger, bedeutet dann dem Mann, er soll seinen Mund ausstrecken und dann nimmt er die Spucke auf seinen Fingern und berührt den Mann auf der Zunge. Ganz ehrlich, wie würdet ihr euch fühlen, wenn jemand in seiner Hand spuckt und dann sagt: „Mach den Mund auf.“ Also, man muss sich das mal ganz praktisch vor Augen führen. Übrigens, hat Jesus sonst noch mit seiner Spucke geheilt? Es gibt insgesamt drei Geschichten in der Bibel, wo Jesus mit seiner Spucke geheilt hat. Einmal hat er sogar jemanden auf die Augen gespuckt und einmal hat er auf den Boden gespuckt und dann den Brei auf die Augen gemacht. Von den drei Geschichten ist das die erste. Wahrscheinlich das erste Mal, dass er sowas gemacht hat. Die Jünger waren wahrscheinlich auch erstaunt. Sie haben schon genügend Wunder gesehen, oder? Sie haben genügend Wunder gesehen, dass Jesus Wort Macht hat. Und eins ist sicher, der Mann wird nicht geheilt wegen der Spucke. Er wird auch nicht geheilt wegen den Fingern im Ohr, sondern also wenn so eine Stelle merkwürdig ist, was müssen wir dann als Bibelleser denken? Da muss irgendwas sein, oder? Wir neigen dazu, die Dinge, die wir nicht verstehen, irgendwie so gedanklich beiseite zu schieben. Wir lesen gerne die Dinge, die wir verstehen. Wir lesen gerne Offenbarung und Daniel, weil das verstehen wir. Das haben wir ausgelegt, da wissen wir, wo wir sind. Wir lesen gerne die Bergpredigt, weil die können wir verstehen, die können wir umsetzen. Das lesen wir vielleicht eher nicht so gerne, weil das lesen wir und denken uns, das hatten die Jünger auch das Problem. Hatten die Jünger auch mal Sätze gehört, die ihnen völlig unverständlich waren, vollkommen unklar? Sie wussten gar nicht, was Jesus damit meint. Später hat sie, als Jesus ihnen gesagt hat, ich werde sterben, haben sie gesagt: „Du wirst König werden.“ Was meinst du? Das meinte er wahrscheinlich symbolisch. Das war ihnen so unverständlich, sie haben nicht drüber nachgedacht. Aber gerade das, was ihnen so unverständlich war, sollte eigentlich eine besondere Botschaft sein. Das heißt, Jesus macht ja nichts umsonst, oder? Er macht es auch nicht zufällig. Wenn er also etwas macht, wo unsere Gedanken kreisen, dann macht er das also, damit unsere Gedanken kreisen, damit wir uns Gedanken machen, warum er das tut. Also, warum tut Jesus? Aber übrigens, ist denn das das erste Mal, dass Jesus sich merkwürdig verhält? Das erste Mal, wo man hier im Evangelium liest und denkt: „Jesus, warum machst du denn sowas?“ Oder hatten wir schon mal eine Geschichte, wo Jesus Dinge tut, die wir irgendwie auf den ersten Blick nicht verstanden haben? Oder die die Jünger zumindest auf den ersten Blick, also die irgendwie merkwürdig machen?
[20:14] Okay, das stimmt, ja. Das war eine merkwürdige Bitte. Also, ich weiß nicht, wie es euch ging, aber in der letzten Geschichte, die wir angeschaut haben, ist das Verhalten von Jesus doch auf den ersten Blick ziemlich merkwürdig, oder? Als er zu der Frau sagt: „Ich war die Hunde“ und „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen.“ Jetzt, wir haben, und das ist interessant, weil die Geschichten aufeinander folgen. Es sieht so aus, als ob Jesus gerade Freude hatte, hier auf dieser Reise merkwürdige Dinge zu tun. Unser Gehirn sollte darauf trainiert sein, dass merkwürdige Dinge, die Jesus tut, eine tiefe Bedeutung haben. Er scheint die Frau abzuweisen, aber eigentlich will er damit etwas lehren. Und wen will er was damit lehren? Will er die Frau etwas lernen? Nur bedingt, er will die Jünger etwas lernen. Das merkwürdige Verhalten von Jesus in der Geschichte davor hat eigentlich den Sinn, den Jüngern etwas beizubringen, denn er hätte die Frau ja einfach so heilen können, oder? Das in Anführungsstrichen merkwürdige Verhalten von Jesus war nicht zur Heilung der Frau oder ihrer Tochter, sondern als Lektion für die Jünger. Könnte es sein, dass dieses merkwürdige Verhalten von Jesus hier gar nicht für den Mann ist, sondern für die wenigen Jünger, die um ihn herumstehen und dass er mit dieser Handlung ihnen etwas sagen möchte.
[21:50] Jetzt, was könnte denn das bedeuten? Finger. Also, wenn Jesus seine Finger benutzt, welche symbolische Bedeutung könnte denn mit den Fingern einhergehen? Der Geist. Wie kommst du darauf, dass es der Geist sein könnte? Der Finger Gottes. Wir haben eine Geschichte, wo ist das mit dem Finger Gottes?
[22:13] Ja, genau, es gibt eine Geschichte. Schaut mal in Lukas 11 und dort Vers 20: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, so ist er das Reich Gottes durchgekommen.“ Und jetzt vergleicht mal, lasst den Finger in Markus und geht zu Matthäus 12 und dort Vers 28: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes.“ Das heißt, der Finger Gottes, und das haben wir damals da ausführlich studiert, ist auch symbolisch für den Geist Gottes. Und der Finger, ich meine, das ist ja nicht so schwer zu sehen. Der Finger geht in die Ohren, um was mit den Ohren zu machen. Weil die Ohren sind krank, sozusagen. Sie hören nicht. Der Finger von Jesus, der Finger Gottes geht in die Ohren hinein, um zu heilen. Also Finger Gottes, Heiliger Geist, Ohren, hören. Das ist schon mal eine Idee.
[23:29] Jetzt mit dem Speichel. Das ist ja auch merkwürdig, oder? Speichel ist jetzt nicht das bekannte biblische Symbol, oder? Woran müsst ihr so vielleicht spontan denken, biblisch, wenn es um Speichel und Ausspucken geht? Also, wörtlich steht eigentlich, er spuckte aus. Offenbarung 3 spricht auch vom Ausspucken. Wen spuckt Jesus da aus? Er spuckt ja nicht aus, aber er sagt, ich bin kurz davor auszuspucken. Die lauen Laodizäer, was macht er denn? Also, das ist ein Symbol wofür dieses Ausspucken, das fast bevorsteht. Das ist ein Symbol wofür er vertritt. Und wie vertritt er uns? Er vertritt uns durch seine Worte, oder? Er spricht für uns. Schaut mal, der Mann ist taub und deswegen hat er Probleme mit dem Sprechen. Er spricht, aber er spricht nicht richtig. Er wird nur dann richtig sprechen, wenn sein Ohr wieder oder überhaupt hört. Der Finger Gottes hat zu tun mit dem Heiligen Geist und dieses Sprechen und dieses Speicheln. Jesus nimmt aus seinem Mund etwas und legt es dem Mann in den Mund.
[25:13] Kann sein, dass er das alles dem Mann beiseite führt und dem Jünger zeigt, um zu zeigen: Die Menschen hier, die hören nicht reden, aber sie hören auch nicht. Und sie hören mir eigentlich nicht richtig zu. Sie müssen mir eigentlich erst richtig zuhören, damit sie dann auch verstehen, was ich eigentlich wirklich sagen will. Und das ist das vom Hören zum Sprechen, diese Verbindung. Das ist eigentlich geistlich gemeint.
[25:40] Ja, ganz genau, ganz genau. Und jetzt aber der Punkt ist, will er damit der Volksmenge was sagen? Die Volksmenge nicht, weil die sieht es gar nicht. Wer sieht es, wenn überhaupt, sehen es nur die Jünger, die Jünger Jesu. Und jetzt interessant, wir haben ja gesehen, in Vers, lesen wir Vers 34.
[26:03] Okay, wird noch interessanter. Er schaut zum Himmel und dann seufzt er. Wo haben wir schon mal gesehen, dass Jesus bei einer symbolischen Handlung zum Himmel aufblickt, wo es heißt: „Er blickte zum Himmel auf.“ Bei seiner Taufe, das stimmt. Sonst hätte er den Heiligen Geist nicht gesehen. Steht auch, dass er zum Himmel aufblickt? Weiß ich gar nicht, glaube ich. Also, er muss wahrscheinlich zum Himmel aufgeblickt haben.
[26:39] Richtig, bei der Speisung der 5.000, da bekommt er nämlich Brote und Fische und dann heißt es, er dankte, er blickte zum Himmel auf, dankte und dann kommt dieses Wunder, dass er auch eine tiefe geistliche Lektion hatte.
[26:55] Also, halt mir fest, die Art und Weise, wie das hier formuliert ist, zeigt, es gibt eine tiefe geistliche Lektion, nicht für die Volksmenge, weil es sind ja Heiden, größtenteils, eine Lektion für die, die es überhaupt nur hätten mitbekommen können, nämlich für die Jünger.
[27:09] Jesus seufzt. Offensichtlich geht es hier bei dem Tauben und dem, also die Behandlung der Ohren und die Behandlung des Redens ist eine Lektion für die Jünger, genauso wie die Behandlung der Frau, der syrophönizischen Frau, eine Lektion für die Jünger war.
[27:30] Haben die Jünger für Jesus gesprochen? Haben die schon richtig gesprochen? Also, haben sie so gesprochen, wie er es sich wünscht? Wenn nein, wo lag das Problem? Sie haben noch nicht so gehört, wie er eigentlich sich das gewünscht hat.
[27:57] Jetzt schauen wir, übrigens, Herr Ellenweit bestätigt, dass sie sagt, dass er zum Himmel blickte, dass er seufzte bei dem Gedanken an die Ohren, die nicht sich öffnen wollten für die Wahrheit und die Zungen, die ihn nicht als Erlöser bekennen wollen.
[28:21] Also, das bezieht sich natürlich nicht nur auf die Jünger, sondern auch allgemein, aber das ist eine Lektion, die die Jünger jetzt verstehen sollen, der Zusammenhang zwischen Hören und Bekennen.
[28:30] Und jetzt kommt dieses interessante Wort „Ephata“. Was hat es mit diesem Wort auf sich? Warum steht da Ephata?
[28:41] Ephata? Welche Sprache ist das? Aramäisch. Weiß jemand, wo Jesus noch schon mal, also wo noch schon mal, also Jesus hat wahrscheinlich immer auf Aramäisch gesprochen.
[28:51] Übrigens, es gibt eine interessante Diskussion, ob Jesus Aramäisch gesprochen hat oder auch Griechisch. Sicher hat er Aramäisch gesprochen, vielleicht auch Griechisch, aber Aramäisch auf jeden Fall.
[29:02] Wo sehen wir noch in den Evangelien eine Geschichte, wo sein aramäischer Ausspruch aufgeschrieben ist, wo wir auch quasi in der Geschichte plötzlich ihn Aramäisch reden können.
[29:13] Es gibt noch eine Geschichte, wo er auch etwas sagt auf Aramäisch, was danach im Evangelium übersetzt wird.
[29:20] Ich sage es euch. „Talitha Kumi“, das Mädchen von Jairus. Wer hätte das gedacht, dass die Geschichte von Jairus und die Geschichte von dem Taubstummen so viele Details ähnlich hat.
[29:39] Ephata, jetzt gibt es etwas Interessantes, also ich muss das kurz einfügen, wenn ihr euch für Sprache nicht interessiert, dann könnt ihr jetzt eine Minute schlafen.
[29:48] Ephata ist ein sehr interessantes aramäisches Wort. Eigentlich müsste man es so schreiben.
[29:59] Ephata, das kommt nämlich von Patach. Patach heißt öffnen. Öffnen ist Hebräisch, ist Aramäisch und wenn man jetzt den Imperativ sagt, also öffne, dann würde man sagen Petuch.
[30:20] Jetzt gibt es eine besondere Form, das nennt man den, also man kann sozusagen sagen nicht, dass etwas geöffnet wird, sondern dass sich etwas selbst öffnet oder geöffnet wird, also reflexiv oder passiv.
[30:35] Und dann fügt man eigentlich ein Hit daran, dann wird da sozusagen Hitpetuch.
[30:45] Aber Hitpetuch kann man auch als Ihtpetuch aussprechen. Das gibt es beides im Aramäischen.
[30:50] Das Ihtpetuch wird dann sozusagen später, das sieht man schon wahrscheinlich, dann Ätpetuch.
[31:02] Jetzt aber, wenn dieses P, das kann man sowohl P als sprechen, als auch F.
[31:09] Also, ihr kennt zum Beispiel Pharao, wird manchmal auch Paro geschrieben.
[31:14] Paro oder Pharao, das ist dasselbe.
[31:16] Also wird daraus jetzt Ätfetuch.
[31:22] Wenn euch das komisch vorkommt, kein Problem.
[31:28] Jetzt gibt es noch was. Ätfetuch ist relativ schwierig zu sprechen, deswegen, das kommt in vielen Sprachen vor, im Semitischen wird aus Ät, das T, das assimiliert zu einem zweiten F.
[31:39] So wird es also Äffetuch.
[31:42] Das gibt es im Babylonischen auch.
[31:44] Und jetzt gibt es aber eine Sache, deswegen sage ich das eigentlich die ganze Zeit.
[31:47] Jetzt steht hier aber dieses Ffata, ein A und nicht ein U, wie es eigentlich stehen müsste.
[31:57] Und das deutet darauf hin, dass es sich hierbei nicht um den Grundstamm handelt, sondern den sogenannten Doppelungsstamm, so nach, dass T doppelt ist, das klingt jetzt erstmal ein bisschen theoretisch.
[32:10] Und dann wird es mit einem A geschrieben.
[32:12] Warum sage ich das?
[32:15] Es gibt in Hebräisch und Aramäisch die Möglichkeit, Verben in verschiedene Stämme zu setzen und das verändert die Bedeutung ein bisschen.
[32:23] Und aus Öffnen wird im Doppelungsstamm dann gründlich öffnen.
[32:29] Also nicht einfach nur offen, sondern so richtig, so durchdringend öffnen, also verstärkt.
[32:38] Und das wird an diesem A deutlich, weil ansonsten wäre es falsch vokalisiert.
[32:43] Dieses A macht deutlich, dass dieses T eigentlich so stark gesprochen wurde mit einer Verdopplung.
[32:48] Und dieses R ist dann weggefallen, die Galiläa-Korden sprechen das nicht aus, deswegen müsste man eigentlich so schreiben, Ffata.
[32:54] Heißt also, das ist ein Imperativ, der man könnte übersetzen: „Sei geöffnet“ oder „Öffne dich selbst“.
[33:02] Und zwar öffne dich selbst gründlich oder sei selbst gründlich geöffnet.
[33:06] Jetzt denkt ihr, das ist ja alles, wer braucht denn das?
[33:12] Pass auf, jetzt gibt es die Übersetzung in dem Vers, schaut nochmal, da steht nämlich in Markus 7, dort steht Ffata, das heißt: „Tu dich auf“, wörtlich geöffnet.
[33:28] Und ihr erratet schon, das gibt es jetzt im Griechischen, ich warte, gibt es auch wieder eine Besonderheit.
[33:33] Denn es gibt ein griechisches Wort für Offensein, Anoigo, aber hier steht eine besondere Form, die nur ganz selten vorkommt, nämlich Dianoigo, also so durchdringend öffnen, also nicht einfach nur öffnen, sondern so richtig mit Nachdruck öffnen.
[33:58] Und was man auch hier sehen kann im Griechischen, es ist nicht sich selbst öffnen, sondern geöffnet werden, sei geöffnet.
[34:07] Also nicht: „Tu dich auf“, eigentlich wörtlich, sondern: „Werde geöffnet“.
[34:12] Und dieses Geöffnet, dieses besondere Geöffnet, also das normale Geöffnen, das kommt zigmal vor in der Bibel.
[34:17] Aber dieses hier ist besonders und das kommt nur an ganz wenigen Stellen vor.
[34:21] Und die schauen wir jetzt an und dann werdet ihr sehen, was das alles soll hier.
[34:25] Schaut mal in Lukas 24.
[34:27] In Lukas 24, da kommt diese, also diese besondere Form von Öffnen, kommt nur an wenigen Stellen vor und das ist jetzt eine hier.
[34:35] In Lukas 24 und dort Vers 31 und 32. Wer mag mal lesen? Lukas 24, Vers 31 und 32.
[34:41] „Da wurden ihnen die Augen geöffnet und sie erkannten ihn und er verschwand von ihnen. Und sie sprachen zueinander: Fanden nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg und als er uns die Schriften öffnete?“
[35:00] Genau, zweimal das Wort Öffnen und da ist nicht damit gemeint, okay, Jesus hat die Bibel geöffnet, sondern was ist gemeint? Er ist durchgedrungen, sie haben endlich verstanden, wer der Messias ist. Es ist ihnen ein Licht aufgegangen, er ist durchgestoßen.
[35:19] Dieses Wort wird auch gebraucht für die Erstgeburt, die den Mutterschoß durchbricht.
[35:24] Wird gebraucht auch in, hier Vers 45 nochmal, schaut mal in Vers 45.
[35:28] Da steht es ganz deutlich.
[35:32] „Da öffnet er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstehen.“
[35:37] Also, da geht es nicht nur um ein Öffnen im Sinne von: Aha, ich kann wieder gut hören, sondern um ein Verstehen, ein gründliches, ein tiefes Öffnen.
[35:46] Und das wird dadurch deutlich, dass hier im Griechischen eine seltene Form genutzt wird, die ganz korrekt, obwohl der Markus konnte wahrscheinlich Aramäisch, auf eine besondere Form hindeutet, nämlich eine verstärkte Öffnung.
[35:59] Und noch ein letztes Beispiel in Apostelgeschichte 16, Vers 14.
[36:10] Apostelgeschichte 16, Vers 14.
[36:20] „Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu. Und der Herr tat ihr das Herz auf, sodass sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.“
[36:33] Genau, der Herr tat ihr das Herz auf. Er öffnete das so sehr, dass sie die Wahrheit verstanden hat.
[36:41] Man könnte also die ganze Szene hier mit diesem Taubstummen, ich meine, der Taubstumme selbst kann ja nichts dafür. Der ist einfach taub und kann nicht richtig reden. Aber Jesus benutzt ihn jetzt, um eine ganz entscheidende Lektion zu zeigen. Er macht deutlich quasi, er nimmt die Finger, Symbol für den Heiligen Geist, und legt sie in die Ohren. Er legt seine Worte sozusagen, dein Speichel, in den Mund und dann bei dem Gedanken an all die Menschen, die ihm nachfolgen, die zuhören, aber doch nicht verstehen, selbst seine Jünger begreifen nicht wirklich, was für ein Erlöser ist, seufzt er. Er fragt sich, man könnte also, wenn man das ganz frei übersetzen würde, er schaut so und sagt: „Wie kann ich es nur den Menschen begreiflich machen, dass sie wirklich mir zuhören? Wie kann ich es ihnen begreiflich machen, dass es durchdringt, als wenn es eine Mauer ist, die man durchbrechen muss.“
[37:35] Und das ist, was er sagt. Er sagt: „Das heißt nicht: Jetzt werde mal offen.“ Das meint mehr so: Da ist eine große Mauer hindurch, so dass sie es endlich richtig verstehen. Weil, wenn sie es richtig verstehen, was wird dann passieren? Wenn sie durch den Heiligen Geist das Wort Gottes richtig verstehen, dann werden sie auch richtig sprechen.
[38:02] Hat sich das erfüllt? Hat sich das erfüllt, dass als der Heilige Geist kam und die Jünger verstanden haben, hier nach Lukas 24, als er durchgedrungen ist, als das Herz offen war, als sie verstanden haben, wer Jesus für sie ist, konnten sie danach richtig sprechen? Dann stehen sie auf dem Marktplatz von Jerusalem und predigen seine Worte.
[38:27] Im Grunde genommen ist diese Geschichte, so merkwürdig wie sie ist, mit Jesu Finger in den Ohren und Speichel auf Speichel, eigentlich so eine Illustration dessen, was nach der Kreuzigung und zu Pfingsten geschehen ist. Jesus ist durch den Heiligen Geist durchgedrungen, es brannte ihr Herz, ihre Schriften, die Schriften haben sie verstanden, ihre Herzen wurden geöffnet und jetzt können sie richtig reden. Und das zeigt also, dass das eine ganz tiefe Bedeutung hier ist.
[38:55] Schauen wir in Markus 7, wir sind gleich am Ende, Markus 7, Vers 35. Jetzt könnt ihr wieder das Lieblingswort von Markus bestaunen, da heißt es nämlich in Vers 35.
[39:05] Was ist dein Lieblingswort?
[39:07] „Sogleich wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst und er redete.“ Und das ist jetzt sehr wichtig, nicht er redete irgendwie, er redete richtig.
[39:16] Jetzt sind seine Probleme mit dem Sprechen weg, jetzt kann er Zeugnis geben. Warum hatte Petrus ein Problem richtig Zeugnis zu geben, als er am Kohlenfeuer saß? Er hatte viel gehört, aber Jesus war noch nicht durchgedrungen zu seinem Herzen. Die Jünger haben zwar Jesus verkündigt und gesprochen, aber trotzdem immer noch ihre eigenen Ideen da hinein vermengt. Aber als der Heilige Geist durchdringen konnte, hat sich alles geändert.
[39:45] In dem Seufzen von Jesus sollten die Jünger sehen, wie sehr er sich wünscht, dass er endlich verstanden wird.
[39:56] Ist das, was das bedeutet? Dass Jesus sich vielleicht auch wünscht, dass wir ihn besser verstehen und dass er seufzt. Die Bibel sagt, dass er viel mit Tränen geweint gebetet hat, weil er irgendwie bemerkt hat, seine Jünger begreifen ihn nicht richtig. Ich denke an Lukas, um ihr unverständliches und zu träges Herz. Ich wollte es euch sagen, aber ihr könnt es nicht ertragen. Wir sind nicht in der Lage, erst nach dem Heiligen Geist zu kommen, diese Weisheit, diese klare Sprache. Und ich glaube, in dem Zusammenhang ist es wirklich interessant, auch wenn normalerweise solche Sprachstudien vollkommen irrelevant und nicht so wichtig sind. Aber hier zeigt sich, das kommt sonst im Deutsch nicht so rüber, dass Jesus wirklich mit Nachdruck gesprochen hat. Er wollte wirklich durchdringen zu ihnen.
[40:49] Und jetzt schauen wir noch in Jesaja 32. Hier erfüllt sich jetzt natürlich genau das, was die Prophetie vorhergesagt hat. Jesaja 32 und dort Vers 3 und 4. Wer mag mal lesen? Jesaja 32, Vers 3 und 4.
[41:08] Genau, wenn ihr den Kontext anschaut, es geht um den König, der in Gerechtigkeit regiert. Vers 1, oder? Um den Mann, der wie ein Bergungsort ist, wie Schutz vor dem Unwetter, wie ein Schatten eines mächtigen Fernsehens. Das ist eine Prophezeiung auf den Messias. Schaut mal, Vers 35, Kapitel 35, Entschuldigung. Jesaja 35 und dort Vers 5 und 6.
[41:45] „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen Lob singen, denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme in der Einöde.“
[41:58] Was hat bewirkt, dass dieser Mann hören konnte? Ja, also konkret, dass er buchstäblich hören konnte, das war die Kraft Gottes, von der es heißt: „Er sprach und es geschah, er gebot und stand fest.“ Das ist die schöpferische Macht Gottes. Und wenn wir diese schöpferische Macht Gottes, des Wortes in unser Herz lassen, kann sie alles durchdringen, was da an Mauern ist, an Zweifel und an Niedergeschlagenheit und an Sünde und an persönlichen Traditionen und Theorien, die irgendwie mitgemengt dazwischen sind. Jesus wünscht sich, dass er hindurchkommen kann und sein Wort allein schafft das.
[42:46] Und jetzt hat er ja schon, erinnert euch vielleicht an Johannes den Täufer, der gefragt hatte: „Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Und schaut mal, was in Matthäus 11 Jesus gesagt hat, was der Beweis seiner Messiaschaft ist.
[43:08] Wir werden auch mal Vers 5 lesen, Matthäus 11 Vers 5.
[43:21] Solch ein Ereignis wie hier war der Beweis, dass er der Messias ist.
[43:25] Gehen wir ganz schnell zu Markus 7 Vers 36.
[43:46] Interessant, oder? Übrigens, wenn ihr mal Spaß habt, könnt ihr das in Markus 11 nachvollziehen. Das gibt es ganz oft. Jedes Mal sagt Jesus: „Sagt es nicht.“ Und was machen sie? Genau das Gegenteil. Beim Aussätzigen und übrigens, bei welcher Geschichte sagt Jesus auch, dass sie es niemandem erzählen sollen? Bei Jairus. Es ist mindestens vier Parallelen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was das bedeutet, diese Parallelen, aber schon mal im Hinterkopf behalten, dass es hier Parallelen gibt.
[44:11] Und jetzt heißt es in Vers 37, damit schließen wir.
[44:23] Das ist noch so ein roter Faden durch das Markus-Evangelium. Sie erstaunten, sie erstaunten, sie erstaunten über alle Maßen. Und dann heißt es: „Er hat alles wohlgemacht.“
[44:32] Letzter Gedanke. Wir haben gerade gesagt, durch welche Macht ist das Ohr des Mannes geöffnet worden? Es war durch die Macht. Ja, also wir haben gesagt, er sprach und es geschah. Die Macht, die schöpferische Macht des Wortes, oder?
[44:52] Jetzt schaut mal das Zeugnis der Leute an. Was sagen sie? „Er hat alles?“ Woran erinnert euch das?
[45:02] „Er hat alles wohlgemacht.“ Genau, als Gott spricht, es war gut, es war gut, es war gut. Es war alles sehr gut. Jetzt spricht derselbe Jesus in diesen kranken Menschen hinein und er hat alles wohlgemacht. Da sieht man sozusagen, wie sehr diese, also die Klarheit der schöpferischen Kraft hier, sehr deutlich.
[45:23] Was nehmen wir mit? Jesus hat Geduld mit uns, aber er wünscht sich, dass wir ihn so verstehen, wie er ist und nicht so mit unseren eigenen Ideen und unseren persönlichen Privatmeinungen. Und manchmal muss selbst Jesus seufzen, wenn er unsere Hartherzigkeit sieht und wenn er sieht, dass wir zwar zuhören, aber nicht richtig zuhören. Ja, dass wir zwar die Bibel lesen, aber gar nicht verstehen, dass wir zu einer Predigt sitzen, aber unser Herz nicht richtig offen ist. Und er bittet, er schaut zum Vater sozusagen, er bittet den Vater, dass Kraft verliehen wird durch den Heiligen Geist, dass, wie sagt er: „Wer ein Ohr hat, der höre.“
[46:04] Und wenn wir hören, er bittet richtig, ja, das kann ich irgendwie nicht richtig rüberbringen, wie das auf Aramäisch, was das für eine Kraft hat, dieses Effata, dringend durch.
[46:20] Und der Mann wurde führend. Symbol dafür, wenn Jesus mit dem Heiligen Geist in uns hinein dringen kann. Dann werden wir seine Worte als unsere Worte haben. Dann werden wir das, was er sagt, in unserer Lippe haben. Und dann werden wir seine Worte weitergeben und so reden, wie er es sich wünscht.
[46:42] Wer von uns wünscht sich, dass Jesus jeden Tag so zu uns sprechen kann, dass da nichts stört, dass er hindurchkommt und dass, wenn es irgendetwas gibt in unserem Leben, wo Jesus noch nicht ganz durchkommt, dass die Kraft des Heiligen Geistes unsere Ohren und unsere Herzen öffnen kann. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so richtig mit einem Durchbruch.
[47:05] Und noch gemeinsam beten.
[47:13] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass Jesus sich so sehr wünscht, dass wir ihn verstehen. Und danke, dass Jesus auch so viel Geduld hat, wie er mit seinen Jüngern Geduld gehabt hat und sie Lektion um Lektion gelehrt hat. Auch wenn sie nicht alles immer gleich verstanden haben, haben sie doch sich später daran erinnert und gesehen, dass er schon längst vorgesorgt hatte für jede Krise her. Bitte wirk du mit deinem Heiligen Geist an uns, wenn es irgendetwas gibt, was unser Verständnis von dir behindert. Wenn wir aufgrund von Gefühlen, Traditionen, Meinungen, was auch immer es ist, ein verzerrtes Bild von dir haben, so wie auch die Jünger ein verzerrtes Bild von dir gehabt haben, eine ganze Zeit lang. Dring du hindurch durch deinen Heiligen Geist, so dass wir hören mit unseren Ohren, was du uns wirklich sagen möchtest. All das bitten wir im Namen Jesu, der jetzt für uns bittet. Amen.