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In dieser Predigt wird die Geschichte von Jesu Flucht nach Ägypten und die Reaktion des Herodes auf die Geburt des Messias beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, wie biblische Prophezeiungen sich in diesen Ereignissen erfüllen und wie der Teufel durch Herodes versuchte, Jesus zu vernichten. Die Predigt betont die Bedeutung des Gehorsams gegenüber Gott und zeigt Parallelen zwischen den Erfahrungen Israels und Jesu auf. Abschließend wird die tiefere Bedeutung der Prophezeiung von Rahels Weinen um ihre Kinder im Kontext von Verzweiflung und Hoffnung erörtert.

In dieser Predigt wird die Geschichte von Jesu Flucht nach Ägypten und der Kindermord in Bethlehem beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die tiefere theologische Bedeutung hinter den Ereignissen, indem er Parallelen zum Alten Testament zieht und zeigt, wie Matthäus alttestamentliche Prophezeiungen auf Jesus anwendet. Dabei wird die Rolle von Herodes und Satan im großen Kampf Gottes beleuchtet und die Bedeutung von Demut und Gehorsam gegenüber Gott hervorgehoben. Die Predigt betont auch die Relevanz der biblischen Lehren für heutige Themen wie die Flüchtlingskrise.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Einen wunderschönen guten Abend. Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar, der Ersehnte. Nach drei Wochen Pause für unsere Vortragsserie "No Limit" mit unseren Jugendlichen und Chet Kreutzer sind wir jetzt wieder zurück in unserer regulären Serie über das Leben Jesu.

[0:52] Ich weiß nicht, wer von euch sich erinnern kann, was wir das letzte Mal behandelt hatten. Wir hatten die Opfer, die Darstellung im Tempel und danach hatten wir schon die Geschichte in Matthäus 2 angefangen, nämlich, wo die Weisen aus dem Morgenland gekommen sind. Das war das letzte, was wir aufgehört haben. Wir haben quasi an der Krippe aufgehört, wo die Weisen ihre Opfergeschenke gebracht haben: Gold, Myrrhe und Weihrauch und angebetet haben. Wir hatten diese interessante Geschichte gesehen, wie das Volk Israel sich nicht für den Messias interessiert hat, aber die fernen Magier Babylons den König der Juden erkannt hatten und weder Kosten noch Mühen gescheut haben, ihn anzubeten.

[1:55] An der Stelle wollen wir heute weitermachen. Wir haben ein paar interessante Punkte vor uns und ich denke, wir werden alle heute was Neues lernen. Und bevor wir beginnen, möchten wir wie immer mit einem Gebet starten. Wer kann, den lade ich dazu ein, niederzuknien.

[2:11] Lieber Vater im Himmel, hab du herzlichen Dank für diesen Tag. Dankeschön für das, was du für uns getan hast, dass du bei uns bist und uns immer wieder führst und leitest, dass du uns Kraft schenkst für alle Aufgaben, die vor uns liegen. Und wenn wir jetzt in deinem Wort lesen, möchten wir dich bitten, dass du uns Weisheit schenkst, dass wir in deinem Wort die Dinge erkennen, die wir jetzt ganz aktuell für unser Leben brauchen, als Einzelne, als Gemeinde und überhaupt. Wir möchten dich bitten, dass durch dein Wort wir gestärkt werden, ermutigt werden, erbaut werden und dass es uns begeistert, sodass wir auch ganz alleine in deinem Wort studieren. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[2:53] Lass uns aufschlagen, Matthäus Kapitel 2. Wir haben ja, wie gesagt, festgestellt, dass die Weisen aus dem Morgenland nicht am selben Abend eintrafen, als die Hirten, sondern da sind etliche Wochen vergangen, wahrscheinlich einige Monate und schließlich waren sie da. Wir haben die Geschichte angeschaut und wir waren zu Ende gekommen in Vers 11. Vielleicht können wir noch mal gemeinsam lesen. In Vers 11, als sie diesem Stern gefolgt sind, der letztendlich über dem Haus oder diesem Gebäude stehen geblieben ist. Wir haben festgestellt, dieser Stern war in Wirklichkeit wer? Eine Gruppe von Engeln, ganz genau.

[3:40] Und in Vers 11 heißt es: "Und sie, die Babylonier, die Weisen aus dem Morgenland, sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seiner Mutter. Da fielen sie nieder und beteten es an." Der erste, eine der ersten Geschichten hier in der Bibel, wo Jesus als Mensch angebetet worden ist, weil er natürlich auch Gott war, auch als er Mensch war. Da fielen sie nieder und beteten es an und sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

[4:15] Wir wollen jetzt weiter schauen, was hier im Anschluss passiert und das ist sehr interessant und vor allem sehr dramatisch. In Vers 12 heißt es: "Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in ihr Land." Es ist ja nicht das erste Mal, dass Gott durch einen Traum hier in dieser Geschichte von Jesus agiert. Wo haben wir vorher schon gesehen, dass Gott durch einen Traum etwas mitteilt? Also Zerarias hat den Engel direkt gesehen, ja, also in gewisser Weise auch schon, ja, aber durch einen Traum. Wo hatten wir schon einen Traum gehabt? Der Josef hat einen Traum in Matthäus. Also in Matthäus 1 hatten wir den Traum von Josef und hier haben wir jetzt die Träume dieser Weisen aus dem Morgenland.

[5:11] Das waren ja nicht unbedingt jetzt Menschen, die direkt zum Volk Gottes zählten im engsten Sinne. Da würden wir von Heiden sprechen, die halt Interesse hatten, Suchende, Wahrheitssuchende. Kennt ihr andere Geschichten in der Bibel, wo Gott sich den Heiden oder einem heidnischen Menschen in einem Traum offenbart hat? Nebukadnezzar ist vielleicht die bekannteste Geschichte, Daniel 2, wo der Nebukadnezzar einen Traum gehabt hat. Kennt ihr noch eine Geschichte? Ja, das war aber auch eher eine Vision oder was? Ach, der Cornelius. War das nicht? Warte, jetzt muss ich selbst mal nachschauen. Hat er geträumt? Ja, es war auch eher eine Vision, also da stand der Mann vor ihm, er hatte gebetet.

[6:10] Aber in gewisser Weise, also die Idee ist natürlich dieselbe, Gott offenbart sich den Heiden. Aber Josef war ein Gläubiger. Wir suchen noch Heiden, die einen Traum gehabt haben. Es gibt noch mindestens zwei Personen, beide sind jetzt nicht die bekanntesten. Also der Nebukadnezzar ist super bekannt, der hat geträumt und das kennen wir alle. Da gibt es eine Geschichte im Zusammenhang mit der Kreuzigung von Jesus: Die Frau von Pontius Pilatus, auch sie eigentlich keine Gläubige, hat einen Traum gehabt und Gott hat durch den Traum sie gewarnt, dass der Pontius Pilatus den Jesus besser nicht kreuzigen sollte. Und dann gibt es noch jemanden im Alten Testament in Verbindung mit Abraham, der einen Traum gehabt hat, eine Heide. Das ist somit die unbekannteste Geschichte in der ganzen Abraham-Geschichte.

[6:58] Ihr wisst ja, der Abraham, der hat öfter mal Angst gehabt, wenn es um seine Frau ging, wenn er in ein fremdes Land ging. Und da gibt es diese Geschichte in 1. Mose 20 mit dem Abimelech, der dann die Sarah zur Frau genommen hat, nichts ahnend und Gott in einem Traum ihm sagt: "Hey, pass mal auf, die Frau, die du genommen hast, gehört schon einem anderen." Und er sagt: "Das wusste ich ja nicht." Und Gott sagt: "Ich weiß, ich weiß, aber gib sie auf jeden Fall wieder zurück."

[7:27] Also wir sehen, Gott offenbart sich immer wieder auch den Heiden, nicht nur durch Träume, die wir jetzt gesehen haben, sondern auch, wie ihr richtig gesagt habt, auch durch Visionen und andere Gegebenheiten. Jetzt für die Weisen stellte dieser Traum durchaus ein Problem dar. Was war das Problem für die Weisen, wenn Gott ihnen gesagt hatte: "Geht auf einem anderen Weg wieder zurück"? Was war das Problem für die Weisen? Ja, das ist ein Gehorsamsproblem. Warum ist es ein Gehorsamsproblem? Warum ist es ein Problem? Es wäre doch ganz einfach zu sagen: "Ja, wir gehen." Sie hatten etwas anderes versprochen. Sie hatten dem König Herodes versprochen, wieder zurückzukehren.

[8:10] Das heißt, sobald sie Jesus gefunden hatten, waren sie plötzlich in der Situation, dass sie sich entscheiden mussten, ob sie Menschen gehorchen oder Gott. Das ist interessant, nicht wahr? Selbst für diese Heiden, sobald sie Jesus gefunden hatten, kamen sie gleich in so einer Situation: Soll ich jetzt einem Menschen gehorchen oder soll ich Gott gehorchen? Wie beantwortet die Bibel diese Frage? Wem sollen wir mehr gehorchen? Und wo sagt es die Bibel? Der Petrus, genau. Und der Petrus sagt es wo? Können wir aufschlagen? In der Apostelgeschichte. In der Apostelgeschichte, genau.

[8:56] Apostelgeschichte 5, Vers 29. Der Petrus und die Apostel sind ja mehrmals dazu aufgefordert worden, nicht den Missionsauftrag auszuführen, sondern stattdessen die Autorität von Menschen anzuerkennen. Und Petrus gibt uns dann dieses Prinzip, das für uns auch genauso gilt wie für Petrus und die Weisen aus dem Morgenland, in der Apostelgeschichte 5, Vers 29: "Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." Mit anderen Worten, selbst wenn ein König mir gebietet, wieder nach Jerusalem zu kehren, wenn Gott sagt: "Nimm einen anderen Weg", muss ich dem König des Himmels gehorchen und nicht dem König von Jerusalem oder dem König von sonst wo.

[9:46] Und das ist ein sehr interessantes Prinzip und das zeigt uns, dass die Weisen, nachdem sie Jesus gefunden hatten und Jesus angebetet hatten, bereit waren, auch Gott zu folgen, Gottgehorsam zu sein. Notfalls auch, wenn das Ungehorsam anderen Menschen gegenüber bedeutet. Also der Plan des Herodes, der ist erstmal nicht aufgegangen. Schaut mal mit mir in 1. Korinther 3.

[10:25] 1. Korinther 3 und dort Vers 19. Der Herodes hat ja gedacht, dass er besonders klug ist, nicht wahr? Wenn er da jetzt vortäuscht, auch Interesse am Jesus zu haben und wenn er dann so eine Expedition vorschickt, die dann alles ihm auskundschaftet. Schaut mal, was 1. Korinther 3, Vers 19 sagt. Dort heißt es: "Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. Denn es steht geschrieben: Er fängt die Weisen in ihrer List." Der Herodes hatte sich das so schön ausgedacht, diese fremden Weisen dort als Vorhut zu schicken und dann den Bericht zu empfangen und dann kann er tun und lassen, was er will. Aber Gott wusste, was in seinem Herzen ist.

[11:12] Die Pharisäer und Schriftgelehrten haben das nicht erkannt, auch die treuen Weisen haben das nicht erkannt. Sie hätten dem Herodes treu, dumm, hätte ich jetzt mal gesagt, ja, den Bericht gegeben. Aber Gott kennt das Herz und wenn Gott uns manchmal auch seltsame Wege führt, dann dürfen wir wissen, er tut das, weil Gott das Herz aller Menschen kennt. Er weiß, was Menschen wirklich vorhaben und da dürfen wir dankbar sein, dass er das kennt und uns dann zur richtigen Zeit auf den richtigen Weg führt.

[11:41] Zurück zu Matthäus, Matthäus Kapitel 2 und jetzt Vers 13. Also die Weisen ziehen wieder ab und jetzt beginnt eine Dramatik, die ziemlich beeindruckend ist. In Matthäus 2 Vers 13 heißt es: "Als sie aber weggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage, denn Herodes will das Kind suchen, um es umzubringen."

[12:19] Also schon wieder ein Engel. Wir haben ja schon festgestellt, in Lukas und Matthäus, in die gesamte Frühgeschichte Jesu, da gibt es kaum eine Geschichte ohne Engel, oder? Jedes Mal ist es ein Engel im Traum oder ein Engel am Tag oder mehrere Engel gleich als Chor. Woran liegt das, dass hier am Anfang des Lebens Jesu so viele Engel in Erscheinung treten? Ich meine, Engel kommen ja immer mal wieder vor in der Bibel, aber kaum kommen sie irgendwo so gehäuft vor, wie jetzt hier zu Beginn der Evangelien. Habt ihr eine Ahnung oder eine Idee, warum das so ist? Ja, ganz genau. Also sie wussten, es gibt diesen großen Kampf, da kommen wir gleich noch zu. Ja, habt ihr noch eine Idee, warum die Engel so sehr hier eine Rolle spielen? Er ist der Herr über die Engel, das heißt, wenn er auf die Erde kommt, dann sind auch die Engel jetzt noch öfter auf der Erde sichtbar.

[13:21] Was sind denn eigentlich die Engel oder wer sind die Engel? Bote. Schaut mal mit mir in Hebräer 1. Lasst immer euren Finger an Matthäus, wir kommen da gleich wieder zurück. Hebräer Kapitel 1 und dort Vers 14.

[13:37] Hebräer 1 Vers 14: "Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche das Heil erben sollen." Also die Engel sind Diener. Wem dienen sie denn? Gott. Das heißt, also sie dienen den Menschen im Auftrag Gottes, sie arbeiten für Gott zugunsten der Menschen. Das heißt, wenn Engel aktiv sind, wer ist dann eigentlich aktiv geworden? Gott.

[14:14] Es ist interessant zu sehen, dass man immer in der Bibel Gott wirkt, er fast immer mit Hilfe von Engeln wirkt. Gott ist ein Meister, deren Aufgaben zu delegieren, sieht man schon im Schöpfungsbericht. Gott sagt, Gott schafft das Licht und drei Tage lang lässt er das Licht auf die Erde scheinen und drei Tage lang bestimmt er, wann Tag und Nacht ist und am vierten Tag schafft er Sonne, Mond und Sterne und sagt: "Jetzt dürft ihr das machen." Oder er schafft die Tiere und benennt die Tiere, aber dann schafft er den Menschen, um auf die Tiere aufzupassen und die Tiere zu benennen. Und da zeigt sich eine ganz wesentliche Idee, dass Gott gerne mit Hilfe von anderen arbeitet, er gibt gerne ab. Das ist auch ein wichtiges Prinzip in der Gemeinde, wenn immer einer alles macht und die Aufgaben nicht verteilt werden, dann entspricht das nicht dem Wesen Gottes.

[15:08] Wenn also Engel aktiv sind, dann bedeutet es eigentlich, dass Gott aktiv ist und wenn besonders viele Engel besonders oft aktiv sind, dann bedeutet das, dass Gott ganz besonders aktiv ist. Also mit dem Kommen Jesu auf der Welt bricht fast eine neue Periode an in der Weltgeschichte, wo Gott auf eine Art und Weise aktiv wird wie nie zuvor. Gott wirkt und natürlich er wirkt für die Menschen wie nie zuvor und die Tatsache, dass so viele Engel beteiligt sind, soll eigentlich nicht auf die Engel verweisen, sondern auf die Tatsache, dass Gott alle Register im Himmel jetzt zieht. Jesus Christus ist das größte Geschenk, das überhaupt noch machen kann und alle im Himmel sind beteiligt, um die Menschen darauf aufmerksam zu machen.

[15:50] Also der Engel erscheint im Traum und dann sagt er: "Flieht." Warum sollen sie fliehen? Wegen dem Herodes. Der Herodes möchte das Kind umbringen, aber warum möchte er das Kind umbringen? Der kennt doch den Jesus gar nicht. Also warum hat Herodes vor, Jesus umzubringen?

[16:15] Also Herodes ist einfach eifersüchtig, neidisch. Er fürchtet einen Rivalen. Er kennt Jesus, das ist interessant, er kennt Jesus gar nicht, aber er hat von Jesus gehört und er fürchtet, dass der Jesus ihm den Platz wegnehmen würde. Hatte Jesus vor, seinen Platz wegzunehmen? Nein, hat er nicht, aber trotzdem fürchtet er das und will ihn deswegen umbringen.

[17:03] Jetzt ist aber interessant, der Herodes ist doch da nicht alleine drauf gekommen, oder? Der Herodes ist doch auf diese Idee nicht alleine gekommen, oder? Wer hat ihm diesen Gedanken eingeflößt? Die Schriftgelehrten? Ja, obwohl die Schriftgelehrten zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, wie der Messias sein würde. Die haben ja später erst geschockt festgestellt, dass der Messias ganz anders ist, als sie sich gedacht haben. Wer hat ihm wohl diesen Gedanken eingeflößt, den Jesus umzubringen? Der Teufel, ganz genau.

[17:31] Schlagt mal mit mir auf, Offenbarung 12, Vers 4. Der Herodes dachte vielleicht, er ist der König aller Könige und er muss jetzt seinen Titel verteidigen, aber in Wirklichkeit war er nur ein armseliges Instrument in den Händen des Satans. In Offenbarung 12, dem großen Kapitel über den großen Kampf, Offenbarung 12 und dort Vers 4 heißt es über den Drachen. Und der Drache ist ein Symbol für wen? Für den Satan.

[18:01] Und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich und warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, wer ist die Frau? Die Gemeinde Gottes, das Volk Gottes, in dem Fall Israel, die gebären sollte, um ihr Kind zu verschlingen, wenn sie geboren hätte. Mit anderen Worten, der Satan hat schon den Tod Jesu geplant, bevor er geboren wurde. Also der Satan war nicht überrascht über den Gesang der Engel und meinte: "Oh nein, jetzt ist der Jesus gekommen, was mache ich denn jetzt?" Er wusste aus den Prophezeiungen, dass der Messias kommen würde, er konnte auch ungefähr die Zeit abschätzen, er kann ja, also der Teufel hat keine Probleme 70 mal 7 zu rechnen, 490 Jahre und dann hat er auch mitbekommen, wann der Befehl von Artaxerxes gewesen ist, er konnte dann ungefähr abschätzen, wann Jesus getauft werden musste und dann zurückrechnen: "Oh, dann muss er ungefähr dann geboren werden." Er wusste, der Messias kommt, er kannte die Prophezeiung wahrscheinlich besser als die Schriftgelehrten und des Israeliten und er hatte bereits geplant, wenn er kommt, er wusste, er wird wahrscheinlich in Bethlehem kommen, so hat es die Prophezeiung gesagt. Wie kann ich nur irgendwie dafür sorgen, dass dieses Kind umgebracht wird?

[19:14] Und so hat er, ich denke, über einen langen Zeitraum den Herodes mit seinen Gedanken vorbereitet. Der Herodes ist nämlich berühmt dafür, eine ganze Menge von schlimmen Dingen getan zu haben. Der Josephus richtet eine lange Liste von allen möglichen Verbrechen und Leuten, die er umgebracht hat und dies und jenes, schrecklich. Insbesondere gegen Ende seines Lebens wurde der Herodes ein richtiger Tyrann. Es sieht so aus, als ob der Satan ihn richtig vorbereitet hat, weil er wusste, den kann ich gebrauchen für meine Zwecke. Das heißt, hinter dem Herodes stand eigentlich Satan.

[19:40] Jetzt Frage: Warum wollte Satan den Jesus töten? Ja, ganz genau. Könnt ihr sehen, es ist genau derselbe Punkt gewesen wie beim Herodes. Der Herodes hat einen Rivalen gefürchtet und hat gar nicht verstanden, dass der Messias, also viel höher steht als er selbst. Und der Satan hat auch Rivalität empfunden gegenüber dem Jesus, also dem Wort Gottes, dem Sohn Gottes. Er hat gar nicht verstanden, dass der Sohn Gottes Gott selbst ist, viel höher steht. Und er hat diesen Neid gehabt auf Christus, diesen Zorn. Warum darf er beim Vater sein und nicht ich?

[20:36] Ja, aber warte mal ganz kurz mit dem Gedanken. Lass uns kurz diesen Gedanken erst noch zu Ende denken. Was ich damit zeigen möchte ist, dass der Herodes durch seine Motive und seine Tat genau das ausgedrückt hat und getan hat, was im Hintergrund der Satan geplant hat. So wie der Herodes sich darauf diese Eifersucht gehabt hat, so hat auch der Satan diese Eifersucht auf Christus. Der Herodes war eigentlich quasi ein Spiegelbild des Satan, wenn man so will.

[21:14] Das heißt also, Menschen agieren manchmal einfach als Instrumente des Satan. Was sagt der Satan? Was wird über den Satan gesagt von Jesus in Johannes 8, Vers 44? Genau, "Ihr habt den Teufel zum Vater. Was euer Vater geerbt hat, wollt ihr tun? Dieser war ein Menschenmörder." Und Herodes, wenn wir das sehen, ist ein Menschenmörder. Und dann heißt es noch ein Menschenmörder und dann heißt es noch, dass er ein Lügner ist. "Der Vater der Lüge." Und was hat der Herodes gesagt? "Bringt mir die Kunde von dem Kind. Und wenn ihr zurückkommt, dann werde auch ich hingehen und ihn anbeten. Ich werde ihm nichts tun." Und hat sich gedacht: "Ich bringe ihn um." So wie der Satan, der Eva gesagt hat: "Ihr werdet keineswegs sterben." Und sich gedacht hat: "Ich bringe euch um."

[22:17] Das heißt, der Herodes hat tatsächlich die Eigenschaften des Satan ausgespielt. Wir können also in dieser Geschichte den großen Kampf sehen. Dieses kleine bisschen hier, dieser eine Vers, zeigt eigentlich schon den ganzen großen Kampf, wie er in Offenbarung geschrieben wird, in der Geschichte des kleinen Jesus. Also kaum war der Jesus auf der Welt, war der große Kampf schon in all seiner Intensität am Kämpfen.

[22:39] Ja, ganz genau. Also der Satan hat sein ganzes Leben lang versucht, den Jesus umzubringen, den Jesus irgendwie zu verführen. Und er hat keine Zeit verloren. Sobald das Kind geboren war, hat er versucht, die Fäden zu ziehen. Aber Gott, und das ist interessant, Gott hat den großen Kampf zugelassen. Er hat den Satan nicht gleich vernichtet, aber Gott hat immer die Kontrolle. Das sehen wir hier. Der Satan kann zwar planen und kann seine Schachfiguren in Position bringen, aber Gott hat sozusagen immer den längeren, er sitzt am längeren Hebel. Und er vereitelt auch diesen Plan.

[23:37] Schaut mal in Vers 14, Matthäus 2 und dort Vers 14, da steht er auf, nahm das Kind und seine Mutter bei Nacht mit sich und entfloh nach Ägypten. Ich dachte mir, es ist doch interessant, in der heutigen Zeit mal festzuhalten, dass eine der ersten Erfahrungen Jesu die war, dass er ein Flüchtling war. Jesus ist fast buchstäblich als Flüchtling auf die Welt gekommen. Er hat ein paar Wochen, vielleicht paar Monate in Bethlehem gelebt und dann ist er Flüchtling gewesen. Können wir froh sein, dass Ägypten damals nicht die Flüchtlingsanstellung gehabt hat von den Europäern. Sonst hätten sie ihn gleich wieder zurückgeschickt. Oder an der Grenze, am Bach Ägyptens erstmal in so eine Transitzone gepfercht, wo du einen Pass hast und so.

[24:26] Also ich sage das auch deswegen, weil es immer mehr, ob man es glaubt oder nicht, immer mehr Christen gibt, auch bibeltreue Christen, die dann irgendwelche Katastrophen sehen und natürlich ist das keine schöne Situation, ohne Frage, aber die irgendwie dann anfangen, so auf die Flüchtlinge noch einzuschimpfen, das wäre alles gesteuert und gemacht und Verschwörung und so weiter. Mag ja alles sein, aber niemand, der Christ ist, kann sich auch nur erlauben, irgendwie die Flüchtlinge abzuweisen. Denn Jesus war ein Flüchtling und die wahre Gemeinde in den 1260 Jahren waren alles Flüchtlinge. Da sind alle in die Wüste geflohen, sagt uns die Bibel. Und Abraham war ein Fremdling. Also man kann nicht wirklich Christ sein und Flüchtlingen nicht helfen wollen.

[25:15] Und es ist ja auch so, dass Jesus sehr deutlich sagt, ich hatte jetzt vor kurzem gerade eine Diskussion mit jemandem, der gesagt hat: "Naja, aber das könnten doch alles Terroristen sein." Na und? Und wenn es alles Terroristen sind, die da kommen, wir sollen unsere Feinde lieben. Ja, der Jona wurde zu den Terroristen, den Assyrern gesandt. Ja, dann lassen wir doch alle Terroristen sein, das ist doch vollkommen egal. Wenn sie uns erschießen, na und? Wir haben kein Recht, gegen sie zu polarisieren, wir haben nur die Aufgabe, ihnen Gutes zu tun und sie zu Christus zu führen, soweit wir können.

[25:49] Also, das gesagt, Jesus war ein Flüchtling und interessanterweise wurden sie nach Ägypten gesandt. Hat jemand eine Ahnung von euch, wie weit es von Bethlehem nach Ägypten ist? Was würdet ihr schätzen, wie lange braucht man da so zu Fuß? Also, ich meine, also sie sind ja vielleicht mit so einem Esel vielleicht gegangen, aber vielleicht auch einen Monat. Also, ich denke, in anderthalb Wochen kann man es gut schaffen. Es sind ungefähr 400 Kilometer, je nachdem. Also gut, das kleine Kind hat vielleicht nicht zehn Stunden am Tag Reise vertragen, aber es war auf jeden Fall, muss man sich vorstellen, eine längere Reise. Also stellt euch vor, ihr würdet von hier zu Fuß oder mit Esel bis weit in die Tschechei hineinreisen müssen. Das ist ungefähr so die Relation.

[26:42] Naja, übrigens, gibt es sonst noch irgendwo eine Geschichte, wo ein Josef nach Ägypten kommt, weil er verfolgt wird? Der Josef, der nach Ägypten geht, nicht wahr? Erste Mose. Das ist also, wir sehen mehrere Geschichten aus dem Alttestament, werden quasi so angedeutet. So wie der Josef nach Ägypten geht und übrigens auch Träume hat. Ja, der hat auch Träume. Ein Josef, der Träume hat und dann nach Ägypten geht und dann später kommen sie aus Ägypten wieder zurück.

[27:11] Also der Matthäus, wir haben ja schon gesagt, der Matthäus, der schreibt ganz bewusst an, an wen nochmal? Kann ich mich noch erinnern? An wen schreibt der Matthäus? Wen hat er als Zielgruppe vor Augen? Genau, die Juden, die die Bibel kennen. Während der Markus mehr an die Römer schreibt und der Lukas an die Griechen. Also so mal ganz grob verallgemeinert, schreibt der Matthäus insbesondere an Leute, die die Bibel gut kennen. Deswegen, wenn wir gleich sehen, zitiert er ganz oft die Bibel und erwähnt also solche Geschichten, die bei Bibelkennern gleich so ein Aha-Erlebnis auslösen. Josef, Ägypten, Traum, kennen wir doch.

[27:51] Nach Ägypten, Vers 15, da heißt es: "Und er blieb dort bis zum Tod des Herodes." Jetzt wird es ziemlich spannend. "Damit erfüllt würde, wie ich gerade gesagt habe, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen." Das ist so eine typische Redewendung im Matthäus-Evangelium. Damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesprochen worden ist. Wir hatten das schon in Kapitel 1, Vers 22, wo man den Jesaja zitiert hat. Wir hatten das schon in Kapitel 2, Vers 5, wo der Micha zitiert worden ist. Und jetzt haben wir es in Kapitel 2, Vers 15.

[28:30] Und kann mir jemand sagen, woher hat der Matthäus dieses Zitat? Welchen Propheten zitiert er? Genau, das hat die Bibel korrekt markiert. Das ist Hosea 11, Vers 1. Gehen wir mal kurz dahin und schauen uns an, was uns denn da gesagt wird. Hosea Kapitel 11, Vers 1. Und das ist einer der Momente, wo die meisten Theologen ins Schwitzen kommen. Also die bibeltreuen Theologen kommen ins Schwitzen und die anderen, die erklären wir gleich.

[29:09] Hosea 11 und dort Vers 1. Hosea ist direkt nach Daniel. Also wenn ihr Jesaja, Jeremia, Klagelieder, Hesekiel, Daniel und dann Hosea als der erste der zwölf Propheten. Hosea Kapitel 11, Vers 1. Schaut mal, wie es da heißt: "Als Israel jung war, liebte ich ihn und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen." Erste Frage: Hat der Matthäus den ganzen Vers zitiert, ja oder nein? Schaut mal, vergleicht nochmal mit Matthäus. Hat er den ganzen Vers zitiert? Nur die zweite Hälfte.

[29:57] Jetzt die erste Hälfte ist ein bisschen merkwürdig, weil also wenn man die zweite Hälfte nur zitiert, könnte man ja direkt meinen, es spricht von Jesus in Ägypten. Aber die erste Hälfte, wovon spricht die denn? Die spricht von Israel. Und spricht das von der Vergangenheit oder von der Zukunft? Vergangenheit. Also mit anderen Worten, wenn wir jetzt das Neue Testament nicht hätten, okay, wir wüssten nichts von Matthäus, Markus, Lukas und so weiter, wir würden nur Hosea haben und wir würden lesen: "Als Israel jung war, liebte ich ihn und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen." Wie würden wir den Vers interpretieren? Wir würden doch alle sagen, das ist eine Referenz daran, wie Israel aus Ägypten herausgeführt worden ist, oder? Damals. Das ist, was der Vers sagt.

[30:47] Und jetzt kommt die große Frage: Warum tut dann der Matthäus den Vers zitieren und ihn auf Jesus anwenden? Das ist, wo die Theologen ins Schwitzen geraten. Die liberalen Theologen sagen: "Naja, der Matthäus hat halt keine Ahnung von Bibelauslegung gehabt. Ja, der hat es einfach falsch gemacht. Der hat einfach einen Vers aus dem Kontext gerissen, weil der irgendwie so gepasst hat, hat ihn auch in der Hälfte geteilt und da kann man mal sehen, wie man es nicht machen soll." Das sagen die liberalen Theologen. Und das ist natürlich totaler Unsinn, weil sie sich in der Bibel nicht auskennen, aber das schauen wir uns jetzt an.

[31:22] Also halten wir mal fest: Warum sagt das der Hosea überhaupt? Gehen wir mal zu 2. Mose, 2. Mose Kapitel 4.

[31:30] 2. Mose 4 und dort Vers 22. Da heißt es: "Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht der Herr: Israel ist mein was? Erstgeborener Sohn." Oder auch andere Sätze: "Ein geborener Sohn." Also Israel wird genannt, der Sohn. Und Hosea sagt, Gott hat seinen Sohn aus Ägypten herausgeführt, was ja auch stimmt, denn Israel wurde aus Ägypten herausgeführt. Aber dann sagt Matthäus, Jesus Christus war auch in Ägypten und Jesus ist doch auch Gottes Sohn. Deswegen sagt Matthäus 2 Vers 15, 16: "Können wir das Gleiche auch von Jesus sagen? Er ist auch Sohn."

[32:51] Also was Matthäus andeutet ist, dass Israel und Jesus zueinander passen, dass Israel ein Typus ist. Jetzt wollen wir mal sehen, ob das stimmt. Fällt euch noch andere Textstellen ein über Israel, die man auch auf Jesus übertragen könnte, wo also Israel quasi so eine Art Vorbild auf Jesus ist.

[33:19] Ja, schauen wir mal. Also wir suchen erstmal altösterreichische Stellen. Schaut mal in Psalm 80, Psalm 80, Vers 9.

[33:54] Psalm 80, Vers 9, da heißt es: "Einen Weinstock hast du aus Ägypten herausgebracht. Du hast die Heidenvölker vertrieben und ihn gepflanzt." Auf wen bezieht sich das? Das Volk Israel. Das Volk Israel wird genannt ein Weinstock. Sie wurden aus Ägypten herausgeführt und sie wurden in das Land Kanaan hineingepflanzt und die Heiden wurden vertrieben. Gibt es auch eine Bibelstelle, die sagt, dass Jesus der Weinstock ist? Ganz genau, in Johannes 15, Vers 5. Nicht wahr? Könnt ihr nachlesen, "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben."

[34:29] Noch eine Stelle. Schaut mal mit mir Jesaja 60 an. Jesaja 60.

[34:53] Jesaja 60. Gott spricht zu seinem Volk. Genau, "Mache dich auf und werde was? Werde Licht." Und sagt Jesus auch so etwas ähnliches über sich selbst? Was sagt er? "Ich bin das Licht der Welt", Matthäus 5, Vers 14. "Ich bin das Licht der Welt."

[35:23] Das heißt, Jesus, das ist nicht die einzige Stelle, wo über Jesus Dinge gesagt werden, die im Alten Testament von Israel gesagt worden sind. Jetzt ist die große Frage und das ist jetzt die wichtige Frage: Ist das jetzt einfach nur die neutestamentliche neue Idee oder bestätigt das Neue Testament etwas, was schon im Alten Testament selbst stand? Mit anderen Worten, konnte man das herausfinden ohne das Neue Testament?

[35:53] Und hier ist das Interessante. Schaut mal mit mir in Jesaja, Kapitel 8. Jesaja, Kapitel 8. In Jesaja, Kapitel 8, da weiß, sagt Jesaja, den Einfall der Assyrer. Die Assyrer werden kommen und das Land Israel angreifen. Seid ihr in Jesaja, in der Mitte der Bibel? Jesaja 8 und dort Vers 8. "Und er wird daherfahren über Juda, es überschwemmen und überfluten bis an dein Hals wird erreichen und die Spanne seiner Heeresflügel wird die Breite deines Landes füllen." Und wie heißt das nächste Wort? Immanuel. Das heißt, hier in Jesaja 8 wird das Land Israel wie genannt? Immanuel. Das ist der Name, einer von vielen Namen für das Volk Israel, Immanuel.

[37:00] Aber jetzt wisst ihr wahrscheinlich schon, dass es noch eine Stelle im Alten Testament gibt, wo Immanuel nicht für das Land verwendet wird, sondern für einen kommenden Erlöser. In welchem Vers wird Immanuel für einen kommenden Erlöser verwendet? Wir sind jetzt in Jesaja 8. Ganz berühmter Vers in Jesaja Kapitel 7. Das ist ganz interessant, wie nah das beieinander ist. Jesaja 7 und dort Vers 14. Da heißt es nämlich: "Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben. Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden, einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben."

[37:51] Das heißt, jemand, der einfach das Buch Jesaja liest, hätte festgestellt: "Moment mal, es wird einmal ein Kind geben, von einer Jungfrau geboren, das wird denselben Namen tragen wie unser Volk." Also das, was gilt für das Volk, gilt auch für dieses eine wundersame Kind. Könnt ihr das sehen? Das heißt, als der Matthäus eine Prophezeiung für Israel nimmt und sie auf Jesus anwendet, da tut er keine schlechte Theologie machen. Er reißt auch nichts aus dem Kontext, sondern er hat die Bibel wirklich studiert, im Vergleich zu den meisten modernen Theologen.

[38:37] Und wir können noch ein Beispiel anschauen. Schaut mal mit mir, bitte schnell finde. Genau, schaut mal, in Jesaja 41.

[39:15] Schaut mal in Vers 2, Vers 8, Entschuldigung, Vers 8, Jesaja 41, Vers 8. Da wird eine Person angesprochen. Ihr wisst ja, in Jesaja 41 und 42 und 43 und so weiter, da geht es immer, da können wir gleich lesen, um wen es geht, aber wir lesen mal Vers 41. Da heißt es: "Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserwählter, du Same Abrahams, meines Freundes." Und dann heißt es in Vers 9: "Den ich von den Enden der Erde ergriffen und aus ihren entferntesten Winkeln berufen habe, zu dem ich gesprochen habe: Du bist mein Knecht, ich habe dich auserwählt und nicht verworfen."

[40:03] Hier wird Israel genannt, der Knecht Gottes und wenn ihr dann ein bisschen in den nächsten Kapiteln weiter lest, da werdet ihr feststellen, dieser Knecht Gottes ist niemand anders als der Messias. Heißt dann später von dem Knecht Gottes, dass er sterben wird und so weiter, also die ganzen Kapitel 40 bis bis in die 53er Kapitel hinein sind dieser Knecht Gottes, der verheißene Messias. Er wird hier genannt Israel. Das heißt, schon im Buch Jesaja oder in anderen Orten gibt es eine Verbindung zwischen dem Volk und dem Messias. Das Volk weist auf den Messias, denn das ganze Volk existiert ja, um auf den Messias hinzuweisen.

[40:49] Deswegen sind auch die Erfahrungen des Volkes ein Typus für den Messias und das ist ja der Punkt, den der Matthäus machen will. Er will sagen den Juden: "Eure ganze Bibel, all die Geschichten weisen auf den Messias." Jesus hat das selbst gesagt, er hat gesagt: "Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugen." Die Juden haben den Exodusbericht gelesen und gesagt: "Hey, Gott ist groß zu uns gewesen, er hat den Pharao besiegt und hat uns aus Ägypten rausgeführt, deswegen sind wir die besten der Welt. Wir sind die größte Nation der Welt, wir sind von Gott befreit worden, wir sind toll." Aber das war nicht der Sinn, sondern die Geschichte vom Exodus sollte sie eigentlich lehren, dass sie von der Sünde befreit werden können, durch das geschlachtete Lamm des Bluts, das dort an die Türe gestrichen werden sollte. Es sollte sie lehren, auf den Messias zu warten. Also sie haben zwar die Geschichten gelesen, aber sie haben Christus nicht in der Geschichte gefunden und deswegen macht Matthäus diese erstaunliche Sache, dass er einen Vers aus Hosea nimmt und sagt: "Das bezieht sich auf Jesus", um seine Leser darauf aufmerksam zu machen. Jesus ist die Erfüllung Israels.

[42:07] Das übrigens nur nebenbei gesagt ist ein ganz wichtiger wichtiger Punkt, um zu beweisen, dass Israel außerhalb von Jesus kein besonderes Volk ist. Israel war nur deswegen besonders, weil sie auf Christus hingewiesen haben und als sie Christus abgelehnt haben, war ihr besonderer Status dahin und es gibt kein Israel außerhalb von Christus. Also das zu diesem Vers.

[42:33] Jetzt gehen wir zurück zu Matthäus, wir haben noch was Interessantes zu studieren. Matthäus Kapitel 2. Jetzt Matthäus Kapitel 2 und dort Vers 16. Es heißt hier: "Als sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, wurde er sehr zornig, sandte hin und ließ alle Knaben töten, die in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte."

[43:11] Das Wort für betrogen ist jetzt vielleicht interessant, heißt eigentlich wörtlich verspottet. Das ist das gleiche Wort, das verwendet wird bei der Kreuzigung von Jesus, wo es heißt, sie verspotteten ihn. Oder was Jesus auch sagt, dass wir vor Könige und Priester und Richter gestellt werden, dass man uns verspotten wird und so weiter, wird sonst immer in der Bibel als verspottet übersetzt. Jetzt haben die Magier den Herodes verspottet? Nein, aber der Text sagt ja auch nicht, dass sie es getan haben, sondern er sah sich so an. Er sah sich von den Weisen betrogen. Eigentlich müsste man genau übersetzen: Er hat sich verspottet gefühlt, sozusagen.

[43:48] Das ist die Idee, weil sie haben gesagt, sie kommen und sie kamen nicht und für ihn war das nicht einfach nur Enttäuschung, er hat sich verspottet gefühlt. Wenn man sich verspottet fühlt, was ist das für ein Gefühl? Das ist sehr, sehr bitter, vor allem, wenn man König ist und man gewohnt ist, dass alle parieren, wenn man was sagt und jetzt kommen diese Fremden und er fühlt sich verspottet. Das zeigt übrigens, dass wahrscheinlich dieser Ausbruch, dieser Gewaltausbruch all die Kinder umzubringen, seinen Kern hatte in so einem missgeleiteten Gefühl. Er hat seine eigene Ehre gekränkt und hat dann das in Gewalt umgesetzt.

[44:32] Ich würde behaupten, dass die meisten Gewalttaten dadurch entstehen, dass jemand durch falsches Denken, durch falsche Gefühle irgendwie von seinem hohen Ross gekränkt worden ist. Das ist vielleicht ein wichtiger Punkt. Zorn ist oft ein Resultat, weil jemand ein erhöhtes Ego hat und dann wird das angegriffen und dann wird man zornig. Denn wenn man wirklich, das war das Geheimnis von Jesus, nicht wahr? Jesus war so niedrig, hat sich so erniedrigt, man konnte ihn bespucken, das hat ihn gar nicht gestört, weil er so demütig war.

[45:10] Das zeigt übrigens, warum es so wichtig ist, demütig zu sein und warum der Stolz so gefährlich ist, weil wenn Stolz angegriffen wird, äußert er sich in Gewalt. Und deswegen kann eine Gesellschaft, die auf Stolz basiert, wie Luzifer das vorgeschlagen hat, kann nicht existieren, weil die würde sich immer selbst zerstören. Also da sieht man die Verbindung zwischen Stolz und Gewalt und Zerstörung. Und das ist natürlich ein krasses Beispiel hier, aber das gilt natürlich für viele andere Punkte. Warum schlage ich zurück? Warum lästere ich zurück? Warum schreie ich zurück? Weil ich mich in meinem Stolz getroffen fühle.

[45:45] Ein Freund von mir, ein Prediger, hat mal folgende Illustrationen verwendet. Die Bibel sagt ja, dass wir tot sein sollen der Sünde, oder? Der Sünde gestorben. Jetzt, wenn man tot ist und man tritt einen Toten, was macht er? Nichts. Wenn man ihn anspuckt, was macht der Tote? Nichts. Und wenn wir der Sünde gestorben sind, wenn wir dem Ich abgestorben sind, dann kann man uns anspucken und treten. Was werden wir machen? Nichts, so wie Jesus. Aber wenn wir noch unser eigenes Ego leben, ich und mein Recht und das und jenes und man spuckt uns an, man tritt uns oder man lästert über uns, dann wollen wir uns verteidigen. Und in aller Regel gehen wir da nicht gerecht vor, sondern meistens schießen wir es über das Ziel hinaus, es wird gewalttätig auf die eine oder andere Art.

[46:28] Naja, wie auch immer. Also hier sehen wir dieses Prinzip. Übrigens, welche Geschichte im Alten Testament ist ganz ähnlich? Von wegen Kindermord. Wo im Alten Testament werden auch haufenweise Kinder ermordet, weil jemand muss. Und da ist auch der Satan hinter gewesen, weil er wusste, Gott würde irgendwann einen Befreier senden, der das Volk Israel befreien würde. Das wollte er verhindern. Und wir sehen, der Satan hat auch immer wieder dieselben Tricks auf Lager. Der Salomo sagt, es geschieht nichts Neues unter der Sonne. Das Gleiche passiert hier ebenfalls.

[47:06] Und jetzt schaut mal mit mir in Vers 17 und 18, das will ich noch mit euch anschauen, da sind wir am Ende angelangt. "Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist." Also jetzt hatten wir, wir hatten schon Jesaja zitiert, wir hatten Micha zitiert, jetzt hatten wir Hosea zitiert und jetzt zitiert der Jeremia. Also alle fünf Verse oder so, kommt ein Bibelzitat. Und das ist eines der interessantesten Zitate überhaupt, da habe ich mir früher wenig Gedanken drüber gemacht. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Er zitiert: "Eine Stimme ist in Rama gehört worden, viel Jammern, Weinen und Klagen. Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind."

[47:45] Also hier habe ich mich mal gefragt: Moment mal, das ist doch in Bethlehem. Und was hat das mit Rahel zu tun? Schon mal gefragt? Also wir können sehen, weinen, weinen, das passt. Aber warum Rama und warum Rahel und überhaupt? Und jetzt schauen wir uns mal das Originalzitat an. Das ist zu finden in Jeremia 31. Das ist deswegen so bemerkenswert, weil Jeremia 31 eines der schönsten Kapitel von ganz Jeremia ist. Also Jeremia ist ja eigentlich ein Buch mit vielen Gerichtsbotschaften und fast schon bedrückenden Botschaften. Wir haben das jetzt momentan ja intensiv studiert. Aber wenn ihr Jeremia 31 lest, das ist fast wie der Johannesbrief oder so. Jeremia 31 ist ein Kapitel, da heißt es zum Beispiel in Vers 3: "Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade." Einer der berühmtesten Verse des Alten Testaments. Oder aber in Jeremia 31 kommt der neue Bund vor. Da wird erklärt, was der neue Bund ist. Also Jeremia 31 ist so ein unglaublicher Lichtblick, aber mitten in Jeremia 31 steht dieser Vers.

[48:47] Schaut mal in Vers 15: "So spricht der Herr: Eine Stimme wird in Rama gehört, bitterliches Klagen und Weinen. Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, wegen ihrer Kinder, weil sie nicht mehr sind." Jetzt, wenn es heißt, "weil sie nicht mehr sind", was meint ihr, was bedeutet das wohl? Gestorben sind? Habe ich auch mal gedacht. Jetzt schauen wir weiter, die nächsten Verse.

[49:21] Vers 16: "So spricht der Herr: Halte deine Stimme zurück vom Weinen und deine Augen von Tränen. Mit anderen Worten, hör auf zu weinen, denn es gibt noch einen Lohn für deine Mühe, spricht der Herr, denn sie sollen aus dem Land des Feindes zurückkehren." Vers 17: "Ja, es gibt Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr, und deine Kinder werden in ihr Gebiet zurückkehren."

[49:48] Also jetzt mal, vergesst mal für einen Moment den Matthäus. Wovon spricht der Jeremia hier? Also wenn wir nur Jeremia hätten und nichts wüssten von Matthäus, was ist eigentlich die Hauptaussage von Jeremia? Der Jeremia, der spricht ja offensichtlich von der Wegführung der Israeliten in ein fernes Land. Wenn es heißt, sie werden wieder zurückkehren, sind sie gerade nicht da. Das heißt, was der Jeremia sagt, wir haben hier Jerusalem und die Israeliten sollen jetzt nach Babylon geführt werden.

[50:19] Jetzt, was hat es mit Rama auf sich? Ich hoffe mit mir in Jeremia 40. Jeremia 40 und dort Vers 1.

[50:50] Jeremia 40 Vers 1, da heißt es: "Dies ist das Wort, welches vom Herrn an Jeremia erging, nachdem ihn Nebusaradan, der oberste Leibwache, in wohin? In Rama freigelassen hatte, denn als er ihn holen ließ, war er noch mit Fesseln gebunden unter all den Gefangenen Jerusalems und Judas, die nach Babel weggeführt werden sollten."

[51:14] Also Frage: Wo ist der Jeremia freigelassen worden? In Rama. Wie ist er dort hingekommen nach Rama? Also warum oder wie? In welcher Kondition? Gefangen. Ist er dort alleine hingekommen oder mit allen anderen? Und er ist dann freigelassen worden, aber die anderen natürlich nicht. Das heißt, die Idee ist, all die Gefangenen in Jerusalem und umliegenden Städten wurden zunächst einmal nach Rama gebracht, ein Ort in Benjamin in der Nähe von Jerusalem und Bethlehem. Das war quasi wie ein Sammelort, also quasi wie so ein Hotspot, so eine Transition, wo man alles zusammennimmt und registriert und sagt: "Ihr geht jetzt alle nach Babylon." Und dann sind sie von Rama aus in die Wüste geschickt worden Richtung Babylon.

[51:59] Das heißt, hier irgendwo gab es ein Wort Rama. Also das Wort Rama kommt in der Bibel öfter vor, es gibt verschiedene Orte, die so heißen, aber offensichtlich war das der Ort hier nahe Jerusalem und Jerusalem, Bethlehem und Rama liegen nur ein paar Kilometer voneinander entfernt. Also Bethlehem und Jerusalem sind sowieso sehr nah und Rama war in der Nähe. Es war der Ort, an dem all die Israeliten bei der Wegführung, das war 586 vor Christus, versammelt wurden, die jetzt nach Babylon geführt worden sind.

[52:44] Die Bibel und Jeremia sagt, die Menschen werden weinen, aber jetzt ist interessant, er sagt nicht einfach Menschen, er benutzt einen bestimmten Namen. Wer würde weinen? Rachel. Jetzt frage: Wo kennt ihr in der Bibel eine Rachel? Die Frau von Jakob. Gibt es eine Geschichte, wo Rachel geweint hat?

[53:11] Wo Rachel geweint hat. Also sie war auf jeden Fall wütend und sauer, dass sie kein Kind bekommen hat. Vielleicht hat sie auch geweint. Aber es gibt eine Stelle, wo explizit gesagt wird, dass sie Trauer hatte. Schaut mal mit mir in 1. Mose. Total interessant. 1. Mose und dort Vers, Kapitel 35, Entschuldigung. 1. Mose 35, Abvers 16.

[53:51] 1. Mose 35, Abvers 16. Dort heißt es: "Danach brachen sie von Bethel auf und als sie nur noch ein Stück Weg bis Ephrata zu gehen hatten." Frage: Welcher andere Name kennt ihr für Ephrata? Ephrata? Nicht, nicht, nicht. Kommt noch, kommt noch. Lasst nicht weiter denken. Kommt mit mir weiter. "Da gebar Rachel und sie hatte eine was? Eine schwere Geburt." Vers 17: "Als ihr aber die Geburt so schwer wurde, sprach die Hebamme zu ihr: Fürchte dich nicht, du hast auch diesmal einen Sohn." Und es geschah, als ihr die Seele entschwand, weil sie am sterben war, da gab sie ihm den Namen Ben-Oni. Wörtlich übersetzt: Sohn meiner, meiner Frau. Die Rachel weint um ihr Kind und dann stirbt sie. Aber was passiert dann? "Sein Vater aber gab ihm den Namen Ben." Was heißt übersetzt? Sohn des Glücks oder der Freude oder meiner rechten Hand. Sohn der Freude. Aus der Trauer wird dann doch noch Freude.

[55:09] Und jetzt schaut mal hier in Vers 19: "Und Rachel starb und wurde begraben auf dem Weg nach Ephrata. Das ist Bethlehem." In der Nähe von Jerusalem und Bethlehem liegt ein Ort, der heißt Rama. Und in der Nähe, irgendwo dort, ist das Grab der Rachel gewesen. Übrigens in der Bibel wird sogar erwähnt. In 1. Könige 10 könnt ihr nachlesen. Das ist noch Jahrhunderte später dort gewesen. Das Grab der Rachel.

[55:45] Mit anderen Worten, hier ist die Idee: Als die Babylonier die Jerusalem eingenommen hatten und all die Menschen jetzt gesammelt haben, all die Tausenden und Zehntausenden nach Rama geschickt haben, um sie dort einzupacken quasi, für die Deportation, um sie fertig zu machen für die Wüstenwanderung, da sind die Israeliten alle an dem Grab von Rachel vorbeigekommen. Das war da in der Nähe. Und deswegen sagt der Jeremia: "Rachel beweint ihre Kinder." Weil die Rachel ist eine von den Müttern aller zwölf Stämme. Von Rachel stammen drei der Stämme ab, nämlich Ephraim, Manasse und Benjamin. Also natürlich hat die Rachel nicht wirklich geweint. Aber stellt euch das Bild vor. Die Tausenden von Israeliten kommen jetzt auf dem Weg nach Babylon in Rama vorbei und da steht der Gedenkstein von Rachel. Und der Jeremia sagt: "Rachel weint um ihre Kinder, denn sie sind nicht mehr. Sie sind nicht mehr da. Sie müssen ins Exil." Aber dann, sagt er: "Weint nicht länger, denn sie werden wieder zurückkehren."

[56:55] In Wirklichkeit ist es also nicht einfach nur eine tragische Trauer, sondern es ist traurig mit Hoffnung. Warum sind die Israeliten nach Babylon gegangen? Weil sie Gott nicht gehorcht hatten und Gott hat sie in die Hände ihrer Feinde gegeben. Gott hätte sie beschützt, wenn sie treu gewesen wären. Der Nebukadnezzar hätte trotzdem die Welt erobern wollen, aber Jerusalem wäre beschützt geworden, wie bei den Assyrern damals. Er hätte sie beschützt, aber sie wollten sich nicht helfen lassen, also hat er sie dahin gegeben.

[57:27] Frage: Wie war das zur Zeit Jesu? Hätte Gott die Kinder und die Familien um Bethlehem und Rama beschützt, wenn sie ihm treu gewesen wären? Die hätten noch so einen schlimmen Diktator haben können. Die Tatsache, dass der Matthäus Jeremia verwendet, diesen Vers, macht deutlich, dass was unter Herodes geschehen ist, nach demselben Prinzip funktioniert hat, wie zur Zeit von Jeremia. Sie erleiden einen schlimmen Schlag, weil Gott sie dahin gibt. Sie haben sich geweigert, das Wort Gottes zu studieren. Sie haben sich geweigert, sich auf den Messias vorzubereiten und jetzt lässt er es zu, dass ihr verrückter König zuschlägt.

[58:26] Aber, und das ist das Schöne, die Prophezeiung endet nicht da. Die Prophezeiung sagt, sie werden wieder zurückkehren. Es gibt Hoffnung. Ich finde auch ein schöner Vers, mal davon ganz abgelöst, wenn Kinder früh sterben und wir diesen Vers auch verwenden: "Rahel weint um ihre Kinder, sie sind nicht mehr." Man darf nicht vergessen, der Vers sagt weiter: "Sie kommen wieder zurück." Denn ihr wisst ja, die Israeliten sind zurückgekommen, als Kyros, der Gesalbte Gottes, Babylon besiegt hat. Dann war der Weg frei zurückzukehren und als Christus, der Gesalbte Gottes, nicht nur Babylon, sondern den Tod und den Teufel besiegt hat, hat er damit den Weg geöffnet, damit Menschen sogar aus dem Tod wieder zurückkehren. Auch wenn sie nicht mehr sind, können sie wieder zurückkehren. Und das ist eigentlich der ganze Hintergrund in dieser interessanten Prophezeiung.

[59:13] Der Matthäus, der hat sich so viele Gedanken gemacht, wir lesen nur mal drüber und machen uns die Gedanken nicht, aber ihr könnt sehen, dass der Matthäus wirklich das Alte Testament gut kannte und dann passende Verse rausgesucht hat, um damit die Geschichte noch zu kommentieren. Also finde ich ganz beeindruckend. Ich wünschte, ich könnte das Alte Testament so verstehen wie der Matthäus. Naja, er war auch inspiriert, hatte einen kleinen Vorteil. Ganz genau.

[59:38] Aber wir können uns trotzdem ein Beispiel nehmen und so sehr nach Jesus und Christus, also nach Jesus suchen im Alten Testament. Nächstes Mal schauen wir uns dann an, wie es weitergeht mit dieser Geschichte. Sie sind ja nicht lange in Ägypten gewesen, aber für heute wollen wir feststellen, dass der Matthäus keine falsche Theologie betrieben hat. Hat nicht aus dem Kontext rausgerissen, sondern er hat wirklich das sehr gut gemacht und uns neue Perspektiven gegeben.

[1:00:05] Und ich würde uns einladen, dass wir vielleicht noch gemeinsam mit einem Gebet enden. Lass uns dazu niederknien.

[1:00:09] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, dass wir sehen konnten, wie auch diese Geschichten im Matthäus-Evangelium so voller Instruktionen für uns sind, viele interessante Gedanken darin stecken und wir lernen können, wie das Alte und das Neue Testament sich so unglaublich ergänzen. Ich habe Dank, dass wir immer tiefer forschen können, dass wir wissen dürfen, dass Jesus mit allen Lebenslagen vertraut gewesen ist. Er weiß, was es bedeutet, Flüchtling zu sein. Er weiß, was es bedeutet, verfolgt zu sein. Er hat es sein ganzes Leben lang erlebt und wir möchten dich bitten, dass du uns ein weiches Herz schenkst, dass wir auch den Menschen helfen, die das heute erleben. Im Namen Jesu, Amen.


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