[0:30] Die Geschichte von Johannes dem Täufer findet sich bei Matthäus, Kapitel 3, Vers 1 bis 12. Das sind zwölf Verse, die Matthäus darüber berichtet. Dann finden wir die Geschichte auch bei Markus, und zwar in Markus Kapitel 1. Er fängt sein Evangelium damit an. Er berichtet nichts von der Kindheit Jesu, nichts von der Geburt Jesu. Er fängt nach einem einleitenden Vers direkt mit dieser Geschichte von Johannes dem Täufer an, von Vers 2 bis 8, also insgesamt sieben Verse.
[1:11] Lukas hat den längsten Teil. Interessant ist, wie die drei anfangen. Wenn jemand in Matthäus aufgeschlagen hat, Matthäus 3, mit welchen Worten beginnt Matthäus? "Zu der Zeit." Das ist ein bisschen vage. Wie fängt Markus an, in Markus 1? "Das ist der Anfang des Evangeliums", Vers 1. Aber in Kapitel 1 und dann in Vers 2, da kommen ein paar Zitate. Und wo die Geschichte dann losgeht, da geht es auch nicht so konkret zeitlich, oder? Was sagt Markus? Er sagt in Vers 4: "So begann Johannes in der Wüste."
[1:53] Wenn wir wissen wollen, wann das begann, dann lohnt sich ein Blick zu Lukas. Schaut mal in Lukas 3 und dort ab Vers 1. Lukas 3 und dort ab Vers 1. Also Matthäus sagt: "In jenen Tagen", "zu jener Zeit". Markus sagt gar keine zeitliche Angabe. Und schaut mal, was Lukas sagt. Lukas sagt in Kapitel 3 und dort ab Vers 1: "Aber im 15. Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war, und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst von Ituräa und im Gebiet von Trachonitis und Lysanias Vierfürst von Abilene, unter den Hohenpriestern Hannas und Kaiphas, da erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste."
[2:43] Also Lukas ist der Einzige, der uns ein konkretes, spezifisches Datum nennt. Ganz der Historiker. Wir haben ja gelernt, der Lukas war Historiker. Er hat so mit einer historischen Perspektive das Ganze aufgeschrieben. Bei welcher anderen Geschichte hat er schon mal so ausführlich die Regenten angegeben? Bei der Geburt Jesu. Da hat er auch gesagt: "Zu der Zeit von Kaiser Augustus, als der Quirinius Statthalter in Syrien war und so weiter." Also immer, wenn es wichtige Daten gibt, da ist der Lukas sehr spezifisch. Und er ist hier sogar noch spezifischer als bei der Geburt Jesu.
[3:30] Jetzt könnte man denken, das ist ja wunderbar, alles schön und gut, wenn nicht dieser Vers 1 ein echtes Problem für Adventisten wäre. Manchmal lernt man ja Lösungen für Probleme, von denen man gar nicht wusste, dass es Probleme sind. Heute lernen wir eine Antwort auf eine Frage, von der man wahrscheinlich gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Das 15. Jahr von Tiberius, das ist ja als genaues Datum gegeben. Das heißt, wir können die Geschichte von Johannes dem Täufer auf das Jahr datieren. Die Frage ist nur, welches Jahr ist das 15. Jahr von Tiberius?
[4:08] Wer kann mir dazu etwas sagen? Okay, man müsste fragen, wann ist er in die Macht gekommen? Kurz antworten. Okay, dankeschön. Das Problem ist, wann ist Tiberius Kaiser geworden? Also, ihr könnt alle Geschichtsbücher dieser Welt durchwälzen. Jedes Geschichtsbuch wird euch sagen, Tiberius wurde Kaiser im Jahre 14 nach Christus, denn im Jahre 14 nach Christus ist Kaiser Augustus gestorben. Das ist absolut unstrittig. Da gibt es mehrere Sonnenfinsternisse, die das astronomisch belegen. 14 nach Christus starb Augustus und Tiberius wird Kaiser.
[5:16] Warum ist das ein Problem? Versuchen wir erstmal, das Problem zu verstehen. Warum ist das ein Problem? Dann wäre das 15. Jahr von Tiberius in welchem Jahr? Das wäre dann im Jahr 29 nach Christus. Und womit kommt der jetzt in einen Konflikt? Wenn Johannes der Täufer erst im Jahre 29 berufen wird, kann er nicht im Jahre 27 Jesus taufen. Und wenn im Jahre 27 Jesus nicht getauft worden ist, dann fällt 1844 zusammen. Und wenn 1844 zusammenfällt, können wir heute die Tür schließen und die Gemeinde verlassen. Habt ihr das gewusst? Da ist ein echtes Problem. Und weil das so problematisch ist, wird manchmal auch gar nicht so viel darüber gesprochen.
[6:10] Naja, es gibt schon eine Lösung dafür. Also es gibt mehrere Lösungsversuche. Einen Lösungsversuch, hast du gerade gesagt, man sagt, er ist Kronprinz gewesen. Woher weiß man dann, dass er Kronprinz ist? Woher weiß man das? Es gibt diese Theorie, es gibt zwei Theorien, die es dazu gibt. Eine Theorie ist, dass der Lukas hier verschiedene Kalendersysteme angewendet hat. Dass er verschiedene Kalendersysteme angewendet hat und wenn man jetzt nur genau die richtigen Kalendersysteme anwendet, mit inklusiver Berechnung und so weiter, kann man sich das irgendwie so hinbiegen, dass es vielleicht klappen könnte. Das ist aber sehr unbefriedigend. Das passt irgendwie nicht.
[7:57] Das andere ist, man vermutet, dass der Tiberius vielleicht irgendwie vorher schon so eine Art Mitregent gewesen ist. Das habe ich schon öfter gehört, habe aber bisher keine Quelle gefunden, die das belegt hat. Bis gestern. Gestern habe ich etwas gefunden und das solltet ihr euch mal merken für den Fall, dass sich jemand richtig informiert, um so Argumente gegen den Glauben zu finden. Und zwar gibt es einen römischen Geschichtsschreiber. Sein Name ist Velleius Paterculus. Der gute Mann ist relativ unbekannt. Das liegt daran, es gab nur ein einziges Manuskript im Mittelalter und das ist auch noch verschollen. Aber das Manuskript ist abgeschrieben worden, von dem wissen wir, was er geschrieben hat.
[8:48] Er hat eine römische Geschichte geschrieben und er war Zeitgenosse von Tiberius. Und dieser Velleius Paterculus schreibt in seinem Buch, dass Tiberius, und das ist relativ gut bekannt, Tiberius war in den Jahren, bevor er Kaiser wurde, war er ein General, der in den Provinzen das Römische Reich verteidigt hat. Er hat zum Beispiel in Germanien gekämpft und hat dort die Provinzen verteidigt. Und er war ein äußerst erfolgreicher General. Er sollte ja eigentlich gar nicht Kaiser werden, der Kaiser Augustus hatte ja andere Nachfolgekandidaten, die sind aber alle gestorben. Und deswegen musste er dann den Tiberius adoptieren, damit er dann Nachfolger werden konnte.
[9:35] Tiberius war also ein sehr, sehr begnadeter General und Augustus war irgendwann schon sehr alt, er war schon 74 oder so. Und als der Tiberius so viel gewonnen hat, sagt uns Paterculus, dass auf den Wunsch von Augustus, Tiberius dieselbe Kaisermacht bekommen hat, wie auch Augustus und zwar für die Armee und für die Provinzen, nicht für die Stadt Rom. Und das ist wahrscheinlich der Punkt, wo viele römische Geschichtsschreiber das verpasst haben, weil sie sich meistens auf Rom selbst konzentrieren. Aber Tiberius hatte ab einem gewissen Zeitpunkt dieselbe kaiserliche Macht, so sagt uns der Paterculus, in den Provinzen und über die Armee, weil er ja der Verteidiger der Provinzen war.
[10:31] Und er sagt, nachdem er gewonnen hatte, wurde ihm das von dem Senat verliehen. Er hatte jetzt dieselbe Macht und dann sagt der Paterculus, als nächstes hat er einen Triumph in Rom gefeiert. Der Tiberius ist nach Rom gekommen und hat jetzt einen Triumphzug gefeiert. Das ist interessant, weil diesen Triumphzug, den kennt man auch sonst in der Geschichte, der fand statt im Jahre Anfang 13 nach Christus. Also gleich zu Jahresbeginn im Jahre 13 hat er seinen Triumphzug gehalten, das ist bekannt. Was aber kaum bekannt ist, dass der Triumphzug der Triumphzug eines Kaisers war. Der Paterculus sagt wörtlich: "Es war der Triumph eines Cäsaren."
[11:16] Und warum sagt er das? Er sagt, ich bin selbst dabei gewesen. Die meisten anderen Geschichtsschreiber, die schreiben ja so Jahrhunderte später. Aber Paterculus ist jemand, der war selbst dabei. Er sagt, ich bin in dem Triumphzug mitgelaufen. Es war der Triumphzug eines Cäsaren im Jahre Anfang 13 nach Christus. Und wenn er Anfang des Jahres 13 einen Triumphzug feiern kann wie ein Kaiser, wann hat er dann die kaiserliche Macht bekommen? Offensichtlich kurz davor. Deswegen ist es wissenschaftlich das naheliegendste zu sagen, dass der Senat im Jahre 12, irgendwann im Jahre 12, keiner weiß genau wann, nach Christus die kaiserliche Würde auf Tiberius mitgelegt hat, aber nur für die Provinzen und für die Armee.
[12:08] Jetzt Lukas schreibt wo? Oder aus welcher Perspektive? Aus welcher geografischen Perspektive? Aus Judäa. Und Judäa war nicht Rom, sondern Judäa war eine Provinz. Das heißt, in Rom selbst war nur Augustus Kaiser. Aber in Judäa und in Gallien und in Britannien und in Germanien, da war neben dem Augustus jetzt schon de facto Tiberius Kaiser seit dem Jahre 12. Und das war alles, was die Judäa interessiert hat. Das heißt, der Lukas beschreibt ein so präzises Detail, was heute selbst viele Geschichtswissenschaftler nicht mehr wissen und deswegen den Lukas für uninformiert und absurd abtun. Aber keine Angst, der Tiberius war tatsächlich Kaiser seit dem Jahre 12. Er war nicht nur ein Prinz, nicht nur ein Thronnachfolger, er war tatsächlich de facto Kaiser in den Provinzen.
[13:04] Und deswegen kann der Lukas mit voller Überzeugung sagen: "Es war das 15. Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius." Nicht nur, dass er schon ein bisschen Prinz gewesen ist, nein, er war Regent, de facto Regent. Das heißt, das 15. Jahr Tiberius, nach allem, was wir geschichtlich heute wissen können, muss das Jahr 27 nach Christus gewesen sein. Und das bedeutet, das ist nochmal ein ganz neuer, starker Beweis für die Zuverlässigkeit. Sofort, die Zuverlässigkeit von welchem Kapitel? Von Daniel Kapitel 9.
[13:49] Schlagen wir das ganz kurz auf. Daniel Kapitel 9, Vers 24 und 25. Daniel 9, Vers 24 und 25. Da heißt es: "Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagungen zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben. So wisse nun und verstehe vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten vergehen wie viel? 7 Wochen und 62 Wochen sind zusammen. 69 Wochen bis zu dem Fürsten, bis zu dem Gesalbten." Das hebräische Wort für Fürst ist welches Wort? Messias, bis zu dem Messias, bis zu dem König vergehen 69 Wochen, sind wie viele Tage? 483. Immer wieder gut zu wiederholen. 483 Tage sind in der Prophetie. 483 Jahre wegen? 4 Vers 6, genau, oder 4. Mose 14, Vers 34.
[15:18] Und diese 483 Jahre beginnen im Jahre? 457 vor Christus, genau, und enden im Jahre? Die 483 enden im Jahre 27. Also was Lukas mit anderen Worten sagt, es war genau das Jahr der Erfüllung. Die 483 Jahre sind vorbei. Er überspringt 18 Jahre lang im Leben Jesu, obwohl es für uns vielleicht super interessant wäre, sagt er, das ist alles nicht so wichtig, weil jetzt kommt die Erfüllung von Daniel 9 im 15. Jahr von Tiberius, im Jahre 27 nach Christus. Die 483 Jahre sind vorbei und wir können erwarten, dass ein König kommt.
[16:06] Vielleicht ganz kurz zurück zu Lukas 3. Ganz kurz noch zur Orientierung, wer sind die anderen Herrscher, die dort erwähnt werden? In Lukas 3, Vers 1, da haben wir neben Tiberius, da haben wir Pontius Pilatus, den Statthalter von Judäa. Wir haben gelernt, dass nach Herodes noch ein weiterer Herrscher eingesetzt worden war, sein Sohn Archelaus, weswegen ja Josef mit seiner Familie nach Galiläa gezogen ist, obwohl er in Bethlehem hätte leben wollen. Aber nach Archelaus hat es keine Könige und keine Herrscher mehr gegeben, sondern direkte Statthalter Roms, weil Rom jetzt noch stärker die Provinz Judäa unter ihre Fittiche nehmen wollte.
[16:50] Und all diese Statthalter waren äußerst brutal und haben wenig Nachsicht gehabt mit den jüdischen Sitten. Von Pontius Pilatus wird die Geschichte erzählt, kennt ihr die vielleicht, dass als er nach Jerusalem kam, wollte er erstmal zeigen, wer Herr im Lager ist und hat die ganzen Armeestandarten in Jerusalem aufgestellt, wo die ganzen Legionäre, also die Legionszeichen drauf waren. Was ja ein Frevel ist, diese heidnischen Zeichen in Jerusalem. Und hat sich gedacht, na den Juden zeige ich es. Und dann haben die Juden sich so aufgeregt, haben so eine Revolution angezettelt, dass selbst die Soldaten mit gezückten Schwertern den Mob nicht abweisen konnten. Und dann hat sich der Pontius Pilatus gedacht, oh, der muss sich erstmal ruhig blutend machen. Mit denen ist nichts zu spaßen.
[17:38] Also das Verhältnis zwischen den Statthaltern in Judäa und den Juden war äußerst angespannt. Ellen G. White sagt, zu dieser Zeit stand Judäa an der Schwelle zum Bürgerkrieg, zur offenen Rebellion. Das war absolute Katastrophe. Pontius Pilatus galt eigentlich als ein sehr harscher Regent. In unserem christlichen Bild ist er immer so ein weicher Feigling. Das ist eigentlich kurios, weil in allen anderen Berichten gilt er als so wirsch, so harsch. Ne, so unwirsch. So unwirsch, ohne Barmherzigkeit, so gnadenlos. Und ausgerechnet er ist es dann, der so feige ist. Ist eigentlich ganz interessant. Pontius Pilatus.
[18:23] Dann haben wir Herodes, den Vierfürsten von Galiläa. Vierfürst ist einfach die Besetzung von Tetrarch. Nachdem Herodes ja gestorben war, war sein Reich geteilt worden, ihr erinnert euch. Archelaus hat Judäa bekommen und Herodes Antipas, das ist der hier gemeint ist, Herodes Antipas, der Sohn von Herodes dem Großen, war der Herrscher in Galiläa. Der war zu dem Zeitpunkt schon jetzt 30 Jahre Herrscher. Er war so lange wie Jesus gelebt, dort in Galiläa.
[18:54] Und dann haben wir den Philippus. Philippus war ein Halbbruder von Archelaus und Herodes Antipas. Sein ganzer Name war Herodes Philippus. Und genau, er war Herrscher von Ituräa und Trachonitis. Wenn ihr, weiß nicht, ob ihr so eine Bibelkarten habt, also wenn ihr euch das so vorstellt, wenn hier Judäa war, wenn hier ist der Jordan, wenn hier Judäa war und hier Galiläa, dann war hier Ituräa und Trachonitis. Das waren hier so die Golanhöhen und so Richtung Syrien und Libanon. Das war so die Gegend, wo der regiert hat.
[19:40] Und dann haben wir noch, wen haben wir noch? Lysanias, Vierfürst von Abilene. Kein Mensch hat bisher diesen Lysanias ausfindig machen können in der Geschichte. Wenn ihr den findet, dann kriegt ihr einen Nobelpreis für Geschichte. Es gibt einen Lysanias Jahrzehnte vorher. Also der Name ist belegt als Name. Aber diesen hier, den hat noch keiner finden können, der ist irgendwo, keiner findet. Aber in der Bibel ist er belegt, das reicht ja vielleicht schon.
[20:00] Und die Hohenpriester Hannas und Kaiphas haben wir letztes Mal auch besprochen. Wir haben gesehen, da gab es richtige Hohenpriesterfamilien, die mit Intrigen und mit Ränken versucht haben, ihre Leute auf den Thron zu kriegen. Also das war die politische Lage zur Zeit im Jahre 27. Und das Interessante ist, der Lukas als der große Staatsmann, der berichtet von, der erwähnt den Kaiser, der erwähnt den Statthalter, der erwähnt die ganzen Vierfürsten, alle so jeweils mit einer kleinen Zeile. Und dann schreibt er 17 Verse über Johannes den Täufer und zeigt, wie wichtig diese Fürsten waren. Und wie wichtig der eine Prophet war, den Gott gerufen hat.
[20:42] Jetzt dazu ein bisschen mehr. Schaut mal in Vers 2. Ah, das ist eine gute Frage. Hannas war schon lange kein Hohepriester mehr. Es gab immer einen amtierenden Hohepriester und dann wurde ein anderer gewählt. Aber man konnte, wenn man jetzt nicht mehr wiedergewählt worden ist, oder ein anderer gewählt worden ist, hat man den Namen Hohepriester behalten. Deswegen spricht es in der Bibel öfter von mehreren, dass die Hohenpriester zusammenkamen. Weil man hat das so angesehen, ein Hohepriester ist von solch einer Würde, dass selbst wenn er nicht mehr im Amt ist, er immer noch diese Würde hat. Genau, wie ein Bundeskanzler außer Dienst sozusagen. Hat immer noch diese Würde sozusagen. Ganz genau.
[21:29] Unter den Hohenpriestern Hannas und Kaiphas, Vers 2, da erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. Das ist ganz offensichtlich der Johannes, von dem wir in Kapitel 1 gelesen haben. Woher kennt ihr diese Formulierung? "Da erging das Wort an Johannes." Also mal abgesehen von Johannes. Diese Formulierung, "da erging das Wort". Kommt ihr euch bekannt vor? Wenn ja, woher? Bei seinem Vater vielleicht? Bei Jesus?
[22:07] "Erging ein Wort", ja, da sagt der Engel: "Ein Wort erging." Lasst mal euren Finger hier drinnen und geht mal mit mir zu Jeremia Kapitel 1. Verzeihung, Kapitel 1. Jeremia Kapitel 1, Vers 1 und 2. "Die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkias, von den Priestern, die in Anatot im Land Benjamin wohnten, an welchen das Wort des Herrn erging oder geschah." Springt mal zu Hesekiel. Hesekiel Kapitel 1. Hesekiel Kapitel 1 und dort Vers 3. Hesekiel 1 und dort Vers 3. "Da erging das Wort des Herrn ausdrücklich an Hesekiel." Und noch ein Beispiel, Hosea. Hosea Kapitel 1, Vers 1. "Dies ist das Wort des Herrn, das an Hosea, den Sohn Beeris, erging." In den Tagen Usias und so weiter. Und noch ein Beispiel, Jona. Jona Kapitel 1, Vers 1. Merkt man das meistens am Anfang nicht. Jona 1, Vers 1. "Und das Wort des Herrn erging an Jona, den Sohn Amittais, folgendermaßen." Und Micha gleich daneben. Micha 1, Vers 1. "Dies ist das Wort des Herrn, das an Micha, den Morastiten, erging." Und Zephanja hat es auch. Zephanja 1, Vers 1. "Da heißt es: Das Wort des Herrn, das an Zephanja erging, den Sohn Kuschis, usw."
[23:53] Was haben alle die gemeinsam? Jeremia, Hesekiel, Hosea, Micha, Jona, Zephanja. Das sind Propheten. Das ist eine Prophetenformel. Ihr müsst euch vorstellen, die Leute hatten damals so das Alte Testament. Und wenn jetzt jemand liest: "Da erging das Wort Gottes an Johannes", dann denkt er sofort: Das Wort Gottes erging an Jeremia, an Hesekiel, an Jona, an Zephanja, an Micha. Johannes, der Täufer, muss ein Prophet sein. Und zwar im selben Sinne wie die alttestamentlichen Propheten. Er war ein Prophet.
[24:27] Also, das finde ich sehr interessant, weil da liest man so drüber hinweg und sagt: Naja, das Wort erging an Johannes, wird schon irgendwie was zu bedeuten haben. Aber das ist eine ganz spezifische Formulierung, die sagt, Johannes war ein Prophet. Wie lange hat es denn keine Propheten gegeben? 400 Jahre lang Stille. Wer war der letzte Prophet? Maleachi war der letzte Prophet. Und danach? Aus. Und jahrhundertelang haben die Priester und Schriftgelehrten die Propheten zitiert und gesagt: Oh, wenn wir in der Zeit der Propheten gelebt hätten, wir hätten die Propheten nicht gesteinigt und wir hätten ihnen große Ehre erwiesen. Und jetzt nach 400 Jahren Stille kommt wieder ein Prophet. Als ob quasi jetzt die Bibel weitergeht. Als ob sozusagen das Alte und Neue Testament jetzt aneinanderrücken. Die Zeit der Weissagung ist vorbei. Es ist jetzt Jahre 27, worauf Daniel hingewiesen hat. Jetzt kommt der nächste Prophet.
[25:31] Übrigens, wo hat das Wort Gottes den Johannes angetroffen? Wo war er? In der Wüste. Wo in Lukas finden wir schon mal etwas von Johannes und Wüste? Schauen wir mal zurück. Wo wird schon mal gesagt, dass Johannes in der Wüste war? Wo, in welchem Vers wird gesagt, dass Johannes in der Wüste war? Ja, das ist ja dasselbe, genau, das ist dasselbe. Vorher, vorher. In Lukas. Ok, ich helfe euch. In Lukas 1 haben wir die Geschichte von Johannes dem Täufer. Und dort ganz am Ende, in Vers 80 heißt es: "Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist und er war in der Wüste bis wann?" Bis zum Tag seines Auftretens vor Israel. Habt ihr das gelesen? Was hast du jetzt gelesen in Lukas 1? Vers 80. "Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist und er war in der Wüste bis zum Tag seines Auftretens vor Israel."
[27:05] Das heißt, er war jahrelang in der Wüste. Der Prophet Gottes bereitet sich jahrelang in der Wüste auf diesen einen Moment vor. Wer war noch so relativ lange in der Wüste, um sich vorzubereiten auf sein Lebenswerk? Moses. Jesus war auch, es waren 40 Tage nur, aber er war auch in der Wüste vorher. Paulus war drei Jahre in Arabien in der Wüste, um sich vorzubereiten auf sein Lebenswerk. Manchmal müssen wir auch uns zurückziehen in die Wüste. Ja, die Gemeinde war auch vor 1260 Jahren in der Wüste. Genau, also das ist ein ganz typisches Phänomen.
[27:57] Geht noch mit mir zu Markus. Schauen wir mal, wie Markus diese Geschichte beginnt. In Markus Kapitel 1. Markus Kapitel 1 und dort Vers 2. "Wie geschrieben steht in den Propheten: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird."
[28:33] Danach heißt es weiter in Vers 3. Welcher von den beiden Versen, mal sehen, ob ihr das so wisst, welcher von diesen beiden Versen wird auch von Matthäus und von Lukas erwähnt? Was würdet ihr schätzen? Welcher von diesen beiden Versen, von Vers 2 oder Vers 3, welcher wird auch von Matthäus und Lukas erwähnt? Vers 3. Und woher wird Vers 3 zitiert? Aus welchem alttestamentlichen Buch kommt der? Jesaja. Gucken wir gleich an, Jesaja 40. Das ist der Bekannte. Aber Markus ist der Einzige, der auch noch eine andere Prophezeiung zitiert. Woher kommt die Prophezeiung in Vers 2? Aus Maleachi. Warum zitiert er wohl Maleachi?
[29:30] Genau, Maleachi war der letzte Prophet des Alten Testaments. Weist voraus und jetzt wo es sich erfüllt, beginnt Markus sein Evangelium und sagt: Moment mal, genau das, was der letzte Prophet angekündigt hat, das erfüllt sich jetzt. Markus und Maleachi kleben zusammen. Schauen wir mal, wo Maleachi das sagt. Schaut mal in Maleachi, Kapitel 3. Maleachi, Kapitel 3. Und dort Vers 1. Übrigens, was beschreibt Maleachi so eigentlich? In den ersten beiden Kapiteln. Weiß es jemand von euch? Maleachi, Kapitel 1 und 2. Worum geht es da so, ganz grob? Ja, es geht grob gesagt darum, um das falsche Verständnis der Israeliten von den Opfern, vom Gottesdienst, vom Priesterdienst. Alles Dinge, die Jahrhunderte später dazu führen, dass Christus abgelehnt wird. 400 Jahre bevor Christus abgelehnt wird, hat Gott sie gewarnt. Und als Maleachi all diese Missstände beschreibt, sagte er, dass jemand kommen würde, um das Problem zu lösen.
[30:44] Schaut mal in Maleachi 3, Vers 1. "Siehe, ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll." Wer spricht hier überhaupt? Woher wissen wir das? Klingt so logisch. Aber gibt es auch eine Begründung dafür? Ja, vorher spricht es. Ja.
[31:21] Übrigens, das ist eine gute Frage. Schaut in den Vers davor. Der Vers davor endet mit dieser Frage: "Jeder, der Böses tut, der ist gut in den Augen des Herrn. Und an solchen hat er Wohlgefallen. Oder: Wo ist der Gott des Gerichts?" Ja, das ist, was die Juden damals gesagt haben, zur Zeit von Maleachi. Die haben gesagt: "Wo ist der Gott des Gerichts?" Und dann kommt die Antwort: "Siehe, ich sende meinen Boten vor mir her."
[31:42] Jetzt schaut mal in Vers 5. Unten, ganz am Ende von Vers 5. Wer spricht diese ganzen Verse von Kapitel 3, Vers 1, 2, 3, 4 und 5? Wer spricht da? Ja, es spricht Maleachi im Auftrag Gottes, oder? Schaut in Vers 5, ans Ende von Vers 5. Wer spricht dort? "Der Herr, der Herrscharen." Könnt ihr das sehen? Am Ende von Vers 5. "Der Herr, der Herrscharen spricht." Und was sagt er? "Siehe, ich sende meinen Boten vor mir her."
[32:23] Das heißt, was ist die Aufgabe des Boten? Den Weg zu bereiten für wen? Das ist eine gute Interpretation, das stimmt auch. Aber nach dem Text für den? Für den Herrn, der Herrscharen. Wenn dort Herr in Großbuchstaben steht, wer ist dann gemeint? Wenn dort Herr mit großen Buchstaben steht, was steht dort im Hebräischen? J-H-W-H, der Name des wahren Gottes. Wenn also Maleachi davon spricht, dass jemand den Weg für J-H-W-H vorbereitet, und Johannes der Täufer dieser Bote ist, dann muss Jesus J-H-W-H sein. Ja, Gott. Nur als wichtiger Punkt.
[33:08] Schaut mal weiter. Das ist sehr interessant. In Maleachi 3, Vers 1: "Siehe, ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll, und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt, spricht der Herr, der Herrscharen." Was fällt euch auf in diesem Vers? Lest ihr mal genau mit mikroskopischen Augen. Was fällt euch auf?
[33:46] Da kommt jemand, ja? Einmal der Bote, dann kommt der Herr, der Engel des Bundes. Der Engel des Bundes oder der Bote des Bundes? Also Engel, mein Thema Bote, ja? Das Wort Engel ist Malak, und es heißt Bote. Also wo bei mir Bote steht, steht bei den Engeln. Das ist dasselbe Wort. Nein, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Das ist ja dann kein Engel, das ist ja dann der Johannes. Da steht Malak. Könnte auch Engel bedeuten. Was ich sagen will ist, wenn es später heißt: "Und der Bote des Bundes, der Engel des Bundes", da steht dasselbe Wort wie am Anfang. Das ist einmal dasselbe Wort, Malak.
[34:24] Nochmal. "Siehe, ich sende meinen Boten." Das Wort ist Malak, heißt Bote, ist wie Engel, Angelos, Bote, Botschafter. Und dann kommt das später nochmal. "Und der Bote des Bundes", wo bei euch vielleicht Engel des Bundes steht, "der Bote des Bundes." Frage: Wer ist dieser Bote des Bundes? Jesus.
[34:52] In diesem Vers gibt es zwei Boten, seht ihr das? Einmal den Boten, der den Weg bereitet, für den, der kommen soll. Und der, der kommen soll, wird selbst der Bote des Bundes genannt, oder der Engel des Bundes. Also da gibt es einen Boten, der bereitet den Weg vor für einen Boten. Das heißt, wer ist der erste Bote, der den Weg bereitet? Wer ist der zweite Bote? Das heißt, beide werden Bote genannt und beide müssen demzufolge dieselbe Botschaft haben. Was war die Botschaft von Johannes dem Täufer? "Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nah herbeigekommen." Was war die Botschaft von Jesus? "Tut Buße, denn die Botschaft des Reich Gottes ist nah herbeigekommen."
[35:42] Also damit will ich deutlich machen, da gab es eine Botschaft, die gepredigt werden sollte. Johannes der Täufer sollte nicht einfach nur den Weg des Herrn bereiten, er sollte dieselbe Botschaft predigen, die Jesus selbst gepredigt hat dann. Das ist deswegen wichtig, weil dieser Vers noch eine zweite Anwendung hat. Was könnte wohl die zweite Anwendung dieses Verses sein?
[36:05] Okay, ich helfe euch aus. Bleibt mal in Maleachi und geht mal zum vorletzten Vers. Maleachi 3, Vers 23. Da wird dieselbe Prophezeiung gegeben, nur mit anderen Worten, die euch vielleicht gut bekannt sind. "Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt." Auf wen bezieht sich der Prophet Elia? Erstmal auf wen? Johannes den Täufer. Jesus sagt ganz deutlich, das ist der Elia, der kommen soll.
[36:41] Also, es gibt interessanterweise in Maleachi eine Prophezeiung, die irgendwie zwei Brennpunkte hat. Es gibt die Prophezeiung, Gott sagt, ich sende einen Boten und der bereitet den Weg für einen anderen Boten und dieser andere Bote ist der Bote des Bundes und der kommt zu seinem Tempel. Völlig überraschend. Und er wird reinigen. Er wird den Tempel reinigen. Das ist Jesus. Also, Johannes der Täufer, der war der erste Bote, der Elia, der kommen soll, der den Weg vorbereitet für den Boten des Bundes. Welcher Bund ist damit gemeint übrigens? Der neue Bund. Daniel 9 sagt uns, dass Jesus den Bund bekräftigen würde. Er war der Fürst des Bundes.
[37:33] Und kam Jesus zu seinem Tempel? Hat Jesus den Tempel gereinigt? Ja. Wo ist dann jetzt die zweite Anwendung, diese zweite Auslegung oder zweite Erfüllung dieser Prophezeiung? Gibt es nochmal eine Zeit, wo Jesus als ein Bote den Tempel reinigt? 1844. Ellen G. White verwendet diesen Vers als ein Vers dafür, dass Jesus in das Allerheiligste geht. Plötzlich zu seinem Heiligtum kommt. Unerwartet. 1844, wo Jesus mit der Reinigung des Heiligtums beginnt. Als Bote mit einer Botschaft. Und ihm vorausgehend müsste er dann auch ein Bote sein. Wer war denn der Bote, der dem vorausging? Der Johannes der Täufer war ja auch ein anderer außer Jesus. Er war ein menschliches Instrument, das den Weg bereitete für diesen Jesus. Damals und jetzt. Wer hat den Weg bereitet für 1844? Die Miller-Bewegung.
[38:52] Offenbarung 10 sagt uns, dass Jesus als ein Engel vom Himmel herabgekommen ist. Mit dem geöffneten Büchlein, könnt ihr euch daran erinnern? Was ist ein Engel? Ein Bote. Ein Malak. Ein Bote. Und die Miller-Bewegung, also die Adventisten, die mussten das Buch essen. Das heißt, sie haben jetzt was verkündigt. Die Botschaft, die ihnen Jesus gegeben hatte. Was will ich damit sagen? Offensichtlich ist die Adventbewegung typologisch vergleichbar mit Johannes dem Täufer. Und wenn wir Johannes den Täufer studieren, studieren wir in gewisser Weise unsere Geschichte. Denn die Bibel sagt, dass es einen ersten und einen zweiten Elia gibt. Es ist also nicht nur interessante, schöne Geschichte des Evangeliums. Es ist etwas, was uns sehr nahe gehen sollte.
[39:45] Es gibt also eine prophetische Vorhersage auf seinen Dienst. Und die gab es für uns auch. Es gab Prophezeiungen, die auf unseren Dienst hinweisen. Jetzt schaut man noch den anderen alttestamentlichen Abschnitt an, den alle drei, Matthäus, Markus und Lukas zitieren. In Jesaja 40. Schaut man in Jesaja 40. Und dort ab Vers 3. Matthäus und Markus zitieren nur Vers 3, aber Lukas zitiert sogar Vers 3, 4 und einen Teil von Vers 5.
[40:25] Vers 3. "Die Stimme eines Rufenden ertönt. Wo? In der Wüste. Bereitet den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott." Übrigens, diese Verse machen so deutlich, dass Jesus Christus Gott sein muss. Wenn Jesus Christus nicht Gott ist, war Johannes der Täufer nicht die Erfüllung dieses Verses. Weil dieser Vers sagt: "Bereitet den Weg unserem Gott." Nur, dass ihr das nochmal hier deutlich seht.
[40:51] Vers 4. "Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden. Was uneben ist, soll gerade werden und was hügelig ist, soll zur Ebene." Woher kommt dieses Bild, dass man das hügelige eben macht und das was ungerade ist, dass man das auffüllt, dass man die Täler auffüllt und die Berge einebnet? Woher kommt diese Bildersprache? Wann hat man das gemacht? Ja. Ganz genau. Das war die übliche Praxis für einen König. Wenn ein König gereist ist von A nach B, dann wollte er nicht über Stock und Stein reiten, sondern man hat den Weg eingeebnet für den König. Das hat man nicht für den normalen Bauermann gemacht. Das war etwas, das hat man nur Königen getan.
[41:49] Mit anderen Worten, hier wird angekündigt, Jesus kommt als König. Könnt ihr sehen, warum die Juden gedacht haben, dass Jesus als ein irdischer König kommt? Warum sogar Johannes der Täufer später selbst geglaubt hat, dass er ein irdisches Königreich errichten wird, weil die Sprache das so nahe liegt. Er kommt als König.
[42:12] Jetzt schaut mal in Vers 10 und 11. Da sieht man sehr schön, wie diese Prophezeiungen im Alten Testament fast immer zwei Ereignisse ineinander blenden. Vers 10 und 11. Wann wird sich das erfüllen? Wann erfüllt sich dieser Vers? Wann kommt er und sein Lohn ist bei ihm? Bei der Wiederkunft, ganz genau. Vers 11. Wann kam Jesus als ein Hirte, um sich um die armen kleinen Lämmer zu kümmern? Hier wird beschrieben, wie er kommt als König und sein Lohn ist mit ihm. Und im nächsten Vers wird beschrieben, wie er der gute Hirte ist und sich um die armen Lämmer kümmert. Das eine ist die Wiederkunft, das andere ist die erste Ankunft.
[43:23] Im Alten Testament sind diese beiden Dinge fast immer ineinander verwoben. Und nur wenn man wirklich sehr genau liest, sieht man, dass es zwei Ereignisse sein müssen. Und die Juden haben das nicht gemacht, sie haben oberflächlich gelesen. Ich glaube, die allermeisten von uns hätten damals auch geglaubt, Jesus kommt als ein irdischer König. Wir lesen selten die Bibel so detailliert und so präzise, dass wir genau feststellen, na dieser Vers spricht von dem Ereignis und der spricht aber von dem Ereignis. Wir lesen meistens so allgemein, wir machen so einen Brei immer draus. Und tun dann so moralische Lehren draus ziehen, das haben die Juden auch gemacht. Und sie haben etwas verpasst.
[44:06] Also ich möchte damit einen Punkt machen für genaues, gründliches Bibellesen. Johannes der Täufer ist die Erfüllung dieser Prophezeiung. Jetzt gehen wir ganz kurz zurück zu Matthäus und schauen mal, wie das bei Matthäus dieser Anfang beschrieben ist. Matthäus Kapitel 3 und dort Vers 1 und 2.
[44:37] "In jenen Tagen aber", also im Jahre 27, als die Prophezeiung sich erfüllt, "erscheint Johannes der Täufer und verkündigt in der Wüste von Judäa und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen."
[45:02] Frage: Was ist Buße? Wir haben festgestellt, das ist seine Botschaft. Ihm wurde er aufgetragen, bereite den Weg für den König. Also das ist die Botschaft, die den Weg des Königs vorbereitet. Das erste, was er sagt, ist: Tut Buße. Später heißt es auch, er verkündigt eine Taufe der Buße. Was bedeutet Buße? Umkehr? Genau, das griechische Wort heißt Metanoia oder Metanoio. Und Noio kommt eigentlich von Denken, so sein Gehirn benutzen. Und Meta bedeutet jetzt sozusagen auf einer anderen Ebene. Man könnte wörtlich übersetzen: "Denke anders." Fang an, neu zu denken. Ändere deine Herzenseinstellung.
[46:04] Es hat also weniger was damit zu tun, was ich tue, sondern vielmehr, was ich denke. Die Botschaft des Johannes war keine Botschaft, die zuallererst gesagt hat: "Ändert eure Taten." Sie war zuerst eine Botschaft, die das Herz erreicht hat. Warum war das so wichtig? Die Juden hatten seit Jahrhunderten im alten Bund gelebt. Der alte Bund sagt: "Hier steht, du sollst dich töten, da steht es. Ich töte nicht, ich bin gerecht. Ich habe nie getötet." Das ist der alte Bund. Der alte Bund sagt: "Da steht, ich soll nicht töten, ich töte nicht, ich bin gerecht." Der neue Bund sagt: "Wenn du in deinem Herzen schon böse über jemanden denkst und vielleicht hinter seinem Rücken über ihn lästerst, hast du das Gesetz gebrochen."
[46:50] Das wollten die Juden nicht hören. Das war ihnen zu radikal. Das war ihnen zu gefährlich. Sie wollten lieber im alten Bund leben. Und die Botschaft von Johannes dem Täufer war eine Botschaft des neuen Bundes, weil er der Vorbereiter des Boten des Bundes war. Denn Jesus würde kommen, um den neuen Bund zu bringen. Und seine Botschaft musste die Botschaft von Johannes dem Täufer sein.
[47:20] Wenn wir also heute auch so eine Johannes-Botschaft bringen sollen, dann müssen wir uns fragen, wie bringen wir den Menschen bei, neu und anders zu denken. Wir müssen das Denken der Menschen erreichen. Es reicht nicht aus zu sagen: "Du musst den Zölibat halten, du darfst kein Schweinefleisch essen, du musst das und jenes machen, dann bist du gerettet." Das war nicht die Botschaft von Johannes dem Täufer. Die Botschaft von Johannes dem Täufer war: "Denke anders. Fang an, neu zu denken durch die Kraft Gottes." Und dann hat er, werden wir nächstes Mal sehen, in einer Woche, kam eine ganze Reihe von praktischen Dingen dazu, was das alles für das Leben bedeutete. Metanoia, Herzensumkehr.
[48:01] Übrigens, gibt es schon im Alten Testament diese Idee von Herzensumkehr? Schau mal zwei Texte an, du hast es richtig gesagt. Hesekiel 18, Vers 30. Da ist genau dieser Gedanke drin und ich bin mir sicher, dass Johannes von Hesekiel 18 bestimmt gepredigt hat. Hesekiel 18, Vers 30: "Darum will ich jeden von euch nach seinen Wegen richten, ihr vom Haus Israel, spricht Gott, der Herr. Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Übertretungen, so wird euch die Missetat nicht zum Fall gereichen. Werft alle eure Treulosigkeiten, die ihr verübt habt, von euch ab und schafft euch was? Ein was? Ein neues Herz." Was ist im Herzen drin? Die Gedanken. Er sagt: "Schafft euch ein neues Herz." Übrigens, durch wen kann man das nur kriegen? David sagt zu Gott: "Erschaffe du mir ein neues Herz." "Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel? Denn ich habe keinen Gefallen am Tod dessen, der sterben muss, spricht Gott, der Herr. So kehrt denn um und ihr sollt leben."
[49:27] Seit dem Sinai hat Gott immer, immer, immer versucht, die Menschen auf die Ebene des Herzens zu kriegen, auf die Ebene der Gedanken. "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzem Denken, von ganzem Gemüt und von ganzer Seele." Und die Menschen waren am meisten zufrieden mit dem Buchstaben. Da haben wir das hier alles richtig gemacht. Die Gedanken.
[49:55] Und dann sagt er: "Denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen." Wir haben jetzt nicht so viel Zeit, das auszuführen, machen wir nächstes Mal weiter. Aber nur ganz kurz: Das Reich Gottes, was ist eigentlich das Reich Gottes? Ja, Römer 14, Vers 17 sagt: "Gerechtigkeit ist, das Reich Gottes besteht in Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist."
[50:19] Noch eine interessante Sache. Das Reich Gottes ist wie eine Münze. Das klingt wie ein Gleichnis von Jesus, aber ein Gleichnis von Christopher Kramp. Das Reich Gottes ist wie eine Münze, es hat zwei Seiten. Jede Münze hat zwei Seiten, oder? Das Reich Gottes hat zwei Seiten, es hat eigentlich zwei Brennpunkte, wenn man so will. Der eine Brennpunkt, das nennt man das Reich der Gnade. Der andere Brennpunkt ist das Reich der Herrlichkeit. Beide Brennpunkte haben einen Thron. Ein Königreich braucht einen Thron, oder? Wie heißt der Thron im Reich der Gnade? Der Gnadenthron. Und wie heißt der Thron im Reich der Herrlichkeit? Der Thron der Herrlichkeit.
[51:20] Die Bibel sagt, dass jetzt können wir zu Jesus kommen, zu seinem Gnadenthron, um was zu bekommen? Vergebung der Sünden. Und wann bringt die Bibel diesen Thron der Herrlichkeit ins Spiel? Bei der Wiederkunft, da heißt es: "Wenn er wiederkommen wird und sitzen wird auf einem Thron der Herrlichkeit mit allen Engeln und so weiter." Wenn Jesus mit dem Thron der Herrlichkeit kommt, wird es keine Sündenvergebung mehr geben. Die Sündenvergebung gehört zum ersten Teil des Reiches Gottes, zu der einen Seite.
[51:53] Die Botschaft von Johannes dem Täufer war nun: "Bekeht euch, tut Buße, ändert euer Denken, denn das Reich Gottes ist nahe gekommen." Welcher der beiden Brennpunkte war für ihn der nahe gekommene? Der Gnade. Jesus Christus würde jetzt am Kreuz für die Sünden der Welt sterben. Das Reich Gottes ist nahe gekommen. Aber wenn das Reich Gottes eine Münze ist und zwei Seiten hat, wenn es zwei Brennpunkte hat, dann haben alle Prophezeiungen eine doppelte Erfüllung. Dann gibt es noch ein zweites Königreich, das kommen soll. Und das braucht wieder einen Boten, der sagt: "Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen." Wir als Adventgemeinde predigen, dass der Thron der Herrlichkeit nahe gekommen ist.
[52:40] Übrigens, wenn man einen König und einen Thron hat, was muss noch geschehen, damit der König auf dem Thron regieren kann? Er muss das Zepter übernehmen, er muss gekrönt werden. Wann war die Krönung Jesu in das Reich der Gnade? In das Reich der Gnade. Ab wann war er der offiziell juristisch legitimierte König im Reich der Gnade? Kreuzigung und Auferstehung, das Gott der Vater angenommen hat, als er eine Dornenkrone trug. Und wann wird er offiziell in das Reich der Herrlichkeit gekrönt? Wenn er seine hohepriesterlichen Gewänder ablegt und seine königlichen Gewänder annimmt, kurz vor der Wiederkunft. Dazu werden wir gleich mehr im Offenbarungsseminar hören.
[53:38] Aber ich möchte, dass ihr das versteht. Die Botschaft vom Reich Gottes ist immer eine doppelte. Deswegen haben viele Prophezeiungen im Alten Testament eine Erfüllung damals und eine Erfüllung heute, weil es diese beiden Seiten gibt. Deswegen gibt es Daniel 8 und Daniel 7 mit dem himmlischen Untersuchungsgericht, kurz vor der Wiederkunft. Und es gibt Daniel 9 mit Jesu Kreuzigung. Und Daniel 8 und Daniel 9 gehören zusammen nicht nur wegen der Berechnung, wegen den Zahlen, sondern sie gehören auch deswegen zusammen, weil in Daniel 9 Jesus in das Reich der Gnade gekrönt wird. Und in Daniel 8 sehen wir den Beginn des Untersuchungsgerichts, in dem Jesus als König gekrönt wird.
[54:21] Also das als Idee, warum das Ereignis so enorm wichtig ist. Der Fürst des Bundes, des Reiches Gottes sollte kommen. Nächstes Mal machen wir da weiter und schauen uns an, was war die Reaktion der Menschen auf Johannes den Täufer und was hat er praktisch so alles getan? Wie sah er aus? Was hat er gemacht? Das schauen wir uns das nächste Mal an. So viel mal als Einleitung dazu.
[54:42] Jetzt würde ich vorschlagen, dass wir noch ein Gebet sprechen und dann eine kurze Pause haben. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort lesen dürfen, dass wir verstehen können, was du uns sagen möchtest. Und dass wir sehen können, dass Johannes der Täufer ein Typus ist auf uns und auf die Aufgabe, die wir haben. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, uns genauso vorzubereiten auf unsere Aufgabe, wie Johannes der Täufer es getan hat. Und dass wir die prophetische Bedeutung unserer Aufgabe verstehen. Schenk uns deinen Heiligen Geist und gib, dass wir das tun, was du möchtest, das jetzt in dieser Zeit getan wird. Hilf uns und stärke uns. Im Namen Jesu. Amen.
[55:39] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!