In dieser Folge der Serie „Der Ersehnte“ vertieft Christopher Kramp das Verständnis von Johannes 10, wo Jesus sich als der gute Hirte bezeichnet, der sein Leben für die Schafe lässt. Er betont, dass wahre Erlösung und innerer Frieden durch das Vertrauen in Jesu Opfer am Kreuz entstehen, da Gott unsere Sünden auf ihn gelegt hat. Anhand persönlicher Erfahrungen und biblischer Beispiele, wie der ehernen Schlange in der Wüste, wird erklärt, wie wir lernen können, unsere Schuld vollständig bei Jesus abzuladen und im Glauben zu leben.
Der Ersehnte: 222. „lasse mein Leben“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:32] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir studieren weiter in Johannes 10, und heute haben wir ein ganz einfaches Thema und ein ganz wichtiges Thema. Und das Thema wird so simpel sein, dass es jeder von uns ganz einfach verstehen kann und trotzdem wird es absolut entscheidend sein. Und ich hoffe, dass wir das so gestalten können, dass jeder von uns in seinem Herzen von Jesus angesprochen wird. Und deswegen wollen wir den Heiligen Geist bitten, dass er unser Leben führt und unser Denken jetzt leitet, und wollen dazu niederknien, wo es möglich ist.
[1:24] Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass Du Dir vorgenommen hast, uns zu retten, dass Du den Plan gemacht hast, wie man uns, die wir so tief in die Sünde verstrickt sind, wie man uns daraus retten kann, reinigen kann, verändern kann, wie man uns für alle Ewigkeit in den Himmel aufnehmen kann. Herr, das übersteigt unseren Verstand, weil es ist ein göttliches Werk. Und wir wollen heute lernen, was Du tust, um uns zu retten. Wir möchten Dich bitten, dass Du durch Deinen Heiligen Geist zu uns sprichst und dass die Worte, die wir lesen und durchdenken, hineindringen in unser tiefstes Inneres, dass wir verstehen, dass Du uns retten möchtest und alles für uns gibst. Dafür danken wir Dir und bitten Dich, dass Du jetzt unser Lehrer bist, unser Hirte. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[2:38] Gut, lasst uns aufschlagen Johannes Kapitel 10. Wir sind mittendrin in diesem berühmten Kapitel. Jesus nennt sich den guten Hirten. Ihr wisst vielleicht, das haben wir die letzten Wochen angeschaut. Zuvor hatten die Pharisäer jenen Mann aus der Synagoge herausgeschmissen, weil der sich bekannt hat zu Jesus. Und Jesus macht deutlich, dass diese Menschen, die vorgeben, die Gemeinde zu leiten und echte Gläubige aus der Gemeinde schmeißen, dass die keine echten Hirten sind. Sie sind nur Räuber und Diebe. Aber er, Jesus, ist der gute Hirte. Und wir lesen noch mal in Johannes 10 und dort Vers 14 und 15, denn wir waren in Vers 15 stehen geblieben. Wer mag Johannes 10 lesen, Vers 14 und 15?
[3:38] „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt, gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.“
[3:52] Ganz genau. Ich möchte ein Zitat vorlesen, das mich sehr bewegt hat. Sie sagt: „Egal wie sehr ein Hirte seine Schafe lieben mag, liebt er seine Söhne und Töchter mehr. Wenn ihr Hirte seid und ihr liebt eure Schafe, ihr würdet immer für eure Kinder mehr tun als für eure Schafe. Aber Jesus ist nicht nur unser Hirte, er ist unser ewiger Vater.“
[4:22] Und er sagt – jetzt kommt das Zitat, das wir gerade gelesen haben, nicht wahr? – „Ich kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt, gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne.“ Also, so wie der Vater den Sohn kennt, so kennt Jesus mich und umgekehrt. Also eine Vater-Kind-Beziehung sozusagen. Dann sagt sie: „Was für ein Statement ist das? Was für eine Aussage ist das? Der einzig geborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, er, von dem Gott gesagt hat, dass er sein Gefährte ist. Die Verbindung, die Einheit zwischen ihm und dem ewigen Gott wird genommen, um die Einheit zwischen Christus und seinen Kindern auf der Erde zu repräsentieren, weil wir das Geschenk seines Vaters sind und der Lohn seines Werkes. Liebt Jesus uns, er liebt uns als seine Kinder.“ Und dann sagt sie: „Leser, er liebt dich. Der Himmel kann uns nichts Größeres geben, nichts Besseres.“
[5:40] Und dann kommt ein Schlusssatz: „Deswegen vertraue.“
[5:50] Das ganze Ziel in Johannes 10 ist nicht, dass Jesus uns einfach nur theologische Wahrheiten vermitteln möchte. Es ist natürlich schön zu sehen, wie das im Alten Testament angekündigt ist, im Neuen sich erfüllt und so weiter, aber das Ziel des Ganzen ist, dass wir verstehen: Jesus ist mein Hirte, er ist mein Vater. Und Gott kann nichts Besseres geben, nichts Schöneres, nicht mehr geben als das, was er gegeben hat. Und deswegen dürfen, können, müssen wir ihm einfach vertrauen, wie Kinder ihren Eltern vertrauen. Also, mein kleiner Titus, der vertraut mir, das kann ich sagen, ja, der lässt sich fallen, der vertraut mir. Und so dürfen wir Jesus vertrauen. Und ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir mehr und mehr lernen, tatsächlich Jesus einfach zu vertrauen, ohne dass wir was gebracht haben und sagen können: „Deswegen kannst du mich jetzt beschützen, deswegen kannst du mich jetzt lieb haben, deswegen kannst du mir jetzt etwas Gutes tun“, sondern dass wir einfach vertrauen, dass auch wenn es uns gerade, wir nichts haben – wir haben in der Regel eigentlich nie was, nicht was wir bringen können – dass wir ihm vertrauen können.
[7:00] Und Jesus interessanterweise sagt: „Dieses Verhältnis, das ich mit dem Vater habe, möchte ich auch mit euch haben.“ Ja, schon ziemlich krass, wenn man drüber nachdenkt, ja. Er sagt ja in Offenbarung 3 auch, dass wir mit ihm auf dem Thron sitzen dürfen, so wie er sich gesetzt hat mit seinem Vater auf den Thron. Und dann sagt er in diesem Zusammenhang, im selben Satz: „Und ich lasse mein Leben für die Schafe.“ Ihr wisst, Jesus war dabei, seit einigen Monaten seinen Jüngern und auch den Menschen drumherum deutlich zu machen, wohin sein Weg führen würde. Wir werden gleich, wir werden in den nächsten Wochen und Monaten dann sehen, dass nach dieser Geschichte in Johannes 10 beginnt sozusagen der letzte Abschnitt im Leben Jesu. Dann beginnt das, was man so die letzte Reise nach Jerusalem bezeichnet. Es ist ja sowieso noch ein halbes Jahr, ein knappes halbes Jahr bis zum Kreuz. Und Jesus möchte den Menschen deutlich machen: „Ich bin bereit für euch zu sterben.“
[8:04] „Ich lasse mein Leben für die Schafe.“ Wir wollen uns ein paar Bibeltexte anschauen, die uns das ein bisschen mehr vor Augen führen. Das ist zwar eine Wahrheit, die eigentlich kein Christ jemals angezweifelt hat, aber die wahrscheinlich auch kaum ein Christ bis in die Fülle bisher verstanden hat.
[8:21] Jesaja 53, Jesaja 53 und dort ab Vers 4. Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft von Gott, geschlagen und niedergebeugt. Das heißt, da gab es Menschen, die haben Jesus gesehen und doch nicht verstanden, was er für sie getan hat. Sie haben seine Wundmale gesehen, sie haben das Blut fließen sehen, sie haben gesehen, wie er sich auch verhalten hat und haben trotzdem nicht verstanden, dass es für sie war.
[9:00] Man kann also in einer Predigt sitzen und über das Kreuz hören, man kann Lieder hören über das Kreuz, man kann Gebete hören über das Kreuz, ohne zu verstehen, dass das für einen selbst ist, ja? Die Menschen, die waren sogar buchstäblich da. Wir würden vielleicht denken, na ja, jeder, der das buchstäblich gesehen hat, der müsste doch zu Tränen gerührt sein, oder? Oder wenn man einen unschuldigen Menschen sieht, der offensichtlich nie gesündigt hat, wenn der so brutal getötet wird, das müsste doch jedes Herz zum Schmelzen bringen, oder? Aber nein, es gab Leute, an denen das quasi vorbeigegangen ist.
[9:34] Vers 5: „Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Wodurch kommt der Frieden? Wodurch bekomme ich Frieden in meinem Herzen?
[10:04] Wenn ich weiß, dass meine Strafe auf Jesus – genau, durch die Strafe, die auf Jesus lag. Könnte es sein, dass wir manchmal auch als gläubige Christen so wenig Frieden im Herzen haben, weil wir uns nicht so bewusst machen, dass meine Sünden tatsächlich auf Jesus gelegt sind?
[10:25] Ich war vor kurzem in einer Gemeinde und habe dort eine Jugendstunde gehalten. Äh, ich sage nicht, welche Gemeinde es ist, auch im Prinzip vollkommen egal, weil ich denke, das könnte sich so oder so in fast jeder Gemeinde abspielen. Und ich habe die Frage sogar – nee, ich habe sogar in einer anderen, ich habe in zwei Jugendstunden gehalten in zwei verschiedenen Gemeinden. Und ich stelle die Frage jetzt hier nicht, weil wir Livestream haben, ich stelle sie für uns alle, also ich stelle sie, aber ihr müsst euch jetzt nicht melden. Ja, ich habe die Frage gestellt: Wenn du heute sterben würdest, heute, jetzt, so in der nächsten halben Stunde, wüsstest du, dass du erlöst bist? Das ist eine entscheidende Frage, ja, wüsstest du, dass du erlöst bist? Und ihr könnt euch vielleicht vorstellen, das waren bei der einen Jugendstunde waren auch viele Ältere dabei, das war sehr gemischt. Also viele haben gesagt: „Weiß nicht, keine Ahnung, ich bin mir nicht sicher.“ Ja, es ist ein Phänomen, dass wir vielleicht jahrelang sogar in der Gemeinde aktiv sein können und uns anstrengen, sozusagen für Gott, und trotzdem vielleicht nicht sicher sind, Frieden im Herzen haben: Bin ich wirklich errettet? Und hier steht, der Friede kommt durch seine Strafe, also die...
[11:42] ...die auf ihn gelegt worden ist. Was heißt das konkret, dass seine Strafe uns Frieden bringt? Paulus sagt ja, wenn wir gerechtfertigt sind, dann haben wir Frieden mit Gott. Also jeder Mensch, der das Kreuz versteht, richtig versteht, hat Frieden mit Gott. Ja, nicht, dass wir mal auch Schwierigkeiten haben, nicht dass auch mal auch der Sturm uns entgegenbläst, nicht wahr? Aber Frieden mit Gott. Was Gott nicht möchte, ist, dass wir ständig uns fragen: Bin ich mit Gott im Reinen oder nicht? Ja, das ist nicht notwendig, sondern wir können Frieden mit Gott haben, und zwar durch die Strafe. Warum ist das so wichtig? Also, wie funktioniert das? Wie würdet ihr das jemandem erklären, dass man Frieden mit Gott haben kann, echten Frieden im Herzen, weil die Strafe auf ihm liegt? Wie würdet ihr das jemandem erklären?
[12:40] Es geht fast nicht wichtiger, es geht eigentlich gar nicht wichtiger als das: Wie erkläre ich, dass ich Frieden habe, weil die Strafe auf ihm liegt? Fangen wir andersrum an: Warum haben wir keinen Frieden? Was bewirkt, dass wir keinen Frieden haben? Die Sünde. Okay, die Sünde. Weil die Sünde macht was? Sie trennt uns von Gott. Und die Sünde bewirkt, dass wir Gott anders sehen, als er wirklich ist, ja? Jetzt, was passiert normalerweise in den meisten oder oft, glaube ich, mehr als wir denken: Ich komme mit meiner Sünde zum Kreuz und ich stelle mich vor das Kreuz und erzähle meine Sünde, bitte um Vergebung, hoffe, dass es funktioniert hat, gehe zurück und versuche jetzt besser zu leben, immer mit dem Hinterbewusstsein: Ich habe diese Sünden begangen. Ich schleppe – ich weiß nicht, wie viele von uns insgeheim ihre Sünden letztlich doch mit sich mitschleppen, obwohl wir sie Jesus gesagt haben.
[14:14] Die Strafe, die auf ihm lag, war ja die Strafe für meine Sünde. Das heißt, hier am Kreuz, als Jesus dort starb, dort war meine Sünde. Und jetzt kommt ein wichtiger Gedanke: Wenn meine Sünde, die ich begangen habe, dort am Kreuz hängt, wo ist sie dann nicht mehr? Bei mir. Und das muss ich Jesus glauben. Wenn ich ihm glaube, dass die Sünde nicht mehr bei mir ist, sondern bei ihm – für wie viel Sünde ist er gestorben? Für alle. Wenn ich alle meine Sünden ihm gebe und er dort gestorben ist, dann kann ich vor Gott stehen, als hätte ich nicht gesündigt. Und glaub mir, das gibt Frieden. Und ich glaube, der Punkt ist, dass viele Menschen keinen echten, tiefen Frieden haben in ihrem Herzen, viele Christen, weil sie zwar irgendwie glauben, dass Jesus irgendwie Sünden vergibt, aber sie nicht glauben, dass er tatsächlich für ihre Sünden so gestorben ist, dass dafür die Strafe bereits gegeben ist und deswegen auch keine weitere Strafe für die von mir begangene Sünde zu erwarten ist.
[15:29] Ich habe da ein schönes Bild mal vor Augen gesehen, wo praktisch Gericht und der Sünder ist so geknickt, aber Jesus steht davor und so die Arme ausgebreitet: „Ich bin dafür gestorben.“ Und wenn du vor Jesus stehst, ist Jesus ja – er muss vor dir stehen. Und dann praktisch, ja, ja, ich weiß jetzt nicht, ob ich das erzählen soll, aber einmal ging es mir so, dass ich diese Sache besser verstehen durfte. Und zwar ist, glaube ich, unser Problem auch oft, dass wir eben so dieses haben: Jesus und Gott sind sich ja so nah, und Jesus hat nie was getan, was Gott missfallen hat. Jesus ist immer sozusagen der Mustersohn von Gott. Aber wir dürfen uns das bewusst sein, dass Jesus genau weiß, wie es uns geht, und vor allem, er, als er für uns gestorben ist, war er kein bisschen besser vor Gott – also, ich sag gleich, wie ich es meine – als wir sind, wenn wir gesündigt haben.
[16:41] Und zwar einmal hatte ich eine Situation im Leben, wo ich mich so richtig schuldig gefühlt habe, so, so richtig, das hätte ich jetzt nicht tun sollen. Und das hat mich auch geistlich sehr geschwächt, bis ich dann irgendwann gemerkt habe, okay, du kannst nicht weitermachen. Und dann bin ich ins Gebet gegangen und ich habe einfach nur nicht viel sagen können, aber ich habe nur gesagt: „Jesus, weißt du, du verstehst mich gerade nicht, weil du hast nie gesündigt, wie ich das jetzt getan habe.“ Und oder – nee, mein erstes Argument war: „Du warst nie so getrennt von Gott, wie ich es war.“ Und dann kam sofort dieser Gedanke: „Doch, ich habe auch gesagt: Mein Vater, wo bist du?“ Ich habe diese Trennung gespürt. Und dann habe ich gesagt: „Aber du hast nicht gesündigt, du hast nie diesen Fehler gemacht.“ Und dann kam sofort dieser Gedanke: „Denk an diese Schlange am Kreuz. Ich war wie die Sünde in Person, als ich die Sünde am Kreuz getragen habe.“ Und dann kam wieder so mein Argument, da habe ich gesagt: „Du verstehst mich aber nicht, weil du warst nicht schuld für die Sünde.“ Und dann kam dieser Vers in Jesaja 53: „Ich habe alle eure Schuld getragen.“ Und diese Erfahrung, die hat mich so zerschmettert an dem Tag, wo ich gesagt habe: „Okay, Jesus versteht einen immer.“ Mhm, ja, absolut, absolut.
[18:12] Das ist ein wichtiger Gedanke, das ist ein wichtiger Gedanke, den du gesagt hast, und eine tolle Erfahrung, weil ich glaube, die brauchen wir alle, alle diese Erfahrung, dass wir wissen: Jesus antwortet auf solche Fragen, die man hat, ja? Und man kann sie niemandem besser erzählen als Jesus. Er hat tatsächlich die Strafe getragen, er hat tatsächlich die Schuld getragen, hat sich mit der Schuld identifiziert, ja? Und das ist schon das Stichwort, du hast gesagt mit der Schlange an der Stange. Da kommen wir gleich noch zu. Wir lesen noch Vers 6 hier.
[18:49] Jesaja 53 und dort Vers 6: „Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg. Jetzt kommt ein interessanter Vers, denkt mal drüber nach: Aber was steht jetzt? Der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.“
[19:05] Wie kam meine Schuld auf Jesus ans Kreuz? Also, ich muss eigentlich mein, was ich vorhin gesagt habe, noch ein bisschen revidieren. Also, natürlich sollen wir unsere Sünden ihm bekennen, aber wir können unsere Sünden gar nicht auf Jesus werfen. Wenn wir die Aufgabe gehabt hätten: „Nimm alle deine Sünden und lege sie auf Jesus“, wir hätten welche vergessen, wir hätten ganz viele vergessen. Bevor wir überhaupt gewusst haben, dass Gott uns retten möchte, hat er schon die Sünden auf ihn geworfen. Gott hat alle Sünden, weil Gott weiß viel besser, wo die Sünden bei mir sind als ich selbst. Er hat alle Sünden genommen, sie auf Jesus geworfen. Was muss ich jetzt machen? Ich muss das glauben. Und zwar in jedem einzelnen Fall. Ich muss glauben, dass auch diese Sünde er schon genommen hat. Ich muss glauben, dass auch diese Sünde schon ans Kreuz genagelt hat, dass er auch für diese Sünde schon gestorben ist.
[20:03] Was heißt: Durch den Glauben wird mir alles vergeben. Und das ist ein schönes Bild, was du gesagt hast, mit der Schlange. Wie war das in der Wüste, als die Israeliten von den Schlangen gebissen worden sind? Was musste Mose dort machen? Ihr kennt die Geschichte, ja, die ganzen giftigen Schlangen. Und dann hat Mose eine Schlange, eine bronzene Schlange, eine eherne Schlange auf einem, auf so einem Feldzeichen getan. Und was mussten die Israeliten tun? Warum, warum hat ihnen das geholfen? Sie blieben am Leben, und zwar nur, wenn sie angeschaut haben. War das einfach oder war das schwer? Warum schwer? Also, für mich wäre es – ich weiß es nicht, aber ich stell mir es vor – schwer, weil du es hörst, dann das, das vielleicht die Schlangen, und merkst es und tust und und musst aber nur dahin, du darfst nicht runterblicken, wo ist deine Wunde, sondern der Blick muss auf der Schlange sein. Also, schauen ist nicht schwer, jeder kann schauen, ja, da braucht man keine Muskelkraft, man keine besondere Intelligenz, muss einfach nur schauen. Das ist einfach, aber ist trotzdem schwer, weil man eben von woanders nicht hinschauen soll, wo wir eigentlich normalerweise hinschauen würden, nämlich auf die Schlangen, die uns alle beißen. Und übrigens, sind die Schlangen weg gewesen, als man hingeschaut hat? War noch da. Das ist ein wichtiger Punkt. Manchmal beten wir dafür, dass die Schlangen weggehen, und dann sehen wir, dass die Schlangen immer noch da sind. Wir beten: „Herr, nimm die Schlange weg, nimm die Schlange weg.“ Gott sagt: „Nein, schau auf die Schlange.“ Das heißt, was haben die Israeliten gelernt in dem Moment, als sie Angst hatten vor den Problemen hier, aber sie überlebt haben, wenn sie auf die Schlange geschaut haben? Was haben sie gelernt? Sie haben gelernt, von den Problemen und von sich selbst wegzuschauen. Genau, sie haben gelernt, dass ihr Problem – Achtung – schon am... Sie haben gelernt, dass das, wo sie Angst haben, dass es sie tötet, dass es schon besiegt ist. Weil, ihr wisst, die Schlange ist ein Symbol für die Sünde, für den Satan. Jesus hat all das auf sich genommen, er hat die Sünde auf sich genommen. Deswegen ist er als Schlange hier dargestellt, obwohl er eigentlich ein Lamm ist, ja, ist das Lamm für uns geschlachtet. Er ist schuldlos, aber in diesem Sinne, in Bezug auf die Schuld, ist er wie die Schlange, hat alle Schuld auf sich genommen. Die Idee ist sozusagen, dass, weil er sich mit der Sünde identifiziert hat, alle meine Sünden schon am Kreuz hängen.
[22:35] Jetzt kommt's: Wenn ich meine Sünden Jesus gebe, wird er sie mir zurückgeben? Wir dürfen sie also nicht wieder vom Kreuz runterholen, ja? Paulus hat das so ausgedrückt, er hat gesagt: „Ich bin mit Christus gekreuzigt, und nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Und was ich jetzt glaube, was ich jetzt im Fleisch lebe, ich lebe immer noch im...“
[23:01] Im Fleisch lebe ich, ich lebe immer noch im Fleisch. Die Schlangen sind immer noch da. Das lebe ich im Glauben an Jesus. Paulus sagt damit: Ich habe immer noch denselben Körper, immer noch dieselben Versuchungen, aber ich schaue nicht mehr auf die Versuchungen, ich schaue nicht mehr auf die Sünden. Ich schaue darauf, dass Jesus für all diese Sachen schon gestorben ist und dadurch habe ich ewiges Leben schon jetzt, obwohl die Schlangen noch da sind. Und das, was hier steht: Der Herr warf uns aller Schuld auf ihn. Das heißt, es gibt kein Problem, keine Sünde, keine Versuchung, nichts, was in unser Leben kommt und uns töten möchte, was nicht schon am Kreuz hängt.
[23:41] Und deswegen sagt Ellen White: Wir sollten uns viel mehr Gedanken machen über das Kreuz. Denn wenn jetzt eine – also, ich geb euch ein Beispiel, ist nur ein, ein, ein, ihr könnt jedes andere Beispiel dafür einsetzen. Stellt euch vor, eure persönliche, persönlicher Kampf, den ihr habt, ist mit ärgerlich werden. Ja, seid vielleicht von Natur aus so, dass ihr ständig ausrastet und euch – kann irgendwas anderes sein, ja – aber, ne, habt das die letzten 20 Jahre so gemacht, oder 30 Jahre, oder 40 Jahre, oder 70 Jahre, weiß ich nicht. Und der Körper ist daran gewöhnt, die Synapsen sind darauf eingestellt: Jemand kommt mir komisch, ich rege mich auf. Ja, jemand ärgert mich, ich lass es ihn hören. Ja, und jetzt lerne ich, dass ich bringe alle meine Sünden, alle meine Ausraster der letzten 60 Jahre bringe ich zu Jesus, weil ich weiß, er ist für alle schon am Kreuz gestorben. Die hängen eigentlich alle schon da. Und ich muss ihm glauben: Wenn ich das glaube, dass alle meine Ausraster da schon hängen, dann merke ich, hey, sie sind gar nicht mehr bei mir, sie sind schon da. Und jetzt bin ich froh, jetzt bin ich frei. Ja, jetzt bin ich, jetzt bin ich gerettet, jetzt habe ich Frieden. Und dann kommt wieder einer komisch und dann will mich wieder einer ärgern. Und was macht der Körper? Der Körper sagt: Reg dich auf! Was muss ich jetzt machen? Ich muss glauben, dass auch die Sünde, die ich jetzt eigentlich begehen wollen würde, oder die ich normalerweise auch begehen würde, wo auch mein Fleisch jetzt eigentlich das machen würde, dass sie schon am Kreuz hängt. Und in dem Moment, wo ich auf das Kreuz schaue und denke: Das hängt schon am Kreuz, Jesus ist dafür schon gestorben. Da mag ich mich auch nicht mehr aufregen.
[25:25] Ja, du kannst nicht gleichzeitig eine Sünde begehen, die du gleichzeitig glaubst, dass Jesus für sie gestorben ist und dass sie am Kreuz hängt. Versteht, wie ich meine? Wir begehen die Sünden nur deswegen, weil wir gerade das Kreuz nicht im Blick haben. Und deswegen sagt White: Der höchste Ort, den wir erreichen können, ist das Kreuz. Der höchste Ort, den wir haben können, am Kreuz von Golgatha.
[25:50] Wir lesen weiter in Jesaja 53, Vers 10: „Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er ließ ihn leiden.“ Was heißt denn das, dass Gott es gefiel, ihn zu zerschlagen? Hat Gott Freude daran gehabt, Jesus kaputt zu machen? Also, was heißt es dann, wenn es heißt, es gefiel – gutes Beispiel. Es gibt manchmal so Stellen, wo es heißt, dass Gott etwas, etwas tut, wo man sagt: Hat das wirklich so, also so gemeint? Ja, klingt vielleicht ein bisschen grausam auf den ersten Blick. Aber hier sehen wir, was damit eigentlich gemeint ist. Was heißt denn das, dass es ihm gefiel, ihn zu zerschlagen?
[26:32] Das heißt also nicht, dass Gott sadistisch ist und und jetzt irgendwie daran – was heißt, wie würde ich es erklären? Es gefiel ihm, ihn zu zerschlagen. Ähm, also so ganz relativieren kann man es trotzdem nicht. Ich würde sagen, dass Gott es trotzdem gerne gemacht hat, Jesus ähm zu geben, aber nicht, weil er an dem Leiden Gefallen hat, sondern an dem, was es bewirkt. Genau. Es ist ein, ein, ein Vergleich. Als Gott sozusagen – es ist ihm unfassbar, als ein – hat ihm das Herz zerrissen. Ellen White sagt, es ist nicht nur Jesus, der gelitten hat, sondern sie sagt: Als der Vater am Kreuz stand, in der Finsternis, umhüllt von der Finsternis, und sein Sohn, der seit allen Ewigkeiten immer mit ihm verbunden war, dort direkt neben ihm ausruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und obwohl er dort steht und bei ihm ist und sein Sohn das nicht spürt und nicht sieht und nicht merkt, das hat ihm das Herz zerrissen. Sie sagt: Das Herz, das Herz, der das unendliche Herz hat den Preis unserer Erlösung bezahlt.
[27:50] Weil diese Art von Trennung haben wir noch gar nicht erlebt, weil selbst dann, wenn wir in Sünde sind, Gott trennt, aber immer noch, sag ich mal, mit bestimmt – also, wir sind nie ganz so getrennt wie Jesus. Also, diese Trennung erleben Menschen erst nach dem Ende der Gnadenzeit, wenn sie für immer verloren gehen. Ja, dann dann ist, wenn jede Hoffnung aus ist. Ja, das ist diese Art von Trennung.
[28:16] Und es hat ihn so geschmerzt und trotzdem hat er sich, als er die beiden Optionen abgewogen hat, sich dafür entschieden. Es hat ihm sozusagen gefallen, das zu tun, weil er dadurch dich retten kann und mich retten kann, weil ihm das – das sagt die Bibel: „Denn so sehr hat Gott nicht den Sohn geliebt, auf dass er die Welt gab, sondern er hat die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab.“ Das ist der Punkt.
[28:41] Ja, deswegen hier unsere Schuld. Ja, dieser Austausch, das gefiel Gott, dass wir dadurch geheilt werden können. Er ließ ihn leiden. Das heißt auch, er hat nicht eingegriffen. Ist ja eine Sache, dass es – wäre ja eine Sache gewesen, dass wenn Jesus einfach mit einem Genickschuss getötet worden wäre, wäre schon schlimm genug. Aber den leiden lassen, leiden lassen, weil er wusste:
[29:06] Nur so können wir gerettet werden. „Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern, und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen.“ Was ist das Vorhaben des Herrn? Was ist, was ist Gottes Vorhaben? Dich zu retten, mich zu retten. Das hat er sich vorgenommen. Wann hat sich Gott das vorgenommen? Was sagt Epheser? Haben wir gelernt? Epheser, wann hat er sich das vorgenommen? Vor die Welt geboren, also vor die Welt gemacht. Das hat er sich vorgenommen: Wenn die Menschen Sünde fallen, werde ich sie retten. Das heißt, unser ganzes Leben, wir können gar nicht Gott beeindrucken, sag: Rette mich bitte! Er hat sich schon längst vorgenommen. Ja, Gott steht die ganze Zeit vor der Frage: Wie kann er mich damit beeindrucken, endlich das anzunehmen, zu glauben.
[29:49] Zu diesem Vers „Es gefiel ihm, ihn zu zerschlagen“ ist vielleicht interessant, was in Sacharja 13 steht. Sacharja 13 ist ein sehr beeindruckender Vers. Sacharja 13 und dort Vers 7. Den hat – das ist der Vers, den Ellen White gerade auch in dem Zitat anzitiert hat. Wer mag mal lesen Sacharja 13 und dort Vers 7: „Schwert, erwache gegen meinen Hirten, gegen den Mann, der mein Gefährte ist! spricht der HERR der Herrscharen. Schlage den Hirten, und die Schafe werden sich zerstreuen, und ich will meine Hand den Geringen zuwenden.“ Wohl wissen wir, dass dieser Vers sich auf Jesus bezieht.
[30:34] Ja, genau. Also, Gott nennt jemanden seinen Gefährten, das ist jemand, der der ganz eng mit ihm zusammen ist. Genau. Gib noch einen Grund: „Schlage den Hirten!“ Ja, Jesus selbst zitiert den Vers im Neuen Testament und sagt: „Ihr werdet euch alle zerstreuen.“ Das ist der Grund, das ist der Vers, auf dem wir vorher – also, sagt: „Ihr werdet mich alle verlassen, denn es steht geschrieben: Schlage den Hirten, die Herde wird sich zerstreuen.“ Das heißt, Jesus hat selbst gewusst, dass dieser Vers auf ihn zutrifft. Und hier geht's also nicht nur darum, dass Jesus sozusagen bereit ist, mal einem Löwen hinterherzurennen, um mich zu retten, sein Leben theoretisch also theoretisch einsetzt, sondern hier geht's darum, dass er wusste, der der Hirte wird sterben. Ein Unterschied, ob ich sozusagen einfach hinterherrenne und bereit bin, notfalls mit meinem Leben zu bezahlen. Jesus hat nicht nur gesagt: „Ich bin notfalls bereit, wenn es dann sein sollte, müsste ich auch sterben.“ Er wusste von Anfang an, er wird sterben, ganz sicher. Es ist Plan. Und zwar nicht, weil ein Löwe ihn angreift, sondern weil Gott selbst sagt: „Schwert, erwache gegen mein Gefährten!“ In welcher Geschichte kann man das so ein bisschen nachspülen, nachspüren, wie das Gott ging, als er gesagt hat: „Schwert, erwache gegen meinen Gefährten.“ Kennt ihr eine Geschichte, wo man da so das nachspüren kann? Also, ist jetzt kein Schwert, aber ich musste an Abraham denken und Isaak. Schwert oder oder Messer spielt keine Rolle, nicht wahr? In dem Moment, wo Abraham sein Messer gezückt hat, da kommen wir dem ziemlich nah. „Schwert, erwache gegen meinen Hirten, gegen den meinen Gefährten.“ Ja, Abraham hat quasi auch sagen müssen: „Messer, erwache gegen meinen geliebten Sohn.“
[32:11] Für mich ist es faszinierend, weil Jesus war ja das erste Mal mit 12 im Tempel. Und heute, heute würden wir sagen: „Oh, die werden – das darfst du den Kindern nicht zeigen, oder das darf – was hat er getragen mit 12 Jahren, bis zum, dass er das – er wusste, wer das Lamm ist und und das trotzdem auch als Jugendlicher, als als Teenie, als Jugendlicher, als als erwachsener Mann, das alles zu tragen, ohne – und wenn du dann überlegst, wie er von den Menschen behandelt worden ist, für die er bereit war zu sterben.
[32:43] Ja, guter Punkt. Gehen wir noch kurz zu Galater 1. Immer und immer wieder gibt die Bibel jetzt einen Punkt hier an, den Jesus hat gesagt, der der Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Galater 1 und dort Vers 4. Wer mag das lesen? „Der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters.“ Genau. Was hat Jesus gegeben? Sich. Jesus hat sich selbst gegeben. Und zwar, was hat er damit bezweckt? Was, was wollte er damit, dass er sich selbst für unsere Sünden gibt?
[33:27] Dass er uns rettet, uns herausrettet aus dem bösen Weltlauf. Und nichts ist schlimmer, als wenn Menschen sagen: „Ja, Jesus hat mich erlöst, deswegen kann ich immer weitermachen in meinem sündigen Leben, kann ich mal weiter in der sündigen Welt weiterlaufen, weil Jesus mich erlöst hat.“ Das ist so furchtbar, weil dann missbrauchen wir das Opfer von Jesus. Er hat alles gegeben, damit etwas geschieht. Also, ich kann euch sagen, vor paar Tagen, ich schreibe gerade meiner Masterarbeit, ja. Und ich – also, Zeit ist bei mir wirklich die wiege ich mit Gold auf. Und meine Frau hat ein – hat so ein Geschenk mir gemacht. Sie hat bei einer wichtigen Sitzung den Titus mitgenommen, damit ich den ganzen Tag an meiner Masterarbeit schreiben kann und hat quasi das Opfer auf sich genommen, dann, um sich um ihn noch kümmern zu müssen. Ja, jetzt stellt euch mal vor, was passiert wäre, wenn sie nach Hause gekommen wäre und hätte gesagt: „Ach, weißt du was, ich habe – du hast diese ganze Zeit für mich geopfert, ja, damit ich freie Zeit habe, aber ich habe einfach den ganzen Tag mit Film angeschaut.“ Das wäre ja furchtbar gewesen, oder? Mir war total klar, diese Zeit muss ich nutzen so gut wie möglich, weil das ein echtes Opfer für sie war.
[34:34] Und ich glaube, wenn wir verstehen, wie groß das Opfer ist, dann werden wir auch gerne natürlich Jesus folgen. Ja, wir machen das leider ein bisschen andersrum. Wir sagen zu Jesus: „Du bist uns gestorben!“ Und dann betonen wir sehr viel, was wir jetzt machen müssen. Ich glaube, wir müssten mehr darüber sprechen, dass Jesus uns gestorben ist, das Opfer, das er gebracht hat, wie er sich gegeben hat, dass wir sagen: „Wow, für mich! Alles für mich! Für mich, Christopher!“ Dann dann will ich ihm vertrauen. Ja, und dann ist es eine ganz andere Perspektive.
[35:09] Galater 3, Galater 3 und dort Vers 13. Galater 3 und dort Vers 13. Wer mag das lesen? „Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde, um uns zu erlösen, denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der am Kreuz hängt.“ Genau. Jesus hat sich mit unserer Sünde identifiziert. Er hat sich mit unserem Fluch identifiziert. Er ist zum Fluch geworden. Ja, Jesus hat da nicht einfach eine Show abgezogen. Jesus ist zum Fluch geworden. Wodurch entsteht der Fluch in der Bibel? Gibt es so Kapitel: Segen und Fluch. Ungehorsam, Sünde. Sünde bringt Fluch. Ja, er ist zum Fluch geworden.
[35:57] Ähm, schauen wir noch einen Text an in 1. Timotheus 5. Timotheus – nee, Epheser, Entschuldigung. Epheser 5 und dort Vers 2. Vielleicht noch ganz kurz zum Fluch bei Kain. War das ja so, dass Kain gesagt hat: „Oh, es ist mir zu schwer zu tragen.“ Und dabei hatte er nur die den Fluch, kann man wirklich sagen, für sich selbst auszubaden. Aber bei Jesus war es genau umgekehrt. Ja, und das Krasse in der Geschichte ist ja bei Abel und Kain, dass Gott ihm ja angeboten hat vorher: „Glaub doch, dass ich das für dich tragen möchte.“ Ja, Kain geht ja am Ende verloren, nicht weil er gesündigt hat, sondern weil er das Opfer abgelehnt hat. Er war nicht bereit, ein Lamm zu bringen. Gott hat ja gesagt: „All deine Sünden trage ich.“ Und das wollte er nicht. Und dann Gott gesagt: „Okay, dann musst du sie tragen.“ Und dann gesagt: „Ist mir zu zu schwer, ich kann nicht.“ Ja.
[36:57] Guter Punkt. 1. Epheser 5 Vers 2. Dort heißt es: „Und wandelt in der Liebe, gleich wie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns dargegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer zu einem lieblichen Geruch für Gott.“ Das ist wieder so eine Sache: lieblicher Geruch. Klingt – riecht verbranntes Fleisch gut? Mit eher nicht so, ne? Also, wenn man so so ein so so ein Stier nimmt und ihn anzündet und das das brennt da vor sich hin, das ist kein – aber trotzdem ist es ein lieblicher Geruch. Das muss ja schon den den Bibelmenschen damals, als den biblischen Menschen damals aufgefallen sein. Was meint das? Das meint, dass es für Gott, es ihm gefällt, dass Jesus für uns stirbt, damit er uns retten kann. Das ist das ist der Punkt. Ein lieblicher Geruch.
[37:52] Jetzt Timotheus Kapitel 2. Ihr seht, dieses Thema wird immer wieder mit verschiedenen Begriffen, mit verschiedenen Bildern dargestellt. Timotheus Kapitel 2, Vers 5 und 6: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat. Das ist das Zeugnis zur rechten Zeit.“ Genau. Wie wird hier das beschrieben? Er hat was gebracht, er hat ein Lösegeld. Was macht man mit Lösegeld? Man kauft was frei. Ja, ähm, ist ja gerade momentan auch ein großes Thema mit den Geiseln, nicht wahr? Wir sind Geiseln der Sünde. Jesus hat uns freigekauft. Ja, er hat sein eigenes Leben eingesetzt. Was denkt ihr, wenn man einen Geisel, der jetzt im im Gazastreifen bei der Hamas ist und man würde für sehr sehr sehr viel Geld den freikaufen und die Hamas würde ihn tatsächlich auch loslassen Richtung Grenze. Was würdet ihr über so eine Geisel sagen, die dann sagt: „Ach nee, eigentlich ist es hier ganz schön, ich bleibe hier.“ Ja, das ist eigentlich krass, oder? Wir sollten – selbstverständlich möchte man das doch dann auch in Anspruch nehmen, oder? Und so geht es, glaube ich, vielen Engeln, die sagen: „Wie ist es möglich, dass die Menschen das nicht in Anspruch nehmen, was Jesus ihnen bietet? Er hat sie freigekauft, die können los, sie können, sie können weg da. Und wir denken manchmal: „Na ja, wir müssen für immer sozusagen im Gefängnis bleiben, für immer in der Gefangenschaft bleiben, aber Jesus hat uns trotzdem irgendwie lieb.“ Ja, er hat uns freigekauft, freigemacht.
[39:41] 1. Petrus 2 Vers 24. 24. Das lesen: „Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir den Sünden abgestorben sind, der Gerechtigkeit leben mögen. Durch seine Wunden seid ihr heil.“ Woher kommt dieses „Durch seine Wunden seid ihr heil geworden“? Jesaja 53. Jetzt verbindet das – das klingt ja fast ein bisschen wie bei Paulus: „Damit wir den Sünden abgestorben sind.“ Ja, was ist die Idee? Versucht mal mit eigenen Worten die Idee in diesem Vers deutlich zu machen.
[40:23] Genau. Die Sünde, die ich begangen habe, hat er tatsächlich hat sich damit identifiziert. Deswegen hat er eine Dornenkrone getragen, oder woher kommt also, was stellen die Dornen da in der Bibel? Die Sünde, oder die die folgende Sünde. Das ist das, was wir in 1. Mose 3 finden. Ja, die Dornen und Disteln. Jeder Dorne ist eigentlich ein gutes Bild für die Sünde, oder? Weil, was sind Dornen eigentlich normalerweise? Was sind eigentlich Dornen? Also, was wären Dornen, wenn es keine Sünde gäbe? Hat Gott Dornen geschaffen im Garten Eden? Nein, aber was war denn eigentlich Dornen? Dornen sind eigentlich Blätter, Blätter, die verkrüppelt sind sozusagen, die sich die nicht wirklich echte Blätter geworden sind, sondern die quasi pervertiert sind. Ja, verdorbene Blätter sozusagen, die so spitz geworden sind, dass wenn du sie ihnen begegnest, du dich verletzt. Und so sind wir Sünder. Ja, wir sind eigentlich dafür gedacht, ein Segen zu sein. Stattdessen durch die Sünde rollen wir uns ein und werden ein Dorn. Ja, und wenn jemand uns komisch kommt, dann werden wir – ja, das ist das ist, was wir machen. Wir sind eigentlich nicht leicht zu händeln. Wir sind wir sind Dornen. Was hat Jesus gesagt? Jesus hat gesagt: „Ich bin der König der Sünder, ich trage eine Krone mit Dornen, um deutlich zu machen: Alle, die das Problem der Sünde haben, von denen bin ich der König. Für die bin ich da. Ich bin ihr König. Das ist auch – geht auf mein – geht auf meine Kappe sozusagen. Das geht auf mein Haupt. Das ist auf – kennt ihr dieses: „Auf das Blut sei auf ihm, das sei auf seinem Kopf.“ Er nimmt es auf seinem Kopf, die Sünden. Er nimmt sie auf seinem Kopf und wird dadurch verblutet, blutet, obwohl er gar nichts dafür kann, aber nimmt das auf seinen Kopf, um deutlich zu machen: „Ich nehme es auf mein Herz.“ Ja, ich stehe vor dem Vater und sage: „Das habe ich gemacht.“ Kennt ihr so, wenn wenn ein ein ein Chef. Stellt euch vor, ein ein ein, ihr seid irgendwo Arbeitnehmer und ihr habt einen einen Vorgesetzten und ihr macht einen schweren Fehler, der vielleicht der Firma riesen Verluste bringt. Und euer Vorgesetzter stellt sich vor den Boss und sagt: „Das ist meine Schuld, habe ich zu verantworten.“ Da werdet ihr wahrscheinlich sagen: „Das ist der beste Vorgesetzte, den man jemals haben kann.“ Oder? Und das ist, was die Engel sagen, was was was wir lernen werden: Jesus ist der beste König, den es gibt. Man kann gar keinen besseren König haben. Das beweist übrigens, dass Satan falsch lag, weil Satan immer gesagt, man könnte die Regierung noch besser machen. Das Kreuz beweist, man kann keinen besseren König sein als der, der Jesus war. Denn er ist bereit, das auf sich zu nehmen. Und jetzt kommt und sein Punkt ist jetzt: Wenn ich ihm das glaube, was ist dann mit den Sünden in meinem Leben? Warum sind sie tot? Weil Jesus damit gestorben ist. Wenn ich das wirklich glaube, dass Jesus meine
[43:00] Wenn ich das wirklich glaube, dass Jesus meine Sünden am Kreuz getragen hat, dann bin ich den Sünden abgestorben, weil Jesus ist mit den Sünden gestorben. Jesus hat die Sünden genommen und ist damit gestorben. Das heißt, die Sünden sind tot. Und wenn sie tot sind, was kann ich dann nicht mehr machen? Dann kann ich nicht mehr in ihnen leben, weil sie sind ja tot. Das heißt, wenn ich sage, Jesus ist für mich am Kreuz gestorben, aber ich tue die Sünden immer weiter, dann habe ich sie Jesus gar nicht gegeben. Denn wenn ich sie gegeben hätte, wären sie mit ihm tot. Versteht ihr den Punkt? Deswegen ist das Kreuz eine krasse Botschaft, die wir gar nicht so richtig bis ins Ende durchdenken. Durch das Kreuz sterben unsere Sünden, denn Jesus ist mit ihnen gestorben.
[43:43] Und deswegen sagt die Bibel in Römer 6: Wenn wir mit Christus gestorben sind und auferstanden sind, dann leben wir nicht mehr in den Sünden, denn Jesus ist mit ihnen gestorben. Jesus hat diese Sünden aus dem Grab nicht mehr mitgenommen. Oder: Wir leben im Glauben jetzt. Er sagt, wir sind mit auferweckt, wir sind mitversetzt in die himmlischen Regionen. Wir leben jetzt mit ihm. Wir sind den Sünden gestorben, leben der Gerechtigkeit. Nicht mehr ich lebe, sondern, was sagt Paulus? Christus lebt in mir.
[44:09] Und ich habe früher immer – also, früher ist das immer so dargestellt, oder ich weiß nicht, aber vielleicht war das auch nur unbewusst bei mir – man hat immer so dieses Gefühl gehabt: Jesus vergibt dir, und dann das Entscheidende ist die Heiligung. Ja, eine Heiligung entscheidet sich, ob du jetzt wirklich dann ans Ende kommst. Ich glaube, es entscheidet sich, ob du ans Ende kommst, ob du die Rechtfertigung am Kreuz richtig verstanden hast. Denn dann ist die Heiligung nichts anderes, als dass du die Rechtfertigung Tag für Tag erlebst. Dass du jeden Morgen aufstehst und sagst: Herr, auch heute möchte ich, dass mein alter Mensch tot ist. Auch heute möchte ich, wenn eine Versuchung kommt – das sagt auch: Heute möchte ich, dass in dieser Versuchung mein alter Mensch am Kreuz hängt. Hm. Ich glaube, das wissen viele Adventisten so tief nicht. Wir denken... und die Heiligung ist letztendlich, dass ich Tag für Tag auf das Kreuz schaue, weil dasselbe Kreuz, das mich rettet, ist dasselbe Kreuz, das mich verändert. Durch das Kreuz, oder: Durch Anschauen werdet ihr verändert.
[45:14] Und ja, letzter Vers. Erster Johannes 2, Vers 2. Dort steht: „Und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Ganz genau. „Und er ist das Sühnopfer.“ Genau, er ist das Sühnopfer. Wisst ihr, was im Vers davor steht? „Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt.“ Das ist das Ziel, oder so. Und was, wenn ich doch gesündigt habe? Ist dann alles vorbei? Er sagt: „Und wenn jemand sündigt“ – er sagt nicht: „Und weil ihr sowieso nichts anderes tun könnt, als sündigen“ – er sagt: „Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden.“
[46:11] Das heißt, das, was am Kreuz geschehen ist für meine vergangenen Sünden, ist genau das, was ich brauche, wenn ich wieder in Sünde gefallen bin. Könnt ihr das sehen? Der Satan möchte uns nämlich sagen: „Du bist einmal, hast du alle deine Sünden Jesus gegeben. Er hatte dir alle vergeben. Er hat ein weißes Kleid gegeben, und dann bist du in den Schlamm gefallen, und jetzt ist alles vorbei, weil du hast es vermasselt.“ Aber dasselbe Blut, das alle meine anderen Sünden vergeben hat, vergibt doch die. Und sollte ich noch mal fallen, vergibt es auch das. Denn egal welche Sünde ich begangen, noch begehen werde – jetzt gut zuhören – egal welche Sünde ich noch begehen werde: Sie hängt schon am Kreuz.
[46:56] Und wenn ich das glaube, hilft mir das, sie gar nicht erst zu begehen, weil ich Jesus ja nicht noch mehr Schmerzen zufügen möchte. Aber selbst wenn ich doch in der Versuchung falle, kann ich nicht so viel sündigen, dass Jesus plötzlich sagt: „Nee, die Sünde hatte ich noch nicht.“ Die Sünde hängt – egal welche Sünde du in der Zukunft noch begehen wirst – die hing schon am Kreuz. Und deswegen können wir niemals Gott sozusagen überholen mit unseren Sünden. Wir können... es gibt immer mehr Gnade als Sünde.
[47:26] Aber ein Mensch, der weiß, Jesus hat schon das alles für mich erlitten, wird natürlich nicht noch mehr Sünden draufhauen wollen. Ich meine, aber Jesus wusste von vorneherein, wie viel Sünde ich in meinem Leben begehen würde. Es war alles gestorben. Und je mehr wir über Jesus nachdenken, desto mehr wird uns das helfen, obwohl die Schlangen noch da sind und noch beißen, trotzdem ewig zu leben, weil wir glauben, dass die Schlangen hier in unserem Leben dort schon am Kreuz hängen. Weil, wenn ich dahin schaue, dann kann zwar die Schlange angekrochen kommen, sie kann ihren Mund aufmachen, sie kann versuchen, den besten Ort an meinem Bein zu finden, wo sie reinbeißen kann, aber sie wird nicht beißen können, weil sie hängt schon dort am Kreuz.
[48:11] Ja, aber wenn ich wegschaue und sag: „Hilfe, hier die Schlange! Was mache ich jetzt? Wie kann ich sie schnell vergeben?“ Wir müssen am Kreuz sein, wir müssen auf das Kreuz schauen. Und deswegen gibt es eigentlich keine wichtigere Botschaft als Gerechtigkeit aus dem Glauben. Und deswegen sagt man, dass am Ende der Zeit alle Themen von dieser Botschaft aus Gerechtigkeit aus dem Glauben aufgesogen werden.
[48:34] Ja, und deswegen müssen wir jeden Tag uns mit dem Kreuz beschäftigen. Das kann uns nur helfen. Und ja, ich glaube, du hast recht. Ich glaube, wir müssen dieses Thema intensiver studieren, weil es wird zu oberflächlich betrachtet. Wir sind zu schnell bei dem: „Was muss ich machen? Jesus ist für mich gestorben, was muss ich machen?“ Wenn wir mehr draufschauen, wie er für mich gestorben ist und warum er für mich gestorben ist und wann und wie und warum und weshalb und was das für mich bedeutet, desto mehr klären sich die ganzen Fragen. Die klären sich im Licht des Kreuzes. Es ist ja das Blut des Kreuzes, das bis ins Allerheiligste geht. Deswegen wird die Botschaft vom Kreuz nie nebensächlich sein. Das ist immer die Hauptbotschaft, die alles andere anleuchtet. Seid ihr dankbar, dass Jesus für uns gestorben ist? Und noch gemeinsam niederknien und ihm das sagen.
[49:26] Lieber Vater im Himmel, möchten wir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir heute die Botschaft vom Kreuz erneut aus neuer Perspektive, mit frischen Augen, durch deinen Heiligen Geist erklärt, uns anschauen durften. Und wir beginnen zu verstehen, dass wir noch eine ganze Ewigkeit über dieses Thema nachdenken werden. Und Herr, wenn wir eine ganze Ewigkeit darüber nachdenken werden, dann ist es das Beste, was wir tun können, heute schon anzufangen und morgen weiterzumachen und keinen Tag auszulassen, sondern jeden Tag, so wie uns empfohlen worden ist, seine Zeit zu nehmen über dich und dein Wort und das Kreuz nachzudenken. Dass wir nicht die Frage stellen: „Was muss ich tun, um dich zu beeindrucken?“, sondern dass wir die Frage stellen: „Was hast du alles getan, um endlich mein Herz zu erreichen?“ Und dass wir dir einfach vertrauen, dass wir vertrauen, dass alle unsere Sünden am Kreuz von Golgatha hängen und dass wir unsere Sünden nicht nur erzählen müssen, sondern dass du sie bereits genommen hast. Und wenn wir das bekennen, wenn wir das glauben, wenn wir unsere Sünden dir im Glauben geben, dass wir wissen dürfen, dass für sie schon längst bezahlt worden ist. Und Herr, danke für diese frohmachende Botschaft. Es ist ein echtes Evangelium. Und danke für den Frieden, den du uns dadurch schenkst. Das alles bitten wir im Namen Jesu.
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