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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Der Ersehnte“ setzt Christopher Kramp sein Studium des Johannesevangeliums fort und konzentriert sich auf Johannes 10, Vers 16, wo Jesus von „anderen Schafen“ spricht. Er beleuchtet, wie Jesus‘ Selbstverständnis als guter Hirte, der sein Leben hingibt und eine universelle Herde sammelt, die Erwartungen der Israeliten an den Messias herausfordert. Das Video lädt die Zuschauer ein, biblische Belege aus dem Alten Testament zu entdecken, die Gottes umfassenden Heilsplan für alle Völker belegen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr heute Abend da seid und schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir machen weiter mit Johannes 10. Wir sind dabei, dieses Gleichnis zu verstehen von Jesus als dem guten Hirten. Und heute haben wir einen Vers, den wir uns ein bisschen genauer anschauen wollen, der uns ein richtig großes Fenster aufmachen wird in der Bibel und in das Denken Gottes hinein. Und das wollen wir gemeinsam tun mit der Führung des Heiligen Geistes.

[1:15] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen. Danke sagen, dass du uns dein Wort geschenkt hast, dass wir es lesen können, darüber nachdenken können und dadurch verwandelt werden. Wir möchten dich bitten, dass wir jetzt nach deiner Verheißung eine echte Begegnung mit dir in deinem Wort haben. Wir möchten dich bitten, dass wir uns gedanklich ganz auf das konzentrieren können, was du mir und uns heute persönlich sagen möchtest. Wir danken dir, dass du unser Lehrer bist, dass du uns den Weg weißt und dass wir dich heute noch etwas besser kennenlernen dürfen. Darauf freuen wir uns. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.

[2:03] Schlagt mit mir auf Offenbarung – Offenbarung Johannes, gleicher Autor, aber anderes Seminar – Johannes Kapitel 10 und dort Vers 16.

[2:17] Das letzte Mal, als wir uns hier getroffen haben vor zwei Wochen, haben wir darüber gesprochen, dass Jesus gesagt hat, dass er sein Leben lässt für die Schafe. Könnt ihr euch erinnern? Der Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Und wir haben uns Gedanken gemacht, eine ganze Reihe von sehr bewegenden Bibelversen, dass Jesus für mich und für uns alle gestorben ist. Könnt ihr euch erinnern, dass wir das besprochen haben, versucht haben zu verstehen, was es eigentlich praktisch bedeutet, dass Jesus für mich gestorben ist? Alle meine Schuld, alle meine Sünden, alles, was mich belastet, am Kreuz schon getragen hat, dass die Schuld schon auf ihn geworfen worden ist. Und wenn ich ihm das glaube, dann, egal wenn meine Sünden scharlachrot sind, bin ich weiß wie Schnee.

[3:04] Und heute, da könnte man eigentlich noch viele, viele, viele weitere Folgen allein zu dem Thema machen, nicht wahr? Und einfach nur darüber sprechen. Und wir wollen versuchen, das überall irgendwo mit einfließen zu lassen. Aber heute gehen wir jetzt weiter, denn Jesus sagt auch noch mehr. Denn diese Botschaft, die sollten ja nicht nur die Jünger hören, die jetzt gerade hören, sondern diese Botschaft soll in die ganze Welt. Und das bringt uns jetzt gedanklich zu dem, was in Vers 16 steht.

[3:30] Mag jemand Vers 16 lesen? "Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind. Auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein."

[3:50] Genau, wir haben gelernt, Jesus stellt sich als der gute Hirte dar. Und wir sind heute in Johannes 10, Vers 16. Jesus ist der gute Hirte, und er präsentiert sich damit als der eigentliche Leiter der Gemeinde. Könnt ihr euch erinnern? Großer Kontext: In Johannes 9 ist jemand aus der Gemeinde ausgeschlossen worden. Für was für ein Verbrechen? Er hat sich zu Jesus bekannt. Ja, und der ist ausgeschlossen worden von den Pharisäern. Und Jesus zeigt jetzt in Johannes 10, dass er der wahre Leiter der Gemeinde ist, der wahre Hirte, der sich um die wahre Gemeinde Gottes kümmert.

[4:36] Die Idee eines Hirten ist ja, die auch – weiß nicht, ob ihr das wisst – im Alten Orient verbunden mit der Idee, dass man ein König ist. Ja, die Könige haben sich auch mal als gute Hirten bezeichnet, als die Hirten, die das Volk weiden, das Volk versorgen, für das Volk da sind. Und das Volk Israel hat auf einen König gewartet, oder gewartet auf einen Hirten. Und was haben die Israeliten sich so erhofft von dem Hirten, der kommt? Vielleicht habt ihr so zwei der wesentlichen Punkte, die sie von diesem kommenden Hirten sich erhofft haben, wenn er dann kommt, der Messias, was soll er tun?

[5:08] Die Idee war so, hatte man das sich gewünscht: Die Feinde besiegen. Ja, und dann, was soll er noch tun? Also die Feinde besiegen, um dann was zu machen? Herrlichkeit! Genau, er sollte – und zwar für wen, über wen sollte er herrschen in Herrlichkeit? Über das Volk Israel. Ja, also sie hatten gehofft, dass der Messias kommt als der Hirte des Volkes, und er alle Römer, alle Bären und Löwen und Wölfe vertreibt, ja, so in ihrer Vorstellung, die Römer und was alles sonst noch so gab an Nationen. Und dann Israel, das Volk Israel, erhöhen, ja, dass Israel sozusagen Weltmacht wird. Das war die Idee.

[5:59] Jetzt kommt Jesus und sagt: "Ich bin der gute Hirte." Und er bringt allerdings zwei völlig unerwartete Aspekte. Er sagt nämlich: Der gute Hirte macht was mit seinem eigenen Leben? Er gibt sein Leben. Er lässt sein Leben. Der gute Hirte stirbt, ja. Lässt sein Leben. Und das klang für die Israeliten so, als ob das ein kompletter Gegensatz ist zu dem, was sie gedacht haben und zu dem, was sie sich vorgestellt haben. War das auch ein kompletter Gegensatz? Aber war es ein echter?

[8:30] Eigentlich aus dem Alten Testament. Und jetzt seid ihr dran. Wenn ihr die Aufgabe hättet, oder jetzt habt ihr sie heute, habt ihr die Aufgabe, ja? Ihr sollt mal aus der Bibel zeigen, dass Gott schon immer alle Menschen retten wollte, nicht nur die Israeliten. Und ihr habt nur das Alte Testament. Okay, ihr dürft jetzt nicht Matthäus und nicht Offenbarung und nicht Römer, sondern nur das Alte Testament. Ihr habt nur das Alte Testament. Welche Bibelstellen würdet ihr anführen, um zu zeigen, dass Gott über Israel hinaus gedacht hat und überall seine Schäfchen hat? Bin mal gespannt. Nur das Alte Testament. Neue Testament dürft ihr jetzt vorläufig nicht gebrauchen, weil Jesus hatte das jetzt auch erstmal nicht so zur Hand, ja. Woran kann man im Alten Testament sehen, dass Gott auch andere Schafe außerhalb des Volkes Israel hat? Sammeln wir ein bisschen mal an Gedanken, Versen, ja, Geschichten.

[9:29] Ah, in den Zehn Geboten heißt es, dass der Sabbat auch gültig ist für die Fremdlinge, ja. Nicht nur für – also für einen selbst natürlich, für die Kinder, für Magd und Knecht und Rind und Esel und auch für die Fremdlinge, ja. Also da, da sehen wir, dass das, was Gott an Geboten gibt, nicht nur auf Israel beschränkt ist. Ja, sehr gut, sehr gut. Wir sammeln mal ein bisschen, was euch alles einfällt. Textstellen im Alten Testament, die deutlich machen, dass Gott auch andere Völker retten möchte, nicht nur das Volk Israel.

[9:59] Denkt Abraham. Heißt, er wird so viel Kinder haben wie die Sterne. Mhm. Also Abraham ist ein sehr gutes Beispiel. Denn wer, wer war Abraham? Oder wo, also was war mit Abraham eigentlich? Also was ist so die Hauptgeschichte von Abraham? Der Vater der – ah, genau, er sollte ein Segen sein werden, und zwar ein Segen. Schaut mal in 1. Mose 12. 1. Mose 12 und dort Vers 3. 1. Mose 12, Vers 3. Wir schreiben ein paar Bibeltexte so auf, dass wir uns die so ein bisschen dann merken können. 1. Mose 12, Vers 3 ist ein gutes Beispiel. Da heißt es von Abraham – also Gott sagt über Abraham: "Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erden." Ja. Also in Abraham, in seinem Samen, man könnte sagen, durch das Volk, das aus ihm kommt, soll alle Völker gesegnet werden, nicht vertrieben werden, nicht besiegt werden. Da steht nicht: "In dir sollen alle Völker besiegt werden", sondern "gesegnet werden", ja. Abraham sollte ein Segen sein, und deswegen sollte auch Israel ein Segen sein. Okay, also Abraham ist ein gutes Beispiel. Fallen euch noch andere Beispiele ein, wo deutlich wird im Alten Testament, Gott will nicht nur die Israeliten retten, ja.

[11:21] Ihr wisst vielleicht auch ganz kurz, ihr wisst vielleicht, das ist eine Idee. Ich habe vor kurzem auf Missionssabbat habe ich ein langes Gespräch geführt mit einem richtig treuen, aufrichtigen, bibelfesten Christen, für den das absolut unvorstellbar war, dass das Evangelium im Alten Testament schon genauso das Gleiche ist wie im Neuen Testament, ja. Für ihn war das ganz klar: Im Alten Testament, da gab's die Regeln, da gab's die Gebote, da ging es um Israel. Und im Neuen Testament geht das Evangelium zu den Völkern, ja. Das ist sehr weit verbreitet, ja. Und deswegen wollen wir uns die Frage stellen: Hat das, was Jesus hier sagt, "andere Schafe", schon ein Fundament im Alten Testament?

[12:00] Ja, und in Jesaja 53, Vers 12, da steht auch, dass er die Übeltäter – "Darum will ich ihm die vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich für die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen."

[30:04] sind, bin ich weiß wie Schnee. Und heute da könnte man eigentlich noch viele, viele, viele weitere Folgen allein das Thema machen. Ich war und einfach nur darüber sprechen, und wir wollen versuchen, das überall irgendwo mit einfließen zu lassen. Aber heute gehen wir jetzt weiter, denn Jesus sagt auch noch mehr. Vers 16 sollten ja nicht nur die Jünger hören, die jetzt gerade hören, sondern diese Botschaft soll in die ganze Welt. Und das bringt uns jetzt gedanklich zu dem, was in Vers 16 steht.

[30:37] Hat denn jemand, mag jemand Vers 16 lesen? "Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind. Auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein."

[30:54] Jesus stellt sich als der gute Hirte da, oder? Und wir sind heute in Johannes 10, Vers 16. Jesus ist der gute Hirte, und er präsentiert sich damit als der eigentliche Leiter der Gemeinde. Ihr könnt euch erinnern, großer Kontext: In Johannes 9 ist jemand aus der Gemeinde ausgeschlossen worden. Für was für ein Verbrechen? Er hat sich zu Jesus bekannt. Ja, und er ist ausgeschlossen worden von den Pharisäern. Und Jesus, denn diese Botschaft, die, dass er der wahre Leiter der Gemeinde ist, der wahre Hirte, der sich um die wahre Gemeinde Gottes kümmert, dieser...

[31:39] Hirte, oder? Das, die Idee eines Hirten ist ja die auch – weiß nicht, ob ihr das wisst – im Alten Orient verbunden mit der Idee, dass man ein König ist. Ja, die Könige haben sich auch mal als gute Hirten bezeichnet, ja, als die Hirten, die für das Volk weiden, das Volk sorgen, für das Volk da sind. Und das Volk... genau, wir haben gelernt, zwei der wesentlichen Punkte, die sie von diesem kommenden Hirten sich gehofft haben, wenn er dann kommt, der Messias, was sollte er tun? Er sollte – also, die Idee war so, hatte man das sich gewünscht – ja, die Feinde besiegen.

[32:10] Ja, und dann, was sollte er noch tun? Also, die Feinde besiegen, um dann was zu machen? Herrlichkeit zu erlangen. Genau, er sollte, und zwar für wen, über wen sollte er herrschen? Zeigt jetzt in Johannes 10: über das Volk Israel. Ja, also, sie hatten gehofft, dass der Messias kommt als der Hirte des Volkes, und er alle Römer, alle Bären und Löwen und Wölfe vertreibt, ja, so in ihrer Vorstellung, die Römer und was alles sonst auch so gab an Nationen. Und dann Israel, das Volk Israel, erhöhen, ja, dass Israel sozusagen Weltmacht wird. Das war die Idee.

[32:55] Jetzt kommt Jesus, und der kommt vielleicht... und er bringt allerdings zwei völlig unerwartete Aspekte rein. Er sagt nämlich, der gute Hirte macht was mit seinem eigenen Leben? Er gibt sein Leben. Er lässt sein Leben. Der gute Hirte stirbt, ja. Lässt sein Leben. Und das klang für die Israeliten so, als ob das ein kompletter Gegensatz ist zu dem in Herrlichkeit, zu dem, was sie sich vorgestellt haben. War das auch ein kompletter Gegensatz? Aber war es ein echter Gegensatz?

[33:59] Sagt: "Ich bin der gute Hirte" in der Bibel und in das Denken Gottes hinein. Und das wollen wir gemeinsam tun mit der Führung des Heiligen Geistes. Ich lade euch ein, wo es möglich ist, dass wir...

[35:33] ...eigentlich aus dem Alten Testament. Und jetzt seid ihr dran, wenn ihr die Aufgabe hättet, oder jetzt habt: Ihr sollt mal aus der Bibel zeigen, dass Gott schon immer alle Menschen retten wollte, nicht nur die Israeliten. Und ihr habt nur das Alte Testament, okay? Ihr dürft jetzt nicht Matthäus und nicht Offenbarung und nicht Römer, sondern nur das Alte Testament. Ihr habt nur das Alte Testament. Welche Bibelstellen würdet ihr anführen, um zu zeigen, dass Gott über Israel hinaus gedacht hat und überall seine Schäfchen hat?

[36:14] Israel hat auf einen König gewartet, oder gewartet auf einen Hirten. Und was haben die Israeliten sich so erhofft von dem Hirten? Bin mal gespannt. Nur das Alte Testament. Neue Testament dürft ihr jetzt vorläufig nicht gebrauchen, weil Jesus hatte das jetzt auch erstmal nicht so zur Hand, ja. Woran kann man im Alten Testament sehen, dass Gott auch andere Schafe außerhalb des Volkes Israel hat? Sammeln wir ein bisschen mal an Gedanken, Versen, ja, Geschichten. Sie, heute habt ihr die Aufgabe.

[36:44] Ja, in den Zehn Geboten heißt es, dass der Sabbat auch gültig ist für die Fremdlinge, ja, nicht nur für – also für einen selbst natürlich, für die Kinder, für Magd und Knecht und Rind und Esel und auch für die Fremdlinge, ja. Also, da sehen wir, dass das, was Gott an Geboten gibt, nicht nur auf Israel beschränkt ist. Ja, sehr gut, sehr gut. Wir sammeln mal ein bisschen, was euch einfällt, Textstellen im Alten Testament, die deutlich machen, dass Gott auch andere Völker retten möchte, nicht nur das Volk Israel.

[37:18] So viel Kinder hat er. Also, Abraham ist ein sehr gutes Beispiel, denn wer, wer war Abraham, oder wo, also, was war mit Abraham eigentlich? Also, was ist so die Hauptgeschichte von Abraham? Das ist der Vater der... Ah, genau! Er sollte ein Segen sein und werden, und zwar ein Segen. Schaut mal in 1. Mose 12.

[38:36] 1. Mose 12, Vers 3. Wir schreiben ein paar Bibeltexte so auf, dass wir uns die so ein bisschen dann merken können. 1. Mose 12, Vers 3 ist ein gutes Beispiel. Da heißt es von Abraham – also, Gott sagt über Abraham: "Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erden." Ja, ja. Also, in Abraham, in seinem Samen, man könnte sagen, durch das Volk, das aus ihm kommt. In dir sollen alle Völker besiegt werden, sondern gesegnet werden. Ja, Abraham sollte ein Segen sein, und deswegen sollte auch Israel ein Segen sein. Okay, also, Abraham ist ein gutes Beispiel.

[39:12] Fallen euch noch andere Beispiele ein, wo deutlich wird im Alten Testament: Gott will nicht nur die Israeliten retten? Ja, ihr wisst vielleicht auch ganz kurz, ihr wisst vielleicht, das ist eine Idee, ich habe vor Kurzem auf Missionssabbat habe ich ein langes Gespräch geführt mit einem richtig bibelfesten Christen, für den das absolut unvorstellbar war, dass das Evangelium im Alten Testament schon genauso das Gleiche ist wie im Neuen Testament. Ja, für ihn war das ganz klar: Im Alten Testament, da gab's die Regeln, da gab's die Gebote, da ging es um Israel. Und im Neuen Testament geht das Evangelium zu den Völkern. Ja, das ist sehr weit verbreitet, ja. Und deswegen wollen wir uns die Frage stellen: Hat das, was Jesus hier sagt, "andere Schafe", schon ein Fundament im Alten Testament?

[40:05] Jesaja 53, Vers 12. Da steht auch, dass er die... "Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat."

[41:09] Und und herzlich willkommen.

[42:14] Gedanklich möchten wir dich bitten, dass wir uns ganz auf das konzentrieren können, was du uns durch dein Wort gegeben hast. In unserer Begegnung mit dir, deiner Verheißung, eine echte... Wir möchten dich bitten, dass du uns dadurch verwandelst. Wir können nachdenken, dass wir es lesen können, was du uns an Wort geschenkt hast. Wir möchten dir danke sagen, lieber Vater im Himmel.

[45:52] In Sacharja 8, ab Vers 20, so spricht der HERR der Heerscharen: "Es werden noch Völker und die Bewohner vieler Städte kommen. Und die Bewohner einer Stadt werden zu denen einer anderen kommen und sagen: 'Lasst uns hingehen, um den Herrn anzuflehen und den Herrn der Heerscharen zu suchen.' 'Auch ich will gehen.'"

[46:09] Also, das ist quasi dann ein Moment, wo die Heiden sich untereinander besuchen und sagen: "Hey, gehst du auch mit? Wir gehen nach Jerusalem!" Ja, wir gehen auch zum Volk Gottes, die machen Mission untereinander. Ja, so sehr. Warum, warum, warum ist das so? Vers 22: "So werden große Völker und mächtige Nationen kommen, um den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und den Herrn anzuflehen." So spricht der HERR der Heerscharen: "In jenen Tagen wird es geschehen, dass zehn Männer aus allen Sprachen der Heidenvölker, alle Nationen, Völker, Stämme und Sprachen, einen Juden beim Rockzipfel festhalten und zu ihm sagen werden: 'Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.'"

[46:51] Also, das ist meine Vision von Mission. Stellt euch vor, dass die Menschen euch am Rockzipfel hängen und sagen: "Können wir mit euch in die Gemeinde gehen? Wir haben gehört, dass Gott mit euch ist." Ja, ihr lacht, das steht dort. Wie war bei... was? Wie war es zur Zeit der Apostel? Leute sind zum Teil in Scharen gekommen, weil sie gehört haben: "Da ist Jesus!" Steht übrigens ganz oft in der Bibel, auch Jesaja, dass die Völker kommen werden zum Berg Zion, weil sie hören werden: "Dort ist das Wort Gottes, dort wird das Gesetz Gottes noch gelehrt." Ja, die Zeit kommt.

[47:22] Und was sagt 5. Mose? "Wenn sie hören werden eure Gebote, dann werden sie sagen: 'Was für ein weises Volk!' Und dann werden sie sagen: 'Was ist das für ein Volk, dem sich die Götter, also, wo ist ein anderes Volk, wo die Götter so oft sich dem Volk nahen, wann immer es bittet?'" Mit anderen Worten, gibt es sonst Menschen, die solche Gebetserfahrung machen wie Gottes Volk? Ich muss da immer an White denken. Sie schreibt das in "Propheten und Könige", glaube ich, dass sich das auch genauso erfüllt hat während der Zeit von David und Salomo, ja, dass sich viele in der Zeit, wo Israel geistlich stark war, auch dem Volk angeschlossen haben. Ganz genau.

[48:05] Wenn die Israeliten jetzt alle dann zur Zeit von Jesus auch so stark gewesen wären und sie hätten Jesus angenommen, und Jesus wäre in ihrer Mitte für sie alle gestorben, ich meine, wir wissen ja schon, zur Zeit der Apostel, da kamen ja Leute aus Äthiopien, da waren ja Römer da, da kamen Griechen, wollten Jesus sehen. Das, und das wäre noch viel mehr geworden. Die hätten alle quasi in Jerusalem, das hätte sich buchstäblich erfüllt, ja, wenn die Israeliten bei Israel geblieben wären, bei Jesus. Dann hätte sich das buchstäblich erfüllt in Jerusalem. Wir wären alle nach Jerusalem gekommen, ja, wären alle Israeliten geworden. Sind wir auch, also, geistlich.

[48:38] Nicht. Und Jesus sagt: "Ich hab noch andere Schafe." Und der versucht... also, Jesus erfindet hier nichts Neues. Er versucht eigentlich nur, seinen Zuhörern deutlich zu machen, was im Alten Testament die ganze Zeit unmissverständlich eigentlich steht. "Noch andere Schafe."

[48:55] Und das heißt für uns praktisch jetzt am Ende noch ganz kurz: Wir sind beauftragt, das Evangelium zu predigen. Wo? In allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen. Warum? Weil Jesus in allen Völkern, Nationen, Stämmen und Sprachen – ich darf ergänzen, in allen Religionsgemeinschaften, sagt Ellen White, "in allen Kirchen Schafe hat."

[49:16] Und wir müssen die Frage stellen: Wie erreichen wir Gottes Schafe in der katholischen Kirche und Gottes Schafe bei den Zeugen Jehovas und Gottes Schafe bei den Methodisten und Gottes Schafe bei den Schiiten und bei den Sunniten und bei den Buddhisten und bei den Marxisten, ja, und bei den Hinduisten und bei den Animisten? Wie erreichen wir Gottes Kinder dort?

[49:40] Weil wir wollen nicht über die Israeliten im Alten Testament lächeln und sagen: "Sie haben die Mission gemacht!", und am Ende selbst es nicht machen. Ja, weil Jesus möchte gern die anderen Schafe führen. Und wenn Jesus in meinem Herzen wohnt, dann habe ich einen Wunsch, auch andere Schafe zu Jesus zu führen. Ich habe den Wunsch, dass sie, dass Jesus sie führen kann. Oder?

[50:04] Und deswegen dürfen wir nie vergessen: Es gab das organisierte Volk Israel. Es gab viele Schafe, die sollten eigentlich alle nach Israel kommen. Könnt ihr das sehen? Da war nicht die Rede davon, Israeliten werden jetzt so wie die Moabiter und wie die Assyrer, sondern da war die Rede davon, dass die Assyrer wie Israeliten werden, dass die Assyrer nach Israel kommen, dass sie alle zur Wahrheit kommen. Also, Mission ist nicht, dass wir sagen: "Okay, überall sind ein paar Schafe, alle sind gleich, gleich, gleich, gleich Volk Gottes." Nein, all die Schafe sollen zu Jesus kommen, zu seiner Wahrheit, zu seinem Tempel, zu seinem himmlischen Heiligtum.

[50:40] Ja, und in diesem Sinne lasst uns lesen noch am Ende, was in Johannes 10 steht, was Jesus selbst sagt. Und das ist sehr wichtig, auch Johannes 10 und dort in Vers 16. Er sagt: "Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind. Auch diese muss ich führen." Jesus hat genauso eine Verantwortung für seine Kinder in anderen Kirchen und in anderen Völkern, wie er eine Verantwortung für uns empfindet. Wir sind nicht sozusagen nur, weil wir schon in der organisierten Gemeinde Gottes sind, sind wir nicht erstklassigere Kinder Gottes. Ja, was sagt Jesus in Offenbarung 18? "Kommt aus ihr heraus, mein Volk!" Er sagt nicht: "Kommt heraus, damit ihr mein Volk werdet." Er sagt: "Ihr seid schon mein Volk, aber ihr seid doch am falschen Ort. Kommt heraus!"

[51:28] Und dann steht hier: "Auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein."

[51:37] Dort steht nicht "eine Herde und noch 25 Splittergruppen drum herum". Eine Herde. Gott, Jesus hat vorhergesehen: "Es wird eine Herde sein."

[51:50] Diese Herde wird auch... die wird nicht einfach nur jeder macht, was er will, sondern es ist eine Herde unter einem Hirten.

[51:59] Und das größte und das größte Geheimnis echter Einheit in der Gemeinde ist, wenn wir alle einen Hirten haben. Wenn Jesus unser Hirte ist, werden wir auch uns zusammen in der Schafhürde verstehen. Ja, vielleicht werden wir mal aufeinander trampeln, ja, uns gegenseitig anrempeln als Schafe, ja, weil jeder dann das gleiche Essen wollte oder so. Aber auf Dauer werden wir, als wenn wir einen Hirten haben, werden wir auch als Schafe zusammenhalten.

[52:20] Und wenn aber jeder denkt, er ist ein besseres Schaf als die anderen und seine Wolle ist noch reiner als die beim anderen, dann hat der Feind sehr leicht, die ganzen einzelnen Schaf-Splittergruppen wegzureißen.

[52:32] Wir müssen eine, eine Herde sein. Also, das heißt, er hat viele Schafe, und wo müssen alle hin? In die eine Herde, in die eine Herde, die er organisiert in seinem Volk.

[52:43] Deswegen gibt es in allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen, in allen Kirchen Kinder Gottes. Die sind schon Kinder Gottes, die sind schon bekehrt. Die wissen vielleicht noch nicht alle Wahrheiten, die wissen vielleicht noch nicht, wo Gottes wahre Gemeinde ist, aber sind schon bekehrt. Und sie sollen auch herausgeführt werden. Und natürlich viele andere sollen noch bekehrt werden. Ja, das, das ist richtig. Genau.

[53:03] In diesem Sinne wollen wir dankbar sein, dass wir einen Hirten haben. Ja, sind wir dankbar, dass das Alte Testament genau dasselbe Evangelium predigt wie das Neue? Sind wir dankbar, dass Jesus unser Israel ist und dass sein Name über uns ausgerufen ist? Wenn wir das geistliche Israel sind, dann deswegen, weil Jesus für uns kämpft und weil wir eben nicht mehr selbst kämpfen, weil wir gesagt haben: "Jesus, du segnest mich jetzt!" Und jetzt glaube ich, dass du für mich kämpfst. Und wenn wir vor den Füßen Jesu knien und sagen: "Du musst für mich kämpfen!", dann kann Jesus nicht nein sagen. Dann haben wir sozusagen gewonnen, weil wir gesagt haben: "Du musst kämpfen!" Das ist Geheimnis, Geheimnis der Sieger. Noch gemeinsam beten.

[53:52] Lieber Vater im Himmel, danke für diesen wunderbaren Vers in Johannes 10, Vers 16. Und danke, dass wir heute sehen konnten, wie sehr und wie stark schon das Alte Testament diese Wahrheit betont, dass bei dir alle Menschen gleich sind. Obwohl wir alle Sünder sind, möchtest du alle retten. Und du willst, egal ob wir aus welchen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen, welchen Kulturen, Rassen, wo immer wir herkommen, du hast uns alle gleich lieb. Und Jesus ist für uns alle gestorben und auferstanden. Und Herr, gib, dass wir das in dieser Welt, die immer mehr auch, ja, in eine falsche Richtung läuft, wo immer mehr Nationen sich verfeinden, wo Menschen nicht mehr miteinander reden, weil sie aus unterschiedlichen Ländern kommen, die im Krieg miteinander sind, dass wir in dieser Welt ein Licht sind dafür, dass vor dir alle Menschen gleich sind und dass du niemanden besser behandelst aufgrund seiner Hautfarbe oder seines Bekenntnisses. Und dass du jeden von uns segnen möchtest und dass wir, die wir das verstanden haben, das Vorrecht haben, andere auch zu dir zu führen. Herr, wir sehnen uns danach, dass in unserem Leben du so sichtbar wirkst, dass Menschen...

[55:03] du so sichtbar wirkst, dass Menschen sagen: „Wir wollen mit dir gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit dir ist.“ Herr, wir wollen heute erneut dir sagen, dass du uns segnen musst. Wir können nicht alleine kämpfen. Das ist bisher immer schiefgegangen. Und wir glauben ganz fest, dass wenn wir heute erneut uns dir übergeben und fest daran halten, dass du uns segnest, dass du für uns kämpfst, dass wir dann echt Überwinder sind, weil dann du kämpfen kannst. Dafür danken wir dir im Namen Jesu.


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