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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


Christopher Kramp beginnt in dieser Folge das Studium von Jesu letzter Reise nach Jerusalem, die einen markanten Einschnitt in seinem Wirken darstellt. Er beleuchtet Jesu entschlossenen Blick auf die Stadt, wissend um das bevorstehende Leid, und den strategischen Wandel in seiner öffentlichen Auftrittsweise. Die Episode thematisiert die Zweifel der Jünger und Satans subtile Versuchungen, Jesus von seinem Weg abzubringen, sowie die Ablehnung in einem Samariterdorf und die impulsive Reaktion von Jakobus und Johannes. Das Studium betont die ewige Bedeutung von Jesu unerschütterlicher Hingabe an Gottes Plan.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:33] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr wieder dabei seid, dass ihr eingeschaltet habt und dass wir gemeinsam fortsetzen können unser Studium über unseren Erlöser Jesus Christus. Das Warten hat ein Ende und wir wollen weitermachen, indem wir Geschichte für Geschichte, Abschnitt für Abschnitt aus dem Leben unseres Heilandes gemeinsam betrachten, die verschiedenen Facetten seines Charakters, seines Wirkens, seiner Lehre unter die Lupe nehmen und ihn dadurch immer besser kennenlernen.

[1:10] Das Setting ist ein bisschen neu, wir sind in unserem neuen Studio. Wir werden in Studioatmosphäre dieses Studium jetzt fortsetzen und ich lade euch ein, weiterhin eure Bibeln wie auch in früheren Folgen aufzuschlagen, mitzudenken und selbst nachzuvollziehen, was die Bibel in den vier Evangelien über Jesus Christus uns zeigt.

[1:33] Wir beginnen passenderweise mit einem neuen Abschnitt, mit einem ganz markanten Einschnitt im Leben und Wirken von Jesus. Ab der heutigen Folge werden wir ihn auf seiner letzten Reise begleiten, der Reise nach Jerusalem. Und diese Reise hat eine ganze Reihe von Stationen und wir werden sie in den kommenden Wochen und Monaten zunächst einmal im Lukasevangelium verfolgen, bis wir dann später natürlich auch chronologisch alle weiteren Geschichten hinzunehmen, bis uns diese Reise tatsächlich zum Kreuz von Golgatha und darüber hinaus führen wird.

[2:19] Wir sind also sozusagen jetzt auf dem letzten großen Abschnitt des Lebens von Jesus angekommen. Ab jetzt hat Jesus seinen Blick direkt auf das Kreuz gerichtet und er beginnt auch sichtbar für alle Menschen um ihn herum, sich auf Jerusalem zuzubewegen. Das wird ein ganz besonderes und intensives Studium für uns in den nächsten Wochen, Monaten und wahrscheinlich Jahren.

[2:50] Und jeder von uns kann unfassbar viel lernen, wenn wir die letzten Monate, die letzten Wochen im Leben von Jesus betrachten, denn dort geschehen Dinge, die für uns von ewiger Bedeutung sind.

[3:09] Bevor wir heute mit der ersten Geschichte auf dieser letzten Reise beginnen, wollen wir Gott einladen, dass er unser Denken durch den Heiligen Geist erleuchtet, dass wir verstehen, was Jesus uns in den Evangelien sagen möchte und dass wir das, was wir gelernt haben, durch seine Kraft im Heiligen Geist auch tatsächlich im Alltag ausleben können.

[3:37] Wollen wir gemeinsam zum Beginn beten und ich lade dich ein, lieber Freund, liebe Freundin, wenn es dir möglich ist, dass du mit mir auch dazu niederkniehest.

[3:49] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns die Evangelien geschenkt hast, in denen wir aus verschiedenen Perspektiven die Ereignisse im Leben von Jesus erkennen können, verstehen können, miteinander verbinden können und ein immer plastischeres Bild bekommen von ihm. Wir möchten dich bitten, dass du heute auch durch die Geschichte, die wir betrachten wollen, zu uns sprichst, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst und dass es uns Freude macht, Jesus besser kennenzulernen. Herr, Dank dafür von ganzem Herzen. Sei du jetzt unser Lehrer nach deiner Verheißung und segne unser Studium und schenk uns die Kraft, das Gelernte auch umzusetzen. Das bitten wir alles im Namen Jesu.

[4:37] Amen. In den vergangenen Folgen haben wir uns mit Johannes 7, 8, 9 und 10 beschäftigt, die Zeit des Laubhüttenfestes im Jahre 30 nach, also 30 nach Christus, also das heißt im Herbst dieses Jahres.

[4:53] Wir haben festgestellt damals, es war noch ungefähr ein halbes Jahr bis zur prophezeiten Zeit, bis zum prophezeiten Tod des Messias. Und die Kapitel in Johannes 7, 8, 9 und 10 spielen während und kurz nach dem Laubhüttenfest.

[5:14] Offensichtlich ist Jesus danach noch einmal weggezogen von Jerusalem, höchstwahrscheinlich Richtung Norden.

[5:25] In Lukas Kapitel 9 – wir werden, wie schon angedeutet, in den folgenden Wochen und Monaten uns im Lukasevangelium bewegen, weil dort jetzt mehrere Kapitel hintereinander chronologisch gesehen die nächsten Ereignisse berichtet werden.

[5:42] Und das heißt hier in Lukas 9 und dort Vers 51, dort beginnt der Bericht über die letzte Reise Jesu. In Lukas 9 und dort Vers 51 heißt es hier: "Es geschah aber, als sich die Tage seiner Wiederaufnahme in den Himmel erfüllten und er sein Angesicht entschlossen nach Jerusalem richtete, um dorthin zu reisen."

[6:14] Dieser Vers zeigt, hier geht diese letzte Reise los.

[6:23] Ellen White kommentiert, dass am Ende seines Dienstes, oder das Ende seines Dienstes gekommen war, es einen Wandel in der Art und Weise der Arbeitsmethode Jesu gegeben hat.

[6:34] Bis dahin hatte er alle Begeisterung und alle Öffentlichkeit versucht zu vermeiden. Er hatte die Verehrung des Volkes abgelehnt und war oft, das haben wir immer wieder gesehen in den Evangelien, schnell von Ort zu Ort gegangen, wenn der Enthusiasmus des Volkes zu seinen Gunsten so stark wurde, so dass man das dann nicht mehr hätte kontrollieren können.

[7:05] Immer und immer wieder hatte er befohlen, dass niemand ihn als den Christus, als den Messias, bekannt machen sollte.

[7:18] Bei dem Fest der Laubhütten, beim Laubhüttenfest, dass wir uns ja Johannes 7 angeschaut haben, war seine Reise nach Jerusalem noch sehr schnell und geheim gemacht worden.

[7:28] Das haben wir uns damals ja angeschaut. Das war ganz deutlich, dass Jesus gesagt hat: "Meine Zeit ist noch nicht gekommen." In Johannes 7 Vers 6 hatte er seinen Weg nach Jerusalem unbeobachtet gemacht und war in die Stadt unangekündigt, also ohne eine besondere Ankündigung, eingetreten und ungeehrt von der großen Volksmenge.

[7:57] Und dann sagt sie: Er hatte Jerusalem für eine Zeit dann wieder verlassen wegen der Bosheit der Priester und der Rabbis.

[8:07] Was er in dieser Zeit gemacht hat, seit er Jerusalem verlassen hat – wir hatten ja ihn in Johannes 10 noch in Jerusalem gefunden, als er dort auch nach der Heilung der Geschichte mit dem blindgeborenen Mann auch in Johannes 10 noch über dieses Bild des Hirten gesprochen hatte, sich selbst als der gute Hirte präsentiert hatte und auch dort auf Ablehnung gestoßen war von den Priestern und Rabbis.

[8:30] Von dem Zeitpunkt an, als wir dort das letzte Mal gesehen haben, ist er dann weggezogen und was er dort dann an am anderen Ort getan hat, gesagt hat, davon haben wir keinen biblischen Bericht.

[8:42] Der nächste biblische Bericht ist, dass er jetzt wieder sich auf den Weg nach Jerusalem macht.

[8:52] Jesus wusste ganz genau den Zeitpunkt. Es heißt ja, die Tage seiner Wiederaufnahme, seiner Himmelfahrt, näherten sich, sie erfüllten sich.

[9:00] In Johannes Kapitel 13 und dort Vers 1 sehen wir, dass Jesus über die prophetischen Zeitpunkte genaustens informiert war.

[9:12] Es heißt in Johannes 13 Vers 1: "Vor dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen." Das genau diese Aufnahme, die Wiederaufnahme in den Himmel.

[9:25] Jesus wusste, dass sich das jetzt erfüllen würde. Jesus kannte die Prophetie und hat auch seinen Dienst nach dem Kalender sozusagen der biblischen Prophetie ausgelebt, hat ihn sozusagen angepasst.

[9:43] Er hat sein Angesicht auf Jerusalem gerichtet. Was das bedeutet, können wir eigentlich nur erahnen, denn Jesus wusste nicht nur, wann sein Dienst enden würde, er wusste auch, auf welche Art und Weise er enden würde.

[9:58] Wir bekommen einen kleinen Einblick, wenn wir Jesaja 50 lesen. Dort finden wir auch dieses Bild vom gerichteten Angesicht wieder.

[10:11] In Jesaja 50 und dort ab Vers 5. Schon Vers 4 ist hier interessant, weil dort spricht es von der persönlichen Morgenandacht, die Jesus als Messias erlebt hat und wo er jeden Morgen von Gott sich die Nachrichten, die Botschaft, hat geben lassen, die er mit der dann andere Menschen frisch und erquickt hat und belebt hat.

[10:35] In Jesaja 50 ab Vers 5 heißt es: "Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet und ich habe mich nicht widersetzt und bin nicht zurückgewichen. Meinen Rücken bot ich denen dar, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der HERR wird mir helfen, darum muss ich mich nicht schämen. Darum machte ich mein Angesicht wie einen Kieselstein, denn ich wusste, dass ich nicht zu Schanden würde."

[11:10] Warum hat Jesus sein Angesicht auf Jerusalem gerichtet, obwohl er wusste, dass dort nur Schande und Schmach, Schläge und Speichel, der Tod auf ihn warten würde?

[11:30] Er wusste, dass Gott mit ihm ist. Er wusste, dass das Gottes Wille ist. Er wusste, dass das das Beste ist, was er tun kann und dass auch das ist, was er sich in alle Ewigkeit wünschen würde, getan zu haben, um nämlich Menschen zu retten.

[11:46] So unangenehm das auch war, Jesus hat die Botschaft Gottes verstanden und sich auch von den bevorstehenden Qualen, von denen er wusste aus der biblischen Prophetie, nicht abschrecken lassen.

[12:00] Er hat nicht gezögert, als er wusste, die Zeit ist nah. Er hat sein Angesicht auf Jerusalem gerichtet und ist vorwärts gegangen im Namen Gottes.

[12:11] Wir finden einen Abglanz davon später im Leben von Paulus, der sich auch nach der dritten Missionsreise auf den Weg nach Jerusalem machte und von dem es heißt in der Apostelgeschichte 20 Vers 22 bis 24: "Und siehe, jetzt reise ich gebunden im Geist nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird, außer dass der Heilige Geist von Stadt zu Stadt Zeugnis gibt und sagt, dass Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten."

[12:43] Paulus war unterwegs nach Jerusalem und er wusste, ich werde dort gefangen genommen werden, es wird dort Bedrängnis geben.

[12:48] Und dann sagt er in Vers 24: "Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht." Mit anderen Worten: "Ich habe mein Angesicht auf Jerusalem gerichtet. Mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freuden zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen."

[13:11] Hier spiegelt sich im Leben von Paulus so ein bisschen das wider, was wir im Leben von Jesus sehen. Er hat sein Angesicht auf Jerusalem gerichtet, selbst sein Leben war ihm nicht teuer. Er wollte seinen Dienst, den er von Gott bekommen hat, ausführen. Das Evangelium nicht nur bezeugen, sondern er selbst war ja das Evangelium, selbst sein Tod am Kreuz von Golgatha war das Evangelium.

[13:44] In Lukas 9 lesen wir weiter in Vers 52. Also, als er sein Angesicht darauf richtete, nach Jerusalem zu reisen, heißt es hier in Vers 52: "Da sandte er Boten vor sich her."

[14:00] Jesus kündigt seine Ankunft an. Das erinnert uns ein bisschen auch dann an die Wiederkunft, wenn Jesus wiederkommt, kündigt er seine Ankunft vorher an und er sendet Boten aus.

[14:14] Und insofern ist auch diese Geschichte hier für uns auch heute von besonderem Interesse, die wir uns als seine Boten verstehen. Jesus hat uns einen Auftrag gegeben, seine Ankunft anzukündigen.

[14:33] Erneut Ellen White, wie gesagt, sie beschreibt das: Bis zu diesem Zeitpunkt, bis zu Lukas 9, 51, 52, Jesus versucht hat, immer, wie man im Englischen sagte, "low profile", also möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen.

[14:45] Und wenn irgendwo die Begeisterung so groß wurde, dass sie, wie im Fall der Speisung der 5000 in Johannes Kapitel 5 von den parallelen Berichten, dann sich dazu entschlossen hatten, ihn zum König zu machen, hat er immer das unterbunden, hat immer versucht, das so "runterzukochen" in Anführungsstrichen.

[15:06] Er ist schnell von Ort zu Ort gegangen, hat große Aufläufe versucht zu vermeiden, immer wieder bis hierhin.

[15:14] Jetzt sagt sie: Jetzt setzte er sich, jetzt begann er wieder zurückzukehren nach Jerusalem und reiste in der öffentlichsten Art und Weise und zwar durch eine Rundreise.

[15:27] Es war also nicht unbedingt der direkte Weg nach Jerusalem. Er wollte, dass so viele Orte wie möglich in gewisser Weise von seiner Reise nach Jerusalem mitbekommen.

[15:40] Und seine Reise wurde durch solch eine Ankündigung seines Kommens vorbereitet, wie sie niemals zuvor gemacht worden ist. Niemals zuvor hat er sein jeweiliges Ankommen, sein Auftreten auf eine derart öffentliche Weise angekündigt.

[15:59] Warum war das so? Er ging nun voran zu der Szene seines großen Opfers und die Aufmerksamkeit der Menschen musste darauf gerichtet werden.

[16:17] Interessanterweise offenbart uns Ellen White, dass auch die Jünger selbst nun plötzlich Zweifel hatten, ob es eine gute Idee ist, nach Jerusalem zu gehen.

[16:27] Wir hatten gesehen, dass seine Brüder beim Laubhüttenfest ihn dazu gedrängt hatten, sich zu offenbaren.

[16:33] Und nun sagt Ellen White: In einem Geist, der diesem Geist der Brüder verwandt ist, wollten die Jünger ihn jetzt davon zurückhalten, diese Reise nach Jerusalem zu machen.

[16:47] Warum? Der gleiche, ein verwandter Geist, weil er menschlich war, menschlich gedacht hat.

[16:51] Sie erinnerten sich an seine Worte, dass dort ihm etwas Schlimmes passieren würde und sie kannten die tödliche Feindschaft der religiösen Leiter und sie hätten gerne ihren Meister davon abgehalten, dorthin zu gehen.

[17:13] Also interessanterweise waren die Jünger gar nicht so sehr darauf aus, dass Jesus jetzt tatsächlich nach Jerusalem geht.

[17:24] Und dann sagt sie etwas sehr, sehr Bewegendes: Für das Herz Christi war es eine bittere Aufgabe, seinen Weg gegen die Furcht, die Enttäuschung und den Unglauben seiner geliebten Jünger zu pressen.

[17:43] Mit anderen Worten: Jesus muss seinen Weg gehen, aber der Unglaube und die Enttäuschung und die Furcht seiner eigenen geliebten Jünger stehen ihm wie ein Hindernis im Weg und das war für ihn eine bittere Aufgabe, den Weg geradeaus zu gehen, obwohl seine geliebten Jünger ständig ihm sozusagen mit ihrem Unglauben Schwierigkeiten machten.

[18:07] Es war hart, sie vorwärts zu führen zu der Angst und der Verzweiflung, die sie in Jerusalem erwartete.

[18:15] Und Satan war jetzt nahe, um seine Versuchungen dem Sohn, dem Menschensohn, dem Sohn des Menschen, ja, vorzuhalten.

[18:28] Warum sollte er jetzt nach Jerusalem gehen zu einem sicheren Tod? Denn als Jesus seinen Blick auf Jerusalem richtet, weiß er, er geht jetzt zu seinem Tod.

[18:39] Und Satan fragt: Warum jetzt? Um ihn herum sind doch Seelen, die nach dem Brot des Lebens hungern.

[18:51] Überall sind Leidende, die auf das Wort seiner Heilung warten. Das Werk, das er mit dem Evangelium seiner Gnade angefangen hatte, war ja gerade erst begonnen worden. Es ging ja doch gerade erst los und er war immer noch in der Fülle seiner besten männlichen Kraft.

[19:15] Warum jetzt nicht zu den weiten Feldern der Welt gehen mit dem Wort seiner Gnade und mit der Berührung seiner heilenden Kraft?

[19:24] Mit anderen Worten, Satan hat ihm vorgeschlagen: "Hey, warum willst du jetzt dein Werk beenden? Es hat doch gerade angefangen. Schau, wie viel Menschen geheilt werden können, wie viel Menschen die Worte deiner Gnade brauchen. Geh doch in die ganze Welt, mach doch die Weltmission!"

[19:43] Warum nicht jetzt die Freude erleben und für sich nehmen, Licht und Fröhlichkeit den Millionen geben, die in Trauer stehen und verdunkelt sind?

[19:58] Warum die Ernte den Jüngern überlassen, die so schwach im Glauben sind, so schwer von Begriff, so langsam im Umsetzen?

[20:10] Warum nicht selbst die Ernte einfahren? Warum jetzt den Tod entgegengehen und das Werk in seinen Anfängen lassen?

[20:25] Der Feind, der in der Wüste Christus konfrontiert hatte, griff ihn nun mit heftigen und subtilen Versuchungen an.

[20:36] Hätte Jesus für einen Moment sich diesen Versuchungen ergeben, hätte er seinen Kurs in dem kleinsten Detail geändert, um sich selbst zu retten, hätten Satans Helfer triumphiert und die Welt wäre verloren gewesen.

[20:58] Wir erahnen nicht, in diesem scheinbar erstmal so unscheinbaren Satz, dass er sein Angesicht nach Jerusalem richtete, welch eine Versuchung Satan auf ihn gerichtet hat, welch ein Kampf das war und wie selbst seine eigenen Jünger ihm das Leben schwer gemacht haben.

[21:24] Jesus war bereit, dem Fahrplan der Prophetie zu folgen, auch wenn nach menschlichem Ermessen es so aussah, als wäre es doch viel klüger, jetzt erst einmal dieses tolle Werk weiterzuführen und vielleicht noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte zu predigen und zu heilen und vielleicht viele Länder zu erreichen.

[21:43] Aber Gott hat einen anderen Plan und Jesus folgte dem Plan Gottes.

[21:53] Wir lesen weiter in Lukas 9 und dort Vers 52: "Da sandte er Boten vor sich her. Diese kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf."

[22:02] Daraus ergibt sich, dass er offensichtlich wieder in Galiläa oder irgendwo dort weiter im Norden gewesen ist und auf dem Weg nach Jerusalem jetzt durch ein Dorf der Samariter musste.

[22:11] Sie kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf und wollten ihm eine Herberge bereiten.

[22:18] Wir kennen die Geschichte der Samariter, wir haben das an anderer Stelle ausführlicher angeschaut, wie sie ein Mischvolk gewesen sind, entstanden ist, als das Nordreich Israel von den Assyrern weggeführt worden ist.

[22:30] Einige wenige übrig geblieben sind, dann die Assyrer Menschen zum Teil aus Babylon, aus anderen Gegenden ihres Reiches dorthin gebracht haben und sich ein Mischvolk entwickelt hat, das seit den Tagen von Esra in Feindschaft mit den Judäern stand.

[22:45] Wir haben aber auch die Geschichte von Jesus in Johannes 4 damals studiert, wo deutlich wurde, wie Jesus die Feindschaft zwischen Juden und Samaritern nicht interessiert hatte. Er Brücken geschlagen hat und ja, auch Menschen dort erreicht hat im Gebiet von diesen Samaritern.

[23:07] Interessanterweise war ja kurz zuvor in Johannes 8 Vers 48 von den Rabbis noch als ein Samariter beschimpft worden.

[23:12] Wir haben damals studiert, dass Jesus das nicht als eine – es natürlich faktisch unwahr war – nicht als eine besondere Beleidigung aufgefasst hat, denn für Jesus waren alle Menschen gleich viel wert.

[23:27] Wir lesen in Vers 53, was jetzt passiert. In Lukas 9 Vers 53 heißt es: "Aber man nahm ihn nicht auf, weil Jerusalem sein Reiseziel war."

[23:36] Weil Jesus jetzt überall ankündigen ließ, dass er nach Jerusalem geht, weil er wollte, dass so viele Menschen wie möglich verstehen, dass das, was jetzt passiert, eine Erfüllung der Prophetie ist und möglichst viele Menschen davon hören und erfahren, dass er in Jerusalem ist, sodass auch sein Tod in Jerusalem sich überall verbreiten würde.

[23:57] Jesus hat also hier diese Ankündigung nicht gemacht, um sich selbst zu erhöhen, sondern damit das Evangelium möglichst effektiv sich schnell überall verbreiten wird, sobald er dann gestorben und auferstanden ist.

[24:11] Weil er das aber tut, sind die Samariter, die mit Jerusalem natürlich auf Kriegsfuß stehen, nicht interessiert, ihn aufzunehmen.

[24:24] Ellen White sagt, sie interpretierten das, als würde es bedeuten, dass Jesus den Juden einen Vorrang einräumte, sie mehr mochte, sozusagen, die Juden, die sie mit einer intensiven Bitterkeit hassten.

[24:40] Nun, Jesus hatte das natürlich gar nicht vorgehabt. Er wollte nicht die Judäer über die Samariter erheben, aber die Samariter interpretierten das so und warfen das quasi Jesus vor.

[24:54] Natürlich war ihre Weigerung, Jesus aufzunehmen, letztlich ein Schnitt ins eigene Fleisch, denn wann immer wir Jesus aufnehmen, empfangen wir eine große Gnade.

[25:05] Sie haben sich selbst quasi ausgeschlossen von großen Segnungen, die Jesus ihnen gegeben hätte.

[25:11] Aber das ist nicht alles, was hier passiert. Wir lesen weiter in Vers 54.

[25:19] "Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes das sahen, also dass die Samariter ihn ablehnten, sagten sie: 'Herr, willst du, dass wir sprechen, dass Feuer vom Himmel herabfällt und sie verzehren soll, wie es auch Elia getan hat?'"

[25:41] Das sind Jakobus und Johannes, wie sie werden von Jesus ja auch genannt die Donnersöhne.

[25:57] Diejenigen, die unter den Aposteln mit – also besonders vorstachen durch ihre impulsiven, manchmal auch ein bisschen so rachsüchtigen Gedanken.

[26:06] Interessanterweise der Johannes, den wir später als gleichzeitig natürlich als den Jünger kennen, der besonders die Liebe Jesu aufgenommen hat, der also eine besondere Verwandlung erlebt hat, die aber hier, wie wir sehen, noch längst nicht abgeschlossen war.

[26:19] Die Boten – sie sagt, dass Jakobus und...

[26:23] waren die Boten. Es sagt, dass Jakobus und Johannes die Boten von Jesus gewesen sind. Sie waren vorausgegangen, sie sind in dieses Dorf der Samariter gegangen, haben die Ankunft Jesu und seinen Weg nach Jerusalem angekündigt. Und sie waren äußerst, ja, angefasst, dass ihrem Herrn eine solche Beleidigung entgegengebracht worden ist. Sie waren entrüstet, sie waren erfüllt mit Entrüstung, weil er so rau behandelt worden war, der eigentlich die Samariter mit seiner Gegenwart beehren wollte. Sie waren ja noch nicht lange zuvor mit ihm auf dem Berg der Verklärung gewesen und hatten gesehen, wie er von Gott verherrlicht worden war, geehrt von Mose und Elia. Und diese offensichtliche Verunehrung durch die Samariter, dachten sie, sollte nicht einfach so übergangen werden ohne eine markante Bestrafung. Sie wollten das Feuer vom Himmel fallen lassen auf die Samariter, und sie beziehen sich auf Elia.

[27:32] Es sagt weiter, dass sie zu Christus kamen und ihm die Worte des Volkes berichteten und ihm sagten, dass sie sogar sich geweigert hatten, ihm auch nur eine Übernachtungsmöglichkeit zu geben. Es sagt, sie dachten, dass ihm ein schreckliches Unding angetan worden ist. Und sie sahen sogar interessanterweise in der Ferne den Berg Karmel, der sich ja ziemlich hoch erhebt über der Landschaft, wo Elia die falschen Propheten ermordet hatte. Und sie sagten: „Willst du, dass wir Feuer vom Himmel fallen lassen?“

[28:18] Schon im Alten Testament finden wir Beispiele für Übereifer. In 2. Samuel 21 und dort Vers 2 finden wir König Saul. Dort heißt es: „Da ließ der König die Gibeoniter rufen und redete mit ihnen. Die Gibeoniter aber gehörten nicht zu den Kindern Israels, sondern waren von den Amoritern übrig geblieben. Die Kinder Israels aber hatten ihnen geschworen. Dennoch hatte Saul versucht, sie auszurotten in seinem Eifer für die Kinder Israels und Juda.“ Saul hatte so einen Eifer für das Volk Israel, dass er Amoriter ausrotten wollte, denen man sogar zur Zeit von Josua geschworen hatte, sie am Leben zu lassen. Und das war ein echter Übereifer, der auch entsprechend Gottes Missfallen nach sich zog.

[29:06] Wir denken auch natürlich an Jehu in 2. Könige Kapitel 10, 2. Könige Kapitel 10 und dort Vers 16, wo Jehu sagt: „Und er sprach: Komm mit mir und sieh meinen Eifer für den Herrn!“ Und er führte ihn auf seinem Streitwagen. Und dann ist es der Jehu, der ziemlich aufräumt im Nordreich. Aber der, und so sagt uns 2. Könige 10 Vers 31, weil er doch kein reines Herz vor Gott hatte. „Aber Jehu achtete nicht darauf, von ganzem Herzen nach dem Gesetz des Herrn, des Gottes Israels, zu wandeln, denn er ließ nicht ab von den Sünden Jerobeams, mit denen er Israel zur Sünde verführt hatte.“

[29:51] Übereifer ist ein echtes Problem und ein Problem, dass wir hier auch bei diesen Donnersöhnen finden. Manchmal haben wir vielleicht den Eindruck, dass Menschen besonders gläubig sind, weil sie einen solchen Eifer an den Tag legen. Aber es gibt in der Bibel immer wieder Beispiele für großen Übereifer, der nicht mit Gottes Willen übereinstimmt.

[30:12] In Jakobus Kapitel 1 und dort Vers 19 und 20 lesen wir. Jakobus 1 Vers 19 und 20. Dort heißt es: „Darum, meine geliebten Brüder – ähm, sei verzeiht – darum, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Denn der Zorn des Mannes vollbringt nicht Gottes Gerechtigkeit.“ Wenn wir zornig werden, dann entfernen wir uns von dem Evangelium, denn Gottes Gerechtigkeit wird im Evangelium offenbart. Deswegen sagt er: „Darum, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ Und das muss ich mir sagen, und das müssen wir uns alle sagen, weil wir zu schnell gerne reden, weil wir zu schnell gerne Antworten haben – das geht mir persönlich auch so – und wir uns manchmal zu schnell aufregen über andere Menschen. Aber die Aussage der Bibel ist ganz deutlich, dass, wenn wir das tun, wir nicht mehr von der Gerechtigkeit Gottes erfüllt werden und die sich nicht in unserem Leben zeigt.

[31:28] Und so haben wir das hier auch. Die Donnersöhne Jakobus und Johannes dachten, dass sie besonderen Eifer an den Tag für Gott legen, aber in Wirklichkeit haben sie das Bild von Gott dadurch verzerrt und falsch dargestellt. Jakobus sagt uns, dass es einen Unterschied gibt zwischen göttlicher und irdischer Weisheit. In Jakobus 3 Vers 14 bis 18 kann man das lesen: „Wer ist weise und verständig unter euch? Der zeige durch einen guten Wandel seine Werke in Sanftmütigkeit, die aus der Weisheit kommt. Wenn ihr aber bitteren Neid und Selbstsucht in eurem Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. Das ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, sondern eine irdische, seelische, dämonische. Denn wo Neid und Selbstsucht ist, da ist Unordnung und jede böse Tat. Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sanft, friedfertig, gütig, sie lässt sich etwas sagen, ist voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch und frei von Heuchelei. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“

[32:42] Nun, worauf bezogen sich die Donnersöhne Jakobus und Johannes? Die Geschichte, auf die sie sich beziehen, befindet sich in 2. Könige 1, und dort 2. Könige 1 und dort Vers 10 bis 14. Und es lohnt sich, diese Geschichte hier einmal kurz anzuschauen, weil sie dachten, dass sie dasselbe tun, wie es hier von Elia beschrieben steht. 2. Könige Kapitel 1 und dort Vers 10 bis 14. Der Kontext ist, dass Ahasja sterbenskrank ist. Er ist gefallen durchs Gitter, will wissen, ob er gesund wird, und lässt Diener ausgehen, die den Gott von Ekron, Baal-Sebub, fragen sollen. Und Elia tritt ihnen auf dem Weg entgegen und sagt: „Warum wollt ihr diesen heidnischen Gott befragen? Gibt es keinen Gott in Israel, den ihr befragen könnt?“ Und dann wird anhand der Beschreibung, die die zurückgekehrten Botschafter an den König dann übermitteln, deutlich: Es ist Elia. In seiner Kleidung wird er erkannt. Und dann sagt Ahasja, dass man den Elia, den Tisbiter, holen soll.

[34:01] Und es heißt hier ab Vers 9: „Und er sandte einen Hauptmann über 50 zu ihm mit seinen 50 Leuten, also einen Kriegsmann, einen Offizier mit 50 Soldaten. Als der zu ihm hinauf kam, siehe, da saß er oben auf dem Berg. Er aber sprach zu ihm: 'Du Mann Gottes, der König sagt: Komm herab!'“ Und also, es geht hier um 2. Könige 1 Vers 9 bis 14. Und äh, aber Elia antwortete dem Hauptmann über 50 und sprach zu ihm: „Wenn ich ein Mann Gottes bin, so soll Feuer vom Himmel fallen und dich und deine 50 verzehren!“ Da fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und seine 50. Und er sandte nochmals einen anderen Hauptmann über 50 zu ihm mit seinen Leuten, der redete und sprach zu ihm: „Du Mann Gottes, so spricht Gott, der König: Komm rasch herab!“ Aber Elia antwortete und sprach zu ihm: „Wenn ich ein Mann Gottes bin, so soll Feuer vom Himmel fallen und dich und deine 50 verzehren!“ Da fiel das Feuer Gottes vom Himmel und verzehrte ihn und seine 50. Da sandte er noch einen dritten Hauptmann über 50 mit seinen 50. Als nun dieser dritte Hauptmann über 50 zu ihm hinauf kam, beugte er seine Knie vor Elia und bat ihn und sprach zu ihm: „Du Mann Gottes, lass doch mein Leben und das Leben deiner Knechte, dieser 50, etwas vor dir gelten! Siehe, das Feuer ist vom Himmel gefallen und hat die ersten zwei Hauptleute über 50 samt ihren 50 vertilgt. Nun aber lass mein Leben etwas vor dir gelten!“

[37:01] Was ist passiert? Der König Ahasja will Elia zu sich bringen, und zwar mit militärischer Gewalt. Die Soldaten sollten Elia einschüchtern und dafür sorgen, dass durch Gewaltandrohung und menschliche Stärke der Prophet dazu bewogen wird, das von Gott angekündigte Wort vielleicht noch einmal zu ändern. Denn Elia – das hätten wir vielleicht noch erwähnen sollen – gleich hier hatte in Vers 6 gesagt, äh, am Ende: „Darum sollst du von dem Bett, auf das du dich gelegt hast, nicht herunterkommen, sondern du wirst gewiss sterben.“ Also Elia hatte gesagt als Prophet Gottes: „Gott sagt, du wirst sterben.“ Und jetzt möchte Ahasja natürlich nicht sterben. Er möchte, dass das irgendwie geändert wird. Und er möchte den Propheten Elia dazu bringen, die Botschaft noch einmal zu ändern, dass etwas anderes bei rauskommt. Und um ihn dazu zu überreden, sendet er eine militärische Einheit. Er möchte also mit seiner Staatsgewalt, mit militärischen Mitteln, den Propheten einschüchtern und dazu bringen, Gottes Wort zu ändern. Und in diesem Moment greift Gott ein. Gott selbst sendet Feuer vom Himmel – das übrigens ein ganz interessanter Punkt auch in der aufkommenden Debatte, die es immer wieder jetzt gibt, ob Gott tötet oder nicht. Das ist ein Feuer Gottes vom Himmel, das den Propheten, das seinen Propheten vor militärischer Einschüchterung schützt. Ein Gericht Gottes an diesen ungläubigen Menschen.

[37:07] Das heißt, als Elia Feuer vom Himmel fallen lässt, ging es darum, ihn in einer Situation, wo er als Mann, als Personifikation des Wortes Gottes – also als Überbringer, besser gesagt, als Überbringer des Wortes Gottes – eingeschüchtert werden sollte, das Wort Gottes zu verfälschen, zu verändern. Und Gott selbst greift ein für die Integrität seines Wortes und sendet Feuer vom Himmel, um den Propheten vor dieser Einschüchterung zu bewahren und ihn zu retten. Und sobald der dritte Hauptmann kommt, der eben genau das nicht mehr möchte, der ihn nicht mehr einschüchtern möchte, sondern feststellt, dass Gottes Wort Kraft hat, und er jetzt um sein Leben bittet und anerkennt, dass Elia wirklich ein Mann Gottes ist und ein Prophet, dessen Wort nicht geändert werden kann, dann fällt doch kein Feuer vom Himmel.

[38:01] Das heißt, wir haben eine völlig andere Situation. Elia war militärisch bedroht, und Gott griff ein, um ihn zu retten und um die Integrität seines Wortes aufrechtzuerhalten. Aber Jesus und die Jünger waren auf dem Weg nach Jerusalem und ohne Gefahr von den Samaritern. Niemand hatte versucht, den Dienst von Jesus zu manipulieren, niemand hatte versucht, das Wort Gottes zu manipulieren. Und deswegen gab es überhaupt gar keinen Grund, jetzt hier Feuer vom Himmel fallen zu lassen. Man hatte – die beiden hatten also – die Geschichte zwar gelesen, aber nicht wirklich verstanden und vor allem nicht gesehen, dass es hier enorme Unterschiede gab. Wir können also nicht einfach Geschichten aus der Bibel nehmen und oberflächlich auf Situationen übertragen und damit anderen Menschen Schaden wünschen, wenn wir gar nicht genau verstehen, was die Geschichte eigentlich sagen möchte.

[38:56] Eine spannende Geschichte, aber Jakobus und Johannes haben in ihrem Übereifer diese Geschichte missbraucht für ihre Abneigung gegenüber den Samaritern. Und auch wir müssen lernen, dass wir nicht biblische Verse und Gedanken missbrauchen, um unseren Hass, unseren Zorn, unsere Verabscheuung irgendwie zu maskieren. Da macht Gott nicht mit.

[39:36] Was ist Jesu Antwort auf diesen Vorschlag von Jakobus und Johannes gewesen? Schauen wir in Lukas 9 und dort Vers 55: „Er aber wandte sich um und ermahnte sie ernstlich und sprach: Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?“ Er ermahnt sie ernstlich. Übereifer ist kein Kavaliersdelikt, keine Kleinigkeit im Werk Gottes, sondern etwas, was Jesus nicht gutheißen kann und was unseren Dienst als Boten des kommenden Königs sehr trübt und, ja, ein Hindernis dafür ist. Wir können von Jesus hier lernen, dass menschlicher Übereifer eine Gefahr für uns ist. Es sagt, sie waren überrascht zu sehen, dass Jesus Achtung von ihren Worten schmerzte, also Schmerzen empfand. Das hat ihm wehgetan, als er gesehen hat, dass seine Jünger, die er so liebte, so gedacht haben. Es hat ihm wehgetan. Seid ihr euch bewusst, wie oft wir Jesus wehtun, weil wir hart über andere urteilen, nur weil sie Jesus nicht angenommen haben? Und sie waren noch mehr überrascht, als dieser Tadel auf ihre Ohren fiel, den wir gerade gelesen haben.

[41:08] Lass uns die Frage stellen: Welche Worte von mir schmerzen Jesus? Das sagt mein geliebter Christopher. Warum sagt er das? Jesus macht ganz deutlich: Die Jünger dachten, dass sie ja eine Bibelstelle haben, auf die sie sich beziehen, und deswegen sie gerechtfertigt sind darin, jetzt diesen Samaritern das Feuer vom Himmel auf den Hals zu wünschen. Jesus macht deutlich, dass sie nicht im Heiligen Geist handelten und dachten. Jemand kann also sich äußerlich auf die Bibel beziehen, ohne die geistliche Bedeutung der Bibel, auch dieser Stelle, verstanden zu haben und dadurch die Bibel missbrauchen. Es ist also kein sicheres Kriterium, dass einfach Bibelverse zitiert werden. Wir erinnern uns an die zweite Versuchung, als der Satan Bibelverse zitiert hat, aber sie falsch angewendet hat und deswegen den ganzen Gedanken, deswegen einen völlig unbiblischen Gedanken, scheinbar mit einem Bibelvers begründet hatte. So haben auch Jakobus und Johannes hier einen unbiblischen Gedanken versucht, mit einer biblischen Geschichte zu rechtfertigen. Geistliches muss geistlich beurteilt werden. Wir werden auch die Bibel nur dann richtig verstehen, wenn wir sie durch den Heiligen Geist verstehen und er sie uns erklärt.

[42:34] Warum ermahnt Jesus Jakobus und Johannes? Wir wissen aus Offenbarung 3 Vers 19, dass Jesus einen Grund hat, warum er uns ermahnt. Er sagt in Offenbarung 3 Vers 19 selbst: „Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!“ Gerade weil er Jakobus und Johannes so sehr liebte, ermahnt er sie, weil er nicht wollte, dass sie später weiter in diesem falschen Geist die Bibel predigen und Menschen vielleicht dann ein falsches Bild von Gottes Liebe bekommen. Er wollte ja schon Petrus von diesem falschen Denken, von falschem Denken, befreien. Wir denken an Matthäus 16, als Petrus meinte, er muss Jesus davon abhalten, ans Kreuz zu gehen.

[43:22] Und ein interessanter Vers findet sich in Sprüche Kapitel 9 und dort Vers 8. Sprüche Kapitel 9 und dort Vers 8. Dort heißt es: „Weise nicht den Spötter zurecht, damit er dich nicht hasst. Weise den Weisen zurecht, und er wird dich lieben.“ Und das ist ein wichtiger Punkt für mich und für uns alle, dass wir erstens Gott dafür lieben, dass er uns zurechtweist, dass wir die Zurechtweisung gerne annehmen und dadurch weise werden. Und zweitens, dass wir uns auch überlegen, wo wir unsere Zeit investieren und wo es sich lohnt, auch Zurechtweisung dann zu geben, weil jemand auch tatsächlich sie annehmen wird. Jakobus und Johannes haben diese Zurechtweisung offensichtlich zu Herzen genommen.

[44:18] 1. Petrus 3 Vers 9 gibt uns noch ein wichtiges Prinzip, das wir an dieser Stelle nicht vergessen wollen. Ein biblisches Prinzip, das für alle Zeiten gültig ist. 1. Petrus 3 Vers 9: „Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.“ Wir dürfen Böses nicht mit Bösem vergelten. Wenn wir geschmäht werden, dürfen wir nicht zurückschmähen. Und das ist gegen unsere menschliche Natur, aber das ist genau das, was Gottes Geist in uns bewirkt. Und wenn das in unserem Leben Realität wird, dann nur deswegen, weil Jesus durch den Heiligen Geist uns das gezeigt hat, und dafür dürfen wir ihm dankbar sein. Und ich wünsche mir von ganzem Herzen in meinem Leben, dass, wenn ich geschmäht werde, dass, wenn ich angegriffen werde, wenn Menschen mich oder wegen meines Dienstes für Jesus zurückweisen, rüde behandeln, böse mit mir sind, dass ich ihnen nichts Böses an den Hals wünsche deswegen, sondern segne, so wie es hier steht.

[45:21] Lukas 9 Vers 56. Wir sind fast am Ende dieser so interessanten Geschichte angelangt. In Lukas 9 und dort Vers 56 lesen wir die Begründung, die Jesus jetzt gibt: „Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erretten.“ Und sie zogen in ein anderes Dorf. Wenn Jesus von dem Sohn des Menschen spricht, dann meint er natürlich Daniel 7 Vers 13 und 14. Das haben wir schon oft angeschaut, und wir wollen es hier nur ganz kurz noch einmal Revue passieren lassen. Denn in Daniel 7 Vers 13 und 14 wird der König der ganzen Welt für alle Zeit angekündigt. Es heißt hier: „Ich sah in Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen, und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.“

[46:26] Jesus ist der König, und auf diesen König haben die Juden gewartet, und sie haben nicht verstanden, was die Natur seines Reiches sein würde und wie das ganze Stück für Stück dieses Königreich sich entfalten würde. Jesus versucht ihnen jetzt deutlich zu machen: Der Sohn des Menschen, der König, auf den ihr wartet, der kommt nicht hier auf diese Welt bei seinem ersten Kommen, um Menschen zu verderben. Sie, die Jünger, hatten ein falsches Bild von der Natur und dem Geist dieses Königreiches. Sie dachten ja, dass er gekommen sei, um so viele Feinde wie möglich zu verderben, damit das Volk wieder Weltmacht wird. Aber das ist ein falsches Denken.

[47:06] In Johannes 3 Vers 17 hatte Jesus denselben Gedanken schon Nikodemus gesagt, ziemlich am Anfang seines Dienstes. In Johannes 3 und dort Vers 17: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.“ Dasselbe Prinzip, das er hier sagt: Jesus möchte nicht verderben. Das ist sein Ziel. In Hesekiel lesen wir in Hesekiel 18, dass Gott sagt: „Ich habe kein Gefallen am Tod der Gottlosen, sondern am Retten.“ Und diese Geisteshaltung ist das Kennzeichen eines Menschen, der vom Heiligen Geist geführt wird. Wenn wir nicht das Ziel haben, anderen Menschen Schaden zuzufügen, auch wenn – ganz egal, wie sie sich jetzt zum Evangelium stellen – sondern wenn wir das Ziel haben, den Wunsch haben, sie zu retten. Und das ist ein täglicher Kampf: unsere natürlichen Neigungen Tag für Tag Gott zu übergeben und ihm zu erlauben, unser Herz so zu verändern, dass wir nicht verderben wollen – auch nicht mit Worten, auch nicht mit Gesten, mit Vernachlässigung, mit Hochnäsigkeit. Man kann ja Menschen mit vielen Dingen schaden, dass sie nicht schaden wollen, sondern retten wollen.

[48:33] Kurz zuvor, in Johannes 10 – wir haben ja zuletzt, bevor wir jetzt mit Lukas angefangen haben, mit Lukas 9, Johannes 10 studiert. Da hatte Jesus genau dasselbe gesagt. Hatte er das gesagt in Johannes 10 Vers 10: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“ Jakobus und Johannes standen dabei. Die haben das gelesen, die haben das gehört, aber es war nicht ins Herz gerutscht. Sie hatten es nicht richtig aufgenommen.

[49:01] Ein wichtiger Kommentar von Ellen White: „Es kann keinen schlüssigeren Beweis geben“ – ist ein ganz wichtiger Satz, auch ein ernster Satz, feierlicher Satz – „Es kann keinen schlüssigeren Beweis geben, dass wir den Geist Satans besitzen, als die Einstellung, diejenigen, die unsere Arbeit nicht wertschätzen, zu verletzen und zu zerstören.“ Also, wenn jemand unsere Arbeit nicht wertschätzt, wenn jemand gegen unsere Ideen handelt, wenn wir dann so diese Einstellung haben: „Ich will ihn verletzen, ich will ihn zerstören“, dann ist das der schlüssigste Beweis, den es gibt, dass wir vom Geist Satans an dieser Stelle geleitet werden.

[50:00] Nichts ist ihm unangenehmer, nichts ist ihm mehr entgegengesetzt, als wenn Menschen durch religiöse Engstirnigkeit andere Menschen leiden lassen. Das ist für Gott eine... das kann er diesen Gedanken gar nicht richtig ertragen.

[50:30] Und so hat Jesus seinen Jüngern hier gleich zu Beginn dieser letzten Reise eine wichtige Lektion gegeben: Er ist nicht gekommen, um zu zerstören. Er ist nicht gekommen, um sich zu rächen. Er ist gekommen, um zu segnen und zu retten. Und diejenigen, die in seinem Königreich dabei sein wollen, die müssen denselben Geist haben wie er. In Lukas 9 lesen wir am Ende: „Und sie zogen in ein anderes Dorf.“ Jesus praktiziert hier in der Mission das, was er selbst gelehrt hat in Matthäus 10, Vers 23. Dort lesen wir: „Wenn sie euch aber in der einen Stadt verfolgen, so flieht in eine andere, denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Städten Israels nicht fertig sein, bis der Sohn des Menschen kommt.“ Jesus hat sich nirgendwo aufgedrängt. Wir haben das gesehen bei den Gadarenern, als Jesus das Gebiet zum ersten Mal gekommen war. Als sie ihn nicht haben wollten, hat er sich zurückgezogen. Jesus drängt sich niemals auf, und wir dürfen niemals das Evangelium in all seinen Aspekten mit Zwang verbinden, denn dann repräsentieren wir nicht mehr Gott und seine gute Botschaft.

[51:44] Lasst uns lernen, dass wir nicht übereifrig sein wollen, und lasst uns lernen, uns zu hinterfragen, ob wir wirklich die Bibel zitieren oder ob wir sie nur missbrauchen. Lasst uns fragen, ob wir den Geist Jesu haben, und lasst uns beten, dass Jesus uns hilft, auch dann seinen Charakter, seine Einstellung zu offenbaren, auch wenn wir abgelehnt werden, wenn uns falsche Dinge unterstellt werden, wenn wir nicht gewertschätzt werden. Wollen wir das bitten, dass Gott uns das heute schenkt durch seinen Heiligen Geist, dass wir heute diese Lektion von Jesus lernen, die wir hier in Lukas 9, Vers 51 bis 56 studiert haben. Denn wenn wir diese Lektion lernen, dann sind wir vorbereitet auf die Dinge, die auf uns zukommen, und Jesus wollte seine Jünger vorbereiten. Lasst uns diese Entscheidung heute fassen.

[52:41] Wollen wir noch gemeinsam beten? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Danke, dass du uns gezeigt hast, was in unserem Herzen ist und dass wir ein neues Herz brauchen, Tag für Tag erneuert durch den Heiligen Geist. Herr, vergib uns, vergib mir und vergib jedem von uns, wo wir schlecht über andere Menschen gedacht haben, wo wir nicht das Beste gewünscht haben, weil sie uns vielleicht Schlechtes getan haben. Und gib, dass wir deinen Geist, Herr Jesus, in unserem Herzen haben. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[53:20] Nächstes Mal werden wir weiter studieren im Lukasevangelium und sehen, was auf dieser letzten Reise, auf dieser Rundreise Richtung Jerusalem passiert ist und was wir von Jesus lernen können. Es wird sehr spannend werden, und bleibt dabei. Ich wünsche euch Gottes Segen bis zum nächsten Mal. Gott mit euch. Amen.


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