In dieser Folge der Serie „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die tiefere Bedeutung der Bitte „Dein Reich komme“ aus dem Vaterunser. Er erklärt, dass das Reich Gottes sowohl eine geistliche Botschaft der Gerechtigkeit Jesu als auch ein zukünftiges, reales Weltreich umfasst. Der Sprecher betont, dass der Weg zur Herrlichkeit Gottes über die Annahme seiner Gnade und die persönliche Veränderung durch den Heiligen Geist führt, um als Mitkönige in seinem ewigen Reich zu herrschen.
Der Ersehnte: 241. „Dein Reich komme.“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
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[0:33] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“ hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid, eingeschaltet habt und wir gemeinsam heute einen weiteren Aspekt im Leben und Wirken von Jesus Christus, unserem Freund, unserem Schöpfer, unserem Erlöser, gemeinsam studieren können. Wir sind gerade dabei, wie er in Lukas 11 seinen Jüngern erneut erklärt, worauf es wirklich bei einem Gott wohlgefälligen Gebet ankommt. Und bevor wir uns einen weiteren Abschnitt dieses Modellgebets anschauen, das Jesus seinen Jüngern hier vorgestellt hat, bevor wir das tun, möchten wir natürlich selbst beten und Gott einladen, unser Studium zu segnen. Wenn es dir möglich ist, lade ich dich ein, mit mir niederzuknien.
[1:34] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danke sagen, dass du uns lieb hast und dass du durch dein Wort jetzt auch zu uns sprechen möchtest. Herr, hilf uns zu verstehen, was das Gebet wirklich in unserem Leben bewirken kann und soll, dass wir diesen Austausch mit dir von Herzen schätzen. Wir möchten dich bitten, dass wir das Gebet, das du, Herr Jesus, den Jüngern beigebracht hast, dessen Bedeutung wir verstehen, die Gedanken, die dort diesem Gebet zum Ausdruck kommen, damit wir sie auch mit unseren Worten in unserer Sprache ausdrücken können. Herr, habe Dank, dass du uns gezeigt hast, wie wir beten können, und das wollen wir in Anspruch nehmen. Sei du jetzt unser Lehrer, und habe Dank dafür. Amen.
[2:38] In Lukas Kapitel 11, ab Vers 2, finden wir – und wir haben die letzten Male schon den Kontext dieses zweiten oder der zweiten Erwähnung des Vaterunsers in den Evangelien uns angeschaut – dort finden wir dieses Modellgebet, das Jesus seinen Jüngern gibt, als sie ihn gebeten haben: „Herr, lehre uns beten.“ Wir haben gelesen in Vers 2, wie es heißt: „Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Unser Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name.“ Bis dahin sind wir gekommen. In der letzten Folge haben wir drüber gesprochen, was es bedeutet, dass Gottes Name geheiligt wird. Und wir haben festgestellt, wir haben durch unser Leben, durch unsere Sünden, durch unsere Rebellion Gottes Namen entheiligt. Aber geheiligt wird Gottes Name durch ihn selbst, indem er in unserem Leben durch die Kraft des Evangeliums uns wiederherstellt, uns vergibt und uns wieder zu dem macht, wozu er uns eigentlich geschaffen hat. Dann wird sein Name geheiligt. Wir haben gesehen, dass wenn wir beten: „Geheiligt werde dein Name“, dann geben wir Gott, wenn wir es wirklich verstehen und was wir dort beten, dann geben wir ihm die Erlaubnis, dass er all das tun kann, was in Hesekiel 36, dort in diesen 20er-Versen steht, dass er uns zurückholen wird und dass er uns wieder aufbauen wird, dass er uns reinigen wird von allen Götzen, dass er reines Wasser über uns gießen wird, dass er uns ein neues Herz gibt, dass er sein Gesetz in unser Herz legt, all die Dinge, die dort stehen, dass er uns segnen kann.
[4:29] Die nächste Bitte in diesem Gebet steht immer noch in Vers 2. Es heißt dort als Nächstes nach „Geheiligt werde dein Name“: „Dein Reich komme.“ Eine Bitte, die sehr kurz und doch sehr weitreichend ist: „Dein Reich komme.“
[4:55] Die Botschaft vom Reich Gottes ist das Fundament, die Botschaft der Verkündigung schon von Johannes dem Täufer gewesen. In Matthäus Kapitel 3, Vers 1 und 2, lesen wir: „In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und verkündigt in der Wüste von Judäa und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“ Genauso hat es auch Jesus gepredigt. In Matthäus Kapitel 4 und dort Vers 17, da sehen wir, dass Jesus die Botschaft von Johannes dem Täufer aufgegriffen hat und gepredigt hat. Von da an, Matthäus 4, Vers 17: „Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“
[5:50] Das Reich Gottes ist ein Thema, das schon im Alten Testament an vielen Stellen aufscheint. Wir denken zum Beispiel an Psalm 2, und dort in Psalm 2, Vers 6, lesen wir, dass Gott einen König eingesetzt hat auf seinem heiligen Berg in Zion: „Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.“ Es gibt ein Königreich Gottes. Schon das irdische Israel sollte ein Typus sein dieses himmlischen, dieses wahrhaftigen, dieses, ja, dieses Reiches. In Jeremia 23 wird die Sache etwas deutlicher oder etwas konkreter auf den Messias. Dann, oder sagen wir, das finden wir einen weiteren Aspekt, besser gesagt, in Jeremia 23 und dort Vers 5 und 6: „Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken, der wird als König regieren und weise handeln und wird Recht und Gerechtigkeit schaffen auf Erden. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel sicher wohnen, und das ist der Name, den man ihm geben wird: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.“ Der Messias soll als König regieren, ein Sohn Davids sein, Spross Davids. Er wird Gerechtigkeit schaffen, weise handeln, Recht schaffen auf Erden. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden. Der König, den Gott gibt, trägt einen besonderen Namen: „Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.“ Beim Reich Gottes geht es darum, dass der Messias, der König, unsere Gerechtigkeit ist.
[7:59] Johannes der Täufer und Jesus haben angekündigt, dass dieses Reich Gottes nahe herbeigekommen war. Der König war auf die Erde gekommen, um seine Gerechtigkeit uns zu schenken. Aber das Reich Gottes hat noch einen weiteren Aspekt. Es ist nicht nur die Tatsache, dass der Messias auf die Erde kommt und sein sündloses Leben, seine Gerechtigkeit uns zum Tausch für die Sünden anbietet. Das Reich Gottes ist auch eine reale, politische, weltumspannende Größe. In Daniel Kapitel 2 und dort Vers 44 heißt es: „Aber in den Tagen jener Könige“ – gemeint ist bei diesem berühmten Standbild, sind die Füße aus Eisen und Ton gemeint – das heißt hier: „Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird, und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen.“ Ja, das Reich Gottes ist eine geistliche Botschaft, die direkt mit dem Messias zusammenhängt, oder der Messias ist die Verkörperung, besser gesagt, des Reiches Gottes. Und Johannes der Täufer und Jesus selbst haben verkündigt, dass das Reich Gottes bereits zu ihrer Zeit einen entscheidenden Auftritt sozusagen gehabt hat, dass das Reich Gottes nahe herbeigekommen war. Aber Daniel 2 macht ganz deutlich: Das Reich Gottes ist auch ein reales, politisches Reich, das nach den anderen weltlichen Reichen, die wir in Daniel 2 finden – Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom, dann das geteilte Europa mit Kirche und Staat vermengt – all das wird abgelöst von dem Reich Gottes als dem nächsten und dann für immer bestehenden Weltreich.
[10:15] Das Reich Gottes ist also, oder machen wir es andersrum, ein tatsächliches Weltreich in der Nachfolge sozusagen, oder nachdem diese anderen weltlichen Reiche existiert haben. Aber es ist auch die Botschaft von dem Messias und seiner Gerechtigkeit. Denn dieses Weltreich, das in Daniel 2 angekündigt wird, das ist ja immer noch Zukunft aus unserer Perspektive. Selbst heute, in der Zeit von Johannes und von Jesus, war es noch über, na ja, ungefähr mindestens mehr oder weniger 2000 Jahre in der Zukunft.
[11:02] Aber als Johannes und Jesus gepredigt haben, „Das Reich Gottes ist nah“, dann meinten sie natürlich die Tatsache, dass der Messias, dessen Name „Der HERR ist unsere Gerechtigkeit“ ist, dass er auf dieser Erde auftreten würde und uns diese Gerechtigkeit anbieten würde. Diese beiden Aspekte vom Reich Gottes sind sehr wichtig im Hinterkopf zu haben, als zwei Brennpunkte sozusagen, wie wir gleich noch deutlicher sehen werden. Es gibt also die Botschaft von Jesus auf dieser Erde als dem Messias, als Verkörperung des Reiches Gottes, und dann gibt es das Reich Gottes als das tatsächlich real, materiell gewordene Weltreich Gottes auf dieser Erde, wo die Prinzipien, die der Messias uns gezeigt hat, die er uns schenken möchte, dann von allen Bewohnern für alle Ewigkeiten hochgehalten und ausgelebt werden. Jesus hat hier sozusagen illustriert, wie es hier für alle zugehen wird und wie hier alle leben werden. Aber nicht nur das, er hat es nicht nur vorgelebt. Sein Tod am Kreuz von Golgatha ist der Schlüssel, durch den wir überhaupt dieses Weltreich einmal betreten können. So hängen diese beiden Sachen also direkt zusammen. Man kann sie nicht voneinander trennen. Ohne dieses Kommen des Messias würde dieses Weltreich keine Bewohner haben. Aber ohne das hier wäre es nur eine Hoffnung, eine Zukunft, die sich nie materialisieren würde. Beides gehört direkt zusammen.
[12:36] In Daniel Kapitel 7 finden wir dann auch die Verbindung deutlicher präsentiert. Noch in Daniel 7 und dort Vers 13 und 14: „Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen.“ Das ist der Titel, den Jesus sich besonders gerne auf sich bezog, als er auf dieser Erde war: „Der Sohn des Menschen.“ „Es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen, und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht.“ Das ist Gott der Vater, wie wir in Daniel 7, Vers 9 und 10, ihn sehen können. Vers 14: „Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.“ Das ist genau das Weltreich hier, das ist Daniel 2 und das ist Daniel 7. Der König in diesem Königreich ist Jesus. Er herrscht über alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen für alle Ewigkeit. Und er erhält sein tatsächliches Königtum in dem Gericht kurz vor der Aufrichtung dieses Weltreiches. Denn wenn Jesus wiederkommt in den Wolken des Himmels, dann wird er wiederkommen als König der Könige, wie uns Offenbarung 14, Vers 14, und vor allem Offenbarung 19, ab Vers 11, deutlich zeigen. Er wird hier kurz vorher zum König gekrönt, aber er kommt als der Sohn des Menschen. Und Jesus hat schon, als er hier auf der Erde war, in seinem Leben und Wirken und Predigen sich selbst immer als dieser Menschensohn bezeichnet. Das heißt, er, der hier auf dieser Erde lebte, die Prinzipien des Reiches Gottes illustriert hat, ausgelebt hat und gepredigt hat und dann durch seinen Tod uns schenken möchte, er ist es, der dann in diesem Reich auch König ist.
[14:49] In Vers 18 lesen wir: „Aber die Heiligen des Allerhöchsten werden die Königsherrschaft empfangen und sie werden die Königsherrschaft bis in Ewigkeit behalten, ja, bis in alle Ewigkeit.“ Nicht nur ist Jesus König aller Könige, auch alle, die durch seinen Tod und durch seine Auferstehung im Glauben seine Gerechtigkeit angenommen haben, werden ebenfalls Könige und Priester und werden Teil dieses Königreiches, nicht nur als Untertanen, nicht nur als Unterworfene, sondern vielmehr als Mitkönige. Es geht also darum, nicht nur, dass Jesus uns zeigt: „So ist es in meinem Königreich“, sondern er möchte uns zu Mitkönigen machen. Wenn er seine Gerechtigkeit uns schenkt, dann hat das damit zu tun, dass die Gerechtigkeit Ausdruck seiner Prinzipien, seiner Königsherrschaft sind. Wenn er uns diese Gerechtigkeit durch seinen Tod im Tausch für unsere Rebellion schenkt, im Tausch für unsere Versklavung an die Sünde, wenn er uns seine Gerechtigkeit schenkt, dann schenkt er uns damit auch die Königsherrschaft. Deswegen heißt es in Offenbarung 1 und dort in Vers 5 und 6: „Und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen aus den Toten und dem Fürsten über die Könige der Erde – ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater – ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Deswegen heißt es auch in 1. Petrus Kapitel 2 und dort Vers 9: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.“ Wir sind ein königliches Priestertum, weil Jesus für uns gestorben ist. Das Königreich, das nahe herbeigekommen ist in der Zeit von Johannes und durch Jesus, als er auf dieser Erde wirkte, dieses Königreich soll uns verändern, sodass wir mit Jesus einmal in diesem königlichen Weltreich für alle Ewigkeiten auf dieser Erde nach den 1000 Jahren mit ihm regieren können.
[17:27] Zurück zu Daniel 7 und dort Vers 27. Dort heißt es in Daniel 7, Vers 27: „Aber das Königreich, die Herrschaft und die Macht über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Allerhöchsten gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen.“ Hier geht es wieder darum: Alle Gläubigen werden Teil dieses Weltreiches, sie werden Könige in diesem Weltreich. Die Idee findet sich auch in der Offenbarung. In Offenbarung 11, Vers 15, finden wir dieses Weltreich, dieses Reich der Herrlichkeit. Wenn man so möchte, könnte man hier von dem Aspekt der Gnade sprechen, von dem Reich der Gnade. Deswegen gibt es auch einen Thron der Gnade in Hebräer 4, Vers 14 bis 16. Wir können zum Thron der Gnade kommen. Es wird dann einen Thron der Herrlichkeit geben. In Offenbarung 11, Vers 15, in der siebten Posaune heißt es: „Und der siebte Engel stieß in die Posaune; da ertönten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteilgeworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ Auch hier haben wir im Kontext der, also, der siebten Posaune geht es um die Zeit seit 1844. Wir finden in Vers 19 den Tempel Gottes im Himmel geöffnet, die Lade seines Bundes sichtbar. Und wir finden die letzten Endzeitereignisse in diesem Kontext. So wie in Daniel 7 wird Christus die Königsherrschaft offiziell übertragen. Offenbarung 19 und dort Vers 6, ähnlicher Zusammenhang, ähnlicher Kontext, zeitlich gesehen kurz vor der Wiederkunft: „Und ich hörte etwas wie die Stimme einer großen Volksmenge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie der Schall starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten.“ Es gibt einen Zeitpunkt, da wird Gott die Weltgeschichte, wie wir sie kennen, wo ein Reich nach dem anderen versucht, die Weltherrschaft aufzurichten, um angeblich das Beste für die Menschen zu wollen und sie doch am Ende nur zu unterdrücken, er wird diese Weltgeschichte beenden und selbst die Königsherrschaft antreten. Wir sehen das im Buch Daniel und in der Offenbarung ganz deutlich beschrieben.
[20:22] Und Jesus bittet uns, dass wir nicht nur darum beten, dass wir unsere Sündenvergebung bekommen, dass wir nicht nur um unser täglich Brot beten und um die Dinge, die im Alltag für uns Anliegen. Er bittet uns, er rät uns, dass wir auch beten: „Dein Reich komme.“ Mit anderen Worten, dass wir nicht nur dafür beten, dass das, was im Reich der Gnade für uns geschehen ist, in unserem Leben sich auch manifestiert und zeigt, sondern dass wir auch dafür beten, dass dieses Weltreich, diese Wiederkunft Jesu und alles, was sie mit sich bringt, dass dieses Reich kommen wird. In unseren Gebeten sollen wir nicht nur auf unsere Vergangenheit schauen, sondern auch auf die Zukunft, die Gott für uns bereitet hat, nicht nur auf die Anliegen, die uns betreffen, sondern auf das Reich Gottes, das er für uns vorbereitet hat. Und dieser Passus „Dein Reich komme“, dieser Gedanke ist ganz wichtig auch für die Jünger gewesen, auch wenn sie das in dem Moment nicht so richtig realisiert haben.
[21:34] Denn die Jünger Christi, so schreibt sie, haben darauf gewartet, dass das Königreich seiner Herrlichkeit direkt bevorstand. Hatte nicht Johannes gesagt: „Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen“? Hatte nicht Jesus gepredigt: „Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen“? Die Jünger verstanden genauso wenig wie alle anderen, dass dieses Reich zwei Brennpunkte hat: das Reich der Gnade und das Reich der Herrlichkeit. Und wenn sie Johannes den Täufer reden hörten, wenn sie Jesus predigen hörten vom Reich Gottes, dachten sie immer an das hier, ohne zu realisieren, dass man in dieses Reich Gottes gar nicht kommen kann, wenn man nicht erst das hier erlebt hat. Das war das Problem, das auch Nikodemus hatte. Er verstand gar nicht, dass man erst neu geboren sein muss, bevor man das Reich Gottes sehen kann. Jesus hat es ihm ja in Johannes 3 ganz deutlich gesagt. Er sagt in Vers 3 in Johannes 3: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, eine Wiedergeburt erlebt hat, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Die meisten Menschen im jüdischen Volk dachten damals, dass sie direkt von dem, wo sie gerade sind, dass ein direkter Weg in das Reich der Herrlichkeit führt. Es braucht nur einen Messias, der mächtig genug ist, der stark genug ist, um die Römer zu vertreiben und das Reich der Herrlichkeit aufzurichten. Und sie verstanden nicht, dass ihre eigene Sündhaftigkeit sie von diesem Reich der Herrlichkeit ausschloss per Definition, und dass sie erst die Gerechtigkeit des Königs, der in diesem Herrlichkeitsreich herrschen wird, dass sie erst seine Gerechtigkeit brauchten, damit sie überhaupt in dieses Reich hineinkommen können.
[23:38] Wie Jesus das dem Nikodemus sagt in Johannes 3, Vers 5, wo es heißt: „Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“ Deswegen hat Johannes mit Wasser getauft, und er sagt: „Ich taufe mit Wasser, aber dann kommt einer, der wird mit Heiligem Geist und Feuer taufen.“ Wir brauchen die Bekehrung, die Buße, die Taufe. Wir brauchen die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Wir brauchen die Gerechtigkeit Jesu, die durch den Heiligen Geist in unser Herz gebracht wird. Ohne die können wir das Reich der Herrlichkeit nie betreten. Der Weg zum Reich der Herrlichkeit führt unweigerlich über den Weg, über das Reich der Gnade. Deswegen ist Jesus zuerst Hohepriester. Wir kommen zuerst zum Thron der Gnade, bevor er dann König wird und wir dann mit ihm zu seinem Thron der, oder dass wir dann zu seinem Thron der Herrlichkeit kommen können. Seien wir dankbar, dass er nicht gleich sofort das Reich der Herrlichkeit gebracht hat. Denn wenn er das getan hätte, was, worauf sich die Juden so gefreut hätten, dann wären sie alle verloren gegangen. Denn wenn das Reich der Herrlichkeit tatsächlich kommt, wird niemand bestehen können außer denen, die das Siegel Gottes tragen, wie uns Offenbarung 6 ganz deutlich zeigt. Wenn das Reich der Herrlichkeit erscheint, wenn der Himmel zurückweicht wie eine Buchrolle, wenn die Berge und Inseln von ihrem Ort weggerückt werden, und die Frage, und die Ungläubigen dann die Herrlichkeit Gottes sehen, wie er als König der Könige kommt, dann wird die Frage gestellt in Vers 17: „Denn der große Tag seines Zorns ist gekommen, und wer kann bestehen?“ Und die Antwort ist: die 144.000, die den Namen des Vaters auf ihren Stirnen haben. Sie stehen in Offenbarung 14, Vers 1, wo es heißt: „Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion, und mit ihm 144.000, die trugen den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben.“ Sie stehen dort, wo das Lamm...
[26:03] geschrieben. Sie stehen dort, wo das Lamm ist, das für sie geschlachtet worden ist. Der Berg Zion, schon im Psalm 2, der Ort, wo Gott seinen König eingesetzt hat. Der Berg Zion in Joel 2, der Ort, wo man gerettet wird. Und der Hebräerbrief sagt uns, dass wir zu dem himmlischen Berg Zion gekommen sind. Das ist dort einen Ort gibt im Himmel, im himmlischen Heiligtum, der genau diesem Berg Zion im Alten Testament sozusagen entspricht. So wie Menschen dort den Berg Zion mit dem Reich Gottes verbunden haben in ihren Gedanken, so dürfen wir das Reich Gottes mit dem himmlischen Heiligtum, dem himmlischen Berg Zion, verbinden. Und wenn wir das Opfer Jesu für uns annehmen und im Glauben in das himmlische Heiligtum schauen, dann sind wir das Reich der Herrlichkeit.
[27:10] Dein Reich komme impliziert also, dass wir dieses Reich der Gnade annehmen und vorbereitet werden wollen auf das Reich der Herrlichkeit. Niemand kann ernsthaft beten: „Dein Reich komme“, und gleichzeitig an den Sünden festhalten, die ihn vom Reich der Herrlichkeit ausschließen werden. Niemand kann beten: „Dein Reich komme“, und gleichzeitig die Gnade ablehnen, die sich am Kreuz zeigt und im Heiligtum für uns angewendet wird, die uns doch für das Reich der Herrlichkeit vorbereitet.
[27:55] Die Jünger hatten gedacht, dieses Reich der Herrlichkeit – das hatten wir gerade als Gedanken angefangen – sie hatten gedacht, dieses Reich der Herrlichkeit kommt jetzt in ihrer Zeit. Aber indem Jesus ihnen dieses Gebet beibrachte, ihnen gab, lehrte er sie, dass das Königreich noch nicht zu dem damaligen Zeitpunkt etabliert werden würde. Sie sollten für das Kommen dieses Königreiches beten, als für ein Ereignis, das noch in der Zukunft war. Und obwohl Johannes der Täufer und Jesus gesagt haben: „Das Reich Gottes ist nah herbeigekommen“, meinten sie nur diesen Aspekt, hier noch nicht diesen. Und dieser Aspekt sollte – und das macht Jesus ja mit seinen Worten hier deutlich, obwohl er gesagt hat: „Das Reich Gottes nah herbeigekommen“ – sollten die Jünger beten: „Dein Reich komme“ in der Zukunft.
[28:56] Aber diese Bitte war auch eine Zusicherung für sie, eine Zusicherung, dass das hier nicht alles ist. Das Evangelium besteht nicht nur aus Trost und Hoffnung in einer sündenkranken Welt, sondern es gibt die Aussicht auf eine andere Welt, auf eine andere Gesellschaft, auf ein anderes Leben, das in Ewigkeit keinen Schmerz und kein Leid und keinen Tod kennt.
[29:24] Während sie nicht das Kommen dieses Königreichs in ihrer Zeit sehen würden – und das zeigt uns, dass die Jünger dann spätestens oder dann nach Pfingsten irgendwann schon begriffen haben: Dieses Weltreich kommt nicht in unsere Generation. Paulus macht das ja sehr deutlich, dass er das verstanden hat im Zweiten Thessalonicherbrief. Während sie es also nicht in ihrer Zeit sehen würden, die Tatsache, dass Jesus sie bat, dafür zu beten, ist ein Beweis, dass es zu dem Zeitpunkt, den Gott vorgesehen hat, tatsächlich kommen wird. Das Gebet „Dein Reich komme“ ist uns eine Zusicherung, dass das Reich Gottes nicht nur in seinem Aspekt der Gnade, sondern auch in seinem Aspekt der Herrlichkeit sich vollenden wird, dass es sich materialisieren wird, dass wir darin leben können.
[30:30] Was ist dieses Reich der Herrlichkeit, das durch das Reich der Gnade erreicht wird? Was macht dieses Reich Gottes aus? Was ist hier das Charakteristische, sodass wir das hier brauchen, um hier leben zu können? Schauen wir uns an, wie das Reich Gottes definiert wird in Römer 14, Vers 17.
[30:58] Dort finden wir die Definition des Reiches Gottes: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“ Das ist, was das Reich Gottes ist.
[31:19] Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Wer dort lebt, wird sein ganzes Leben ohne Unterbrechung immer Gerechtigkeit haben, Frieden haben und Freude im Heiligen Geist. Und jetzt ist uns klar, warum Gott nicht einfach direkt das jüdische Volk und anderen dieses Reich der Herrlichkeit bringen konnte, weil durch ihre Sünden sie genau das kaputt gemacht hätten. Denn Sünde ist Ungerechtigkeit, und Sünde führt zum Krieg wie im Himmel, und Sünde verwandelt Freude in Trauer. Sünde trennt uns vom... neutralisiert das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben.
[32:04] Damit diese Dinge wir auch ewig auf dieser Erde genießen können, müssen diese Dinge zunächst in unser Herz verpflanzt werden. Und genau das tut das Reich der Gnade. In diesem Sinne war das Reich Gottes gekommen, indem Jesus auf die Erde kam, denn er brachte Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Er lebte das aus und schenkt uns das, was er selbst gelebt hat: die Gerechtigkeit, der Herr unsere Gerechtigkeit. Den Frieden, er sagt: „Frieden gebe ich euch, nicht wie die Welt gibt. Meinen Frieden gebe ich euch.“ Seine Gerechtigkeit gibt uns, seinen Frieden gibt uns, seine Freude gibt er uns. Er sagt, dass unsere Freude völlig sein soll. Er gibt uns den Heiligen Geist. All das gibt er uns durch das Reich der Gnade. Hier erhalten wir sozusagen das Charakteristikum des Reiches Gottes in unser Herz, sodass, wenn wir das in unserem Herzen haben und unser Charakter das geprägt hat, unser Charakter dadurch geprägt ist, wir dann in das Reich Gottes kommen können, wo das alle Zeit ungetrübt vorhanden ist und wir uns dann wohlfühlen können.
[33:25] In diesem Sinne bringt uns der Tod Jesu in das Reich Gottes, geistlich gesehen, in unserem Herzen sozusagen. Kolosser Kapitel 1, Vers 13: „Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns in das Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt.“
[34:06] Schon jetzt dürfen wir im Reich Gottes sein, auch wenn es das realistisch auf dieser Welt noch gar nicht gibt. Denn das Reich Gottes gibt es schon im Himmel. Dort ist Gerechtigkeit, dort ist Friede, dort ist Freude im Heiligen Geist. Und wenn wir diese Dinge durch das Blut Jesu, durch seinen Tod und seine Auferstehung, durch seinen Dienst im himmlischen Heiligtum, wenn wir diese Dinge in unser Leben hineinlassen, dann sind wir, obwohl wir noch auf dieser Erde leben, in der der Satan sein Königreich ausbreitet, sind wir schon Teil des himmlischen Königreiches und tatsächlich sozusagen fremd auf dieser Welt, weil wir zu einem anderen Königreich gehören. Und in dieser Welt dann zeigen, dass wir zu diesem Königreich Gottes gehören wollen. Auch wenn uns der Satan wieder zurückbringen möchte, indem wir standhaft bleiben, zeigen wir, dass wir die Sünde nicht hier zurückbringen würden. Und Gott kann uns dann in sein Reich der Herrlichkeit hineinversetzen, erst in den Himmel und dann nach den 1000 Jahren auf die Erde.
[35:17] Wenn wir beten: „Dein Reich komme“, dann wünschen wir uns, dass Jesus bald wiederkommt. Dann wünschen wir uns, dass die Prinzipien seines Reiches auch in unser Herz kommen. Dann wünschen wir uns Gerechtigkeit, die Gerechtigkeit Jesu für unser Leben. Wir wünschen uns den Frieden Gottes, der allen Verstand übersteigt, für unser Leben. Wir wünschen uns die Freude, die wahre Freude, die der Heilige Geist allein geben kann, für unser Herz.
[35:46] Lieber Freund, liebe Freundin, darf das Reich Gottes in dein Herz kommen? Kannst du beten: „Dein Reich komme in mein Herz“, sodass ich vorbereitet werde, um der Welt von diesem Reich zu erzählen? Denn die Bibel sagt in Matthäus 24, Vers 14: „Wenn dieses Evangelium vom Reich in der ganzen Welt verkündigt wird, dann zum Zeugnis allen Heidenvölkern, zum Zeugnis, dann wird das Ende kommen.“ Mit anderen Worten, dann kommt das Reich der Herrlichkeit.
[36:15] Wenn wir das Reich Gottes durch die Gnade in unserem Herzen haben und anderen davon erzählen, bereiten wir die Ankunft des Reiches der Herrlichkeit vor. Nur die, die ihr Leben dem Dienst gewidmet, geweiht haben, die sagen: „Hier bin ich, sende mich!“, um den Blinden die Augen zu öffnen, um Menschen von der Finsternis zum Licht zu führen, von der Kraft des Satans zu Gott, dass sie Vergebung der Sünden und ein Erbe unter denen erhalten, die geheiligt sind – nur diese, die das tun, beten in Aufrichtigkeit: „Dein Reich komme!“
[37:00] Wünschst du dir, dass das Reich Gottes auf dieser Erde aufgerichtet wird? Wünschst du dir, dass Menschen davon erfahren? Wünschst du dir, dass du selbst ein Beispiel wirst und bist für das, was Gottes Königreich ausmacht?
[37:21] Darf Gott in deinem Herzen König sein? Wenn er das darf, dann wirst du auch ein König, ein Mitkönig, denn er macht uns zu Königen und Priestern. Wenn wir uns an Satan verkaufen durch die Sünde, sind wir Sklaven. Dann sind wir Sklaven eines Sklaven. Aber wenn wir die Gnade Jesu, die er uns anbietet, in seinem Königreich annehmen, dann sind wir Mitkönige des Königs der Könige. Ist das nicht eine unfassbar viel bessere Wahl? Möchtest du diese Wahl heute auch treffen, neu bestätigen und das Königreich Gottes in deinem Herzen haben und darauf warten, dass das, was Gott in unseren Herzen tut, einmal auf der ganzen Welt sichtbar sein wird und einmal die ganze Ewigkeit bestimmen wird? Ist das dein Wunsch?
[38:06] Dann lass uns noch gemeinsam niederknien und beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Und Herr, wir möchten heute mit dem Verständnis dessen, was wir aus der Bibel gelernt haben, mit Überzeugung und Aufrichtigkeit sagen: „Herr, dein Reich komme!“ Es komme in unser Herz, es komme in unsere Familien und unsere Gemeinden, es komme auf unsere Lippen, sodass wir anderen vom Evangelium des Reiches erzählen. Und Herr, wir möchten wieder erneut lernen, von ganzem Herzen auf dieses Reich der Herrlichkeit auch zu warten, wo Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist für alle Ewigkeit unter allen Bewohnern herrschen wird. Vergib uns, dass wir das so oft aus den Augen verlieren, und gib, dass wir mit Überzeugung darauf hoffen, dass dein Reich kommt. Das bitten wir im Namen Jesu.
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