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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die untrennbare Verbindung zwischen Gottes Vergebung und unserer Bereitschaft, anderen zu vergeben. Anhand des Vaterunsers und des Gleichnisses vom unbarmherzigen Knecht wird deutlich, dass wahre göttliche Liebe, die unser Herz berührt, unweigerlich zu Nächstenliebe und Vergebungsbereitschaft führt. Der Sprecher warnt davor, Gottes Gnade anzunehmen, ohne selbst barmherzig zu sein, da dies unser Bekenntnis verleugnet und die Echtheit unserer eigenen Vergebung infrage stellt.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:32] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt hier auf www.julmedia.de. Wir sind dabei, das Vaterunser gemeinsam zu studieren. Jesus hat in Lukas 11 zum zweiten Mal seinen Jüngern dieses so wertvolle Modellgebet gegeben und wir haben das letzte Mal uns den Beginn von Lukas 11 Vers 4 angeschaut und wollen genau an dieser Stelle heute weitermachen. Es wird weiter um Vergebung gehen und insbesondere um die Frage, wie wir mit anderen Menschen umgehen und welche Bedeutung die Vergebung, die wir geben, auch auf unsere Erlösung hat.

[1:24] Wir möchten dieses so wichtige Thema unter Gottes besonderen Segen stellen. Und weil es sich um ein Gebet handelt, das wir studieren, gibt es nichts Besseres, was wir tun können, als dass wir mit einem Gebet starten. Und ich lade dich, auch wenn es dir möglich ist, ein, mit mir hier niederzuknien. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du in deinem Wort zu uns sprichst. Herr, wir brauchen jetzt deine ganz besondere Gegenwart. Wir brauchen deinen Heiligen Geist. Wir möchten uns auf dich konzentrieren. Gib, dass alles Störende ferngehalten wird und dass die Kraft deines Wortes unser Herz erreicht. Herr, jetzt möchte ich dich von ganzem Herzen bitten, möchten dich bitten, dass wir zu deinen Füßen sitzen dürfen und lernen können, was du uns sagen möchtest. Hab Dank dafür, dass du versprochen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und darum bitten wir dich jetzt. Amen.

[2:47] Lukas Kapitel 11 und dort Vers 4. Jesus sagt in diesem Gebet, diesem Modellgebet, seinen Jüngern, dass sie Folgendes beten sollen: "Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist."

[3:10] Wir haben das letzte Mal über die Vergebung gesprochen, die Gott uns schenken möchte. Wir haben gesprochen über die Freude, die wir erleben dürfen, wenn Gott uns ganz reinwäscht von unserer Schuld. Wir haben gesehen, dass Gott die Sünden nicht bewacht, sondern sie gerne vergeben möchte. Wir haben gesehen, dass es Bedingungen gibt, die wir beachten sollen: Umkehr, Bekenntnis zu Gott, Gebet und ein Flehen zum Heiligtum. Wir haben gesehen, dass Gott uns alle Sünden vergeben möchte und kann, und gerade wenn die Sünde groß ist, dürfen wir wissen, dass Gott zu seiner eigenen Ehre uns alle Sünde vergeben kann, die kleinste und die größte und alle dazwischen. Wenn Gott unsere Sünden tilgt, dann denkt er nicht mehr an sie, und wir haben gelernt, dass Sündenvergebung uns stark macht. Wir haben gesehen, dass, wenn Gott uns vergibt, eine ganze Reihe von positiven ähm ja, Resultaten für unser Leben daraus folgt. Wir haben gesehen, dass die Bitte um Vergebung eine Art Opfer ist, ein Opfer der Lippen. Wir bekennen uns zu dem Messias, der für uns gestorben ist, und dass, wenn wir unsere Sünden ableugnen, wir Gott zum Lügner machen und wir uns selbst verführen. Aber wenn wir unsere Sünden bekennen, dann erhalten wir Vergebung und Reinigung von aller Ungerechtigkeit. Johannes 1 Vers 9 sagt: "Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünde vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit."

[5:26] In Lukas 11 heißt es nun: "Und vergib uns unsere Sünden." Und diesen Aspekt haben wir das letzte Mal deutlich beleuchtet. Und jetzt kommt es: "Denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist." Wir haben das letzte Mal schon darauf hingewiesen, dass Gottes Vergebung in einer Beziehung steht zu unserer Vergebung.

[6:02] Es wird hier ganz deutlich ausgedrückt: "Denn wir vergeben jedem." Denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist. Und diese Beziehung zwischen der Vergebung Gottes und unserer Vergebung, diese Beziehung, die hatte Jesus auch schon in der Bergpredigt, als er das Vaterunser zum ersten Mal gegeben hatte, deutlichst ausgesprochen in Matthäus Kapitel 6 und dort in Vers 14 und 15 hat er das. Er hat es schon in dem Vaterunser natürlich gesagt in Vers 12: "Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern." Und dann in Vers 14 hat er es noch mal ausdrücklich hier ausgedrückt. Er sagt in Vers 14: "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben." Hier sehen wir, dass Jesus das ganz deutlich macht. Er sagt, wenn wir vergeben, dann erhalten wir auch Vergebung. Wenn wir nicht vergeben, werden wir keine Vergebung erhalten.

[7:22] Jesus macht deutlich, dass niemand mit Unversöhnlichkeit gerettet werden kann. Jemand, der Gottes Vergebung in Anspruch nimmt, aber nicht bereit ist, einem anderen Menschen zu vergeben, der kann Gottes Vergebung nicht in Anspruch nehmen. Sie wird ihm nicht gewährt werden. Er mag vielleicht denken, dass ihm vergeben worden ist, aber Gottes Vergebung gilt für uns nur, wenn auch wir bereit sind, anderen zu vergeben. Unversöhnlichkeit ist kein Kavaliersdelikt, über das man schnell hinwegschauen könnte. Unversöhnlichkeit wird uns aus dem Reich Gottes ausschließen, wenn wir sie festhalten. In dem Buch "Gedanken vom Berg der Seligpreisung" wird das ganz deutlich noch mal zusammengefasst. Sie sagt hier:

[8:26] Jesus lehrt, dass wir nur von Gott Vergebung empfangen können, so wie wir anderen vergeben. Nur wenn wir anderen vergeben, können wir auch Vergebung von Gott empfangen. Die Bibel macht das explizit deutlich. Der Geist der Weissagung sagt genau dasselbe. Und dann sagt sie: Es ist die Liebe Gottes, die uns zu ihm zieht, und diese Liebe kann unsere Herzen nicht berühren, ohne Liebe für unsere Geschwister zu schaffen. Mit anderen Worten: Es ist nicht so, dass wir aus eigener Kraft erst einmal anderen vergeben müssen, um damit Gott zu beeindrucken und ihn zu überreden, auch uns zu vergeben. Es ist also nicht eine Vorbedingung, sozusagen eine Qualifikation, die wir erreichen müssen, bevor Gott uns vergeben kann. Nein, nein, nein, nein, nein. Gottes Vergebung kommt zuerst. Gottes Vergebung bringt Gottes Liebe in unser Herz. Aber was sie sagt, ist: Gottes Liebe wird immer, wann immer sie unser Herz berührt, auch eine Liebe für andere schaffen. Wenn es wirklich Gottes Liebe ist, die unser Herz berührt, dann wird sie automatisch auch Liebe für andere erschaffen. Und die wird sich darin zeigen, dass wir bereit sind, anderen zu vergeben. Mit anderen Worten: Jemand, der nicht bereit ist, anderen zu vergeben, beweist, dass diese Liebe in seinem Herzen nicht ist, und das beweist, dass die Liebe Gottes sein Herz nicht berührt hat. Mit anderen Worten: Unsere Vergebung beweist, dass Gott uns vergeben hat. Sie führt nicht dazu, dass Gott uns jetzt vergeben kann, sondern sie beweist, dass er uns vergeben hat. Sie ist sozusagen die äußere Frucht, die offenbart, dass das das Original, die echte Vergebung, unser Herz wirklich erfüllt. Mit anderen Worten: Jemand, der von Gottes Vergebung singt und von ihr betet und redet und predigt, aber unversöhnlich ist, beweist durch seine Unversöhnlichkeit, dass die echte Liebe Gottes sein Herz nie erreicht hat, dass die Vergebung für ein theoretisches Konstrukt ist, dass sie nie persönlich angesprochen hat. Und deswegen macht Jesus diesen Gedankengang so deutlich. Wir können sozusagen selbst uns prüfen, ob wir echte Vergebung bekommen haben von Gott oder uns nur täuschen. Und wir können uns daran prüfen, dass unsere Bereitschaft, anderen zu vergeben, uns signalisiert, ob wir Gottes Liebe kennengelernt haben oder nur eine theoretische Meinung darüber haben, aber nie in unserem Herzen davon berührt worden sind. Das ist der Zusammenhang. Ja, es geht nicht, dass beides kann nicht getrennt werden, weil das eine die unaufhaltsame Folge des ersten ist. Und Jesus hat diesen Punkt an verschiedenen Stellen deutlich gemacht in der Bibel, ganz berühmt vor allem in dem Gleichnis

[12:12] von den beiden Knechten in Matthäus Kapitel 18. Und dort sehen wir auch noch mal deutlich die Reihenfolge dieser beiden ja Prinzipien des Vergebens von Gottes Seite aus und unseres Vergebens. Matthäus 18, ab Vers 21 ist ja ein bekanntes Gleichnis. Wir lesen ab Vers 21 in Matthäus 18: "Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis sieben Mal?" Ist also die Frage, die Petrus hat. Also, wie groß muss meine Liebe zum Bruder sein? Wie groß muss meine Bereitschaft sein, ihm zu vergeben? Bis sieben Mal. Das erschien dem Petrus offensichtlich schon sehr viel. In der jüdischen Tradition war man schon mit weniger zufrieden. Sieben Mal erschien dem Petrus offensichtlich als eine ganz besonders großzügige Form der Liebe zu anderen Menschen. "Bis zu sieben Mal?" Jesus antwortete ihm Vers 22: "Ich sage dir nicht bis sieben Mal, sondern bis 70 x 7 Mal."

[13:37] 490 Mal. Und der erstaunte Petrus wird sich vielleicht daran erinnert haben: Es gibt in der gesamten Bibel nur eine einzige Stelle, in der wir die Zahl 490 und zwar als 70 x 7 finden. Und diese Stelle ist nichts anderes als die berühmte Prophezeiung in Daniel 9, in der es um den Messias geht und sein Volk. Dort geht es um die Bereitschaft Gottes, seinem Volk zu vergeben und zu vergeben und zu vergeben, bis irgendwann der Punkt erreicht ist, wo Gott selbst dem Volk Gottes, dem Volk Israel, nicht mehr vergeben kann. Das heißt, dem Volk – also einzelne Personen Israels können natürlich immer Vergebung bekommen, aber das Volk selbst verliert seinen Status als das Volk Gottes sozusagen. Und das liegt daran, dass in Apostelgeschichte Kapitel 7 die Obersten der Juden im Sanhedrin bei der Steinigung von Stephanus das Wirken des Heiligen Geistes abschließend ablehnen, die Ohren sich zustopfen, schreien und nicht hören wollen, was der Heilige Geist durch Stephanus sagt. Die Sünde gegen den Heiligen Geist. Also, nur zum Verständnis: Es geht hier natürlich nicht darum, dass – oder es geht besser gesagt, es geht darum, dass das Volk Israel hier seine Position als das besondere, herausgehobene Volk Gottes verliert und ab diesem Zeitpunkt, dann im Jahre 34, wenn die 490 Jahre abgelaufen sind (wir haben da ja auf F-Media verschiedene Videos zu diesem Thema), ab diesem Zeitpunkt nicht mehr Gottes Volk ist, was nicht bedeutet, dass nicht trotzdem Menschen aus diesem Volk gerettet werden können. Es gibt ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viele Völker auf der Erde, die alle nicht per se Gottes Volk sind, aber die alle aus denen, aus jeder Nation, jedem Stamm, jedem Volk kann ein Mensch gerettet werden. Und hier in Daniel 9 geht es darum, dass das Volk Israel von der herausgehobenen Position des Volkes Gottes wieder zurückgestuft worden ist auf die Ebene eines gewöhnlichen, normalen Volkes. Und der Punkt, den wir hier machen wollen, ist, dass die 490 Jahre symbolisieren, wie lange Geduld und Vergebungsbereitschaft Gott mit seinem Volk gehabt hat. So lange, selbst als sie seinen Sohn ans Kreuz nageln ließen und ihn verachteten, waren die Jahre noch nicht vorbei. Erst als das Wirken des Heiligen Geistes so dermaßen abgelehnt worden ist, gab es nichts mehr, was Gott für sein Volk tun konnte. Der entscheidende Punkt hier ist, dass Jesus auf die Frage von Petrus, wie oft soll ich dem anderen denn jetzt vergeben, im Wesentlichen sagt: So oft wie Gott dem Volk Israel vergibt. Die Bereitschaft zu unserer – also unsere Vergebung wird also mit anderen Worten direkt an die Vergebungsbereitschaft Gottes geknüpft. Gottes Bereitschaft zu vergeben ist der Maßstab für unsere

[17:26] Bereitschaft. Und um das zu illustrieren, bringt Jesus direkt danach ein Gleichnis in Vers 23: "Darum gleicht das Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10.000 Talente schuldig." Eine riesige Summe. Im gesamten römischen Reich, soweit wir es heute noch wissen können und rekonstruieren können, gab es keinen einzigen Menschen, der 10.000 Talente besessen hätte an Vermögen. Der Crassus, einer der Triumvirn in dem ersten Triumvirat, der kam da einigermaßen – also nicht nahe dran, aber das waren immer noch weniger als 8.000 Talente, die er besaß. 10.000 Talente ist also weit mehr als das, was der reichste Mensch der Welt damals besessen hat. Hier ist also eine Summe vorgestellt, wenn wir das heute in heutige Zeit wirklich übertragen wollen, die das übersteigt, was z.B. ein Elon Musk heute an Besitztum hat. Etwas, was kein Mensch, buchstäblich kein Mensch, zurückzahlen kann. Vers 25: "Weil er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen." Damals eine ganz gängige Methode: die Schuldknechtschaft. Vers 26: "Warf sich der Knecht nieder, huldigte ihm und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen." Und jetzt kommt Vers 27: "Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld."

[19:22] Der Knecht hatte kein Argument, mit dem er solch eine Gnade hätte begründen können oder da einen Anspruch darauf geltend machen hätte können. Es war die freie Barmherzigkeit des Herrn. Es war nicht so, dass der Knecht schon vorher durch besondere Liebenswürdigkeit gegenüber anderen aufgefallen wäre und deswegen der Herr dann gesagt hat: "Okay, weil er so nett ist und weil er so viel gute Sachen macht, deswegen könnte ich mir vielleicht doch überlegen, ihm zu..." Nein, nein, nein, nein, nein. Es war das reine Erbarmen, die Gnade des Herrn, der ihn freigibt und ihm nicht nur einen Teil erlässt oder nicht mal – er sagt ja nicht mal: "Ich lass so viel, ich erlass das meiste und ein bisschen was kannst du noch abarbeiten." Er erlässt ihm die gesamte Schuld. Lieber Freund, liebe Freundin, ich rede zu mir und ich rede zu dir: So ist Gott. Er erlässt uns alle Schuld, obwohl wir es nicht verdient haben. Überhaupt gar nicht. Er erlässt uns die ganze Schuld. Er gibt uns frei. In Johannes Kapitel 8 und dort Vers 34 sagt Jesus: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde." Vers 36: "Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei." Jesus macht frei, frei von aller Schuld, mich und dich, lieber Freund, liebe Freundin.

[20:58] Zurück zu Matthäus 18. Der Herr erbarmte sich des Knechts, gibt ihn frei und erlässt ihm die Schuld. Vers 28: "Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm 100 Denare schuldig." Das ist kein Pappenstiel, das sind etliche tausend Euro. Kannst du einfach mehrere tausend Euro einfach so erlassen? Das schmerzt schon, das merkt man schon im Portemonnaie, wenn man nicht gerade ein Elon Musk ist oder ein Crassus. Das ist kein – das ist nicht nur ein Pappenstiel, wo man sagt: "Na ja, das ist ein bisschen Wechselgeld." Das ist ein beträchtlicher Betrag. Aber eigentlich ist dieser Betrag nur dann groß, wenn wir vergessen haben, wie groß unsere Schuld gewesen ist. Denn verglichen mit den 10.000 Talenten sind 100 Denare immer noch überschaubar. Sie sind verschwindend gering im Vergleich. Und kann es sein, dass es uns oft so geht wie diesem Knecht, dass wir zwar dankbar sind, dass Gott uns alle Schuld vergibt, aber wir dann umgehend vergessen, wie groß unsere Schuld gewesen ist, und wir Ansprüche stellen an andere und nicht bereit sind zu vergeben? Kann es sein, dass wir manchmal zwar die Konsequenz der Vergebung Gottes gerne in Anspruch nehmen, dass wir keine Angst mehr haben müssen vor einem Gericht, aber wir es nicht zulassen, dass die Liebe Gottes wirklich unser Herz durchdringt? Denn wenn sie das tut, dann erschafft sie – sagt sie – dann erschafft sie in unserem Herzen eine Liebe für andere Menschen, für unseren Nächsten.

[23:05] Petrus schreibt im Zweiten Petrusbrief über diejenigen, die Gottes Kraft zu einem heiligen Leben, das Stück für Stück wächst im Glauben, nicht annehmen wollen. Er sagt in Kapitel 1 Vers 9: "Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen." Der Knecht hier in Matthäus 18 ist kurzsichtig, ist blind. Ist das nicht auch das Problem von Laodizea, die Blindheit, vergessen, was Gott uns in der Vergangenheit alles geschenkt hat? Und deswegen sehen wir plötzlich die Probleme beim anderen so deutlich und haben das Gefühl, dass wir hier erstmal eine Rechnung begleichen müssen. Was nützt es uns, wenn Gott uns die Sünden vergibt, aber das nicht unser Herz verändert, weil wir es nicht in unser Herz hineinlassen, weil wir es wieder vergessen, weil wir uns letztlich gedanklich davon abwenden? Der Knecht ist nicht bereit, 100 Denare zu vergeben und beweist damit, dass er zwar vielleicht dankbar gewesen ist, dass er nicht verkauft worden ist oder seine Familie nicht verkauft worden ist, aber dass er nicht verstanden hat, was die Barmherzigkeit in seinem Herzen hätte tun können. Er hat die Liebe, die Barmherzigkeit des Herrn, nicht in sein Herz gelassen. Er hat die Konsequenzen davon gerne akzeptiert, aber hat sich nicht verwandeln lassen dadurch. Wie viele von uns sind vielleicht dankbar dafür, wenn wir nicht gerichtet werden und nicht den ewigen Tod sterben müssen, aber wir lassen die Vergebung nicht unser Herz verwandeln? Und dann stellt sich fest, dass wir eigentlich das Prinzip der Vergebung nicht verstanden haben.

[25:09] Vers 29: "Da warf sich ihm sein Mitknecht zu Füßen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen." Ist genau das, was der Knecht in Vers 26 gesagt hatte. Er hätte sich daran erinnern können. Es wäre gar nicht so lange her gewesen, dass er selbst in dieser Situation gewesen ist, in der Situation des Übertreters, des Sünders. Vers 30: "Er aber wollte nicht." Vergleichen wir die Reaktion zwischen dem Herrn und dem Knecht. Vers 27: "Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht." Es war Barmherzigkeit, es war eine Emotion, es war Liebe, es war Nächstenliebe, es war Bereitschaft, dem anderen etwas Gutes tun zu wollen. Aber dieser Knecht will das nicht. "Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war." Er hatte zwar einen Sinn für Gerechtigkeit, aber kein Verständnis für echte Liebe. Und wenn er ein Verständnis für Gerechtigkeit hat, einen Sinn für Gerechtigkeit hat, nur für die Gerechtigkeit, die ihm zugutekam. Wenn er wirklich, wirklich verstanden hätte, was Gerechtigkeit bedeutet, hätte er verstanden, dass er ganz unverdient enorm viel, enorm viel Schulden hat erlassen bekommen. "Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt." Ihr Lieben, wenn wir die Vergebung Gottes in Anspruch nehmen und uns Christen nennen und dann durch Unversöhnlichkeit unser Bekenntnis verleugnen, dann machen wir unsere Mitmenschen traurig. Das fällt unseren Mitmenschen auf. Es gibt wenig Dinge, die so offensichtlich sind wie die Heuchelei eines bekennenden Christen, der anderen nicht vergeben möchte. Das fällt einem Atheisten auf, dass das nicht sein kann. Das fällt jedem auf. Die Mitknechte wurden sehr betrübt. Vers 32: "Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. Solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe?" Hier kommt genau dieser Punkt: So wie Gott sich über uns erbarmt. Das ist eine Vergebung, die ist nicht technisch, die ist nicht einfach so: "Na, dann muss es halt sein", sondern die hat etwas zu tun mit seiner Liebe, weil er uns liebt, weil er Erbarmen mit uns hat, vergibt er uns. Und er wünscht sich, dass wir diese Liebe in unser Herz lassen, damit auch wir Erbarmen haben, Erbarmen mit anderen. Und ich möchte mich fragen und ich frage auch dich, ob wir Gottes Liebe wirklich ganz tief in unser Herz hineingelassen haben, damit sie eine Liebe zu anderen, eine Nächstenliebe, ein Erbarmen für andere in unserem Herzen erschafft. Das Gleichnis von Jesus ist ganz deutlich. Wir – das ist nicht etwas, was sein könnte oder vielleicht noch als Zusatz ganz nett wäre, sondern das soll so sein. Wenn Gott uns vergibt, sollen wir

[28:49] so sein, wenn Gott uns vergibt, sollen wir Erbarmen für andere haben.

[29:01] In der fünften Seligpreisung heißt es: Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Dieser Zusammenhang wird in der Bibel immer und immer wieder betont. Und jetzt wird etwas ganz deutlich.

[29:26] Vers 34: Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war. Mit anderen Worten: Die Vergebung wird rückgängig gemacht.

[29:44] Gott vergibt uns zuerst. Er vergibt uns nicht, weil wir anderen vergeben haben. Er vergibt uns zuerst, aber er erwartet, dass wir auch anderen vergeben. Und wenn wir das nicht tun, wenn wir nicht bereit sind, anderen zu vergeben, dann beweist das, dass Gottes Liebe unser Herz nicht erreicht hat. Und dann bedeutet das, dass die Vergebung vergebens war, sozusagen. Und die bereits erhaltene Vergebung der Sünden wird aufgehoben, wird rückgängig gemacht.

[30:18] Die Schulden, die uns vergeben worden waren, werden wieder auf uns gelegt. Und das illustriert die Bedeutung des Untersuchungsgerichtes. Viele Christen fragen sich: Wozu braucht es ein Gericht, wenn ich doch Vergebung der Sünden habe? Wenn Gott mir vergeben hat, dann sind sie doch weg? Nun, ja und nein. Sie sind weg von mir, aber sind nicht einfach weggezaubert. Sie sind nicht mehr bei mir, sie kleben nicht mehr an mir, sie werden nicht mehr mir zur Last gelegt, aber sie sind noch da im himmlischen Heiligtum.

[31:02] Wenn Gott die Sünden vergibt, sind sie nicht automatisch verschwunden, sondern er vergibt sie uns, um uns eine Möglichkeit zu geben, dass wir diese Vergebung auch schätzen und in unser Herz lassen. Und wenn wir das tun, wenn wir die Vergebung Gottes in unser Herz lassen, dann wird sich das in unserem Leben zeigen. Wenn das sich in unserem Leben nicht zeigt, beweist das, dass die Vergebung nur äußerlich war, aber unser Herz nicht erreicht hat.

[31:28] Und Gott kann keine Menschen in den Himmel nehmen, die nur äußerlich Vergebung in Anspruch genommen haben, aber wo die Vergebung nicht ins Herz gelangt ist. Denn wenn die Vergebung nicht ins Herz gelangt ist, dann ist das Herz unverändert. Dann sind sozusagen nur die Konsequenzen weggenommen, aber das Herz hat keine Veränderung erfahren. Gott kann solche Menschen nicht in den Himmel nehmen. Sie würden die Rebellion erneut dort starten.

[31:57] Deswegen beweist Gott vor dem gesamten Universum, wer diejenigen sind, die nicht nur die Vergebung äußerlich in Anspruch genommen haben, sondern die wirklich die Vergebung in ihr Herz gelassen haben. Indem er eine Zeit gewährt, in der die Menschen durch den Heiligen Geist in ihrem Leben die Frucht der Vergebung zeigen können, indem sie Nächstenliebe für andere praktizieren, weil das Gott in ihnen angelegt hat. Und alle diejenigen, an denen sich das zeigt, da weiß dann das gesamte Universum: Denen hat Gott vergeben und die Vergebung hat ihr Herz verändert.

[32:36] Aber bei denen, bei denen das nicht sichtbar wird, wo es kein Erbarmen, keine Liebe für die Nächsten gibt, da wird sichtbar, dass die Vergebung nicht ins Herz gedrungen ist und deswegen das Ziel verfehlt hat, dass Gott eigentlich mit dieser Vergebung gehabt hat.

[33:05] Die Vergebung wird zurückgenommen. Und deswegen ist es möglich und deswegen ist es nötig, dass Gott ein Gericht hat, in dem die Früchte wahrer Vergebung geprüft werden, ob sie existieren oder nicht. Denn wenn sie nicht existieren, dann beweist das, dass die Vergebung nicht ins Herz gerutscht ist, dass sie keine Veränderung bewirkt hat.

[33:37] Und die Vergebung, die man bereits hatte, verliert man. Denn das eigene Leben beweist: Es war nur eine, also man hat sie nicht wirklich zu Herzen genommen.

[33:55] Vers 35, Matthäus 18 Vers 35: Jesus lässt keinen Zweifel daran, dass das genau die Interpretation ist, die wir aus diesem Gleichnis ableiten sollen: So wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlungen vergibt.

[34:20] Hier geht's nicht darum, dass wir sozusagen aus Angst davor, verloren zu gehen, dann einfach so mit knirschenden Zähnen sagen: Okay, ich geb' dir halt dann, ja? Sondern dass wir von Herzen vergeben. Und das ist nur möglich. Das ist für einen Menschen nur möglich, wenn er Gottes Vergebung sich zu Herzen nimmt. Denn wie wir gesehen haben, dann wird Gottes Liebe in seinem Herzen eine Liebe für andere erzeugen.

[34:55] Solltest denn nicht auch du dich, Vers 33, über deinen Mitknecht Erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe? Wie oft soll ich dem anderen vergeben, hatte Petrus gefragt. Jesus sagt: So oft wie Gott Israel vergibt, nämlich 490 Jahre lang.

[35:15] Gottes Vergebung ist der Maßstab für unsere Vergebung. Und wenn wir nicht vergeben wollen, dann werden wir auch nicht von Gottes Vergebung profitieren können. Wenn wir, wenn Gott uns vergibt, können wir vergeben. Aber wenn wir das nicht wollen, dann werden wir von Gottes Vergebung nicht profitieren.

[35:34] Das ist das, was in dem Vaterunser deutlich wird, wie wir es gelesen haben in Lukas 11, wo es heißt: Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist. Und hier sehen wir: Es ist tatsächlich diese göttliche Vergebung, die durch uns hindurchfließen soll, die uns verändern soll.

[36:01] Denn ein Mensch aus eigener Kraft würde niemals jedem vergeben. Vielleicht einem Freund, dem er sowieso, für den er große Sympathien hegt und den vielleicht enttäuscht hat. Aber da ist man vielleicht eher geneigt zu vergeben. Aber jedem zu vergeben, das geht nur, wenn Gottes Vergebung mein Herz erreicht.

[36:23] Ist das dein Wunsch, dass Gottes Vergebung dein Herz erreicht? Ja, Jakobus Kapitel 2 und dort Vers 13. Jakobus Kapitel 2 und dort Vers 13: Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat.

[36:48] Genau das Prinzip von Matthäus 18, genau das, was wir hier finden. Wer keine Barmherzigkeit übt, der wird auch keine Barmherzigkeit im Gericht erfahren können.

[37:04] Die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht. Denn die Barmherzigkeit, die wir zeigen, beweist, dass wir Gottes Barmherzigkeit in Anspruch genommen haben und dass wir mit seiner Gerechtigkeit bekleidet sind und jetzt seinen Charakter repräsentieren und deswegen uns niemand im Gericht verklagen kann, so wie es in Jesaja 54 gesagt wird über die Gerechtigkeit Gottes.

[37:31] Dort heißt es in Vers 17: Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen, und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteil wird, spricht der HERR.

[37:46] Wenn Gott aus Barmherzigkeit und seine Gerechtigkeit schenkt, dann triumphiert seine Vergebung, seine Barmherzigkeit, seine Liebe über das Gericht. Dann kann uns im Gericht niemand mehr verklagen.

[38:07] Vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldig ist.

[38:23] Vers 31 gibt Paulus uns einen ganz praktischen Hinweis. Epheser 4 und dort Vers 31, 32: Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit. Was sollen wir stattdessen tun?

[38:51] Vers 32: Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleich wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

[39:04] Dieser Gedanke ist absolut klar in der Bibel ausgedrückt. So wie Gott uns durch Jesus vergeben hat, so wollen wir anderen vergeben. Die Frage heute ist, lieber Freund, liebe Freundin: Tun wir das?

[39:20] Beweisen unsere Taten der Vergebung, unsere Einstellung der Vergebung, beweist sie echte Erfahrung der Erlösung, oder zeigt unser Leben, dass wir eigentlich diese Vergebung nicht richtig im Herzen haben? Was zeigt dein Leben? Was zeigt mein Leben?

[39:39] Wenn uns jemand einiges abverlangt an Geduld, wenn Menschen uns schlecht behandelt haben, wenn Menschen uns enttäuscht haben, sind wir bereit, ihnen zu vergeben, freundlich und barmherzig zu sein? Sind wir bereit, Bitterkeit abzulegen, Wut abzulegen, Zorn, Geschrei?

[40:01] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn diese Dinge Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung, wenn das in unserem Leben ist, dann können wir nicht gleichzeitig das hier erleben. Ist nicht an der Zeit, dass wir Gottes Vergebung tiefer durchdenken?

[40:19] Ich möchte das tun in meinem Leben, mehr über Gottes Vergebung nachdenken. Denn nur wenn wir Gottes Vergebung vor Augen haben, können wir durch das Anschauen verwandelt werden.

[40:40] Gedanken vom Berg der Seligpreisung. Gott gab sich in Christus selbst für unsere Sünden. Er litt den grausamen Tod des Kreuzes, trug für sich die Last der Schuld, der Gerechte für den Ungerechten, damit er uns seine Liebe offenbaren könne und uns zu sich zieht.

[41:14] Und er sagt – und jetzt zitiert sie Epheser 4 Vers 32: Seid aber, seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleich wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

[41:29] Lasst das göttliche Leben in dir wohnen und durch dich die vom Himmel geborene Liebe offenbaren, die in den Hoffnungslosen Hoffnung inspirieren wird und den Frieden des Himmels dem Sünden verstrickten Herzen bringen wird.

[41:52] Sie sagt folgendes: Wenn wir zu Gott kommen, ist das die, die uns an der Schwelle trifft mit anderen. Wir wollen zu Gott, dann gibt es an der Schwelle eine Bedingung, der wir uns stellen müssen, mit der wir konfrontiert werden, nämlich, dass während wir Barmherzigkeit, Gnade von ihm empfangen, wir selbst uns ihm übergeben, damit seine Gnade in uns auch anderen offenbar wird.

[42:22] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du echte Gnade von Gott in deinem Leben haben möchtest, das ist die eine Bedingung, die er stellt, die an der Schwelle dir entgegentritt: Wenn du diese Gnade bekommst, musst du bereit sein, sie auch anderen zu offenbaren. Du musst bereit sein, sie weiterzugeben. Du musst bereit sein, ein Kanal dafür zu sein. Du kannst die Gnade Gottes nicht für dich alleine behalten, denn im Himmel gibt es keinen Egoismus, nicht einmal für die Gnade Gottes. Das ist die Bedingung. Und ohne diese Bedingung kannst du die Gnade Gottes nicht empfangen. Du musst bereit sein, sie weiterzugeben.

[43:03] Kolosser 3 Vers 13. Die Tatsache, dass wir bereit sind, anderen zu vergeben, die Liebe Gottes ihnen zu zeigen, bedeutet nicht, dass wir dann immer gut behandelt werden. Es bedeutet nicht, dass wir hier auf dieser Erde schon den Himmel auf Erden haben werden, auch wenn wir selbst das Prinzip des Himmels ausleben.

[43:17] Kolosser 3 Vers 13 zeigt uns: In dieser Welt, auch in dieser Gemeinde, wird es immer darauf ankommen, auch Geduld zu haben, einander zu ertragen.

[43:27] Kolosser 3 Vers 13: Ertragt einander. Vielleicht lesen wir Vers 12 schon: So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut. Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat, gleich wie Christus euch vergeben hat. So auch ihr.

[43:58] Muss Jesus uns manchmal ertragen, dann können auch wir einander ertragen. Muss Christus uns vergeben, dann können auch wir anderen vergeben. Je klarer wir Jesus und seine Gnade für uns Tag für Tag vor Augen haben und unser Herz lassen, desto mehr wird sich das hier zeigen und zur Bereitschaft, einander zu ertragen und zu vergeben.

[44:39] Sie sagt: Derjenige, der unversöhnlich ist, unterbricht genau den Kanal, durch den alleine er Gnade von Gott empfangen kann. Mit anderen Worten: Unsere Unbereitschaft zur Vergebung unterbricht diesen Kanal hier.

[44:57] Gott gibt uns aus freien Stücken Vergebung, aber nur, wenn wir sie durch uns durchfließen lassen.

[45:16] Die eine Sache, die absolut notwendig ist für uns, damit wir die vergebende Liebe Gottes empfangen und weitergeben, ist, dass wir die Liebe, die er für uns hat, kennen und glauben. Und Satan sagt, sie wirkt durch jede Verführung, die er unter Kontrolle hat, dass wir nicht die Liebe Gottes erkennen.

[45:50] Lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns durch absolut nichts davon abbringen, Gottes Liebe zu mir und Gottes Liebe zu dir zu verstehen.

[46:22] Wir sollten nicht versuchen, unsere Schuld zu verringern, indem wir Sünde entschuldigen. Wir müssen Gottes Beurteilung der Sünde akzeptieren. Und die ist sehr schwer. Golgatha allein kann uns offenbaren, wie schrecklich die Sünde ist.

[46:46] Wenn wir unsere eigene Schuld zu tragen hätten, würde sie uns zerbrechen. Ich glaube, deswegen zerbrechen so viele Menschen im Leben, mental, aber auch körperlich, weil sie ihre Schuld nicht abgeben. Aber der Sündlose hat sie, hat unseren Platz eingenommen. Obwohl wir es nicht verdienen, hat er unsere Missetat getragen.

[47:17] Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünde vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Herrliche Wahrheit, sagt sie: Gerecht seinem eigenen Gesetz gegenüber und gleichzeitig derjenige, der alle die rechtfertigt, die an Jesus glauben.

[47:38] Micha sagt: Wer ist ein Gott wie du? Diese wunderbaren Worte in Micha 7, die sollten uns mit tiefer Dankbarkeit erfüllen. Ich lese sie immer wieder.

[47:52] Micha 7 Vers 18: Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erlässt, der seinen Zorn nicht alle Zeit festhält, sondern Lust an der Gnade?

[48:05] Lieber Freund, liebe Freundin, Gott freut sich, wenn er uns vergeben kann. Und wenn diese Freude in unser Herz kommt, wenn wir das wirklich von Herzen annehmen und drüber nachdenken und Tag für Tag drüber meditieren, es in unser Herz hineinlassen, dann werden wir auch Freude empfinden, wenn wir unserem Nächsten vergeben können.

[48:25] Unversöhnlichkeit wird nicht durch äußeren Druck gebrochen, sondern durch die alles verwandelnde Liebe Gottes unserem Herzen aufgeweicht und zum Verschwinden gebracht. Das beste Heilmittel gegen, das einzige Heilmittel gegen Unversöhnlichkeit ist ein tägliches Verstehen, wie groß Gottes Vergebung für mich ist.

[48:53] Ist das dein Wunsch heute, dich mehr, neu, tiefer, intensiver mit Gottes Vergebung für dich persönlich auseinanderzusetzen, sie zu betrachten, bis sie ganz tief in die tiefsten Kammern deines Herzens gerutscht ist und von dort fließen darf zu jedem Menschen, dem du begegnest?

[49:14] Dafür beten. Lasst uns in die Knie gehen.

[49:21] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Herr, ich möchte dir danke sagen, dass du uns so viel vergeben hast. Wir können das kaum in Worte fassen. Wenn wir ganz ehrlich sind, denken wir viel zu wenig drüber nach. Bitte gib, dass wir das nicht aus den Augen verlieren und dass unser Leben von echter Vergebungsbereitschaft, von echter Barmherzigkeit geprägt ist, weil wir deine Barmherzigkeit immer vor Augen haben und sie durch uns hindurchfließt. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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