In dieser Folge der Serie „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die Bitte „erlöse uns von dem Bösen“ aus dem Vaterunser. Er erklärt, dass Gott uns niemals in Versuchung führt, sondern Prüfungen zulässt, um unseren Glauben zu stärken. Das Gebet ist eine Verheißung, dass Gott uns vor unserer eigenen Begierde und den Einflüsterungen des Bösen bewahrt, wenn wir unser Leben in seine Hand legen.
Der Ersehnte: 246. „erlöse uns von dem Bösen“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:32] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid und wir eine weitere Folge gemeinsam erleben können, in der Gott durch sein Wort zu uns sprechen möchte, damit wir Jesus und seinen Dienst und seine Worte richtig verstehen können.
[0:54] Wir sind dabei, das Vaterunser noch einmal ganz genau uns anzuschauen und wollen uns heute eine weitere Aussage von Jesus in diesem Vaterunser genauer anschauen und studieren.
[1:08] Wir möchten natürlich wie immer mit einem Gebet beginnen. Es soll um das Gebet gehen. Wir werden uns anschauen, was Jesus uns rät, was wir beten sollen, und so möchten wir diese kommenden Minuten des Studiums unter Gottes Segen stellen. Und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, dass wir gemeinsam für ein Anfangsgebet niederknien.
[1:37] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns immer richtig führen möchtest. Danke, dass, wenn wir unser Leben in deiner Hand legen, wir das nicht bereuen müssen. Wie oft haben wir schon Dinge in unserem Leben bereut, weil wir selbst das Steuer in der Hand haben wollten?
[2:03] Herr, heute kommen wir zu dir, vielleicht zum erneuten Male, um unser ganzes Leben, unser Denken, Fühlen und Handeln in deine Hand zu legen. Erlöse uns von dem Bösen und führe du uns so, wie es das Beste für uns ist, nicht in die Versuchung, sondern zu dir hin. Herr, das wünschen wir uns von ganzem Herzen, dass du jetzt durch deinen Heiligen Geist unser Lehrer bist, dass wir deine Worte verstehen und dadurch verwandelt werden. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[2:46] Lukas Kapitel 11 und dort Vers 4. Eine Bitte ist noch übrig. In Lukas 11 ist das Vaterunser, das Jesus den Jüngern gibt, ein wenig der Satz, der dann in Matthäus 6 noch auf den heute von uns zu studierenden Satz folgt, nämlich in Matthäus 6 Vers 13, wo es heißt: "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen."
[3:20] Diesen Satz hat Jesus hier nicht wiederholt, was uns auch noch einmal zeigt, dass es natürlich zwei verschiedene Begebenheiten gewesen sind. Mit dem, den wir uns heute anschauen wollen, endet das Vaterunser in der Version, wie es Jesus in Lukas 11 den Jüngern wenige Wochen vor seiner Kreuzigung noch einmal ans Herz gelegt hat.
[3:47] Und die Worte, die wir hier lesen in Vers 4: Wir haben die letzten beiden Male uns mit dem Anfang beschäftigt, wo es heißt: "Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist."
[4:01] Wir haben gesehen, wie entscheidend, wie wichtig die persönliche, meine persönliche Erfahrung der Vergebung ist, die Gott mir schenken möchte, und wie das mein Leben verändert und wie ich dann bereit bin, wenn ich echte Vergebung erlebt habe und sie in mein Herz lasse, dass ich auch jedem anderen Menschen gerne vergeben werde.
[4:20] Die letzte Bitte hier in Vers 4 heißt – und damit wollen wir uns heute beschäftigen – "und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen."
[4:38] Diese Worte sind wortwörtlich exakt dieselben Worte wie auch in Matthäus 6 Vers 13, als Jesus zum ersten Mal das Vaterunser damals im Kontext der Bergpredigt gegeben hat: "Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen."
[4:58] Zwei Gedanken, die wir uns nacheinander anschauen wollen: "Führe uns nicht in Versuchung" ist der erste. "Führe uns nicht in Versuchung."
[5:14] Es ist nicht die einzige Stelle, in der Jesus auf die Macht des Gebetes verwiesen hat, um mit dem Thema Versuchung fertig zu werden. In Lukas Kapitel 22, später im Garten Getsemani, hat Jesus auf die Wichtigkeit des Betens hingewiesen, wenn es um die Versuchung geht.
[5:45] Lukas 22 Vers 46: "Und er sprach zu ihnen" – das sind die Jünger, die eigentlich für ihn und mit ihm hätten beten sollen, als Jesus zu Boden gedrückt war von der Last der Sünde der ganzen Welt. Aber statt zu beten und zu wachen, sind sie vor Traurigkeit eingeschlafen, wie uns Lukas 22 Vers 45 sagt. "Und als er vom Gebet aufstand und zu seinen Jüngern kam, fand er sie schlafen vor Traurigkeit." Vers 46: "Und er sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt."
[6:30] Wir beten hier im Vaterunser: "Und führe uns nicht in Versuchung." Das erste, was wir feststellen wollen: Dies ist ein Gebet, das wir aktiv immer wieder beten sollen. Jesus sagt, wir müssen es tatsächlich beten, wir müssen tatsächlich beten, damit wir nicht in Versuchung kommen. Es reicht nicht, einmal am Tag oder einmal in der Woche zu sagen: "Herr, bitte führe uns nicht in Versuchung", sondern wir müssen aktiv im Gebet bleiben, damit wir nicht in die Versuchung kommen.
[7:02] Unser Gebet "Führe uns nicht in Versuchung" zeigt also die Aufrichtigkeit dieses Gebets, zeigt sich an unserem beharrlichen Beten.
[7:20] Gebet führt dazu, dass wir – oder das Gebet bewirkt, dass wir nicht in Versuchung kommen. Wir werden gleich versuchen, das noch ein bisschen genauer zu verstehen, aber bleiben wir noch bei dieser Geschichte in Matthäus 26 und dort Vers 41.
[7:46] Matthäus 26 und dort Vers 41. Wir werden gleich noch versuchen, besser zu verstehen, welche Arten der Versuchung es gibt oder was Versuchung in der Bibel verschiedenes bedeuten kann und worum es hier in diesem Zusammenhang geht.
[7:55] Aber wir lesen zunächst noch Matthäus 26 und dort Vers 40. Es heißt hier – Jesus sagt, und es ist dieselbe Begebenheit, wir bekommen hierbei noch ein paar Details dazu – er sagt: "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt."
[8:13] Also das Beten, wir haben das Wachen. Wir können also die Frage, ob dieser Wunsch, nicht in Versuchung zu geraten, nicht einfach nur abgeben bei Gott. Wir müssen auch aktiv selbst wachen. "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt."
[8:34] Und jetzt kommt eine interessante Aussage: "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach."
[8:42] Im Mittelalter hat man oft geglaubt, das würde lehren, dass der menschliche Geist besser wäre als das menschliche Fleisch, und demzufolge hat man dann alles, was intellektuell war, was geistig war, besonders hervorgehoben und das Fleisch, den Körper, irgendwie abgewertet. Aber das ist nicht der Punkt an dieser Stelle.
[9:04] Wenn Jesus von dem Geist spricht, dann meint er den Heiligen Geist. Der ist bereit, uns zu helfen. Der Heilige Geist steht bereit. Der Geist Gottes ist willig.
[9:19] Das menschliche Fleisch – und mit dem menschlichen Fleisch, da sehen wir in der Bibel an vielen Stellen, ist nicht nur oder gerade nicht der Körper gemeint, also im Sinne des physischen Fleisches, sondern der Mensch in seiner Schwachheit, die durch die Sünde gekommen ist. Der Mensch ist schwach. Der Geist ist willig.
[9:48] Gott möchte uns also nicht in Versuchung führen. Es ist nicht so, dass wir den Geist überreden müssen, uns anders zu führen. Und das ist ein wichtiger Punkt. Viele lesen diesen Satz: "Führe uns nicht in Versuchung." Für unsere von der Sünde so geprägten Herzen scheint das den Eindruck zu erwecken, als würde Gott vielleicht in der Versuchung sein, uns falsch zu führen, und wir müssten ihn jetzt bitten und überreden, uns in die richtige Richtung zu lenken. Aber das ist nicht gemeint. Wir werden das gleich noch ganz deutlich sehen.
[10:21] Wir sehen hier schon: Der Heilige Geist ist willig. Gott ist willig, uns in der Versuchung zu helfen. Das Fleisch ist schwach, und deswegen müssen wir beten und wachen, damit wir uns mit dem Heiligen Geist verbinden.
[10:46] Denn durch das Gebet verbinden wir uns mit dem Wirken des Heiligen Geistes. Indem wir wachsam sind, lassen wir den Heiligen Geist wirken. Nur mit ihm können wir der Versuchung widerstehen.
[11:00] Das Wort "führe uns", diese Formulierung "führe uns" im Griechischen ist ganz interessant. Wörtlich heißt sie eigentlich "bring uns", und wenn man es ganz wörtlich übersetzen würde, dann geht es um ein Hineintragen: "Trage uns nicht in die Versuchung hinein."
[11:24] Ein paar Beispiele, die dieses griechische Wort hier auch verwenden, zeigen uns, dass es nicht so sehr um das Führen geht im Sinne von "ich lotse dich jetzt an einer Stelle", sondern dass man etwas trägt, etwas bringt.
[11:43] Lukas 5 und dort Vers 18 und 19. "Lukas 5 Vers 18 und 19: Und siehe, Männer trugen auf einer Liegematte einen Menschen, der gelähmt war, und sie versuchten, ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. Und da sie wegen der Menge keine Möglichkeit fanden, ihn hineinzubringen..."
[12:01] Es war nicht so, dass der Mann alleine entscheiden konnte, wo er wollte, und seine Freunde ihn irgendwo hingeführt oder hingelotst haben, sondern er war vollkommen abhängig von ihnen. Sein ganzes Leben sozusagen lag in ihren Händen. Sie haben ihn getragen, und zwar an den richtigen Orten zu Jesus. Sie haben ihn gebracht, sie haben ihn hineingetragen, in dem Fall dann sogar über das Dach.
[12:30] 1. Timotheus 6 und dort Vers 17. 1. Timotheus Kapitel 6 und dort Vers 17 – Verzeihung, Vers 7, nicht Vers 17, Vers 7: "Denn wir haben nichts in die Welt hineingebracht, und es ist klar, dass wir auch nichts hinausbringen können."
[12:44] Hier geht es natürlich nicht um Menschen, die man jetzt führen und leiten müsste. Hier geht es um etwas hineinbringen, etwas hinausbringen.
[12:55] Noch ein Beispiel: Hebräer 13 Vers 11. "Hebräer 13 Vers 11: Denn die Leiber der Tiere, deren Blut für die Sünde durch den Hohenpriester in das Heiligtum getragen wird, ja, hineingetragen wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt."
[13:13] Hier geht es also einmal um die Leichname der Opfertiere, die verbrannt werden außerhalb des Lagers, aber das Blut wird hineingetragen. Der Hohepriester lotst nicht das Blut, sondern er nimmt es in seine Hand, und er trägt es.
[13:27] Wann immer sonst in der Bibel dieses griechische Wort hier verwendet wird, geht es darum, dass etwas getragen wird, etwas, das jetzt nicht selbst entscheidet, ob es links oder rechts geht, sondern es wird getragen zu einem bestimmten Ort, dorthin, wo es halt hin soll.
[13:50] Und also entweder im tatsächlich physischen Sinne, so wie mit dem Gelähmten, oder auch in einem eher abstrakten Sinne, wie diesem Gedanken: "Wir haben nichts hineingebracht in diese Welt, als wir geboren worden sind, wir haben ja nichts gehabt."
[14:07] Das bedeutet, es geht hier nicht darum, dass wir quasi Gott wie ein Navi anmachen und sagen: "Wir können jetzt hier fahren, wie wir wollen, und Gott, sag mal, wo es vielleicht langgeht." Sondern es bedeutet eigentlich, dass wir uns von Gott tragen lassen wollen, dass er uns trägt und dorthinbringt, wo es gut für uns ist.
[14:32] Wer betet: "Führe uns nicht in Versuchung", wir könnten eigentlich besser übersetzen: "Bring uns nicht dorthin, trage uns nicht in die Versuchung." Und ich glaube, das würde noch mal eine neue Nuance in unserem Kopf uns zeigen: "Trage uns nicht in die Versuchung."
[14:53] Wir haben schon gesehen, der Heilige Geist ist willig, uns gegen die Versuchung zu helfen. 1. Korinther Kapitel 10 Vers 13. Gott hat hier uns etwas sehr Tröstliches und Ermutigendes niederschreiben lassen.
[15:12] 1. Korinther 10 Vers 13: "Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, sodass ihr sie ertragen könnt."
[15:35] Gott lässt niemals uns eine Versuchung treffen. Er lässt niemals eine Versuchung an uns heran, deren wir nicht gewachsen wären in seiner Kraft. Wann immer wir auf eine Versuchung treffen, gibt es einen Ausweg. Wann immer wir auf Versuchung treffen, gibt es eine Lösung.
[16:02] Und niemand von uns, der mit Gott geht, muss jemals einer Versuchung nachgeben. Gott lässt nur die Versuchungen an uns heran, von denen er weiß, dass wir sie in seiner Kraft schaffen könnten.
[16:24] Das bedeutet aber auch, dass wir ihn schon oft enttäuscht haben und dass wir hätten Sieger sein können, wo wir gefallen sind. Und wenn ich darüber nachdenke, dann macht mich das traurig. Dich auch?
[16:42] Und umso mehr ist diese Bitte so wichtig, dass wir uns bewusst machen: Wir wollen unser Leben in seine Hand legen, denn er trägt uns richtig.
[16:58] Gedanken vom Berg der Seligpreisung: Das Gebet "Bring uns nicht in die Versuchung" ist in sich eine Verheißung.
[17:12] Aus irgendeinem Grund haben wir vielleicht manchmal dieses Gefühl, dass dieser Satz so klingt, als könnte Gott einen ja in die Versuchung bringen, und wir müssten ihn davon abhalten, das zu tun, indem wir ihn jetzt bitten, einen anderen Weg einzuschlagen. Aber das ist gar nicht der Gedanke.
[17:29] Ich will das an einem anderen Beispiel illustrieren aus dem Vaterunser. Wir bitten dort ja auch: "Und gib uns täglich unser nötiges Brot."
[17:41] Wenn wir das beten, haben wir verstanden, dass es ja auch Gottes Wille ist, uns das zu geben. Es ist ja nicht so, dass Gott es eigentlich nicht möchte und wir mit unserem Gebet ihn jetzt überzeugen müssen, uns doch bitte Nahrung zu geben. Oder wenn wir beten: "Geheiligt werde dein Name", dann ist es ja nicht so, dass Gott eigentlich nicht seinen Namen heiligen möchte und nur wir durch unser Gebet ihn jetzt überreden, das zu tun.
[18:06] Mit anderen Worten, die Dinge, die in dem Vaterunser als Bitte formuliert sind, sind in allen anderen Fällen ganz selbstverständlich auch die Dinge, die Gott selbst für uns möchte. Er möchte, dass sein Name geheiligt wird. Er möchte, dass wir unser nötiges Brot bekommen. Er möchte, dass sein Reich kommt. All das ist sein Wunsch.
[18:29] Also ist es auch sein Wunsch, dass wir nicht in die Versuchung kommen. Es ist eine Verheißung. Es ist nicht eine Bitte, dass Gott seine Meinung ändert, sondern es ist wie bei allen anderen Formulierungen im Vaterunser eine Verheißung, dass genau das Gott tun wird.
[18:50] Er wird uns nicht in die Versuchung bringen, wenn wir unser Leben in seine Hand legen. Wenn wir uns selbst – sagt sie weiter – wenn wir uns selbst Gott übergeben, haben wir die Gewissheit, dass er es nicht zulassen wird, dass wir über unser Vermögen versucht werden, sondern dass er sogleich, zugleich mit der Versuchung, auch einen Ausgang schaffen wird, sodass wir sie ertragen können.
[19:20] Das ist die Zusicherung für dieses Gebet.
[19:34] Schauen wir in Jakobus Kapitel 1 Vers 13. Woher kommen denn die Versuchungen, die wir in unserem Leben erleben? Jakobus Kapitel 1 und dort Vers 13. Hier wird es ganz deutlich gesagt. Jakobus 1 Vers 13: "Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht."
[19:54] Warum sollen wir das nicht sagen? Und deswegen können wir auch gar nicht denken, dass er uns in die Versuchung führen könnte, denn jetzt kommt die Begründung: "Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand."
[20:10] Gott ist niemals derjenige, der eine Versuchung an uns bringt oder uns zu einer Versuchung trägt. Gott versucht niemanden.
[20:22] Woher kommt also die Versuchung? Vers 14: "Sondern jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird."
[20:37] Nun gibt es Prüfungen, die gibt es. Gott bringt uns in Situationen, die wir als herausfordernd empfinden mögen. Er bringt uns in Situationen, die uns unsere Schwäche zeigen, aber er tut das niemals, um uns zu versuchen.
[21:04] Ich möchte das versuchen zu illustrieren: Gott bringt die Israeliten an das Rote Meer. Sie sind eingeschlossen von den Bergen, hinter ihnen die Armee des Pharaos. Gott bringt sie bewusst dorthin. Er trägt sie auf Adlersflügeln, wie 2. Mose 19 sagt. Er bringt sie in eine Krise, er bringt sie in eine herausfordernde Situation. Er stellt sie auf die Probe, und zwar mit einem ganz klaren Ziel: um ihren Glauben zu testen, mit dem Wunsch, dass sie ihm vertrauen. Sie sollen im Glauben gestärkt werden. Gott möchte unter gar keinen Umständen sie zum Unglauben damit anstiften.
[21:46] Gott bringt uns in schwierige Situationen, damit wir – und das ist die Intention – damit wir durch die schwierigen Situationen im Glauben gestärkt werden.
[21:54] Gott stellt den Abraham auf die Probe. 1. Mose Kapitel 22. 1. Mose 22 und dort Vers 1 heißt es: "Und es geschah nach diesen Begebenheiten, da prüfte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich."
[22:21] Gott hat den Abraham nicht zur Sünde versucht. Er hat ihn geprüft. Er hat ihn in eine Schwierigkeit gebracht mit dem Ziel, dass Abraham durch Glauben, durch Vertrauen im Glauben wächst und diese Prüfung meistert. Und wir sehen, als Abraham Gott vertraut und ihm gehorcht, ist er am Ende geistlich stärker und näher an Gott, als er es vorher gewesen ist.
[22:49] Die Prüfung, die Gott bringt, die macht uns stärker, die soll uns helfen, die soll uns näher zu Gott bringen. Aber gerade diese Prüfungen verwendet Satan manchmal, um uns zu versuchen.
[23:09] Die Prüfung für Adam und Eva, nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen – genau diese Prüfung, die Gott gegeben hat, um ihnen zu helfen, aus Liebe gehorsam sein zu können – die hat der Satan für seine Zwecke instrumentalisiert und daraus eine, hat daran seine Versuchung dran geklebt, dran geheftet, so wie ein Parasit, und hat genau dort, wo die Prüfung Gottes war, jetzt eine Versuchung installiert, nämlich mit dem Ziel, eben nicht Adam und Eva zur Treue und zum Gehorsam und zur Liebe anzureizen, sondern zur Rebellion.
[23:53] Ich bin mir sicher, dass als Abraham auf dem Weg nach Moria war, drei Tage lang, dass der Satan versucht hat, ihn zu versuchen, nämlich ihn zum Murren, zum rebellisch sein zu bringen, sein Vertrauen in Gott zu erschüttern.
[24:16] Aber das war nicht Gottes Ziel. Gott hat ihn nicht in diese Versuchung gebracht. Gott hat ihn in eine Prüfung gebracht.
[24:28] Wenn Gott in unserem Leben handelt, dann niemals, um uns die Sünde oder Rebellion schmackhaft zu machen. Niemals versucht er uns, niemals reizt er uns, gegen ihn zu sein, ihm zu misstrauen oder gegen ihn zu sündigen.
[24:49] Vers 14: "Sondern jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird."
[24:57] "Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde. Die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod."
[25:07] Gott versucht niemanden. Wodurch kommt die Versuchung? Sie kommt dadurch, wenn unsere eigene Begierde uns reizt.
[25:24] Und das Gebet "Bring uns nicht in Versuchung" bedeutet nicht: "Bring uns nicht in Prüfung."
[25:29] Jeder, der die Bibel liest im Alten und dem Neuen Testament, stellt fest: Gott bringt jeden Menschen, selbst die allertreuesten, gerade sie in Prüfungen, um durch die Prüfungen ihren Glauben zu stärken.
[25:47] Wir beten nicht darum, dass Gott nicht Prüfungen bringt. Wir beten darum, dass Gott uns davor bewahrt, dass wir unserer eigenen Begierde ausgesetzt werden, dass wir den Verlockungen unseres eigenen Herzens hilflos ausgeliefert sind, dass wir den Einflüsterungen von Dämonen oder Satans zuhören.
[26:12] Davor soll er uns bewahren, indem wir unser Leben in seine Hand tragen und wissen: Wenn er uns trägt, dann trägt er uns vielleicht an das Rote Meer, um uns zu prüfen. Er trägt uns vielleicht zu dem Punkt, wo wir unseren Isaak auf den Altar legen müssen. Er trägt uns dorthin, dass uns sagt: "Das ist verboten." Aber er trägt uns niemals dorthin, wo unsere Versuchungen, wo unsere Begierde uns jetzt zur Sünde anreizen möchte. Das ist nicht sein Ziel.
[26:57] Niemals. Wieder Gedanken vom Berg der Seligpreisung: Der Feind führt uns in die Sünde und dann beschuldigt er uns vor dem gesamten Universum, dass wir der Liebe Gottes unwürdig seien.
[27:16] Gott in seiner großen Liebe trachtet danach, in uns die kostbaren Gnaden des Heiligen Geistes zu entwickeln. Es gibt Gnadengeschenke, die sein Geist uns geben möchte, und er möchte, dass sie sich...
[27:26] möchte und er möchte, dass sie sich in unserem Leben entwickeln. Er erlaubt, dass wir Hindernissen, Verfolgung, Schwierigkeiten begegnen, nicht als ein Fluch, sondern als der, Achtung, größte Segen unseres Lebens. Gott prüft uns, er bringt uns dorthin, wo Schwierigkeiten sind, wo Verfolgung sind, wo Hindernisse sind. Und mir gefällt das oft emotional nicht, aber ich möchte lernen, was sie hier sagt: Das ist kein Fluch, das ist der größte Segen unseres Lebens.
[28:08] Jeder Versuchung, der wir widerstehen, jede Anfechtung, die wir tapfer tragen, gibt uns eine neue Erfahrung und fördert uns in dem Werk der Charakterentwicklung. Die Seele, die durch göttliche Kraft der Versuchung widersteht, offenbart der Welt und dem himmlischen Universum die Effektivität der Gnade Christi.
[28:44] Aber während wir durch Anfechtung nicht entmutigt sein sollen, auch wenn sie noch so bitter ist, sollten wir beten, dass Gott es nicht erlaubt, dass wir dorthin gebracht werden, wo die Wünsche unseres eigenen bösen Herzens uns wegziehen von ihm. Das ist, worum es geht, indem wir das Gebet beten, das Christus gegeben hat. Übergeben wir uns selbst der Führung Gottes und bitten ihn, uns in sichere Pfade zu leiten. Auf diesen sicheren Pfaden mag es Verfolgung geben, es mag auf den sicheren Pfaden Schwierigkeiten geben, es mag Hindernisse geben, aber solange wir uns von Gott tragen lassen, müssen wir niemals sündigen.
[29:47] Sie sagt: Wir können dieses Gebet nicht aufrichtig beten und doch uns entscheiden, in den Wegen zu wandeln, die wir uns selbst aussuchen.
[29:58] Lieber Freund, liebe Freundin, spricht zu mir, lieber Christopher: Wenn wir uns selbst überlegen, dahin will ich gehen, das will ich tun, so will ich leben, und wir dann beten, vielleicht in der Gemeinde oder zu Hause: „Und führe uns nicht in Versuchung“, aber wir selbst unseren Weg uns zusammenschustern und sagen: „Da will ich gehen und da will ich gehen und so und so und so und so“, und dann wir beten, dann haben wir dieses Gebet nicht verstanden und wir beten es nicht aufrichtig. Denn wenn wir sagen: „Führe uns nicht in Versuchung“, dann sagen wir ja, wie wir gesagt haben: „Bringe uns, trage uns dorthin, wo es nicht gefährlich ist für unsere Erlösung.“
[30:48] Wir werden auf seine Hand warten, um uns zu leiten. Wir werden auf seine Stimme hören, die sagt: „Das ist der Weg, in ihm geht.“
[31:07] Es ist nichts sicher für uns, sagt sie, über die Vorteile nachzudenken, die uns angeblich durch Satans Vorschläge, seine, seine Andeutung, seine, ja, was er uns vorschlägt, die dich kommen würden, wenn wir ihm das nach-, wenn wir ihm nachgeben.
[31:29] Sünde bedeutet Unehre und Katastrophe für jede Seele, die ihr nachgibt. Aber sie ist blendend und verführerisch in ihrer Natur und sie wird uns mit schmeichelnden Darstellungen irgendwie verzaubern. Wenn wir uns auf Satans Grund und Boden begeben, haben wir keine Zusicherung, dass wir vor seiner Macht geschützt sind. Soweit es an uns liegt, sollten wir jeden Zugang, den der Versucher finden könnte, schließen. „Führe uns nicht in Versuchung“ hat damit zu tun, dass auch wir beten und wachen.
[32:44] Wenn wir uns also das anschauen, dann lädt uns Jesus hier in dieser letzten Bitte ein, die er seinen Jüngern ans Herz legt, dass wir verstehen, dass der Heilige Geist uns helfen möchte in den Schwierigkeiten und dass er uns helfen möchte vor der Versuchung. Er lädt uns ein, dass wir unser Leben in Gottes Hand legen. Er lädt uns ein, dass wir durch Beten und Wachen dabei bleiben und nicht uns wegziehen lassen, dass wir nicht wegschauen von Jesus und plötzlich anfangen auf uns zu schauen und die, die, die, die sündigen plötzlich uns versuchen können, wo es vorher nur eine Prüfung Gottes war.
[33:37] Diese Bitte bedeutet letztlich, dass wir unser Leben Gott ganz anvertrauen und ihm glauben, dass er mein Leben besser führen kann als ich es selbst. Das ist keine oberflächliche Entscheidung.
[34:01] Wenn ich das hier verstanden habe, glaube ich, dass Gott mein Leben besser führen kann als ich es selbst. Und das möchte ich neu lernen. Möchtest du es auch neu lernen, neu glauben, neu in Anspruch nehmen, dass er unser Leben besser führt als wir es selbst?
[34:27] Er sagt: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Ganz am Ende seines Lebens hat Jakob (Israel) folgendes Bekenntnis seiner Erfahrung mit Gott gegeben, kurz bevor er seine Söhne alle gesegnet hat und er hier bereits seine Enkel Efraim und Manasse in 1. Mose 48 segnet. Da lesen wir in Vers 15 und 16, als er dann Josef segnet, und er segnete Josef und sprach: „Der Gott, vor dessen Angesicht meine Väter Abraham und Isaak gewandelt haben, der Gott, der mich behütet hat, seitdem ich bin, bis zu diesem Tag, der Engel, der mich erlöst hat aus allem Bösen, der segne die Knaben und durch sie werde mein Name genannt und der Name meiner Väter Abraham und Isaak, und sie sollen zu einer großen Menge werden auf Erden.“ Jakob bekennt: „Ich bin erlöst worden von allem Bösen.“
[35:51] „Erlöse uns von dem Bösen.“ Israel bekennt: „Diese Erfahrung habe ich gemacht.“ Das ist nicht nur eine Bitte, sondern wiederum eine Verheißung. Als Jakob sterbensalt zurückschaut auf die 147 Jahre seines Lebens, sagt er: „Gott hat mich von allem Bösen erlöst. Er hat mich behütet, seitdem ich bin.“ Und Jakob hat manches Böses erlebt, selbst manches Böses getan. Er sagt interessanterweise sagt er: „Der Engel hat mich erlöst.“ Er sagt hier, er sagt Gott und dann sagt er noch mal Gott in Vers 15 und in Vers 16 sagt er: „Der Engel.“ Und ich glaube, jeder, der die Bibel ein bisschen ausführlich erkennt, weiß, dass auch in 1. Mose 3 der Engel des Herrn Mose erscheint und dann ihm sagt, dass er der Herr ist, der ich bin, der ich bin, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wer ist der, von dem die Bibel sagt, dass er Gott ist und den die Bibel gleichzeitig als einen Engel, als den Boten des Bundes bezeichnet, als den Engel, der in Offenbarung 10 mit leuchtendem Angesicht das Buch Daniel herabbringt, der Engel, der vor dem Thron, vor dem, verzeih, auf dem Räucheraltar steht und die Gebete Gottes, die Gebete des Volkes Gottes zu Gott emporbringt? Wer ist dieser Engel, der in Offenbarung 12 als der, der über den Engeln steht, als der Erzengel Michael den Satan besiegt? Es ist niemand anderes als Jesus Christus. Er ist unser Erlöser. Und Jakob bekennt: „Jesus hat mich von allem Bösen erlöst.“ „Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Nicht nur von dem Lieblingsbösen, nicht nur von manch Bösem oder von vielen Bösen, sondern von allem Bösen. Das hat Jakob in seinem Leben erlebt, trotz aller Höhen und Tiefen, die er durch seine eigene Sünde zu verantworten hatte, konnte er am Ende sagen: „Gott hat mich behütet, seitdem ich bin, und er hat mich erlöst von allem Bösen.“
[38:14] Können auch wir diese Erfahrung sagen? Können auch wir dieses Lob von Jakob einstimmen und sagen: „Ja, Jesus Christus, der Engel, von dem die Bibel sagt, dass er Gott ist, der Gott, der sich als Engel hier und dort im Alten und Neuen Testament offenbart, der dann Mensch oder im Neuen Testament in Offenbarung so beschrieben wird, aber der Mensch geworden ist und jetzt sogar unser Bruder ist am Thron Gottes, können wir mit Jakob sagen, dass Jesus uns erlöst hat von allem Bösen?“
[38:58] Und wenn wir uns daran erinnern, wie dieses Gebet beginnt, dann wissen wir, dass es mit diesen Worten beginnt: „Unser Vater, der du bist im Himmel.“ Alle diese Bitten gehen ja direkt zum Vater, und wenn wir ihn bitten: „Erlöse uns von dem Bösen“, dann merken wir plötzlich, dass Gott der Vater und Jesus untrennbar miteinander verbunden sind in unserer Erlösung. Es ist nicht Jesus alleine, während der Vater teilnahmslos auf dem Thron des Universums sitzt. Nein, Gott der Vater erlöst uns von allem Bösen, indem Jesus das Erlösungswerk vollendet. Genauso wie Gott der Vater der Schöpfer von allem ist, indem Jesus alles erschaffen hat. Gott der Vater ist unser Erlöser durch Jesus.
[40:15] Psalm 121 und dort Vers 7. Über Gott heißt es hier: „Der Herr behüte dich vor allem Übel.“ Man kann auch übersetzen: „Der Herr wird dich vor allem Übel bewahren, er behüte deine Seele.“ Gott erlöst uns nicht nur vor dem Bösen, das passiert ist, das wir getan haben, sondern er hat auch die Kraft und den Willen, uns vor dem zukünftigen Bösen, dem Übel, zu bewahren. Er behütet uns vor allem Übel. Er behütet deine und meine Seele.
[41:04] Johannes 17 und dort Vers 15. Und hier wird deutlich, wie das konkret gemeint ist. Jesus betet in diesem berühmten, sogenannten Hohenpriesterlichen Gebet, weil er dieses Gebet seit seiner Himmelfahrt dem Prinzip nach für uns alle betet, hat es hier gebetet, damit die Jünger schon einmal wissen können, was er für sie dort im Himmel beten wird und jetzt für dich und für mich betet, lieber Freund, liebe Freundin. Wenn wir diese Worte hier lesen in Vers 15, dann möchte ich, dass wir verstehen, dass während wir reden, Jesus das für dich und mich bittet. Vers 15: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ Lieber Freund, liebe Freundin, Jesus betet jetzt im Himmel für uns, dass Gott uns vor dem Bösen bewahrt in dieser sündenkranken Welt. Jesus betet nicht darum, dass es nie eine Schwierigkeit gibt, dass es nie ein Problem gibt, dass, dass, dass der, der, der Einfluss der Sünde völlig entfernt ist. Wir sind noch immer in dieser Welt, aber inmitten dieser Welt kann Gott uns vor dem Bösen bewahren, vor allem Übel. Und ist es nicht ein interessanter Gedanke, dass wenn wir beten: „Vater unser, erlöse uns von dem Bösen“, haben wir jemanden im Himmel, der sich unserem Gebet anschließt. Während wir auf Erden beten und sagen: „Vater unser, erlöse uns von dem Bösen“, ist unser Freund, unser Bruder, unser Erlöser Jesus Christus im Himmel neben dem Thron Gottes und betet dasselbe. Er betet: „Ich bitte dich, dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ Lieber Freund, liebe Freundin, wenn wir dieses Gebet beten, dürfen wir wissen, dass Jesus mit uns betet.
[43:11] Wenn wir beten: „Dein Reich komme“, dann dürfen wir wissen, dass auch Jesus darum betet, dass das Reich Gottes auf diese Welt kommt. Wenn wir beten: „Geheiligt werde dein Name“, dürfen wir wissen, dass Jesus dafür betet, dass der Name Gottes geheiligt wird in unserem Leben. Wenn wir beten: „Unser tägliches, unser nötiges Brot gib uns heute“, dürfen wir wissen, dass der, der weiß, wie sich Hunger anfühlt, dasselbe für uns betet. Wenn du und ich beten: „Erlöse uns von dem Bösen“, betet Jesus mit. Und dann ist es nicht nur unser kleines Gebet, dann verbindet es sich mit dem großen, mächtigen, dem machtvollen Gebet dessen, der nie gesündigt hat und der all seine Gerechtigkeit, all seinen Gehorsam in die Wagschale wirft für uns, der alle unsere Sünden getragen hat, uns von allem Bösen erlöst hat.
[44:18] In Offenbarung Kapitel 8, da finden wir diesen Gedanken so wunderbar ausgedrückt in Vers 3: „Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar. Der hatte ein goldenes Räucherfass, und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar da- bringe, der vor dem Thron ist. Und der Rauch des Räucherwerks stieg auf vor Gott zusammen mit den Gebeten der Heiligen aus der Hand des Engels.“ Jesus nimmt unsere Gebete und bringt seine Gerechtigkeit hinzu. Er betet mit uns für uns. Unsere kleinen Wassertropfen von Gebeten, die verbinden sich mit den Niagarafällen sozusagen dieses Gebetes von Jesus. Wenn wir so beten im Glauben, wird Gott erhören, denn das ist das, was Jesus uns empfohlen hat. Das ist das Gebet, das er selbst betet. Wenn wir um diese Dinge beten, dürfen wir sicher sein, dass Jesus für sie auch betet.
[45:37] 2. Thessalonicher Kapitel 3 und dort Vers 3: „Aber der Herr ist treu, er wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.“ Wir dürfen uns darauf verlassen, dass Gott nicht ein Tag so denkt und ein Tag so denkt, sondern dass, wenn wir zu ihm beten, er immer derselbe ist, er treu ist und er wird uns stärken und dadurch bewahren vor dem Bösen. Lieber Freund, liebe Freunde, dir fehlt geistliche Stärke? Komm jetzt heute zu Jesus. Bitte Gott den Vater, dass in seiner Treue er dich heute hier stark macht.
[46:26] 2. Timotheus Kapitel 4 und dort Vers 18. Ganz am Ende seines Lebens, so wie Jakob in 1. Mose 48, sagt Paulus in 2. Timotheus 4 in den letzten Zeilen, die er schreibt, kurz vor seiner Hinrichtung: „Der Herr wird mich auch von jedem boshaften Werk erlösen und mich in sein himmlisches Reich retten. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ Jakob bekennt: „Gott hat mich von allem Bösen errettet.“ Paulus sagt: „Der Herr wird mich von jedem boshaften Werk erlösen.“ Können auch wir heute sagen: „Wir glauben, dass Gott der Vater durch Jesus Christus uns von allem Bösen erlöst hat.“
[47:17] Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Mit diesem Gedanken endet in Lukas 11 zumindestens das Vaterunser mit der Idee, dass Gott uns, egal was es ist, egal wie böse es ist, Gott kann uns vor allem erlösen und vor allem bewahren, wenn wir unser Leben in seine Hand geben. Wenn er uns tragen darf, dann gibt es kein Problem, dass Gott nicht lösen kann. Und ich glaube, dass ich persönlich dieses Gebet noch besser verstehen muss, tatsächlich so beten muss, wie Jesus es uns gesagt hat. Wenn wir diese Gedanken in den letzten Wochen und Monaten durchdacht haben, wollen wir nicht uns entscheiden, so zu beten:
[48:20] „Unser Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille, wie im Himmel so auch auf Erden. Gib uns täglich unser nötiges Brot und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Vielleicht können wir es sogar ganz persönlich machen:
[49:03] „Mein Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden. Gib mir täglich mein nötiges Brot und vergib mir meine Sünden, denn auch ich vergebe jedem, der mir etwas schuldig ist, und trage mich nicht in Versuchung, sondern erlöse mich von dem Bösen.“ Ist das dein Gebet? Lass es unser Gebet sein von heute an. Diese Gedanken, diese Prinzipien, die wollen wir beten.
[50:06] Lass uns beten. Lieber Vater, danke, dass wir wissen dürfen, dass unsere Gebete nicht alleine zu dir emporsteigen, sondern dass sie auf dem Weg zu dir eine Verstärkung bekommen, eine Verstärkung, die so groß und so stark ist, dass unsere menschlichen Worte das gar nicht beschreiben können. Jesus betet für uns, mit uns. Er schließt sich diesen Anliegen an. Während wir jetzt beten, bittet Jesus dafür, dass das, was auf unserem Herzen ist, tatsächlich auch sich realisiert, dass dein Wille in unserem Leben geschieht, dass unsere Sünden vergeben werden, dass wir die Kraft bekommen durch deine Gnade, auch anderen zu vergeben, dass wir erlöst werden von allem Bösen, dass dein Name geheiligt wird in unserem Leben, Herr. All diese Dinge, die im Vaterunser stehen, die wollen wir zu unserem eigenen persönlichen Gebet machen. Wir möchten dich von Herzen bitten, von ganzem Herzen, dass du dieses Gebet auf unser Herz schreibst, so wie der Heilige Geist auch die Zehn Gebote auf unser Herz schreibt. Schreib auch dieses Gebet auf mein Herz, auf unsere Herzen. Hab Dank dafür. Amen.
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