In dieser Folge von „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die Begebenheit in Lukas 12:13-14, wo ein Mann Jesus bittet, in einem Erbstreit zu schlichten. Kramp analysiert Jesu Ablehnung, sich in weltliche Angelegenheiten einzumischen, und betont die Gefahr, Christus für egoistische Ziele zu instrumentalisieren. Die Predigt ruft dazu auf, sich auf das ewige, unvergängliche Erbe zu konzentrieren, das Jesus anbietet, anstatt sich in irdischen Konflikten zu verlieren. Sie mahnt Christen, sich auf die Verkündigung des Evangeliums zu fokussieren und nicht Partei in politischen oder finanziellen Streitigkeiten zu ergreifen.
Der Ersehnte: 260. „Meister, sage meinem Bruder…“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:33] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“ hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid heute zu einer ganz interessanten, ziemlich kleinen, aber sehr bemerkenswerten Geschichte. Zwei Verse sind es nur in Lukas 12, Vers 13 und 14. Und sie bilden ein Scharnier zwischen dem, was Jesus in den Versen vorher sagte und was er danach in dem Gleichnis vom reichen Narren erklären wird. Diese kleine Geschichte hat allerdings, glaube ich, ganz, ganz viel uns heute in dieser Zeit zu sagen. Und bevor wir uns diesen beiden Versen und dieser besonderen Geschichte zuwenden, möchten wir Gott bitten, dass er unser Studium segnet, und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, dass du mit uns gemeinsam niederknies.
[1:30] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du jetzt in deinem Wort zu uns sprechen möchtest. Ich möchte dich bitten, dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast und dass wir in deinem Wort die Kraft und die Weisheit finden, die du dort hineingelegt hast. Gib, dass wir jetzt alles, was uns stören könnte, auch innerlich ablegen dürfen durch deine Gnade und dass wir uns auf deine Botschaft konzentrieren können. Hab Dank, dass wir durch die Technik eine große Studiengemeinschaft sein können und hab Dank, dass du unser aller Lehrer bist im Namen Jesu. Amen.
[2:27] Lukas Kapitel 12 und dort Vers 13. Es sprach aber einer aus der Volksmenge zu ihm. Die Volksmenge in Vers 13, das dürfte wohl dieselbe Volksmenge sein, die wir in Vers 1 gesehen haben. Dort hieß es: "Als sich inzwischen das Volk zu Tausenden gesammelt hatte, sodass sie aufeinander traten." Das ist wirklich eine Volksmenge. Begann er zuerst zu seinen Jüngern zu sprechen. Wir haben gesehen, dass Jesus hier seinen Jüngern eine ganze Reihe von enorm wichtigen Dingen gesagt hat. Vieles davon war eine Wiederholung von Gedanken, die in der Bergpredigt oder vor allem auch in der Predigt über die Aussendung der Jünger in Matthäus 10 bereits einmal gesagt hatte. Jesus hatte gerade tiefe geistliche Wahrheiten wiederholt, vertieft, auch mit neuen Gedanken, also neu zusammengestellt. Er wollte seine Jünger vorbereiten auf die Konflikte, die vor ihnen lagen, vorbereiten auf die Verfolgung, die kommen würde, und sie daran erinnern, dass der Heilige Geist bei ihnen sein würde, auch in den schwersten Stunden, dass es sich lohnen würde, für Jesus einzustehen, komme es, was da wolle. Wir haben das in den letzten Folgen uns deutlich und ausführlich angeschaut, wie Jesus ihnen bewusst macht, dass wenn sie sich zu ihm bekennen, sie wissen dürfen, dass auch er sich zu ihnen bekennt.
[4:07] Jesus hat also gerade diese ganzen Dinge gesagt. Es gab unter den Menschen, die dort zuhörten, diesen Tausenden in der Volksmenge, auch Menschen, die nicht so das Ohr hatten für die geistlichen Wahrheiten, die Jesus hier offenbart hat. Es heißt in Vers 13: "Es sprach aber einer aus der Volksmenge, gerade als er dabei ist zu sprechen über das Wirken des Heiligen Geistes, wenn wir vor Fürsten und Synagogen und Obrigkeiten gestellt werden, dass der Heilige Geist uns lehren wird, was wir in jener Stunde sagen sollen." Mitten in diesen Gedankengängen spricht einer aus der Volksmenge zu ihm: "Meister, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teilen soll."
[4:59] Da gab es jemanden, der hat Jesus reden hören von der kommenden Verfolgung, von der Kraft des Geistes, der uns die richtigen Worte eingeben wird, von dem Bekenntnis Jesu zu uns, vor den Engeln Gottes, dass Gott, der sich sogar um die Sperlinge gekümmert, uns nicht vergessen hat, dass jedes Haar auf unserem Haupt gezählt ist. Hat all das gehört und kommt zu dem Schluss, dass jetzt die richtige Gelegenheit wäre, seinen persönlichen Erbstreit vor Jesus zu bringen.
[5:37] Er hatte Jesus predigen hören, den Meisterprediger überhaupt. Aber als es darum ging, sich die Frage zu stellen, was mache ich mit den Worten, die ich gehört habe, wie kann ich das in mein praktisches Leben umsetzen, war der Gedanke, der ihm kam, er könnte diesen Jesus instrumentalisieren für sein eigenes weltliches Anliegen.
[6:03] Wie oft sitzen wir in einer Predigt? Wie oft hören wir geistliche Worte? Sitzen vielleicht an dem Hauskreis, studieren vielleicht sogar die Bibel, hören Gott zu uns reden und alles, was wir denken können, wie uns das jetzt hilft in unseren egoistischen, weltlichen Angelegenheiten.
[6:30] Hier waren Menschen, die hatten Interesse an den geistlichen Wahrheiten, die Jesus gegeben hatte, oder an der Gnade des Himmels, besser gesagt, einzig und allein, um für ihr eigenes egoistisches Denken zum Vorteil zu sein.
[6:49] Sie haben, wie uns Ellen White im Buch *Christ's Object Lessons* sagt, sie haben die wunderbare Kraft Christi erkannt, als er die Wahrheit in einem klaren Licht dargestellt hat. Sie waren nicht wie die Pharisäer, die mit Vorurteilen kamen, nicht wie Schriftgelehrte und die anderen Obrigkeiten, die ihn mit Argwohn beobachten, die sogar gegen ihn eingestellt waren. Dieser Mensch war begeistert von Jesus in gewisser Weise, aber er sah nicht die geistliche Natur der Wahrheit, die Jesus gezeigt hat.
[7:29] Diese Menschen hörten die Verheißung, die Jesus seinen Nachfolgern gab, seinen Jüngern gab, eine Verheißung der Weisheit, dass sie Weisheit sprechen würden, Weisheit hätten zu sprechen vor Obrigkeiten, vor Magistraten. Und jetzt stellt sich dieser Mann die Frage, wenn Jesus eine solche Weisheit verspricht, in einem Gerichtsfall für die Wahrheit eintreten zu können, könnte dann dieser Jesus, der hier mit solcher Überzeugung, mit solcher Kraft, Weisheit versprochen hat für Gerichtsfälle, könnte der nicht auch in meinem eigenen Erbstreit für die Wahrheit sorgen?
[8:17] Könnte er nicht seine Kraft und seine Macht, so heißt es hier, für einen weltlichen Nutzen leihen?
[8:32] Es sprach aber einer aus der Volksmenge zu ihm: "Meister, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teilen soll." Er nennt ihn Meister. Wörtlich steht dort eigentlich Lehrer. Und es gibt uns noch einen Hinweis darauf, dass er gerade zugehört hat, was Jesus gesagt hat. Er war nicht von Vorurteilen geblendet. Er hat nicht mit knirschenden Zähnen zugehört, der war angetan von den Worten, aber hat nicht verstanden, wohin diese Worte zielten.
[9:08] Wie oft sind wir begeistert von Predigten und von geistlichen Angeboten und merken aber nicht, wohin der Geist Gottes eigentlich wirklich zielt?
[9:21] Er nennt ihn Meister. Aber Jesus hat schon in der Bergpredigt gesagt, dass nicht alle, die ihn Herr nennen, einmal gerettet werden.
[9:30] Matthäus Kapitel 7 und dort Vers 21: "Nicht jeder, der zu mir sagt: 'Herr, Herr', wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut." Dieser Mann nannte Jesus Meister, Lehrer.
[9:56] "Ich bin angetan von deinen Worten. Ich möchte lernen."
[10:04] Kein Geringerer als Nikodemus hatte Jesus als einen Lehrer anerkannt in Johannes 3 und dort Vers 2. Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: "Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist. Denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist." Nikodemus hatte auch nicht erkannt, wohin die Worte Jesu eigentlich zielten, und Jesus hat sie ihm dort ganz deutlich in Johannes 3 offenbart.
[10:37] "Meister, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teilen soll." Dieser Mann hat offensichtlich einen Erbstreit, und das kommt in den besten Familien vor. Kinder, die sich nicht einigen können, wie das Erbe aufzuteilen ist. Wir kennen nicht die ganzen Gegebenheiten. Wir wissen nicht einmal genau, ob dieser Mann eigentlich falsch lag oder aber vielleicht sogar nach Erbrecht betrachtet recht hatte in dieser Streitsache. Wir wissen nicht, ob sein Bruder ihn übervorteilt hat oder sein Bruder eigentlich im Recht war. Das wird uns in dem Text nicht gesagt. Jesus macht dazu auch keine Aussage. Fakt ist, es gibt einen Erbstreit in seiner Lebenswelt. Sein Bruder und er haben sich offensichtlich verkracht über eine finanzielle Angelegenheit.
[11:28] Das Erbrecht in Israel war relativ klar. In 5. Mose 21 haben wir einen Hinweis darauf, dass selbst wenn der Vater einen Sohn nicht besonders mochte, weil er vielleicht von einer Frau ist, die er eigentlich nicht liebte, wenn er also zwei Frauen hatte, hier in 5. Mose 21, dass egal wie die Umstände gewesen sind, dieses Erbrecht doch durchgeführt werden musste, so wie es biblisch vorgesehen war. 5. Mose 21 Vers 17: "Sondern er soll den Erstgeborenen, nämlich den Sohn der Verschmähten, anerkennen, indem er ihm von allem, was vorhanden ist, zwei Teile gibt, denn dieser ist der Erstling seiner Kraft und das Recht der Erstgeburt gehört ihm." Das Erbrecht bestand oder bestand darin, dass der Erstgeborene den doppelten Anteil bekommen hat, während alle anderen weiteren Kinder dann entsprechend einen einfachen Teil erhalten haben.
[12:28] Was hier in Lukas 12 jetzt der Sachstand war, wird uns nicht gesagt. Wir wissen, es gibt ein biblisch bezeugtes Erbrecht für Israel.
[12:42] Es muss offensichtlich juristisch gesehen sicherlich auch eine Wahrheit gegeben haben in diesem Fall, wer hier recht hatte und wer nicht.
[12:53] Ellen White kommentiert: "Dieser Mann denkt, dass sein Bruder ihm in diesem Erbstreit über den Tisch gezogen hat. Seine eigenen Bemühungen haben versagt, das, was er als sein Recht empfunden hat, zu erhalten. Aber wenn Christus eingreift, wenn er interveniert, dann wird er sein Ziel erreichen." So denkt er.
[13:25] Er hat die aufrüttelnden Aufrufe Christi gehört und die feierlichen Warnungen vor den Schriftgelehrten und den Pharisäern. Dieser Mann hat gehört, wie Jesus vor den Pharisäern und Schriftgelehrten gewarnt hat. Er hat gehört, wie er in Vers 1 gesagt hat: "Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher die Heuchelei ist." Hier war ein Lehrer, der kein Blatt vor den Mund nahm, der nicht gekuscht hat, so wirkt es auf ihn sicherlich. Einer, der die Wahrheit gerade aussagt.
[14:04] Und auch heute gibt es viele Menschen, die von so etwas schwer beeindruckt sind, die das gut finden, wenn den korrupten Eliten einmal gesagt wird, wo sie falsch liegen. Was dieser Mann aber nicht verstand ist, dass Jesus das nicht einfach aus weltlichen Gesichtspunkten tat, weil er einfach mal die da oben ärgern wollte, sondern Jesus sagte das aus einem Grund, weil er geistlich die Sache beurteilte und den geistlichen Zustand dieser Pharisäer und Schriftgelehrten und Gesetzgelehrten gesehen hat. Jesus hatte Tränen in der Stimme, wenn er so etwas sagte.
[14:45] Aber dieser Mann, der diese Worte hörte, glaubte, wenn jemand mit solch einem Mut gegen die Pharisäer spricht, der wird mit Sicherheit auch mit Autorität meinem Bruder sagen, was er zu tun und zu lassen hat.
[15:00] Hast du schon mal das Evangelium benutzt, um deine eigenen weltlichen Punkte durchzusetzen, den Namen Gottes missbraucht sozusagen, um dein eigenes egoistisches Ziel zu verfolgen? Die Geschichte ist leider voll von so etwas, wo im Namen Gottes Angriffskriege gerechtfertigt wurden, um sich etwas zu rauben, wo im Namen Jesu Unrecht an anderen geschah, Menschen unterdrückt worden sind, versklavt worden sind, Menschen ihren eigenen Vorteil gesucht haben und dabei eine fromme Maske aufgesetzt haben.
[15:48] Schon oft ist Jesus instrumentalisiert worden für rein weltliche Angelegenheiten.
[16:00] Man dachte, wenn Worte, so sagt sie, wenn Worte mit einer solchen Überzeugungskraft gesprochen werden, würden seinem Bruder gegenüber, dann würde der es nicht mehr wagen, diesem Mann hier sein Teil fortzuenthalten.
[16:21] Jesus soll für meine Erbsache kämpfen, denkt dieser Mann.
[16:28] Ob er überhaupt dran gedacht hat, dass Jesus ihm ein ganz anderes Erbe geben wollte.
[16:40] 1. Petrus Kapitel 1, Vers 3 und 4: "Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns." Es gibt ein Erbe, um das wird man sich nicht streiten.
[17:09] Es gibt einen Erbfall, wo die Juristen arbeitslos sein werden. Ein Erbe, wo so viel übrig ist, so viel zu erben ist, dass jeder mehr als genug bekommt, wo sich niemand streiten wird über das Erbe und man sich jetzt verkrachen wird. Ein Erbe unvergänglich, unbefleckt, unverwelklich. Im Himmel ist es aufbewahrt für uns. Lieber Freund, liebe Freundin, ist auf dieses Erbe dein Auge gerichtet?
[17:40] Es ist nicht verkehrt, hier auf Erden etwas zu vererben und zu erben.
[17:48] Aber wenn inmitten einer geisterfüllten Predigt von Jesus selbst, der auf die kommende Verfolgung hinweist und auf die Kraft Gottes, die uns mitten durch die größten Schwierigkeiten durchtragen wird, wenn dann das Denken sich nur um das eigene Erbe dreht und um die weltlichen finanziellen Angelegenheiten in der Familie, dann zeigt das etwas über den Gedankenzustand, über den Herzenszustand dieses Mannes.
[18:16] Wenn nach einer geisterfüllten Predigt, nach einem Gottesdienst, der uns zu Gott erheben sollte, wir nichts anderes denken können, als wie wir in unseren finanziellen Angelegenheiten jetzt unseren Vorteil bekommen, in familiären Streitigkeiten recht behalten können, dann machen wir den gleichen Fehler wie dieser Mann.
[18:37] Jesus bietet nicht nur ihm, sondern uns allen ein unvergängliches, ein unbeflecktes, ein unverwelkliches Erbe an. Ein Erbe, mit dem absolut kein irdisches Erbe mithalten kann, selbst wenn man der Sohn von Elon Musk sein sollte. Das Erbe, das für uns aufbewahrt wird, übersteigt alles, was es nur hier auf Erden zu erben gäbe.
[19:06] Warum fällt es uns so schwer, auf die wahren Schätze zu schauen? Die Schätze der Weisheit in Jesus Christus, wie Kolosser 2, Vers 3 sagt, das unverwelkliche Erbe im Himmel, das aufbewahrt ist für uns. Jesus hat das seinen Jüngern und der Volksmenge angeboten, hat gesagt, wenn ihr euch zu mir bekennt, werde ich mich zu euch bekennen vor den Engeln Gottes im Gericht vor der Wiederkunft. Ich werde dafür sorgen, dass ihr einen Platz im Himmel und auf der neuen Erde bekommt.
[19:35] Wie kann man angesichts solcher Wahrheiten darauf bedacht sein, jetzt Jesus vor den eigenen Karren spannen zu wollen? Dieser Mann kommt zu Jesus. Er hat die Gelegenheit, mit Jesus zu reden bei einer Volksmenge, wo Tausende Menschen versammelt sind. Und das heißt ja in Vers 1, so dass sie aufeinander traten. Da gibt es nicht die Gelegenheit, lange ausführlich auszuholen und viel zu erzählen. Wer eine Gelegenheit hat, mit Jesus zu sprechen, muss auf den Punkt kommen. Jesus wird nicht mit jedem eine halbe Stunde reden können.
[20:13] Viele von denen hatten vielleicht gar nicht die Gelegenheit, Jesus von Auge zu Auge zu sehen, direkt mit ihm zu sprechen, eine direkte Antwort zu bekommen. Dieser Mann hat die Chance seines Lebens, Jesus zu sprechen. Er kommt zu ihm. Alles, was ihm einfällt, ist: "Herr Meister, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teilen soll." Hier steht er vor der Wahrheit, dem Weg, der Wahrheit, dem Leben. Er steht vor dem Licht der Welt, und dieser Lehrer könnte ihm so viel sagen, aber er möchte eigentlich gar nicht hören. Er möchte, dass sein Bruder was hört.
[20:58] Er nennt ihn zwar Lehrer, aber eigentlich möchte er, dass sein Bruder belehrt wird, nicht er selbst. Wie oft nennen wir Jesus Lehrer und wünschen uns, dass die anderen in der Gemeinde mal wirklich verstehen, was Jesus sagt?
[21:15] Wie oft sagen wir zu Jesus: "Meister, sage meinem Bruder, sage meiner Schwester"?
[21:24] Der Mann verpasst die Gelegenheit seines Lebens. Es gibt einige Menschen in der Bibel, die hatten die Gelegenheit, direkt mit Jesus zu sprechen und haben diese Chance fürchterlich vermasselt. Wir denken an Pontius Pilatus, der sogar die richtige Frage stellt: "Was ist Wahrheit?" und dann weggeht. Hier steht ein Mann vor Jesus, nennt ihn Lehrer und nutzt dann seine Gelegenheit nicht, etwas zu erfahren, was sein Leben verändern würde für alle Ewigkeit.
[21:52] Wenn wir Jesus instrumentalisieren für unsere weltliche Agenda, dann verpassen wir die Gelegenheit, die Jesus uns eigentlich geben möchte.
[22:05] Wenn wir Jesus vor unseren eigenen politischen, wirtschaftlichen, finanziellen, was immer auch Karren spannen wollen, dann verpassen wir die Gelegenheit, das wahre Erbe kennenzulernen.
[22:36] Ellen White sagt weiter: "Mitten in der feierlichen Lehre, die Jesus gegeben hatte, der feierlichen Instruktion, hat dieser Mann seine egoistische Einstellung offenbart."
[22:51] "Er konnte die Fähigkeit des Herrn wertschätzen, die für das Voranschreiten seiner irdischen Angelegenheiten doch gut wirken könnte. Aber geistliche Wahrheiten haben sein Herz und sein Denken nicht erreicht."
[23:13] Dass er dieses Erbe bekommt, das war das Thema, das alles andere absorbiert hat. Kann uns das auch passieren, dass Dinge in unserer Familie, auf der Arbeit, im Beruf, im Hobby, Dinge uns so sehr einnehmen, dass wir sogar inmitten einer Predigt, die Jesus hält, an nichts anderes denken können, als nur an diese Sache?
[23:44] Jesus, der König der Herrlichkeit, der reich war und doch zu unserem Gunsten arm wurde, hat ihm die Schätze der Liebe geöffnet, der göttlichen Liebe. Der Heilige Geist hat ihn gebeten, mit ihm gerungen, dass er ein Erbe dieses unvergänglichen Erbes wird. So sagt sie, wie wir gerade gelesen haben. Er hatte Beweise der Kraft Christi gesehen. Jetzt war seine Gelegenheit, zu diesem großen Lehrer zu sprechen und sein größtes Herzensanliegen auszudrücken.
[24:28] Alles, was er sagt, ist: "Meister, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teilen soll."
[24:39] Vers 14. Jesus antwortet. Er aber sprach zu ihm: "Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?"
[24:57] Jesus steht einige Wochen, vielleicht wenige Monate, offensichtlich wohl wenige Monate vor dem Kreuz. Er hat nicht mehr viel Zeit, seinen eigenen Jüngern zu erklären, worum es wirklich im Reich Gottes geht. Er hat nur noch wenig Zeit. Und hier kommt ein Mann, der ihn bittet, diese kostbare Zeit für einen Erbstreit zu benutzen.
[25:32] Aber Jesus hat sich geweigert, diese Angelegenheit an sich zu ziehen. Er nennt ihn Mensch. Und das ist eine sehr liebevolle Anrede. In Lukas Kapitel 5 haben wir sie schon mal kennengelernt, in Lukas Kapitel 5 und dort Vers 20.
[25:57] Als dort der Gelähmte durch das Dach gebracht wurde von seinen Freunden, lesen wir in Vers 20: "Und als er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: 'Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.'" Wir können uns ungefähr vorstellen, wie Jesus diesen gelähmten Mann angeschaut hat, der nicht nur gelähmt war, sondern von Sünden niedergedrückt worden war, und wie er ihm sagt: "Mensch, deine Sünden sind dir vergeben." Da war Liebe in der Stimme.
[26:23] Ich glaube, wir dürfen dieselbe Einstellung auch hier in Lukas 12 uns vorstellen. "Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?"
[26:40] Das Wort Erbteiler kommt nur hier im Neuen Testament vor und ist auch sonst sehr, sehr unüblich. Also das Wort heißt eigentlich so was wie Verteiler oder überhaupt Teiler oder auch Schiedsrichter. Also jemand, der etwas aufteilt sozusagen. Das Wort Teil, Anteil ist sehr häufig, aber als so ein Wort, als jemand, der etwas verteilt, kommt es quasi fast nie vor, außer hier.
[27:08] Und hier gibt's eine interessante Bemerkung von Ellen White. Jesus hätte diesem Mann sagen können, was richtig in seinem Fall gewesen wäre. Er hätte sagen können, du hast Recht oder dein Bruder hat Recht oder ihr ja oder so oder so oder so. Er hätte, er wäre in der Lage gewesen, intellektuell sozusagen die juristische Wahrheit, den juristischen Sachstand korrekt wiederzugeben. Das hätte er tun können. Theoretisch.
[27:41] Er wusste, wer in diesem Fall Recht hatte, aber, so sagt sie weiter, die Brüder hatten einen Streit, weil sie beide habgierig waren.
[27:58] Jesus hat erkannt, es geht im Leben nicht immer nur darum, wer hat Recht, sondern auch die Motive. Jemand kann zwar Recht haben und trotzdem aus falschen Motiven, aus einem schlechten Charakter auf sein Recht bestehen. Und Jesus wollte ihm nicht den Eindruck vermitteln, dass ein Streit dadurch geschlichtet wird, indem man den juristischen Sachstand korrekt aufdröselt.
[28:23] Sie waren beide habgierig. Christus hat im Grunde genommen gesagt, es ist nicht meine Arbeit, nicht mein Werk, solche Kontroversen zu lösen. Er kam für einen anderen Zweck, das Evangelium zu predigen und so die Menschen dafür zu sensibilisieren, was es für ewige Wahrheiten gab. Lieber Freund, liebe Freundin, es ist höchste Zeit, dass wir aufhören, Jesus für unsere weltliche Agenda zu spannen.
[28:56] Ja, es mag sein, dass es in einem Krieg einen gibt, der mehr Recht hat als der andere. Aber ist es nicht so, dass am Ende alle Beteiligten eigentlich Sünder sind? Können wir als Nachfolger Christi uns einfach auf die Seite von einem stellen und sagen, na ja, die Argumente überwiegen für den, ja, deswegen stellen wir uns auf dessen Seite? Jesus hätte das nie getan.
[29:23] Jesus hätte nie Partei ergriffen in der Parteipolitik Israels für die Sadduzäer oder für die Pharisäer oder die Zeloten. Auch wenn es in bestimmten politischen Fragen sicherlich jemanden gab, der eine richtige Position vertrat als der andere, aber Jesus kam nicht für solche Fragen.
[29:42] Denn selbst die, die oft Recht hatten, vertraten das Recht aus falschen Motiven und einem Herzen.
[29:52] Ein echter Christ, ein echter Nachfolger dieses Jesus Christus, wie hier in Lukas 12, Vers 13 und 14 beschrieben wird, hat nichts damit zu tun, sich in weltlichen Angelegenheiten, wo Menschen sich über ein Erbe streiten, wo Menschen sich über ein Stück Land streiten in einem Krieg, zum Beispiel über Ressourcen streiten. Ein Nachfolger Jesu hat keine Aufgabe, sich auf eine Seite zu stellen und jemandem Recht zu geben und zu sagen, du hast Recht und das müssen jetzt alle wissen. Das ist nicht unsere Aufgabe. Es war nicht die Aufgabe. Jesus hat sich selbst diese Aufgabe nicht gegeben und er hat uns sie nie anvertraut.
[33:32] Wenn wir das machen, wenn wir in den politischen Angelegenheiten unserer Zeit, in den finanziellen, den wirtschaftlichen Angelegenheiten dieser Zeit Partei ergreifen für eine Partei, die wir im Herzen gar nicht kennen, dann vermischen wir das Heilige mit dem Profanen. Und Jesus hat das nie getan.
[30:53] Jesus stellt ihm diese rhetorische Frage: "Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?" Wenn Jesus sich geweigert hat, in einem irdischen Finanzstreit zwischen zwei Brüdern sich einzumischen, dann sollten wir uns weigern, in die politischen Debatten unserer Zeit uns einzumischen, denn das Problem liegt nicht in links oder rechts oder vorne oder hinten. Das Problem hat keine politische Farbe. Das Problem heißt Sünde.
[31:26] Und genauso wie hier irgendjemand in diesem Streit wahrscheinlich juristisch Recht gehabt hat und trotzdem beide Parteien voller Habgier waren und deswegen Jesus nicht mitgemacht hat in dieser Sache, genauso hat es auch in der politischen Welt, in wirtschaftlichen Fragen, in Kriegsfragen. Es ist natürlich nicht alles gleich. Natürlich hat jemand vielleicht mehr Recht als der andere, aber trotzdem dürfen wir nicht einfach uns mit solchen Parteien, mit solchen Gruppen alliieren, weil unsere Aufgabe ist es, auf die dahinterliegenden Motive und ihre Sündhaftigkeit hinzuweisen.
[32:04] Das, was Jesus dann in den folgenden Versen tut, in dem Gleichnis vom reichen Narren, das werden wir das nächste Mal anschauen und sehen, wie er damit auf seine unnachahmliche Weise das Problem an der Wurzel packt.
[32:28] "Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?" Ich weiß nicht, ob es dem Mann aufgefallen ist. Ich weiß nicht, wie vielen es überhaupt in der Volksmenge aufgefallen ist, ob es einem von den Jüngern aufgefallen ist, aber die Worte von Jesus sind ein Echo einer berühmten anderen Frage aus dem Alten Testament. Jesus fragt hier: "Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?"
[33:04] Eine ähnliche Frage wurde mitten in Ägypten gestellt. In 2. Mose Kapitel 2 lesen wir von dieser Frage, als nämlich Mose den Ägypter getötet hat und am nächsten Tag er zwei hebräische Männer sah, die gestritten haben. Es heißt Vers 13 in Kapitel 2: "Am zweiten Tag ging er auch hinaus und siehe, zwei hebräische Männer stritten miteinander, und er sprach zu dem Schuldigen: 'Warum schlägst du deinen Nächsten?' Er aber sprach: 'Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt?'"
[33:42] In der griechischen Übersetzung klingt der Satz fast genauso wie die Frage, die Jesus in Lukas 12 stellt. Entsprechend findet sich dieser Vers auch zweimal in der Apostelgeschichte. Als Stephanus die Geschichte Israels erzählte, erwähnt er das zweimal, dieses Zitat hier. Es ist die gleiche Satzstellung. Es sind fast die gleichen identischen Worte. Es ist zweimal dasselbe Wort für Richter, das sonst in der Bibel nicht vorkommt: `Dikastes`.
[34:13] Die Unterschiede sind lediglich, dass einmal hier von einem Obersten, "Wer hat mich zum Obersten gemacht?", während Jesus (in Lukas 12:14) fragt: "Wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?" Das liegt natürlich an dem etwas anderen sachlichen Kontext. Hier ging es ja jetzt nicht direkt um ein Erbe.
[34:47] So sehr Mose ein Typus ist auf Jesus, sehen wir hier in dieser Situation, in dieser Sünde, die Mose tut, einen starken Kontrast.
[34:58] Mose hatte ja gehört und verstanden, dass er Israel befreien sollte, und er dachte, er meinte es ja gut, er will die unterdrückten Israeliten befreien von der Herrschaft der Unterdrücker. Das ist doch eine noble Sache, oder nicht? Und alles, was ihm einfiel, war, dass man das doch mit den Mitteln tun sollte, die einem halt so zur Verfügung stehen: Macht, Revolution, Aufstand. Er hatte wohl gehofft, dass seine Brüder sich ihm anschließen würden nach diesem Mord. Das taten sie nicht.
[35:43] Mose hatte versucht, mit menschlichen Mitteln das Werk Gottes zu tun, und das Ganze scheiterte massiv. 40 Jahre lang musste er in der Wüste die Schafe hüten, um davon geheilt zu werden.
[36:15] Jesus hat sich geweigert, das Reich Gottes und das Evangelium mit weltlichen Angelegenheiten zu vermischen. Er hat sich schlichtweg geweigert.
[36:32] Und die Frage ist, werden wir uns weigern oder werden wir der Versuchung nachgeben, mit guten Intentionen das Beste wollend, das Evangelium mit der Partei zu verbinden, von der wir glauben, dass sie am meisten im Recht ist? Mit der Kriegspartei zu verbinden, von der wir glauben, dass sie am meisten im Recht ist? Mit der wirtschaftlichen Ideologie verbinden, von der wir glauben, dass sie doch irgendwie am besten irgendwie zur Bibel passen könnte?
[37:00] Werden wir der Versuchung erliegen, und ich sehe immer wieder Hinweise darauf, dass diese Versuchung sehr stark ist in unserem Leben. Oder werden wir Jesus folgen und wenn uns politische Parteien um ihre Gunst werben, wenn uns politische Parteien umwerben, um ihre Gunst, wenn in Kriegsfragen die Frage gestellt wird, auf welcher Seite stehst du?
[37:20] Wenn in wirtschaftlichen Fragen die Frage ist, ja, was sollen wir jetzt unterstützen? Werden wir dann mit Jesus sagen: "Wer hat mich zum Schiedsrichter in dieser Sache gemacht? Das ist nicht meine Aufgabe."
[37:41] Wenn weltliche Angelegenheiten in unserer Familie, auf Arbeit, wo auch immer, uns einladen, unseren Glauben damit zu vermischen, um durch unseren Glauben oder mit unserem Glauben, dass wir da irgendwie den Glauben instrumentalisieren, um letztlich weltlichen Wünschen Geltung zu verschaffen, werden wir mit Jesus sagen: "Damit habe ich nichts zu tun."
[38:17] Jesus sagte Pontius Pilatus, dass sein Königreich nicht von dieser Welt ist. Und wie wir gesagt haben, das heißt nicht, dass alles egal ist auf dieser Welt, aber Jesus war nicht gekommen, um Schiedsrichter zu sein in den weltlichen Kämpfen der Menschen untereinander. Das war nicht seine Aufgabe, und er hat niemanden von uns berufen, Schiedsrichter zu sein in den Kriegen und Krisen, politischen Debatten, Wirtschaftsfragen dieser Zeit. Ein Christ ist nicht ein von Gott berufener Schiedsrichter.
[38:53] Er ist ein Bote des Evangeliums, das alle Parteien hören müssen. Und ich glaube, wir haben mehr als genug Buße zu tun in dieser Frage. Wir erinnern uns, dass als die Menschen Jesus zu einem weltlichen König machen wollten, so wie sie es immer erhofft hatten, in Johannes 6, Vers 15, hat er dermaßen massiv mit einer solchen Entschiedenheit sich dagegen gewehrt, wie es sonst nicht von ihm gesagt wird.
[39:23] In Johannes 6 und dort Vers 15 heißt es dann: "Und Jesus erkannte, dass sie kommen würden, um ihn mit Gewalt zum König zu machen, zog er sich wiederum auf den Berg zurück, er allein."
[39:36] Er wollte mit den politischen und weltlichen Methoden dieser Welt nichts zu tun haben.
[39:47] Noch einmal Ellen White dazu. "Die Art und Weise, wie Jesus diesen Fall behandelt hat, ist eine Lektion für alle, die in seinem Namen dienen."
[39:59] "Als er die Zwölf hinaussandte, sagte er zu ihnen", und dann zitiert sie Matthäus Kapitel 10 Vers 7 und 8: "Geht aber hin, verkündigt und sprecht: 'Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.' Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es."
[40:22] "Sie sollten nicht die irdischen Angelegenheiten der Menschen lösen."
[40:28] "Ihr Werk bestand darin, Menschen davon zu überzeugen, dass sie sich mit Gott versöhnen. In diesem Werk lag ihre Kraft, die Menschheit zu segnen. Die einzige Lösung für die Sünden und Traurigkeiten der Menschen ist Christus. Das Evangelium seiner Gnade allein kann die Schlechtigkeiten, die die Gesellschaft verfluchen, heilen."
[40:59] "Jetzt kommt ein interessanter Satz. Die Ungerechtigkeit der Reichen gegenüber den Armen und der Hass der Armen gegen die Reichen." Ellen White lebte ja im 19. Jahrhundert. Man könnte fast ein bisschen hören: Kapitalismus, Kommunismus, all den ganzen Dingen, die da eine Rolle spielen.
[41:22] "Beides", sagt sie, "hat ihre Wurzel im Egoismus, und dies kann nur ausgelöscht werden durch eine Unterwerfung unter Christus."
[41:37] Wir können weder zu den Armen noch zu den Reichen halten, solange beide Parteien letztlich ein egoistisches Herz haben. Wir müssen alle – reich, arm, mächtig, nicht mächtig, egal in welcher politischen Partei, egal auf welcher Seite welchen militärischen Konflikts – wir müssen alle zur Buße aufrufen, zu Christus. Das ist unsere Aufgabe. Er allein kann statt dem egoistischen Herzen der Sünde ein neues Herz der Liebe geben.
[42:12] "So sollen die Diener Christi das Evangelium predigen mit dem Geist, der vom Himmel gesandt ist, und so wie er zugunsten der Menschen wirken. Dann werden Resultate offenbar werden in der Segnung und der Erhebung der Menschheit, die mit menschlicher Kraft vollkommen unmöglich wären."
[42:37] Wir sehen, dass die Methoden der Welt, die politischen Methoden, die wirtschaftlichen Methoden, wir sehen, dass sie bisher nie funktioniert haben. Warum wollen wir das Evangelium mit ihnen vermischen?
[42:49] Wenn Christus uns gezeigt hat, wie er gearbeitet hat und was wirklich hilft, wollen wir heute aus dieser Geschichte lernen, uns von allem zu enthalten, was dazu führen würde, unseren hohen Auftrag, unsere hohe Berufung, das ewige Evangelium zu predigen, alles, was dazu führen würde, dass das irgendwie mit weltlichen Sachen vermischt wird.
[43:15] Wollen wir uns davon enthalten? Wollen wir uns dafür entscheiden, das nicht zu tun?
[43:24] Wollen wir uns dafür entscheiden, dass wir uns weigern, Schiedsrichter zu sein in den irdischen, weltlichen Angelegenheiten der Menschen miteinander, und sie alle, egal wer sie sind, egal wie viel Recht sie haben in ihren verschiedenen juristischen, wirtschaftlichen, finanziellen, sonstigen Fragen, egal wie viel Recht sie haben, wollen wir uns dafür entscheiden, ihnen allen das Evangelium zu predigen und unsere ganze Kraft dafür einzusetzen?
[43:54] Ich glaube, das gilt für alle Fragen des Lebens. Seien sie politisch, seien sie akademisch, wirtschaftlich, persönlich, finanziell.
[44:07] Lasst uns niemals Christus instrumentalisieren, sondern lasst uns Instrumente in der Hand von Christus sein. Nicht Christus in unserer Hand, damit wir unseren Willen durchführen können, sondern wir in der Hand von Christus, damit er seinen Willen durchführen kann. Der einzig wahre, gute Wille. Wollen wir dafür beten? Lasst uns ihn erkennen.
[44:36] Lieber Vater im Himmel, ich möchte danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns sprichst. Ich möchte dir danke sagen, dass du uns deutlich gezeigt hast, dass wir nicht in jeder Krise, in jeder Angelegenheit eine Position beziehen müssen, uns überall einmischen müssen, alles bewerten und beurteilen müssen. Danke, dass du uns eine Aufgabe gegeben hast und uns versprochen hast, dass du uns, wenn wir diese Aufgabe tun, bei uns sein wirst bis ans Ende der Welt und uns Kraft geben wirst, dass wir in deinem Sinne auch diese Aufgabe vollführen. Ich möchte dich um Vergebung bitten, dass wir schon so oft deine hohe Berufung, die du uns gegeben hast, vermischt haben mit Dingen, die gar nicht dazu gehören. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, daraus zu lernen aus deinem Wort und uns ganz und gar allein darauf zu konzentrieren, was dein Evangelium vom Reich Gottes fördert. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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