In dieser Folge von „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp Jesu Lehre aus Lukas 12 über das Nicht-Sorgen, die Parallelen zur Bergpredigt aufweist. Er betont, dass Gott für seine Schöpfung – von Raben bis Lilien – sorgt und umso mehr für uns Menschen, die wir in seinem Bild geschaffen sind. Die Botschaft ermutigt dazu, alle Sorgen auf Gott zu werfen und auf seine überfließende Liebe und Fürsorge zu vertrauen, die unser Leben nicht nur mit dem Notwendigen, sondern auch mit Schönheit und Freude erfüllt.
Der Ersehnte: 262. „Was sorgt ihr euch …?“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:31] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid zu einer weiteren Folge, in der wir das Leben, das Wirken und die Worte unseres Erlösers und Freundes Jesus Christus gemeinsam studieren wollen. Heute wollen wir weitermachen in Lukas Kapitel 12. Wir werden ab Vers 22 lesen und einige durchaus bekannte Worte, die wir an anderer Stelle schon einmal gesehen und gehört haben von Jesus wiederfinden, wiederhören, wiederentdecken. Worte, Verse, die direkt in unseren Alltag hineinsprechen, von denen wir eine ganze Menge lernen können, die für jeden von uns sofort einsichtig und total praktisch sind. Worte, die uns wirklich zum Leben dienen.
[1:31] Bevor wir uns mit diesen Versen eingehender beschäftigen, wollen wir uns zum Gebet, wo es möglich ist, niederknien und Gott einladen, dass er unser Studium segnet.
[1:44] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du jetzt durch dein Wort zu uns sprechen möchtest. Bitte hilf uns, es so zu verstehen, wie du es gemeint hast. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und gib, dass die Worte all ihre Kraft entfalten, die du in dieses Wort hineingelegt hast. Es ist dein Wort. Wir möchten dich bitten, dass wir lernen, im Alltag mit dir zusammen zu leben, durch den Alltag zu gehen und auf dich zu vertrauen. Das bitte ich dich für mich und für jeden einzelnen, der dieses Video sieht, im Namen Jesu. Amen.
[2:26] Lukas Kapitel 12 ab Vers 22. Wir haben ja in den Versen vorher das letzte Mal das Gleichnis vom reichen Narren angeschaut und werden jetzt feststellen, dass das, was jetzt kommt, thematisch da sehr gut drauf passt, sozusagen sehr gut auf diesem Gedanken aufbaut. Die Worte, die wir jetzt finden, sind Worte, die Jesus schon an anderer Stelle einmal gepredigt hatte, nämlich in der Bergpredigt. Und das werden wir jetzt genauer unter die Lupe nehmen.
[3:05] In Lukas 12 und dort Vers 22 heißt es: "Und er sprach zu seinen Jüngern." Jesus, nachdem er auf die Frage dieses Menschen aus der Volksmenge oder diese Bitte dieses Menschen aus der Volksmenge in Vers 13, dass er als Erbteiler auftreten solle, erstmal darauf geantwortet hatte mit seiner Frage in Vers 14, dann mit seiner Warnung in Vers 15 und mit dem Gleichnis in Vers 16, wendet sich jetzt wieder zu seinen Jüngern.
[3:37] Und auch das eine interessante Parallele, denn auch die Bergpredigt war ja insbesondere an die Jünger gerichtet. Wenn man Matthäus 5 Vers 1 und 2 anschaut, lesen wir, was er sagt. Und er sprach zu seinen Jüngern: "Darum sage ich euch, sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt."
[4:06] Durch dieses "darum" wird deutlich, was er jetzt sagt, ist eine Weiterführung dessen, was er in dem Gleichnis zuvor schon erklärt hat.
[4:17] In dem Gleichnis macht sich der reiche Narr Sorgen, wie er all das, was er geerntet hat, für sich behalten kann. Und er glaubt, durch kluge Maßnahmen für seine eigene Sicherheit für die Zukunft vorsorgen zu können.
[4:34] Aber Jesus sagt hier: "Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt."
[4:42] Wenn wir in den Parallelvers, wir werden jetzt öfter zwischen Matthäus und Lukas 12 hin und her springen, wenn wir uns den Parallelvers anschauen in Matthäus 6 und dort Vers 25, dann lesen wir dort ebenfalls: "Darum sage ich euch, sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt." Auch dort ist es verknüpft mit dem, was davorstand.
[5:10] Und interessanterweise steht davor in Vers 24: "Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon."
[5:34] Wir haben in Matthäus diese Warnung vor dem Mammon.
[5:46] Ein Begriff, das haben wir damals, als wir uns mit der Bergpredigt beschäftigt haben, besprochen, ein Begriff für den Reichtum, für weltlichen Besitz, den man haben möchte, für auch letztlich Habgier, die dann dahinter steckt.
[6:06] Und in Lukas 12 haben wir das Gleichnis vom reichen Narren, das im Wesentlichen ja genau dieselbe Lektion darstellt, nämlich die Warnung, die ganze Hoffnung auf den Mammon, auf den weltlichen Besitz zu richten.
[6:28] Und in beiden Fällen heißt es jetzt: "Darum."
[6:37] Und dann folgen hier in Lukas 12 genau die Worte aus Matthäus 6. Wir sehen also, Jesus hat angesichts dieser Frage, dieser Bitte von dem Mann, und als er gesehen hat, dass eigentlich Habsucht das Problem von diesem Menschen gewesen ist, er hat nicht nur vor der Habsucht gewarnt, er hat nicht nur ein Gleichnis erzählt, um diese Warnung zu illustrieren, er hat auch einen Teil seiner früheren Predigt aus der Bergpredigt jetzt erneut aufgegriffen und ihn erneut gepredigt.
[7:11] Dabei merken wir, dass, wenn wir es genau vergleichen, die Formulierung nicht identisch ist, denn in Matthäus Vers 25 heißt es: "Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt." Das finden wir in Lukas 12 nicht. Das ist natürlich letztlich auch mit gemeint, aber das zeigt, dass Jesus, wie ein Prediger das oft macht, aus einer Predigt einen Gedanken noch mal nimmt und denselben Gedanken sagt, auch wenn die Formulierung nicht ganz identisch ist.
[7:42] Wir sollen uns nicht sorgen. Diesen Gedanken finden wir in der Bibel immer wieder. Philipper Kapitel 4 und dort Vers 6. Und vielleicht geht's dir so wie mir, dass es uns manchmal gar nicht so einfach fällt, diesen Ratschlag, diese Bitte, diese Aufforderung der Bibel wirklich im Leben zu implementieren.
[8:01] Philipper 4 Vers 6. Dort...
[8:12] Nein, es ist Philipper. Es ist Philipper Kapitel 4 und dort Vers 6. In Philipper 4 Vers 6 heißt es: "Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden."
[8:37] Die Bibel sagt nicht, dass es keine Anliegen geben darf. Sie sagt, dass wir alle unsere Anliegen betend mit Dank und Flehen vor Gott bringen sollen.
[8:53] Das ist ja oft das Problem, dass wir unsere Anliegen nicht vor Gott bringen, nicht beten, nicht danken und uns dann selbst Sorgen machen. Paulus sagt uns: "Sorgt euch um nichts. Bringt in allen Fragen eure Anliegen zu Gott."
[9:11] In Psalm 55 wird das ganz praktisch ausgedrückt. Psalm 55 und dort Vers 23: "Wirf dein Anliegen auf den Herrn."
[9:26] Wir dürfen tatsächlich die Dinge, die uns so schwer sind, die wir manchmal kaum tragen können, weil wir so gepresst werden von den Nöten, den Schwierigkeiten, den Anliegen, die wir alle haben. Wir dürfen die Anliegen auf den Herrn werfen. Und ich mache das oft zu wenig, du vielleicht auch.
[9:44] Vielleicht wollen wir uns heute neu darauf besinnen, unsere Anliegen auf Gott zu werfen. "Wirf dein Anliegen auf den Herrn und er wird für dich sorgen. Er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen."
[9:59] Weil Gott niemals die Gerechten im Stich lässt, können wir alles, was uns betrübt, alles, was uns belastet, alles, was wir an Anliegen so haben im Alltag, auf Gott werfen. Möchtest du dir das vornehmen? Ich möchte mir das heute hier neu bewusst machen, neu vornehmen, mich dafür entscheiden, die Anliegen auf Gott zu werfen.
[10:24] 1. Petrus Kapitel 5 und dort Vers 7. Ähnlicher Gedanke. 1. Petrus Kapitel 5 Vers 7: "Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch."
[10:37] Es gibt Anliegen, es gibt Sorgen. Wir sollen nicht durch das Leben gehen und so tun, als gäbe es das alles nicht. Wir sollen nicht die Dinge ignorieren und uns alles schönmalen. Wir sollen die Dinge, die tatsächlich schwierig sind, die Anliegen, die Sorgen, wir sollen sie auf Gott werfen in dem Wissen, dass er für uns sorgt.
[11:02] Und warum ist das so entscheidend? Erstens ist das ein Ausdruck von wahrem Glauben, zu glauben, dass Gott für mich sorgt, dass er für mich da ist. Zum anderen, wenn ich das nicht tue, wenn ich die Sorgen bei mir behalte, wenn ich mich selbst sorge, dann hat das negative Auswirkungen auf mein Herz, auf mein Denken und auf meinen Glauben.
[11:24] Lukas 8 und dort Vers 14: "Was aber unter die Dornen fiel, das sind die, welche es gehört haben, aber sie gehen hin und werden von Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt und bringen die Frucht nicht zur Reife."
[11:40] Wenn wir die Sorgen des Lebens nicht auf Gott werfen, wenn wir sie nicht abgeben, dann werden die Sorgen des Lebens unseren Glauben, unsere Beziehung zu Jesus, unsere Erfahrung mit ihm ersticken. Und deswegen ist es wichtig, dass wir diese Lektion von Jesus ernst nehmen. Er hat es ja nicht umsonst gleich zweimal gepredigt.
[12:08] Sorgt euch um nichts.
[12:12] Ein interessanter Aspekt dazu findet sich bei Paulus in 2. Timotheus Kapitel 2 und dort Vers 4. 2. Timotheus 2, Vers 4: "Wer Kriegsdienst tut, verstrickt sich nicht in Geschäfte des Lebensunterhalts, damit er dem gefällt, der ihn in Dienst gestellt hat."
[12:32] Jemand, der Kriegsdienst tut, kann nicht noch nebenbei andere Dinge tun. Aber vielleicht kann man den Vers auch von der Seite mit beleuchten, oder auch so verstehen: Jemand, der Kriegsdienst tut, muss das auch nicht, weil er wird ja versorgt.
[12:51] Auf jeden Fall können wir mit Paulus nach seinem Rat in Hebräer 13 Vers 5 uns mit dem begnügen, was wir haben. Hebräer 13 Vers 5: "Euer Lebenswandel sei frei von Geldliebe. Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist. Denn er selbst hat gesagt: Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen."
[13:21] Zurück zu Lukas 12. Jesus sagt: "Darum sage ich euch, sorgt euch nicht um euer Leben. Was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt." Ihr braucht euch keine Sorgen machen. So sehen wir es in der gesamten Bibel. Wir dürfen unsere Sorgen auf Gott werfen.
[13:36] In Vers 23 sagt er dann: "Das Leben ist mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung." Verglichen mit Matthäus, und dort Vers 25, ist das derselbe Gedanke, nur dass am Ende dieser Satz als rhetorische Frage formuliert worden ist: "Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?" Derselbe Gedanke, ein bisschen anders rhetorisch verpackt.
[14:04] Jesus macht uns deutlich: Unser Leben besteht nicht nur aus, was wir essen, was wir anziehen. Es besteht nicht nur aus der Befriedigung der alltäglichen Notwendigkeiten. Unser Leben ist mehr.
[14:16] Und Jesus kam auf diese Welt nicht nur, damit wir alles Nötige schaffen, was geschafft werden muss, damit wir unser Leben bewältigen. Jesus kam auch, damit wir schon in dieser Welt die Qualität des von Gott gegebenen Lebens schätzen.
[14:36] In Johannes 10 und dort Vers 10 sagt er: "Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben."
[14:47] Und das Leben, das Jesus gibt, besteht nicht nur daran, dass ich genügend anzuziehen habe und was auf dem Teller habe und was zu trinken habe und alle meine Grundbedürfnisse befriedigt werden. Das Leben, das Jesus schenkt, ist viel mehr, viel größer, tiefer.
[15:05] Und wenn wir immer nur uns selbst Sorgen machen und uns darum drehen, ob auch morgen wir noch genug zu essen und zu trinken haben, dann verpassen wir die Qualität des Lebens zu schätzen, das Jesus uns geben möchte. Schätzt du das Leben, das Jesus dir schenkt?
[15:29] In Lukas 12 und dort Vers 24 macht Jesus jetzt etwas, das ganz, ganz typisch für Jesus ist, für die Art und Weise, wie er unterrichtet hat.
[15:44] Es gibt einen wichtigen praktischen theologischen Gedanken und dann wendet er sich um und zeigt in die Umgebung, in die Natur, manchmal auf den Acker mit dem Samen, der dort ausgestreut wird, oder auf die Fischerboote, die dort am Ufer liegen. In dem Fall zeigt er auf die Vögel, die auch zweifelsohne dort in der Nähe gewesen sein werden.
[16:14] Vers 24: "Betrachtet die Raben. Sie säen nicht und ernten nicht. Sie haben weder Speicher noch Scheunen und Gott nährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel?"
[16:24] Das ist im Wesentlichen genau das, was auch in Matthäus Vers 26 steht, nur, dass er diesmal ganz konkret nicht einfach von Vögeln spricht, sondern von den Raben.
[16:34] Möglicherweise, das können wir natürlich jetzt nicht explizit beweisen, aber möglicherweise hat man gerade dort, als Jesus predigt, in der Nähe irgendwo Raben gesehen. Interessante Vögel, die ausgesprochen intelligent sind und in Palästina gibt es einige von ihnen, insbesondere Nebelkrähen.
[16:56] Wahrscheinlich hat er die gesehen oder hier gemeint. Es gibt aber auch Wüstenraben, Kolkraben und so weiter.
[17:05] Jesus zeigt uns aus der Natur: Gott tut für die Vögel, was sie nicht alleine vermögen. Die Vögel können zwar fliegen und sie können auch das Futter aufpicken, sie können es runterschlucken, sie können aber nicht säen, sie können nicht ernten. Sie haben auch weder Speicher noch Scheunen.
[17:25] Interessanterweise ist hier für Scheunen natürlich dasselbe Wort, Apotheke. Interessanterweise hat es bei uns heute eine etwas andere Bedeutung, aber das ist, was es eigentlich griechisch heißt. Apotheke ist dasselbe Wort, dass wir schon in Vers 18 gefunden haben.
[17:42] Im Gleichnis von dem reichen Narren, der gesagt hatte: "Das will ich tun. Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern."
[17:56] Die Hörer werden es nicht verpasst haben, dass Jesus hier an dieser Stelle in Vers 24 sich rückbezieht auf das Gleichnis. Als Jesus also sagt: "Schaut mal die Raben an, sie haben gar keine Scheunen. Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben auch keine große Ernte, sie haben keine Scheunen, die sie abreißen können und größere bauen können." Das kennen sie alles nicht. Und trotzdem sorgt Gott für sie.
[18:20] Wenn also dieser Mann glaubte, dass er sicher ist, weil er Scheunen hat, hat er etwas ganz Wesentliches nicht verstanden, nämlich, dass Gott für ihn sorgen möchte, dass Gott schon für ihn gesorgt hat.
[18:32] Die Raben bauen keine Scheunen.
[18:37] Und hier sehen wir mit den Scheunen wieder diesen Bezug zu dem Gleichnis vom reichen Narren.
[18:56] Gott tut für die Vögel das, was sie nicht alleine für sich tun können. Und wenn er das für die Vögel tut, dann sicher auch für uns, dann tut Gott auch für mich und für dich das, was ich selbst nicht tun kann. Er sagt: "Ihr, wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel?"
[19:15] Interessanterweise haben wir hier wieder die Tatsache, dass in Matthäus das Ganze als rhetorische Frage formuliert worden war. Matthäus 6 und dort Vers 26. Am Ende: "Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?", das heißt die Vögel. Und hier in Lukas hat Jesus das immer als Aussage formuliert: "Wie viel mehr seid ihr? Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel?"
[19:45] Interessant ist auch, dass dieser Gedanke, dass wir mehr wert sind als die Vögel, für die Hörer ebenfalls ganz bekannt war, weil Jesus gar nicht lange zuvor diesen Gedanken schon in Lukas 12 gesagt hatte, nämlich in Vers 7. Können wir Vers 6 lesen.
[20:06] Lukas 12, Vers 6 und 7: "Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Groschen und nicht ein einziger von ihnen ist vor Gott vergessen. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht, ihr seid mehr wert als viele Sperlinge."
[20:22] Und das ist interessant, weil nämlich, wenn wir uns das hier in Lukas 12 anschauen, in Lukas 12 und dort Vers 6 und 7, dann war das eine Parallele zu Matthäus 10.
[20:48] Jesus hatte aus der berühmten Predigt über die Aussendung der Jünger in Lukas 12 einiges herausgegriffen. Muss vielleicht andersrum machen. Ähm, also der Fall geht von hier nach hier sozusagen. Hat aus dieser Predigt einiges herausgegriffen. Unter anderem die Tatsache, dass Gott für sie sorgen wird, weil Gott sogar für die Sperlinge sorgt.
[21:14] Und jetzt in Lukas 12 Vers 24 greift er aus Matthäus 6 etwas auf.
[21:31] Diese beiden Dinge sind aber letztlich der identische Gedanke. Jesus hat also aus zwei verschiedenen Predigten, aus der Predigt, der Bergpredigt und aus der Aussendungspredigt Matthäus 10, Gedanken herausgegriffen, die jetzt in der neuen Kombination auch wieder gut zueinander passen. Da sieht man den Meisterprediger, der nicht einfach immer neue Sachen erfindet, sondern der auch aus guten bereits gehaltenen Predigten verschiedene Elemente neu kombiniert und damit auch einen Punkt jetzt verdeutlicht, der jetzt hier im Falle dieses Mannes, der gefragt hatte, und das Gleichnis vom reichen Narren, diesen Punkt noch umso stärker betont.
[22:21] Menschen sind wertvoller als Vögel. Wenn Gott sogar für die Sperlinge sorgt, ja, Lukas 12 (aus Matthäus 10), wenn er für die Raben sorgt, Lukas 12, 24, im Wesentlichen aus Matthäus 6, dann auch für uns.
[22:40] Und dann kommt eine interessante Frage, diesmal tatsächlich als rhetorische Frage, so wie er sie auch schon in Matthäus 6, Vers 27 formuliert hatte: "Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen?"
[23:02] Nun, das Interessante hier ist, dass das Wort Lebenslänge, das griechische Wort Helikia, sowohl Alter, also Lebensalter, als auch Körpergröße bedeutet.
[23:20] Das sind zwar eigentlich zwei verschiedene Dinge, aber es ist nicht schwer zu sehen, wie das im Kopf der Griechen miteinander verbunden war, zumindestens im Kindesalter und Jugendalter. Je größer jemand ist, desto älter ist er. Ja, und die Körpergröße ist sozusagen das Maß des Alters.
[23:41] Und jetzt ist die Frage, was hat Jesus eigentlich gemeint? Hat er gemeint, dass wir (ist natürlich eine rhetorische Frage), dass wir durch unsere Sorgen unserem Leben nichts hinzufügen können? Oder hat er gemeint, dass wir durch unsere Sorgen unserer Körpergröße nichts hinzufügen können?
[23:59] Und zunächst kann man natürlich feststellen, eine einzige Elle, eine Elle ist ja ein Längenmaß. Das würde ja erstmal auch für die Körpergröße sprechen. Aber Sorgen würden wir vielleicht doch mit der Verlängerung des Lebens in Verbindung bringen.
[24:18] Schauen wir mal, wie das Wort bei Lukas sonst noch verwendet wird in Lukas Kapitel 2 und dort Vers 52. Da ist das jetzt auch ambivalent, je nach Übersetzung. Lukas 2:52: "Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter", aber man könnte genauso übersetzen "an Körpergröße". Das würde also dem Griechischen genauso entsprechen. "Und Gnade bei Gott und den Menschen." Also, da kann man gar nicht genau sagen, was Lukas eigentlich wirklich jetzt meinte, wahrscheinlich auch beides, weil indem er ja wächst, wird er auch älter, also er wird älter und wächst.
[24:52] Und in Lukas 19 ist es aber ganz deutlich die Körpergröße. Es heißt nämlich hier in Lukas 19 Vers 3: "Und er, also Zachäus, wollte gerne Jesus sehen, wer er sei, und konnte es nicht wegen der Volksmenge, denn er war von kleiner Gestalt." Und hier ist es eindeutig die Körpergröße.
[25:09] Nun in der Bibel sonst wird auch das Wort immer wieder auch für Alter verwendet. Von daher kann man jetzt hier an der Stelle vielleicht gar keine endgültige Entscheidung fällen.
[25:24] Aber es ist interessant, dass Ellen White hier auch zu diesen Versen einen Kommentar geschrieben hat und den wollen wir uns hier gleich zu Gemüte führen.
[25:37] Aber es lohnt sich vielleicht vorher noch Vers 26 aus Lukas 12 hinzuzunehmen. Also, wir haben diese Frage mit Helikia. Ist das jetzt, also wenn wir es jetzt mal genau wissen wollen, ist das die Körpergröße oder ist es das Alter?
[26:04] Beides, wie gesagt, hängt ja an sich eng miteinander zusammen, aber Jesus wird ja in dem konkreten Kontext ja schon etwas Konkretes vor Augen gehabt haben.
[26:13] Lesen wir noch mal Lukas 12, Vers 25. Dort heißt es: "Wer aber von euch kann durch sein Sorgen seiner, ich sag jetzt mal, Helikia, eine einzige Elle hinzusetzen?"
[26:25] Jetzt kommt Vers 26: "Wenn ihr nun nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das Übrige?" Und das ist interessant, weil dieser Satz Vers 26 ist neu.
[26:43] Vers 26 ist ganz neu. Den gab es in der Bergpredigt nicht. In der Bergpredigt haben wir auch, wie gesagt, dieses Zitat, diese Frage: "Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Helikia eine einzige Elle hinzusetzen?"
[26:57] Aber hier in Vers 26, man hat fast den Eindruck, als möchte Jesus, um ein Missverständnis zu vermeiden, das noch genauer erklären, was er meint. Er sagt: "Wenn ihr nur nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das Übrige?"
[27:12] Und das scheint darauf hinzudeuten, dass es sich bei der Helikia hier nicht um das handelt, was dann bei den Sorgen das Grundthema ist.
[27:24] Bei den Sorgen geht es ja ganz offensichtlich um unser Leben, dass wir lange genug leben und vielleicht noch etwas länger leben. Aber Jesus sagt, wenn ihr schon das nicht könnt, warum sorgt ihr euch dann um das Übrige? Und wir sorgen uns ja darum, dass wir möglichst lange leben.
[27:41] Das würde dafür sprechen, dass tatsächlich an dieser Stelle eigentlich die Körpergröße gemeint ist, dass er also mit anderen Worten sagt: "Hey, lasst das Sorgen sein." Mit Sorgen könnt ihr nicht mal ein bisschen größer werden. Wenn ihr jetzt euch sorgt und sorgt und sorgt und sorgt, dann wachst ihr keine Zentimeter oder halt keine 50 cm oder so, eine Elle.
[28:01] Mit anderen Worten, wenn ihr schon durch euer Sorgen nicht einmal wachsen könnt, glaubt ihr dann, dass ihr durch euer Sorgen euer Leben verlängert, dass ihr dann, dass ihr sozusagen dann euer Alter beeinflussen könnt oder so, dass ihr euer Gesamtleben, wenn ihr nicht einmal das vermögt, einfach nur zu wachsen aus eigener Sorge, wie viel weniger könnt ihr dann euch sonst um alles andere sorgen machen?
[28:27] Und das ist genau das, was wir auch im Review and Herald, September 1888, finden. Dort sagt sie: "Kein Mensch kann eine Elle zu seiner Körpergröße hinzufügen, egal wie sehr er sich das auch wünscht, es tun zu können."
[28:51] Und es ist nicht weniger unvernünftig, als, im Vergleich, es ist nicht weniger unvernünftig, sich über den Morgen und seine Nöte und Bedürfnisse Sorgen zu machen.
[29:11] Also, wenn wir jemand finden, der sagt, ich mache mir solche Sorgen, ich hoffe, dass ich, wenn ich jetzt mich richtig anstrenge und alles gut mache und alles besorgt habe sozusagen, dass ich dann größer werde, dass ich wachse. Dann sagt man, das ist doch unsinnig. Du kannst mit deinen Sorgen deine Körpergröße nicht verändern.
[29:27] Genauso sagt sie, genauso unsinnig ist es, wenn man versucht, jetzt schon für übermorgen sich Sorgen zu machen und zu planen, wie man da irgendwie die wahrscheinlichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten jetzt schon vorsorgen kann.
[29:44] Das spricht alles meiner Ansicht nach dafür, dass tatsächlich an dieser Stelle die Körpergröße gemeint ist in diesem Bild.
[29:55] Wir könnten also übersetzen hier in Lukas 12, Vers 25: "Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Körpergröße eine einzige Elle hinzusetzen, wenn ihr nur nicht einmal das Geringste vermögt, wenn ihr also sozusagen euren eigenen Zustand durch Sorgen nicht verändern könnt, was sorgt ihr euch um das Übrige? Was sorgt ihr euch um das, was morgen kommt und übermorgen kommt?"
[30:21] Aus eigener Kraft können wir also nichts. Und weil wir aus eigener Kraft uns nicht größer machen können und nicht wachsen können, macht es also auch keinen Sinn, sich Sorgen für die Zukunft zu machen.
[30:34] Das gilt übrigens nicht nur für die materiellen Herausforderungen, die Tag für Tag auf uns zukommen. Ich glaube, es gilt auch für die Geistlichen, denn auch im geistlichen Bereich gibt es ein Wachstum.
[30:52] In Galater Kapitel 5, da lesen wir in Vers 22, was der Heilige Geist in unserem Leben hervorbringen möchte, was wachsen soll in unserem Leben: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung."
[31:14] Das ist etwas, was der Geist in uns wachsen lassen möchte. Hast du schon mal jemand getroffen, der aus eigener Kraft versucht hat, dass er in diesen Dingen schneller wächst, der durch Sorgen, ich muss jetzt liebevoller sein, ich muss langmütiger sein, ich muss freundlicher sein, ich muss sanftmütiger sein, durch Sorgen versucht hat, sein eigenes geistliches Wachstum zu beschleunigen? Ist unmöglich, denn es ist nicht in unserer Kraft.
[31:46] Es ist also geistlich gesehen nicht sinnvoll, sich Gedanken zu machen, wie werde ich geistlich reagieren, wenn ich in drei Wochen diese Person treffe? Wollen wir uns jetzt Sorgen machen über unseren geistlichen Zustand in fünf Monaten?
[32:00] Wir haben heute und heute möchte Gott für uns sorgen. Alle unsere Sorgen sollen wir auf ihn werfen. Und wenn wir uns selbst Sorgen machen, wie wir geistlich wachsen und uns nicht von Gott abhängig machen, dann begehen wir einen schweren Fehler.
[32:20] Zurück zu Lukas 12.
[32:26] Jesus greift wieder jetzt das auf, was auch schon in der Bergpredigt in Matthäus 6 stand. Er sagt: "Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen. Sie mühen sich nicht und spinnen nicht. Ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit ist nicht gekleidet gewesen wie eine von ihnen."
[32:43] Wenn wir das vergleichen mit Matthäus 6, stellen wir fest, es ist quasi identisch, außer dass Jesus damals noch so eine Frage am Anfang angefügt hatte: "Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung?"
[33:01] Wieder verweist uns Jesus auf die Natur. Erst sollen wir auf die Raben schauen, die von Gott ihr Essen bekommen. Dann weist er uns einen Blick auf die Lilien.
[33:15] Wir sollen betrachten, wie sie wachsen, dass sie wachsen, wie sie wachsen und dass Gott nicht einfach nur dafür sorgt, dass sie größer werden, sondern dass er ihnen Schönheit schenkt.
[33:27] Gott sorgt nicht einfach nur, dass alle Notwendigkeiten befriedigt werden. Er sorgt nicht dafür, dass wir einfach nur wachsen, sowohl im körperlichen als auch im geistlichen Sinne. Er möchte unser Leben schön machen. Unser materielles Leben, aber vor allem auch unser geistliches Leben.
[33:56] Die Jünger hatten schon ein bisschen davon erlebt. In der Missionsarbeit hatten sie explizit sich von Gott abhängig machen sollen. Matthäus 10 und dort Vers 10. Dort lesen wir, dass sie keine Tasche auf den Weg, auch nicht zwei Hemden, weder Schuhe noch Stab mitnehmen sollten, denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert. Jesus hatte versprochen, dass Gott sich um ihre Nöte kümmern wird.
[34:23] Es gibt einen schönen Gedanken hier in dem Buch "Gedanken vom Berg der Seligpreisung". Dort sagt sie: "Auf diesen Blüten der Lilie hat Gott eine Botschaft für dich geschrieben, in einer Sprache, die dein Herz nur lesen kann, wenn es die Lektionen des Misstrauens, des Egoismus und dieser ja unnützen Sorge verlernt."
[35:03] Mit anderen Worten, nur wenn wir verlernen, uns ständig zu sorgen und Misstrauen zu haben und egoistisch zu sein, nur dann können wir diese Botschaft eigentlich wirklich lesen, die Botschaft auf den Blüten der Lilie.
[35:22] Ellen White stellt eine interessante Frage: "Warum hat er dir die singenden Vögel und diese zarten Blüten gegeben, wenn es nicht von der überfließenden Liebe eines Vaterherzens ist, die diese Dinge deinen Lebenspfad heller und fröhlicher machen sollen?"
[35:49] Alles, was für unsere Existenz notwendig gewesen wäre, hätte ja auch sein können ohne die Blumen und die Vögel. Mit anderen Worten, was sie sagt ist, wir brauchen weder schöne Blumen, noch brauchen wir singende Vögel, damit wir als Menschen, als Mechanismus, als Körper funktionieren.
[36:06] Es ist nicht lebensnotwendig, Vögel singen zu hören. Es ist nicht lebensnotwendig, schöne Blumen zu sehen. Wenn Gott sich allein auf das beschränken würde, was lebensnotwendig wäre, unsere Welt wäre ein grauer, dunkler Ort.
[36:18] Aber Gott gibt nicht nur das, was notwendig ist, er gibt noch mehr. Wir machen uns sogar Gedanken und fragen uns, werden wir das Notwendige haben, wird Gott sich um uns ausreichend kümmern, während Gott in Wirklichkeit sagt: "Ich kümmere mich nicht nur um das Ausreichende, um das Notwendige, ich kümmere mich um viel mehr."
[36:35] Jesus ist gekommen, damit wir Leben haben und zwar im Überfluss.
[36:46] Sie sagt, Gott war nicht damit zufrieden, uns nur das zu geben, was gerade für unsere Existenz ausreicht. Gott war damit nicht zufrieden. Er ist nicht zufrieden, wenn wir gerade geistlich nur überleben, nur das allernotwendigste gerade haben. Er möchte uns viel mehr geben. Er möchte, dass unser Leben bei allen Schwierigkeiten, bei allen Herausforderungen, bei allen Sorgen nicht nur gemeistert werden kann, sondern dass es uns auch Freude macht, selbst in dieser Welt.
[37:17] Nicht umsonst beginnt die Bergpredigt mit lauter Seligpreisungen. Gott möchte, dass wir glücklich sind, auch wenn wir mal weinen müssen, auch wenn wir verfolgt werden, auch wenn wir manchmal realisieren, dass wir noch längst nicht da sind, wo wir sein wollen. Gott möchte, dass wir glücklich sind in ihm, weil er für uns sorgt.
[37:34] Er hat, sagt sie weiter, die Erde und die Luft und den Himmel mit kleinen Schlaglichtern der Schönheit gefüllt, um dir von seinem liebenden Gedanken für dich zu sagen. Er möchte dir sagen: "Ich habe Gedanken der Liebe über dich." Er hat die Erde gefüllt mit solchen Botschaften.
[37:56] Sie sagt, die Schönheit aller geschaffenen Dinge ist nur so ein Strahl vom Scheinen seiner Herrlichkeit.
[38:09] Und dann fragt sie: "Wenn er mit solch unendlichem Können die Dinge dieser Natur bedacht hat, für dein Glück und für deine Freude, kannst du daran zweifeln, dass er dir jeden notwendigen Segen geben wird?"
[38:31] Lieber Freund, liebe Freundin, Gott möchte uns sagen, wenn wir die Lilien betrachten, wenn wir die Vögel hören: "Ich sorge für euch und ihr werdet es nicht bereuen, mir zu folgen. Ich werde euch nicht nur geben, was ihr braucht. Ich werde euch sogar große und schöne Freude machen."
[38:55] Und hier ist noch ein interessanter Gedanke. Gottes Gesetz ist das Gesetz der Liebe. Er hat dich mit Schönheit umgeben, um dich zu lehren, dass du auf diese Erde nicht platziert worden bist, lediglich dich um dich selbst zu drehen, nur um zu graben und zu buddeln und zu bauen und dich anzustrengen und zu spinnen, sondern dass du das Leben auch für andere hell und freudig und schön machen sollst durch die Liebe Christi.
[39:29] Die Blumen bekommen Schönheit, Herrlichkeit von Gott, um uns Menschen zu erfreuen. Auch wir bekommen Herrlichkeit von Gott, noch viel größere Herrlichkeit, damit wir für andere Segen sind.
[39:44] Wie sagte Gott zu Abraham in 1. Mose 12 Vers 2: "Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein."
[39:52] Aber wenn wir uns selbst immer nur sorgen, was werde ich essen, was werde ich trinken, werde ich genug Geld haben, werde ich das schaffen, werde ich hier schaffen, werde ich diesen Termin noch gerade so absolvieren können, werde ich das alles bewältigen, dann verzweifeln wir, dann verlieren wir das Wirken Gottes aus den Augen und wir haben keine Zeit und keinen Nerv und keinen Blick mehr dafür, ein Segen für andere zu sein, weil wir selbst nicht mehr sehen, wie sehr Gott uns segnet.
[40:21] Lukas 12, Vers 27. Jesus sagt: "Betrachte die Lilien nicht einfach nur, um sich daran zu freuen und zu sagen, ah ja, das ist aber schön, dass die Lilien so schön aussehen, sondern die Botschaft zu lesen, die Gott auf jeder Blüte der Lilien geschrieben hat."
[40:36] Lass uns wieder in die Natur schauen mit Augen, die vom Heiligen Geist gesalbt sind, hören, sehen, fühlen, wie sehr Gott uns liebt. Er hat dich und mich wirklich sehr gern.
[40:50] Lukas 12, Vers 28. "Wenn aber, Verzeihung, wenn Gott das Gras auf dem Feld, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet." Mit anderen Worten, wenn er so viel Herrlichkeit und Schönheit gibt für etwas, was aus unserer Perspektive vielleicht sogar gar nicht nötig ist, weil es ja sowieso vergeht.
[41:13] "Wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen?" Wir stehen nicht nur einen Tag da und werden am nächsten Tag in den Ofen geworfen. Wenn Gott sogar dem Gras solche schönen Blumen schenkt, was will er nicht alles mir und dir schenken?
[41:25] Ich glaube, mir und uns wahrscheinlich der Glaube fehlt, das zu glauben, so wie es hier steht. Denn Gott kann nur das für uns tun, was wir ihm auch glauben, dass er es für uns tun möchte. Wenn wir glauben, dass er für uns mehr tun kann als für das Gras und für die Vögel, dass er uns mit Herrlichkeit bekleiden möchte, die größer ist als all das, was Menschen selbst für sich bewirken können.
[41:50] Salomo konnte sich herrliche Kleider kommen lassen. Aber Salomo sagt, und selbst am Ende seines Lebens im Buch Prediger war alles nichtig.
[42:03] Aber die Herrlichkeit, die Gott uns schenkt, die Herrlichkeit, die über uns aufgehen soll, die Herrlichkeit seiner Gnade und Vergebung, seiner Gegenwart, diese Herrlichkeit, die ist nicht vergänglich, die möchte er dir und mir schenken.
[42:26] Johannes sagt in Johannes 1 Vers 14: "Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."
[42:38] Diese Gnade und Wahrheit macht unser Leben schön. Sie gibt uns alles, was wir brauchen. Die tiefsten Bedürfnisse unseres Herzens werden gestillt. Aber nicht nur das. Es macht unser Leben so schön, dass wir für andere Segen werden.
[42:54] Lukas 12, Vers 28. "Wenn aber das, Verzeihung, wenn Gott das Gras auf dem Feld, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen."
[43:13] Auch hier ist es wieder eine Umformulierung aus Matthäus, Vers 30. Dort war es wieder eine rhetorische Frage.
[43:21] Aus Gründen, die wir nicht kennen, hat Jesus hier in Lukas 12 die meisten dieser rhetorischen Fragen als Aussagen formuliert. Vielleicht, um damit noch mehr die Verlässlichkeit dieser Aussage, dass man sich darauf verlassen kann, dass es so ist, herauszustellen.
[43:38] Das Gras ist vergänglich, aber Gott kleidet sogar das schnell vergängliche Gras. Übrigens, Jesus starb auch für Menschen, von denen er wusste, dass sie verloren gehen werden.
[43:52] Wieso gibt Gott solche schöne Blumen für Gras, das am Ende sowieso in den Ofen geworfen wird?
[44:03] Weil Gott nicht berechnet, weil er nicht überlegt, was er geben muss, damit er das bekommt, was er haben möchte.
[44:12] 1. Korinther 13 und dort Vers 4 und 5 heißt es: "Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht. Sie bläht sich nicht auf, sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre."
[44:33] Die Liebe rechnet nicht aus Vorteil, Nachteil, Kosten, Nutzen. Was habe ich davon? Die Liebe gibt, weil sie segnen möchte. Und so ist Gott. So ist Gott zu mir und zu dir, zu uns allen.
[44:50] Und was wir brauchen ist ein Blick dafür, dass wir es sehen und verstehen und glauben und wegschauen von unseren Sorgen und unsere Sorgen auf den werfen, der allein unsere Sorgen wirklich lösen kann.
[45:09] Sind wir manchmal auch kleingläubig, dass wir zwar glauben, dass Gott existiert und dass er prinzipiell schon auch das Beste für uns will, aber dass die Sorgen und Nöte, die wir haben, vielleicht für ihn uninteressant sind, dass wir irgendwie nicht glauben, dass er uns in dieser Situation, in diesem Problem, mit dieser Schwierigkeit helfen will, dass er vielleicht uns gerade so überleben lässt, aber keine Freude schenken möchte?
[45:36] Ich glaube, in meinem Leben habe ich schon viel zu oft so gedacht, wenn Jesus hier die Jünger Kleingläubige nennt. Ich glaube, er spricht auch deutlich zu mir und zu dir. Wollen wir seine Worte ernst nehmen? Wollen wir ihm glauben?
[45:54] Wollen wir lernen, dass die Sorge um die Alltagsdinge eigentlich ein Gradmesser für unseren Glauben ist? Wenn wir im Gottesdienst große theologische Wahrheiten erklären und schöne Lieder singen, aber unter der Woche nie glauben, dass Gott sich um unsere Sorgen kümmert, haben wir dann nicht einen kleinen Glauben?
[46:19] Ich wünsche mir, dass mein Glaube wächst, nicht weil ich mir Sorgen darum mache, sondern weil ich es Gott übergeben möchte, dass er in meinem Leben Wachstum schenkt, das Leben in all seinem Überfluss, für das Jesus auf diese Welt gekommen ist.
[46:42] Wir schließen mit Manuskript 2189.
[46:49] Jesus, der kostbare Erlöser, redete zu seinen Zuhörern über die Dinge, die gewöhnlichen Pflichten des Lebens, die Sorge um die Kleidung, um das Essen und Trinken. Er lehrte sie, dass diese Dinge nicht eine Angelegenheit des absorbierenden Interesses sein sollten, das alles sozusagen nur darauf konzentriert ist, als ob sie diese Last ständig tragen müssten.
[47:20] Er verwies sie auf die Vögel und sagte ihnen, dass ihr himmlischer Vater sogar für den kleinen Spatz sorgt. Er erhält die Welten und doch sorgt er sich für die kleinen Vögel.
[47:35] Und wie viel mehr wird er für diejenigen sorgen, die in seinem Bild geformt sind?
[47:44] Er wies auf die Blumen hin in ihrer glühenden Schönheit und lud Menschen ein, diese Blumen zu betrachten und erklärte, dass die Einfachheit dieser Blumen sogar die Herrlichkeit Salomos übertraf.
[48:07] Und doch werden sie an einem Tag niedergemäht. Sind wir nicht viel besser als sie?
[48:16] Wollen wir Gott bitten, dass er uns die Augen neu öffnet für das, was er alles für uns tun kann?
[48:26] Wollen wir uns heute vornehmen, auf die Lilien, auf die Raben, auf die Spatzen zu schauen und darauf zu sehen, was Gott für mich und für dich tun kann? Wollen wir uns vornehmen, unsere Sorgen auf ihn zu werfen?
[48:38] Lass uns gemeinsam beten.
[48:43] Lieber Vater im Himmel, du weißt, wie sehr ich oft in meinem Herzen mir Sorgen mache, um dies und jenes. Manchmal verzweifelt bin. Und Herr, heute hast du zu mir gesprochen und ich glaube zu vielen anderen Menschen auch.
[48:57] Wir möchten lernen von dir. Wir möchten lernen, darauf zu vertrauen, dass du unser Leben gut führst und dass du unser Leben schön machst, und dass wir mit allen unseren Sorgen, den kleinen und den großen, den einfachen und den komplizierten, mit denen, die wir meinen, selbst lösen zu können, und mit denen, die uns völlig überwältigen, dass wir mit allen Sorgen zu dir kommen, alle Sorgen auf dich werfen und dir vertrauen.
[49:28] Herr, das wünsche ich mir für mein Leben. Das wünsche ich mir für jeden, der dieses Video sieht. Und ich danke dir, dass du nicht nur die Lilien und die Raben versorgst, sondern umso viel mehr auch uns Menschen, die du gemacht hast in deinem Bild. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Amen.
[50:00] [musik]
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