Veröffentlicht am
73 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


Christopher Kramp setzt seine chronologische Studie über Jesus Christus fort und beleuchtet Lukas 12, Verse 29-34. Er erklärt, warum Gläubige sich nicht um weltliche Dinge sorgen sollen, sondern stattdessen das Reich Gottes suchen müssen. Der Sprecher ermutigt die „kleine Herde“ der Gläubigen, keine Furcht zu haben, da es dem Vater gefällt, ihnen das Reich zu geben, und ruft zu praktischer Nächstenliebe als Gegenmittel zur Habsucht auf.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[musik] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" hier auf www.yolmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid zu einer weiteren Folge, in der wir das Leben, das Wirken und die Worte unseres Freundes und Erlösers Jesus Christus gemeinsam studieren wollen.

Wir sind immer noch in Lukas, Kapitel 12, wollen heute ab Vers 29 weiterlesen, weiter uns die Verse genau anschauen und lernen, was wir für unser Leben daraus übertragen können, was Jesus uns heute persönlich sagen möchte. Damit wir das wirklich auch hören und verstehen, was der Geist uns heute sagen möchte, möchten wir mit einem Gebet beginnen. Und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, ähm, hier auch niederzuknien.

Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir in deinem Wort so viel Ermutigung und Stärkung finden und dass du immer wieder und immer wieder zu uns sprichst. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir aus deiner Wahrheit leben und dass wir jetzt die Worte, die wir lesen, wirklich gut verstehen können, dass sie uns zu Herzen gehen, unser Herz erfüllen und uns ganz nahe an dich bringen, dass wir mit dir ganz eng verbunden sind, dass wir das, was wir lesen, auch durch deine Kraft auch tun können und ein Licht sein können für andere Menschen, Herr. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

Lukas Kapitel 12. Wir haben gesehen, wie Jesus ab Vers 22 bekannte Worte, die er in der Bergpredigt so ähnlich oder teilweise fast identisch so gepredigt hatte, erneut wiederholt. Der Kontext war ja, dass er zuvor das Gleichnis vom reichen Narren erzählt hat, was wiederum die Antwort, seine Antwort war auf die Anfrage des Mannes, der Jesus als einen weltlichen Erbteiler haben wollte. Und Jesus hatte durch das Gleichnis deutlich gemacht, dass dieser Mann eigentlich an Habsucht ähm leidet. Und er hat jetzt zu seinen Jüngern erneut diese Lehren aus der Bergpredigt äh wiederholt, um ihnen deutlich zu machen, dass wir uns nicht sorgen müssen: Was ziehen wir an? Was werden wir essen? Was werden wir trinken?

Er hat auf die Raben verwiesen, die keine Scheunen haben, die nicht säen und ernten und doch werden sie von Gott ernährt. Wie viel mehr sind wir wert? Das war der Punkt, den er immer wieder gemacht hat bei den Raben, bei den Lilien, ähm, die so schön gekleidet sind, wie selbst Salomo in seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist. Und dann hat er in Vers 28 diesen Punkt gemacht: Wenn Gott sogar das Gras, das heute steht, morgen in den Ofen geworfen wird, das so vergänglich ist und ähm, wenn Gott sogar das Gras so schön kleidet mit so wunderschönen Blumen, wie viel mehr uns, die wir oft einen solchen Kleinglauben haben, wie es hier Vers 28 steht: "Wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen?"

Wir wollen hier weitermachen in Vers 29 und wie wir sehen werden, sind auch die weiteren Verse oft in direkter Parallele zu Matthäus. Es lohnt sich also, neben Lukas 12 Matthäus aufgeschlagen zu haben. Wie gesagt, wir sind jetzt zu einem späteren Zeitpunkt. Jesus wiederholt, wie er das so oft in diesen Kapiteln in Lukas tut, wenige Monate vor der Kreuzigung, er wiederholt eine ganze Reihe von den Dingen, die er auch schon in Galiläa gelehrt hatte, obwohl er jetzt hier in Peräa ist.

Lukas 12, Vers 29: "Und ihr sollt auch nicht danach trachten, was ihr essen oder was ihr trinken sollt und beunruhigt euch nicht." Wenn wir das vergleichen mit Matthäus Kapitel 6 und dort Vers 31, dort steht: "Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen oder was werden wir trinken oder womit werden wir uns kleiden?" Uns fällt auf, dass hier wieder die Art der Formulierung anders ist. Ähm, die haben es wieder als Aussage formuliert, diese diese wörtlichen Reden, die Jesus dort in Matthäus 6 quasi so einbaut, die sind hier in die Aussage hinein äh gewoben, sozusagen.

Interessant ist, dass er jetzt hier noch einmal extra sagt: "Und beunruhigt euch nicht." Das ist noch ein anderes griechisches Wort als das Wort ähm "Sorgen machen". Das wird hier noch mal extra gesagt: "Beunruhigt euch nicht", und damit hat es etwas Interessantes auf sich. Das Wort heißt im Griechischen *Meteōrizomai*. Und wenn jetzt jemand sagt, das sieht ja aus wie Meteor, ja, die Meteore, die sozusagen durch das Weltall fliegen, dann ist das gar nicht so verkehrt. Das kommt tatsächlich ähm daher. Dieses Wort kommt in der Form nur im, also kommt überhaupt nur im Neuen Testament an dieser einen Stelle vor. Es meint eigentlich so etwas, was quasi äh wenn man so in der Luft schwebt, ähm, also wenn man so hochgehoben ist. Äh, und daher kommt die Idee von dem Meteor, der sozusagen durch die Luft schwebt.

Dieses Wort kann jetzt in zwei verschiedene Richtungen verstanden werden, die allerdings inhaltlich ein bisschen unterschiedlich sind. Das eine ist, dass man es versteht als "sich überheben", wenn man also quasi so aufgeblasen ist, wenn man sich quasi in die Luft erhebt, wenn man stolz wird. Äh ähm, in diesem Sinne, so hat es tatsächlich auch noch Luther 1912, also Luther hat das so übersetzt hier auch äh in Luther 1912 sagt darum auch: "Ihr fraget nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt und fahrt nicht hoch her." Also so ja, sich so so erheben. Äh, so wird es auch in der Vulgata übersetzt und ähm, wie gesagt, die früheren Lutherübersetzungen haben das so.

Ähm, es kann aber auch bedeuten, das Wort, dass man sozusagen, weil man in der Luft schwebt, in einer gespannten, unruhigen Erwartung ist. Man man ist dann sozusagen in der Schwebe, man weiß nicht genau und das drückt dann auch diese Sorge aus, diese diese Unruhe, wenn man quasi keinen festen Boden unter den Füßen hat und nicht genau weiß, ja, werde ich jetzt morgen meinen Arbeitslohn bekommen, werde ich dann das essen können oder trinken können oder werde ich dann verhungern? Ja, diese diese gespannte, dieses gespannte in der Luft sein, in der Luft hängen, wie wir das manchmal im Deutschen noch ausdrücken, das äh kann ja auch gemeint sein. Und die modernen Übersetzer entscheiden sich dann in der Regel für diese äh diese dieses dieses unruhige gespannt sein. Ja, deswegen "beunruhigt euch nicht". Unruhiges Gespanntsein. Es kann aber rein vom Wort her auch stolz bedeuten. Ja, stolz, äh sich überheben.

Vom Kontext her scheint mir die Schlussfolgerung der heutigen Übersetzer schon naheliegend zu sein, dass es sich hier um so ein ein unruhiges Gespanntsein handelt, dass man irgendwie ja sagt, macht euch keine Gedanken, das würde vom Kontext besser passen. Ähm, natürlich ist das andere auch wahr. Wir sollen uns nicht überheben, wir sollen nicht stolz sein, aber es ist zumindest interessant, dass dieses Wort tatsächlich eigentlich auch beides bedeuten kann. Aber vom Kontext her denke ich schon, dass wir hier mit dieser Übersetzung ähm eher das treffen, was von den Versen vorher und nachher dann gut passt. "Beunruhigt euch nicht."

Vers 30: "Denn nach all diesem trachten die Heidenvölker der Welt. Euer Vater aber weiß, dass ihr diese Dinge benötigt." Auch das entspricht Matthäus Kapitel 6 und dort Vers 32. Denn dort heißt es: "Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden." Jetzt haben wir hier in Lukas noch die Ergänzung: "die Heidenvölker der Welt." Ja, das ist inhaltlich natürlich dasselbe, aber "euer himmlischer Vater", das dieses "himmlische" fehlt jetzt in Lukas 12, aber ist natürlich mitgemeint. "Aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt."

Tatsächlich sagt Jesus, ein Kennzeichen der Heiden, die nicht Gott kennen, ist, dass sie sich ständig existentielle Sorgen machen. Er sagt es: "Danach trachten die Heiden." In Epheser Kapitel 4 und dort Vers 17 spricht Paulus über den Sinn der Heiden. Epheser Kapitel 4 und dort Vers 17. Er sagt hier: "Das sage und bezeuge ich euch, Verzeihung, das sage und bezeuge ich nun im Herrn, dass ihr nicht mehr so wandeln sollt, wie die übrigen Heiden wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes." Ein Christ soll nicht mehr so denken wie Heiden. Und Heiden denken, was werde ich essen, was werde ich trinken? Sie denken materiell, sie denken nur quasi, wie sie ihre Lebensbedürfnisse befriedigen können und haben keine höheren Ziele sozusagen, keine höheren Pläne und keinen höheren Lebenssinn.

Interessant ist, dass ähm die Heiden auch eine andere Art zu beten haben. Ja, das haben wir damals auch schon mal, als wir über Matthäus 6 gesprochen haben, ähm angesprochen. In Matthäus Kapitel 6 und dort Vers 7 und 8 heißt es ja, Verzeihung, Vers 7 und 8: "Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen, denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet." Haben wir den den gleichen Punkt. Er sagt: "Seid nicht wie die Heiden, denn euer Vater im Himmel weiß." Und jetzt hier in Lukas 12 und auch in Matthäus 6 natürlich, ähm: "Seid nicht wie die Heiden, die immer nur nach dem Essen und Trinken und Kleiden äh fragen, denn euer Himmel, euer Vater im Himmel weiß, dass ihr das benötigt."

Unsere Einstellung zum Leben hat also eine direkte Verbindung zu unserer Art zu beten. Also die Lebenseinstellung hat eine direkte Korrelation zur Anbetung. Wenn mein ganzes Trachten und Sinnen nur darauf ist, dass ich jetzt genügend zu essen habe und genügend zu trinken habe und meine Bedürfnisse alle befriedigt sind, dann werde ich auch eher dazu neigen, äh durch vieles Wiederholen und ständiges Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, ich brauche das, brauche das jetzt, bitte gib's mir. Und vielleicht auch versuchen, jemand zu manipulieren, wie das ja im heidnischen Götzendienst immer auch der Fall gewesen ist. Man gibt etwas, damit man etwas bekommt. Aber wer glaubt, dass Gott für ihn sorgt, der versucht nicht ständig Gott irgendwie ähm von etwas zu überzeugen, sondern er dankt für die Fürsorge, die er vielleicht noch nicht einmal konkret vor Augen sieht, aber von der er weiß, dass Gott sie für ihn tut. Die Anbetung, auch die Anbetungsformen, gehen letztlich zurück auch auf unsere Einstellung zum Leben, unsere Einstellung zu Gott. Wenn wir die Bergpredigt verstehen und umsetzen, wird sich das in unserem Gebetsleben zeigen. In meinem und in deinem. Und das, was Jesus deutlich macht.

Vers 31, Lukas 12. Jesus sagt, und auch das ein bekannter Vers, den wir aus der Bergpredigt so gut kennen: "Trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes, so wird euch dies alles hinzugefügt werden." Interessant ist natürlich hier der Vergleich ähm zu Matthäus, auch wenn natürlich inhaltlich genau das Gleiche gemeint ist. Matthäus 6 und dort Vers 33 heißt es: "Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden." Jesus macht jetzt deutlich, damit ist nicht gemeint, dass ich zuerst mal ein bisschen nach dem Reich Gottes trachte und dann als Zweites nach was anderem und als Drittes, sondern trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes. Letztlich sollen wir in allem unserem Trachten und Denken und Planen das Reich Gottes vor Augen haben. Hier wird in Lukas 12 nicht noch mal die Gerechtigkeit extra erwähnt, aber das versteht sich von selbst, dass die mitgemeint ist. Das Reich Gottes muss unsere oberste Priorität sein, weil alles andere sowieso von Gott kommt. Er sorgt für uns. Er sorgt für unser Essen, für unser Trinken, für unsere Kleidung, für alle unsere Bedürfnisse. Wenn ich das glaube, dass er für mich da ist, dann kann ich aus Überzeugung ihm dienen, weil er all meinen Bedürfnissen sozusagen dient, weil er für alle meine Bedürfnisse sorgt, kann ich mein Leben ihm geben und widmen.

Gott an die erste Stelle zu setzen, das finden wir immer wieder in der Bibel. Wir finden Salomo, der in jungen Jahren als gläubiger Mann um Weisheit bittet und nicht um Reichtum, dem es wichtig ist, ein guter, gerechter, gläubiger, geistlicher Herrscher zu sein, statt einfach nur reich zu werden. Und es wäre eine gute Sache, wenn wir uns alle täglich daran erinnern, dass wir für diesen Tag Weisheit brauchen und Geistlichkeit, um kluge Entscheidungen zu fällen und nicht einfach nur reich zu werden. Die Witwe von Zarpat, die für den Propheten Essen macht, obwohl sie selbst für sich dann nichts mehr hat, die das Reich Gottes über ihre eigenen dringendsten Bedürfnisse stellt.

Und dann haben wir Gegenbeispiele. Wir denken an Haggai z.B., wo die Menschen zuerst an sich selbst denken, können wir vielleicht kurz lesen. Zuerst ihre eigenen Häuser bauen. Das heißt hier in Haggai 1 und dort ab Vers 5: "Und nun, so spricht der Herr der Heerscharen: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege. Ihr säet viel und bringt wenig ein. Ihr esst und werdet doch nicht satt. Ihr trinkt und habt doch nicht genug. Ihr kleidet euch und werdet doch nicht warm." Das sind genau die Themen von Matthäus 6 und Lukas 12. Essen, Trinken, Kleidung. "Und wer einen Lohn verdient, der legt ihn in einen durchlöcherten Beutel." Die Menschen hier in Haggai kümmern sich zuerst um ihre eigenen Bedürfnisse und haben trotzdem Mangel.

Vers 7: "So spricht der Herr der Heerscharen: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege. Geht auf das Bergland und holt Holz und baut das Haus, dann werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden." Warum? Die Israeliten hatten die Arbeit am Tempel vernachlässigt, zurückgeschoben, aufgeschoben, weil sie dachten, Vers 2: "Es ist noch nicht die Zeit gekommen, die Zeit, um das Haus des Herrn zu bauen." Stattdessen haben sie ihre eigenen Häuser gebaut. Vers 9: "Ihr habt viel erwartet, doch siehe, es wurde wenig daraus, und brachtet ihr es heim, so blies ich es weg. Warum das?" "So spricht der Herr der Heerscharen: Um meines Hauses willen, das in Trümmern liegt, während jeder von euch eilt, um für sein eigenes Haus zu sorgen."

Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse über die von Gottes Werk stellen, dann zeigen wir letztlich Unglauben, nämlich wir glauben dann nicht, dass Gott wirklich für uns sorgen wird. Als die Israeliten durch Haggai, durch die prophetische Botschaft Gottes durch den Propheten Haggai aufgeweckt werden, als Serubbabel und ähm Jeschua sich aufmachen mit dem ganzen Volk, eine Reform durchführen, sagen: "Doch, wir bauen jetzt an dem Tempel, wir machen das zur Priorität in unserem Leben." Dann heißt es hier in Haggai 2, Vers 18: "So achtet nun aufmerksam darauf von diesem Tag an und weiterhin vom 24. Tag des 9. Monats an, von dem Tag an, da der Grundstein zum Tempel des Herrn gelegt worden ist. Achtet darauf, liegt das Saatgut immer noch im Speicher? Hat auch der Weinstock, der Feigenbaum, der Granatapfel und der Ölbaum noch nichts getragen? Von diesem Tag an will ich segnen." Von dem Tag an, wo wir anfangen zu arbeiten, von dem Tag an, wo wir Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit zur Priorität in unserem Leben machen, werden wir erleben, dass Gott uns auch alles hinzufügt, was wir brauchen.

Und dann hätte man aus Matthäus jetzt folgenden Vers erwartet. Vers 34, Matthäus: "Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage." Das war das, was man aus der Bergpredigt kannte. Aber Jesus gibt interessanterweise an dieser Stelle jetzt einen anderen Gedanken, einen völlig neuen Vers, den es in der Bergpredigt nicht gibt, als Ersatz für Vers 34. Nicht, dass Vers 34 nicht stimmt, aber er gibt hier eine eine neue Nuance, eine eine neue Perspektive noch.

Lukas 12, Vers 32: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben." "Fürchte dich nicht." Es spricht ja vorher in Vers 31 vom Reich Gottes: "Trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes." Vielleicht kann der ein oder andere dann denken: "Aber was, wenn ich es nicht erreiche, wenn ich meine ganze Energie darauf investiere und und darauf setze, das Reich Gottes zu erreichen, vielleicht erreiche ich es ja nicht mal?" Kommt die Antwort von Jesus: "Fürchte dich nicht." Und wenn du eine kleine Herde bist, fürchte dich nicht, denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben. Mit anderen Worten, Gott selbst möchte es euch geben. Er möchte euch nicht nur Brot und und und Trinken geben und und und Kleider. Er möchte, er möchte nicht nur für eure Bedürfnisse sorgen, er möchte auch, also eure körperlichen Bedürfnisse, er möchte für eure geistlichen Bedürfnisse sorgen. Wenn es heißt, trachte zuerst nach dem Reich Gottes, dann trachten wir nach etwas, was uns Gott gerne geben möchte. Ja, wir strecken uns aus danach, aber wir strecken uns aus nach jemandem, der mit allem, was er hat, sich danach sehnt, dass wir es auch bekommen. Gott, der Vater im Himmel, möchte uns gerne das Reich Gottes geben.

Eine kleine Herde. Immer wieder hat Jesus die Gläubigen mit einer Herde verglichen. In Matthäus 7 in der Bergpredigt und dort Vers 15 sagt: "Er hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind." Der implizit sind die wahren Gläubigen wie Schafe. Oder Matthäus 18 und dort Vers 12: "Was meint ihr? Wenn ein Mensch 100 Schafe hat und es verirrt sich eines von ihnen, lässt er nicht die 99 auf den Bergen? Geht hin und sucht das Verirrte." Oder natürlich ganz deutlich auch in Johannes Kapitel 10, wo es heißt in Johannes 10 und dort in Vers 7: "Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin die Tür für die Schafe." Vers 11: "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe." Ihr könnt mehr Verse lesen. Jesus hat immer schon die Gemeinde, die Gläubigen als eine Herde bezeichnet. Das geht zurück aufs Alte Testament, was uns nun wirklich nicht mehr überrascht. Jesaja 40 und dort in Vers 11 heißt es: "Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte." Die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen, in seinen Arm nehmen und im Bauch seines Gewandes tragen. Die Mutterschafe wird er sorgsam führen.

Kleine Herde. Jesus weiß, dass die wahren Gläubigen keine unüberschaubare Masse sind. Er weiß, dass oft die Gläubigen den Eindruck haben, sie sind unscheinbar. Nur eine kleine Gruppe, eine Randgruppe vielleicht. Oft werden sie von der Gesellschaft an den Rand gedrückt, vielleicht sogar gar nicht wahrgenommen. Und genau zu diesen Gläubigen, die oft den Eindruck haben, in dieser Welt sind wir nur marginal irgendwie äh da. In dieser Welt spielen wir keine große Rolle. Jesus sagt diesen Gläubigen: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde."

Dieser Vers hat auch in der frühen Adventbewegung eine große Rolle gespielt. Das erste Buch, das äh von James White und Ellen White gemeinsam herausgebracht worden ist, in dem einige Kapitel von Ellen White sind, einige von James White, trägt den Titel "To the Little Flock Scattered Abroad", die überall zerstreut ist. Es hat damals den Pionieren der Adventbewegung ganz großen Trost gegeben, dass Jesus hier die kleine Herde anspricht. Nach der großen Enttäuschung von 1844 schienen die, die festhielten an der biblischen Prophetie, wirklich nur noch wie eine kleine Herde zu sein, zerstreut. Aber Jesus sagt: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben."

Vielleicht denkst du manchmal: "Wow, unsere kleine Gemeinde hier vor Ort, ein paar Leute, manche kommen nicht mal. Wie können wir einen großen Unterschied machen in dieser Gesellschaft? Wir sind so wenige." Jesus sagt: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben." Egal, wie wenig wir sein mögen, egal wie unscheinbar in den Augen der Welt unsere Gruppe sein mag, egal wie unbedeutend wir nach weltlichen Maßstäben uns selbst auch empfinden. Der Vater selbst im Himmel hat Freude daran, uns das Reich Gottes zu geben. Und wenn er Freude daran hat, uns das Reich Gottes zu geben, glauben wir ernsthaft, er hat keine Freude uns daran auch Essen und Trinken und Kleidung zu geben? Wir sehen hier also, wie Jesus den ganzen Punkt aus der Bergpredigt wiederholt und mit diesem weiteren Vers sogar noch vertieft, eine neue Perspektive gibt. Wenn Gott uns sogar gerne das Reich Gottes gibt, wie viel mehr wird er uns auch die irdischen Bedürfnisse hier stillen, die wir haben? Wir müssen keine Angst haben. Unser Vater möchte uns gerne das Reich geben.

Und dann kommt ein praktischer Aufruf. In Lukas 12, Vers 33 heißt es: "Verkauft eure Habe und gebt Almosen." Das heißt dann weiter: "Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der nicht vergeht im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine Motte ihr Zerstörungswerk treibt." Das kommt uns bekannt vor. Das kennen wir auch aus Matthäus Kapitel 6, wo es in Vers 19 und 20 heißt. Also, wenn man sozusagen das sich jetzt in der Bergpredigt anschaut, dann springt Jesus in den anderen Punkt der Bergpredigt. Dort hieß es in Vers 19: "Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost — eigentlich wahrscheinlich von der Übersetzung ist es vielleicht gar nicht mal das Beste, der Rost. Man könnte wahrscheinlich eher übersetzen mit der Holzwurm oder so — sie fressen und wo Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Holzwurm oder wie auch immer sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen." Das kommt hier sozusagen wieder raus in Vers 33. "Macht euch Beutel, die nicht veralten. Ein Schatz, der nicht vergeht im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine Motte Zerstörungswerk treibt."

Was hier neu ist, ist jetzt eine ganz konkrete praktische Anweisung, sozusagen das Gegenmittel zur Habsucht. "Verkauft eure Habe und gebt Almosen." Das beste Mittel, um Habsucht im eigenen Leben im Keim zu stecken, ist, wenn man das, was man hat, weggibt. Denn wer immer wieder auch von seinem eigenen Besitz weggibt, um anderen Menschen zu helfen, der kann ja gar nicht der reichste Mensch der Welt. Der der kann nicht immer nur ansammeln, weil er ja gibt. Wer sich von seinem Eigentum auch trennt, um andere zu unterstützen, kann nicht gleichzeitig so werden wie der Mann im Gleichnis, der, als er so viel geerntet hatte, nur auf die Idee kam, sich größere Scheunen zu bauen, damit er alles behalten kann. Diese Aufforderung in Lukas 12:33 ist sozusagen der Gegenentwurf zu dem reichen Narren. Gib ab, verkauft eure Habe und gebt Almosen.

Und wir sehen, dass das nicht einfach nur ein dahergeredeter Satz war, sondern dass, als der Heilige Geist zu Pfingsten die Urgemeinde erfüllte, genau das praktiziert worden ist. Nein, das bedeutete nicht, dass niemand mehr irgendwas besaß, aber es bedeutete, dass Menschen, die vor allem viel hatten, bereit waren, von ihrem Besitz zu teilen, abzugeben, zu verkaufen, um andere zu unterstützen. Apostelgeschichte 2 und dort Vers 45: "Sie verkauften die Güter und Besitztümer und verteilten sie unter alle, je nachdem einer bedürftig war." Kapitel 4, Vers 34 und 35: "Es litt auch niemand unter ihnen Mangel, denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Und man teilte jedem so aus, so wie jemand bedürftig war."

Hier sehen wir, was Gottes Plan ist. Gott möchte unsere auch unsere körperlichen Bedürfnisse stillen. Er möchte unsere äh Essen, Trinken, Kleidung, alles was wir brauchen, geben. Aber sein Plan ist, dass er das nicht einfach vom Himmel regnen lässt, sondern dass er das auch durch die Gemeinde, durch andere Menschen ähm auch mit realisiert. Wenn jemand wirklich bedürftig ist, dann sollen andere in der Gemeinde, die Gott gesegnet hat mit besonderem Reichtum, dann sollen sie quasi Gottes Hand werden, indem sie von diesem Reichtum abgeben, um den Bedürftigen zu helfen. Gott sorgt für Essen und Trinken und Kleidung, unter anderem dadurch, dass Menschen in seinem Volk, in seiner Gemeinde, die die Mittel haben, die Not sehen und bereit sind, ein Opfer zu bringen, um anderen zu helfen. So erfüllt sich unter anderem das, was hier in Lukas 12 ab Vers 22 steht: "Gott sorgt für uns."

Aber wenn Habsucht in der Gemeinde um sich greift, wenn Menschen anhäufen und und für sich behalten wollen und nicht bereit sind, auch anderen zu helfen, dann wird durch Leute in der Gemeinde, die in der Habsucht verharren, das Bild aus Matthäus 6 und Lukas 12 verdunkelt. Wer habsüchtig ist, schadet nicht nur den den Armen. Er verdunkelt auch das Evangelium. Er verdunkelt die Prinzipien der Bergpredigt und die hier in Lukas 12 wiederholt werden, indem er sich weigert, Gottes helfende Hand zu werden.

Am Ende ist es alles eine Frage des Herzens. Lukas 12, Vers 34 sagt das ganz deutlich, bringt es auf den Punkt. Ein wörtliches Zitat jetzt aus Matthäus 6, Vers 21. Also der Vers, der in Matthäus 6 auch auf die beiden Verse von vom Schatz im Himmel folgt. "Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein." Wo ist dein Herz, lieber Freund? Liebe Freundin, es ist dort, wo dein Schatz ist, dort, wo du Gewinn erwartest, was dir wichtig ist, was du als Lebensziel hast. Der reiche Narr hatte sein Herz, hatte sein Herz in Scheunen und meinte, dort seine Sicherheit zu haben. Wo hast du dein Herz? Wo habe ich mein Herz? Wo sind unsere Gedanken? Was ist unsere Priorität im Leben? Wenn der Schatz im Himmel ist, wird unser Herz im Himmel sein. Wenn unser Schatz auf der Erde ist, wird unser Herz auf der Erde sein.

In Sprüche 4, Vers 23, da wird uns gesagt, dass wir auf unser Herz aufpassen sollen. Sprüche 4 und dort Vers 23: "Mehr als alles andere: Behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus." Wir müssen genau darauf achten, wo unser Herz hintendiert. Wir müssen unser Herz behüten mehr als alles andere. Es gibt keine größere Aufgabe für mich und für dich als unser Herz zu behüten. Und ich weiß, in meinem eigenen Leben ist es uns oft gar nicht bewusst. Unsere Gedanken gehen irgendwo, unsere Gefühle rennen irgendeine Richtung und äh wir laufen dann in alle möglichen Schwierigkeiten. Wir müssen unser Herz behüten. Und Jesus sagt uns, wo euer Schatz ist, da wird euer Herz sein. Das heißt, durch die Art und Weise, wie wir auch mit materiellen Gütern umgehen, haben wir eine direkte Möglichkeit, unserem Herzen zu sagen, wo es hinschauen soll. Wer ständig nur sammelt, wer ständig nur um das sich um das Eigene dreht, wer ständig sich nur Sorgen macht und eine unruhige Lebenseinstellung hat, der kann zwar singen und und sagen, dass er auf den Himmel sich freut, aber sein Herz ist die ganze Zeit auf diese Erde gerichtet. Es ist unfassbar schwer, dann wirklich sich auf den Himmel zu freuen. Aber wenn unser Schatz im Himmel ist, wenn wir in die Ewigkeit investieren, dann wird es unserem Herzen noch viel leichter fallen, an die Ewigkeit zu denken.

Nein, wir können uns nicht durch unser Gutes tun den den Weg in den Himmel erkaufen, aber wir können durch unsere Lebenseinstellung und unsere Bereitschaft, anderen zu helfen, durch das Verkaufen und Almosen geben. Wir können unserem Herzen helfen, an der richtigen Stelle zu sein. Wir können das Wesen Jesu imitieren, der alles gegeben hat, alle Schätze des Himmels aufgegeben hat, um mir zu helfen. Wer Jesus nachfolgt, wird bereit sein, das zu imitieren. Für Jesus warst du und ich der größte Schatz und so ist sein Herz auf uns gerichtet. Ist Jesus auch unser höchster Schatz? In ihm sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen, sagt Kolosser 2, Vers 3. Lasst uns beten, dass unser Herz auf diesen Schatz gerichtet ist.

Wollen wir gemeinsam noch zum Abschluss beten? Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du zu uns gesprochen hast. Dank, dass dein Wort auch heute seine Kraft entfaltet hat und dass du uns so viel Dinge gezeigt hast, die wirklich wichtig sind für uns. Am meisten möchten wir dich bitten, dass du uns hilfst, unser Herz auf die richtige Stelle zu lenken, dass wir unseren Schatz im Himmel haben und nicht auf Erden, und dass wir bereit sind, von dem, was wir haben, abzugeben, zu teilen, aufzugeben, um andere zu unterstützen. Sei es Geld, sei es Zeit, was immer wir haben, was immer unsere Gaben und Fähigkeiten sind, dass wir es nicht für uns nehmen, sondern auch und vor allem für andere, dass wir für andere denken, weil wir wissen, dass du für uns denkst. Und Herr, wir möchten dir danke sagen für die Ermutigung, auch wenn wir vielleicht nur wenige sind, wenn wir in menschlichen Augen unbedeutend sind, dass du, lieber Vater, Freude daran hast, uns das Reich Gottes zu geben. Lass uns diese Verheißung ganz tief in unserem Herzen haben und dass wir glauben, dass wenn du uns gerne das Reich Gottes gibst, dann wirst du uns auch gerne alles andere geben, was wir brauchen. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Amen. [musik]


Lizenz

Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.