In dieser Folge der Reihe „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp das zielgerichtete Wirken Jesu auf seinem Weg nach Jerusalem. Tauchen Sie gemeinsam in Lukas 13 ein und entdecken Sie die tiefe Bedeutung hinter Jesu geheimnisvoller Botschaft an den „Fuchs“. Ein inspirierendes Bibelstudium, das dazu einlädt, Jesus als persönlichen Lehrer und Heiland neu zu erfahren.
Der Ersehnte: 27. „…sagt diesem Fuchs…“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:32] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“ hier auf www.joelmedia.de. Wir sind in Lukas Kapitel 13 und wollen heute eine sehr interessante Passage gemeinsam uns anschauen. Bevor wir uns dort näher mit beschäftigen, möchten wir, wie es unsere gute Gewohnheit ist, Gott einladen, dass er unser Bibelstudium in besonderer Weise segnet. Und wenn es dir möglich ist, lade ich dich auch ein, zu Hause kurz niederzuknien zu einem Anfangsgebet.
[1:06] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für deinen tiefen Segen, den du uns schenkst. Wir möchten dir danke sagen, dass du zu unserem Herzen sprichst und dass wir dich als unseren persönlichen Heiland erfahren und erleben dürfen. Wir möchten dir danke sagen auch für die Gelegenheit, jetzt in den Evangelien wieder zu lesen und über das nachzudenken, was dein Wort auch uns heute zu sagen hat. Ich möchte dich bitten um einen frischen Geist, um ein klares Verständnis und ganz viel Freude in deiner besonderen Gegenwart, wenn dein Geist zu uns spricht durch dein Wort. Wir möchten dich bitten, dass wir deine Schüler sein dürfen und danken dir, dass du unser Lehrer bist. Das alles bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:55] Lukas Kapitel 13. Wir wollen heute ab Vers 31 lesen und es wird ganz deutlich, wenn man diesen Vers liest, dass man die Verse zuvor mitdenken soll, denn es heißt hier in Vers 31: „An demselben Tag.“ Und da müssen wir uns natürlich die Frage stellen, was war gerade passiert? Wir lesen in Lukas Kapitel 13 und dort ab Vers 22 – das haben wir in den letzten Folgen ja behandelt –, dass Jesus unterwegs ist mit dem Reiseziel Jerusalem. Es heißt hier in Vers 22: „Und er zog durch Städte und Dörfer und lehrte und setzte seine Reise nach Jerusalem fort.“ Also Jesus predigt und er heilt und er lehrt, aber er hat ein Ziel. Er ist jetzt nicht an einem Ort, wo er einfach nur seine Basis hat, sondern er geht von Ort zu Ort und hat dieses klar definierte Ziel Jerusalem. Das hat er schon seit längerer Zeit.
[2:58] In Lukas Kapitel 9, Vers 51 haben wir den Beginn dieser längeren Reise, die auch durch Teile von Samaria und dann auch Peräa führt, wie wir gesehen haben, schon vor vielen Monaten. Es heißt hier in Lukas 9, Vers 51: „Es geschah aber, als sich die Tage seiner Wiederaufnahme erfüllten und er sein Angesicht nach Jerusalem richtete, um dorthin zu reisen.“ Dann geht das die ganze Zeit immer so weiter. Und bei all diesen Geschichten – Lukas 10, 11, 12, 13 und auch weiter – muss man immer bedenken: Er ist auf dem Weg nach Jerusalem. Momentan ist er, wie wir gesehen haben, jenseits des Jordan im Ostjordanland, im sogenannten Gebiet Peräa, und wiederholt dort auch sehr viele Gedanken aus Predigten, die wir sonst aus seinem Dienst in Galiläa kennen, aus der Bergpredigt, aus der Rede an die Jünger, bevor er sie losgesandt hat. Viele Dinge, zum Teil auch Gleichnisse oder andere Bilder, hat er wiederverwendet, zum Teil manchmal neu kombiniert. Das haben wir in den letzten Monaten immer wieder gesehen.
[4:07] Und im konkreten Fall war es jetzt so gewesen in Lukas 13, dass er hier an einer Stelle von jemandem angesprochen worden ist mit dieser Frage in Vers 23: „Herr, sind es wenige, die errettet werden?“ Und Jesus daraufhin über die Enge fort spricht, was er ja schon auch in der Bergpredigt getan hat, und er davon spricht, dass viele versuchen hineinzugehen, aber es nicht können, und dann viele am Ende sagen werden: „Tu uns auf!“, und Jesus sagen wird: „Ich weiß nicht, woher ihr seid.“ Auch das ist ja aus der Bergpredigt so ähnlich bekannt. Und dann wird Jesus diesen Menschen sagen müssen, die glaubten, Nachfolger Jesu zu sein, dass sie als Übeltäter, das heißt als Gesetzlose, als Übertreter seines Gesetzes, nicht gerettet werden können.
[4:59] Also Jesus hat gerade sehr klare, deutliche Wahrheiten gepredigt. Er hat deutlich gemacht, dass längst nicht alle, die sich zum Volk Gottes zählen, auch wirklich gerettet werden. Und das ist immer unangenehm, wenn man das quasi predigt, weil Menschen realisieren: Es könnte sie treffen, es könnte sie meinen, sie könnten tatsächlich zu solchen Menschen gehören, die zwar äußerlich sich zu Gott bekennen, aber im Herzen gar keine echte Bekehrung erlebt haben. Und Jesus hat dazu noch deutlich gemacht, dass viele aus anderen Ländern gerettet werden in Vers 29: „Die werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und vom Süden und zu Tisch sitzen im Reich Gottes.“ Und dann hat er das Ganze auf den Punkt gebracht in Vers 30: „Und siehe, es sind Letzte, die werden Erste sein, und es sind Erste, die werden Letzte sein.“ Also Menschen, von denen die Juden glaubten, dass sie niemals gerettet werden können, die werden gerettet sein, aber sie selbst, die sich für gerettet hielten, viele von ihnen würden verloren gehen.
[5:58] Und dieses Prinzip wäre auch – oder ist auch heute noch, wenn man es so predigt – oft sehr brisant, wenn man der Gemeinde Gottes sagt: Viele werden verloren gehen, die hier sind, aber viele, die jetzt verloren scheinen, werden gerettet werden. Die Botschaft von Jesus hat die Menschen dort in ihrer Selbstzufriedenheit, in ihrem Laodizäa-Zustand, dass man denkt, man ist reich und hat alles und merkt gar nicht, dass man blind und erbärmlich ist, aufgerüttelt. Jesus hat im Grunde genommen die Laodizäa-Botschaft auf die damalige Zeit angewandt gepredigt, und es hat einigen nicht gefallen. Einige wollten, dass er damit aufhört. Sie wollten nicht hören, dass Menschen, die sich zum Volk Gottes zählen, möglicherweise verloren gehen. Das gibt es heute auch noch, dass wenn jemand solche deutlichen Wahrheiten aus der Bibel predigt, man es nicht hören will.
[7:06] Vers 31 in Lukas 13: „An demselben Tag“, also als er auf diese Frage so antwortet, wie wir es gerade noch mal zusammengefasst haben in den Versen 23 bis 30: „An demselben Tag traten etliche Pharisäer hinzu.“ Und wir ahnen schon, dass sie als die Hüter des Gesetzes, als so dachte man immer, Ausbund aller Frömmigkeit, als die Oberkonservativen, die mit ihren eigenen Regeln noch meinten, das Gesetz Gottes noch mehr beschützen zu müssen, die aber so oft schon von Jesus getadelt worden waren und denen Jesus so oft schon deutlich gezeigt hat, dass ihre Gerechtigkeit nicht in den Himmel führt. Er hat ja zum Beispiel in der Bergpredigt diese interessanten Worte gesagt in Matthäus Kapitel 5, dort Vers 20: „Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen.“ Das heißt ja nichts anderes als: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer, so wie sie gerade sind, werden niemals das Reich der Himmel sehen. Trotz all ihrer selbstbehaupteten Frömmigkeit, trotz all ihren großen Almosen, ihrem Bibelauswendiglernen und ihrem zumindest äußerlich zur Schau getragenen Respekt vor dem Wort Gottes.
[8:42] Es waren Pharisäer, die zu ihm traten. Lukas 13, Vers 31: „An demselben Tag traten etliche Pharisäer hinzu und sagten zu ihm: Geh fort und reise ab von hier, denn Herodes will dich töten.“ Es war ein Trick. Sie wollten, dass er aufhört, solch schneidende Wahrheiten zu predigen, wie er es gerade getan hat. Sie wollen quasi diese Wahrheit aufhalten. Sie möchten nicht, dass die Menschen darüber nachdenken, dass es mehr bräuchte als pharisäische Frömmigkeit. Denn die Gerechtigkeit, von der Jesus in der Bergpredigt gesprochen hat, ist nicht die Gerechtigkeit, die man durch noch mehr Anstrengung erwirbt. Das ist die Gerechtigkeit Gottes in Jesus Christus. Ohne Jesus kann man nicht errettet werden. Die Pharisäer wollten das nicht hören.
[9:43] Und so tun sie fast so, als ob sie Jesus einen Gefallen tun wollen. Sie geben sich als Übermittler geheimer Informationen. Sie sagen: Geh lieber von hier weg, bring dich in Sicherheit, denn Herodes wird dich töten. Gemeint ist hier Herodes Antipas, einer der Söhne von Herodes dem Großen, den wir aus den Anfängen, also von der Geburt von Jesus kennen, der dann gestorben war. Herodes Antipas hat lange Zeit als Tetrarch von Galiläa und Peräa gewirkt, also in dem Gebiet, in dem Jesus zunächst und dann jetzt gewirkt hat. Wenn man sich das auf der Karte anschaut, dann sieht man Galiläa nördlich von Samaria am See Genezareth gelegen und Peräa östlich vom Jordan. Das war ein Herrschaftsgebiet in der Aufteilung, die es damals gab. Herodes Antipas war für beides zuständig. Jesus bewegte sich also, obwohl er nicht mehr in Galiläa war, immer noch in dem Gebiet, das Herodes Antipas beherrschte. Es war also ein direkter Aufruf, Peräa zu verlassen und auch nicht mehr zurück nach Galiläa zu gehen.
[11:19] Herodes hatte von Jesus tatsächlich gehört. In Lukas 9 haben wir das zum Beispiel deutlich stehen. In Lukas 9, Vers 7: „Aber der Vierfürst, also der Tetrarch Herodes, hörte alles, was durch ihn geschah. Und er geriet in Verlegenheit, weil von etlichen gesagt wurde, Johannes sei aus den Toten auferstanden.“ Also Herodes hat tatsächlich den Dienst von Jesus irgendwann deutlich wahrgenommen und es hat an seinem Gewissen angeschlagen, und da werden wir gleich noch mehr dazu sagen. Aber bleiben wir zunächst einmal bei diesem Gedanken, den die Pharisäer inszenieren, ihn beschützen zu wollen vor einer Verfolgung durch den Staat, durch Herodes. Im Grunde genommen ist es allerdings nichts anderes als eine Einschüchterungstaktik, die wir auch aus der Bibel an anderer Stelle kennen, ganz besonders aus dem Buch Nehemia.
[12:20] In Nehemia Kapitel 6 und dort Vers 9 bis 11 finden wir die exakt gleiche Taktik schon einmal angewandt. Nehemia 6, Vers 9 bis 11: „Denn sie alle wollten uns furchtsam machen und dachten: Ihre Hände werden schon ablassen von dem Werk und es wird nicht vollendet werden. Nun aber stärke du meine Hände. Und ich kam in das Haus Schemajas, des Sohnes Delajas, des Sohnes Mehetabeels. Der hatte sich eingeschlossen und sprach: Wir wollen zusammenkommen im Haus Gottes, im Inneren des Tempels, und die Türflügel des Tempels schließen, denn sie werden kommen, um dich umzubringen. Und zwar werden sie bei Nacht kommen, um dich umzubringen. Ich aber sprach: Sollte ein Mann wie ich fliehen? Und wie könnte ein Mann wie ich in den Tempel gehen und am Leben bleiben? Ich werde nicht hineingehen.“ Das gleiche Prinzip. Jemand drückt große Sorge aus und sagt: „Ah, du bist in Lebensgefahr. Komm, geh mal weg von der Arbeit, versteck dich, damit du ja nicht umkommst.“ Aber das Buch Nehemia zeigt, dass dieser Einschüchterungsversuch nur tatsächlich eine Lüge war und Nehemia ist nicht gestorben und Gott hat auf ihn aufgepasst. Das Werk wurde vollendet.
[13:32] Nehemia war kurz davor, das Werk zu vollenden. Jesus war auch kurz davor, das Werk zu vollenden. Nehemia baut die Mauern von Jerusalem auf. Jesus baut die ewigen Mauern des Reiches Gottes wieder auf, das durch Sünde in unseren Herzen in dieser Welt eingerissen worden ist. Jesus ist kurz davor, sein Werk zu vollenden. Er ist auf den letzten Stationen vor Jerusalem. Und so wie Nehemia hier in Kapitel 6, wo dann später sogar die Vollendung der Mauer angekündigt wird, wie Nehemia kurz vor dem Ziel durch einen Einschüchterungsversuch abgehalten werden sollte, so soll Jesus jetzt – das ist Satans Plan und er benutzt die Pharisäer dazu – durch einen Einschüchterungsversuch abgehalten werden. Er soll fürchten um sein Leben und soll deswegen lieber aufhören zu predigen, sich irgendwo verstecken, vielleicht in der Wüste oder wo auch immer.
[14:32] Aber Jesus reagiert auf diese Einschüchterung souverän. Dieses Prinzip der Einschüchterung finden wir auch in Psalm 11, zum Beispiel Psalm 11, Vers 1 und 2: „Dem Vorsänger, von David. Bei dem Herrn habe ich Zuflucht gefunden. Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: Fliehe auf eure Berge?“ Hier finden wir das Prinzip, das auch David kannte. Wenn Gott meine Zuflucht ist, dann muss ich keine Angst haben vor der tatsächlichen oder vermeintlichen Bedrohung von außen. Er sagt: „Wie sagt ihr zu meiner Seele: Fliehe? Wenn Gott meine Zuflucht ist, warum soll ich fliehen?“ Ich habe einen Auftrag von Gott und der wird dafür sorgen, dass der Auftrag zu Ende geführt wird. Jesus wusste: Ich habe einen Auftrag von Gott, ein Werk zu vollenden. Und wenn jetzt jemand kommt: „Ah, du bist in Gefahr, hör lieber einen Moment auf, zieh dich zurück, vielleicht wird’s ja später besser werden“, dann ist das nicht Gottes Stimme.
[15:44] Jesu Antwort ist sehr bemerkenswert. In Lukas 13 und dort Vers 32: „Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen und am dritten Tag bin ich am Ziel. Doch muss ich heute und morgen und übermorgen reisen, denn es geht nicht an, dass ein Prophet außerhalb von Jerusalem umkommt.“ Jesus nennt Herodes Antipas einen Fuchs. Herodes Antipas hatte gewaltige Schuld auf sich geladen. Wenn wir nur allein ein bisschen hier im Lukasevangelium noch einmal blättern, dann lesen wir in Lukas 3, Vers 19 und 20: „Der Vierfürst, der Tetrarch Herodes, aber da er von ihm getadelt wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, und wegen alles Bösen, was Herodes tat, fügte zu allem noch das hinzu, dass er den Johannes ins Gefängnis warf.“ Er hatte seinem eigenen Bruder die Frau ausgespannt, hatte überdies sehr viel Böses getan und dann noch Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen.
[16:54] In Markus Kapitel 6 finden wir dazu folgende Schilderung in Markus 6, Vers 26 bis 28, die berühmte tragische Geschichte vom Ende des Täufers: „Da wurde der König sehr betrübt. Doch um des Eides und um derer willen, die mit ihm zu Tisch saßen, wollte er sie nicht abweisen. Und der König schickte sogleich einen von der Wache hin und befahl, dass sein Haupt gebracht werde. Dieser aber ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis und brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen. Und das Mädchen gab es seiner Mutter.“ Er hat zu all dem Bösen nicht nur hinzugefügt, dass er Johannes den Täufer gefangen genommen hatte, den er durchaus gerne gehört hat predigen, was wir in der Bibel auch lesen. Er hat am Ende unter Alkoholeinfluss einen völlig unsinnigen Eid abgelegt und hat dann nicht mit der klugen Intrigantin Herodias gerechnet, die genau das genutzt hat, um Johannes den Täufer umbringen zu lassen. Und er hat auch noch mitgemacht. Er hat den von Gott gesandten Vorläufer des Messias im Suff aufgrund eines Unüberlegten umbringen lassen. Er hatte wirklich krasse Schuld auf sich geladen.
[18:11] Und übrigens wird Herodes Antipas Jesus sogar noch treffen dann in Jerusalem. Es wird noch zur Begegnung zwischen den beiden kommen. Es heißt dann, dass Herodes sich lange gewünscht hat, Jesus auch tatsächlich einmal zu begegnen, ein Wunder zu sehen. Nur das wird dann nicht geschehen. Jesus wird kein Wunder für ihn wirken. Er wird ihm nicht einmal antworten, weil Herodes die Stimme des Heiligen Geistes bereits völlig abgewiesen hat. All das, was er hier getan hat. Aber das ist eine andere Geschichte.
[18:45] Jesus nennt Herodes einen Fuchs und macht damit deutlich: Er weiß ganz genau, dass dieser Regierende schwerste Schuld auf sich geladen hat. Ein brutaler, böser, in Teilen mindestens unfähiger Herrscher. Aber Jesus nennt ihn nicht „Raka“, einen Dummkopf. Das wäre gegen die Bergpredigt. Wir können von Jesus lernen, böse, offensichtlich schuldige Politiker nicht reinzuwaschen, aber sie auch nicht zu beleidigen, sondern durch unsere Worte deutlich zu machen, dass wir Sünde beim Namen nennen, ohne Menschen herabzuwürdigen. Jesus nennt ihn einen Fuchs. Und böse, intrigante, gewalttätige Politiker dürfen auch wir wie Jesus einen Fuchs nennen oder eine Füchsin, aber nicht Dummkopf oder schlimmer.
[20:08] Es heißt in Vers 32 von Lukas 13: „Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen.“ Jesus sagt im Grunde genommen ja den Pharisäern: „Sagt ihm, dem Herodes, ich mache hier nichts Schlimmes. Ich tue keinen Aufruhr anzetteln. Ich intrigiere nicht gegen deine Herrschaft. Ich heile Menschen, ich befreie sie von okkulter, dämonischer Belastung und Besessenheit.“ Er will hier dem Herodes nichts wegnehmen. Aber überdies sagt er: „Ich mache das nur noch kurz. Ich bin nämlich nur auf der Durchreise.“ Das ganze Argument von den Pharisäern „Zieh dich zurück, denn Herodes, der auch über diese Gegend herrscht, der wird dich töten“, fällt völlig ins Leere, denn Jesus sagt: „Ich will ja gar nicht hier bleiben, aber ich fliehe nicht, sondern ich bin auf der Durchreise zu einem Ziel, das ich schon seit längerer Zeit habe, das wir schon seit Lukas 9 immer wieder vor Augen haben.“
[21:15] Er ist auf dem Weg nach Jerusalem und er sagt: „Ich werde jetzt hier noch den einen oder anderen Tag verbringen. Ich werde noch das ein oder andere Wunder hier tun in Peräa. Ich werde noch auf dem Weg nach Jerusalem Dämonen austreiben und Heilungen durchführen, aber nicht mehr für lange Zeit, denn ich muss nach Jerusalem. Heute und morgen bin ich noch hier, aber dann bin ich schon am dritten Tag am Ziel.“ Immer wieder, wenn Jesus mit dem Tode bedroht worden ist, hat er auf sein eigenes Wirken hingewiesen. Johannes 10, Vers 31 und 32: „Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus antwortete ihnen: Wie viel gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater? Um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen?“ Und auch hier haben wir die gleiche Argumentation bei Lukas. Die Pharisäer sagen: „Du bist in Todesgefahr.“ Jesus sagt: „Ich heile, ich treibe Dämonen aus.“ Implizit schwingt da quasi mit zwischen den Zeilen: Warum sollte mich Herodes Antipas töten wollen? Wofür denn das? Jesus begeht absolut nichts, was bestrafungswürdig wäre. Im Gegenteil, er ist der Beste, der jemals gelebt hat. Er bringt den Menschen endlich Hoffnung und Befreiung und Heil und Gesundheit.
[22:47] Jesus wird nicht mehr lange in Peräa bleiben. Er ist auf dem Weg. Und auch die Pharisäer mit ihrer Intrige können ihn nicht davon abhalten, nach Jerusalem zu gehen. Sie dachten wahrscheinlich: „Er wird jetzt längere Zeit in Peräa bleiben und den kriegen wir hier los.“ Aber all das lief völlig ins Leere. Jesus sagt in Vers 33: „Doch muss ich heute und morgen und übermorgen reisen.“ Er hat ein Werk zu vollenden. Er ist kurz vor der Kreuzigung. Er sagt in Johannes 17, auf dem Weg zum Garten Gethsemane, in Vers 4: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden. Ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.“ Jesus hat in seinem Leben nicht einfach ins Blaue hineingelebt. Er wusste genau, was er tun soll. Er hatte einen klaren Auftrag von Gott. Auch wir sollten nicht einfach ins Blaue hineinleben: „So, mache ich heute das oder morgen das“, sondern wir sollten überlegen und beten und forschen: Was ist Gottes Plan konkret für mein Leben? Was ist mein Auftrag?
[24:04] Der Auftrag für Jesus war spezifisch. Er hätte ja auch nach Indien gehen können, um Menschen dort zu heilen, aber das war nicht sein Auftrag. Sein Auftrag war spezifisch: dreieinhalb Jahre das Wesen Gottes darzustellen, das Reich Gottes zu predigen und am Ende nach Jerusalem zu gehen und dort für die Sünden der gesamten Welt zu sterben. Das war sein Auftrag. Und von dem hat er sich auch durch Einschüchterungstaktiken nicht abbringen lassen. Jesus weiß, er wird sterben. Allein schon deswegen ist wahrscheinlich diese Androhung jetzt nicht so besonders wirksam gewesen. Die Pharisäer haben sich vielleicht ausgedacht, dass das ein ganz tolles Stratagem ist, eine ganz tolle Taktik ist: „Wir werden Jesus Todesangst einflößen, dann wird er woanders hingehen.“ Aber Jesus ist auf dem Weg, um zu sterben. Er weiß ganz genau, er hat nur noch vermutlich einige Wochen. Er weiß, vielleicht sogar nur noch Tage. Wir wissen nicht genau, wir kennen die genaue Chronologie der Kapitel nicht in Bezug auf die letzte Leidenswoche, wie viele Wochen und Tage dazwischen sind. Aber es ist offensichtlich sehr kurz. Er sagt: „Ich bin heute und morgen hier, aber übermorgen bin ich schon am Ziel.“ Das könnte wirklich auf eine sehr große Nähe zu Jerusalem hinweisen, dass er bald da sein wird.
[25:37] Er weiß, er wird sterben, aber er weiß auch, er wird nicht durch die Hand von Herodes Antipas sterben, der jetzt irgendwie ihn in Peräa töten lässt. Er weiß, er wird in Jerusalem sterben. Er wird zwar tatsächlich in Jerusalem sogar noch Herodes Antipas sehen, wie wir dann noch sehen werden. Aber in Jerusalem hat der Tetrarch von Galiläa und Peräa nichts zu melden. Der hat da keine Regierungsgewalt. Und Jesus weiß, er wird in Jerusalem sterben. Also weiß er auch, wie auch immer es kommen wird, er wird nicht durch die Hand von Herodes Antipas sterben. Er wird sterben in wenigen Wochen, aber nicht durch Herodes Antipas. Und er deutet das hier deutlich an oder sagt es deutlich in Vers 33: „Doch muss ich heute und morgen und übermorgen reisen, denn es geht nicht an, dass ein Prophet außerhalb von Jerusalem umkommt.“
[26:40] Wir werden das nächste Mal sehen, wie Jesus bei diesem Gedanken sehr emotional wird. Gottes Propheten werden vom eigenen Volk umgebracht. Und auch er sagt: „Glaubt ihr nicht, dass ein Prophet – und Jesus ist ja ein, er ist mehr als ein Prophet, aber er ist auch ein Prophet gewesen – glaubt ihr auch nicht, dass es mir besser ergehen wird, in Anführungsstrichen, als den anderen, dass ich quasi in einer anderen Gegend... Ich werde auch vom Volk Gottes im Zentrum dort in Jerusalem umkommen, wie so viele Propheten vorher auch.“ Das Handeln der Obersten wird sich einreihen in eine lange, traurige Geschichte des Kampfes von vielen im Volk Gottes gegen Gottes Botschaft. „Es geht nicht an, dass ein Prophet außerhalb von Jerusalem umkommt.“
[27:44] Jesus konnte und wollte sich nicht aufhalten lassen mit dem Werk Gottes. Wollen wir heute für uns mitnehmen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen, dass wir uns nicht aufhalten lassen im Werk Gottes, dass wir einen klaren Blick dafür bekommen, sowohl für unser persönliches Leben, für unsere Familien, für unsere weltweite Gemeinde, was Gottes Plan für unser Leben ist. Und wenn dann der Satan versucht, auf die eine oder andere Weise uns irgendwie vom Ziel abzubringen, vielleicht durch Einschüchterung, dass wir souverän sagen können: „Wir wissen, wohin wir reisen, wir wissen, was unser Weg ist, und wir lassen uns nicht aufhalten.“ Bist du dankbar heute, dass Jesus sich nicht aus Angst vor Herodes Antipas irgendwo versteckt hat, sondern dass er seinen Weg weitergegangen ist bis nach Jerusalem, bis nach Gethsemane, bis nach Golgatha? Ich bin dankbar dafür. Wollen wir dafür noch beten und ihm danke sagen? Lass uns gemeinsam niederknien.
[28:57] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass Jesus den Weg bis ans Ende gegangen ist. Wir möchten dir danke sagen, dass er sich nicht hat abbringen lassen durch Versuchung und Einschüchterung. Herr, du weißt, wie oft wir deine Pläne durchkreuzt haben, indem wir abgebogen sind, wo wir nicht hätten abbiegen sollen. Wir möchten dich um Vergebung bitten und möchten dich von Herzen bitten, dass wir von Jesus lernen, das geistliche Ziel unseres Lebens immer vor Augen zu haben. Wir möchten dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass auch die Einschüchterung des Satans uns nicht vom Weg abbringt. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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