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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge tauchen wir in das 14. Kapitel des Lukasevangeliums ein und begleiten Jesus bei einem brisanten Besuch im Haus eines führenden Pharisäers. Erfahre, wie Jesus mit den Spannungen am Sabbat umgeht und welche tiefgreifenden Lektionen sein Verhalten für unseren eigenen Alltag bereithält.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:31] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“ hier auf joelmedia.de.

[0:42] Ein Kapitel im Lukasevangelium beginnt, das vor allem auch sich um eine Begebenheit rankt, um eine Geschichte. Verschiedene Dinge werden wir uns dort in den nächsten Folgen anschauen. Es geht um Lukas Kapitel 14 und wir werden dort wieder ganz interessante Dinge über unseren Erlöser, unseren Freund und König Jesus erfahren und lernen. Bevor wir uns da hineinbegeben, möchten wir, wie es gute Gewohnheit ist, gemeinsam ein Gebet sprechen am Anfang und ich lade dich ein, wenn es dir möglich ist, dass auch du zu Hause kurz niederkniest.

[1:22] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass dein Wort wirklich ein Licht auf unserem Weg ist und dass wir so viel Interessantes über dich erfahren, das uns hilft, im Alltag dir zu folgen, Herr. Wir möchten dich um Vergebung bitten, dass wir viel von deinem Segen oft nicht wirklich geschätzt und angewendet haben, und möchten dich bitten, dass wir heute wirklich mit ganzem Herzen und mit ja ganzer Hingabe dein Wort hören und verstehen und in deiner Kraft umsetzen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:05] Lukas Kapitel 14. Eine neue Geschichte. Wir lesen ab Vers 1: „Und es begab sich, als er am Sabbat in das Haus eines Obersten der Pharisäer ging, um zu speisen, da beobachteten sie ihn.“ Jesus geht am Sabbat in das Haus eines Pharisäers, eines Obersten der Pharisäer, also einer, der in der Partei, in der Religionspartei der Pharisäer, offensichtlich einen wesentlichen, wichtigen Rang eingenommen hat. Jesus ist nicht nur bei einem Pharisäer, er ist bei einem Anführer der Pharisäer. Jesus hat kein Problem damit, den Sabbat mit einem Pharisäer zu verbringen.

[2:55] Wir können von Jesus so viel lernen. Vor allem, wenn man daran sich erinnert, was gerade erst in den Versen vorher am Ende von Kapitel 13 passiert ist, als in Vers 31 etliche Pharisäer ihn einschüchtern wollten und ihm angedroht hatten, dass Herodes Antipas, der ja Tetrarch von Galiläa und von Peräa, wo Jesus sich gerade aufhält, gewesen ist, dass er ihn töten wolle. Und Jesus hat sehr deutliche Worte zu den Pharisäern gesagt. Die Tatsache, dass er sie sehr deutlich kritisiert hat, hat nicht dazu geführt, dass er sich von ihnen irgendwie abgewandt hätte im Sinne, dass er mit ihnen keinen Kontakt mehr haben wollte. Er hat die Einladung zum Essen am Sabbat angenommen.

[3:43] Es war auch nicht das erste Mal. Jesus folgt hier einer langen Tradition, die er gehabt hat, oder einer guten Gewohnheit, besser gesagt. In Lukas 7 und dort Vers 36 lesen wir: „Es bat ihn aber einer der Pharisäer mit ihm zu essen und er ging in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch“ – oder legte sich zu Tisch, natürlich damals. Lukas 11, Vers 37: „Und während er redete, bat ihn ein gewisser Pharisäer bei ihm zu Mittag zu essen und er ging hinein und setzte sich oder legte sich zu Tisch.“ Wir sehen also, Jesus hat das immer wieder getan. Das war hier nicht eine Verlegenheitslösung, sondern seine Gewohnheit. Wer immer ihn einlud, Jesus hat ihm eine Chance gegeben, hat gerne mit ihm Zeit verbracht, und umso mehr, es war ja der Sabbat.

[4:37] Wir lesen hier, der Erlöser war ein Gast beim Fest eines Pharisäers. Er hat die Einladungen sowohl von den Reichen als auch von den Armen akzeptiert. Und gemäß seiner Gewohnheit hat er dann diese Szene, also das Fest, das dort stattfand, mit den Lektionen der Wahrheit verbunden. Also Jesus hat nicht einfach nur gedacht: „Ah ja, schönes Essen, dann lass ich es mir mal gut gehen“, sondern er hat solche Gelegenheiten immer genutzt, um eine Möglichkeit zu finden, auch egal ob er bei Armen oder Reichen war, die Wahrheiten, die er gepredigt hat, auch jetzt durch ein Gleichnis, durch ein wichtiges Wort zum richtigen Zeitpunkt zu verdeutlichen.

[5:27] Weiter heißt es hier: Christus hat sich nicht geweigert, mit anderen in freundschaftlicher Gemeinschaft sich zu treffen. Wenn er von einem Pharisäer oder einem Zöllner zu einem Fest eingeladen wurde, hat er die Einladung akzeptiert. Bei solchen Gelegenheiten war jedes Wort, das er aussprach, ein Geruch des Lebens zum Leben für seine Hörer. Also Jesus ist zu den Festen nicht einfach gegangen, um es sich nur gut gehen zu lassen. Er hat immer überlegt: Wie kann ich dort die Menschen mit meinen Worten erreichen? Er machte also die Stunde des Essens zu einer Gelegenheit, um viele kostbare Wahrheiten oder kostbare Lektionen, besser gesagt, die den entsprechenden Bedürfnissen angepasst waren, weiterzugeben.

[6:23] Christus hat so seine Jünger gelehrt, wie sie sich in der Gesellschaft von denen benehmen sollten, die nicht so religiös waren, als auch bei solchen, die es waren. Mit anderen Worten: Jesus wollte also den Jüngern zeigen, wenn ihr einmal unter Zöllnern seid, dann benehmt euch so, und wenn ihr unter Pharisäern seid, dann benehmt euch so. Das, was Jesus hier getan hat, ist ein Vorbild für alle seine Nachfolger. Heißt also für uns erstens: Wir sollten Einladungen gerne annehmen, uns nicht von einer Gruppe von Menschen per se distanzieren. Zweitens: Wir sollten bei solchen Einladungen nicht einfach nur an unseren Bauch denken und an die tollen Speisen vor uns. Wir sollten überlegen: Wie können wir jetzt auch bei diesem Fest, ohne eine lange Predigt zu halten, die vielleicht den Rahmen sprengen würde, wie können wir durch Gleichnisse, durch Worte, durch unser Verhalten Menschen mit der Wahrheit bekannt machen? Jesus hat solche Gelegenheiten dafür genutzt.

[7:24] Das heißt, ja weiter, durch sein eigenes Beispiel hat er sie gelehrt, dass wenn man irgendein öffentliches Treffen besucht, die Konversation nicht so sein muss, wie sie normalerweise bei solchen Gelegenheiten gepflegt wird. Mit anderen Worten: Jesus hat gesagt, man kann zu einem Fest gehen, muss aber nicht das gleiche sinnlose Getratsche mitmachen, was da oft stattfindet, sondern man kann bei dem Fest ein Licht sein für andere. Und ich möchte mir das vornehmen, genau das zu lernen. Dies mit dir, das ist, glaube ich, eine ganz interessante Sache, weil wir oft nicht so denken. Wir denken, Mission ist vielleicht nur: „Na ja, jetzt gehe ich hinaus und verteile ein Buch oder treffe Menschen an einer Tür oder habe einen Stand mit irgendwas.“ Aber für Jesus bestand Mission auch dann, wenn er eingeladen war zum Essen. Es gibt eigentlich keine Alltagssituation, in der wir nicht mit Intention überlegen können, wie wir die Wahrheit anderen erklären und vorleben können.

[8:27] Es gab Brot zu essen, so sagt es das Griechische. Sie haben hier gegessen. Und es heißt, während sie aßen, waren die Pharisäer damit beschäftigt, ihn zu beobachten. So kann man das Griechische auch wiedergeben. Da steckt eine klare Intentionalität im Text. Die haben also nicht nur zufällig ihn beobachtet, was macht er da, sondern die haben die ganze Zeit genau geschaut: Was tut er da, was sagt er, wie benimmt er sich? Die Pharisäer haben zum Teil ganz offen sozusagen nach Fehlern gesucht, die er machen könnte.

[9:15] Das gleiche Wort findet man übrigens in Lukas Kapitel 6, Vers 7, wo es in der deutschen Übersetzung etwas anders wiedergegeben wird: „Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer lauerten ihm auf“, heißt es hier, „ob er am Sabbat heilen würde, um einen Grund zur Anklage gegen ihn zu finden.“ Wir sehen hier, das ist wieder so das gleiche Thema wie auch gleich in der Geschichte. Es geht um den Sabbat und die Frage: Darf man heilen? Wenn wir an dieses Auflauern denken, vielleicht noch einen anderen Bibeltext aus Psalm 37, dort im Alten Testament, Psalm 37, Vers 32: „Der Gottlose lauert auf den Gerechten und sucht ihn zu töten.“ Das ist im Grunde genommen ganz auf den Punkt gebracht natürlich, was hier auch passiert. Die Pharisäer haben ja zum Teil den Wunsch, ihn eigentlich totzusehen. Natürlich vielleicht nicht jeder Pharisäer, aber da gab es sicherlich auch dort in der Gruppe einige, die ihn eigentlich gehasst haben und die nach Fehlern gesucht haben. Und Jesus hat trotzdem in ihrer Gesellschaft mit ihnen gegessen. Und wir werden sehen, wie er sich jetzt hier verhalten hat.

[10:23] Wir lesen weiter in Lukas 14, Vers 2: „Und siehe, da war ein wassersüchtiger Mensch vor ihm“, also jemand, wie man heute sagen würde in der modernen Medizin, hatte so Ödeme, Wassereinlagerungen oder Flüssigkeitseinlagerungen. Das kann medizinisch verschiedene Ursachen haben. Also das ist nicht eine Krankheit an sich, sondern natürlich ein Symptom für meistens Probleme mit der Leber, den Nieren oder verschiedene Dinge. Ich bin persönlich kein Arzt, aber man kann das ja heute ganz gut verstehen, wie es zu solchen Wasser- oder Flüssigkeitseinlagerungen kommt. Aber klar war: Dieser Mann war nicht gesund, er war krank. Und Jesus hat Menschen geheilt und er ist am Sabbat hier und er sieht diesen Menschen vor sich.

[11:10] Und wir lesen in Vers 3: „Und Jesus ergriff das Wort und redete zu den Gesetzesgelehrten.“ Das sind ja insbesondere die Spezialisten für die fünf Bücher Mose, waren quasi mehr Juristen fast als Theologen, obwohl sie sich natürlich mit dem Gesetz Gottes beschäftigt haben. Zu den Gesetzesgelehrten und Pharisäern, indem er sprach: „Ist es erlaubt am Sabbat zu heilen?“ Und wir sind hier wieder bei der gleichen Frage, die sich wie ein roter Faden, die wir gesehen haben im Laufe der Jahre unseres Studiums hier, wie ein roter Faden durch das Leben von Jesus in seinen Dienst zieht. Exakt fast die gleiche Frage finden wir schon in Lukas Kapitel 6 und dort Vers 9. Da sprach Jesus zu ihnen: „Ich will euch etwas fragen.“ Das war damals der Mann mit der verdorrten Hand in der Synagoge. „Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, das Leben retten oder verderben?“

[12:04] Immer wieder hat Jesus dieses Thema selbst aufgebracht und quasi den Pharisäern, den Schriftgelehrten, hier den Gesetzesgelehrten auch als Frage vorgelegt. Darf man das? Darf man am Sabbat Gutes tun? Und die Frage bringt natürlich das ganze Problem auf den Punkt, weil die Pharisäer solche Dinge als falsch angesehen haben. Jesus aber deutlich gemacht hat, dass es wichtig ist, am Sabbat auch Gutes für Menschen zu tun. Der Sabbat soll zwar die eigene Erwerbstätigkeit ruhen lassen. Ja, wir sollen nicht unsere eigenen Gänge gehen, unserem eigenen Vergnügen nachgehen. Aber für andere Menschen etwas Lebensnotwendiges zu tun, ist am Sabbat selbstverständlich erlaubt.

[12:48] Ein anderer Fall, auch ähnlich in Lukas Kapitel 13, Vers 14 bis 16, das war noch gar nicht so lange her, hier nur was vielleicht wenige Tage oder Wochen vor der Geschichte in Lukas 14. Dort heißt es: „Der Synagogenvorsteher aber war empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte.“ Damals war es die verkrümmte Frau gewesen. Wir werden gleich auch noch mehr darüber sprechen. Die verkrümmte Frau, die er geheilt hatte, und der Synagogenvorsteher war empört und es heißt weiter Vers 14: „Er ergriff das Wort und sprach zu der Volksmenge: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll. An diesen kommt und lasst euch heilen und nicht am Sabbattag. Der Herr nun antwortete ihm und sprach: Du Heuchler, löst nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe und führt ihn zur Tränke? Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan, siehe, schon 18 Jahre gebunden hielt, sollte sie nicht von dieser Bindung gelöst werden am Sabbattag?“

[13:47] Und wenn wir ins Johannesevangelium gehen, dann sehen wir, dass das Thema das Leben von Jesus wirklich durchzieht. In Johannes Kapitel 5 finden wir die berühmte Geschichte von der Heilung des Kranken am Teich Bethesda, schon weitaus früher im Dienst von Jesus, nämlich zur Zeit des Passahfestes 29, also fast zwei Jahre vor der Geschichte, die wir heute anschauen. Und damals hat es ja dazu geführt, dass man in Jerusalem, dass die Obersten ihn dort vor den Sanhedrin gebracht haben und ihn vor Gericht gestellt haben. Und die lange Rede von Jesus zu diesem Thema findet sich ja dann größtenteils in Johannes 5, wo Jesus sich weigert, von ihnen gerichtet zu werden.

[14:37] Und der Hass der Juden in Jerusalem auf Jesus wegen dieser Sabbatheilung war so groß gewesen – das haben wir auch im Laufe der Monate und der Jahre hier studiert –, dass Jesus mehrere Feste in Jerusalem ausgelassen hat, nicht hingegangen ist, weil sie ihn töten wollten. Und er erst dann quasi incognito im Jahre 30 zum Laubhüttenfest wieder in Jerusalem aufgetaucht ist, sich dann natürlich zu erkennen gegeben hat und auch gepredigt hat und auch dort wieder gefangen genommen werden sollte. Und im Zuge dieser Geschichte in Johannes 7, da haben wir auch uns sehr ausführlich angeschaut, erinnern wir uns hier noch mal an die Worte in Vers 21 bis 23. Johannes 7, 21 bis 23: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Ein Werk habe ich getan und ihr alle verwundert euch.“ Da geht es immer noch darum, dass er jetzt anderthalb Jahre später sagt: „Ich habe damals am Teich Bethesda diesen Mann am Sabbat geheilt und immer noch kommt ihr nicht darüber hinweg. Vers 22: Darum sage ich euch, Mose hat euch die Beschneidung gegeben – nicht dass sie von Mose kommt, sondern von den Vätern – und ihr beschneidet den Menschen am Sabbat. Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit das Gesetz Moses nicht übertreten wird, was zürnt ihr mir denn, dass ich den ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe?“

[15:59] Da sieht man, dass dieses Thema von der Sabbatheiligung der Hauptgrund war, warum die Juden in Jerusalem Jesus unbedingt töten wollten. Es war ein Thema, was immer wieder auch in seinem Dienst, wie wir in Lukas gesehen haben, in den Synagogen zum Streitpunkt wurde. Menschen haben sich drüber aufgeregt, dass er am Sabbat geheilt hat. Und Jesus hat dieses Thema aber nicht ruhen lassen. Er hat immer wieder, wie jetzt auch in unserer Geschichte, obwohl er wusste, was das für Konsequenzen hat – er hatte das durch die Heilung vom Teich Bethesda ja schon deutlich gemerkt –, trotzdem diesen wassersüchtigen Mann nicht auf morgen vertröstet. Immer wieder geht Jesus dieses Thema an, weil offensichtlich es wichtig ist, dass wir verstehen, dass der Sabbat nicht dazu da ist, Leiden zu verlängern, sondern der Sabbat ist dazu da, Gott die Ehre zu geben. Und Gott liebt Menschen. Gott wünscht sich das Gute für die Menschen.

[17:02] Die Antwort der Schriftgelehrten und der Gesetzesgelehrten ist bezeichnend. Wir lesen in Vers 4 von Lukas 14: „Sie aber schwiegen.“ Da rührte er ihn an, machte ihn gesund und entließ ihn. Jesus hat die Einladung gerne angenommen. Er hat sich sozial gezeigt, hat gerne mit den Menschen gesprochen, hat versucht Wahrheiten weiterzugeben, aber er wollte einen Menschen nicht leiden lassen, nur um damit dem Gastgeber zu gefallen. Er hat sich für die Heilung des Menschen eingesetzt, auch wenn er damit in den Konflikt mit den menschengemachten Regeln seiner Gastgeber geriet. Er heilt ihn.

[17:53] Vers 5: „Und er begann und sprach zu ihnen: Wer von euch, wenn ihm sein Esel oder Ochse in den Brunnen fällt, wird ihn nicht sogleich herausziehen am Tag des Sabbats?“ Dieses Bild hat Jesus schon öfter verwendet, in Matthäus 12 bei der Heilung, da hatte er ein anderes Tier als Beispiel genommen, aber das gleiche Prinzip. Matthäus 12, Vers 11 und 12: „Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht? Wie viel mehr ist nun ein Mensch wert als ein Schaf? Darum darf man am Sabbat wohl Gutes tun.“ Das war damals bei dem Mann mit der verdorrten Hand in der Synagoge.

[18:39] Und in Lukas Kapitel 13 mit der verkrümmten Frau in der Synagoge am Sabbat, da hatte er auch Ochse und Esel benutzt, aber das Bild ein bisschen verwandelt. Da fielen die Tiere nicht in den Brunnen, sondern es heißt hier in Vers 15: „Du Heuchler, löst nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe und führt ihn zur Tränke?“ Der Grund war natürlich, diese Frau war verkrümmt gewesen. Jesus hat sich sozusagen durch die Heilung gelöst und Jesus hat dann dieses von ihm oft gebrauchte Motiv ein bisschen abgewandelt, um in dem Fall noch konkreter auf den Krankheitszustand der Frau Bezug zu nehmen. Jesus hat also diesen Gedanken und diese Illustration immer wieder verwendet in verschiedenen Situationen. Es war ihm ein echtes Anliegen deutlich zu machen: Gott möchte doch nicht, dass wir Tiere besser behandeln als Menschen. Der Sabbat, so sagt Jesus in Markus 2, Vers 27 und 28, ist für den Menschen gemacht. Das heißt nicht, dass der Mensch den Sabbat übertreten kann, aber der Mensch soll auch nicht Zusatzregeln aufstellen, die den Sabbat zu einer Qual machen. Er soll eine Freude sein und Segen bringen.

[19:51] Übrigens, das was hier steht in Lukas 14, dass man einen Esel oder Ochsen hilft, das soll man sogar nach 2. Mose Kapitel 23, Vers 4 und 5 sogar für die Tiere des Feindes tun.

[20:11] Lukas 14, Vers 6: „Und sie konnten ihm nichts dagegen antworten.“ Genau das gleiche war das Ergebnis in Lukas 13 und dort Vers 17: „Und als er das sagte, wurden alle seine Widersacher beschämt. Die ganze Menge freute sich über all die herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.“

[20:37] Was heißt das für uns praktisch? Das heißt, dass Jesus immer und immer wieder – das war kein Nebenthema, es war eines der großen Hauptthemen im Leben von Jesus, eines, das immer wieder zu Konflikten geführt hat, ein Thema, das ihm so wichtig war, dass er die Konflikte nicht gescheut hat, obwohl Jesus ja niemals unnötig Debatten losgetreten hat. Wenn also Jesus immer wieder in denselben Punkt hinein vorgestoßen ist, obwohl er wusste, es gibt Widerstand, dann heißt das: Dieses Thema war ihm wichtig. Er wollte, dass der Sabbat nicht einfach nur irgendwie gehalten wird, sondern richtig verstanden wird als ein Segen, als ein Tag, an dem man für andere auch da ist.

[21:25] In diesem Zusammenhang gibt es ein tolles Zitat, Review and Herald, 18. Oktober 1898. Sie sagt: „Wir erzählten unseren Freunden in Bezug, dass wir in Bezug auf das Sabbat halten, das Beispiel und die Lehren von Christus studiert haben, der seine Sabbate oft damit verbracht hat, ganz ernstlich sich zu bemühen oder mit ernstem Bemühen damit verbracht hat, Menschen zu heilen und sie zu lehren. Und dass wir glaubten, dass wenn eine unserer Schwestern, die eine kranke Familie pflegte, genauso den Sabbat hielt wie jemand, der eine Sabbatschullektion hält, und dass Christus die Pharisäer seiner Zeit ihnen nicht gefallen konnte in dieser Hinsicht und dass wir auch nicht erwarten, dass unsere Bemühung, dem Herrn zu dienen, die Pharisäer unserer Zeit gefallen wird.“

[22:31] Mit anderen Worten: Was sie sagt ist, wenn Jesus mit seinem Sabbat-Halten mit den Pharisäern in Konflikt kam damals, dann sollten wir erwarten, dass wenn wir wirklich Jesus als Vorbild haben, dass wir auch mit den Pharisäern unserer Zeit in Konflikt kommen werden, weil sie den Sabbat nicht als das verstehen, was er ist, sondern nur als etwas, wo menschliche Regeln alles einengen und das Leben zusätzlich belasten. So war der Sabbat nie gedacht. Er war ein Tag oder ist ein Tag, wo wir Gott begegnen und anderen Menschen helfen, auch das zu erleben, was Gott für sie vorgesehen hat. In diesem Sinne wollen wir uns vornehmen, den Sabbat bewusst zu erleben und den Sabbat so zu feiern, wie Gott ihn gedacht hat und wie Jesus ihn im Neuen Testament klar und deutlich immer und immer wieder ausgelebt hat. Nicht mit unserem eigenen Vergnügen, nicht mit eigener Erwerbstätigkeit, aber mit dem klaren Ziel, anderen Menschen zum Segen zu sein. Ist das auch dein Wunsch? Dann lass uns noch gemeinsam beten.

[23:48] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Danke, dass du uns hilfst, so viele interessante Lektionen aus deinem Wort zu entnehmen. Wir möchten dich bitten, dass wir lernen, den Sabbat so zu sehen und zu halten und zu feiern, wie Jesus es uns vorgemacht hat. Und Herr, gib, dass wir nicht die Wahrheit kompromittieren, nur um irgendwelchen Menschen und seinesgleichen Pharisäer zu gefallen. Gib, dass wir für das einstehen, was Jesus uns vorgelebt hat. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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