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[5:00] gewandert sind, gereist sind, bis sie dann nach drei Tagen oder am dritten Tag in Kana aufschlagen. Sie kommen zu einer Hochzeit und das ist ziemlich interessant. Das erste Wunder, das Jesus tat, fand bei einer Hochzeit statt. Warum hat das wohl Jesus bewusst so ausgewählt, dass dieses erste große Wunder ausgerechnet bei einer Hochzeit gewesen ist und nicht in einem Krankenhaus, nicht bei einer Predigt, in einem Gemeindehaus? Warum ausgerechnet bei einer Hochzeit? Hat jemand von euch eine Idee?
[5:42] Ja, er liebte Geselligkeit. Das ist sehr richtig, ja okay. Also die Hochzeit hat eine tiefe Symbolik. Ihr kennt das vielleicht von Epheser 5, Vers 30 und folgende, wo der Paulus sagt, als der erste Mose zitiert, dieses Geheimnis ist groß. Ich deute es auf Christus und die Gemeinde. Mann und Frau, die Verbindung von Mann und Frau, ein Symbol auch für die Beziehung, die Gott zum Menschen haben möchte. Kennt ihr Stellen in der Bibel, wenn euch jemand fragen würde, wo die Bibel ganz besonders von der Ehe spricht und von dem Segen, der auf der Ehe liegen soll? Welche Bibelstellen würdet euch einfallen? Das Hohelied, das ganze Buch, ja, mehr oder weniger, stimmt. Andere Stellen noch, die ganz spezifisch zu... Erste Mose wo? Erste Mose 2, genau, wo es heißt, es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei, wo es dann heißt, sie werden ein Fleisch werden, auch schon in Erste Mose 1, nicht wahr? Er schuf sie als Mann und Frau und dann sagte er zu ihnen, seid fruchtbar und mehrt euch. Ein interessanter Text auch, den man dazu anbringen könnte. Während Erste Timotheus 4, das ist sozusagen andersherum formuliert, Erste Timotheus 4, da sagt der Paulus, dass in späteren Zeiten falsche Lehrer aufkommen werden, Irrlehrer, die Lehren von Dämonen predigen werden. Da heißt es in Vers 3, sie verbieten zu heiraten. Ja, es ist ja dann später mal im Christentum aufgekommen, bestimmten Leuten zu verbieten, heiraten zu dürfen. Aber Jesus hat so etwas nie gelehrt, im Gegenteil, er hat die Ehe geschaffen, er hat die Ehe gestärkt, er hat immer wieder auch im Alten Testament durch Propheten die Ehe hochgehalten, als ein wichtiges, eine wichtige Institution. Und das erste Wunder, das er tat, tat er bei einer Hochzeit. Damit hat Jesus interessanterweise auch nicht nur die Ehe bestärkt und bestätigt, sondern er hat auch, wie du richtig gesagt hast, das gesellige Zusammensein von Menschen bestätigt. Jesus ist nicht dafür, dass alle sich abschotten und Mönche werden oder irgendwie Einsiedler. Jesus hat auch Gesellschaft gemocht, aber natürlich in den Grenzen, die das Wort Gottes vorgibt. Nicht wilde Partys und Johannes 2 war mit Sicherheit keine wilde Party, wie wir gleich noch sehen werden, aber in wirklich fröhlicher und angemessener Atmosphäre.
[8:40] Also es war eine Hochzeit in Galiläa, in Kana. Jetzt bis heute weiß man nicht ganz genau, wo dieser Ort liegt. Die Archäologen haben ihn bis heute nicht ganz identifizieren können. Es gibt zwei Hauptfavoriten. Der eine heißt, ist ein kleines Dorf, das heißt Kirbit Kana. Im Mittelalter dachte man, dass das das Kana ist. Auch heute denkt man das wieder. Dann gab es noch einen anderen Ort, der hieß Kafr Kana, auch in der Nähe von Nazareth und da steht so eine katholische Hochzeitskirche und eine griechisch-orthodoxe Hochzeitskirche an dem Ort, wo die Hochzeit stattgefunden haben soll. Aber das ist wahrscheinlich eher Tradition. Also aber egal, welchen dieser Orte man wählt oder in anderen noch, wahrscheinlich ist es nur wenige Kilometer von Nazareth entfernt gewesen. Ja also ganz in der Nähe. Ellen White sagt uns übrigens, dass die Hochzeitsparteien, also die Familien, die dort ihre also Bräutigam und Braut und ihre Familien, dass die Verwandte von Jesus waren. Ja also Verwandte von Josef bzw. Maria. Also Jesus war deswegen unter anderem eingeladen, weil jemand in seiner entfernten Verwandtschaft geheiratet hat und ist seiner gesellschaftlichen Pflicht nachgekommen sozusagen.
[9:56] Es heißt hier, am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa und die Mutter Jesu war dort. Interessanterweise erwähnt Johannes in seinem gesamten Evangelium niemals den Namen der Mutter Jesu. Ich weiß nicht genau warum, aber nur, dass ihr es mal gehört habt. Johannes sagt immer nur die Mutter Jesu. Was hat die Maria seit in den letzten zwei Monaten so durchgemacht? Was denkt ihr, was hat die so wohl erlebt? Wir haben ja jetzt viel über Jesus gesprochen, über seine Erlebnisse, aber was hat wohl die Maria erlebt in all der Zeit, als Jesus jetzt weg war? Habt ihr da irgendwie eine Idee, was sie erlebt haben könnte?
[10:37] Okay, also sie hat mit Sicherheit gehört, was passiert ist bei der Taufe, dass da nicht einfach nur das Wasser gespritzt hat, sondern dass der Himmel sich geöffnet hat, eine Stimme vom Himmel gehört wurde und dass der Heilige Geist in Form einer Taube herabstieg. Was wird das wohl in ihr ausgelöst haben? Ja, sie hat gesagt, es wird ein Schwert dich, dein Herz durchbohren. Sie wird nicht nur gehört haben, dass Jesus mit solch großer Manifestation getauft worden ist, sie wird auch gehört haben, dass er danach verschwunden ist und ihn niemand finden konnte. Und dass man ihn vielleicht sogar gesucht hat, wochenlang und er war weg, fast sechs Wochen in der Wüste. Und das wird wahrscheinlich vor allem sie daran erinnert haben, an den Simeon. Naja, übrigens, was war mit Josef passiert? Josef war schon tot. Ellen White sagt das ganz deutlich, später im Evangelium wird es auch deutlich, wenn Maria am Kreuz dann von Jesus jemanden bekommt an ihre Seite, der ihr helfen soll, dann wird deutlich, in der Zwischenzeit muss Josef gestorben sein und Ellen White sagt, er war zu dem Zeitpunkt schon tot.
[12:01] Nun, schon weiter Vers 2. Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen. Wie gesagt, es waren entfernte Verwandte und nach etwa zwei Monaten hat Maria jetzt ihren Sohn Jesus wieder gesehen und Ellen White sagt, er sah so ganz anders aus. Nach diesen Wochen des Konflikts in der Wüste hatte sein Gesicht eine andere Würde, eine andere Ausstrahlung, eine andere Kraft. Und seine Jünger waren mit ihm. Wie viele Jünger waren das bisher? Seht, ob ihr gut mitgezählt habt. Drei ist zu wenig? Ziehen wir es mal auf. Wir haben Simon Petrus, Andreas, Nathanael, Philippus und Johannes. Genau, fünf Stück, also mindestens fünf. Vielleicht hat er auf dem Weg noch mehr getroffen, aber von den fünf wissen wir auf jeden Fall, die waren bei ihm.
[13:04] Naja, ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich dachte früher immer, die sind zur Hochzeit gekommen, sind da und nur Minuten später oder vielleicht nur kurze Zeit später kommt schon jemand und sagt, oh, der Wein ist ausgegangen. Aber eigentlich, wenn man den Text liest, gibt es keinen Hinweis darauf. Eins wissen wir, Hochzeiten gingen damals relativ lange, mehrere Tage, manchmal eine ganze Woche. Kennt ihr eine Geschichte in der Bibel, wo eine Hochzeit eine ganze Woche geht? In der Bibel gibt es mindestens zwei Geschichten von Hochzeiten, die eine ganze Woche gingen, so im Alten Testament. Ja, ich gebe euch mal einen Tipp. Ja, genau, schaut mal, 1. Mose 29, die Hochzeit von Jakob und zwar die unglückliche Hochzeit, als er nach der Hochzeitsnacht gemerkt hat, er hat die falsche geheiratet. In 1. Mose 29 und dort Vers 27. Vollende die Hochzeitswoche mit dieser, so wollen wir die auch jene geben. Also da war eine ganze Woche Hochzeitswoche. Eine andere Geschichte ist auch die Geschichte von Simson. Ja, vielleicht kennt ihr die Geschichte, wo diese Rätsel dann aufgibt. Das ist auch eine ganze Woche. Also es könnte also gut möglich sein, es ist nicht ausgeschlossen, dass Jesus dort mehrere, dass er am dritten Tag zur Hochzeit kam, dass er vielleicht sogar wirklich pünktlich zur Hochzeit kam und dann erst im Laufe der Tage dieses Problem auftrat. Das ist also durchaus nicht abwegig.
[14:50] Wenn man das bei Ellen White nachliest, hat man auch den Eindruck, dass über einen längeren Zeitraum die Hochzeitsgäste immer mal wieder über Jesus so gesprochen haben, ohne dass der irgendwas sich irgendwie sich hervorgetan hätte. Aber dann passiert es und ihr kennt die Geschichte gut, schaut mal Johannes 2 Vers 3. Johannes 2 Vers 3. Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm, sie haben keinen Wein.
[15:16] Jetzt Maria als Verwandte wird wahrscheinlich mitgeholfen haben bei der Organisation und hat deswegen einen Blick in das, was hinter den Kulissen in der Kirche passierte. Eine wichtige Frage für diese Geschichte ist erst mal zu klären, worum handelt es sich bei diesem Wein? Diese Geschichte wird immer wieder gerne als Vorwand benutzt, wilde Partys zu feiern, weil man sagt, naja hier, da wurde Wein ausgeschenkt und Jesus hat noch welchen gemacht. Also helft mir kurz, ich denke ihr wisst es, wenn hier Wein steht, was bedeutet das biblisch gesehen? Fast richtig, es bedeutet unter anderem auch Traubensaft. Das griechische Wort Oinos kann tatsächlich beides bedeuten. Das Wort macht keine Unterscheidung zwischen unvergorenem Oinos, zwischen unvergorenem Traubensaft und vergorenem Wein. Für beides finden wir Formulierungen, also Stellen in der Bibel. Also wenn in der Bibel jemand betrunken ist, dann hat er Oinos getrunken, aber wenn jemand Traubensaft trinkt, hat er auch Oinos getrunken, weil die Idee ist einfach, dass ist das die Flüssigkeit von der Traube. Und das macht die Sache ein bisschen kompliziert, aber wenn das Wort mir nicht genau erklärt, was es ist, wie kann ich dann wissen, was jetzt, ob es jetzt sich um Traubensaft oder um alkoholischen Wein handelt? Das griechische selbst gibt keinen Aufschluss. Das ist, was könnte man jetzt? Man könnte aus dem Kontext ziehen, genau. Und das wollen wir versuchen. Wir wollen sehen, ob die Bibel deutlich ist oder ob wir nur vermuten müssen. Ihr kennt ja eine Stelle in der Bibel, wo auf jeden Fall deutlich wird, dass Wein durchaus das ist, was einfach in den Trauben drin ist.
[17:26] Ja genau, also es gibt den Mundschenk. Und dann gibt es auch, habt ihr vielleicht, könnt ihr euch noch erinnern, als wir Offenbarung 14 behandelt haben, da gibt es diese Stelle, wo die Trauben abgeerntet werden und die Trauben getreten werden in der Kelter. Und da kommt dann der Zorn des Weingottes raus. Das ist aber kein alkoholischer Wein, das ist einfach das, was aus den Trauben gekeltert worden ist, Traubensaft. Das ist vielleicht so die deutlichste Stelle. Und da steht auch Oinos, also einfach das, was aus den Trauben rauskommt. Also textlich gesehen, rein von der Sprache her, könnte es beides sein. Also es mangelt an Wein. Und jetzt kommen wir in 2 Vers 4 zu einer der interessantesten und merkwürdigsten Stellen dieser Geschichte.
[18:05] Jesus spricht zu ihr, Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Jetzt, wenn man das so liest, was würde man denken auf den ersten Blick? Genau, es klingt unfreundlich, oder? Es klingt irgendwie ein bisschen kühl.
[18:28] Jetzt schauen wir uns die Antwort mal genau an. Zuerst mal dieses Wort Frau. Also in unserem Kulturkreis wäre es auch sehr merkwürdig, wenn ich meine Mutter anspreche und sage Frau. Nicht so im Nahen Orient, im Nahen Osten. Schaut mal mit mir eine andere Stelle in Johannes 20. Das ist die Geschichte nach der Auferstehung, als Jesus der Maria Magdalena erscheint. Da sagt er, und diese sprechen zu ihr, Frau, warum weinst du? Und dann Vers 15. Jesus spricht zu ihr, Frau, warum weinst du? Das Wort Frau war in biblischen Zeiten nicht abwertend als Anrede, sondern war ein besonderer Ausdruck von Höflichkeit. Das heißt, als Jesus seine Mutter Frau nennt, war das nicht abwertend, sondern es war eigentlich ein besonderer Ausdruck von Respekt, weil derselbe Jesus, der hier sagt Frau, der hat ja vorher gesagt in den zehn Geboten, du sollst Vater und Mutter ehren. Also Jesus hat natürlich auch in einer Kultur gelebt und hat auch entsprechende kulturelle Angewohnheiten gehabt. Wenn er in Deutschland gelebt hätte im 21. Jahrhundert, hätte er sie anders angesprochen. Das heißt, diese Formulierung ist tatsächlich eine gängige Formulierung gewesen. Genauso dieser zweite Satz, also dieser zweite Teil der Antwort, Frau, was habe ich mit dir zu tun? Das klingt auch so im Sinne von, was willst du von mir? Hat die Maria verstanden, dass Jesus es nicht machen wollte? Oder hat sie geglaubt, dass Jesus ihre Bitte erfüllt nach der Antwort? Also die Maria kommt nicht mal zu Jesus und sagt, wir haben keinen Wein mehr und dann sagt er, Frau, was ist zwischen uns? Ja genau, das heißt, sie hat nicht verstanden, lass mich in Ruhe, sondern sie sagt explizit, alles was er sagt, tut. Das heißt, sie hat schon aus der Antwort herausgelesen, er wird ihr helfen.
[20:58] Das Problem ist ein anderes. Wörtlich steht hier, was ist zwischen dir und mir? Und das ist eine ganz typische Formulierung im Alten Testament. Was ist zwischen dir und mir? Auch die ist ein bisschen ungewöhnlich für uns. Ich gebe ein paar Beispiele. Im Alten Testament kommt diese Frage immer vor, wenn jemand eine Grenze überschritten hat, wenn jemand sich mehr anmaßt und zumutet, als ihm eigentlich rechtmäßig zusteht. Ich gebe ein paar Beispiele. Schaut mal mit mir in Richter 11, Vers 12.
[21:48] Richter 11 und dort Vers 12. Dort heißt es, da sandte Jephthah Boten zum König der Ammoniter und ließ ihm sagen, was hast du mit mir zu tun? Da steht das gleiche im Hebräischen, was ist zwischen dir und mir? Dass du zu mir kommst, um gegen mein Land zu kämpfen. Die Idee ist, die Ammoniter haben ihr Land, die Israeliten haben ihr Land, aber jetzt überschreiten die Ammoniter eine Grenze. Wenn sie in ihrem Land geblieben wäre, wären alles wunderbar, aber sie überschreiten die rechtmäßige Grenze und dringen in das Territorium von Israel ein. Und Jephthah sagt, was ist zwischen mir und dir? Lass uns doch Freunde bleiben. Greif nicht in mein Hoheitsgebiet ein.
[22:45] Anderes Beispiel, 2 Samuel 16. 2 Samuel 16 und dort Vers 10. 2 Samuel 16, Vers 10. Das ist eine interessante Stelle. Das ist die Stelle, wo David vor Absalom flieht, kennt ihr die? Und jemand verfolgt sie. Das ist der sogenannte Simei. Und Simei, der hat nichts Besseres zu tun, als dem flüchtenden König noch Steine hinterherzuwerfen und ihn zu verfluchen. Und in der Situation sagen jetzt die Berater des Königs, die Söhne der Zeruah, lass uns hingehen und den Simei umbringen. Und jetzt schaut, was David sagt zu ihnen. Aber der König sprach, ihr Söhne der Zeruah, was habe ich mit euch zu tun? Ja, das heißt nicht, dass er sagt, er sagt nicht, ich will mit euch nichts mehr zu tun haben, weil sie sind seine engsten Berater, sind zum Teil seine Militärführer gewesen. Und er hat sie auch weiterhin als seine Militärführer gehabt. Was er sagt ist, was ist zwischen euch und mir? Ihr überschreitet eine Grenze. Ihr seid zwar meine Berater, aber ihr sollt mich nicht zum Mord anstiften. Ihr fordert Dinge, die euch nicht zustehen.
[24:03] Noch ein Beispiel. Schaut mal in 2. Könige 35. 2. König 35 und dort, das stimmt ja gar nicht. Das muss glaube ich 2. Chronik sein. Entschuldigung, warte einen Moment. Genau, 2. Chronik, Entschuldigung. 2. Chronik 35, Vers 21.
[24:41] Drittes Beispiel. 2. Chronik 35, Vers 21. Das ist die Geschichte, das ist eine der traurigsten Geschichten des Alten Testamentes. Ihr kennt den König Josia, ein guter König, der Erweckung, Reformation zu dem Volk Gottes gebracht hat. Und eines Tages hört er, wie der Pharao durch sein Land ziehen will, nicht mal um ihn anzugreifen, sondern um im hohen Norden mit den Babyloniern zu kämpfen. Und Josia entscheidet sich, sich ihm in den Weg zu stellen. Er hat dazu keinen Auftrag von Gott, aber er macht es trotzdem. Und schaut mal, was in Vers 21 steht. Jena, der Pharao aber sandte Boten zu ihm und ließ ihm sagen, was habe ich mit dir zu schaffen, du König von Juda? Nicht gegen dich ziehe ich heute, sondern gegen ein Haus, das mit mir im Krieg liegt. Und Gott hat gesagt, ich soll eilen. Lass ab von Gott, der mit mir ist, damit er dich nicht verderbe. Er sagt mit anderen Worten, hey Josia, geh mir aus dem Weg. Komm mir nicht zu nahe. Du überschreitest gerade deine Grenzen. Ich lasse dich als König in Juda. Du kannst König bleiben. Komm mir nicht so nahe. Du greifst gerade in etwas ein, was du nicht verstehst.
[25:56] Das heißt, die Idee, diese Frage, was ist zwischen uns beiden, deutet immer an, dass der andere in irgendeiner Weise eine Grenze überschritten hat. Und damit macht Jesus sehr taktvoll deutlich, dass Maria offensichtlich die Frage mit einem falschen Hintergedanken gehabt hat. Welchen Hintergedanken hätte sie wohl haben können, oder hat sie wohl gehabt, dass Jesus ihr so antworten muss und sagen muss, Maria, sei mir nicht böse. Ich schätze dich sehr. Ich nenne dich Frau, aber du hast gerade eine Grenze überschritten. Vielleicht nur gedanklich, nicht ausgesprochen, aber gedanklich hast du eine Grenze überschritten. Was für eine Grenze meint ihr, hat sie vielleicht überschritten?
[26:33] Ah, okay, ja, das klingt so ganz ähnlich. Stolz, sie war die Mutter des Messias und jetzt hat sie ein Problem. Und sie war ja mit vielleicht beteiligt einer Organisation und sie sieht die Möglichkeit, dass ihr Jesus ihr aus der Klemme hilft. Und offensichtlich, wahrscheinlich mit dieser Motivation, ich bin ja seine Mutter, er muss mir helfen. Und Jesus sagt etwas sehr Wichtiges, was sicherlich auch schmerzhaft war für Maria. Er sagt damit deutlich, alles was ich jetzt tue, tue ich als der Sohn Gottes und nicht als der Sohn der Maria. Du hast kein besonderes Anrecht, auf Wunder sozusagen. Ich bin nicht dein Instrument, mit dem du jetzt sozusagen die Probleme lösen kannst. Du überschreitest uns eine Grenze. Jesus hat seine Mutter geliebt, oder? Aber er musste von Anfang an deutlich machen, dass seine Gottessohnschaft nicht einfach in den in den Händen von Menschen liegt, die damit jetzt machen können, was sie wollen. Und Maria musste lernen, dass wenn er jetzt ein Wunder tut, er das nicht tut aus Gefälligkeit ihr gegenüber, sondern wenn er das tut, dann deswegen, weil Gott es ihm gezeigt hat. Gleich von Anfang an wird also deutlich, dass Jesus sich unter keinen Umständen manipulieren lässt.
[28:08] Heute leben wir in der Welt, wo viele Christen versuchen, Jesus oder den Heiligen Geist zu manipulieren. Mit irgendwelchen Techniken muss der Heilige Geist gezwungen werden. Man spielt irgendwelche Musik, bis der Heilige Geist kommen muss. Oder man versucht durch Meditation, Gott dazu zu zwingen, zu einem zu reden. Aber Gott sagt hier, Jesus als Gott sagt hier sehr deutlich, kein Mensch, nicht mal meine Mutter, kann mich zu irgendetwas zwingen. Und wir dürfen auch nicht die Grenze überschreiten, indem wir Gottes Gefühl geben, er muss uns helfen, weil wir so gut mit ihm befreundet sind. Gott muss gar nichts. Gott hilft uns gerne, aber wir sind nicht diejenigen, die ihn benutzen. Und das kann sehr schnell passieren, dass wir meinen, weil wir vielleicht ein Vorrecht haben, weil wir so nahe bei ihm sind, dass er uns jetzt helfen muss. Und Jesus sagt freundlich, mit viel Ehrbietung, er sagt, Maria, sei mir nicht böse, aber jetzt bin ich der Gesalbte, ich bin getauft worden, ich bin, der Heilige Geist ist auf mir, ich bin jetzt, es ist nicht mehr so wie früher. Überschreite nicht die Grenze, was ist zwischen dir und mir? Er ist fast wie in der Frage, was ist zwischen dir und mir? Siehst du die Grenze? Da gibt es eine Grenze. Komm mir nicht zu nahe. Kennt ihr das, wenn jemand einem zu nahe kommt? Das ist ein bisschen unangenehm, nicht wahr? Und da könnte man auch was sagen. Hey, schau mal, siehst du nicht, was zwischen dir und mir ist? Das ist eine Grenze. Und Menschen, die Grenzen überschreiten, gefährden letztlich das Werk Gottes.
[29:38] Und das ist ein interessanter Punkt hier, weil da redet man nicht so oft drüber. Er sagt, es ist noch nicht meine Zeit gekommen, meine Stunde ist noch nicht gekommen. Was sagt der Salomo? Es gibt für alles eine bestimmte Zeit. Und Jesus wusste, alles, was er tut, folgt einem bestimmten Zeitplan. Maria hätte sich gewünscht, dass er in kürzester Zeit zum König ausgerufen wird, aber Jesus wusste, das kann nicht sein. Es gibt einen Zeitplan, es gibt Zeitprophezeiungen und Schritt für Schritt wird er sie erfüllen.
[30:11] Jetzt schauen wir mal weiter, ein bisschen weiter kommen in Johannes 2. Also wir sehen, Jesus wiederum sehr taktvoll offenbarte ihre Gedanken. Vers 5. Seine Mutter spricht zu den Dienern, was er euch sagt, das tut. Das ist eine schöne Formulierung, nicht wahr? Ganz simpel. Eigentlich ist das fast so die einfachste Form, Christ sein zu erklären. Was Jesus dir sagt, das tue einfach. Was sagt Jesus? Schaut mal, was Jesus später sagt im Johannesevangelium in Johannes 15, Vers 14. Er sagt in Johannes 15, Vers 14, ihr seid meine Freunde, wenn ihr, wenn ihr tut, was immer ich euch gebiete. Jesus sagt, ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete und die Maria sagt, was immer er euch sagt, das tut. Werdet seine Freunde.
[31:04] Vers 6. Es waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge nach der Reinigungsstätte der Juden, von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste. Nun das waren große Krüge. Hat jemand von euch vielleicht die Maßeinheiten mal ausgerechnet? Vielleicht sind bei einigen von euch auch unten so Notizen, wie viel das sind. Also so ein, was einmal übersetzt ist, ist das griechische Metritis und das bedeutet ungefähr so, naja, was haben die hier, so um die 39 Liter. Jetzt, wenn man davon zwei oder drei hat, dann hat man schnell so, also um die Pi mal Daumen 100 Liter. Und wenn man sechs davon hat, dann hat man 600 Liter Fassungsvermögen. Also das war eine größere Hochzeit. 600 Liter Fassungsvermögen. Aber diese Krüge waren eigentlich für die Reinigung da. Was für eine Reinigung ist damit gemeint? Das heißt nach der Reinigungsstätte der Juden, das wird später noch ganz wichtig. Hände waschen, Füße vielleicht waschen, Besteck waschen. Die Juden hat eine ganze Reihe von Reinigungsvorschriften. Der Markus berichtet davon. Schaut mal in Markus 7. Markus 7 Vers 3 und 4. Markus 7 Vers 3 und 4. Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht zuvor gründlich die Hände gewaschen haben, weil sie die Überlieferung der Alten halten. Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich gewaschen zu haben. Und auch vieles andere haben sie zu halten angenommen. Nämlich Waschungen von Bechern und Krügen und Erdengeschirr und Polstern. Also es gab dort ganz starke Traditionen. So stark, dass manchmal sogar die Jünger des Johannes später mit den Jüngern von Jesus gestritten haben. Warum beachtet ihr nicht die Reinigungssitten? Haltet es im Hinterkopf. Diese sechs Krüge waren für die Reinigung gedacht. Sie waren für die Reinigung gedacht. Und der Paulus schreibt später auch von diesen Reinigungsgeboten. Schaut mal in Hebräer. Hebräer 9 und dort Vers 10. Hebräer 9 und dort Vers 10.
[33:34] Da spricht er von dem alten Gottesdienst, dem alten Bund, dem alttestamentlichen Gottesdienst, der dort stattfand. Hebräer 9 Vers 10. Der nur aus Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen besteht und aus Verordnungen für das Fleisch, die bis zu der Zeit auferlegt sind, da eine bessere Ordnung eingeführt wird. Also da gab es auch Ordnung. Nicht alles an den Waschungen war allein Tradition. Gott hatte ja im alten Testament zum Teil sehr gründliche Hygienevorschriften gegeben. Natürlich hatten die Pharisäer dann auch zusätzliche Dinge auferlegt, die weit über das hinausgingen, was die Bibel gesagt hat. Aber es gab auch ein Element, das war tatsächlich biblisch. Reinigung. Aber diese physische Reinigung war ja immer gedacht als ein Symbol wofür? Für geistliche Reinigung. Paulus sagt gereinigt durch das Wasserbad im Wort. Aber die Juden hatten da das vergessen. Die Juden sahen nur noch ihre Religion daran bestehen, sich ständig die Hände zu waschen und ihr Besteck zu waschen und ihre Polster zu waschen. Könnt ihr euch überlegen, warum es steinerne Krüge waren und keine aus Lehm?
[34:52] Vielleicht, ja.
[34:56] Also wenn man steinerne Krüge hat,
[35:00] Also, wenn man ganz besonders reinlich ist und ganz besonders penibel darauf achtet, dass man immer ganz, ganz, ganz rein ist, welche Qualität muss das Wasser haben? Ganz klar sein. Und die meisten vermuten, dass man deswegen steinerne Krüge gehabt hat, weil wenn man Krüge aus Ton hat oder so, dann ist es wahrscheinlicher, dass vielleicht dort ein bisschen Unreinheiten reingehen, nicht wahr? Aber Stein ist für die Qualität des Wassers am besten, besonders klar und besonders rein.
[35:31] Naja, wird ihm auch sein.
[35:33] Gehen wir zurück zu Johannes und schauen, was passiert. Johannes 2 und dort Vers 7.
[35:46] Jesus spricht zu ihnen, füllt die Krüge mit Wasser und sie füllten sie bis oben hin. Jetzt, Jesus sagte nicht mal füllt sie mit Wasser und die hätten ja sagen können, okay, mal sehen, was er jetzt machen wird. Jetzt machen wir mal ein bisschen und dann gucken wir. Sie haben die Krüge bis oben hin gefüllt. Das heißt, sie haben das Gebot Jesu erfüllt, mit anderen Worten, im vollen Maße. Man konnte es nicht mehr erfüllen. Sie haben wirklich alles gegeben. Und was meint ihr, das hat ein bisschen gedauert, oder? 600 Liter Wasser in Krüge zu füllen ist keine Sache von einer Minute.
[36:28] Kennt ihr noch jemanden, der möglichst viel Wasser getragen hat von A nach B? Nicht Rahel, aber was weiß ich. Die Rebekka, meint ihr. Rebekka, nicht wahr? Die auch, also Tonnenweise, aber unglaublich viel Wasser zu den Kamelen gebracht hat, nicht wahr? Ein Zeichen besonderer Hingabe. Und auch hier haben wir Menschen, die wirklich nicht gleich aufgeben, sondern 600 Liter Wasser umfüllen.
[37:03] Genau, jetzt Vers 8. Und er spricht zu ihnen, schöpft nun und bringt es dem Speisemeister. Und sie brachten es hin.
[37:14] Interessanterweise ist das erste Wunder, das Jesu tat. Und es lehrt uns einiges. Hätte Jesus einfach beten können und sagen können, Herr, lass es Traubensaft regnen. Hätte er das machen können? Klar, da wäre eine Wolke gekommen, die hätte ausgesehen wie Traubensaft geregnet. Jesus hätte das machen können. Stattdessen lässt er Menschen erst einmal minutenlang, wenn nicht stundenlang, 600 Liter Wasser schleppen. Und dann, als der Wein dann entstanden ist, der Traubensaft, müssen die Menschen den Traubensaft nehmen und zum Speisemeister bringen. Jesus lehrt hier etwas. Er lehrt damit, dass Wunder nicht dazu da sind, dass wir nicht mehr das tun, was wir selbst tun können. Der Mensch muss seinen Teil tun, den er tun kann. Und Gott tut dann das, was der Mensch nicht mehr tun kann. Der Mensch kann Wasser von der Quelle in den Krug füllen. Der Mensch kann auch den Traubensaft nehmen und zum Tisch bringen. Aber der Mensch kann nicht das Wasser in Wein verwandeln. Das heißt, die Wunder Jesu sind eigentlich oftmals eine Kooperation zwischen Mensch und Gott. Der Mensch tut das, was der Mensch tun kann, im Glauben, ja nicht aus eigener Kraft, im Glauben auf das, dass Jesus den Rest tun wird. Und Jesus kann dann den Rest tun. Mit anderen Worten, wenn die Menschen ihm nicht geglaubt hätten, wenn sie das Wasser nicht reingefüllt hätten, hätte es keinen Traubensaft gegeben. Genauso wie Abraham Gott glauben musste und gehen musste. Also wir sehen hier dieses wunderbare Zusammenspiel zwischen dem, was der Mensch tut und was Gott tut.
[38:49] Übrigens, heißt es bei euch auch Speisemeister? Das ist eigentlich ein interessantes Wort, nur so ein kleiner Ausflug ins Griechische. Das Wort ist Arke Triklinios. Arke kommt von Arke, also der Oberste, der Leiter, der Chef, der Boss. Und Triklinios ist eigentlich aus dem Lateinischen ins Griechische überführt. Hat was mit drei zu tun, nämlich heißt es drei Kautschen. Die Idee war damals, bei den Festen gab es immer einen Tisch. Damals gab es noch keine Stühle, sondern es gab Kautschen. Und um jeden Tisch waren drei Kautschen. Eine Seite, noch eine Seite und eine dritte Seite. Und die vierte Seite war immer offen, damit man den Tisch bedienen konnte. Und dieser Speisemeister war nicht einfach der Koch, sondern dieser Speisemeister war eigentlich der Chef des ganzen Festes. So eine Art Zeremonienmeister. Die antiken Quellen sagen, der war zum Beispiel auch dafür zuständig, für die Unterhaltung der Gäste, dass Rätsel gestellt wurden und dass die, die die Rätsel nicht lösen konnten, ein bisschen Geld bezahlen mussten und so. Also der war derjenige, der auch zum Beispiel festgelegt hat, was das Menü war. Der war eigentlich der Leiter der ganzen Zeremonie. Jemand, der die Verantwortung hatte für die ganze Hochzeit.
[40:16] Jesus sagt, bringt es dem Speisemeister. Schaut mal Vers 9.
[40:19] Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte und er wusste es nicht, woher es war. Was sagt euch das? Der Speisemeister, der Chef, der für die ganze Veranstaltung verantwortlich war, hat nicht mal gewusst, dass der Wein ausgegangen war. Mal abgesehen davon, was das über die Kommunikation sagt. Was sagt es über Jesus? Jesus hat einfach geholfen, ohne dass die meisten Menschen mitbekommen haben, dass ein Wunder passiert. Und hätten dann später die Diener, die das nicht erzählt oder die Jünger erzählt, Jesus hätte kein Aufsehen gemacht. Jesus hat nicht gesagt, oh, euch fehlt also Wein, ich werde euch helfen. Er hat einfach geholfen und nichts gesagt. Das zeigt den Geist von Jesus. Jesus hat nie Wunder getan, um sich selbst hervorzuheben. Jesus hat Wunder getan, einfach weil es nötig war. Und das zeigt eigentlich sein Vorbild. Wir sollten gute Werke tun, nicht um zu zeigen, ich habe etwas tolles getan. Wir sollten gute Werke tun, einfach weil sie nötig sind. Auch wenn der andere nicht mal merkt, dass wir etwas getan haben. Die besten guten Werke sind die, wo die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut. Jesus hat ein Wunder getan, ohne dass irgendjemand das richtig so bemerkt hat.
[41:57] Jesus hat einfach gesehen und gehört, da fehlt etwas. Und dann hat er geholfen. Und wenn wir das Denken Jesu in unserem Herzen haben wollen, dann müssen wir lernen zu sehen, wo etwas fehlt. Und dann nicht einen Auffriss machen und sagen, oh, da fehlt ja etwas. Sondern ganz still und heimlich, nach bestem Wissen und Gewissen, mit Gottes Kraft die Lücke füllen. So hat Jesus gearbeitet.
[42:23] Was interessant ist hier an dieser Stelle, es heißt ja, und er wusste nicht, woher es war. Die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Also wir haben den Chef und wir haben die Diener. Und sie werden jetzt konfrontiert mit diesem neuen Wein. Der Chef hat keine Ahnung, woher der kommt. Aber die Diener, die unter ihm stehen, die wissen es. Warum wussten sie es, woher er kommt? Sie hatten bereits eine direkte Begegnung mit Jesus gehabt.
[42:53] Schaut, vielleicht ist es ein bisschen zu weit gefasst, aber ist es nicht ein interessantes Bild dafür, wie manchmal die Unscheinbaren, die die unten stehen in der Rangordnung der Gesellschaft oder in der Rangordnung der Kirche, manchmal mehr wissen von Jesus als die, die oben stehen? Der Chef, der für alles verantwortlich war, der wusste nur, irgendwas ist anders. Er wusste nicht, warum und wie. Aber die, die eigentlich nur die Diener waren, die Diakone, wie das Griechische sagt, die kannten Jesus schon persönlich. Die hatten eine Erfahrung mit Jesus. Die wussten in dem Zusammenhang mehr als der Leiter der ganzen Zeremonie. Das kommt im Evangelium ständig vor, dass die Jünger mehr wissen von der Bibel als die Pharisäer. Das kommt in der Apostelgeschichte, wo Petrus und Johannes den Schriftgelehrten die Bibel auslegen müssen. In der Reformation, wo einfache Bauern mehr wussten als römisch-katholische Priester. Das ist ein Grundprinzip des Evangeliums, dass Gott sich jedem offenbart, der es möchte.
[44:02] Gehen wir ein bisschen weiter. Schauen wir zu Vers 10. Vers 10 ist der entscheidende Vers. In vielerlei Hinsicht. Der Speisemeister rief den Bräutigam und sprach zu ihm. Jeder Mann setzt zuerst den guten Wein vor und dann, wenn sie trunken geworden sind, den geringeren, und darüber hast du den guten Wein bis jetzt behalten.
[44:26] Jetzt haben wir hier das zweite Schlüsselwort, nämlich trunken. An der Stelle sagen viele, Wein könnte Traubensaft oder Alkohol sein, aber wenn hier steht betrunken, dann muss es Alkohol gewesen sein, oder? So sagen die Leute. Was würde die antworten? Okay.
[44:53] Das griechische Wort, das kann ich euch verraten, ist Methio. Und Methio kommt ungefähr sechsmal im Neuen Testament vor. Und fast immer heißt es betrunken. Und wenn ihr ein griechisches Wörterbuch aufschlagt, steht da, es heißt betrunken. Jetzt wird es schon ein bisschen kritischer. Betrunken sein? Ja?
[45:22] Kennt ihr eine Stelle im Neuen Testament, wo jemand etwas trinkt und betrunken oder berauscht ist, obwohl er auf jeden Fall nicht, ganz definitiv kein Alkohol getrunken hat? Es gibt eine Stelle im Neuen Testament, wo jemand auch das erlebt. Er trinkt oder sie trinkt etwas, von dem wir wissen können, es enthält kein Alkohol. Und ist davon berauscht, wie die Bibel sagt. Ihr wisst es alle, nur ihr kommt nicht drauf. Und zwar im letzten Buch der Bibel, schaut man Offenbarung 17. Offenbarung 17, Vers 6. Ich sah die Frau, das ist die Hure Babylon, nicht wahr? Berauscht vom... Den Wein hat sie in der Hand, das stimmt, aber sie wird berauscht von etwas anderem. Berauscht von dem... Den hat sie in der Hand, das stimmt, aber sie wird berauscht vom... Vom Blut der Heiligen. Jetzt ist Blut alkoholisch. Nein. Bluttrinken ist ganz schlimm, machen wir nicht, sollen wir nicht, aber eins kann ich verraten, wer Blut trinkt, ist danach nicht besoffen. Er muss sich vielleicht trotzdem übergeben. Das wäre sogar natürlich. Er ist nicht betrunken. Das heißt, hier haben wir auf jeden Fall ein Beispiel im Neuen Testament. Wo das Wort Methio vorkommt und es bedeutet nicht alkoholisiert, weil man wird von Blut nicht alkoholisiert, sondern es bedeutet einfach an der Stelle, sie hat so viel Blut getrunken, sie ist voll davon. So viele Märtyrer sind gestorben. Das ist die Idee.
[50:03] Es wird aber noch besser. Zum Glück kommt das Wort nicht nur im Neuen Testament vor, sondern auch in der Septuaginta. Ihr wisst, was die Septuaginta ist? Die Septuaginta ist die griechische Übersetzung und ist manchmal ganz hilfreich, weil es zeigt dann noch, wie die Worte auch breiter verstanden wurden. Und dieses Wort Methio kommt in der griechischen Alten Testamentbibel an einigen Stellen vor. Ich gebe euch jetzt mal ein Beispiel dafür. Schaut mal in Jesaja 58. Jesaja 58. Vers 11. Genau. Da heißt es, der Herr wird dich ohne Unterlass leiten und deine Seele in der Dürre sättigen und deine Gebeine stärken. Du wirst sein, und jetzt kommt das Wort, wie ein Wohlbewässer der Garten. Du wirst sein, und jetzt kommt das Wort, wie ein Wohlbewässer der Garten. Du wirst sein, und jetzt kommt das Wort, wie ein Wohlbewässer der Garten. Wird übersetzt mit Methio. Das meint nicht ein betrunkener Garten. Der Garten, der wankt nicht hin und her, sondern der Garten hat genügend Wasser. Er ist sozusagen wohlbewässert, hat genügend Flüssigkeit. Er ist voll mit Wasser sozusagen.
[48:23] Noch ein Beispiel. Psalm 65. Da kommt es gleich zweimal vor hintereinander. Und das zeigt also, dass das Wort tatsächlich eine breitere Spannung hat. Genau. Psalm 65, Vers 10 und 11. Ganz genau. Du suchst das Land heim und bewässerst es. Du machst es erreicht. Der Strom Gottes hat Wasser in Fülle. Du lässt dir Getreide gut geraten. Vers 11. Denn du tränkst seine Furchen. Der Acker ist nicht besoffen, er nimmt Wasser auf, bis er voll von Wasser ist. Das ist dasselbe Wort Methio. Das heißt eben, der Homer verwendet das Wort sogar in der Ilias dafür, dass eine Rinderhaut sich mit Fett aufsaugt, dass das Fett in der Rinderhaut aufgeht und dann die Haut man besser bearbeiten kann. Sie ist voll von Fett, sie trieft von Fett. Und auch die Rinderhaut ist nicht besoffen. Wenn dann auch Methio. Methio heißt eigentlich in seiner Grundbedeutung einfach voll von Flüssigkeit. Quasi wie aufgesaugt, wie ein Schwamm. Und je nachdem, ob das jetzt alkoholisch ist oder nicht alkoholisch entscheidet, wie ich denke.
[49:37] Aber jetzt gehen wir noch zurück zu Johannes 2 und stellen uns die Frage, gibt der Text uns selbst den Hinweis darauf, was es war? In Vers 10 haben wir gelesen, er sprach zu ihm, jeder Mann setzt zuerst den guten Wein vor und dann, wenn sie trunken geworden sind, den geringeren. Du aber hast den guten Wein bis jetzt behalten.
[49:59] Warum ruft er den Bräutigam? Also aus welcher Motivation tut er das? Lobt er ihn? Er sagt, jeder Mann, was heißt jeder Mann? Genau, er sagt, was du gerade tust, ist total unnormal. Alle erwarten, alle würden denken, dass es zuerst den guten Wein gibt. Und du hast ihn bis jetzt behalten. Nehmen wir mal an, es wäre alkoholischer Wein und die hätten seit Tagen schon Wein getrunken. Wäre irgendjemand noch in der Lage gewesen, zu diesem Zeitpunkt zu unterscheiden, ob der Wein jetzt von einer besseren Sorte ist oder von einer nicht so guten? Wenn man mehrere Tage lang einen alkoholischen Wein trinkt, wenn man mehrere Tage lang ein alkoholisches Zech gelagert hat, wird man nicht mehr sagen können, das war Jahrgang 1975, Jahrgang 1974. Solche feinen Unterscheidungen sind nicht mehr möglich. Aber offensichtlich geht der Speisemeister davon aus, dass diese Unterscheidung noch möglich ist. Denn er sagt, wir alle haben erwartet, jeder Mann macht das so, warum machst du das nicht so? Offensichtlich hat er ein bisschen Angst sogar, Ellen White sagt, er hatte ein bisschen Angst, dass er dafür getadelt wird, dass er das nicht alles unter Kontrolle hatte. Und das beweist, es muss Traubensaft gewesen sein, ansonsten macht diese Reaktion keinen Sinn. Wenn es Alkohol gewesen wäre, hätte er gesagt, naja, okay, gut, macht eh keinen Unterschied mehr, was jetzt das ist. Aber er hat sich gesorgt um die Reaktion der Gäste. Er hat sich gesorgt, dass er vielleicht einem falschen Lichter steht, weil er hier von der Tradition abgewichen sei.
[52:09] Übrigens, hat der Bräutigam den besten Wein am Anfang gehabt, ja oder nein? Er hat den besten gehabt, den Menschenhände produzieren konnten, nur der Wein von Jesus war noch so viel besser. Und seht ihr, das ist ein interessanter Parallel. Der Wein, den die Menschen gemacht haben, der Traubensaft, oder anders gesagt, Menschen, nach dem, was der Speisemeister sagt, Menschen gehen so ran, ich gebe dir erstmal das Gute und dann kommt später das Schlechtere. Menschen handeln immer so, dass sie uns erst das Gute geben und danach wird es etwas schlechter. Genau, man zeigt immer von der besten Seite die Werbung, diesen Spezialisten davor, am Anfang ist alles ganz toll und je länger man sich damit beschäftigt, desto mehr Negatives kommt. Bei Jesus genau umgekehrt. Am Anfang ist es vielleicht gar nicht so spektakulär, aber je mehr man sich mit Jesus beschäftigt, desto besser und besser wird es. Was hat er dem Nathanael gesagt? Du glaubst, weil du gesehen hast, mit dem Feigenbaum, du wirst noch größere Dinge sehen. Wer mit Jesus geht, erlebt immer noch besseres und immer noch schöneres. Die Welt ist immer auf einem Abwärtsgang. Mit Jesus geht es immer bergauf. Und das ist eine sehr wichtige Reaktion hier.
[53:29] Vers 11, letzter Vers. Was heißt das, wenn es heißt, er ließ seine Herrlichkeit offenbar werden? Sein Charakter. Wo schreibt Johannes etwas ganz Ähnliches mit dem Offenbarwerden seiner Herrlichkeit? Relativ am Anfang in Johannes 1, 14, das Wort wurde Fleisch und wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit eines Eingeborenen vom Vater voller Gnade und Wahrheit. Dieses Wunder offenbart den Charakter Jesu. Denn wie gesagt, er hätte auch einfach sich hinstellen können und sagen können, oh, ich habe gehört, euch fehlt Wein. Wie habt ihr dafür nicht gesorgt? Na ja, zum Glück bin ich ja da. Ich lasse es regnen. Bildet mich an. Hätte er auch machen können. Aber es hätte nicht den Charakter Jesu offenbart, sondern die Art und Weise, wie er es macht und auch wie er die Menschen mitmachen lässt und die Menschen mit zu Zeugen werden lässt für die ganze Sache, offenbart sein Wesen.
[54:41] Es heißt ganz bewusst nicht ein Wunder, sondern ein Zeichen. Was ist ein Zeichen? Also egal, was für ein Zeichen. Welche Aufgabe hat ein Zeichen? Es soll wahrgenommen werden, ja? Ein Weg weiß nicht wahr. Wenn man wandern geht und es ist ein Zeichen, dann sagt das Zeichen in die Richtung. Oder ein Logo soll etwas ausdrücken. Das heißt, diese Geschichte soll etwas ausdrücken. Sie hat eine symbolische Bedeutung, obwohl sie buchstäblich nicht ausgewertet ist. Es gibt zwei Elemente hier. Wasser und Traubensaft. Und das Ganze war in den Gefäßen aufbewahrt, die wofür bestimmt waren? Wofür waren die Gefäße? Für die Reinigung. Wasser und Traubensaft und Reinigung. Welches Symbol oder was steht hinter oder wofür steht das Wasser, wenn es um Reinigung geht in der Bibel? Thema Reinigung. Geistliche Reinigung. Welche Rolle spielt das Wasser? Die Taufe. Und welche Rolle spielt der Traubensaft geistlich gesehen? Das Blut Jesu. Woher wissen wir das? Beim Abendmahl. Das Abendmahl war das letzte Fest vor seinem Tod. Das erste Fest. Also mit anderen Worten, Jesus beginnt seinen Dienst mit einem Fest. Und er reicht den Jüngern und allen Menschen Traubensaft, den er gemacht hat. Und dann das letzte Fest vor seinem Tod, da reicht er seinen Jüngern den Traubensaft, ein Symbol für das Blut, das er jetzt für sie vergießen wird.
[56:43] Das heißt, diese Geschichte symbolisiert, welche Bedeutung die Taufe und das Kreuz haben. Die Taufe wird von Menschen durchgeführt, oder? Ein Mensch lässt sich taufen, er wird von einem Menschen getauft. Und die Taufe bedeutet völlige Übergabe. Die Krüge waren bis oben hin gefüllt. Aber ich kann mich noch so viel taufen lassen von Menschen noch und nachher. Es ist Jesus allein, der aus dem Wasser der Taufe die echte Vergebung des neuen Bundes macht. Das Wasser wird zu Wein. Ich steige in einen Fluss oder in ein Taufbecken und es ist Wasser. Und ich muss es tun, ich kann nicht sagen, naja, ist mir egal, aber ich muss es tun und das ist mein Teil des Gehorsams. Aber die Taufe selbst ist noch nicht das, was zählt, sondern Jesus verwandelt sozusagen die Taufe und das Versprechen der Taufe in echte Vergebung durch sein Blut. Das ist etwas, was der Mensch tun muss und etwas, was Gott tun muss. Der Mensch kommt zu Jesus, aber Jesus nimmt das, was wir ihm bringen und verwandelt es. Er schenkt uns den neuen Bund. Und davon ist der Traubensaft ein Symbol gewesen. Und dieser Traubensaft war besser als alles, was Menschen geben konnten. Nun, vorher gab es nur das, was Menschen gebracht hatten. Aber Jesus bringt durch sein Wort eine ganz neue Qualität. Genauso gab es vorher das Zeremonialgesetz, was Menschen durchgeführt haben, mit menschlichen Priestern. Und durch den Tod von Jesus bekommt der ganze Erlösungsplan eine ganz neue Qualität.
[58:25] Es heißt, er ließ seine Herrlichkeit offenbar werden und seine Jünger glaubten an ihn. Vom ersten Wunder an hat Jesus das Kreuz vor Augen. Was er tut, soll ihm bereits zum ersten Mal diese Lektion bringen, dass er gekommen ist, symbolisch Wasser in Traubensaft zu verwandeln. Unser Leben mit dem Segen des neuen Bundes zu füllen, damit wir ganz gereinigt werden. Nicht nur unsere Hände und nicht nur unsere Füße, sondern unser Herz soll gereinigt werden. Durch die Taufe, aber noch viel mehr. Das Stein in der Herz vielleicht. Genau. Durch das Blut Jesu. Oder vielleicht auch Gesetz. Genau. Müsste man nochmal genauer studieren. Ist jedenfalls sehr interessant. Aber der Punkt ist, Jesus zeigt, die wahre Reinigung ist in meinem neuen Bund. In dem Blut, das ich vor euch vergessen werde. Und vielleicht ist es nur Zufall, aber wie viele Wunden hat Jesus gehabt? Wie viele Wunden? Fuß. Hand. Kopf. Seite. Sechs Wunden. Vielleicht hat es was damit zu tun, vielleicht auch nicht. Interessant, es waren sechs Krüge.
[59:49] Nächstes Mal schauen wir, wie das Ganze weitergegangen ist. Aber für heute können wir sehen, dass das, was wir brauchen, ist das Blut Jesu. Sagt nicht der Johannes, dass wenn wir im Licht Jesu wandeln, reinigt uns das Blut Jesu von aller Sünde. Johannes war damals dabei. Und jetzt hat er verstanden, wofür die Reinigung wirklich da ist. Ein Symbol auf das Blut Jesu. Wollen wir noch Gott bitten, dass er uns Tag für Tag reinigt? Lass uns hinterknien.
[1:00:21] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir in der Geschichte von der Hochzeit zu Canaan nicht nur sehen können, dass es tatsächlich Traubensaft war und kein Alkohol, aber dass wir vor allem sehen können, wie du den Menschen damals zeigen wolltest, was die wahre, echte Reinigung ist. Reinigung durch das Wasser der Taufe und vor allem durch das Blut des neuen Bundes, das du für uns vergossen hast. Und wir danken dir, dass davon noch mehr vorhanden ist, als damals die 600 Liter für die Hochzeitsgesellschaft. Auch wir sind eingeladen, an einer Hochzeit teilzunehmen, an dem Hochzeitsmahl des Lammes. Und für diese Gelegenheit hast du von diesem geistlichen Traubensaft mehr als im Überfluss für jeden. So möchten wir dich bitten, dass wir unsere Kleider weiß machen im Blut des Lammes. Dass wir uns reinigen lassen von jeder Sünde und wir danken dir von ganzem Herzen, dass du das möglich machst durch deine Kraft. Amen.
[1:01:29] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!