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In dieser Predigt von Christopher Kramp wird die Begebenheit der Tempelreinigung durch Jesus Christus aus Johannes 2 beleuchtet. Der Vortrag analysiert die Hintergründe und die tiefere Bedeutung dieser dramatischen Ereignisse, von der Reise nach Kapernaum bis zur Konfrontation im Tempel. Es wird aufgezeigt, wie Jesus mit göttlicher Autorität und ohne Gewalt handelte, und wie die Tempelreinigung als Symbol für die Reinigung unseres eigenen Herzens dient.

In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die Reinigung des Tempels durch Jesus Christus, wie sie im Johannesevangelium beschrieben wird. Die Botschaft beleuchtet die tiefere Bedeutung dieser Handlung, die weit über eine einfache Vertreibung von Händlern hinausgeht. Es wird gezeigt, wie Jesus mit dieser Tat seine göttliche Autorität offenbart und auf seine eigene Rolle als Tempel und Sühneopfer hinweist. Die Predigt zieht Parallelen zur Reinigung des menschlichen Herzens und betont die Notwendigkeit, sich von weltlichen Dingen zu befreien, um Gott Raum zu geben.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen, einen wunderschönen guten Abend. Schön, dass ihr da seid und herzlich willkommen auf joelmedia.de zur nächsten Folge unserer Serie "Der Ersehnte". Heute haben wir eine Folge, ein Thema mit einer der vielleicht spektakulärsten Geschichten überhaupt im ganzen Leben von Jesus. Ihr dürft euch freuen.

[0:57] Und bevor wir beginnen, möchten wir wie jeden Abend gemeinsam beten und wo es möglich ist, dazu niederknien. Lieber Vater im Himmel, hab du Dank für diesen schönen Tag. Hab Dank für deine Segnung, hab Dank für deine Güte, für alles, was du für uns tust. Wir möchten dich bitten, dass die Worte, die wir jetzt lesen werden, die Geschichte dort in Johannes 2, dass diese Verse wirklich unser Herz berühren, uns Korrektur, Trost und Ermutigung schenken, dass wir darin wichtige Botschaften für unser Leben sehen und den Auftrag auch, den wir für unsere heutige Zeit haben. Bitte hilfst du uns, das herauszuziehen, was wirklich am dringendsten für uns notwendig ist und sprichst du durch deinen Heiligen Geist zu uns. Im Namen Jesu, Amen.

[1:44] Johannes Kapitel 2. Letzte Woche haben wir uns die Hochzeit zu Kana angeschaut und haben noch einmal nachgewiesen, dass es sich um guten, schmackhaften Traubensaft handelte und dass es sich um das erste Zeichen handelte, dass Jesus tat. Und an der Stelle geht es jetzt weiter in Vers 12. Johannes 2 und ab Vers 12. Wir lesen in Vers 12: Danach zog er hinab nach Kapernaum.

[2:12] Also danach meint nach der Hochzeit. Die Hochzeit ging ein paar Tage und als dann das Fest zu Ende war, zogen sie hinab nach Kapernaum. Warum steht dort, sie zogen hinab? Hat jemand eine Ahnung, warum es heißt, sie zogen hinab? Genau, Kana lag in der Nähe von Nazareth und Nazareth war im Hügelland. Das war so mehr so in der Gebirge, kann man nicht sagen, aber so ein bisschen erhöht. Weiß jemand von euch, wo Kapernaum lag? Das ist wieder die Zeit, um die Landkarten rauszuholen. Genau, es lag am See Genezareth, direkt am Ufer. Also demzufolge, ganz logisch, wenn man von Kana nach Kapernaum ging, ging man hinab.

[3:10] Kapernaum war ein kleines Dorf. Es wurde nachher später ganz berühmt als der Hauptstützpunkt von Jesus, aber das ist jetzt hier noch nicht so wirklich angedeutet. Kapernaum war zu der Zeit auch gerade mal so vielleicht höchstens 200 Jahre alt und heißt eigentlich auf Hebräisch Kafra Nahum, das heißt das Dorf Nahum. Das hat aber mit dem biblischen Propheten nichts zu tun. Und naja, man hat das ausgegraben, man findet da noch alte Synagogenreste, die allerdings etwas jünger sind als die Zeit von Jesus. Naja, interessanterweise heißt es hier: Danach zog er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger.

[3:57] Das ist interessant. Warum? Ja, also das ist ein indirekter Hinweis auch darauf, dass der Vater, der vermeintliche Vater in Anführungsstrichen natürlich, nicht mehr da ist, sonst wäre er sicherlich mitgegangen. Joseph ist gestorben, sagt Ellen White auch im Leben Jesu ganz deutlich. Und wir denken bei dem Dienst von Jesus meistens immer nur, dass seine Jünger mit ihm gegangen sind. Und das stimmt auch über weite Zeiten seines Dienstes. Aber hier in dieser Frühphase sehen wir, dass er nicht nur mit seinen Jüngern ging, sondern auch mit seiner Familie. Warum meint er das von Interesse von uns oder von Bedeutung? Das kann man daraus lernen, dass Jesus seine Familie, seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger gemeinsam mit sich nahm nach Kapernaum. Gibt es da irgendeine Lektion für uns herauszuziehen? Ja, er hat sie alle in seinen Dienst mit eingeschlossen.

[5:04] Warum ist es später manchmal nicht so gewesen? Warum ist er später nicht mit seiner Mutter und seinen Brüdern und mit seinen Jüngern gemeinsam gegangen? Das greift schon ein bisschen voraus auf spätere Zeiten. Aber was ist später passiert? Warum sind die nicht mehr als ein gemeinsamer Tross unterwegs gewesen? Was ist passiert? Okay, das hat er gemacht, hat sie dann zu zweit losgeschickt. Aber ich meine, wenn sie gemeinsam unterwegs waren. Warum sind später seine Brüder und seine Mutter nicht mehr so Gegenstand, jedenfalls zeitweise, des Trosses? Genau, wir können außerdem sogar zeigen, dass alle seine Brüder und selbst seine Mutter sich später von ihm etwas distanziert hatten zwischenzeitlich. Ja, und gesagt haben, sie wollten ihn dann zurückholen, weil sie dachten, er ist vielleicht ein bisschen verrückt oder so. Sie haben ihn nicht mehr verstanden.

[6:04] Und an der Stelle zeigt sich, dass Jesus, als er die Wahl hat, mit seiner Familie zu sein oder mit der Gemeinde, wählte sich die Gemeinde. Aber hier sehen wir idealerweise, so es möglich ist, wollte er, dass Familie und Gemeinde zusammen sind. Also er sagt nicht, jetzt habe ich ein Werk zu tun für die Gemeinde, ihr könnt nicht mehr mitmachen. Er möchte eigentlich, dass seine Familie und das, was er für die Gemeinde tut, dass sich das nicht im Wege steht. Und ich finde, das ist ein interessanter Punkt, weil wir auch manchmal, gerade wenn man aktiv in der Gemeinde ist, man auch so abwägen muss, wenn man Familie hat, wenn man Kinder hat, wenn man Eltern hat, mit denen man sich sorgen muss, wenn man Verantwortung in der Verwandtschaft hat und dann Verantwortung in der Gemeinde. Das kann sich manchmal beißen, da können Konflikte entstehen. Und hier sehen wir, Jesus hatte eigentlich vor, dass das gemeinsam zusammenwirkt.

[6:54] Könnt ihr noch eine andere Stelle in der Bibel euch besinnen, wo auch dann ohne Jesus, aber auch die Jünger und die Brüder von Jesus und die Mutter von Jesus wieder alle zusammen waren? Nach der Kreuzigung noch ein bisschen genauer. Genau, lasst mal euren Finger drin und geht mit mir zur Apostelgeschichte 1, Apostelgeschichte 1 und dort Vers 13 und 14. Apostelgeschichte 1, Vers 13 und 14. Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie sich aufzuhalten pflegten, nämlich Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomeus und Matthäus, Jakobus der Sohn des Alpheus und Simon der Zelot und Judas der Sohn des Jakobus. Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu und mit seinen Brüdern. Da waren sie alle wieder zusammen.

[8:03] Interessant, nicht? Am Anfang seines Dienstes waren sie alle zusammen und dann, als sie dann dreieinhalb Jahre später oder gut drei Jahre später wieder alle zusammen sind, wird der Heilige Geist ausgegossen. Zu Beginn seines Dienstes waren sie zusammen, zu Beginn der Entstehung der Christenheit waren sie alle zusammen. Man könnte fast sagen, wenn sie alle zusammenkommen, dann ist da Kraft. Das sind interessante Parallele hier. Also zurück zu Johannes 2. Er zieht also mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kapernaum und wie lange bleiben sie jetzt in Kapernaum? Wenige Tage sagt Schlachter, was sagt, hat jemand eine andere Übersetzung? Nicht lange sagt Luther, nicht wahr? Er wörtlich steht in der Elberfelder, ist es am besten übersetzt, nicht viele Tage.

[8:50] Wenn man jetzt wenige Tage liest, könnte man denken, das waren vielleicht nur drei, vier, fünf, sechs Tage. Es muss aber mehr gewesen sein und zwar aus folgendem Grund. Wann ist Jesus getauft worden? 27, wann genau? Also genau wissen wir nicht, aber ungefähr. Jahreszeit? Kurz nachdenken. Wann ist er gestorben? Im Frühjahr 31. Demzufolge ist er getauft worden? Im Herbst, er muss im Herbst getauft sein. Also irgendwann im Herbst ist er getauft worden. Nach seiner Taufe war er sofort, wo? In der Wüste und zwar wie lange? 40 Tage, das ist so ein und ein bisschen mehr Monat. Dann kam er aus der Wüste hervor und das war das, was wir in Johannes 1 gelesen haben, nicht wahr? Das waren so ungefähr, sagen wir mal eine Woche, wo er die ersten Jünger gemacht hat, wo die ersten Jünger zu ihm gekommen sind, wo er beim Johannes gewesen ist, Johannes gesagt hat, siehe das Lamm Gottes. Das waren ungefähr so sieben Tage und dann war er jetzt bei der Hochzeit und die Hochzeit las die auch eine Woche gegangen sein. Dann kriegt man also summa summarum 54 Tage nach der Taufe, vielleicht 60. Also mit gutem Willen zwei Monate vielleicht.

[10:21] Jetzt nehmen wir mal an, die Taufe war im Herbst, sagen wir mal Spätherbst, Ende Oktober oder so. Dann kommen wir jetzt mit der Hochzeit bis Ende Dezember oder so. Was ist das nächste Ereignis in der Geschichte? Das nächste Ereignis in Vers 13 ist und das? Passah. Passah ist wann? 14. Nisan, das ist so meistens im April oder vielleicht im März, März, April. Das heißt, könnt ihr sehen, wenn jetzt das nächste Ereignis Frühjahr ist und es gibt kein einziges Ereignis, das berichtet ist dazwischen, dann haben wir jetzt von der Hochzeit zu Kana bis zum Frühjahr wohl vielleicht, also mindestens zwei bis drei Monate. Nicht viele Tage, aber doch ein paar. Das ist alles interessant. Jesus, man könnte sagen, er verschwindet fast so ein bisschen. Er ist mal so in so einem kleinen Dorf und keiner weiß, wer er ist, außer seine Jünger und seine Mutter und seine Brüder.

[11:40] Also diese kleine Zeitperiode jetzt übersprungen. Kommen wir zu Vers 13. Und das Passah der Juden war nahe und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Jetzt ist es interessant. Was haben wir gelesen in Vers 12? Jesus zog hinab. Also erst zieht er hinab, dann zieht er hinauf. Es gibt mehrere interessante Parallelen zwischen der Geschichte von der Hochzeit zu Kana und der Geschichte von der Reinigung des Tempels. Fällt euch da vielleicht noch eine ein? Gibt es Parallelen zwischen der Reinigung des Tempels, die wir jetzt lesen werden, und der Geschichte von der Hochzeit zu Kana?

[12:27] Genau. Wozu war das Wasser eigentlich da? Das haben wir das letzte Mal ausführlich behandelt. Das Wasser, das dort in den Krügen war, war wofür da? Für die Reinigungssitte. Da ging es also um die Reinigung. Es hieß sogar wörtlich die Reinigungssitte der Juden. Könnte ich hier nennen? In Kapitel 2, Vers 6. Und hier geht es auch um das Passah der Juden. Und wir werden gleich sehen, was der innere Zusammenhang ist. Aber in beiden Fällen geht es um Symbole der Reinigung. Bei Hochzeit zu Kana ging es um das Reinigungswasser und Jesus erklärt die Bedeutung. Jetzt geht es um die Reinigung des Tempels. Also wir werden heute versuchen nachzuweisen, dass die Geschichten hier nicht einfach wahllos nebeneinander stehen, sondern der Johannes ganz bewusst bestimmte Geschichten ausgewählt hat wegen der Parallelen.

[13:25] Also wir sind jetzt im Frühling des Jahres 28. Drei Jahre noch bis zur Kreuzigung. Das Jahr 28 ist ein relativ ruhiges Jahr in der politischen Welt. Mal abgesehen davon, dass in der Nähe von den heutigen Niederlanden die Friesen einen Aufstand gegen die Römer wagen. Aber davon hat man im Nahen Osten wahrscheinlich nicht viel mitbekommen. Jesus zieht hinauf und es gibt das Passafest. Wie oft war Jesus wahrscheinlich schon beim Passafest gewesen? Was meint ihr? Jedes Jahr seit seinem zwölften Lebensjahr. Das heißt, jetzt denkt mal drüber nach. Das ist ein wichtiger Punkt. Man denkt fast, das ist selbstverständlich, aber das hilft einem schon eine ganze Menge von dem zu verstehen, was gleich passiert.

[14:17] Die meisten Leute, die diese Geschichte, die jetzt kommt, lesen, die haben das Bild von Jesus, der zum Tempel kommt, etwas sieht, was ihm nicht gefällt und dann ausrastet. Das ist so das Bild im Kopf von den meisten Leuten. Jesus kommt in den Tempel, sieht so, was macht ihr denn hier und wird wütend. Glaubt ihr, die haben hier zum ersten Mal diese Dinge getan, die hier beschrieben werden? Es wird sich eingebürgert haben. Mit anderen Worten, Jesus wusste, was auf ihn wartet. Jesus ist in Jerusalem nicht überrascht worden, sondern er kannte seit ungefähr 18 Jahren, wusste er, was am Tempel vor sich geht. Was immer wir also dann später sagen werden über seine Taten, es war auf jeden Fall keine spontane Reaktion. Er war mit dem Passah vertraut, denn wir wissen, dass seine Eltern ihn jeden Tag, jedes Jahr zum Passah gebracht haben. Woher wissen wir das? Wir wissen es indirekt. Jeder musste und es gab vielleicht auch ein paar Juden, die waren ungläubig oder nicht treu, aber wir wissen von Maria und Josef, es heißt, sie gingen jedes Jahr hinauf nach Jerusalem und als Jesus zwölf Jahre nahm sie ihn mit. Das heißt, wir können davon ausgehen, er war wirklich oft genug in Jerusalem. Er wusste, was dort kommen würde.

[15:39] Ganz kurz als Wiederholung nur, ich denke, ihr wisst das. Das Passahfest hatte welche grundlegende Bedeutung? Es war ein Erinnerungsfest an den Auszug aus Ägypten und genau die Erstgeburt war verschont worden. Das Blut des Lammes spielte eine Rolle und deswegen war es nicht nur ein Gedächtnisfest bezüglich der Vergangenheit, sondern auch eine Typologie auf das kommende Lamm Gottes und seit Jesus zwölf war, wusste er, ich bin das Lamm. Für ihn hatte das also eine ganz besondere Bedeutung. Er wusste, zu dem Zeitpunkt ist noch genau drei Jahre, dann wird dieses Lamm geschlachtet. Übrigens, sagt die Bibel ganz deutlich, dass zu diesem Fest man nach Jerusalem gehen musste. Es gab von den sieben Festen waren es drei, also dreimal im Jahr genauer gesagt, musste man zum Tempel. 5. Mose 16 sagt das auch sehr deutlich.

[16:42] Jetzt kommen wir zu Vers 14. Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Wechsler, die da saßen. Erste Frage, war es erlaubt im Zusammenhang mit dem Tempeldienst Tiere zu verkaufen? Ja oder nein? Genau, schaut mal mit mir in 5. Mose 14 und dort ab Vers 24. Da gibt es genau das, was du gerade gesagt hast, als Gesetzestext niedergeschrieben. 5. Mose 14, Vers 24. Wenn dir aber der Weg zu weit ist und du es nicht hintragen kannst, also das, was du opfern willst, weil der Ort, den der Herr dein Gott erwählen wird, um seinen Namen dorthin zu setzen, dir zu fern ist, wenn nun der Herr dein Gott dich segnet, so verkaufe es und binde das Geld in deiner Hand zusammen und gehe an den Ort, den der Herr dein Gott erwählen wird und gib das Geld für das aus, was irgendein Herz begehrt, es sei für Rinder, Schafe, Wein, starkes Getränk oder was sonst deine Seele wünscht und ist dort vor dem Herrn deinem Gott und sei fröhlich du und dein Haus. Also die Bibel sagt, man konnte also mit Geld kommen und erst vor Ort entsprechende Opfer kaufen oder auch entsprechende Dinge dann sich anschaffen. Das war also an sich nichts Verwerfliches.

[18:11] Nun sagt die Bibel aber nicht, dass das Ganze im Tempel geschehen sollte. Es sollte nur im Zusammenhang des Tempeldienstes war das erlaubt. Also gehen wir zurück zu Johannes und versuchen uns mal diese Szene etwas genauer vorzustellen. Wir wissen aus der Bibel, dass nicht nur Opfer gebracht werden sollten, sondern dass auch jeder Gläubige einmal im Jahr, was die Bibel nennt, ein Lösegeld zahlen musste für den Dienst des Heiligtums. Jeder musste einen halben Schäkel pro Jahr aufbringen, egal ob er arm oder reich war. Das steht in 2. Mose 30 ist das, wenn ihr das nachlesen wollt, Vers 12. Das war ein Lösegeld für die Israeliten, das sie zahlen mussten. Es gab also verschiedene Gründe, warum Israeliten Geld mit zum Tempel brachten. Einmal, weil sie eventuell von fern kamen und Opfertiere bezahlen mussten oder auch, weil sie einfach ihre Tempelsteuer zahlen mussten.

[19:07] Jetzt, in welchen Ländern gab es überall Juden, die jetzt bei diesem Passah hier auftreten würden? Juden gab es nicht nur in Palästina. Seit dem babylonischen Exil hatten sich die Juden überall hin verstreut. Wir wissen später aus der Apostelgeschichte, als die Jünger predigen, in verschiedenen Sprachen, da predigen sie nur zu Juden. Sie bringen sie nicht zu Heiden, das hätten sie doch gar nicht gemacht. Aber sie predigen zu Juden, die griechisch und lateinisch und arabisch und elamitisch und baktrisch und ich weiß nicht, die kommen von überall her, von der Grenze Indiens bis nach Spanien oder so. Das heißt, sie brachten von überall verschiedene Geldwährungen mit.

[19:50] Wenn man verschiedene Geldwährungen mitbringt, dann gibt es ein Problem, weil man muss das alles wechseln. Im Tempel gab es nur eine einzige Währung, die zugelassen war. Ich bin mal gespannt von euch, wer das zufällig weiß. Welche Währung war allein zugelassen im Tempel von Jerusalem? Das Tempelgeld. Weiß jemand von euch, welche Währung das war, von welcher Nation? Man würde denken vielleicht römisch, aber man hat sich, damals hatten sich die Priester gegen die römischen Münzen entschieden, weil es gab noch eine Währung, die hatte einen besseren Silbergehalt und das waren thyrische phönizische Doppeldrachmen. Ein Drachme war ja so eine Einheit und zwar aus Tyrus.

[20:55] Tyrus war ja die berühmte Handelskolonie, die auch die Phönizier in Nordafrika abgelegt haben, die Punier. Weiß jemand von euch, von welchem Stamm die Phönizier eigentlich abstammen? Fast, die wohnten in der ähnlichen Gegend, die waren auch am Meer gelegen, aber die Phönizier waren weiter nördlich. Die Philister waren mehr so griechischen Ursprungs, aber die Phönizier hatten einen ganz bestimmten ethnischen Hintergrund. Nicht mal das, noch schlimmer, noch schlimmer. Die Phönizier waren lupenreine Kanaaniter. Die Kanaaniter, deswegen als Jesus Jahre später dann Richtung Tyrus und Sidon geht, kommt ihm eine kananitische Frau entgegen, haben wir gerade letzte Woche gehabt, ich war im Gebiet von Tyrus und Sidon. Das war das Gebiet, was die Israeliten nie eingenommen haben, was sie hätten längst einnehmen sollen.

[21:55] Und das ist interessant, weil jetzt zur Zeit von Jesus im Heiligtum mit in Anführungszeichen kananitischem Geld bezahlt wird. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil es halt das beste Geld war, die beste Währung. Das ist deswegen furchtbar, das ist interessant, weil das hat man wenig darüber nachgedacht. Auf dieser Doppeldrachme, auf dem Geld, da waren ja Bilder drauf. Könnt ihr raten, was auf der auf der Drachme drauf gewesen ist? Genau, es war der Melkat, das war der der Stadtgott, der Stadtbal von Tyrus war abgebildet und auf der anderen Seite der Ptolemäische Adler, ein Symbol für Zeus. Damit mussten also die Israeliten ihre Tempelsteine bezahlen. Jetzt könnt ihr euch schon ein bisschen vorstellen, was Jesus davon gedacht hat. Ja, das war also quasi so ein bisschen Götzendienst ohne Götzen, nur auf Talern sozusagen. Das war schon interessant.

[23:03] Jetzt kommt noch dazu, jetzt stellt euch mal vor, ihr seid Priester im Tempel und ihr seid nicht die allergeistlichsten Menschen, sondern ihr seid ein bisschen weltlich gesinnt. Und ihr wisst, jedes Opfer, das gebracht wird, muss bezahlt werden. Welche logische Strategie haben wohl die Priester jetzt angewandt? Ja, also sie haben sozusagen dann vielleicht Tiere, die angeboten und gesagt, das reicht nicht aus, du musst hier ein bestes, ein makelloses Tier kaufen. Und welche Preise haben sie wohl gemacht? Schaut, das Ding ist ja der, sie wussten, sie waren ja Marketingexperten. Diese Leute kommen zum Teil aus Spanien und aus Indien und aus Ägypten, um zu opfern. Die werden jetzt, wenn sie sehen, dass die Preise etwas höher gestiegen sind, nicht wieder umdrehen, ohne zu opfern. Die müssen ja opfern. Das heißt, die Preise hochzutreiben war das Logischste auf der Welt, in Anführungsstrichen.

[24:09] Und Ellen White sagt, die Preise waren so teuer, dass viele Arme sich nicht einmal eine Taube mehr leisten konnten. Manche waren so verzweifelt, sie konnten sich nichts leisten. Sie dachten, ohne Opfer können mir die Sünden nicht vergeben werden, aber ich kann es nicht bezahlen. Jetzt, was mache ich jetzt? Und das war natürlich eine totale Katastrophe. Und übrigens sagen uns die Historiker, es gab sogar einen Schwarzmarkt dann außerhalb des Tempels, um diese Preise wieder zu umgehen. Aber es war ein totales Durcheinander. Und ein Großteil dieser Gewinnmarge ging nicht nur an die Geldwechsler, sondern an die Priester selbst. Ellen White sagt, dass die Priester diesen ganzen Dienst angefangen hatten, um sich dadurch zu bereichern. Und naja, und das Ganze war so laut, sagt sie, dass man die Worte des Gebetes gar nicht mehr hören konnte. Alles hat nur noch geblökt und geschrien.

[25:04] Das krasse war, hier war das Heiligtum, das war das Passahfest und niemand konnte mehr wirklich darüber nachdenken, was eigentlich Passah bedeutet, während der, auf den das Passah hinwies, in ihrer Mitte stand. Das ganze Passahfest wies auf Jesus, der stand da und keiner hat es mitbekommen, weil alle waren beschäftigt mit Verhandeln und jetzt den Ochsen untersuchen, ob er wirklich gut ist, nicht wahr. Und es hat geblökt und gegurrt und das Geld hat geklirt. Und übrigens gibt es eine Parallele zu dieser Szene, dann später in der Christenheit ist sowas mal wieder passiert, dass Priester sich so ähnlich verhalten haben, wie hier. Schau, es gibt eine ganz enge Parallele zu dem, was die katholische Kirche im Mittelalter gemacht hat, als man den Menschen auch zu horrenden Preisen die Erlösung verkauft hat.

[26:05] Und Ellen White sagt sogar, dass als Jesus den Dienst der Priester im Tempel dort sah, hat er mit prophetischem Auge in die Zukunft gesehen und hat auch gesehen, was in der Zukunft in seinem Namen wieder getrieben werden würde und das hat erst wirklich seinen Zorn erst noch bekräftigt. Also diese Idee mit dem Evangelium Geld zu machen, die hat der Satan immer wieder angewandt. Also das ist durchaus auch ein Typus auf das, was später dann in der Christenheit passieren würde.

[26:38] Jetzt kommt diese interessante Stelle, Vers 15 und 16. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Rindern. Und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um. Und zu den Taubenverkäufern sprach er: Schafft das weg von hier, macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus. Frage Nummer eins an euch. Hat Jesus Gewalt angewendet? Wenn ja, warum? Und wenn nein, warum nicht?

[27:35] Also halten wir fest, er hat eine Geißel in seiner Hand. Der Text sagt aber, auf jeden Fall können wir zustimmen, nicht was er damit gemacht hat, oder? Unsere Fantasie geht natürlich sofort mit uns durch. Wir sehen jemand mit einer Geißel in der Hand und wir sehen schon die Geißel in Bewegung. Aber der Text sagt es nicht. Er sagt nur, es ist eine Handlung. Also zumindest verlassen wir ja. Dass er die Tiere geschlagen hat, meinst du?

[28:11] Okay, also Tumult war sicherlich entstanden, werden wir gleich sehen. Also schauen wir erstmal an, wie Jesus hier agiert. Lassen wir den Finger drin und gehen mit mir zu Zacharias. Zacharias Kapitel 4, Vers 6. Bekanntes Wort, Zacharias Kapitel 4, Vers 6.

[29:28] Mal sehen, ob wir mit der Bibel auch beweisen können, das was Ellen White gleich sagen wird. Zacharias 4, Vers 6. Also Gott offenbart hier ein Prinzip, das selbst viele Glaubensmänner nicht immer umgesetzt haben, man denkt an Mose und andere, aber wenn Jesus der Sündlose war, dann muss er sich immer an dieses Prinzip gehalten haben, nicht durch Macht, nicht durch Kraft, sondern durch Gottes Geist. Was immer Jesus getan hat, hat er ohne Gewaltanwendung getan. Ellen White sagt, Gewaltanwendung ist dem Reich Gottes fremd.

[29:59] Jetzt schauen wir noch einen Text an, im Neuen Testament, in die gleiche Richtung. 2. Korinther 10, und dort Vers 4. 2. Korinther 10, und dort Vers 4. 2. Korinther 10, Vers 4. Denn die Waffen unseres Kampfes, befand sich Jesus in der Situation in einem Kampf, ja oder nein? Absolut. Die Waffen unseres Kampfes, und damit auch die Waffen von Jesus, sind nicht fleischlich. Was wären fleischliche Waffen? Genau, zuhauen, Boxhandschuhe, Kickboxen, drücken, schieben, jetzt geh mal. Das wären fleischliche Waffen, aber er sagt, unsere Waffen, die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig.

[31:03] Das ist interessant, keine fleischlichen Waffen, sondern mächtige Waffen. Das heißt, die fleischlichen sind was? Schwach. Wir würden ja denken, jemand der mal zuhaut, der ist stark, und jemand der nur dasteht, ist schwach. Aber hier sagt es, die die zuhauen, sind schwach. Die, die die geistliche Waffenrüstung haben, sind stark. Durch wen? Sondern mächtig durch, was steht im Text? Mächtig durch? Durch Gott, zur Zerstörung von Festungen. Übrigens, kennt ihr eine Geschichte in der Bibel, wo eine Festung zerstört worden ist, allein durch Gott? Jericho. Ja, wenn die einfach jetzt mit Stöcken und Steinen da gegen die Mauer gekämpft hätten, hätte nichts gebracht. Einfach nur dazustehen und Gott wirken zu lassen, war viel mächtiger.

[31:55] Und das ist genau das, was Ellen White sagt. Jesus stand einfach da und ließ Gott wirken, in dem Fall in einem besonderen Maße, weil er selbst Gott war. Was sie schreibt, ist einer der Momente in seinem Leben, wo sie sagt im Englischen, divinity flashed through humanity. Göttlichkeit leuchtete durch die Menschheit durch. Einer der Momente, wo Jesus so den Vorhang zumindest ein bisschen zur Seite geschoben hat und die Menschen gemerkt haben, das ist mehr als ein Mensch hier. Und glaubt mir, die Tiere und die Schafe und die Ochsen, die haben schnell gemerkt, dass ihr Schöpfergott vor ihnen steht. Und selbst die Menschen haben es gemerkt.

[32:42] Ellen White sagt, die Menschen haben gedacht, sie stünden am Tag des jüngsten Gerichts jetzt vor der entscheidenden Frage. Sie stünden jetzt vor dem entscheidenden Gericht. Interessant ist auch, dass im Text selbst ein Hinweis darauf ist, dass Jesus überhaupt gar keine Gewalt angewendet hat und fern davon war. Schaut mit mir Johannes 2 nochmal. Etwas, das mir auch vorher nie aufgefallen ist. Wir lesen mal Vers 15 und 16. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus. Ellen White sagt, er ging langsam die Treppen herunter und hatte seine seine Geißel in der Hand. Jetzt passt auf. Samt den Schafen und Rindern und den Wechslern verschüttet er das Geld und stieß die Tische um. Und jetzt Achtung Vers 16. Und zu den Taubenverkäufern sprach er: Schafft das weg von hier.

[33:35] Ich hab mich gefragt, warum sagt er ausgerechnet zu den Taubenverkäufern, schafft das weg. Warum sagt er, warum sagt er nicht zu denen, also anders gefragt. Die Schafe und die Rinder, die laufen einfach weg, die stehen da so rum, die laufen weg. Warum laufen die Tauben nicht einfach weg? Die sind in Käfigen, die können nicht einfach so weg. Also Jesus ist jetzt unterwegs und er schüttet die Geldtische um. Warum wirft er nicht die Tische um, wo die Tauben draufstehen und warum sagt er zu den Leuten, nehmt die Tauben weg. Jesus, der angeblich hier ausrastet, nicht wahr, alles kurz und kein Schlaut, schaut, er geht von Tisch zu Tisch, dort wo Tische sind, wo Geld drauf ist, nicht wahr, Geld, dreht er um, aber dort wo Lebewesen drauf sind und wenn es nur kleine Tauben sind, sagt er zu den Leuten, nehmt das weg und geht.

[34:36] Also wenn jemand wirklich gerade seine Fassung verloren hat und wütend ist, der hätte jetzt nicht, der hätte da nicht keinen großen Unterschied gemacht. Wenn jemand seine Fassung verliert, dann ist er nicht mehr in der Lage, so kleine Feinheiten zu beachten, aber Jesus in dieser Szene achtet auf das Wohl seiner Tauben, die er geschaffen hat. Er lässt nicht zu, dass eine Taube durch eine unachtsame Bewegung vielleicht sich verletzt. Das ist der Zorn Gottes. Der Zorn Gottes achtet noch während des Zorns auf das Wohl seiner Tauben. Das hilft uns vielleicht ein bisschen besser zu verstehen, was nachher in Offenbarung 15, nachher im zweiten Teil eine Rolle spielt.

[35:11] Also von wegen, Jesus hätte da irgendwie um sich geschlagen oder irgendwie will dieser. Jesus hat gezeigt, dass er Gott ist. Die Leute sind von alleine geflohen. Und übrigens, habt ihr genau gelesen, was er gesagt hat? Er hat gesagt: Schafft das hinweg, macht nicht das Haus, was die nächsten Worte. Meines Vaters. Woran erinnert euch diese Worte? Macht das Haus meines Vaters. Ja, Johannes 14. Okay, gut. Woran erinnert euch das noch? Hat Jesus schon mal so etwas Ähnliches gesagt gehabt zu dem Zeitpunkt?

[36:04] 18 Jahre zuvor hatte Jesus und hatte damit zum ersten Mal überhaupt zu irgendjemandem gesagt, Gott im Himmel ist mein Vater. Das hat er nur zu Maria und Josef gesagt. Hier sagt er zum ersten Mal vor einer breiten Öffentlichkeit: Gott im Himmel ist mein Vater. Ich bin Gottes Sohn. Jesus war tatsächlich nach seiner Taufe ein halbes Jahr durch die Gegend gezogen, ohne irgendjemandem öffentlich zu sagen, er sei der Messias. Ja, selbst die Jünger sind ihm hinterhergelaufen. Die haben gesagt, wir wollen gerne deine Jünger sein. Jesus hatte nur drei, jetzt denkt mal darüber nach, hatte nur dreieinhalb Jahre Zeit und hat trotzdem ein halbes Jahr lang, ist er einfach nur er selbst gewesen, ohne über sich zu reden. Er hat einfach nur gelebt und Menschen sind allein schon durch sein Dasein angezogen worden, ohne dass er gesagt hat, ich bin der Messias, ich bin der Sohn Gottes, jetzt folgt mir, Achtung, jetzt geht's los. Er war einfach nur da und Jünger kamen schon zu ihm.

[37:19] Erst ein halbes Jahr später hat er zum ersten Mal öffentlich gesagt, übrigens, den Gott, den er anbetet, ist mein Vater. Er sagt hier, im Frühjahr 28, hat er zum ersten Mal öffentlich seine Rolle als Messias, zumindest mal kundgetan, ohne zu sagen, ich bin der Messias, das hat er noch nicht gesagt, aber hat schon angedeutet, ich bin der Sohn Gottes. Übrigens, das mit dem Kaufhaus ist interessant. Ihr kennt vielleicht eine ähnliche Aussage, die Jesus dann drei Jahre später macht, weil drei Jahre später wird er noch mal den Tempel reinigen. Kurz vor seiner Kreuzigung wird dasselbe sich noch mal ereignen und dann sagt er: Ihr habt das Haus meines Vaters zu einer Räuberhöhle gemacht.

[38:02] Wofür war Tyrus bekannt? Eine weltweite Handelsmacht und dem geneigten Bibelstudenten ist der Begriff Tyrus in dem Zusammenhang noch aus einem besonderen Aspekt her bekannt. Genau, der König von Tyrus ist ein Symbol für Luzifer selbst, der mit seinen Handelsgeschäften sich selbst erhöht hat, der am Thron, im Heiligtum Gottes, im Tempel Gottes, im Allerheiligsten angefangen hat, sich selbst zu erhöhen und dann falsche Dinge verkauft hat, was sich jetzt im Wirken der Priester zeigt, weil die im Heiligtum sich selbst bereichern und selbst erhöhen auf Kosten von anderen. Das heißt, Jesus sieht in seinem Tempel, sieht er das Wirken, er hat quasi das wiedererkannt, was er schon vor Jahrtausenden im Himmel gesehen hat.

[39:13] Also der große Kampf spielt sich wieder ab, mitten in der Gemeinde, mitten beim Passahfest spielt sich der große Kampf ab und wir sehen hier auch, wie Jesus Krieg führt und wir sehen damit auch, wie er wohl auch die Engel aus dem Himmel vertrieben hat damals. Nicht mit einer Geißel und mit Laserschwertern und jetzt haut ab, sondern mit einer Offenbarung seiner Göttlichkeit, sie sind geflohen.

[39:33] Nun, interessant ist, wie Ellen White es beschreibt, vielleicht ganz kurz, sie sagt, dass alle, die dort standen, das Gefühl hatten, als wären sie vor dem Tribunal Gottes und müssten jetzt für alle ihre Werke Rechenschaft ablegen. Es war so, als ob er all ihre Gedanken lesen konnte und das hat die meisten weggetrieben und das konnte er auch, genau, steht dann gleich später sogar im Kapitel, er wusste genau, was in jedem Menschen ist und als seine Herrlichkeit offenbar wird, verlassen die allermeisten den Tempel.

[40:19] Das ist interessant, weil sie waren ja gekommen wegen dem Passah und als der, um den das Passah sich eigentlich dreht, sich offenbart, laufen sie alle wieder weg. Bis auf Ellen White sagt, nur einige wenige blieben übrig und zwar die Armen, die Kranken und die Blinden und die Lamen und die, die sowieso niemandem sonst geholfen hat, die blieben da und Jesus hat zu ihnen gepredigt, hat sie geheilt, hat ein Wunder nach dem anderen getan. Plötzlich war es ganz ruhig, es war Stille eingekehrt und jetzt konnte eigentlich das geschehen, wozu ein Passah eigentlich da war und naja, bevor aber es dazu kam, war ja eine Panik ausgebrochen.

[41:04] Ellen White sagt, viele Menschen haben echte Panik bekommen, als sie gesehen haben, wer Jesus ist und sind geflohen und selbst seine Jünger haben gezittert. Schaut mal mit mir, es heißt in Vers 17, seine Jünger dachten aber daran, dass geschrieben steht: Der Eifer um dein Haus hat mich verzerrt. Schaut mal mit mir in Psalm 69, das ist genau das Original, was hier zitiert wird. Psalm 69 und dort Vers 9 und 10. Das ist eine dieser messianischen Psalmen.

[41:48] Psalm 69 Vers 9 und 10. Entfremdet bin ich meinen Brüdern und ein Fremder geworden den Söhnen meiner Mutter, denn der Eifer um dein Haus hat mich verzerrt und die Schmähung derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. Also was er deutlich macht hier, dieser Eifer für das Haus Gottes führt sogar zu einer Entfremdung von seinen Geschwistern. Jesus hatte ein intensives Interesse am Heiligtumsdienst. Er konnte es nicht zulassen, dass der Heiligtumsdienst verfälscht wird, selbst wenn das bedeutet hat, dass Menschen ihn dafür gehasst haben, dass Menschen ihn dafür geschmäht haben. Er konnte es nicht zulassen, dass der Heiligtumsdienst so entstellt wird.

[42:41] Übrigens, warum hat Jesus das gemacht? Warum hat er ausgerechnet diese Tempelreinigung in der Form vorgenommen? War das einfach nur, dass er sagen wollte, jetzt ist mal gut, jetzt muss mal durchgegriffen werden? Interessant, nicht wahr? Wir glauben, dass seit 1844 das Heiligtum gereinigt wird. Schaut mal mit mir in 1. Korinther 6 und dort Vers 19. Bekannter Text. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt und das ihr nicht euch selbst gehört?

[43:43] Von Anfang an war Gottes Plan es schon immer gewesen, dass jedes geschaffene Wesen, egal ob Engel oder Mensch oder wer auch immer, jedes intelligente Wesen sollte ein Tempel sein für Gott. Wir als Menschen sind dafür geschaffen worden, ein Tempel zu sein. Doch die Sünde hat das zunichte gemacht. Wer in Sünde lebt, kann nicht gleichzeitig ein Tempel für den Heiligen Geist sein. Das ist das, was der Paulus deutlich sagt. Er denkt daran, er sei ein Tempel des Heiligen Geistes. Durch die Sünde war das unmöglich geworden, deswegen kam Jesus, um eine zweite Chance zu geben. Jesus wurde Mensch, er wurde damit zum Tempel, um wieder möglich zu machen, dass auch wir ein Tempel des Heiligen Geistes sind.

[44:33] Mit anderen Worten, all dieses Geblöke und dieses geschäftige Getreiben und dieser Egoismus, der sich im Tempel dort gezeigt hat, war eigentlich ein Symbol für all das geschäftige Treiben in unserem Herzen, für all den Handel, den wir treiben. Ich war so wie der Luzifer, ich war im Himmel. Für all das Betrügen und sich selbst in den Vordergrund stellen und das Abgelenktsein von Gott. So wie Jesus den Tempel damals gereinigt hat, will er unser Herz reinigen.

[45:13] Das ist interessant, weil in Kapitel 2 hatten wir vor die Geschichte von der Heiligen, von der Hochzeit von Kana. Da ging es auch um die Reinigung. Da ging es darum, dass wenn uns etwas fehlt, die Reinigung Jesu alles uns gibt, was wir brauchen. Hier bedeutet die Reinigung, wenn wir etwas zu viel haben im Herzen, dann wird die Reinigung Jesus das wegnehmen. In beiden Geschichten geht es um Reinigung. In der einen Geschichte geht es darum, wenn uns etwas fehlt, kann Gott es uns geben. Hier geht es darum, wenn etwas zu viel da ist, muss Gott es wegnehmen. In unserem Leben stellen wir fest, es gibt Dinge, die fehlen uns. Wir sagen, Gott, wie soll ich das bekommen? Es fehlt mir und das Blut Jesu sorgt dafür, dass die Dinge, die mir fehlen, zum Beispiel Geduld oder Gnade, Barmherzigkeit, dass er sie mir schenkt. Aber gleichzeitig gibt es Dinge in unserem Leben, die blöken zu laut. Die sind vielleicht schon gewohnt, wir merken gar nicht, dass es verkehrt sind, aber das Blut Jesu wird diese Dinge wegnehmen müssen. Die Reinigung des Tempels war ein Hinweis auf die Reinigung des Herzens.

[46:19] Und schaut mal, Jesus hatte genau das gesagt in Maleachi, vorhergesagt. Maleachi Kapitel 3, schaut mal, Maleachi Kapitel 3 und dort ab Vers 1. Maleachi Kapitel 3 und dort ab Vers 1. Siehe, ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll. Das war die Prophezeiung auf Johannes den Täufer, richtig. Und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen, der Herr, den ihr sucht und der Bote des Bundes, den ihr begehrt. Wer ist das jetzt? Das ist Jesus Christus. Er wird plötzlich zu seinem Tempel kommen. Das ist jetzt, was passiert, nicht wahr? Siehe, er kommt, spricht der Herr.

[46:55] Herr. Schauen. Jetzt achtet, was dort steht. Wer aber wird den Tag seines Kommens ertragen? Hat sich das nicht buchstäblich erfüllt in Johannes 2? Wenn er kommt, wer wird den Tag ertragen? Wer konnte es ertragen, als Jesus einfach da stand, als der Gottessohn? Nur ganz wenige. Die meisten sind davon gelaufen. Wer wird bestehen, wenn er erscheint? Nicht, weil er wütend umhergeschlagen hat, sondern weil er einfach der war, der er war. Denn er ist wie das Feuer des Silberschmelzes, wie die Lauge des Wäschers. Was macht man mit Lauge? Ja, man wäscht um zu. Wenn ich etwas waschen will, dann deswegen, weil es zu reinigen, zu reinigen. Es geht um Reinigung, nicht wahr? Reinigung des Tempels, die Lauge des Wäschers, Reinigung. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen. Er wird die Söhne Levis, wer sind die Söhne Levis? Die Leviten, wo dienen die Leviten? Im Heiligtum, die die die die ganze Zeit diesen Unsinn gemacht haben mit dem ganzen Verkauf. Er wird die Söhne Levis reinigen und sie leuchten wie das Gold und das Silber. Dann werden sie dem Herrn Opfergaben darbringen.

[48:22] Also könnt ihr sehen, wie Johannes 2 eine echte Erfüllung ist von dieser Prophezeiung. Jetzt interessanterweise ist diese Prophezeiung eine doppelte Prophezeiung, wie ihr vielleicht wisst. Sie erfüllt sich nämlich auch noch mal seit 1844 in dem himmlischen Gericht, wo auch eine Botschaft, ein Bote vorherging, die war die Miller-Bewegung und dann der der Engel des Bundes, Jesus plötzlich zum Tempel kam, zum Allerheiligsten und auch jetzt wieder das Volk Gottes gereinigt wird. Das heißt, die Geschichte von Johannes 2 ist ein Symbol dafür, was auch mit dem Volk Gottes passiert seit 1844. Jesus Christus als Gott offenbart sich und viele, die bis dahin ganz geschäftig einfach Christ gewesen sind, stellen fest, sie werden ausgesichtet. Aber die, die aufrichtig gekommen waren, um Vergebung zu bekommen, die bleiben bei Jesus. Das ist also ein Bild auch für die Sichtung der Gemeinde.

[49:27] Jetzt zum Schluss. Nach einiger Zeit haben die Juden sich dann vor allem die Pharisäer wieder gefasst. Ich meine, erstens waren sie natürlich, sie haben Jesus gehasst. Sie waren ja total blamiert. Sie galten als die Helden der Nation und jetzt hatte Jesus sie vertrieben. Aber Ellen White sagt, obwohl sie ihn gehasst haben, haben sie doch nicht leugnen können. Er wird wahrscheinlich ein Prophet sein. Aber was sie am meisten stört, ist, dass dieser jemand ein Zimmermann aus Galiläa ist, ohne Schulabschluss. Der hat nichts vorzuweisen und hat sie gerade alle vertrieben. Und deswegen fragen sie jetzt eine berühmte Frage in Vers 18.

[50:05] Kommen sie zurück. Sie sehen jetzt, was er alles getan hat. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, dass du dies tun darfst. Mit anderen Worten, was ist ihre Frage? Wer hat dir das erlaubt? Welcher Ausschuss hat dir das genehmigt? Wem haben sie schon mal diese Frage gestellt? Johannes. Nur ein Kapitel vorher haben sie gefragt: Warum taufst du? In wessen Vollmacht taufst du? Die Pharisäer, die hatten immer eine Frage gehabt. Die Sadduzäer genauso. Wer hat es dir erlaubt?

[50:36] Übrigens, was haben die Pharisäer und die Sadduzäer dann die Apostel gefragt, als sie ihren ersten Menschen geheilt haben? In welchem Namen habt ihr das getan? Wer hat es euch erlaubt? Für sie gab es immer nur erlaubt, nicht erlaubt, nicht erlaubt. Übrigens, das ist eigentlich kurios, nicht wahr? Nach dieser Geschichte jetzt zu fragen, kannst du uns ein Zeichen geben, damit wir sehen, wer dich autorisiert hat? Er hat gerade gezeigt, ich bin Gott. Das göttliche Licht schien vor seinem Angesicht und sie fragen jetzt nach einem Zeichen.

[51:11] Und Jesus macht etwas Interessantes. Er sagt einen prophetischen Satz. Er sagt in Vers 19: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. Übrigens, zunächst einmal wichtig, dieser Satz ist oft zitiert worden. Wo ist er später oft zitiert worden? Bei seinem Verhör wird diese Szene ganz oft zitiert, aber mit einer kleinen Veränderung. Lass mal dein Finger hier drin, geh mal mit mir zu Matthäus 26. Er wird immer wieder zitiert, aber man dreht seine Worte im Mund um. Schaut mal Matthäus 26, Vers 61. Zuletzt aber kamen zwei falsche Zeugen und sprachen: Dieser hat gesagt, ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn in drei Tagen aufbauen. Was war die Verdrehung?

[52:13] Genau, was hatte Jesus wirklich gesagt? Er hatte zu ihnen gesagt: Brecht den Tempel ab und ich werde ihn aufbauen. Aber sie haben es immer umgedreht, als hätte er gesagt, ich kann den Tempel abbrechen und ihn wieder aufbauen. Was er hätte können, aber wir werden gleich sehen, warum das wichtig ist. Okay, also halten wir fest, er sagt: Brecht den Tempel ab, also ihr macht das, aber ich werde ihn wieder aufrichten und zwar in drei Tagen. Jetzt die Juden sind natürlich völlig außer sich, weil wie sie sagen, Vers 20: Da sprachen die Juden: In 46 Jahren ist dieser Tempel erbaut worden.

[52:48] Übrigens, die Erbauung des Tempels, die Gelehrten sind nicht ganz einig, irgendwann zwischen 21 bis 19 vor Christus hat das begonnen unter Herodes. Das heißt, der Tempel war jetzt erst fertig geworden, ungefähr im Jahre 27 nach Christus. Das heißt, als Jesus mit zwölf im Tempel war, war der noch gar nicht ganz fertig gebaut. Der Tempel war gerade brandneu, ja 26, 27, so ungefähr die Zeit war der erst gerade fertig geworden. Das war also nichts etwas, was Jesus hätte wissen können, dass die so lange am Tempel gebaut haben. Das ist quasi jetzt eines der ersten Passah gewesen, wo der Tempel endlich fertig war. Es gibt so Langzeitprojekte, da baut man Jahrzehnte dran, Stichwort Stuttgart 21 und so, hoffentlich wird es nicht 46 Jahre dauern. Naja, Jesus kommt hoffentlich vorher wieder. Aber der Punkt ist, die Juden können sich das überhaupt nicht vorstellen.

[53:46] Im Griechischen ist es sogar so, dass sie sagen, in 46 Jahren ist dann der Tempel gebaut werden und jetzt emphatisch und du willst ihn wieder aufbauen, du bist vielleicht ein Zimmermann, aber in drei Tagen schaffst du das nicht. Was hat Jesus wirklich gemeint? Schauen wir mal in Vers 21. Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.

[54:06] Jesus hat also etwas Prophetisches gesagt. Ihr werdet diesen Tempel abbrechen. Worauf bezog sich das? Auf seine Kreuzigung. Ihre eigentliche Frage war ja, in wessen Vollmacht hast du das getan? Was Jesus sagt ist, schaut mal her, ich bin das Heiligtum. Ihr fragt mich gerade, warum ich im Heiligtum aufräume. Dieses Heiligtum, was ihr dort seht, ist nur gegründet worden, um auf mich zu weisen. Ja, Gott hat ja nicht das Heiligtum sich ausgedacht, weil er Langeweile hatte, sondern das Heiligtum hat nur eine Funktion, auf Jesus zu weisen und jetzt kommt Jesus und sagt, so ist es nicht gedacht, es sollte so sein.

[54:58] Jetzt fragen sie, in wessen Autorität machst du das? Das ist unser Tempel, weißt du das nicht? Ich sage, pass auf, ich erkläre es euch mal so, ich bin der Tempel, alles was hier geschieht, ist nur wegen mir. Was fragt ihr mich nach der Autorität? Natürlich kann ich machen mit dem Tempel, was ich will, es ist mein Tempel, ich bin der Tempel. Also jetzt passt mal auf, das Abbrechen des Tempels ist eine Metapher für die Kreuzigung und jetzt macht der Satz, den er sagt, unglaublichen Sinn und ist total spektakulär.

[55:35] Er sagt nämlich: Brech diesen Tempel ab, wer wird ihn aufrichten? Er sagt, ich werde ihn in drei Tagen aufrichten. Er sagt nicht, und jemand wird mir helfen, ihn aufzurichten, er sagt, ich selbst richte ihn wieder ab. Wenn der Tempel ein Symbol ist für seinen Körper und das Abbrechen ein Symbol für die Kreuzigung, dann ist das Aufrichten ein Symbol für, er sagt mit anderen Worten, hier wie auch in Johannes 10, ich werde mich selbst auferwecken. Ich werde den Tempel selbst auferrichten.

[56:08] Damit sagt, also die Frage war ja, was ist deine Autorität? Und er sagt so zwischen den Zeilen, übrigens, sie werden es nicht verstanden haben, aber er sagt, so nebenbei gesagt, ich bin Gott, ich werde mich selbst auferwecken, reicht das als Autorität? Gibt es eine höhere Autorität als jemand, der, wenn er tot ist, sich selbst auferwecken kann? Das ist die höchste Autorität überhaupt. Er sagt, ich bin Gott. Das haben sie natürlich nicht begriffen, weil in ihrem Kopf war er nur ein Zimmermann, aber im Grunde genommen beantwortet ihre Frage auf den Punkt.

[56:41] Übrigens, hat Jesus gewusst, dass sie seine Worte nicht verstehen werden? Hat Jesus gewusst, dass seine Jünger die Worte nicht verstehen werden? Warum hat er sie denn trotzdem gesagt, wenn er weiß, dass keiner ihn versteht? Interessanterweise sagt Ellen White, er wusste, dass sie es nicht verstehen werden und er hat auch nicht mal Anstalten gemacht, es ihnen zu erklären aus einem bestimmten Grund. Um das zu verstehen, hätte ihn jetzt erklären müssen, seinen Jüngern, dass er in drei Jahren sterben wird und darauf waren sie nicht vorbereitet. Selbst später, über ein Jahr später haben sie das nicht verstanden. Jetzt waren sie nicht darauf vorbereitet.

[57:15] Manchmal muss Gott Sachen sagen, obwohl er weiß, keiner kann es verstehen. Aber er sagt es trotzdem, dass wenn die Zeit reif ist, die Menschen sich daran erinnern und sagen, er hat es ja schon gesagt. Das ist ja das Wesen aller Prophetien. Man steht vor der Prophetie und denkt, was soll das nur bedeuten, wenn die Zeit kommt, dann wird es plötzlich offenbar. Das ist interessant. Gott muss oft Dinge sagen, wo er weiß, mich versteht keiner. Aber ich sage es trotzdem, weil später werden sie es verstehen. Ich sage es euch voraus, damit wenn es geschieht, ihr glaubt, dass ich es gewesen bin.

[57:54] Vieles habe ich noch zu sagen, ihr könnt es jetzt nicht begreifen. Gott mit all seinem Vorwissen ist oft ganz alleine, keiner versteht ihn. Aber mit der Zeit kann man ihn verstehen und das ist ein wichtiger Punkt auch für uns, wenn wir mit Menschen arbeiten. Manche Dinge können Menschen nicht gleich sofort verstehen und da müssen wir nicht immer alles gleich auf einmal erklären. Nützt gar nichts.

[58:18] Übrigens, letzte Frage, hat Jesus neben seinem Körper auch noch von einem anderen Tempel gesprochen? Von der Gemeinde? Ja. Also woran haben die Juden gedacht, dass er gesprochen hat? Hat Jesus den auch mit im Blick gehabt? Absolut, denn als er gesagt hat, als er gesagt hat, brech diesen Tempel ab, meint er, sagt die Bibel, seinen eigenen Körper. Aber dass ein eigener Körper letztlich nur die Erfüllung dieses Tempels ist, ist natürlich dieser Tempel mit gemeint.

[58:53] Als Jesus gekreuzigt wurde, was passierte mit dem Tempel? Der Vorhang zerriss, der Tempel hatte keine Bedeutung mehr und durch das Wirken der Priesterschaft war damit der Tempel faktisch zerstört. Noch heute nicht mehr, aber solange bis der Tempel noch stand, haben sie noch weiter geopfert? Ja klar, natürlich. Das eine Lamm ist weggelaufen, weil das war Gottes Vorsehung. Aber danach sind wieder Opfer, aber die waren bedeutungslos, die waren umsonst, die waren ohne jegliche Gottes Zustimmung. Aber sie können jetzt nicht opfern, weil sie kein Tempel haben. Aber ihr großes Ziel ist, wieder ein Tempel aufzubauen und zu opfern. Sie züchten ja schon wieder die roten Kühe, damit sie rote Kühe opfern können nach dem vierten Mose und so. Aber der Punkt ist, der Opfer, den es war, ist beendet worden.

[59:58] Jesus, das Volk, hatte den irdischen Tempel zerstört, aber durch die Auferstehung Jesu würde er den Tempel wieder aufrichten. Und zwar wo? Im himmlischen Heiligtum. Der Tempeldienst würde wieder errichtet werden und zwar durch den auferstandenen Christus, der sich selbst wieder auferweckt hat. Der würde im himmlischen Heiligtum den priesterlichen Dienst weiterführen. Und in diesem Sinne, vielleicht lesen wir noch zum Abschluss, Hebräer 4 Vers 14, hat Jesus hier eigentlich schon sehr weit in die Zukunft vorausgewiesen.

[1:00:26] Hebräer 4 Vers 14 bis 16. Da wir nun einen großen, hohen Priester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen hohen Priester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist, in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hintreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.

[1:01:05] Wir leben auch in einer Zeit, wo das Heiligtum gereinigt wird, das himmlische Heiligtum. Und wir sind eingeladen, so wie damals die Armen und die Kranken, hinzuzutreten mit Freimut zu Jesus. Nicht wegzulaufen im Gericht, wenn der Richter uns anschaut, im Vertrauen zu ihm zu kommen, unsere Sünden ihm zu geben und uns vergeben zu lassen, statt aus Angst wegzulaufen und dann vielleicht Hass gegen Jesus zu bekommen. Diese Geschichte illustriert, wie Jesus Gericht hält, wie er sein Heiligtum reinigt und wie er unser Herz reinigen möchte. Und ich glaube, wir alle können was daraus lernen. Wir können heute sagen: Herr, reinige mein Herz von allen belögenden Schafen und allem Falschgeld, was da noch rumliegt.

[1:01:51] Noch gemeinsam beten, lasst uns hinterknien, wo es möglich ist. Lieber Vater im Himmel, was für eine Geschichte, was für interessante Prinzipien, die wir dort entdecken können. Wir danken dir, dass wir die Evangelien haben, die so wunderbar das Wesen Jesu beschreiben. Wir danken dir, dass wir so viele Parallelen in unsere Zeit ziehen dürfen und dass wir auch durch die Schriften von Ellen White sehen können, wie wunderbar Jesus gewirkt hat. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, dass auch aus unserem Herzen all das hinaus gereinigt wird, was dort nicht hingehört. Aller Stolz, aller Egoismus, alles das, was uns ablenkt von dir und was unseren eigentlichen Daseinszweck verdunkelt, damit du so darin regieren kannst, so wie du, Herr Jesus, damals im Tempel dann voller Stille und Ruhe dein Werk tun konntest. So bitten wir dich, dass du das tust nach deiner Verheißung. Amen.


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