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In dieser Predigt von Christopher Kramp wird das Evangelium nach Lukas im Detail untersucht, wobei ein besonderer Fokus auf die Einleitungsverse und das Geschlechtsregister gelegt wird. Es wird beleuchtet, wie Lukas die Linie Marias nachzeichnet und wie seine Darstellung sich von der Matthäus‘ unterscheidet. Die Predigt erklärt auch die Bedeutung der Einleitungsverse für das Verständnis von Lukas‘ Absicht und die Natur der biblischen Inspiration.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] Ja, eigentlich, wenn man ganz genau ist, geht er bis wohin? Bis Gott. Also er geht wirklich bis ganz an den Anfang der Geschichte. Während Matthäus ja bei Abraham anfängt, fängt Lukas bei Gott an und dann Adam. Also er hat noch Geschlechtsregister drin, die Matthäus ausgelassen hat. Können wir gleich drüber diskutieren, warum. Okay, was fällt euch noch auf? Wir beobachten erstmal, was uns auffällt.

[5:27] Genau, also Matthäus strukturiert sein Geschlechtsregister. Da haben wir gesagt, er hat von Abraham bis David und von David dann bis zur Gefangenschaft in Babylon. Also das ist strukturiert und das in Lukas ist nicht strukturiert. Das geht einfach so von A bis Z durch. Ja, da gibt es keine Zwischenstationen, die irgendwie markiert sind. Okay, was fällt euch noch auf?

[6:00] Matthäus hat Frauen drin und Lukas nicht, weil normalerweise kommen einem Geschlechtsregister eher nie Frauen vor. Ja, das war ja das Besondere an Matthäus. Also hier haben wir Frauen und da keine Frauen. Sofort Maria, bist gleich dran. Jetzt. Also was ist der Unterschied zwischen Matthäus und Lukas? Also was meinst du jetzt? Was ist der Unterschied? Du meinst Lukas? Ja, bei Lukas. Also ich frage dich, was ist der Unterschied zwischen den beiden? Okay.

[7:08] Noch was? Ja, also das ist eine andere Formulierung. Hier heißt es immer Abraham zeugte und hier heißt es ein Sohn des, des, des. Ja, das ist immer so dieses auf den nächsten, auf den nächsten. Ja, ja, das definitiv schon. Das Wort Sohn im Hebräischen ist natürlich auch meint man auch Schwiegersohn oder auch Enkel und so weiter. Das ist breiter gefasst als bei uns Sohn. Aber hier ist es expliziter. Ja, hier ist es wirklich er zeugte den. Während hier das ein bisschen mehr allgemeiner gehalten ist, wird gleich noch wichtig werden. Ja, genau.

[8:18] Hier wird es in beiden Fällen. Genau, hier ist Josef der Sohn von, der Mann von Maria, die die Mutter von Jesus ist. Und hier heißt es, Jesus wurde, es wurde angenommen, dass er der Sohn von Jesus ist, weil in beiden Fällen ist ja deutlich, Josef ist nicht der Vater. Ist euch noch was aufgefallen? Etwas ganz, ganz, ganz, ganz Wichtiges. Muss euch noch auffallen. Okay, das ist nur das Geschlechtsregister selbst, weil das ist ja noch Teil der Geschichte sozusagen, dass er anfängt mit seinem Dienst. Okay, also das bezieht sich auf sein Wirken und das auf seine Geburt.

[9:26] Okay, okay. Ja, das ist sicherlich ein interessanter Gedanke, aber es gibt auf jeden Fall noch eine ins Auge stechende Unterschiede, den ihr noch nicht gesagt habt. Ihr habt das meistens schon gehört, aber eins müsst ihr auf jeden Fall noch erkennen. Ja, ja, und? Und? Ist aber überhaupt gar nicht. Ist irgendjemand aufgefallen, dass es überhaupt nicht gleich ist, die Anzahl der Glieder? Es sind wesentlich mehr. Es sind wesentlich mehr.

[10:13] Und das bringt mich jetzt zu einer Beobachtung, die ihr noch nicht gemacht habt, die ihr unbedingt machen müsst. Schaut euch mal die letzten Glieder vor Josef an. Ja, bei beiden. Also die Zeit zwischen, ja, einfach vor Josef, so die letzten Glieder vor Jesus quasi. Vergleicht die mal. Der erste, dem was auffällt.

[10:48] Aha, das sind ganz andere Namen und zwar auch ganz andere, eine ganz andere Anzahl an Generationen. Wo ist denn der Punkt, wo es das letzte Mal gleich ist? Findet das jemand raus? Wir machen mal folgendes. Wir gehen mal zu Abraham, ja. Wir machen mal folgendes. Die erste und zweite Reihe von euch, ja, ihr seid mal in, sag mal schnell, in Matthäus und die dritte und vierte, ihr seid in Lukas, okay. Und wir gehen jetzt von Abraham und ihr guckt immer, ob der jetzt auch bei euch drin ist, okay. Verstanden?

[11:38] Also habt ihr Abraham? Klar habt ihr Abraham. Habt ihr Abraham? Habt ihr auch Abraham in Lukas? Schaut mal in Vers 34. Okay, jetzt ist es einfach. Jetzt haben wir Abraham, ja. Habt ihr Isaac? Habt ihr Jakob? Judah? Peretz? Hesron? Aram? Aram? Jetzt ist es mal im Übersetzer. Aber bei euch steht auch Aram, oder? Ram, Aram, ja, ist dasselbe. Dann Aminadab? Aminadab? In Vers 33? Bist du in Lukas oder in Matthäus? Aminadab? Okay, gucke ich gleich noch mal nach. Nach schon? Danach? Salmon? Boas? Obed? Isai? David? Wen habt ihr danach?

[13:01] Matthäus und Lukas beschreiben zwei verschiedene Geschlechtsregister. Und zwar Matthäus beschreibt das durch Salomo und Lukas beschreibt das durch Nathan. Der Salomo kommt ja nie vor. Und ab hier sind die Namen vollständig anders. Frage, wer von den beiden hat recht? Matthäus und Lukas beschreiben zwei verschiedene Geschlechtsregister und beschreiben dadurch die Geschlechtsregister von zwei verschiedenen Personen. Frage, wer von den beiden eurer Meinung nach beschreibt wohl den Stammbaum von Josef und wer beschreibt den Stammbaum von Maria? Warum?

[14:22] Genau, also schaut mal noch mal Matthäus. Sehr interessant. Und dort in Vers 16, da heißt es, Jakob zeugte den Josef. Ziemlich deutlich. Jakob zeugte den Josef. Das heißt, der leibliche Vater von Josef war ein gewisser Jakob. Wenn ihr jetzt aber zu Lukas geht, Lukas 3, da heißt es in Lukas 3, Vers 23, und Jesus war ungefähr 30 Jahre alt, als er begann, er war, wie man meinte, ein Sohn Josefs, des Eli.

[15:10] Und diese Formulierung, des, also der Sohn des, kann im damaligen Gebrauch auch bedeuten, der Schwiegersohn des. Heißt mit anderen Worten, während Eli zwar Josef nicht gezeugt hat, weil Jakob hat Josef gezeugt, war Josef auch der Sohn, nämlich der Schwiegersohn von Eli. Also sozusagen, wenn ich das jetzt hier, also der Vater von Josef war ein gewisser Jakob und der Schwiegervater von Josef war ein gewisser Eli. Das war der Mann von, der Vater von Maria.

[16:01] Das heißt, Lukas 3 beschreibt in einem eigenen Geschlechtsregister die Linie von Maria. Und beide, das letzte, was die beide gemeinsam haben, ist der König David. Denn wir haben letztes Mal festgestellt, das Geschlechtsregister von Matthäus geht gar nicht wirklich biologisch abstammungsmäßig zu Jesus. Es geht nur bis Josef. Aber das Geschlechtsregister von Lukas geht sozusagen biologisch wirklich bis zu Jesus durch. Und zwar nicht durch Salomo, sondern durch Nathan.

[16:42] Jetzt, wer war Nathan? Also Salomo kennen wir. Die ganzen Könige, die hier kommen, das läuft alles auf Josef zu, nicht auf Maria. Jesus war der Sohn Davids und der Sohn Abrahams, aber nicht durch die Königsliste, sondern durch diese ganz unbekannte Liste. Von den Namen ab Nathan kennt man keinen einzigen in der Bibel mehr so gut. Wer war der Nathan? Der ist doch der Einzige, der in der Bibel vorkommt. Natürlich gab es den Propheten Nathan. Aber schlagt mal mit mir auf. Und zwar in, Moment mal, wo haben wir das? Hier, in 1. Chronik 3, Vers 5.

[17:08] Und das ist eine der interessantesten Geschichten überhaupt. Also 1. Chronik 3, Vers 5, das ist mitten in diesem riesigen Wust an Geschlechtsregistern. In 1. Chronik 3, Vers 5, da haben wir die Nachkommen Davids. Und schaut mal in Vers 5, dort heißt es, und diese wurden ihm in Jerusalem geboren. Schimea und Schobab und Nathan und Salomo, vier von Bathsheba, wie sie auch genannt wird.

[17:55] Das heißt, Nathan war ein Bruder von Salomo. Und das ist deswegen so interessant, weil sie beide die gleiche Mutter hatten, nämlich Bathsheba. Und könnt ihr mir sagen, was ist wohl das Interessante daran? Warum ist das so spektakulär, dass dieser Sohn Nathan hieß, wenn ihr wisst, dass er von Bathsheba auch stammt? Es gab einen anderen Propheten namens Nathan, der David getadelt hatte wegen seiner Sünde mit Bathsheba.

[18:31] Also stellt euch vor, hier ist David, begeht den Ehebruch mit Bathsheba und dann kommt der Prophet Nathan und tadelt ihn. Ihr wisst ja, er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, nicht wahr? Der hat dem König wirklich die Kante gegeben. Und David bekehrt sich. Das Kind stirbt und dann hat er vier andere Kinder mit Bathsheba und einen davon nennt er Nathan. Was sagt euch das über David an der Stelle? Okay, eine Erinnerung vielleicht, ja?

[19:11] Also offensichtlich hat er sich wirklich der Sache, also ist er sich wirklich bewusst geworden. Stellt euch vor, ihr lebt in einer Sünde und dann lest ihr in einem Buch von Ellen White, dass ihr diese Sünde aufgeben müsst. Ja, was auch immer, so eine Beziehungssünde, was auch immer. Und danach bekommt ihr ein Kind und nennt euer Kind danach Ellen Gould. Quasi als ewige Erinnerung daran, wie sehr euch die Prophetin geholfen hat. Das ist so, das steckt dahinter. Der hat ihn nicht umsonst Nathan genannt.

[19:48] Natürlich, Salomo ist uns bekannter, weil Salomo war dann der König, Salomo der Weiseste, Salomo war der Autor der Sprüche und so weiter. Aber nur die Namensgebung an dieses Kind Nathan zeigt, dass David das nie vergessen hat, wie sehr ihm der Prophet Nathan damals geholfen hat. Und er nennt das Kind Nathan. Und das Kuriose ist, dass durch diesen Nathan das Geschlechtsregister weitergeht, das jetzt völlig unbemerkt von den Königen und von Salomo und Amasya und Josaphat und wie sie alle heißen, ja, völlig unbemerkt auf einer Nebenlinie die wahre Heilslinie weiterläuft, die direkt ethnisch bis zu biologisch, bis zu Maria geht, die dann, wo sie dann durch Heirat die beiden Linien wieder zusammenkommen.

[20:29] Ja, Nathan bedeutet gegeben. Nathan, das, das Verb Nathan heißt, heißt geben. Jetzt, übrigens interessanterweise, schaut mal in Zacharia, da gibt es so eine etwas obskure Prophezeiung, die dadurch etwas deutlicher wird. Zacharia Kapitel 12 und dort Vers 10. Schaut man in Zacharia 12, Vers 10.

[21:13] Was ist das für eine Prophezeiung? Worum geht es hier? Um den Tod Jesu, nicht wahr? Und jetzt springt mal zwei Verse runter zu Vers 12 und das Land wird klagen, jedes Geschlecht für sich, das Geschlecht des Hauses David für sich und ihre Frauen für sich, das Geschlecht des Hauses Nathan für sich und ihre Frauen für sich. Das ist das einzige Mal, dass das Geschlecht Nathan in der ganzen Bibel sonst vorkommt. Das Geschlecht Nathan würde trauern wegen dem Tod Jesu.

[21:56] So ein ganz kleiner versteckter Hinweis, dass der kommende Erlöser, der sterben würde, aus dem Hause David, aus dem Hause Nathan kommen würde. Na ja, wie gesagt, die ganzen anderen Zwischenglieder hier zwischen Nathan und dann Eli, unbekannt, kommt nirgendwo in der Bibel vor. Eine ganz interessante Nebenlinie, die dann hier wieder in Lukas 3 eine Rolle spielt. Gehen wir zurück zu Lukas 3.

[22:26] Ach übrigens, nur ganz nebenbei, Matthäus und Lukas haben beide ganz deutlichen Schwerpunkt immer auf einen der beiden Eltern von Jesus. Vielleicht können wir das ganz mit Matthäus zeigen. Schlagt mal auf Matthäus und da werdet ihr sehen, wie Matthäus immer den Josef betont. Zum Beispiel in Matthäus 1 Vers 18, da habt ihr die Ankündigung der Geburt Jesu. Wem wird in Matthäus 1 ab Vers 18 die Geburt Jesu angekündigt? In Matthäus 1 ab Vers 18, wer bekommt die Nachricht vom Engel? Vers 20 steht es dann explizit. Josef bekommt sie.

[23:05] Und dann schaut mal in Matthäus 2 Vers 13, zu wem erscheint der Engel und sagt, ihr müsst fliehen nach Ägypten, zum Josef. Und dann in Kapitel 2 Vers 19, wem erscheint der Engel jetzt? Dem Josef. Also seht ihr, in Matthäus haben wir immer Josef im Zentrum des Geschehens. Und jetzt geht mal zu Lukas.

[23:26] Jetzt vergleichen wir das mal mit Lukas und sagt mir mal, wem erscheint dort der Engel in Lukas 1 ab Vers 26? Lukas 1 Vers 26. Maria. Und dann haben wir Maria, wie sie zu Elisabeth geht. Dann haben wir den Lobpreis von Maria, nicht wahr? Oder wenn ihr zu Lukas 2 geht, zum Beispiel Lukas 2 Vers 19, da heißt es, Maria behielt all diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Oder wenn dann der Simeon kommt, dann spricht er zu Maria und sagt, dir wird ein Schwert durch die Seele gehen. Oder in Lukas 2 Vers, Moment, Vers 48, da ist es seine Mutter, die sagt, wo bist du gewesen?

[24:08] Also lange Rede, kurzer Sinn. Matthäus hat immer Josef im Fokus und Lukas hat immer Maria im Fokus. Und wenn wir nur ein Evangelium hätten, dann wäre es unausgewogen. Weil wir Matthäus und Lukas haben, haben wir beide zusammen. Das ist interessant. Jeder hat so seine Perspektive. Der Matthäus als Hebräer, der interessiert sich für die Männer. Und der Lukas, der ist Heide, der hat noch, der hat dieses ganze Geschlechtsregister-Denken nicht so sehr, den interessiert mehr die Mutter. Und da hat er sie im Fokus.

[24:43] Jetzt bevor wir zu Lukas nochmal, lasst uns zu Lukas 3 gehen, nochmal ganz kurz hier was anschauen. Nämlich das Ende dieses Geschlechtsregisters. Wie gesagt, von Jesus an rückwärts bis Nathan haben wir jetzt gesagt, das ist die Linie von Maria. Und dann bis Abraham ist es vollkommen gleich. Aber lasst uns mal schauen, noch was die letzten Verse sagen in Kapitel 3. Denn dort geht es ja über Abraham hinaus bis ganz am Anfang.

[25:03] In Lukas 3, ab Vers 34, da heißt es, des Jakob, des Isaac, des Abraham und jetzt kommt Terach und Nahor. Was wirst du über Terach und Nahor? Das war der Vater von Abraham, Terach, ganz genau. Was wirst du noch? Nahor war auch ein Bruder, aber es gab auch sein Opa, die hatten beide den gleichen Namen. Das waren Nachfahren dann von denen, genau. Das war ja der, der in Haran. Das waren die Generationen, bevor er herausgerufen worden ist aus Kaldea.

[25:50] Und was sagt die Bibel über diese Menschen dort in Kaldea, die Vorfahren von Abraham, die Väter von Abraham? Was haben die religiös so gemacht? Sie waren eigentlich Teil der Heilslinie, waren aber eigentlich schon den Götzen Babylons ergeben gewesen. Deswegen hat Gott ja den Abraham herausgerufen. Also es waren eigentlich auch eher so geistlich mal nicht die Allerstärksten.

[26:14] Weiter zurückgehen, des Serug, Vers 35, des Regu, des Pelek. Wisst ihr, was Pelek für eine besondere Geschichte spielt in der Bibel? Wo die Erde geteilt ist, wo man bis heute nicht genau weiß, bezieht sich das auf irgendeinen Kometeneinschlag, wo die Kontinente auseinandergegangen sind oder bezieht sich das einfach auf die Zerteilung beim Turm zu Babel? Wie auch immer, vielleicht sogar beides.

[26:37] Und dann kommt Heber. Heber ist ganz interessant, weil von Heber kommt der Name Hebräer. Ebos. Genau, Eber, Heber, das ist ja fast das Gleiche. Also das Hebräische hat ja manchmal auch Buchstaben, die wir dann nicht genau so wiedergeben können. Das sind immer so Annäherungen, das Deutsche. Deswegen gibt es manchmal so Varianten in der Übersetzung. Heber, Eber.

[27:11] Dann kommt Shelach, dann kommt Kainain, Kainan, Apakshat, Shem und dann sind wir schon bei der Sintflut. Noah. Da kommen die Zeiten vor der Sintflut. Lamech, Methuselah. Was ist Methuselah? Älteste Mensch der Welt. Und er starb im Jahr der Sintflut. Genau, und zwar auf das Jahr genau, und war eine Prophezeiung, gegeben von seinem Vater Henoch.

[27:45] Und Henoch ist deswegen so bekannt, weil er war der Erste, der nie gestorben ist. Der Siebte nach Adam. Ja, Henoch kommt ja in der Bibel an einigen Stellen vor. Dann haben wir Jared, dann haben wir Mahalaleel. Gar nicht so einfach. Dann haben wir Kainan. Und übrigens, habt ihr gemerkt, dass Kainan hier zweimal vorkommt? In Vers 36 und 37 haben wir dich abgehängt. Vers 36, 37 kommt Kainan zweimal vor. Das nur am Rande, dass ihr das mal gehört habt, wo das erste Mal Kainan steht.

[28:26] In keinem hebräischen Manuskript und im Alten Testament nirgendwo findet ihr den Kainan zweimal. Der kommt als zweites Mal nur in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments vor. Es sieht so aus, dass vermutlich der griechische Abschreiber der hebräischen Bibel sich in der Zeile vertan hat und einmal den Namen Kainan zweimal geschrieben hat. Also, wenn ihr im Alten Testament nachschaut, der Kainan kommt immer nur einmal vor, und zwar dort, wo er bei uns in Vers 37 steht.

[28:50] Wenn ihr das nachlest, könnt ihr nachlesen, meinetwegen, wenn ihr mir das nicht glaubt, in 1. Mose 11 und so weiter. Da kommt zwischen Apakshat und Shelach kein Kainan vor. Das ist vermutlich ein Schreiberfehler gewesen des Abschreibers von der griechischen Übersetzung, die dann Lukas verwendet hat. Nur, dass ihr das mal gehört habt, für den Fall, dass ihr es vergleicht und euch wundert. Das ist Septuaginter. In der Septuaginter ist es falsch, genau.

[29:22] Und Lukas hat die Septuaginter, die griechische Übersetzung, benutzt, weil er kein Hebräisch konnte. Er war ja Grieche. Und dann haben wir Mahalael, Kainan und dann Vers 38, Enosh, Seth, Adam und Gott. Und jetzt möchte ich euch fragen, warum schreibt Lukas das Geschlechtsregister bis Adam zu Ende und warum fängt Matthäus erst bei Abram an? Was meint ihr? Das könnt ihr schon gut beantworten mit eurem Wissen, was ihr bisher gesammelt habt hier. Warum fängt Matthäus erst bei Abram an und warum geht Lukas ganz zurück bis Adam, bis zu Gott? Ja? Okay.

[30:11] Ja, das ist eine Variante, die Juden kannten es eh schon. Ganz genau. Das ist genau der Punkt. Matthäus interessiert sich dafür, den Juden Jesus nahezubringen. Und deswegen sagt er, schaut her, Jesus ist der Nachfahre von Abram. Er ist der Sohn Abrams. Das ist unsere Identität. Aber das hätte den Griechen und den Römern und den, ich weiß nicht, wem sonst jetzt nicht so viel gesagt.

[30:45] Aber ihr wisst, der Paulus, als er auf dem Areopark stand, der hat gesagt, den unbekannten Gott, denn wir sind alle, kommen wir mal lesen, in Apostelgeschichte 17, da werdet ihr verstehen, warum das der Lukas auch macht, in Apostelgeschichte 17, Vers 26. Apostelgeschichte 17, Vers 26, wer hat die Apostelgeschichte geschrieben nebenbei? Lukas.

[31:05] Apostelgeschichte 17, Vers 26 und er hat aus einem Mensch oder aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen und hat ihm vorausgeordnete Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt. Lukas sagt, da gibt es einen, von dem alle herkommen, egal ob du Römer bist, ob du Grieche bist, ob du Japaner bist, ob du Brasilianer bist, wir alle kommen von Adam.

[31:35] Und das zeigt wiederum diese verschiedenen Perspektiven, die sie haben und den verschiedenen Zweck, den die Evangelien erfüllen sollen und wie, wenn man beides zusammen nimmt, plötzlich ein ganz wunderbares mehrschichtiges Bild entsteht. Also, was haben wir daraus gefunden? Matthäus gibt das Geschlechtsregister von Josef an und Lukas, wahrscheinlich noch wichtiger, ganz unaufgeregt, ohne viel Brimborium, das Geschlechtsregister von Maria, das dann tatsächlich biologisch bis zu Jesus geht und zwar von Gott bis zu Jesus durch, ohne einen Bruch.

[32:07] Gut, zum Schluss wollen wir noch ganz kurz die vier Einleitungsverse von Lukas anschauen und dann sind wir für heute durch. Dann haben wir das mit den Einleitungen. Lukas hat eine kurze Einleitung, die allerersten vier Verse. Lukas 1, Vers 1 bis 4. Schauen wir mal, was dort steht. Lukas 1, Vers 1.

[32:51] Was können wir lernen über das Lukas-Evangelium aus diesem Vers? Genau, also Lukas war offensichtlich nicht der Erste, der auf die Idee kam, ein Evangelium zu schreiben und es ist jetzt unklar, ob er sich auf die Matthäus und Markus bezieht oder ob es vielleicht auch andere gab, die schon einfach mal Sachen aufgeschrieben haben. Kann ja sein, ja. Da muss es viele Berichte gegeben haben über das Leben von Jesus und er sagt, nicht wahr, nachdem es schon so viele gemacht haben, will ich es auch noch machen, ja.

[33:25] Also das ist Punkt Nummer 1. Er ist nicht der Erste. Was noch? Was fällt euch noch auf an diesem Vers? Immer noch Vers 1, genau. 1, Vers 1, immer noch Vers 1. Unter uns Geschehenes, wolltest du das auch sagen? Es ist geschehen, ja. Unter uns geschehen, hat jemand eine andere Übersetzung? Also bei euch steht unter uns geschehen, zugetragen, hat jemand noch eine Übersetzung? Erfüllt worden sind, Schlachter sagt, die unter uns völlig erwiesen sind.

[34:05] Dieses Wort voll, was hier steht, das wird auch eigentlich, eigentlich wörtlich ist es abgeleitet von ein volles Maß. Zum Beispiel verwendet man das im Griechischen, wenn ein Schiff voll beladen ist oder wenn man zu einem Baum kommt und da ist der ist voller Früchte. Da sagt man, das ist voll, ja volles Maß, völlig erwiesen. Es ist vollständig erfüllt, ja. Das ist eine Fülle an Beweisen. Das ist die Idee, so wie der Petrus dann sagt, wir sind nicht klug ersonnenen Fabeln gefolgt, ja, sondern das ist ein völliger Beweis.

[34:38] Lukas spricht von einer Fülle an Beweisen. Manchmal wird er dazu vermittelt, dass das Christentum aus lauter Ideen besteht, die man halt glauben muss, ja, das musst du glauben, das kann man nicht beweisen, das kann man nicht beweisen, aber er beginnt sein Evangelium, er spricht dazu den Heiden, die sind ja skeptisch, ja. Er sagt, es ist geschehen, es ist erwiesen, es ist voll, so viele Beweise dafür. Das hat Gewicht, was ich schreibe.

[35:08] Schauen wir uns Vers 2 an. Ein Bericht über die Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind, wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind. Jetzt bin ich mal gespannt, was sie dazu sagt. Was können wir aus diesem Vers entnehmen? Ja, oder Augenzeugen, das ist das Gleiche. Was fällt euch an diesem Vers auf? Gibt es irgendwas?

[35:40] Okay, das hat er ganz genau. Er hat das gehört, was die erlebt haben, die dabei gewesen sind. Ganz genau. Lukas sagt von Anfang an seines Evangeliums, ich war gar nicht dabei. Johannes sagt das ja an anderer Stelle, Johannes im ersten Johannesbrief, was wir gesehen haben, was wir betastet haben, was wir gehört haben, was unsere Hände angefasst haben vom Wort des Lebens, das verkündigen wir euch. Johannes war dabei, aber Lukas war gar nicht dabei.

[36:18] Also ich glaube, wenn wir genau darüber nachdenken, Lukas hat Jesus wahrscheinlich nie gesehen. Lukas hat Jesus nie gehört und doch verfasste eines der vier Evangelien. Er sagt von Anfang an, schaut her, liebe Freunde, ich war nicht dabei. Ich bin kein Augenzeuge. Und trotzdem sagt er, es ist völlig bewiesen, es ist völlig erwiesen.

[36:38] Jetzt, wenn man kein Auge, angenommen, ihr hört einen Bericht von jemandem, der nicht Augenzeuge gewesen ist. Was denkt man normalerweise dann über den Bericht? Man gibt ihm nicht dasselbe Gewicht wie einem Augenzeugen. Und natürlich, wir haben auch zwei Evangelien, die wirklich von Augenzeugen sind, Matthäus und Johannes. Markus hat auch einiges wahrscheinlich von Jesus gesehen, aber nicht alles. Er war noch zu jung, ein bisschen was.

[37:13] Aber das ist sehr interessant. Hier haben wir jemanden, der hat Jesus nie gesehen, nie gehört. Er hat es nur von den Aposteln bekommen und ist trotzdem völlig überzeugt und von Gott berufen, das Evangelium anderen weiterzugegeben. Was könnte daraus schlussfolgern?

[37:32] Ja, selbst wenn die nichts sehen und doch glauben, ganz genau, das ist, was Jesus sagt zu Thomas. Schaut, Lukas ist einer wie wir. Von allen Evangeliumsschreibern können wir uns am meisten mit Lukas identifizieren, oder? Wir haben Jesus nie gesehen. Wir haben Jesus nie gehört. Wir sind keine Juden. Wir sind vielleicht nicht alle Ärzte, aber wir sind alles Heiden. Wir haben das Evangelium gehört, in dem Fall jetzt über mehrere Generationen hinweg.

[38:00] Und trotzdem können wir wie Lukas völlig überzeugt sein und genau wie Lukas auch anderen davon weitererzählen. Man muss also kein Augenzeuge sein. Also Gott in seiner Weisheit hat Augenzeugen und Nicht-Augenzeugen nebeneinander gleichberechtigt in der Verkündigung des Evangeliums gesetzt. Um deutlich zu machen, die Augenzeugen haben kein besseres Zeugnis, als die, die es nur gehört haben. Ja, Lukas, genau.

[38:25] Er führt das bis zu Gott zurück, weil ihm das so wichtig ist, genau. Das finde ich sehr interessant. Also Lukas ist jemand, mit dem wir uns identifizieren können. Der ist in der gleichen Lage gewesen wie wir. Der hat das nur gehört von guten Zeugen. Er hat Paulus gehört, der Apostel gehört. Natürlich hat er das geglaubt.

[38:54] Genau, also dieses völlige Erwiesen, was er sagt, diese Tatsachen, die hat er geglaubt. Und das zeigt den Wert des Glaubens. Augenzeugen haben wir genügend, in der Bibel. Aber Lukas hat es aus zweiter Hand. Übrigens, ich finde dieses Wort so schön, in den Vers zwei Diener des Wortes. Ist dir das aufgefallen? Wen nennt er denn hier? Oder wen beschreibt er denn? Oder wen meint er mit denen, die von Anfang an Augenzeugen waren und die Diener des Wortes gewesen sind?

[39:31] Die Apostel, ja. Und dieses Wort, Diener des Wortes ist schön, denn sie waren ja die Diener eigentlich von Jesus. Und Jesus ist das Wort. Aber in einem gewissen Sinne können auch wir Diener des Wortes sein. Wenn wir das Evangelium weitergeben, dann sollten wir nie vergessen, dass auch wir Diener des Wortes sind. Wir dienen dem Wort.

[39:54] Ja, es gibt manche Prediger, die herrschen über das Wort. Und die sagen dann, das brauchen wir nicht und das ist egal und das ist unwichtig. Und die zerpflücken das. Aber wir dienen dem Wort. Selbst die Apostel waren Diener des Wortes. Sie waren nicht nur Diener ihrer eigenen Erfahrung. Ja, deswegen sagt ja der Petrus an einer Stelle, ihr wisst das, wo er sagt, wir haben es selbst gesehen. Umso fester haben wir das prophetische Wort.

[40:15] Ja, Diener des Wortes. Die Erfahrung führt dazu, das Wort noch mehr vorzuheben. Übrigens, wisst ihr, mit wem Lukas viel unterwegs gewesen ist? Mit wem er am meisten gereist ist? Mit Paulus. Wolltest du das auch sagen? Schaut mal, was er dann in der Apostelgeschichte berichtet von Paulus. Was der sagt in Apostelgeschichte 26. Apostelgeschichte 26 und dort Vers 16.

[41:03] Apostelgeschichte 26, Vers 16. Das heißt es, aber steh auf, das ist Gott, der zu Paulus spricht, ja zu Saulus, Paulus wird. Aber steh auf, stelle dich auf deine Füße, denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zum was? Zum Diener und Zeugen zu bestimmen für das, was du gesehen hast und für das, worin ich mich dir noch offenbaren werde.

[41:34] Paulus hat sich ganz oft als ein Knecht Jesu Christi bezeichnet, ja, ein Diener. Immer wieder als Diener, Diener, Diener und ich kann mir vorstellen, wenn Lukas mit ihm gereist ist und immer gehört hat, wie Paulus sich als Diener bezeichnet, dass er dann deswegen auch die Apostel im Lukas-Evangelium als die Diener des Wortes bezeichnet. Die Diener, ja.

[41:52] Okay, soviel dazu. Lukas 1, Vers 3, vor der Zerferst, dann haben wir es. Lukas 1, Vers 3. Übrigens ist euch aufgefallen, dass Lukas 1, Vers 1 bis 4 ein kompletter Satz ist. Ja, das macht keinen Punkt, immer nur Komma, Komma, Komma, ein riesenlanger Satz. Echt? Tja, das ist Luther. Luther ist halt nicht genau genug.

[42:15] Also im Griechischen ist es ein langer Satz und die Leute, die Griechisch können, sagen, dass diese vier Verse mit zu den schönsten der ganzen, des ganzen Neuen Testamentes zählen. Ganz, ganz fein und pur, also so geschliffenes Griechisch. Ja, nachher, später wird es ein bisschen holprig, aber das ist so ganz, so fast ein bisschen wie die alten Klassiker der Griechen so, ja. Der war sehr gebildet, der Mann. Egal, Vers 3.

[42:52] Schau mal, was dort steht. Vortrefflichster Theophilus. Was fällt euch hier auf? Das sind nochmal interessante Details. Er hat geforscht. Also mit anderen Worten, hätte es damals schon Google gegeben, hätte er mit Google seine Evangelium geschrieben, hat die Sachen recherchiert, ja.

[43:14] Wir haben ja manchmal, hört mal ganz genau zu, das ist jetzt sehr wichtig, wir haben mal die Idee, dass alle inspirierten Schreiber automatisch immer Visionen von Gott gehabt haben und Gott ihnen diktiert hat, was sie geschrieben haben. Das ist aber nicht der Fall. Es gibt natürlich, mach es einfach aus, nicht so schlimm. Genau.

[43:37] Es gibt natürlich Stellen der Bibel, wo die Propheten direkte Visionen gehabt haben und geschrieben haben, was sie gesehen haben. Aber es gibt Leute wie Lukas, die haben einfach, die sind zu Matthäus gegangen, zu Markus gegangen, die haben Geschichtsdaten recherchiert und der Heilige Geist hat sie dabei geführt. Das nennt man das lukanische Inspirationsmodell. Das ist deswegen wichtig, das lukanische, kann ich gar nicht aufschreiben, ja von Lukas halt, das lukanische Inspirationsmodell, lukanische Inspiration.

[44:14] Soll einfach heißen, der ist genauso inspiriert, nur quasi durch eine andere Methode. Seine Inspiration besagt nicht, dass Gott ihm diktiert, was er schreiben soll, wie das vielleicht bei Mose war, der die Zehn, also gut, das stimmt auch nicht, weil Gott hat die Zehn Gebote geschrieben, aber oder nicht wie bei Jesaja, wo er dann das sieht und das ist alles ganz offensichtlich, er die Stimme Gottes hört, sondern der Heilige Geist hat einfach seine historische Untersuchung geleitet und ihm gezeigt, was rein muss und was nicht.

[44:42] Kennt ihr ein modernes Beispiel von jemandem, der das lukanische Inspirationsmodell manchmal angewandert hat? Ellen White, ich weiß, sie hat zwar auch Visionen gehabt, wo sie genau gesehen hat, so ist es gewesen, sie hat Gottes Stimme gehört oder die Stimme des Engels. Es gibt auch Momente, da hat sie Geschichtsbücher gelesen. Ja, wenn ihr im großen Kampf lest, da gibt es manche Zitate aus Geschichtsbüchern.

[45:05] Da hat sie Geschichtsbücher, sie hat genau geforscht und die Paragraphen ausgewählt, die, wo der Heilige Geist ihr gezeigt hat, das ist wichtig und hat andere Sachen weggelassen, die falsch sind. Ja, das ist nur ganz, also ganz wichtig, dass man das deutlich macht, weil das immer so ein Angriff auf Ellen White ist, die sagen, ja, das kann ja keine Prophetin sein, die hat ja andere Sachen zitiert. Ja, Lukas hat das gemacht, der Salomo hat das gemacht. Ihr wisst, er hat nicht nur Sprüche geschrieben, er hat auch Sprüche erforscht.

[45:28] Er hat andere Sprüche gesammelt und dann davon wahrscheinlich welche in seine Sprüchesammlung übernommen, vielleicht ein bisschen verändert. Lukas ist nicht der Einzige, von dem uns das berichtet ist. Also, er hat genau recherchiert. Was fällt euch noch auf Anfass 3?

[45:46] Ja, und wem ist es gut erschienen? Ihm selbst. Das klingt jetzt mal komisch, oder? Er sagt, so erschien es auch mir gut. Das klingt fast so, als hätte er sich mal so auf der Veranda überlegt, hey, warum nicht ein Evangelium schreiben? Ich schreibe mal ein Evangelium. So erschien es mir gut. Man würde doch denken, dass vielleicht ein Engel vom Himmel gekommen ist, der gesagt hat, Lukas, du bist jetzt dazu berufen, das Evangelium zu schreiben.

[46:18] Nein, er ist selbst auf die Idee gekommen. Interessant, oder? Und man könnte das fast missverstehen, wenn er nicht auch in der Apostelgeschichte ein Beispiel gibt, wie das wirklich funktioniert. Schaut mal, in der Apostelgeschichte, Kapitel 15, da haben wir noch so ein Beispiel, wo jemand sagt, es erschien uns gut. Apostelgeschichte 15, genau.

[46:46] Das Apostelgeschichte 15 haben wir, was für eine berühmte Geschichte. Das Apostelkonzil, ja. Und schaut mal, was die am Ende des Konzils beschließen. Vers 28. Heißt es, Apostelgeschichte 15, Vers 28, es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzulegen, außer diesen notwendigen Dingen.

[47:18] Das heißt, die haben damals genau gewusst, wir arbeiten mit Gott zusammen. Das ist der Wille des Heiligen Geistes und wir, wenn wir mit dem Heiligen Geist erfüllt sind, dann wird unser Wille und der des Heiligen Geistes, der ist in Kooperation. Wenn also der Lukas sagt, es hat mir gut gefallen, dann heißt das nicht automatisch, das war nur seine eigene Willkür oder so eine Flause im Kopf, sondern der Heilige Geist hat durch seinen Willen gewirkt.

[47:45] Es gibt so eine Stelle bei Paulus, wo er sagt, dies schreibe ich, aber ich denke, dass auch ich den Heiligen Geist habe, sagt er in dem Korintherbrief. So schreibe ich, aber ich denke, ich habe auch den Heiligen Geist. Das ist also sehr wichtig, Lukas. Und dann, an wen schreibt er diesen Brief? Theophilus, ihr wisst, Theophilus heißt der Freund Gottes und interessanterweise nennt er ihn den vortrefflichsten Theophilus.

[48:09] Das Wort, das hier steht, wird sonst immer für Edelmänner gebraucht. Also zum Beispiel die Stadthalter, Felix und wie die alle heißen, werden mit diesem Wort beschrieben. Das heißt, einige vermuten, das kann man nicht genau beweisen, dass Theophilus wahrscheinlich sogar von hohem Stand war. Eventuell jemand, der wirklich eine hohe Position gehabt hat und zu diesem frühen Zeitpunkt Christ gewesen ist.

[48:34] Übrigens, auf welche Art und Weise will er denn alles aufschreiben hier? Als Brief, das stimmt. Und welche der Reihe nach? Also der Lukas, mit dem kann ich mich wirklich gut identifizieren. Der hatte einen ein Faible für Chronologie. Es gibt ja Leute, die haben nichts mit Chronologie am Hut, aber ich finde Chronologie ganz toll. Meine Frau lacht immer, sie sagt, ich habe einen Chronologie-Fimmel.

[48:58] Der war Arzt. Genau, der Arzt muss auch systematisch arbeiten. Stimmt, ein bisschen systematisch. Und ihr werdet sehen, dass Lukas fast immer, nicht immer, es gibt Momente, wo er auch abweicht aus bestimmten Gründen, aber in aller Regel wirklich chronologisch die Geschichten aufschreibt. Während Matthäus zum Beispiel, der springt zum Teil kreuz und quer, weil er will thematische Schwerpunkte setzen. Also nach bestimmten Gruppen hat er das angeordnet.

[49:36] Aber wenn wir uns also für die Chronologie interessieren, dann ist Lukas oftmals ein gutes Grundgerüst. Und Lukas beinhaltet einige der frühesten Geschichten der Geschichte Jesu. Johannes beginnt erst nach der Taufe von Jesus mit seiner Geschichte. Markus beginnt mit der Taufe, mit Johannes dem Täufer. Matthäus beginnt immerhin mit der Geburt Jesu, aber Lukas fängt noch weiter vorne an, nämlich mit der Ankündigung von Johannes dem Täufer.

[50:01] So am frühestmöglichen Zeitpunkt fängt er seine Geschichte an und geht dann systematisch diese ganzen Geschichten durch. Also Lukas, der hat es mit der Chronologie. Aber wir wissen, Chronologie ist immer auch limitiert und so natürlich auch bei Lukas.

[50:18] Letzter Vers, Lukas 1 Vers 4 und das ist ganz toll und das zeigt, warum er dieses Evangelium geschrieben hat. Und das sollten wir im Hinterkopf behalten, immer wenn wir auch Lukas lesen. Lukas 1 Vers 4, dort heißt es, damit du Wasser kennst, den sicheren Grund, andere Übersetzung, Zuverlässigkeit, die bei mir steht, die Gewissheit der Dinge.

[50:41] Das Schöne ist, das Wort hier im Griechischen, ist nicht so wichtig, aber ist das Wort Asphalea. Und Sphalea heißt, was zusammenfällt, was zusammenbricht. Und A ist das Gegenteil, also wie anormal zum Beispiel. Das heißt, wörtlich übersetzt heißt es, das, was nicht zusammenfällt. Deswegen der sichere Grund bei uns übersetzt oder die Gewissheit, die Zuversicht. Wörtlich ist es das, was nicht zusammenfällt.

[51:27] Ich berichte euch das, was nicht zusammenfällt. Wenn der Sturm kommt, der Sturm des Lebens, der Sturm der Endzeit kommt, wenn alles zusammenbricht, links und rechts, wenn der Himmel zugrunde geht. Das, was ich euch jetzt berichte, sagt Lukas, das kann nicht zusammenfallen. Das ist der Grund, der sichere Grund, die Gewissheit, obwohl er nicht mal Augenzeuge ist. Allein durch den Glauben kann er sagen, das, was ich euch sage, das fällt nicht zusammen. Das ist ein Fundament.

[51:56] Und hoffentlich können wir das sagen in unserem Leben, dass Jesus Christus und sein Evangelium für uns das Fundament sind. Das, was nicht zusammenfällt, wenn alles andere schief geht, wenn alles andere zusammenfällt, wenn alles da niedergeht, das wird nicht zusammenfallen. Theophilus war offensichtlich jemand, der den Glauben schon kannte, jemand, der schon im Evangelium unterrichtet worden war.

[52:21] Lukas schreibt also nicht zu einem, der nicht glaubte, wie Johannes. Johannes schreibt zu Leuten, die erst mal glauben lernen sollen. Lukas schreibt zu jemandem, der die Wahrheit kennt, aber der gefestigt werden muss. Das werden wir dann sehen an vielen Geschichten. Lukas schreibt an Leute, die schon etwas wissen und gefestigt werden. Nicht so evangelistisch vielmehr, als vielmehr Vertiefung, Bestärkung.

[52:40] Und das muss man wissen. Genau, wenn man nach Sicherheit, nach Festigung sucht, ist Lukas sicherlich eine gute Wahl. Während Johannes sicherlich auch vor allem geeignet ist, um den Glauben weiterzugeben. Die Geschichten in Johannes sind so ausgewählt, dass sie auch Menschen ansprechen, die von der Bibel relativ wenig Ahnung haben. Aber dazu kommen wir noch. Lukas unterrichtet.

[53:04] Ganz genau. Von jeder hat eine andere Perspektive. Und wenn man alles zusammennimmt, ergibt sich ein viel schöneres Bild. Und ich glaube, dass das das lohnt sich, das auch ein bisschen so von der Seite zu betrachten. Denn oftmals ging es mir früher so, dass Matthäus, Markus und Lukas, das war irgendwie alles gleich. Man fragt sich fast, warum.

[53:34] Aber wenn man da ein bisschen mehr hineinschaut, merkt man, von der Seite sieht es nochmal ganz anders aus, als von der Seite. Und dadurch bekommt die Wahrheit noch viel mehr Profil und Schöne. Er sagt, du bist schon unterrichtet. Das Wort ist Katechio. Du hast schon Katechismus gehabt, du hast schon Unterricht gehabt. Aber ich will dir die Gewissheit geben, dass du nicht nur ein paar Dinge gelernt hast, sondern dass du so fest im Glauben stehst, lieber Freund Gottes, dass egal was kommt, du wirst stehen bleiben.

[53:57] Und wir alle sind Freunde Gottes, oder? Wir alle sind schon unterrichtet worden. Aber ich glaube, wir alle können noch von dieser Gewissheit haben, von diesem festen Grund, dass wir wissen und wir leben in einer Zeit, in der vieles zusammenfallen wird. Und ich vielleicht mit anderen Worten gesagt, nie war das Lukas-Evangelium aktueller als in der Endzeit, wo uns gesagt wird, dass nicht nur die Gesellschaft zusammenfallen wird, die Religionen zusammenfallen werden, der Himmel wird zusammengerollt werden, die Erde wird sich fortbewegen, die Sonne wird aus ihrem Ort gerückt werden, alles wird zusammenfallen.

[54:31] Nur das Evangelium nicht. Und deswegen ist Lukas genau wie die anderen von ganz ganz großem Interesse für uns. Nächste Woche fangen wir dann endlich an, haben wir die ganze Einladung mal hinter uns, Geschlechtsregister und so weiter, fangen wir endlich mit den Geschichten an. Und wir werden natürlich anfangen, da wo Lukas anfängt, an einer frühesten Geschichte.

[54:46] Eure Hausaufgabe ist es, ihr könnt ja schon mal vorlesen und vorstudieren. In Lukas 1 Vers 5 bis 25, die Geschichte von der Ankündigung von Johannes dem Täufer. Wir wollen anschauen, was das für uns heute bedeutet, was wir aus der Geschichte lernen können und wie das den Weg vorbereitet auf das Kommen des Ersehnten.

[55:07] Für heute wollen wir uns vornehmen, dass wir als die Freunde Gottes, die, ich weiß gar nicht, was die Mehrzahl von Thilo Philos ist, aber dass wir an dem festhalten, was festen Bestand hat. Weil Jesus tatsächlich der Sohn Davids ist, er ist tatsächlich der Sohn Abrams, er ist tatsächlich der Sohn Gottes. Er ist wirklich Mensch geworden und all das, was hier geschrieben steht, ist wirklich erwiesen. Wir können uns doch verlassen.

[55:36] Amen. Lass uns doch schnell beten. Lieber Vater im Himmel, hab du Dank, dass wir wissen dürfen, dass das Evangelium eine feste Zuversicht, eine feste Gewissheit ist, etwas, was nicht zusammenfällt. Etwas, auf das wir bauen können, wenn alles um uns herum zugrunde geht.

[55:49] Wir danken dir auch für die Perspektive, die Lukas auf das Evangelium hat. Einer, der selbst nicht dabei gewesen ist, das auch nur von anderen gehört hat, der selbst recherchiert hat, der verglichen hat, der Geschichten studiert hat und der zu einer völligen Gewissheit gekommen ist. Und so können wir die Zuversicht haben, dass auch wir, die wir nicht selbst dabei gewesen sind, die wir nicht Augenzeugen und Ohrenzeugen gewesen sind, dass auch wir zu einer festen Gewissheit kommen können.

[56:27] Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen, dass du keinen Unterschied machst zwischen Matthäus und Lukas, zwischen dem Augenzeugen und dem, der es nur gehört hat. Bei dir sind sie alle gleich und alle haben die gleiche Möglichkeit, das Evangelium zu verkündigen. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Amen.


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