In dieser Predigt aus der Serie „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die tiefgreifende Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Er erklärt, wie Jesus durch das Gespräch über Wasser und ewiges Leben die Frau herausfordert und ihr die wahre Anbetung in Geist und Wahrheit offenbart. Die Predigt zeigt, wie die Erkenntnis Jesu als Messias die Frau zu einer leidenschaftlichen Missionarin macht und wie wichtig die persönliche Beziehung zu Jesus für die Erfüllung des göttlichen Werkes ist.
Der Ersehnte: 42. „Ich bin’s, der mit dir redet! „
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Jesus, Neues TestamentWeitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen nach der langen Sommerpause zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de und schön, dass ihr da seid. Wir wollen weiter studieren im Leben von Jesus. Wir haben ja vor der Sommerpause in Johannes 4 Stopp gemacht und sind dann mit der Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen noch nicht ganz zu Ende gekommen. Das wollen wir heute und auch nächste Woche noch mal einhaken. Eine der vielleicht spannendsten und wichtigsten Predigten, die Jesus jemals gehalten hat. Und bevor wir da weitermachen wollen, lade ich einen mit mir zu beten. Wem es möglich ist, den lade ich ein niederzuknien. Ich werde stehen bleiben, mein Knie ist noch etwas lädiert und dann beginnen wir. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen für diesen schönen Tag und für die Gelegenheit, dein Wort zu studieren. Bitte schenkst du uns deinen Heiligen Geist. Gib, dass wir verstehen, was du uns sagen möchtest und dass wir durch dein Wort gestärkt und ermutigt werden, getröstet werden, dass wir dich besser kennenlernen und aus Liebe zu dir dir nachfolgen. Hab Dank dafür, Jesus, dass du das bewirken wirst durch dein Wort. Im Namen Jesu, Amen.
[1:45] Lasst uns gemeinsam zu Johannes 4 gehen. Johannes 4, wir haben ja vor der Sommerpause bereits in zwei Folgen uns die erste Hälfte dieser Geschichte angeschaut. Wir haben gesehen, wie Jesus dort an diesem Brunnen Platz genommen hat in der Mittagshitze. Er war durstig und da kam diese Frau, diese Samariterin, mit der er eigentlich kein Wort wechseln sollte, weil er Jude war und sie Samariterin. Und er hat sie einfach angesprochen, hat sie gebeten, gib mir noch zu trinken. Und sie war so erstaunt, dass sie sich auf das Gespräch eingelassen hat. Und sehr schnell hat Jesus dieses natürliche Gesprächsthema vom Wasser hinübergelenkt zu dem ewigen Leben. Und als er dann an dem vielleicht, wie soll man sagen, an dem brisanten Punkt gewesen ist, als er dann ihre Lebensgeschichte aufgerollt hat und ihren gegenwärtigen Zustand offengelegt hat, da hat sie dann das Thema gewechselt. Könnt ihr euch erinnern? Sie hat davon gesprochen, dass es da einen Streit gibt zwischen den Juden und Samaritern. Wo soll angebetet werden? Auf dem Berg Garizim oder auf dem Berg, wo Jerusalem ist, auf dem Berg Zion. Und Jesus hatte dann gesagt, die wahre Anbetung ist die in Geist und Wahrheit, in Vers 23. Da hatten wir aufgehört das letzte Mal.
[3:13] Wir lesen vielleicht noch mal Vers 22, 23 und springen dann in den Vers 24 hinein. Ihr betet an, was ihr nicht kennt. Wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden. Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden, denn der Vater sucht solche Anbeter. Also Jesus hat deutlich gemacht, es kommt nicht so sehr darauf an, auf welchem Berg ich stehe, es kommt darauf an, ob ich im Geist und in der Wahrheit anbete. Und jetzt kommt der Vers, mit dem wir heute einsteigen wollen, in Vers 24. Er sagt, und das ist sehr interessant, er sagt, Gott ist Geist und den Anbeten müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Das heißt, er sagt, Gott ist Geist und demzufolge ist auch die Anbetung eine, die in Geist und Wahrheit geschehen muss. Das heißt, wenn ich verstehe, wer Gott ist, dann weiß ich auch, wie ich ihn anbeten soll. Wenn ich nicht verstehe, wer Gott ist und wie Gott ist, dann werde ich in der Anbetung daneben gehen. Die Tatsache, dass Gott Geist ist, hat etwas zu tun mit der Anbetung im Geist.
[4:25] Lassen wir noch einen Text lesen, der davon spricht, dass Gott Geist ist. Schauen wir mal in 2. Korinther, 2. Korinther 3 und dort Vers 17. 2. Korinther 3 und dort Vers 17. Ähnlicher Text, aber noch mit einem interessanten Zusatz hier. 2. Korinther 3 und dort Vers 17. Das heißt es, der Herr aber ist der Geist und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Also dieser Geist, Gott selbst ist Geist und geistliche Anbetung hat etwas, ist das Entscheidende, dieser Geist der Anbetung hat etwas mit Freiheit zu tun. Warum war wohl Freiheit so wichtig für die Samariterin? Also was hat das Thema Freiheit jetzt mit dieser Frau am Jakobsbrunnen zu tun? Ja, sie war gefangen in ihrem Lebenswandel, in ihren Gewohnheiten, da ständig neue Männer zu haben. Also das würde sie frei machen, wahre Anbetung macht frei.
[5:43] Nun, interessanterweise, ich weiß nicht, ob ihr den Kontext kennt von 2. Korinther 3. Wovon spricht der Paulus da zuvor in den Versen, wenn ihr mal so ein bisschen drüber schaut und die Verse Revue passieren lasst. Wovon spricht er da vorher? Er spricht vom Neuen Bund, ja genau, neuer alter Bund sind Thema. Er macht direkt in den Versen vor, Vers 13, 14, 15, 16 macht er eine ganz interessante Beobachtung. Ja genau und dann, also sein Hauptpunkt ist, die Israeliten, obwohl sie das alte Testament haben, verstehen es nicht. Sie haben eine Decke vor dem Kopf, also ein Brett vor dem Kopf und diese Decke vor dem Kopf wird weggetan durch den Geist, ja genau, es heißt in Vers 16, sobald es sich aber zum Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen werden. Das heißt, man kann die Wahrheit in Buchform haben, aber sie nicht verstehen, weil man nicht in Geist und Wahrheit anbetet und das wäre genau das Problem sowohl von den Juden als auch den Samaritern. Die Samariter haben gesagt, oh, wir müssen auf dem Berg Garizim anbeten, wenn wir auf dem Berg Garizim sind, dann sind wir richtig. Und die Juden haben gesagt, nein, nein, nein, wenn wir auf dem Berg Zion anbeten, dann sind wir richtig. Wenn ihr bekehrt seid, dann seid ihr richtig, dann seid ihr nämlich frei und übrigens in welcher anderen Ansprache oder in welchem anderen Gespräch, das Jesus geführt hat, war auch der Heilige Geist so ein ganz entscheidendes Schlüsselelement. Beim Nicodemus, oder? Da hat er auch gesagt, wer aus dem Geist geboren ist, aus Geiste und Wasser. Also auch das ist eine interessante Parallele zwischen dieser Geschichte von Nicodemus und von der Geschichte der Frau am Jakobsbrunnen. Wir haben ja gesagt, das sind zwei Geschichten, die sind parallel und gleichzeitig auch Kontraste.
[7:42] Okay, gehen wir zurück zu Johannes 4 und schauen nochmal da ein bisschen genauer. Warum ist jetzt der Geist so wichtig für die Anbetung? Das ist schon zum Teil gesagt. Was macht der Heilige Geist, was ist seine Aufgabe? Der weist, ja, zur Wahrheit zu führen. Also Geist und Wahrheit kann man nicht voneinander trennen. Heute gibt es Leute, die vielleicht viel Heiligen Geist haben wollen, aber sich für die Wahrheit nicht interessieren und manche interessieren sich für die Wahrheit und da ist nicht viel Geistesfrucht zu sehen. Aber bei Jesus sind die beiden Dinge immer zusammen, Geist und Wahrheit. Schaut mal mit mir. Der Heilige Geist verbindet uns mit Jesus.
[8:43] Schaut man in Psalm 51, da finden wir das Gebet von dem David nach seiner schweren Sünde. Und dort sagt er etwas über den Gottesdienst, über Anbetung, was punktgenau hier passt in Bezug auf diese Anbetung aus Geist und Wahrheit. Psalm 51 und dort Vers 19. Der David sagt, die Opfer, die Gott gefallen. Also Opfer bringt man ja wo? In welchem Zusammenhang? Ja, also allgemein ist man im Gottesdienst. Also Tempel, Anbetung, Opfer. Man hat Opfer gebraucht, um Gott anzubeten. Die Opfer, die Gott gefallen, man könnte also auch sagen, die gottwohlgefällige Anbetung ist was? Ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, oh Gott, verachten. Es ist nicht die Größe des Stieres oder des Wildes, obwohl das auch nicht unentscheidend ist. Aber das, worauf Gott wirklich zählt, worauf er wirklich achtet, ist die Herzenseinstellung in Geist und Wahrheit.
[9:48] Und das war natürlich der Schlüssel für die Frau, weil, und das ist jetzt so schön, wir haben das letzte Mal gesagt, sie hatte das Thema mit den fünf Männern vermeiden wollen, oder? Stattdessen hat sie jetzt die Frage aufgeworfen, wo soll man eigentlich anbeten? Jesus ist interessanterweise sogar mitgegangen, er hat sich nicht dafür gerügt, er hat sich auf die Diskussion eingelassen, aber nur, um diese Diskussion wieder zurückzuführen zum eigentlichen Punkt. Was er nämlich sagt ist, es ist vollkommen egal, ob du auf dem Berg Zion oder auf dem Berg Garizim stehst, wenn dein Herz nicht rein ist, ist deine Anbetung umsonst. Und da gibt es einen interessanten Vers, den ihr vielleicht auch kennt. Schaut mal in Jesaja, in Matthäus 15, das hat Jesus später mal gesagt, in Matthäus 15 Vers 8 und 9, das ist eigentlich ein Zitat sogar aus dem Altes Testament. Es gibt viele alttestamentliche Stellen, die so ähnlich sind, wo Gott sagt, dass die, die demütig sind, die ein zerbrochenes Herz haben, dass er dort bei ihnen wohnt.
[11:04] Jetzt schauen wir mal in Matthäus 15 Vers 8 und 9. Da sagt Jesus, er zitiert Jesaja, dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen. Das ist auch Anbetung. Sie beten ihn an, aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil die leeren Vortragen die Menschengebote sind. Was fehlt ihnen in Vers 8? Der Geist. Was fehlt in Vers 9? Die Wahrheit. Vers 8 und 9 beschreiben eigentlich sehr schön, wie Geist und Wahrheit beides fehlen. Also wenn eins fehlt, fehlt auch das andere. Weil wenn ich nicht wirklich mit dem Herzen dabei bin, wenn nicht mein Herz vom Heiligen Geist berührt ist, dann wird das, was ich glaube über Gott auch irgendwann unwahr werden. Dann ist es nur noch Tradition. Also kommt es darauf an, dass wirklich der Heilige Geist an meinem Herzen wirken darf, dass er wirklich mich überführen darf von Sünde, dass er wirklich mich unterweisen kann, dass ich ehrlich bin.
[12:09] Die Frau hat ja versucht, ein bisschen unehrlich zu sein. Jesus hat ihr das nicht mal vorgeworfen. Er hat sie dann gelobt, als er die Wahrheit gesagt hat. Er hat trotzdem gesagt, wenn du wirklich anbeten willst, musst du aus der Wahrheit sein. Er hat sie nicht getadelt, aber die Wahrheit gesagt. Und das muss sie so angesprochen haben. Die Ellen White hat das mal so kommentiert. Sie sagte, in dieser absoluten Reinheit seiner Gegenwart fühlte sie, dass ihre Sünde verdammt ist. Aber gleichzeitig hatte er kein Wort der Verurteilung gesprochen. Und das ist interessant. Er hatte von der Gnade gesprochen, die sie verändern könnte.
[12:51] Und jetzt fragt sich tatsächlich diese Frage, könnte er nicht vielleicht der Messias sein? Schaut mal in Johannes 4, was sie sagt. Das ist sehr interessant. Johannes 4, Vers 25. Die Frau spricht zu ihm. Ich weiß, dass der Messias kommt, welcher Christus genannt wird. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Wir haben schon das letzte Mal gelernt, die Samariter hatten auch eine Messias-Erwartung. Sie nannten übrigens ihren Messias ein bisschen anders. Sie nannten ihn Hushab oder auch Hatab. Das war ihr Messias, der Hushab. Das heißt übersetzt der Bekehrende, der alle bekehrt. Oder auch der Zurückkehrende. Und es gab ein paar Bibelstellen, auf die die Samariter ihren Glauben gegründet haben. Ihr wisst ja noch, welche Bücher der Bibel haben die Samariter anerkannt? Die ersten fünf Bücher Mose. Also alles, was Gott über den Messias in den fünf Büchern Mose gesagt hatte, das wusste auch die Samariter. Erste Mose 3, 15. Der Same der Frau. Und erste Mose 49. Der Schilo, der kommen sollte. Vierte Mose 24. Der Stern aus Jakob, die Bileam-Prophezeiung. Und dann, und das ist vielleicht die wichtigste Stelle, die offensichtlich jetzt diese Frau auch gut kannte, fünfte Mose 18.
[14:12] Schaut mal jetzt die Verbindung von fünfte Mose 18 zu Johannes 4. Fünfte Mose 18, das ist Mose, der am Ende seines Lebens dem Volk ankündigt, dass da noch ein anderer kommen wird. Schaut mal, fünfte Mose 18 und dort Vers 15. Wir haben ja gelernt, die Samariter, die haben jetzt nicht so sehr auf einen weltlichen König gewartet, eher auf eine Art Lehrer. Schaut mal, fünfte Mose 18 und dort Vers 15. Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken, aus seiner Mitte, aus deinen Brüdern. Auf ihn sollst du hören, ganz so wie du es von dem Herrn, deinem Gott, am Horeb erbeten hast, am Tag der Versammlung, in dem du sprachst, ich will von nun an die Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht mehr hören und das große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe. Und der Herr sprach zu mir, sie haben recht geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen. Der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde.
[15:18] Könnt ihr euch noch erinnern, wenn ihr Finger drin gelassen habt, was hat die Frau gesagt? Ich weiß, dass der Messias kommt. Was wird er tun? Der wird uns alles lehren. Die Samariter hatten noch mehr als die Juden dieses Verständnis bewahrt, dass der Messias ein Lehrer sein wird, nicht einfach ein militärischer König, der die Römer vertreibt. Kurioserweise, obwohl die Samariter nur einen Bruchteil der Bibel hatten, war ihr Verständnis vom Messias eigentlich sogar korrekter als das von den Juden. Und die Juden waren also völlig neben der Kappe, dass sie jetzt so auf die Samariter herabgeschaut haben. Und es scheint auch das ein Grund zu sein, warum Jesus mit dieser Frau so viel offener sprechen konnte als mit den Juden, weil sie noch ein etwas reineres Verständnis vom Messias hatte.
[16:09] Nun, natürlich haben die Samariter auch einige Dinge geglaubt, die unwahr waren. Sie haben geglaubt, wenn der Messias kommt, wird er dann die Anbetung auf dem Berg Garizim wiederherstellen. Ja, weil sie hatten ja geglaubt, es gab diese Verschwörung, ja, der ursprüngliche Heiligtum war auf Garizim und dann ist das nach Süden verlegt worden. Und das hatte sie auch wahrscheinlich auch im Hinterkopf. Aber auf jeden Fall, wie gesagt, hat sie von diesem Messias gewusst. Elmholtz sagt sogar, sie hat diese Prophezeiung besonders studiert gehabt vor kurzem. Sie kannte das. Und sie fragt sich jetzt, könnte das sein? Ich meine, der erzählt mir gerade mein ganzes Leben.
[16:44] Übrigens, die Worte, die hier in 5. Mose 18 erwähnt werden, welche Worte sind das insbesondere, die da in seinen Mund gelegt werden sollen? Wenn du mal die Verse noch mal anschaust, die wir gelesen haben. Das heißt ja, dass Gott seine Worte in den Mund dieses Propheten legen wird. Das Evangelium, klar, natürlich. Aber jetzt die Verse noch mal anschauen. Er sagt ja, der Prophet kommt nicht ohne Grund. Warum soll der Prophet kommen? Ja, aber schau dir mal die Verse an, die wir gerade gelesen haben, 5. Mose 18. Es gibt einen ganz spezifischen Grund. Ja, da kommt er her, aber warum?
[17:24] Ja, genau, ja, ja, das ist wie? Auf die Frage, warum sendet Gott ihn? Warum? Aus welchem Grund? Genau, und warum hat er momentan diese Gelegenheit nicht? Warum sagt er, ich werde einen Propheten senden, der wird meine Worte euch sagen. Er erinnert sie an ein Ereignis, das zu dem Zeitpunkt nicht lange zurücklag. Er erinnert sie an eine Versammlung am Berg Horeb. Was war am Berg Horeb passiert? Richtig, was wollte Gott, was hat Gott ihnen da gesagt? Was waren denn die Worte Gottes? Die zehn Gebote, das Gesetz. Und wo sie gesagt haben, wir wollen nicht hören, wir wollen lieber den Mose haben als Mittler. Und jetzt sagt Gott, ihr habt damals gesagt, ihr wollt mich nicht reden hören. Siehe, ich sende euch einen Propheten, meine Worte werde ich in seinen Mund legen.
[18:41] Johannes sagt, das Wort wurde Fleisch. Das heißt, hier geht es um die zehn Gebote, es geht um das Gesetz. Was hat Jesus der Frau offengelegt? Du hast das Gebot, du sollst euch eh brechen, übertreten. Er hat es liebevoll gemacht, aber es war deutlich eine Offenbarung der zehn Gebote. Du kannst nicht Gott anbeten, während du in Wahrheit, während du gleichzeitig in Ehebruch lebst. Das ist egal, auf welchem Berg du stehst. Und das ist, glaube ich, auch das, was wir so oft haben. Wir denken, wir sind bei Gott ganz toll, weil wir eine bestimmte Form einhalten, während unserem Herzen Sünde ist. Und Gott sagt, das ist nicht die Anbetung. Unser Aufruf als in der Dreifachengelsbotschaft gibt Gott die Ehre, nicht wahr, die Anbetung, an der er gemacht hat, hat nicht nur damit zu tun, dass wir den richtigen Tag haben. Wir haben den richtigen Tag, jemand hat den richtigen Tag, jemand hat den falschen Tag. So wie die Juden. Die Juden standen auf dem richtigen Berg, die Samariter auf dem falschen Berg. Aber Jesus sagt, es kommt letztendlich darauf an, dass du es mit dem richtigen Herzen tust. Das hatten beide nicht, genau. Die Juden waren zwar Richtige, was die Form angeht, das war nicht unwichtig. Jesus sagt nicht, weil das Heil kommt aus den Juden, aber heilbringend ist nur die Anbetung des Herzens und das hat mit dem Gesetz zu tun.
[19:59] Also gehen wir zurück. Was sagt Jesus jetzt auf diese Frage? Es ist ja nicht mal eine Frage. Sie traut sich nicht mal zu fragen, ob er es ist. Sie sagt nur, ich weiß, da kommt jemand. Sie bringt das Thema mal auf. Sie wirft das in das Gespräch ein und dann sagt Jesus etwas so einfach, direktes, dass man es nicht missverstehen kann. Er sagt, ich bin es, der mit dir redet.
[20:18] Jetzt lasst mal euren Finger drin und schaut mal mit mir zu Matthäus 16. Und Matthäus 16 und dort Vers 20. Matthäus 16 ist viel später chronologisch. Matthäus 16 ist dann schon einige Monate vor der Kreuzigung, also über zwei Jahre noch in Zukunft. Matthäus 16 und dort Vers 20. Derselbe Jesus sagt jetzt seinen Jüngern, da gebot er seinen Jüngern, dass sie niemand sagen sollten, dass er Jesus der Christus sei. Er hat es gerade erst den Jüngern selbst offenbart, nach langer Zeit. Er sagt zu ihnen, sagt es bloß niemandem. Dabei hat er selbst lange vorher der Samariterin gesagt, ich bin der Messias.
[21:05] Jetzt warum hat Jesus der Samariterin gesagt, ich bin der Messias und hat dann sich so Mühe gegeben, den Jüngern einzuschärfen, es den Juden zu sagen. Ja, sie hat es geglaubt. Sie war bereit, es anzunehmen, weil sie offensichtlich weniger Irrtum in ihrem Kopf hatte, weniger Irrlehren. Das ist interessant, dass Jesus wusste, welcher Mensch für die Wahrheit schon offen ist und welcher nicht. Die Jünger wussten es auch, die Jünger wussten es auch schon.
[21:43] Ich denke, es war halt auch so eine Strategie, weil Jesus einfach wollte, dass dann der bestmöglichste Zeitpunkt kommt, wo er dann gekreuzigt wird und damit auch viele Menschen, er war so verrauscht, aber wenn die Jünger ja, das war in der 12. Jahrzehntszeit, das ja für Jünger und Mädchen, ja, also ich glaube, das hat beides seine Berechtigung.
[22:13] Jesus wusste offensichtlich, was diese Frau mit der Erkenntnis Jesus der Messias machen würde. Für sie war der Messias ein Lehrer, der die Wahrheit bringt. Ihr das zu sagen, war relativ ungefährlich. Was würde sie tun? Sie würde anderen Samaritern sagen, das ist der Messias und was würden die denken? Oh, der himmlische Lehrer ist da. Einem Juden zu sagen, Jesus der Messias, bedeutet, dass der Jude denkt, oh, jetzt werden die Römer besiegt, gleich der militärischen Einheit muss sie mich anschließen. Mit anderen Worten, dieser Irrtum, der im Kopf war, hat es viel schwieriger gemacht, die Wahrheit wirklich anzunehmen. Und Jesus wusste auch, dass die Frau diese Wahrheit viel besser verwenden könnte, als viele Juden, die damit mehr Unheil anrichten würden. Jesus hat ja nicht umsonst manchmal den Menschen eingeschärft, sagt nicht, dass ich der Messias bin, weil er wusste, wenn sie sagen, würde mehr Unheil daraus entstehen. Manchmal kann die Wahrheit sogar mehr Schaden anrichten und Jesus wusste das und er wusste, bei dieser Frau wird sie keinen Schaden anrichten.
[23:25] Ich kann dir jetzt gleich alles sagen. Er hat auch ein Beispiel gegeben für die Jünger, schon das hat er mehrmals gemacht im Laufe seines Dienstes, wo er schon punktuell mit Leuten, die nicht jüdisch waren, gesprochen hat und ihnen das Evangelium gezeigt hat. Das hat ja bei den Jüngern auch lange gedauert, bis sie das mal wirklich so verstanden haben, dass Juden und Nichtjuden auf einer Stufe stehen. Das hat ja noch lange gedauert. Kommen wir gleich dazu.
[24:01] Schaut mal mit mir jetzt in Johannes 4 zurück. Johannes 4 Vers 27, wo wir schon bei den Jüngern sind. Also die Frau ist gerade dabei, Jesus als den Messias anzunehmen und da kommen die Jünger. Es heißt hier in Vers 27, unterdessen kamen seine Jünger und verwunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch keiner sagte, was willst du oder was redest du mit ihr. Haben wir schon mal in dieser Geschichte eine Situation gehabt, wo jemand verwundert gewesen ist?
[24:35] Ich meine diese Geschichte direkt hier. Am Anfang der Geschichte ist die Samariterin verwundert, was redest du mit mir. Ich bin doch eine Samariterin und jetzt ein bisschen später kommen die Jünger und fragen, was redet ihr mit mir. Völlig verwundert. Interessanterweise, warum also die Samariterin war verwundert, weil sie sagt, ich bin eine Samariterin, du bist ein Jude. Aber schau mal in den Vers genauer hin. Warum sind die Jünger verwundert? Sind sie verwundert, weil sie eine Samariterin ist? Weil sie eine Frau ist. Noch unglaublicher.
[25:16] Und das hat seinen Grund, ob ihr es wusstet oder nicht. Es gab damals im konservativen Judentum diese Regel, dass ein Rabbi nicht öffentlich mit einer Frau sprechen darf. Nicht einmal mit seiner eigenen Frau auf der Straße. Das war sozusagen, so war die Regel. Man hatte sogar folgendes gesagt. Es gab dieses Sprichwort, es ist besser, die Worte des Gesetzes zu verbrennen, als sie einer Frau beizubringen. Also das war ungefähr so das Klima gegenüber Frauen im Judentum. Und jetzt sitzt Jesus hier, da am Brunnen, ganz alleine mit einer Frau und redet mit ihr, um das Ganze noch schlimmer zu machen, eine Samariterin ist. Also für die Jünger brach gerade eine Welt zusammen, weil wenn er wirklich ein Rabbi ist.
[26:09] Übrigens, wenn es hier heißt, die kamen und verwunderten sich, im Deutschen ist es nicht ganz deutlich, aber im Griechischen gibt es zwei Zeitformen. Die eine kamen, das ist eine punktuelle, das heißt sie kamen, das war einmal und dann verwunderten ist die ganze Zeit. Das heißt, das Bild ist, sie kamen hin und dann standen die da und haben sich gewundert und gewundert und gewundert. Also es ist nicht einfach, sie kamen aus der Ferne, wunderten sich, sondern sie kamen zu ihm, das war fertig, jetzt wunderten sie sich und wunderten sich, was redet er. Die standen also die ganze Zeit daneben. Man muss sehr dankbar sein, dass sie eben nichts gesagt haben, weil das war gerade der heiße Moment in diesem Gespräch. Das ist ja manchmal so, wenn man ein wichtiges Gespräch hat und jetzt kommt der entscheidende Moment, jetzt kommen da andere Leute und da hofft man, dass die irgendwie ruhig sind.
[26:50] Vers 28. Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und sprach zu den Leuten. Das ist ein interessantes Detail. Warum erwähnt die Bibel, dass sie ihren Wasserkrug stehen ließ? Wir haben gelesen damals in Vers 7, da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Das war der einzige Grund, warum sie den langen Weg aus der Stadt bis zu diesem Brunnen in dieser brütenden Hitze gemacht hat. Bei der Hitze überlegt man sich dreimal, wie oft man geht und wann man geht. Sie hatte übrigens nicht einmal das Wasser Jesus gegeben, das er gefordert hat. Sie hat selbst das vergessen und Jesus war das wahrscheinlich auch ziemlich egal, weil wenn man das ewige Leben, das Wasser des Lebens gefunden hat, dann ist das andere Wasser, so wichtig es auch ist, erstmal zweitrangig.
[27:44] Übrigens kennt ihr noch andere Personen in der Bibel, die ähnlich reagiert haben, die alles stehen und liegen gelassen haben und einfach zu den Leuten gerannt sind und mir erzählen mussten, was sie gesehen haben. Es gibt noch ein paar Personen, die ganz ähnlich reagiert haben. Bei der Auferstehung hat man das mehrmals. Einmal die Frauen, die kommen so traurig mit ihren Gefäßen zum Grab, sehen Jesus auferstanden, lassen alles stehen und liegen und laufen zu den Jüngern. Oder auch die zwei Emmaus-Jünger, die sind gerade einen langen Weg nach Hause gegangen, essen gerade, Jesus erscheint ihnen und dann anstatt weiter zu essen, lassen sie alles stehen und liegen und laufen wieder zurück. Das heißt, diese Frau hat eine Erfahrung mit Jesus, die sonst eher Leute machen, die dann bei seiner Auferstehung diese Dramatik wissen, wie Jesus von den Toten auferstanden ist. Sie hat wirklich Jesus angenommen und verstanden.
[29:10] Übrigens, was so spannend hier ist, und an dieser Geschichte kann man das wieder deutlich sehen, ein paar Augenblicke mit dem echten Jesus und schon bist du ein Missionar. Niemand musste ihr ein Missionsseminar geben, niemand musste einen Aufruf machen und jetzt komm doch mal mit. Erinnert euch an die ersten Jünger, die wir in Johannes 1 gesehen haben. Ein Tag mit Jesus, schon gehen sie und sagen, wir haben die Missions gefunden. Ein Gespräch mit Jesus, schon will sie davon erzählen. Das ist, glaube ich, ein Zeichen, dass man den wahren Jesus kennengelernt hat und getroffen hat, wenn man gerne davon erzählt. Ich glaube, das ist etwas, was man immer wieder beobachten kann.
[29:52] Übrigens, das Zeugnis, das es jetzt gibt, ist total interessant, Schottlandfest 29. Sie ruft ja den Leuten jetzt zu in der Stadt, kommt, seht einen Menschen. Das ist übrigens ganz ähnlich, wie was hatte Jesus gesagt zu den Jüngern, die Jünger dann später auch selbst, als sie gefragt haben, wo wohnst du? Kommt und seht. Auch der Philippus, als Nathaniel ihn fragt, was kann aus Nathans Gutes kommen? Komm und sieh. Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Das ist wieder diese Idee auch von 5. Mose 18. Ich war der Lehrer, der alles weiß, die Worte Gottes hat. Und ob dieser nicht der Christus ist?
[30:35] Also worin bestand jetzt ihr Zeugnis, ihre Überzeugung, dass Jesus der Messias ist? Womit hat sie das begründet? Er hat alles gesagt, ja. Er kannte sie persönlich. Wenn er einfach jetzt einfach nur alle Propheten aufgezählt hätte, die es gab oder alle Geschichtsdaten der samaritischen Geschichte, dann wäre sie vielleicht beeindruckt gewesen. Aber was ihr Herz berührt hat, er kannte sie persönlich. Der Messias ist deswegen der Messias, weil er uns persönlich kennt. Und das ist dann das, was offensichtlich hier diesen enormen Einfluss macht, dass dann die ganze Stadt rauskommt, weil ein Mensch Jesus persönlich kennengelernt hat und sagt, dieser Jesus kennt mich. Er weiß alles von mir und hat mir geholfen. Und das ist ein Zeugnis, dazu muss man nicht Theologie studiert haben, oder? Das ist relativ simpel. Einfaches Zeugnis und was für ein Effekt. Da hätten sich die Jünger noch eine ganze Menge abschneiden können.
[31:36] Und schaut mal mit mir in Offenbarung 22. Offenbarung 22 und dort Vers 17. Und der Geist und die Braut sprechen? Komm! Und wer es hört, der spreche? Komm! Und jetzt ist es interessant. Und wer da dürstet, der komme und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. Das ist genau das, was Jesus ihr gesagt hat. Das heißt, indem sie jetzt sagt, ich habe das Wasser des Lebens gefunden, kommt. Was ist die Schlussfolgerung jetzt gemäß dieses Verses? Ja, die Schlussfolgerung ist, sie arbeitet gerade mit dem Heiligen Geist zusammen, richtig? Denn der Heilige Geist ruft, kommt. Sie ruft, kommt. Sie arbeitet mit dem Heiligen Geist zusammen und sie ist Teil der Gemeinde. Denn der Geist und die Braut rufen. Sie war zwar noch eine Samariterin, aber in Gottes Augen war sie jetzt schon Volk Gottes. Zu einem späteren Zeitpunkt wird sie irgendwann sicherlich auch noch ihre samaritischen Gemeindebriefe hätte aufgeben müssen. Aber der Punkt ist, sie ist Teil der Braut. Sie tut das, was die Braut sagt, nämlich kommt. Und das finde ich interessant. Sie musste nicht erst einen langen Kursus machen, damit Gott sagt, jetzt bist du doch mein Volk. In dem Moment, wo sie Christus angenommen hat und für Christus Zeugnis abgibt, ist sie mit dem Heiligen Geist verbunden und Gott sieht in ihr jemand, der zu seinem Volk gehört.
[33:11] Und dann heißt es, schaut man Johannes 4, Vers 30, da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm. Warum sind wohl die Leute gekommen? Also sie muss sehr überzeugend gewesen sein. Ja, es muss also sicher offensichtlich fast äußerlich sichtbar gewesen sein, weil nicht jeder hat jetzt die Zeit, ein langes Interview mit ihr zu führen. Was denkt ihr noch? Warum sind die Leute alle gekommen? Ja, also die Erwartung war ohnehin da. Also von daher gab es auch so eine generelle Erregung, wenn bei solchen Themen nicht war. Ich glaube, es ist auch nicht zu verachten, wenn man der Punkt, wenn man ihre Vergangenheit in Betracht zieht. Die Frau sagt ja zu Ihnen, er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Also ich glaube, wenn diese Menschen zugekommen sind, dann doch nur mit dem Bedürfnis, dies bestätigt zu bekommen, weil es auch ein Programm werden soll. Denn wenn sie an ihrer Sünde festhalten, dann würden sie sich mit ihren Schildern sagen, nein, das ist nicht die Idee. Also so wie das Volk eben gesagt hat, du musst immer nur das wollen, was wir zu tun haben, dann hätten sie doch auch so eine Idee.
[34:46] Das ist eine ganz gute Beobachtung. Schau mal, nur als Bestätigung davon in Johannes 3, Vers 17. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Das ist, was du meinst. Ich meine, dass wenn sie jetzt das Böse hätten weiter tun wollen, dann wären sie nicht zu dem gekommen, der ihnen alles sagt. Aber da gab es also hier bei diesen Samaritern, wo die Juden nur mit Verachtung vorbeigegangen sind, scharenweise Menschen, die mit ihrem Leben unzufrieden waren und die dringend Hilfe gesucht haben. Und eine Frau, die Jesus getroffen hat, oder Jesus hat sie eigentlich getroffen, Jesus hat sie angesprochen, wird jetzt quasi die Brücke für eine ganze Stadt. Das ist quasi stete Mission, wie sie am besten funktioniert.
[35:33] Schaut mal in Vers 31. Und das ist wieder so unglaublich. Inzwischen, also während jetzt diese Leute kommen, ja man sieht schon, da kommen jetzt also scharenweise Menschen aus der Stadt auf Jesus zu. Schaut mal, was die Jünger sagen. Inzwischen aber baten ihnen die Jünger und sprachen, Rabbi, du kommst ja noch rum, du musst zu Kräften kommen. Ich weiß nicht, das ist so unglaublich. Das könnte uns auch passieren, dass manchmal Gott Gewaltiges gerade vorhat und wir sehen nur unseren kleinen Bereich, wo wir denken, das muss jetzt getan werden. Ich weiß ganz wichtig, das haben wir schon immer so gemacht. Aber ich denke, ich kann die Jünger verstehen. Die sind ja rausgegangen, sind in die Stadt gegangen, weil sie was zu essen holen wollten. Und die haben gar nicht kapiert, was da abgeht. Und jetzt kommen sie auf mich zu. Sie wissen ja, Herr Thomo, der hat gewusst, sie sind ja weit gelaufen. Kommen Rabbis, also ich kann es nachvollziehen.
[36:33] Klar, natürlich, das ist total nachvollziehbar. Nur der Punkt ist, da kommt gerade eine ganze samaritanische Stadt auf ihren Lehrer zu und will die Wahrheit kennenlernen. Und alles in ihrem Kopf ist Essen. Und das ist, glaube ich, ein Beispiel für das, was so oft ist, wo Gott wahrscheinlich auch sich denkt, meine Güte, wenn sie jetzt nur ein bisschen mehr Blick für geistliche Dinge hätten, ein bisschen mehr den Blick gerade für das, was ich tun will und nicht nur das, was jetzt gerade für sie wichtig ist. Mein Essen ist ja wichtig, ist ja nicht unwichtig.
[37:16] Ich meine, wir werden das später noch sehen. Die Samariter waren ja nicht grundsätzlich immer nur offen. Manche Samariter haben ja auch dann, du kommst ja nicht in die Stadt rein und so. Also eine ganze Stadt, das war außergewöhnlich. Und manchmal im Leben muss man auch die erkennen, wenn gerade etwas Außergewöhnliches passiert. Das kann man nicht so machen, als wäre ja alles gewöhnlich.
[37:40] Interessant ist, was Jesus jetzt sagt. Er sagt in Vers 32, er aber sprach zu ihnen, ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. Er hat, er merkt gerade, Jesus erkennt die Situation sehr genau. Er weiß ja auch, wo er ist. Welche Stadt war nochmal? Welche Stadt ist das? Samaria ist ja das Land. Wie heißt die Stadt, Vers 5? Das ist die Stadt Sicher, oder die im alten Testament Sichem heißt.
[38:16] Vielleicht könnt ihr euch erinnern, wir haben das damals gesagt. Das ist die Stadt, die liegt zwischen dem Berg Eberl und dem Berg Garizim. Die liegt genau dort, wo Abraham zum ersten Mal sein Altar in Kanaan aufgestellt hat. Die liegt dort, wo das Volk Israel nach der Einnahme Israels den Segen und den Fluch verkündigt hat. Das ist eines der heiligsten Orte im ganzen alttestamentischen Denken. Wenn man dort langgegangen ist, konnte man eine Geschichte nach der anderen erzählen, die dort stattgefunden hat. Und das ausgerechnet an diesem Ort, wo dem Abraham zum ersten Mal gesagt worden ist, in deinem Samen werden alle Völker gesegnet werden und so weiter und so fort. Dass hier eine ganze Stadt von verhassten Samaritern sich zu dem wendet, der die Verhassung gegeben hat. Das muss für Jesus ein gigantischer Moment gewesen sein. Das Wort Gottes erfüllt sich vor seinen Augen und die Jünger wollen essen. Oder wollen, dass er isst.
[39:16] Schaut mal, kennt ihr noch jemanden in der Bibel, das ist interessant. Kennt ihr noch jemanden in der Bibel, dem man auch Essen vorgesetzt hat und der gesagt hat, ich esse nicht, bevor meine Mission zu Ende ist. Es gibt jemanden.
[39:34] Ja, du meinst bei der Wahl des Königs. Ja, das stimmt auch. Und da gibt es noch eine Geschichte. Stimmt, auch in 1. Runde 13. Da gibt es mehrere Geschichten. Ich dachte an eine andere, aber der sollte auch nicht essen. Und dann hat ihn der andere Prophet verführt. Und dann ist er da vom Löwen gefressen. Also es gibt mehrere Geschichten, wo Gott sagt, iss nicht. Aber es gibt eine Geschichte, wo eine Person aus eigenen Stücken sagt, ich esse nicht, bevor ich diese Mission erfüllt habe. Und zwar, ich gebe euch einen Tipp, ist eine Geschichte, wo es auch um eine Frau geht an einem Brunnen und die auch Wasser geben soll. Der Eliezer, der Knecht von Abraham, der am Brunnen steht und der auch zu dieser Frau sagt, gib mir ein bisschen zu trinken. Und der was sucht? Die Braut für Isaak, die Braut für den Sohn Abrahams. Und dann, als er sie gefunden hat, wird ihm gesagt, hier, möchtest du essen? Und er sagt, ich werde nicht essen, bevor ich nicht das klar gemacht habe, dass sie wirklich die Braut wird. Hier haben wir den Sohn Abrahams, der nach einer Braut Ausschau hält. Und der sich nicht in seiner Mission jetzt stören lassen will, mit jemandem, der sagt, jetzt iss doch mal bitte. Also ganz interessante Parallele.
[40:49] Was ist eigentlich diese Speise, von der er spricht? Schaut mal mit mir zwei Verse an. Oder was würdet ihr sagen? Was ist diese Speise, von der er spricht? Diese Speise, die sie nicht kennen.
[41:02] Ja, er sagt ja gerade, ich esse gerade. Ich habe gerade, ich esse gerade. Was isst er gerade sozusagen? Was ist die Speise? Ja, er wird ja, in anderen Worten, der Punkt ist ja, sie sagen, du bist so hungrig, du fällst doch vom Fleisch. Du fällst doch vom Fleisch. Er sagt, ich muss mich gerade von etwas anderem ernähren. Etwas, was mich ernährt, etwas, was mich stärkt. Ihr wisst gar nicht, was das ist. Ihr kennt diese Lebensquelle noch nicht so richtig.
[41:33] Die Worte des Lebens, ja. Essen, Essen, geistliche Speise. Wo kommen denn in der Bibel Verse vor mit geistlicher Speise? Was soll man denn geistlich essen?
[41:44] Ja, genau. Lesen wir zwei Verse mal. Lesen wir drei. Psalm 119. Psalm 119, Vers 103. Wie süß ist dein Wort meinem Mund oder Gaumen. Mehr als Honig meine Mund. Das Wort Gottes soll gegessen werden. Noch ein Beispiel. Jeremia 15. Jeremia 15 und dort Vers 16. Als ich deine Worte fand, da verschlang ich sie. Deine Worte sind mir zur Freude und Wonne meines Herzens geworden. Das ist auch diese Freude, ja. Und dann hat Jesus selbst mal einen Satz gesagt, den kennt ihr auswendig. Bezug auf das Wort Gottes und auf Essen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht. Er lebt gerade. Offensichtlich hat er gesehen, wie das Wort Gottes sich vor seinen Augen erfüllt. Er hat gesehen, wie das Wort Gottes Wirkung zeigt. Und das hat ihn so sehr gefreut, so sehr ernährt, dass er vorübergehend gar nicht essen wollte.
[43:02] Naja, die Jünger haben die das gleich so verstanden. Schaut mal in Johannes. Also die Jünger sind mal wirklich schwer von Begriff gewesen. Johannes 4, Vers 33, da sprachen die Jünger zueinander. Hat ihm denn jemand zum Essen gebracht? Also ihr seht immer wieder, die Jünger haben es ganz schwer, diese geistliche Ebene von Jesus zu verstehen. Sie verstehen das meistens zu buchstäblich.
[43:26] Und dann erklärt er ihnen, und das ist jetzt interessant, in Vers 34, letzter Vers heute. Jesus spricht zu ihnen. Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.
[43:41] Frage. Was haben wir gerade gesagt? Was ist die Speise? Das Wort. Aber jetzt gibt Jesus hier noch einen zusätzlichen Aspekt, der entscheidend ist. Also was er hier sagt, ist was? Die Speise ist?
[43:58] Den zu tun, genau. Er sagt, die Speise ist, dass ich das tue. Das ernährt mich. Ich glaube, wir machen manchmal den Denkfehler, dass wir sagen, okay, das Wort Gottes ist, der Mensch lebt vom Wort Gottes. Aber der Mensch lebt nicht davon, dass er das Wort Gottes liest, oder dass er es nur studiert, sondern er lebt davon, dass das, was er liest, auch tut. Das macht ihn glücklich. Das ernährt ihn. Ansonsten kann es nicht passieren, dass ich die Bibel lese und Bibel lese und Bibel lese, zwar nichts tue, aber denke, ich müsste eigentlich voranschreiten, und dann fühle ich mich so leer. Achtung, da fühle ich mich so leer, und dann denke ich, okay, das Bibellesen reicht nicht. Ich muss irgendwie anders dieses Bedürfnis nach geistlicher Erfüllung finden. Und dann kommt der Mystizismus mit seinen ganzen Praktiken und mit irgendwelchen, ich weiß nicht was, weil das Wort nicht mehr ausreicht. Dabei ist das Problem nur einfach, wenn ich das Wort nicht tue, dann ernährt es mich nicht. Die wahre Speise ist sozusagen, dass ich das Wort Gottes tue.
[45:01] Und interessanterweise, dieses Wort hier, der mich gesandt hat und sein Werk vollbringe. Das Wort vollbringen, das klingt im ersten Moment erstmal so, wie, naja, er hat was gesagt, ich tue es einfach. Aber dahinter steckt eigentlich ein Wort, das viel auch mit zu Ende bringen, beenden quasi, zu tun hat. Deswegen übersetzen zum Beispiel Luther und Neue Genfer und Gute Nachricht übersetzen, dass ich das Werk vollende. Oder die Einheitsübersetzungen, die Hoffnung für alle, sagen, zu Ende führe. Die King James, die Englische, sagt, finish. Das heißt, es geht nicht einfach nur darum, dass er was tut, sondern dass er ein Werk zum Abschluss bringt. Und das ist deswegen interessant, weil wir auch immer davon sprechen, dass wir das Werk zum Abschluss bringen wollen. Wir wollen Gottes Auftrag beenden. Und hier haben wir in Johannes 4 ein inspiriertes Beispiel, wie das Werk Gottes vollendet wird. Und zwar durch Geist und Wahrheit. Und wenn man einen Menschen wirklich gewinnen kann, der so viel mehr gewinnt. Gott hat seine eigene Methode für den Abschluss des Werkes. Und interessanterweise, dieses Wort meint nicht nur zeitlich vollenden, sondern auch qualitativ zu perfektionieren, zu vollkommenen. Das Werk Gottes wird dann vollkommen sozusagen. Und in dem Sinne sollte Jesus uns wirklich ein Beispiel sein.
[46:45] Diese Geschichten sind ja nicht nur dazu da, dass wir sagen, oh, interessant, was Jesus alles so getan hat. Sondern diese Geschichten sind dazu, dass wir lernen, wie hat Jesus Menschen erreicht. Hier hatten wir gesehen, wie Jesus einen Menschen erreicht hat, der nicht einmal von alleine irgendetwas von ihm gewollt hätte. Und er hat innerhalb von, ich weiß nicht, wie lange das Gespräch gedauert hat, aber weitaus weniger als einem Tag, diesen Menschen, der ihm so begegnet ist, ja, halt bloß Abstand, in einen effektiven Bibelarbeiter verwandelt. Und das ist, was der Heilige Geist tun kann. Wenn wir im Geist und in der Wahrheit Menschen auf den Erlöser aufmerksam machen. In diesem Sinne, glaube ich, können wir eine ganze Menge von ihm lernen.
[47:30] Nächstes Mal schauen wir dann, was daraus geworden ist, aus dieser Ernte, wie dann die ganze Stadt reagiert. Für heute wollen wir uns doch vornehmen, so zu reden und so zu handeln wie Jesus, oder? Die Menschen so zu behandeln, wie er sie behandelt hat. Und so wie er das Werk, das Gott uns gegeben hat, dass wir es zum Abschluss bringen, dass wir es vollenden, damit er dann bald wiederkommen kann, oder? Amen.
[47:55] Lasst uns doch gemeinsam niederklingeln und beten. Und dann mal eine kurze Pause. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen. Danke sagen, dass dein Wort uns immer wieder neu überrascht, immer wieder neue Dinge zeigt. Und dass wir dort sehen können, was für einen wunderbaren Charakter Jesus gehabt hat. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, Tag für Tag immer mehr so zu werden wie Jesus. So viele Taktgefühle und Weisheit und Liebe zur Wahrheit zu haben, wie er es gezeigt hat. Und dass wir so wie die Samariterin in der Begegnung mit Jesus so tief erfüllt werden, dass wir gar nicht anders können als vielen Menschen von dir zu erzählen. Und so danken wir dir, dass du das Werk in uns zum Abschluss bringen wirst. Im Namen Jesu Beten wir dies. Amen.
Lizenz
Copyright ©2016 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.