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In dieser Predigt wird die Geschichte des königlichen Beamten aus Johannes 4 beleuchtet, dessen Sohn krank im Sterben liegt. Christopher Kramp erklärt, wie Jesus auf die Bitte des Mannes reagiert und warum er ihn tadelt, weil er Zeichen und Wunder fordert. Die Predigt zeigt auf, wie wichtig es ist, auf Gottes Wort zu vertrauen, anstatt nur auf sichtbare Wunder zu bauen. Es wird verdeutlicht, dass Jesus für jedes Bedürfnis eine Lösung hat und dass echter Glaube auf dem Wort Gottes basiert.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Nach längerer Pause aufgrund unserer Serie "Weltengeschichte" sind wir wieder live hier aus Wangen mit unserem Seminar zum Leben Jesu dabei. Schön, dass ihr heute hier gekommen seid und schön, dass ihr jetzt live zuschaut oder die Aufnahme später anschaut.

[0:50] Wir sind immer noch in Johannes 4, haben die Geschichte mit der Frau am Jakobsbrunnen hier abgeschlossen, aber es gibt noch eine Geschichte, die dort am Ende des Kapitels etwas oft vernachlässigt danach steht, die wir heute uns besonders anschauen wollen. Und bevor wir beginnen, wollen wir nach guter Gewohnheit mit einem Gebet starten.

[1:11] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir heute Abend zu dir kommen können. Wir möchten dir Danke sagen, dass du ein liebender Gott bist, dass du alle unsere Schuld hinweg nimmst und dass du uns Neuanfang schenkst, dass wir heute an diesem Abend in deinem Wort lesen können. Wir möchten dich bitten, dass wir Jesus besser kennenlernen und aus seinem Wort Kraft und Trost und Stärke für die Dinge, die in unserem Leben anstehen, schöpfen können. Sei du bei uns und halte alle Störende fern. Im Namen Jesu, Amen.

[1:58] Also Johannes Kapitel 4 und dort ab Vers 43. Wir fangen mal an zu lesen. Nach den zwei Tagen aber zog er fort und ging nach Galiläa. Frage Nummer eins: Worauf beziehen sich diese zwei Tage? Also vielleicht ein bisschen Wiederholung auch von dem, was wir letztes Mal gemacht haben. Das heißt nach den zwei Tagen. Genau, wir hatten vor die Geschichte am Jakobsbrunnen und er war zwei Tage dann noch geblieben. Warum war er noch länger geblieben? Genau, noch nicht mal wegen der Frau, sondern wegen den Leuten, die die Frau gewonnen hatte. Die Frau war so begeistert von Jesus, rannte in die Stadt, erzählte überall, was sie erlebt hatte und die Menschen kamen heraus und haben gebeten: "Bitte bleib bei uns." Er wollte eigentlich gar nicht bleiben, denn wo wollte er eigentlich hin? Wenn wir die Geschichte vom Jakobsbrunnen noch mal Revue passieren lassen, er ist ja nicht, er wollte nach Galiläa. Das haben wir in Vers 3 gelesen. Schaut mal Johannes 4 Vers 3. Da verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa. Er war eigentlich die ganze Zeit schon auf dem Weg nach Galiläa. Der Jakobsbrunnen war nur ein Zwischenstopp und dann hat sich das etwas verzögert, weil Menschen ihn als Christus angenommen haben. Das heißt, eigentlich ist bis dahin Johannes 4 so ein Zwischenspiel gewesen. Er wollte nach Galiläa, wurde in Anführungsstrichen unterbrochen, wurde aufgehalten. Natürlich war das ein sehr schönes aufgehalten sein, aber jetzt folgt er seinem ursprünglichen Ziel und er geht weiter nach Galiläa.

[3:58] Das ist das zweite Mal, dass er aus Judäa nach Galiläa kommt. Wann war das erste Mal? Wann war das erste Mal, dass er als Messias von Judäa nach Galiläa zieht? Wo hatten wir das schon mal? Das ist noch nicht so lange her. Genau, bei der Hochzeit von Kanan. Er war ja nach Judäa gezogen, um dort getauft zu werden, um die Versuchungen zu bestehen, die ersten Jünger zu berufen und dann ist er mit diesen Jüngern aus Judäa nach Galiläa gekommen. Wir werden sehen, jetzt ist ungefähr ein Jahr später und er war lange Zeit in Judäa, hat dort den Tempel gereinigt, hat mit Nikodemus gesprochen, hat monatelang getauft. Jetzt kommt er nach Galiläa zurück.

[4:43] Schau mal Vers 44, Johannes 4 und dort Vers 44. Jesus selbst bezeugte zwar, dass ein Prophet in seinem eigenen Vaterland nicht geachtet wird. Jetzt, das ist ein interessanter Vers hier. Das griechische Wort für Vaterland ist "Patris", ein bisschen ähnlich wie patriotisch, Vaterland. Es kann aber nicht nur Vaterland bedeuten, sondern auch Heimatstadt. Da sagen wir nicht Vaterstadt, aber sozusagen die Stadt, aus der ich komme. Und Jesus hat öfter mal diesen Satz gesagt oder in verschiedenen Varianten. Und wenn er den gesagt hat, auch in Spätsommergeschichten, hat er das auf das Land Judäa oder auf das Land Galiläa bezogen oder worauf hat er das bezogen? Wenn Jesus sagt, ein Prophet ist nicht geachtet, außer in seinem Vaterland, seinem Patris. Bezieht das Jesus auf Judäa oder bezieht das Jesus auf Galiläa oder vielleicht noch auf irgendwas anderes? Was meint ihr? Meint Vaterland Judäa? Meint Vaterland Patris Galiläa? Samaria meint es bestimmt nicht, oder meint es noch irgendetwas anderes oder vielleicht Israel als Ganzes? Wo sagt Jesus das noch? Das wird er später sagen. Das ist jetzt hier zum ersten Mal, aber er sagt das später noch. Dort, wo er aufgewachsen ist und wo war das genau? Nazareth. Seine Heimatstadt Patris war Nazareth. Er kommt jetzt nach Galiläa und es ist zum ersten Mal, dass er das jetzt öffentlich sagt, dass in seiner eigenen Stadt in Nazareth die Menschen nicht an ihn glauben, weswegen er, wie wir jetzt sehen werden, er bei diesem Gang nach Galiläa gar nicht nach Nazareth geht.

[7:02] Das heißt, obwohl das hier nicht explizit drin steht, geht es aus dem Kontext hervor, dass er nicht nach Nazareth gegangen ist, sondern an einen anderen Ort, wie wir jetzt gleich sehen werden. Johannes vier Vers 45. Als er aber nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er während des Festes in Jerusalem getan hatte, denn auch sie waren zu dem Fest gekommen. Also, obwohl in Nazareth selbst, in seiner Heimatstadt, da wo er aufgewachsen ist, er nicht wertgeschätzt worden ist, weswegen er diesmal gleich einen Bogen drum gemacht hat, ist der Rest in Galiläa, die meisten Galiläer sind begeistert, dass er kommt. Aus welchem Grund? Was fördert die Begeisterung bei den Menschen hier aus Galiläa? Die Wunder, die er getan hat.

[7:59] Können wir uns noch erinnern, wir haben darüber gesprochen, als wir die Tempelreinigung betrachtet haben. Da haben wir gesehen, dass Jesus viele Wunder getan hat und die Menschen aufgrund der Wunder geglaubt hatten. Und wie war Jesu Reaktion gewesen, als er gesehen hat, die Menschen glauben wegen der Wunder? Was hat er gesagt? Da haben wir ein bisschen darüber gesprochen, in Johannes 2, dann auch Johannes 3, da hatte der Johannes explizit festgehalten, die Menschen haben an Jesus geglaubt wegen der Wunder. Er hat viele Wunder getan, da heißt es beispielsweise in Johannes 2, Vers 23: "Als er beim Passafest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat." Also, die Wunder, die Jesus tut, führen dazu, dass die Menschen an ihn glauben, aber dann haben wir gelernt, und ich hoffe, das haben wir nicht vergessen, in Vers 24: "Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte." Und wir haben gelernt, dass die beste Übersetzung heißt: Jesus vertraute ihrem Glauben nicht. Er hat nicht viel darauf gegeben, wenn Menschen wegen Zeichen und Wunder ihm glauben. Ähnliche Geschichte, kurz danach, Nikodemus. Was sagt Nikodemus in seinem ersten Satz? "Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist, denn niemand kann diese Zeichen tun." Und Jesus sagt: "Du musst von neuem geboren werden." Zeichen und Wunder sind kein festes Fundament.

[9:37] Und jetzt kommt er nach Galiläa, er hat in Judäa bei den Juden gesehen, dass sie zwar wegen den Zeichen glauben, aber nicht aufgrund seiner Worte. Und sein Ziel in Judäa bei Nikodemus und bei anderen war es gewesen, sein Wort in den Vordergrund zu stellen. Jetzt kommt er nach Galiläa und es sagt explizit, sie glauben zwar an ihn, sie nehmen ihn auf, aber wegen der Zeichen. Sie haben gehört, was er getan hat und viele sind sogar dabei gewesen in Jerusalem.

[10:10] Jetzt schauen wir mit mir in Johannes 4, Vers 46. Das wird jetzt ganz entscheidend für die Geschichte, die jetzt hier geschieht. Vers 46. Jesus kam nun wieder nach Cana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und da gab es einen königlichen Beamten, dessen Sohn lag krank in Kapernaum.

[10:31] Also zunächst einmal halten wir fest, er kommt wieder nach Cana. Im Griechischen heißt es sogar, er kommt zu dem Cana. Also um es ganz deutlich zu machen, es ist genau dasselbe Cana wie in Johannes Kapitel 2. Er kommt das zweite Mal nach Galiläa, das zweite Mal nach Cana. Jetzt gibt es eine interessante Sache. Es muss ja einen Grund geben, warum der Johannes das später so sehr betont. Also die erste Geschichte in Cana war Kapitel 2, Vers 1 bis 11. Und jetzt haben wir wieder Cana und das ist Kapitel 4, Vers 43. Frage: Was haben wir zwischen den beiden Geschichten? Cana in Kapitel 2, Cana in Kapitel 4. Was haben wir dazwischen an Geschichten? Wir haben Nikodemus und wir haben die Samariterin. Das waren ja quasi auch zwei Parallelen, oder? Jeweils Einzelgespräche mit den wahrscheinlich wichtigsten Predigten, die es galt. Nikodemus und die Samariterin. Was war denn zwischen Cana und Nikodemus? Tempelreinigung. Zu welchem Anlass? Also warum war Jesus da gerade in Jerusalem? Passafest.

[12:24] Jetzt schaut mal, es gibt was ganz Interessantes hier zu sehen. Im Cana Passafest, Gespräch mit Nikodemus. Was war denn das Passafest eigentlich für ein Fest? Worum ging es denn da? Es ging um den Auszug aus Ägypten. Es gab das Lamm am 14. Nisan und dann am 15. gab es die, es waren eigentlich drei Feste hintereinander. 14. Nisan war das Lamm geschlachtet, Auszug aus Ägypten. 15. Nisan war das Fest der ungesäuten Brote und 16. Nisan war, es war ein halbes Jahr später, da gab es die sogenannte Erstlingsfrucht. Erstlingsfrucht mal nicht theologisch gedacht, sondern ganz praktisch. Was bedeutet das, wenn ich eine Erstlingsfrucht bringe? Was ist eine Erstlingsfrucht? Genau, es ist der Anfang der Ernte.

[13:32] Jetzt mal scharf nachdenken. Zwischen Cana und dem Gespräch mit Nikodemus haben wir Passa, das den Anfang der Ernte darstellt. Haben wir auch irgendwas zwischen dem Gespräch mit der Samariterin und Cana? Was fand zwischen dem Gespräch mit der Samariterin? Die Heilung kommt ja jetzt. Cana, Cana. Aber zwischen Cana und dem Gespräch mit der Samariterin? Genau, die Ernte der Samariter. Da hat nicht Jesus gesagt, als die Samariter aus der Stadt kommen: "Ihr denkt, die Ernte kommt erst später, aber ich sage euch, die Ernte ist schon da." Das heißt, Cana, Cana, Passafest, Ernte, Ernte. Nur bei dem Passafest, da werden die Juden aus dem Tempel getrieben, hier kommen die Samariter zu Jesus. Also es sind Parallelen, aber gleichzeitig auch Kontraste. Zwei Menschen, eine kommt bei Nacht, eine kommt bei Tag. Einer kommt zu Jesus, der andere, Jesus kommt zu der Frau. Ein hoher Gelehrter, eine Frau, die zum Abschaum der Gesellschaft gehört. Das heißt, eigentlich ist es so eine Art, ja man nennt das schon in der Theologie, ein Chiasmus, so eine Bergstruktur.

[14:59] Das Interessante ist, was befindet sich zwischen Nikodemus und der Samariterin? Also zwischen Nikodemus und der Samariterin, da gibt es noch was. Erstmal geht es darum, dass Jesus tauft. Da heißt es, Jesus tauft und übrigens direkt vor der Geschichte mit den Samaritern heißt es auch, dass Jesus getauft hat. Es gibt mehrere Bausteine so und direkt im Zentrum ist Johannes der Täufer, der sagt: "Genau, er muss zunehmen, ich muss abnehmen." Also diese ganzen Geschichten, die Johannes jetzt auswählt, aus dem vielen, was man erzählen kann, die sind so angeordnet, dass die quasi zueinander passen. Und das werden wir noch weiter sehen, wenn es dann weiter so geht. Deswegen betont das der Johannes, das ist dasselbe Kana, wo er vorgewesen ist. Er erzählt nicht einfach wahllos Geschichten nacheinander, sondern er wählt sie so aus, dass wer genau hinschaut und nachdenkt, ich soll Nikodemus und die Samariterin vergleichen, ich soll das Passafest und die Ernte in Sycher vergleichen, ich soll das Cana vergleichen mit dem Cana vielleicht. Dadurch zeigt die Bibel auch, welche Geschichten aufeinander bezogen sind, werden wir gleich noch sehen.

[16:33] Okay, also haben wir das gesehen. Ein königlicher Beamter, es war wohl offensichtlich ein Jude, das griechische Wort ist Basilikus, jemand, der zum König gehört, der für den König arbeitet. Wer war König zu der Zeit in Galiläa? Das war der Herodes, also nicht der Herodes der Große, der war schon tot, aber einer seiner Söhne, Herodes Antipas, der dann später auch den Johannes umgebracht hat. Für den hat dieser Beamte gearbeitet, man nannte sie auch die Herodianer, die für den König Herodes waren. Und es heißt von diesem Sohn, dass er todkrank war. Offensichtlich hat man schon alles versucht, alle Medizin, die es gab, alle Ärzte, man hat das Kind aufgegeben, es liegt im Sterben. Und dieser königliche Beamte hört offensichtlich, dass Jesus kommt.

[17:32] Vers 47, als dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, ging er zu ihm und bat ihn, er möchte herabkommen und seinen Sohn gesund machen, denn er lag im Sterben. Übrigens, warum sagt er, er soll herabkommen? Nur, dass wir das verstehen. Warum heißt es, dass der königliche Beamte sagt: "Komm herab?" Ja, das hat mit der Geografie zu tun. Canaan lag im Bergland von Galiläa und Kapernaum lag wo? So topografisch. Weiter unten, genau. Am See. Kapernaum war am See Genezareth, da wo auch dann viele Fischzüge gewesen sind von den Jüngern und so weiter. Also das ist einfach dahinter.

[18:28] Aber jetzt viel wichtiger ist die Frage, was ist hier sozusagen in dieser Geschichte der Punkt? Wir haben jetzt schon mehrere Zeichen und Wunder in Johannes gesehen. Machen wir mal eine andere kleine Struktur. Wir haben ein großes Wunder in Johannes 2 oder zumindest große Geschichten. Eine große Geschichte in Johannes 3, eine in Johannes 4 und jetzt eine in Johannes 4 später. In Johannes 2, was war das Bedürfnis der Menschen als damals diese Hochzeit gewesen? Was war das Bedürfnis, das die Menschen gehabt haben? Genau, das war ein körperliches Bedürfnis, aber es war nicht so, dass sie durstig waren. Das Problem war nicht, dass die Leute durstig waren. Was war das eigentliche Problem? Der Wein war ausgegangen und für wen war das das Problem? Für die Gäste waren die jetzt am verdursten? Nein, genau. Es war ein soziales Problem, oder? Es war ein soziales Bedürfnis. Man wollte nicht schlecht dastehen vor den anderen und Jesus kommt und nimmt sich dem sozialen Problem an.

[19:44] Jetzt in Johannes 3, da kommt der Nikodemus. Der hat jetzt nicht unbedingt ein soziales Problem, mal abgesehen davon, dass er sich davor hütet, nicht gesehen zu werden, aber was ist sein Problem, sein Bedürfnis, das er hat? Nicht unbedingt ein soziales Bedürfnis. Was ist sein Bedürfnis? Ja, sagen wir mal geistlich-theologisch. Also es geht um hohe Theologie, aber sehr praktische. Nämlich, wie werde ich erlöst? Wie werde ich neu geboren? Sein Bedürfnis war Neugeburt und das Evangelium wirklich zu verstehen.

[20:26] Johannes 4, die Frau am Jakobsbrunnen, was ist ihr Bedürfnis? Das Bedürfnis, das sie hat. Ja, ist auch geistlich. Es ist auch geistlich, aber es hat eher so was emotional-psychisches, oder? Jemand, der jetzt einen Partner nach dem anderen hat, das ist auch ein geistliches Problem, aber nicht unbedingt theologisches. Persönlichkeit, Emotion, Psyche, wer bin ich? Also das Verständnis von einem Selbst, das Verständnis, wie man zu Gott steht. Die Frau hatte ein echtes emotionales Bedürfnis.

[21:16] Und jetzt dieser Mann, der hat kein soziales Bedürfnis, der hat kein geistlich-theologisches Bedürfnis, der hat kein emotional-psychisches Bedürfnis, sondern sein Bedürfnis ist, oder zumindestens, ja nicht seins direkt, aber im Zuge seiner Bitte, ist es was für ein Bedürfnis. Ja, der Vater, also er präsentiert, also es ist nicht sein eigenes Bedürfnis, aber er präsentiert ein Bedürfnis für jemanden und es ist welcher Natur? Es geht um Leben und Tod, genau. Es ist ein körperliches Bedürfnis, oder? Ein körperliches. Er ist krank, wie wir sehen, er hat schweres Fieber, sagt die Geschichte später.

[22:01] Johannes macht das auch nicht ohne Grund. Er zeigt also von Kapitel zu Kapitel, von Geschichte zu Geschichte, wie die verschiedenen Menschen, die mit Jesus in Kontakt kommen, verschiedene Bedürfnisse haben. Nicht alle Menschen sind gleich. Menschen haben verschiedene Dinge, die sie gerade brauchen. Mancher kämpft gerade mit seiner Gesundheit, der nächste kämpft gerade mit theologischen Fragen, der nächste kämpft damit, wie er in der Gesellschaft gerade angesehen wird, der nächste hat Probleme mit seinen Beziehungen und für jeden einzelnen Fall hat Jesus die Patentlösung und das ist das, was Johannes sagen will. Johannes will sagen, egal wer du bist, egal ob du hoch oder niedrig oder Jude oder Ausländer, egal welches Bedürfnis du hast, Jesus hat für dich die Lösung. Das sind also quasi alles Fallbeispiele. Johannes präsentiert nicht ein Wunder nach dem anderen. Wir lesen viel davon, dass Jesus viele Wunder getan hat, die gar nicht berichtet werden. Johannes wählt bestimmte Geschichten aus, damit wir sozusagen uns in den einzelnen Geschichten irgendwo wiederfinden und sagen: "Das betrifft mich."

[22:59] Also ein körperliches Bedürfnis. Es heißt sogar ganz explizit, der Junge liegt im Sterben. Vers 47, als dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, ging er zu ihm und bat ihn, er möchte herabkommen, um seinen Sohn gesund zu machen, denn er lag im Sterben. Er war jetzt nicht einfach nur krank. Das griechische meint, er wird jetzt sterben, wenn nicht im nächsten Moment sozusagen ganz plötzlich was passiert. Das ist abzusehen. Nicht nur eine tödliche Krankheit, sondern er wird jetzt sterben und das heißt auch, er ging zu Jesus. Er lässt also seinen kranken Sohn zu Hause, riskiert also, dass er vielleicht ihn nicht mehr wieder sieht. Das muss man sich überlegen. Also im griechischen heißt es, er ging von dem Sohn weg zu Jesus. Man hätte auch sagen können: "Okay, die Ärzte haben ihn aufgegeben, man kann nichts mehr machen, verbringen wir vielleicht wenigstens die letzten Stunden bei ihm." Aber er nimmt ein echtes Risiko in Kauf und kommt zu Jesus.

[24:02] Nun, wahrscheinlich ist er enttäuscht gewesen, als er Jesus gesehen hat. So ein Wanderprediger, einfache Kleidung, unauffällig, nicht der Wunderheiler vielleicht, den er sich vorgestellt hat. Aber er kommt trotzdem und bittet ihn, er möchte mit ihm herabkommen. Und jetzt kommt der Schlüsselsatz dieser ganzen Geschichte und der ist erstmal etwas merkwürdig.

[24:31] Da sprach Jesus zu ihm: "Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht." Jetzt, was ist an diesem Satz alles bemerkenswert? Wenn ihr euch den Satz mal genau anschaut, so unter dem Mikroskop, was fällt euch an dem Satz auf? Ja, ganz genau, das habt ihr alle gesehen, oder? Er sprach zu ihm: "Wenn ihr nicht." Das heißt, dieser Mann, dieser königliche Beamte hat offensichtlich ein Problem, oder das, was ihn betrifft, betrifft sehr viele Menschen. Er ist wie ein Repräsentant einer größeren Gruppe.

[25:34] Jetzt, was ist das Problem des Beamten? Was ist das Problem? Also, wenn man die Geschichte liest, so bis hierhin, so ohne weiteres, wundert man sich ein bisschen, weil man hat von dem Beamten nichts weiter bisher gehört, als dass er seinen Sohn zurücklässt, zu Jesus kommt und sagt: "Bitte heile ihn." Ja, deswegen ist es ein bisschen verwunderlich, dass Jesus eine scheinbar recht schroffe Antwort gibt, oder? Wie ein Tadel und man fragt sich, warum? Offensichtlich sieht Jesus etwas in seinen Gedanken, was in seinen Taten noch nicht mal zum Ausdruck kam.

[26:42] Was ist das nämlich? Also, was ist sein Problem? Genau, die Zeichen und Wunder spielen eine entscheidende Rolle. Mit anderen Worten, er sagt: "Wenn ihr nicht Zeichen seht und im griechischen ist sehr stark: Werdet ihr unter keinen Umständen glauben." Das heißt, dieser Mann kommt, sagt: "Rette meinen Sohn" und wir würden wahrscheinlich sagen: "Wunderbar!" Aber Jesus sieht etwas in seinem Denken, nämlich, dass für diesen Mann die Reihenfolge so ist: Ich gehe jetzt mal zu Jesus, ich hoffe, er macht ein Zeichen und wenn das Wunder eintreffen sollte, dann glaube ich an ihn. Und das ist etwas, was sich durch alle Zeitalter durchzieht. Und wie oft machen wir das, dass wir sagen: "Okay Gott, ich gebe jetzt eine Chance und wenn du das machst, das und das und das, dann glaube ich an dich."

[27:48] Und wir haben schon gesehen, Johannes, das ist wie ein roter Faden, da sich Johannes durchzieht, dass das schon in Johannes 2 und 3 immer das Gleiche war. Nur in einer Geschichte war es anders. Nur in einer Geschichte haben Menschen an Jesus geglaubt, obwohl er kein einziges Wunder getan hat. Wo war das? Hier in Johannes. Bei welcher Geschichte heißt es, sie glaubt nicht wegen der Wunder, sondern einfach wegen der Wunder. Genau, die Samariter. Können wir nochmal lesen, Johannes 4, Vers 42. "Und zu der Frau sprachen sie: Nun glauben wir nicht mehr um deine Rede willen, wir haben selbst gehört und erkannt, dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus ist." Er hat einfach zwei Tage lang gepredigt, wird kein Wunder berichtet, aber die Menschen haben an ihn geglaubt.

[28:41] Und was Jesus jetzt macht, er vergleicht sozusagen implizit diesen echten Glauben der Samariter, den er sich auch für seine Jünger schon längst gewünscht hätte, den aber selbst seine Jünger nicht haben, mit dem Glauben der Juden in Galiläa und in Judäa, die erst ein Zeichen wollen. Der Paulus hat das sehr genau verstanden, dieses Prinzip hier. Schaut mal mit mir in 1. Korinther, 1. Korinther 1, Vers 22. Der Paulus hat das ja von sich selbst gewusst und er präsentiert dir das Prinzip.

[29:26] 1. Korinther 1, Vers 22. "Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen." Verschiedene Völker haben verschiedene Arten und Weisen, Bedingungen zu stellen an Gott. Aber das, wofür sich die Juden hier besonders ausgezeichnet haben, in Anführungsstrichen, war, dass sie immer erst eine Bestätigung haben wollten. Die Pharisäer haben Jesus oft gefragt: "Gib uns ein Zeichen, damit wir wissen, in welcher Autorität du das tust." Das Wort war ihnen nicht genug und das Kuriose an der Sache ist, die Juden waren deswegen Gottes Volk. Weswegen hatte Gott sie als Volk berufen? Aufgrund der Verheißung, aufgrund des Wortes Gottes. Paulus sagt im Römer 3, dass das Besondere an den Juden letztendlich das war, dass ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden waren. Das heißt, von allen Völkern in der Welt kannten sie das Wort Gottes am besten.

[30:25] Aber während jetzt die Samariter mit dem Wort Gottes zufrieden sind, sind die, die das Wort Gottes schon kennen, nicht zufrieden, als das Wort Gottes in Fleisch vor ihnen steht. Sie wollen ein Zeichen und das schmerzt Jesus. Und deswegen sagt er das hier und offenbart quasi, wahrscheinlich hätte es niemand von uns erkannt an diesem Mann, offenbart er mit etwas, was in dem Herzen dieses Beamten ist. Schaut mal mit mir in 4. Mose, 4. Mose 14, 4. Mose 14 Vers 11. Es ist ja nicht so, dass Gott keine Zeichen gibt. Gott gibt uns ja das, was wir wünschen. Aber er hat immer wieder gezeigt, dass obwohl er Zeichen gibt, das nicht dazu führt, dass die Menschen wirklich echte Herzensveränderung haben.

[31:17] Schaut mal 4. Mose 14 und dort Vers 11. 4. Mose 14 Vers 11. "Und der Herr sprach zu Mose: Wie lange noch will mich dieses Volk verachten und wie lange noch wollen sie nicht an mich glauben, trotz aller Zeichen, die ich unter ihnen getan habe?" Also Gott sagt hier ein wichtiges Prinzip, er sagt, ich gebe ja Zeichen und es waren große Zeichen. Wenn man dann denkt, Israeliten durch das Rote Meer gegangen, das Rote Meer teilt sich über der ägyptischen Armee, Brot regnet vom Himmel, Wasser aus dem Felsen, gigantische Zeichen und alle Zeichen bewirken nicht eine dauerhafte Bekehrung. Und Jesus kannte das Alte Testament, er kannte die Geschichten, er kannte das Wesen des Volkes Gottes und er wusste, solange die Menschen nur aufgrund von Zeichen glauben, ist das eine Begeisterung, die schnell wieder abflaut. Der Glaube muss auf das Wort, auf die Verheißung gegründet sein und das offenbart er jetzt diesem königlichen Beamten.

[32:16] Und der erkennt jetzt natürlich plötzlich, was die Stunde geschlagen hat. Der muss gedacht haben, dass Jesus sein Innerstes lesen kann und nicht nur er selbst, sondern alle, die drumherum standen, auch. Und ich weiß nicht, ob ihr das schon mal erlebt habt, dass ihr das Gefühl habt, Gott hat euch ertappt. Man liest in der Bibel und man hat sich so eine bestimmte Sache zusammengerückt und dann merkt man plötzlich, Gott legt den Finger genau in die Wunde. Man erkennt plötzlich seine eigenen Motive, man hat sich vorher selbst ein bisschen was zusammen gelogen, man denkt, das ist ja eine gute Sache. Der Beamte fühlt sich ertappt, aber er hat offensichtlich zumindest ein gewisses Maß an Glauben.

[33:11] Dann schaut, was er in Vers 49 sagt. Der königliche Beamte spricht zu ihm: "Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt." Er versteht jetzt natürlich, Jesus kennt meine Gefühle, er kennt meine Gedanken, er weiß, dass ich ihn erst als Messias annehmen wollte, falls er meinen Sohn hat. Das heißt, es könnte sein, dass aufgrund meines eigensüchtigen Denkens mein Sohn jetzt stirbt, weil wenn ich gar nicht an Jesus glaube, vielleicht wird er ihn gar nicht heilen ohne Glauben, aber wenn ich erst das Zeichen haben will, um glauben zu können, dann steht vielleicht mein Egoismus, mein Stolz der Heilung meines Sohnes entgegen. Und dass er jetzt sich so an Jesus klammert und sagt: "Komm herab, ehe mein Kind stirbt", da ist ganz viel Emotionalität drin. Im Griechischen ist es "Paidion", das heißt eigentlich mein Kindlein, mein kleines Kind, also etwas Emotionales. Es ist nicht einfach nur mein Sohn, sondern mein kleines, süßes Kind, ehe es stirbt, bitte komm. Fast so ein bisschen wie Jakob, der sich an Jesus klammert und sagt: "Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du segnest mich." Und hier geschieht genau dasselbe wie auch zur Zeit von Jakob. Jesus kann sich nicht von jemandem entfernen, der sich an ihn klammert und sagt: "Ich brauche dich."

[34:41] Jesus kann sich nicht von jemandem entfernen, der sagt: "Ich brauche dich." Deswegen hat er ja auch uns offenbaren lassen, dass Jakob ihn besiegt hat. Nicht durch Waffen, nicht durch Muskeln, nicht durch bessere Argumente, sondern durch: "Ich brauche dich, ich brauche dich." Und dieses Bedürfnis, und deswegen habe ich das von den Bedürfnissen gesagt, wenn wir sagen: "Herr, ich brauche dich, ich habe ein Bedürfnis, du allein kannst es stillen." Egal, was wir vorher gesagt haben, egal, was wir vorher getan haben, egal, wie wir uns ihm gegenüber benommen haben, wenn wir plötzlich realisieren: Ohne Jesus geht es nicht, wir brauchen ihn, wird er sich nicht abwenden. Das ist die Treue und die Gerechtigkeit Gottes. Und dabei ist es egal, ob es ein Sündenproblem theologischer Art ist oder emotionaler Art, ob es ein körperliches Problem ist oder ein soziales Problem ist. Jesus ist dem nahe, der sagt: "Ich brauche dich."

[35:44] Und jetzt passiert was Interessantes. Schaut mal in Vers 50. Jesus spricht zu ihm nicht: "Okay, ich komme mit dir." Sein Wunsch war ja: "Komm mit mir, komm schnell, ehe mein Kind stirbt, oder?" Die Zeit drängt, wir müssen schnell handeln, es kann nicht mehr lange gehen, komm schnell. Jesus sagt jetzt: "Geh hin, dein Sohn lebt."

[36:19] Wenn der Mann sich etwas in der Bibel auskannte, dann wusste er, dass es diesen Satz: "Dein Sohn lebt" schon mal woanders gegeben hat. Ich weiß nicht, wer das von euch weiß. Wo wird schon mal dieser Satz im Alten Testament ausgesprochen: "Dein Sohn lebt?" Und das ist jetzt der Schlüssel zur Geschichte. "Dein Sohn lebt." Genau die drei Worte hintereinander. Gibt es eine relativ bekannte Geschichte sogar. Richtig, welche bitte? Richtig, und wer hat das gesagt: "Dein Sohn lebt?" Elia hat das gesagt, genau. Können wir kurz schauen in 1. Könige 17. 1. Könige 17 und dort Vers 23. "Und Elia nahm das Kind und brachte es von dem Obergemach ins Haus hinab und übergab es seiner Mutter und sprach: Siehe, dein Sohn lebt." Jesus sagt genau dasselbe, was Elia über den Sohn gesagt hat damals.

[37:20] Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt. Was war denn mit dem Sohn, als Elia sagt: "Dein Sohn lebt?" Was war denn geschehen? Der war schon tot und Elia hat ihn von den Toten auferweckt. Und in dem Moment realisiert der Vater, der immer gedacht hat: "Wir müssen schnell machen, das Kind stirbt. Es können auch Stunden sein, keiner weiß." Jesus sagt: "Dein Sohn lebt" und zitiert damit die Geschichte von Elia, wo der Sohn zwar schon tot war, aber von den Toten wieder auferstanden ist. Ein Gott, der die Toten auferweckt, kennt keinen Zeitdruck. Und plötzlich realisiert er: Wir müssen uns gar nicht beeilen, denn selbst wenn wir zu spät kommen und mein Sohn stirbt, Jesus kann ihn aufwecken.

[38:12] "Dein Sohn lebt." Jetzt mit dem Gedanken zurück zu Johannes. Johannes Kapitel 4 Vers 50 und Jesus spricht zu ihm: "Geh hin, dein Sohn lebt." Und der Mensch glaubte, und das ist jetzt der nächste Schlüssel zur Geschichte, der Mensch glaubte dem Wort. Er hat es nicht gesehen. Er hatte gedacht: "Ich bringe Jesus so schnell wie möglich im Schweinsgalopp nach Kapernaum, hoffentlich schaffen wir es noch und wenn er ihn dann heilt vor meinen Augen, dann glaube ich an ihn." Und jetzt sagt Jesus: "Geh hin, dein Sohn lebt." Und er glaubt nicht dem Zeichen, das kennt er noch gar nicht, er glaubt dem Wort. Und damit transformiert sich zumindest für ihn der generelle Glaube, den die Juden so hatten, in den echten, fundamentalen, tragfähigen Glauben, den Jesus in jedem Menschen sehen möchte. Er glaubt dem Wort und jetzt hat er Frieden und jetzt geht er zurück und jetzt passiert etwas wirklich Erstaunliches.

[39:12] Schaut mal in Vers 51, 52 und 53. Müssen wir zusammen lesen, um das richtig zu verstehen. Das ist mir früher auch nie so aufgefallen. "Als er aber noch unterwegs war", also er geht, er ist ein längerer Weg, kamen ihm seine Knechte entgegen und berichteten ihm und sprachen: "Dein Sohn lebt." Nun erkundigt er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Was ist das nächste Wort? Gestern. Siehst du aufgefallen? Gestern um die siebte Stunde verließen das Fieber. Da erkannte der Vater, dass es eben die Stunde gewesen war, in welcher Jesus ihm gesagt hat: "Dein Sohn lebt."

[39:48] Jetzt siebte Stunde. Wie viel Uhr ist das? Siebte Stunde. Wie viel Uhr in moderner Zeitrechnung? Also wenn man die jüdisch-babylonische Rechnung nimmt, wäre das ungefähr 13 Uhr, 12 bis 13 Uhr. Wenn man die römische Rechnung nehmen würde, wäre das sogar sieben Uhr morgens, aber wahrscheinlich ist es sie. Aber spielt nicht so sehr eine Rolle, weil in beiden Punkten wird der Sachverhalt sehr deutlich. Also sagen wir gegen 13 Uhr ist dieses Interview mit Jesus. Am nächsten Tag trifft er auf dem Weg seine Leute und das ist eine Sensation jetzt, weil Kapernaum und Kana sind zwar nicht Nachbarstädte, sie liegen aber nicht allzu weit auseinander. Man hätte, wenn man schnurstracks einigermaßen schnell gehen können, hätte man noch vor Sonnenuntergang Kapernaum erreichen können.

[41:02] Mit anderen Worten, dieser Beamte geht langsam zurück. Er hat es nicht eilig. Er geht so gemächlich zurück, dass er sogar zwischendurch übernachten muss. Wenn man auf der Karte das anschaut, man hätte das locker in einigen Stunden erreichen können. Er geht langsam, ohne irgendwie jetzt Angst zu haben, zurück, übernachtet sogar im vollen Vertrauen, dass das eingetroffen ist. Und das finde ich spektakulär. Dieser Mann hatte plötzlich so viel Vertrauen allein in das Wort, also stellt euch vor, euer Kind ist todkrank und jetzt sagt Jesus: "Geh hin, dein Sohn lebt." Selbst wenn wir daran glauben würden, würden wir doch relativ schnell zurückgehen, oder? Aber er hat so ein Vertrauen, dass er gemütlich, gemächlich zurückgeht, sogar noch mal übernachten muss, weil er so langsam ist und erst am nächsten Tag ankommt. Er hat völlig auf das Wort vertraut. Und ich finde, das ist vielleicht eine Sache, die man sich mal durchdenken sollte.

[42:22] Und dann heißt es hier in Vers 4: "Also vielleicht haben wir das ja noch ganz kurz betont, er glaubte samt seinem ganzen Haus." Diese Geschichte hat einen gewaltigen Eindruck nicht nur auf den Beamten gemacht, sondern auf seine ganze Familie. Das finden wir in der Apostelgeschichte auch öfter mal, wo dann einzelne Leute sich mit ihren ganzen Familien bekehren. Und hier findet eine ganze Familie zum echten Glauben, der auf das Wort Gottes basiert.

[43:59] Vielleicht noch ein Vers in Psalm 107, Vers 19 und 20. Psalm 107, Vers 19 und 20. Vielleicht der Vers im Alten Testament, der besonders schön beschreibt, was hier passiert ist. Psalm 107, Vers 19 und 20. "Jesus hat sein Wort gesandt und der Junge wurde gesund."

[44:32] Das zweite Wunder. Wieder in Kana und nicht ohne Grund hat er hier einen Menschen geheilt, einen jungen Menschen, der in Kapernaum gewesen ist. Er wusste wohl schon, dass er irgendwann mal in Kapernaum sein Zelt aufschlagen würde, sozusagen sein Hauptquartier haben würde. Und schon jetzt haben die Menschen eine erste Gelegenheit in Kapernaum zu sehen, was er kann. Und da werden wir dann zu gegebener Zeit darauf zurückkommen. Nächstes Mal schauen wir uns dann Johannes 5 an. Fangen wir mit diesem großen Kapitel an. Ich denke, für heute kann man wirklich etwas von diesem Mann lernen, der mit einem vergleichsweise schwachen Glauben kam, mit Zweifeln und mit Kritik und der durch die Begegnung mit Jesus einen echten tiefen Glauben bekommen hat in das Wort Gottes und eine solche tiefe Zuversicht, dass ihn nichts mehr aus der Ruhe bringen konnte, nicht einmal der nahende Tod seines Sohnes, weil er wusste, Gott hat ihn gehört und Gott tut genau das, was richtig ist.

[45:31] Wollen wir noch gemeinsam beten zum Abschluss dieses Teils und dazu niederknien, wo es möglich ist. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für diese Geschichte und dir danken, dass wir sehen können, dass mit all unseren verschiedenen Bedürfnissen, die wir haben, welche Natur sie auch sein mögen, wir immer zu dir kommen können, dass unsere Bedürftigkeit, unsere Not, unser Mangel das beste Argument ist, das wir haben. Nicht unsere Klugheit oder unsere Weisheit oder unsere Stärke, sondern unser Mangel. Wir danken dir, dass du dich niemals von uns trennst, wenn wir diese Bedürftigkeit geltend machen. Wir danken dir, dass dein Wort auch heute ausgeht, dass es nicht leer zurückkehrt, sondern das tut, wozu du es gesandt hast. Danke, dass wir darauf vertrauen dürfen mit demselben Glauben, den dieser Beamte gezeigt hat. Im Namen Jesu, Amen.

[47:02] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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