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In dieser Lektion von „Der Ersehnte“ mit Christopher Kramp, dem 46. Teil der Serie über Jesus Christus, wird das Thema „Mein Vater wirkt bis jetzt“ beleuchtet. Der Sprecher untersucht das fortwährende Wirken Jesu, sowohl in seiner göttlichen als auch in seiner menschlichen Natur. Es wird betont, wie Jesus durch seine Macht, Weisheit und Liebe bis heute wirkt und uns lehrt, wie ein erfülltes Leben auch in schwierigen Zeiten aussehen kann.

In dieser Predigt von Christopher Kramp wird die Heilung eines Mannes am Sabbat durch Jesus Christus beleuchtet. Es wird die Diskrepanz zwischen den strengen Auslegungen der Pharisäer und dem eigentlichen Sinn des Sabbatgebots herausgearbeitet. Die Predigt thematisiert auch die Bedeutung von Gottes Gnade, die Initiative Jesu in der Rettung und die Gefahr der Sünde gegen den Heiligen Geist.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] um die Begründung in Vers 6, denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht. Du sollst kein Werk tun. Aber es gibt auch andere Bibelstellen, die noch etwas präziser das ausdrücken. Schaut mal in Jeremia 17, Jeremia 17 und dort Vers 21.

[5:16] So spricht der Herr: Hütet euch um eurer Seelen willen, dass ihr am Sabbattag keine Last auf euch nehmt und sie zu den Toren Jerusalems hineinbringt.

[5:39] Okay, also das wird vermutlich der biblische Beweistext gewesen sein für ihre Idee. Frage: Hat der Mann dieses Gebot übertreten, ja oder nein? Was würdet ihr sagen? Nein, warum nicht? Kennt ihr denn noch eine Geschichte, wo es auch verboten wird, dass man etwas tragen soll am Sabbat?

[6:28] Das ist also eine Stelle. Es gibt noch eine andere, die ein bisschen bekannter ist, wo gesagt wird, dass man keine Last am Sabbat tragen soll und wo aufgrund des Kontextes ein bisschen deutlicher wird, worum es geht. Als die Tore geschlossen haben, genau. Ja, die Tiere durften auch keine Last tragen, das stimmt. Die Tore geschlossen, wann war das, wo war das, bei wem? Wer hat die Tore schließen lassen, weil er gemerkt hat, dass die Israeliten, die haben Lasten getragen, aber wer war das? Nehemia, genau.

[6:56] Schaut mal Nehemia Kapitel 13, Nehemia 13 und dort ab Vers 15, da lesen wir ein paar Verse, um den Kontext zu bekommen. Nehemia 13 und dort ab Vers 15. Zu jener Zeit sah ich, dass etliche in Juda am Sabbat die Kelter traten und Garben einbrachten und Esel beluden, auch Weintrauben, Feigen und allerlei Lasten aufluden und dies am Sabbat nach Jerusalem brachten. Da verwarnte ich sie an dem Tag, da sie die Lebensmittel verkauften. Es wohnten auch Händler in der Stadt, die brachten Fische und allerlei Ware und verkauften sie am Sabbat den Kindern Judas und in Jerusalem. Da stritt ich mit den Vornehmsten von Juda und sprach zu ihnen: Was ist das für eine schlimme Sache, die ihr tut, dass ihr den Sabbat entheiligt? Macht es nicht eure Väter so und brachte unser Gott nicht darum all dies Unglück über uns und über diese Stadt und ihr bringt noch mehr Zorn über Israel, indem ihr den Sabbat entheiligt.

[8:08] Und es geschah, sobald es dunkel wurde in den Toren Jerusalems vor dem Sabbat, da befahl ich, die Tore zu schließen und ich befahl, man solle sie nicht öffnen bis nach dem Sabbat und ich stellte einige meiner Diener an den Toren auf, damit man am Sabbattag keine Last hereinbringe. Das ist die gleiche Formulierung wie in Jeremia, aber jetzt zeigt der Kontext, worum es geht. Es geht darum, dass Händler Esel und sich selbst beladen, um dort in der Stadt Handel zu treiben, Dinge zu verkaufen.

[8:38] Aber aus diesem biblischen Gebot, dass man am Sabbat nicht handeln soll, hat sich jetzt bei den Pharisäern das etwas erweitert. Für sie bedeutete das, dass man überhaupt gar nichts mehr tragen darf. Jetzt, worin besteht das Problem der ganzen Sache? Also mit anderen Worten, lass mir die Frage anders formulieren, die ist vielleicht ein bisschen zu allgemein.

[9:03] Die Pharisäer haben ja neue Regeln aufgestellt, oder? Sie verstanden das Wesentliche nicht, ja? Okay, es gibt noch ein Problem mit diesen neuen Regeln. Ich habe, man durfte auch nicht halten, das war auch natürlich das Problem, ja? Es gibt quasi einen Widerspruch in sich selbst, oder was wolltest du sagen?

[9:25] Da kommen wir gleich dazu, das wussten sie zu dem Zeitpunkt noch nicht. Sie wussten noch nicht, dass das, ja? Sie wollen das Gesetz Gottes verbessern. Wie hat Jesus das bezeichnet, dass sie das Gesetz Gottes verbessern wollen? Hat man einen bestimmten Begriff? Ich will auf etwas Bestimmtes hinaus. Ich weiß nicht, wie ich die Frage stellen soll, damit wir darauf kommen, aber wir sehen es uns jetzt einfach an.

[10:00] Schaut mal, Matthäus 23. Und zwar bezieht sich Jesus in Matthäus 23 auf die Pharisäer und die Schriftgelehrten, die alle möglichen Extra-Regeln aufstellen, oder? Die haben alle möglichen Extra-Regeln aufgestellt, die über das hinausgingen. Und schaut mal, wie Jesus das benennt. Matthäus 23, Vers 4: Sie binden nämlich schwere und kaum erträgliche Lasten und legen sie den Menschen auf die Schulter.

[10:30] Also die Pharisäer sagen, du darfst am Sabbat keine Last tragen, stellen aber Regeln auf, die tatsächlich eine Last sind. Jeder Jude hat am Sabbat Lasten tragen müssen, keine physischen Lasten, aber diese übertragenen Lasten, er war total eingeschränkt, er konnte nichts tun. Ellen White sagt, sie durften nicht mal eine Kerze anzünden. Und was sie dann gemacht haben, ist, sie haben die Heiden angestellt, damit die Heiden all das für sie machten, was sie selbst nicht durften. Was natürlich ein Teil der Unsinn war. Sie haben geglaubt, die Heiden sind sowieso so verloren, die können nicht gerettet werden, die brauchen auch den Sabbat nicht halten. Aber es war eine Last.

[11:12] Und das ist eigentlich so diese Ironie. Indem sie also sagen, du darfst am Sabbat keine Last tragen, binden sie ihm eine Last auf. Zurück zu Johannes 5. Johannes 5 und dort Vers 10 haben wir gelesen. Interessant ist, und ihr habt es gerade schon gesagt, wenn sie sagen, es ist dir nicht erlaubt, deine Liegematte zu tragen, ist das eigentlich das Wort aufnehmen. Ihr habt ja gesehen, in Vers 8, Jesus hatte gesagt: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher. Und dieses Wort aufnehmen ist dasselbe Wort, was in Vers 10 übersetzt wird mit tragen. Also Jesus sagt: Nimm die Liegematte auf und sie sagen wörtlich: Es ist dir nicht erlaubt, sie aufzunehmen.

[12:02] Das heißt, was hier geschieht ist, der Mann ist plötzlich im Kreuzfeuer. Jesus sagt: Tu es! Und die Pharisäer sagen: Es ist dir nicht erlaubt! Der Mann ist plötzlich in einer Situation, wo das Wort Jesu und das Wort der Pharisäer exakt gegenüber sind.

[12:28] Da kommen wir gleich noch mehr darauf zu sprechen. Übrigens, interessanterweise Ellen White sagt im Leben Jesu: Der Mann war so begeistert, er hatte glatt vergessen, dass es Sabbat ist. Er war so voller Freude, aber er war sich auch keiner Schuld bewusst, weil genau das, was die Pharisäer sagen, es ist dir nicht erlaubt, war genau das, was Jesus ihm vorbefohlen hatte: Nimm es auf. Naja, und wenn Jesus mich gesund macht und er sagt, nimm es auf, dann nehme ich es auf und sie sagen, es ist dir nicht erlaubt.

[12:58] Also jetzt ist natürlich die Krise vorgezeichnet. Vers 11, Johannes 5, Vers 11. Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm deine Liegematte und geh umher. Interessanterweise ist es ja, dass dieser Mann noch nicht einmal weiß, wer ihn gesund gemacht hat. Er weiß nicht mal, dass es Jesus ist. Übrigens auch ein interessanter Beweis dafür, dass Menschen von Jesus gerettet werden können, ohne ihn genau zu kennen. Und es ist auch interessant, wie er das sagt. Er sagt: Der mich gesund gemacht hat. Und im Griechischen ist das mit Emphase: Derjenige, der mich gesund gemacht hat, der war es, der mir gesagt hat, du sollst das tun.

[13:36] Also mit anderen Worten, er rennt jetzt in diese Pharisäer, die sagen: Was du tust, ist nicht erlaubt. Und er sagt: Moment mal, da hat mich jemand gesund gemacht und der, der mich gesund gemacht hat, der hat gesagt, dass ich das tun darf. Also er betont dieses: Das hat mir nicht nur irgendjemand gesagt, sondern der hat mich gesund gemacht und deswegen tue ich das. Hier sieht man einen Unterschied zwischen den Geboten, wie Jesus sie gibt und den Geboten, wie die Menschen sie geben. Jesus hat erst geheilt und weil er geheilt hat, war der Mensch jetzt bereit, das Gebot zu halten. Der Mensch wurde von Jesus geheilt und dann kam das Gebot: Nimm es auf. Die Pharisäer haben nichts für ihn getan und stellen einfach das Gebot rigoros auf und das war der Unterschied zwischen göttlichen Geboten und menschlichen Geboten.

[14:39] Menschliche Gebote sagen einfach: Du darfst nicht. Gott sagt: Mach es nicht, weil ich alles in dich hinein investiere und das ist ein ganz anderes Konzept von Gebot und von Gesetz und wir betrachten oft die Gebote Gottes leider wie menschliche Gebote, als würde Gott einfach nur Regeln aufstellen und überprüfen, ob sie eingehalten werden.

[14:58] Jetzt schaut man Vers 12 und Vers 12 ist wirklich der Hammer, aber gar nicht deswegen, was dort steht, aber eigentlich, weil dort etwas nicht steht. Also stellt euch mal vor, ihr seid so ein Pharisäer und da kommt dieser Mann, der sich an eure Regeln nicht hält und ihr tadelt ihn und dann sagt er: Ja, ich weiß, aber mich hat jemand gesund gemacht. Was wäre die natürlichste Frage, die man stellen würde? Wer hat dich gesund gemacht? Aber das Wort "gesund gemacht" kommt nicht mal vor in Vers 12. Sie fragen nur: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Liegematte und geh umher? Es interessiert sie gar nicht, dass er gesund gemacht worden ist. Während Jesus ein extra Interesse für den Menschen hatte, geht es ihnen nur um die Einhaltung der Regel, ganz egal, ob es dem Menschen gut oder schlecht geht und daran zeigt sich, was menschliche Gerechtigkeit ist und was göttliche Gerechtigkeit ist. Es ist ihnen vollkommen egal, dass er gesund gemacht worden ist und das verrät natürlich ihre geistliche Einstellung. Sie haben natürlich schon geahnt, dass das Jesus gewesen sein muss, weil Jesus hatte schon andere Wunder getan, andere Zeichen getan und so ein Zeichen konnte nur Jesus gewesen sein. Aber interessanterweise sagen sie nicht mal: War es Jesus? Sie fragen: Wer war das? Weil sie natürlich jetzt merken, das könnte eine ziemlich große Krise geben. Sie wollen sich jetzt sicher sein, wenn sie ihn anklagen. Es war ja eigentlich sozusagen aus ihrer Sicht ein doppelter Sakrileg. Was hat Jesus alles verkehrt gemacht? Er hat geheilt am Sabbat und er hat jemanden dann noch zum Lastentragen angestiftet. Doppelter Sabbatbruch in ihren Augen und das, wie wir gleich sehen werden, führt er jetzt zu einer juristischen Auseinandersetzung.

[17:07] Vers 13, vielleicht schon mal ganz kurz noch vorher in Römer 10, Vers 2. Diese Geschichte ist vielleicht ein klassisches Beispiel für dieses Prinzip, was der Paulus dort im Römerbrief anführt. In Römer 10, Vers 2: Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, er spricht hier von den Juden, denn ich gebe ihnen das Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. Und das ist ein wichtiges Thema, denn das hat nicht aufgehört mit dem ersten Jahrhundert. Auch heute gibt es noch viele Menschen, die haben einen Eifer für Gott, aber ihnen fehlt diese Liebe für den Menschen.

[17:51] Kennt ihr Geschichten in der Bibel, wo auch Leute Eifer hatten, aber nicht nach der rechten Erkenntnis, wo Leute ein menschengemachtes Gesetz durchdrücken wollten gegen alle Vernunft? Saulus, er schreibt aus eigener Erfahrung, er wollte die Tradition der Pharisäer durchdrücken und hat zur Not dazu Leute umbringen lassen. Okay, sehr gut. Es fallen noch andere Geschichten in der Bibel ein. Nebukadnezar und seine Statue, mein Gesetz, das ich gegeben habe, da würden wir vielleicht sagen, okay, der ist ja heilig gewesen. Er wusste schon einiges von der Bibel, aber das ist ein typisches Beispiel. Er war bereit, sogar seine eigenen Leute verbrennen zu lassen, nur um sein eigenes Gesetz durchzudrücken. Noch Geschichten, die sich einfallen, wo jemand ein eigenes Gesetz aufstellt und dann Beine über Leichen geht, um das durchzudrücken. Jemand, der sogar eine hohe Position im Volk Gottes hatte. Saul, genau.

[18:52] Schaut mal in 1. Samuel 14, das ist eine unglaubliche Geschichte. In 1. Samuel 14, da lesen wir, wir lesen nicht alles natürlich, ihr kennt vielleicht die Geschichte, da ist Krieg mit den Philistern, wie fast immer in den Samuel-Büchern und die Armee traut sich nichts zu tun und dann gibt es zwei Leute, Jonathan und sein Waffenträger, die einfach alleine auf diesen Felsenvorsprung hochklettern, den ersten Vorposten in die Flucht schlagen. Es gibt einen großen Sieg für Israel und dann ist es Saul, der die Regel aufstellt: Niemand darf an diesem Tag essen. Und Jonathan hat dieses Gebot nicht gehört, weil er zu weit vorne an der Front gekämpft hat. Und er nimmt etwas Honig und jetzt schaut mal in Vers 43. Und Saul sprach zu Jonathan: Sage mir, was hast du getan? Und Jonathan sagte es ihm und sprach: Ich habe nur ein wenig Honig gekostet mit der Spitze des Stabes, den ich in meiner Hand hatte und siehe, ich soll sterben. Da sprach Saul: Gott tue mir dies und das, Jonathan, du musst gewisslich sterben. Das hat sein eigener Sohn. Aber das Volk sprach zu Saul: Sollte Jonathan sterben, der Israel diese große Rettung verschafft hat, das sei ferne! Sobald der Herr lebt, es soll kein Haar von seinem Haupt auf die Erde fallen, denn er hat an diesem Tag mit Gott gewirkt, er löste das Volk, den Jonathan, dass er nicht sterben musste.

[20:24] Also hier haben wir ein Beispiel dafür, wie ein Mensch ohne jegliches Mitgefühl, selbst für seinen eigenen Sohn, eine eigene Regel durchsetzt. Was ist die Schlussfolgerung von der Geschichte in 1. Samuel 14? Was ist die Schlussfolgerung? Also warum steht die in 1. Samuel 14, was wollte der Schreiber damit verdeutlichen? Ja, Menschengebote sollen nicht mit Eifer durchgedrückt werden, das stimmt.

[20:57] Was noch? Was sagt das über den Saul aus? Ja, genau, also hier zeigt sich sozusagen die Folgen seines eigenmächtigen Opfers. Er war ein Eiferer für den Herrn, aber es war völlig neben der Spur, sozusagen. Ich glaube, einer der Hauptpunkte der Geschichte ist, es zeigt, warum Saul kein guter König war. Die Geschichte zeigt die Unfähigkeit Sauls, ein Volk zu regieren. Die ersten Kapitel, wo Saul König wird, da ist er noch ein guter König, aber spätestens seit dem eigenmächtigen Opfern zeigt die Bibel mit einer Geschichte nach der anderen, wie irrational er handelt und dass man ihm nicht ein Volk anvertrauen kann. Wenn er seinen eigenen Sohn umbringt, weil der, nachdem er das Volk gerettet hat und die Armee geschlagen hat, eine Spitze Honig isst, wenn er deswegen seinen Sohn umbringt, dann ist er nicht geeignet als König.

[22:24] Der Umkehrschluss ist, wenn das dasselbe Prinzip ist, auf dem die Pharisäer gerade handeln, dann sind sie so wie König Saul. Sie sind kurz davor, verworfen zu werden. Das steht jetzt nicht so explizit in Johannes, aber dadurch, dass sie nach einem ähnlichen Prinzip handeln, wir haben gesagt, und es interessiert uns gar nicht, ob es gut oder schlecht geht, zeigen sie damit, dass sie nicht Söhne Davids quasi sind, sondern Söhne Sauls, wenn man jetzt mal biblisch ausdrücken möchte und dass sie nicht in der Lage sind, das Volk anständig zu führen.

[23:04] Okay, jetzt gehen wir zu Johannes 5 zurück und schauen mal, wie das weitergeht. Johannes 5 und dort Vers 13. Aber der Geheilte wusste nicht, wer es war, denn Jesus war weggegangen, weil so viel Volk an dem Ort war. Was meint ihr, warum ist Jesus weggegangen? Es war noch nicht seine Zeit, er wollte jetzt den Konflikt nicht heraufbeschwören.

[23:34] Was meint ihr noch, warum ist er gegangen? Die Menge, ja, also er war ja schon sehr populär.

[23:49] Okay, er geht, um dem Mann eine Chance zu geben, ein Zeugnis abzulegen. Er hat sich zurückgezogen. Hier sieht man allgemein, dass Jesus eigentlich jemand war, der nicht sich aufgedrängt hat. Er tut dieses Wunder nicht, weil er das Wunder tun will, sondern weil es ihm so elend geht. Und dann zieht er sich wieder zurück. Überhaupt die ganze Anfangsphase von Jesus, wir haben das ja gesehen, wenn Johannes nicht gerufen hätte, das Lamm Gottes, vielleicht hätte es niemand gemerkt, dass er das Lamm Gottes ist. Er hat sich immer zurückgehalten und nur, wenn man ihn fast an die Front gedrängt hat, hat er dann was gemacht. Also sehr, sehr zurückhaltend. Absolut, er wusste genau, er kannte ja die Menschen, er wusste, was passieren würde.

[25:12] Wenn er jetzt sich falsch verhalten würde, dass er strategisch gehandelt hat. Ja, also er wusste genau, was das bewirken würde. Aber das Interessante ist, und das fand ich jetzt beim Studium ganz aufschlussreich, dieses Wort "weggehen" kommt im Griechischen nur an der Stelle vor und es bedeutet vom Originalgriechischen den Kopf wegwenden, um etwas zu verhindern. Also quasi, stell dir vor, jemand wirft etwas auf dich und du machst deinen Kopf so zur Seite, um auszuweichen. Das ist eigentlich die Originalbedeutung und übertragen bedeutet das, dass man so quasi sich wegwendet. Also die Idee ist eigentlich schon, dass er den Konflikt nicht gesucht hat. Er wollte natürlich dieses Thema Sabbat, wie du richtig gesagt hast, ins Bewusstsein auch rücken, aber er hat nicht den Konflikt gesucht. Hätten wir ihn in Ruhe gelassen, er wäre gegangen, hätte er nichts weiter gesagt. Er wollte dem Konflikt aus dem Weg gehen. Und das ist, finde ich, auch ein wichtiges Beispiel für uns. Wir sollen für die Wahrheit einstehen, auch für unpopuläre Wahrheit, selbst wenn sie völlig der Tradition widerspricht, aber wir sollen nicht den Krieg per se suchen. Ein großer Unterschied, ob man für die unpopuläre Wahrheit einsteht oder man sagt, jetzt lass uns streiten. Er hat sich versucht, dem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

[26:31] Vers 14. Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden, sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt. Jetzt, diesen Vers, der kommt meistens nicht vor, wenn man die Geschichte so in der Kurzform erzählt, aber der ist enorm interessant aus mehreren Punkten. Er sagt, was fällt euch auf an diesem Vers, sammeln wir ein bisschen. Jesus geht ihm nach. Wir haben ja gesehen auch schon das letzte Mal, dass etwas Besonderes an dieser Geschichte mit dem Mann war. Was haben wir letztes Mal gesagt, die er da hat? Im Vergleich zu fast allen Heilungswundern war diese Geschichte deswegen interessant, weil Jesus auf ihn kam. Sonst ist es immer so, sonst kommen die Lamen, die Lamen werden getragen, die Blinden rufen, alle kommen zu Jesus und sagen: Heile mich, aber hier kommt Jesus zu dem Mann. Aber Jesus kommt nicht nur einmal, er kommt ein zweites Mal. Also er kommt zu ihm, um ihn zu retten und er kommt zu ihm, um ihn dann in der Rettung zu halten, sozusagen, um ihn zu warnen vor dem Abfall. Also Jesus ist das immer. Jesus ist der, der die Initiative ergreift für die Rettung. Jesus ist es, der die Initiative ergreift, um in der Rettung zu bleiben.

[27:58] Okay, wichtiger Punkt, was fällt euch noch auf? Es sind eine ganze Reihe von Punkten, die in diesem Vers drin sind. Einmal haben wir gesagt, Jesus findet ihn. Was fällt euch noch auf? Okay, macht eine Bestandsaufnahme, du bist gesund geworden. Das ist eigentlich sogar der Bibelfers, der deutlich macht, dass dieser Mann wegen seiner Sünde gelitten hat. Hier offenbart Jesus ihm: Schau mal, ich habe dich geheilt, aber ich weiß auch, warum du damals gelitten hast. Es hatte mit deiner Sünde zu tun. Deswegen sage ich dir jetzt: Sündige nicht. Das ist übrigens ein interessanter Hinweis darauf, wie Jesus arbeitet. Er kommt zu uns und sagt uns nicht: Schau mal, dir geht es so schlecht, weil du hast das falsch gemacht und das falsch gemacht und das falsch gemacht und das falsch gemacht. Versuch es mal zu ändern. Das erste, was Jesus macht, er zieht uns zu sich, er rettet uns. Er sagt: Steh auf, geh. Und dann, wenn ich sehe und gehe und laufe, wow, das Leben mit dir ist toll, dann sagt er übrigens: Schau mal, dass du vorher das nicht erlebt hast, liegt an dem und dem und dem und dem und dem. Er zieht ihn dann sozusagen in der Gerechtigkeit. Das ist ein wichtiger Punkt. Genau, fällt euch noch was auf?

[29:30] Warum war der Mann im Tempel? Das ist im Tempel nicht wahr? Also Jesus im Tempel, da geht mir schon mal so ein bisschen die... Ja, er wusste das nicht, wer es war, der ihn geheilt hat, aber er wusste, nach der Bibel sollte er nach solch einer Heilung einen Sündopfer da bringen. Er wusste, er hatte auch gesündigt und er hat sicherlich einen Dankopfer da gebracht, ja, aus Dank. Er hat also im Tempel Gottesdienst sozusagen gefeiert, hat die Opfer gebracht, die angemessen waren und dort findet ihn Jesus. Also das erste Mal findet ihn Jesus dort, wo er war. Aber als er gesund gemacht worden ist, hat Jesus ihn im Tempel gesucht, nicht mehr am Teich Bethesda. Wenn wir in Sünden sind, findet uns Jesus dort, wo wir sind. Aber wenn uns gesund macht, sucht uns Jesus im Tempel. Jesus geht nicht davon aus, dass wir nach unserer Heilung immer noch uns dort aufhalten, wo wir vorher gewesen sind.

[30:51] Übrigens, vielleicht nehmen wir das doch gleich dazu, bevor wir dann weitergehen. In Vers 15 wird deutlich: Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Bei dieser zweiten Begegnung erfährt jetzt der Mann, wer der Heilige gewesen ist, nämlich Jesus. Das heißt, im ersten Schritt haben wir die Heilung, im zweiten Schritt haben wir jetzt die Lehre, die Erkenntnis. Wer ist das eigentlich, der mich gesund gemacht hat und wie soll ich jetzt leben, nachdem er mich gesund gemacht hat? Beides gehört zusammen. Jesus findet ihn, um ihn zu heilen. Jesus findet ihn, um ihm zu sagen, wer er ist und wie er zu leben hat. Und wenn man die Geschichte da trennt, dann fehlt die Hälfte.

[32:02] Interessanterweise ist die Identität von Jesus im Tempel gefunden worden. Kennt ihr noch eine Geschichte, wo es mit der Identität Jesu und dem Tempel etwas Gemeinsames gibt? Er selbst hat mit zwölf Jahren im Tempel herausgefunden, wer er wirklich ist. Wisst ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist? Lukas 2. Jetzt findet der Geheilte im Tempel heraus, wer Jesus wirklich ist. Das heißt für uns ist es nicht nur Jesus, der im Tempel, im Heiligtum entdeckt, wer Jesus ist, sondern auch wir entdecken im Heiligtum, wer Jesus ist. Das heißt, Jesus kommt zu mir in meiner elenden Situation, in der ich bin und er wartet nicht von mir, dass ich genau weiß, wer er ist und was er tut und wie das alles funktioniert. Er heilt mich einfach. Er sagt: Glaube mir und ich muss nur glauben und ich bin geheilt. Aber dann werde ich mich weiter mit ihm beschäftigen und durch den Heiligtumsdienst erkenne ich, wer Jesus alles ist, dass er Gott ist, dass er Mensch geworden ist, der Hohepriester. Ich verstehe plötzlich den ganzen Erlösungsplan und damit verbunden ist dann im Tempel interessanterweise die Aufforderung: Sündige nicht. Denn der Tempel, sagt die Bibel, ist der Weg des Herrn, der Weg Gottes, der Weg der Heiligung, Heiligtum.

[33:36] Jetzt, wo gibt es noch Aussagen in der Bibel, dass man nicht sündigen soll? Wo? Genau, also jemand kommt zu euch und sagt: Ich glaube, das stimmt nicht, dass man immer sündigt, das ist hier ein Ausnahmevers, der gilt nicht. Würdet ihr noch ein oder zwei andere Texte finden, wo das Gleiche steht, wo Jesus sagt: Sündige hinfort nicht mehr? Zu Maria? Markus 2? Magst du mal den Vers sagen? Markus 2 Vers? Ja, er sagt: So deine Sünden sind dir vergeben, ja, impliziert das irgendwo auch, aber wo sagt die Bibel, also dass man es nicht missverstehen kann, Sündige nicht mehr? Ehebrecherin? Genau, wo haben wir das? Johannes 8, genau, Vers 11, sagt er: Sündige hinfort nicht mehr.

[34:37] Okay, ein Beispiel. Habt ihr noch ein Beispiel? Johannesbrief ist ein heißer Tipp, da gibt es mehrere Stellen, die bekannt ist, erst Johannes 2 Vers 1: Meine Kinder, ich schreibe euch, damit ihr nicht sündigt. Und dann geht es weiter, aber wenn...

[35:00] Aber darf wir alle sowieso immer sündigen? Nein, so denken manche nicht, so denken wir manchmal. Ja, genau, der Vers geht weiter, aber wenn wir, wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher über den Vater Jesus Christus, den Gerechten. Also die Bibel macht an keiner Stelle so eine jetzt auf einmal Perfektionismus und wenn du noch einmal sündigst, bist du verloren, überhaupt gar nicht. Aber diese Idee ist sehr deutlich, es gibt noch einen anderen ganz bekannten Text und zwar in 2. Mose 20. 2. Mose 20, Vers 20, das ist direkt nach welcher Geschichte? Nach den 10 Geboten, genau, nach den 10 Geboten. 2. Mose 20, Vers 20. Mose sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um mich zu prüfen und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, die Furcht Gottes, damit ihr was? Damit ihr nicht sündigt. Also 2. Mose 20, Vers 20, damit ihr nicht sündigt.

[35:58] Johannes 5: Geh hin und sündige nicht mehr. Johannes 8: Geh und sündige nicht mehr. 1. Johannes 2, Vers 1: Die schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Das sind mindestens vier Stellen, altes und neues Testament, inklusive zwei Aussagen von Jesus persönlich, die sagen, dass wir nicht sündigen sollen. Eigentlich ist die Lehre ziemlich einfach, oder? Das ist jetzt nicht irgendwie so durch ein obskures Ellen White-Zitat aus den unveröffentlichten Manuskripten abgeleitet irgendwie, das könnte auch wahr sein. Ja, genau. Aber es ist jetzt nicht irgendwie so Insider-Wissen, das man irgendwie nach sieben Jahren Studium bekommt. Nein, das ist ziemlich eindeutige und missverständliche Lehre. Und wenn man das Wesen des Erlösungsplanes versteht, dann kann man das auch einordnen, weil es der Jesus ist, der mich dort abholt, wo ich bin, der auch, wenn ich 38 Jahre lang in der Sünde gelebt habe, mich sofort heilen kann und der mir die Kraft geben kann, aufzustehen. In dem Zusammenhang versteht man das: Sündige hinfort nicht mehr.

[37:03] Interessant ist, wenn wir zurückgehen zu Johannes 5, dass er sagt: Sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt. Also der Vers ist übrigens auch ein wichtiger Hinweis darauf, dass diese Idee von einmal gerettet, immer gerettet natürlich Unsinn ist, weil er ist gesund gemacht worden, ihm ist die Sünde vergeben worden, aber er kann noch sündigen, wenn er will. Warum sagt Jesus, dass wenn er jetzt sündigen würde, dass ihm etwas Schlimmeres widerfahren würde? Ist das nicht gemein? Also ich meine, der hat ja schon 38 Jahre lang gelebt. Heißt es denn, dass er notwendigerweise 39 Jahre lang leiden muss?

[38:04] Ja, das Gleiche ist sehr wichtig mit den Dämonen, die dann kommen. Also das ist ein sehr wichtiger Punkt. Es geht nicht darum, dass Gott sagt: Wenn du noch mal sündigst, dann werde ich noch mehr strafen. Es geht darum, dass Gott sagt: Wenn du bei mir bist, geht es dir gut, aber wenn du wieder dem Satan dich unterstellst, dann werden dir Konsequenzen diesmal noch schlimmer sein.

[38:31] Kennt ihr Beispiele im Alten Testament, wo fortgesetztes Sündigen immer schlimmere Konsequenzen hat? Wo sozusagen durch Erkenntnis Gottes und weiteres Sündigen die Konsequenzen immer schlimmer werden. Das ist ja die Idee. Ja, nicht 5. Mose 28, sondern das Parallelkapitel, 3. Mose 26. Schaut mal, 3. Mose 26, aber es ist das Gleiche, Segen und Fluch. Da kommt diese Idee ganz deutlich zum Tragen. 3. Mose 26. Schaut mal, 3. Mose 26 und dort Vers 23 und 24. In 3. Mose 26 geht es darum, wenn wir Gottes Geboten nicht gehorchen, dann erleben wir Fluch. Und dann sendet Gott manche Dinge, die dazu dienen sollen, dass wir sehen, dass ohne ihn wir kein gutes Leben haben können. Schaut mal in Vers 23 und 24. Wenn ihr euch aber dadurch noch nicht von mir züchtigen lasst, was sagt Jesus in Johannes in der Laodizeer Botschaft? Wen züchtigt er? Die er liebt hat. Also es ist ein Akt der Liebe. Wenn ihr euch nicht züchtigen lasst, sondern euch mir widersetzt, das heißt, da offenbart sich Gott, man kann ihn erkennen, er tut es aus Liebe, aber man widersetzt sich dem dann erneut. So will ich mich euch widersetzen und euch siebenfach schlagen um eurer Sünden willen. Und dann geht es immer so weiter. Es ist immer noch siebenmal mehr und siebenmal mehr. Zum Beispiel Vers 18 dann auch: Wenn ihr mir aber dann noch nicht gehorcht, so will ich euch noch siebenmal mehr bestrafen um eurer Sünden willen. Das heißt, hier ist diese Idee, dass die Konsequenzen der Sünde immer schlimmer werden, je öfter wir reinfallen.

[40:23] Heißt das also, dass Gott dann irgendwas nicht mehr retten kann? Also jetzt anders ausgedrückt, wenn der Mann jetzt wieder gesündigt hätte, hätte Jesus ihn retten können? Schaut mal in Nehemia. Das ist ganz, ganz wichtig, dass man das im Hinterkopf behält. Nehemia 9 Vers 28. Die Geschichte Israels war ja so eine Geschichte von ständigem Offenbarungen Gottes und ständigem Rückfall. Nehemia 9 und dort Vers 28. Aber sobald sie was hatten. Nehemia 9 Vers 28. Sobald sie Ruhe hatten, taten sie wiederum Böses vor dir. Da hast du sie der Hand ihrer Feinde überlassen. Das sind die Konsequenzen. Die herrschen über sie. Wenn sie dann wieder zu dir schrien, was hat Gott getan? Erhörtest du sie vom Himmel her und hast sie oftmals errettet nach deiner großen Barmherzigkeit. Das heißt, hier ist eine ganz tiefe Wahrheit. Sie haben gesündigt, Gott hat sie gerettet. Sie hatten Ruhe, dann haben sie wieder gesündigt. Es wurde schlimmer mit ihnen, aber Gott hat sie wieder gerettet. Dann hatten sie Ruhe und dann haben sie wieder gesündigt und dann hat Gott sie wieder gerettet.

[41:52] Ihr kennt die Geschichte von Maria Magdalena, dass sie sieben Dämonen ausgetrieben bekommen hat. Wisst ihr, was Ellen White sagt? Sie sagt, sie hörte siebenmal die Stimme von Jesus, dass die Dämonen ausgetrieben worden sind. Also die Idee ist wahrscheinlich nicht, dass Jesus einmal sieben Dämonen ausgetrieben hat, sondern dass das siebenmal passiert ist. Zum Nachdenken, warum ist dann Jerusalem am Ende doch zerstört worden, wenn Gott jedes Mal vergeben hat? Warum kam dann der Punkt, wo 70 nach Christus keine Vergebung mehr da war? Oder war da noch Vergebung da?

[42:34] Okay, das stimmt auch. Die Geschichte ist total interessant. Am Beispiel von Jerusalem. Das Volk sündigt, Gott sendet den Ägypter, den Pharao, den Schischak und lässt den Tempel rauben. Oh nein, es tut uns leid. Sie bekehren sich. Generationen später sündigen sie wieder. Es geht immer auf und ab, auf und ab, auf und ab und immer werden die Gefahren größer. Immer neue Armeen kommen, Belagerungen und so weiter. Dann kommen die Assyrer und es sieht schon fast aus, als ob sie dahin sind. Was macht jetzt Kir? Betet, oder? In letzter Sekunde gibt es eine große Erweckung, eine Reformation. Was macht Gott? Tötet alle Assyrer, befreit Jerusalem und sagt: Jerusalem ist eine Jungfrau, hat noch nie gesündigt. Und dann fällt das Volk wieder ab und dann kommt die Babylonier und dann fällt Jerusalem aus einem einfachen Grund: Niemand betet mehr um Vergebung. Jeremia predigt und predigt: Kehrt doch um, kehrt doch um, kehrt doch um. Aber dieses ständige Zurückfallen in die Sünde führt irgendwann zu solch einer Verhärtung, dass man die immer noch mögliche Gnade nicht mehr annehmen will. Und das ist eigentlich das, wovor Jesus warnt. Er sagt nicht: Jetzt pass mal auf, Gott hat nur so viel Kontingent an Gnade und wenn du zu viel sündigst, könnte man schnell in den roten Bereich kommen. Wovor er vielmehr warnt ist, dass man immer wieder sündigt. Die Gewohnheit so viel stärker wird, dass man irgendwann gar nicht mehr befreit werden will. Und das ist die Sünde gegen den Heiligen Geist.

[44:30] Die Gefahr der Sünde ist nicht, dass man Gott irgendwann erbittert. Die Liebe lässt sich nicht erbittern. Die Gefahr ist, dass die Sünde einen selbst so sehr verändert, dass man die Rettung gar nicht mehr will und dann Gott nichts mehr tun kann. Das ist das eigentliche Problem. Und deswegen ist dieses Thema so ernst und wichtig, dass Jesus das hier erwähnt.

[44:55] Zurück zu Johannes 5. Ja, selbstverständlich. Wie meinst du genau?

[45:06] Du meinst, denn es ist unmöglich, dass die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt und Heiligen Geist teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit, die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu leihen, dass sie für sich selbst den Sohn Gottes wieder ans Kreuz sehen und zum Gespött machen. Das ist ja letztendlich die Sünde gegen Heiligen Geist, oder? Mal kurz zusammengefasst, jetzt können wir nicht ein genaues Studium hier machen, aber die Idee ist, es kommt der Moment, es gibt einen Moment, wo du dich so sehr von Gott entfernt hast durch die Sünde, durch wiederholtes Sündigen, dass du nicht mehr Buße tun kannst. Es ist unmöglich. Nicht, weil Gott nicht mehr will, sondern weil es unmöglich ist. Und wenn Gott sagt, dass etwas unmöglich ist, kann es nur in einer Sache liegen. Es kann nicht daran liegen, dass Gott sagt: Ich habe keine Mittel mehr, ich habe keine Gnade mehr, ich weiß nicht, woher ich es nehmen soll. Es liegt an dem einen Punkt, den Gott nicht kontrollieren kann, und das ist der Freiwille. Saul ist ein gutes Beispiel. Satan ist ein Beispiel dafür, der irgendwann zu weit gegangen ist, den man nicht mehr erneuern konnte zur Buße. Judas. Also die Sünde von Judas ist jetzt technisch gesehen nicht so viel schlimmer gewesen als die von Petrus, oder? Beide haben ihn verleugnet. Gut, Judas hat noch Geld dafür genommen, aber der Gott, der Petrus vergeben hat, hätte auch Judas vergeben, mit Sicherheit, weil Jesus hat ganz viel schlimmere Sünden vergeben als Verrat. Aber das ist genau der Punkt. Es geht um den eigenen Willen.

[46:43] Jetzt zurück zu Johannes 5 und dort Vers 15. Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Jetzt dieser Vers, wir haben es schon gesehen, also Jesus, also er hat im Tempel, im Heiligtum mit der Beschäftigung, mit dem Heiligtum hat er jetzt Jesus erkannt, wer er wirklich war, und was tut er jetzt? Er geht hinaus und erzählt den Juden von Jesus. An welche Geschichte erinnert euch das, dass hier jemand mit Jesus spricht und dann vor Begeisterung hinausgeht und es den Menschen erzählt? Die Maria, die Gesündigkeit und die Samariterin in Johannes 4.

[47:37] Jetzt vergleichen wir ganz kurz Johannes 4 und Johannes 5, weil meistens vergleicht man Johannes 3 und Johannes 4, Nikodemus und die Frau am Jakobsbrunnen. In Johannes 4 und Johannes 5. Was sind die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Geschichten, zwischen der Frau am Samariterbrunnen und diesem Mann hier? Beide leiden wegen ihrer Sünde, oder? In beiden Fällen ist es Jesus, der die Initiative ergreift, oder? Jesus spricht die Frau an, Jesus kommt zu dem Mann. Okay, was noch? Also beide haben selbst gesündigt, beide sind schlimme Sünde. Ja, da komme ich zu. Beide haben was? Ja.

[48:34] Also beide haben einen Wunsch, sie möchten gesund werden an Körper bzw. Seele. Beide, nachdem sie geheilt worden sind oder nachdem sie Jesus getroffen haben, geben sie Zeugnis. Beide haben sehr lange gelitten, oder? Bei der Frau war das nicht eine Sache von ein paar Tagen, sondern das hat ihr ganzes Leben sich durchzogen, weil fünf Männer hast du nicht in einem Tag. Also es ist eine lebenslange Geschichte von ihr. Der Mann hat 38 Jahre das Problem. Es waren Lebensprobleme, die sich gelöst haben. In beiden Fällen geht es um Wasser. Die Frau kam zu einem Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Der Mann saß an einem Teich, um ins Wasser zu kommen. Und in beiden Fällen gibt es auch eine geistliche Bedeutung mit dem Wasser. Jesus bietet das Wasser des Lebens an und hier bei das Wasser sozusagen, man dachte, dass man dadurch geheilt wird. In beiden Fällen geben sie mit großer Begeisterung Zeugnis.

[49:30] Und jetzt kommen die, im Englischen würde man sagen, die Punchline, warum Johannes das wieder aufschreibt. In Johannes 4, was ist das Resultat dieser Missionsbemühungen? Eine ganze samaritanische Stadt rennt zu Jesus und will ihn hören. Und die meisten bekehren sich. Und was ist das Ergebnis in Johannes 5? Das lesen wir jetzt nicht. Jesus wird vor den Hohen Rat gestellt. Es ist unglaublich. Johannes macht das so geschickt, wie die Geschichte nebeneinander stellt. Die gleiche Geschichte, die Samariter sind begeistert, nehmen ihn als Messias an und sein eigenes Volk will ihn töten.

[50:26] Jetzt schauen wir mal in Vers 16. Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er dies am Sabbat getan hatte. Es ist interessant, dass sie ausgerechnet seinen Tag missbrauchen, den er der Menschheit geschenkt hat, um ihn jetzt umzubringen. Vielleicht hatten sie ja erst mal vor, das an einem anderen Tag zu machen. Aber es ist auf jeden Fall verboten, Mordgedanken am Sabbat zu haben, weil das ist an jedem Tag verboten.

[51:03] Ich finde auch interessant, wenn man das Volk Gottes anschaut. Die Jünger sind ja auch Volk Gottes, die Juden. Und das ist ja auch das, was einem begegnet, was wir auch bei LWI gewesen sind. Wie reagiert das Volk bei Wahrheiten? Andere lassen sich immer wieder verändern, wie die Samariter. Also sie sind ja auch nicht ganz bei der Liebe. Oder verstehen das nicht, was machst du mit dieser Frau? Aber sie lassen sich dann verändern, lernen was. Und die anderen, die kämpfen mit der Wahrheit. Ich finde das sehr schade. Und die berühren uns. Und die traurig auch. Weil das geschieht uns ja auch. Also wir leben so.

[51:41] Das ist ein wichtiger Punkt. Ich behalte es nur ganz kurz. Dass, wenn Wahrheit kommt, es manche im Volk Gottes gibt, wie die Jünger, die vielleicht erst mal damit Probleme haben, aber sich verändern lassen. Und dann andere dagegen wirklich ankämpfen, wie die Pharisäer. Und das ist genau ein wichtiger Punkt.

[51:56] Jetzt schaut mal in Vers 17. Jesus wird jetzt vor den Sanhedrin gebracht. Das ist jetzt zwei Jahre vor dem Datum, wo er sterben soll. Ja, noch zwei Jahre vor sich, aber sie wollen ihn jetzt schon umbringen. Ja, also quasi der Satan, der zieht jetzt alle Register. Das Drehbuch scheint in Gefahr zu kommen.

[52:17] Jesus aber antwortet ihnen. Und jetzt schaut mal diese unglaubliche Antwort. Übrigens, vielleicht noch ganz kurz dazu. Ellen White sagt, der Sanhedrin hatte eigentlich vorgehabt, ihn zu töten. Sie konnten aber nicht, weil sie unter römischer Besatzung waren. Wären sie ein unabhängiger Staat gewesen, hätten sie ihn jetzt schon des Todes angeklagt. Aber sie wussten auch, man kann einen römischen Stadthalter nicht damit überzeugen, jemanden zu kreuzigen, weil der am Sabbat einen Menschen gesund gemacht hat. Das würde kein römischer Stadthalter auch nur ernst nehmen. Und deswegen hatten sie jetzt ein anderes Ziel. Was war wohl ihr Ziel, dass sie ihn trotzdem vor den Sanhedrin gestellt haben, obwohl er nicht getötet werden konnte, jetzt an dieser Stelle? Was haben sie da vielleicht für ein Ziel verfolgt?

[53:03] Das ist ganz interessant, sich mal Gedanken zu machen. Sie wussten ganz genau, allein die Tatsache, dass er vor Gericht steht, dass er angeklagt wird, wird dazu führen, dass viele Menschen, die vorher ihm immer gefolgt sind, jetzt sagen: Naja, wenn die Obersten ihn vor Gericht stellen, dann ist es vielleicht nicht so gut, ihm zu folgen. Dann macht das Angst, dann wer weiß, was mit mir passiert. Und das ist eine Methode Satans einfach, obwohl er weiß, er wusste, er konnte den Jesus nicht direkt umbringen, aber er konnte seinen Einfluss stark dämpfen. Ellen White sagt: Wenn die Priester ihn nicht vor Gericht gestellt hätten, hätte die Welt eine Reformation gesehen, wie es nie passiert ist. Denkt mal darüber nach. Wahrscheinlich hätte das Werk Jesu sehr viel weiter gehen können, wenn sein Volk kooperiert hätte.

[54:04] Das ist ein interessanter Gedanke, den muss man durchdenken. Natürlich war das Werk Jesu vollendet, aber vielleicht hätte es in seinem Umfang, so rein quantitativ, noch sehr viel größeren Einfluss haben können, schon in den dreieinhalb Jahren vor seiner Kreuzigung. Und sie haben so weit es ging, das eingedämmt durch dieses Gerichtsverfahren. Sie haben übrigens auch, der Grund war, ihre Logik, schreibt Ellen White, sie wollten beweisen, dass Jesus die alten Traditionen bricht und deswegen das Volk teilt. Es kommt zur Spaltung im Volk. Und wenn das Volk gespalten ist, dann haben die Römer leichteres Spiel. Sie wollten quasi auch die patriotischen Gefühle der Juden anregen.

[55:02] Und dann sagt sie, dieser Rat war nur das Instrument eines anderen Rates. Was hier jetzt dem Jesus vorgeworfen wird, war zuvor beschlossen worden im Rat von Satan und seinen Engeln. Nachdem der Satan die Niederlage in der Wüste erhalten hat, waren sie übereingekommen, dass sie doch noch Jesus angreifen, und zwar durch Strategie. Es ist interessant, dass die Anklage lautet, Jesus hält sich nicht an das Gesetz. Wer hat das zuerst gesagt? Jesus hält sich nicht an das Gesetz? Luzifer hat gesagt, Gott hat ein Gesetz. Dem Gesetz schreibt er vor, dass alle liebevoll sind. Aber er selbst ist es nicht. Er schreibt vor, dass alle einander dienen sollen, aber er ist ein Tyrann, der über alle herrscht. Und das Problem für Luzifer war immer Christus gewesen. Der erhöht sich. Der ist jetzt der Diktator über alle. Jesus, der Sohn Gottes, hält sich nicht an das Gesetz. Das war die Anklage im Himmel gewesen. Das ist die Anklage hier.

[56:07] Und jetzt achtet mal auf die Antwort von Jesus. Die ist wirklich brillant. Was sagt er? Vers 17. Mein Vater wirkt bis jetzt. Was ist denn das für eine Antwort? Warum sagt Jesus: Mein Vater wirkt bis jetzt? Was war die Anklage? Die Anklage war: Du hast den Sabbat gebrochen. Und er sagt: Mein Vater wirkt bis jetzt. Was ist das Argument? Das kommt danach. Erstmal nur: Mein Vater wirkt bis jetzt. Komisch, nicht wahr?

[56:59] Das ist ein unglaublich brillantes Argument. Er sagt: Wer ist mein Vater? Gott im Himmel. Und er sagt: Mein Vater wirkt. Was ist ein anderes Wort für wirken? Arbeitet. Was arbeitet in Gott, der Vater? Er heilt. Er hält alle am Leben. Er lässt das gesamte Universum laufen. Er schafft immer wieder Neues. Auch am Sabbat? Bis jetzt. Die Implikation ist ununterbrochen. Er hat die Welt geschaffen. Und bis jetzt arbeitet er für sie. Jesus sagt: Als ich den Sabbat gebrochen habe, Gott selbst arbeitet seit der Schöpfung unaufhörlich. Er wirkt. Er hat nicht nur gewirkt, sondern jeder Mann funktioniert, von dem Zitat bis jetzt. Jeden Sabbat geht die Sonne auf. Wenn Gott, der Vater, den Sabbat so halten würde, wie ihr das vorschreibt, würde es jeden Sabbat dunkel. Dann würden keine Bäume wachsen. Der Sabbat spricht davon, dass man nicht für sich selbst arbeiten soll.

[58:26] Ellen White sagt sogar kurioserweise, der Sabbat ist der Tag, bei dem Gott am meisten zu tun hat. Weil am Sabbat sein Volk am ehesten noch an ihn denkt. Die meisten Gebete gehen am Sabbat. Die meisten geistlichen Segnungen werden am Sabbat erbeten. Der Sabbat ist Gottes spezieller Arbeitstag. Ähnlich wie die Prediger am Sabbat arbeiten.

[58:51] Das ist ein brillantes Argument. Wenn Gott am Sabbat für andere da ist, warum darf ich nicht am Sabbat jemandem Gutes tun? Gott, der Vater, bestimmt, wie der Sabbat zu halten ist. Dann kommt der nächste Satz. Der heißt: Und ich wirke auch.

[59:09] Jetzt kommt die nächste Bombe. Die erste Bombe war, Gott arbeitet am Sabbat. Und zwar Werke der Nächstenliebe. Die nächste Bombe ist, er sagt: Und ich mache das auch. Worin lag da die Bombe? Die Juden haben das sofort verstanden. Die Juden haben ja eigentlich auch gesagt: Gott ist unser Vater. Das war ganz normal. Aber der nächste Vers offenbart, was sie wirklich verstanden haben.

[59:47] Vers 18. Darum suchten die Juden nun auch mehr, ihn zu töten, nur noch mehr zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte. Jesus hat hier wahrscheinlich wie kaum zuvor ganz explizit gesagt: So wie Gott wirkt als Schöpfer, so wirke ich auch. Ich bin Gott. Wir haben gesehen, im Johannes-Evangelium ist das quasi so der rote Faden. Von dem ersten Satz an: Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Und das Wort wurde Fleisch, seine Herrlichkeit. Jedes einzelne Kapitel weiß dafür, dass er Gott sein muss. Und hier sagt es.

[1:00:38] Übrigens, könnt ihr euch noch erinnern an das, was wir das letzte Mal gesagt haben über Kapitel 5, Vers 4, über diesen Engel und den Teich? Und wie wir gesagt haben, dass das ein Beispiel dafür ist, dass es Verse gibt, die nicht die Realität beschreiben, sondern die Wahrnehmung der Menschen? Ich erkläre es mal für alle, die nicht da waren. Es gibt in der Bibel Verse, die auf den ersten Blick so aussehen, als würden sie einfach eine Realität beschreiben, aber sie beschreiben das, was die Menschen wahrgenommen haben. Also die Schlangen der Magier aus Ägypten. Da steht, es wurden Schlangen, aber es waren keine echten Schlangen, sie haben es nur so wahrgenommen. Oder wenn der Saul bei Endor ist, bei der Witwe, heißt es, und Samuel stieg herauf, aber das ist nur die Wahrnehmung, es war nicht wirklich Samuel.

[1:01:26] Und hier ist noch so ein Vers in Vers 18. Denn es heißt ja: Darum suchten die Juden nun auch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach. Wenn man den Vers so liest, wie er da steht, könnte man denken, Jesus hat den Sabbat gebrochen, oder? Aber das ist wieder ein Beispiel dafür, wie ab und zu in der Bibel eine Sprache verwendet wird, die die Wahrnehmung der Menschen beschreibt, nicht das, was er wirklich getan hat. Es war ihre Wahrnehmung, dass er den Sabbat gebrochen hat. Nur, dass man das mal richtig einordnet.

[1:01:59] Hat Jesus das Gesetz Gottes gebrochen? Könnt ihr einen Bibeltext aus dem Alten Testament mir sagen, wo deutlich wird, dass Jesus das Gesetz Gottes ehrt? Meinetwegen auch so neun, aber es ist einfacher. Jemand fragt euch auf der Straße, sagt mir einen Text, dass Jesus das Gesetz Gottes geehrt hat und nicht gebrochen hat.

[1:02:38] Ja, da hat er das Gesetz gehalten, selbst, ja, er hat nicht gesündigt, das stimmt, Matthäus 4. Ich bin nicht gekommen, meint nicht, dass ich gekommen bin, das Gesetz und die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Matthäus 5, Bergpredigt, genau. Gibt viele, gibt viele Verse, aber einer, der im Alten Testament interessant ist, zum Beispiel, ist Jesaja 42.

[1:03:17] Jesaja 42, Vers 21. Es gefiel dem Herrn, um seiner Gerechtigkeit willen, das Gesetz groß, und jetzt kommt der nächste Satz, und der nächste Teilsatz ist wichtig, das Gesetz groß und herrlich zu machen. Jesaja 42, Vers 21. Jesus kam, um das Gesetz groß zu machen, aber, und das ist entscheidend, um es herrlich zu machen. Das Gesetz war zwar groß in den Tagen Jesu, aber es war nicht herrlich. Es war eine Last, es war eine Bürde, und Gott hatte gesagt: Ihr sollt am Sabbat keine Lasten tragen. Und er kam und hat durch dieses Wunder gezeigt, worum es beim Sabbat wirklich geht. Es geht darum, anderen zu dienen, denn das ganze Leben geht darum, anderen zu dienen. Das ganze Gesetz Gottes geht um die selbstopfernde Liebe an andere. Deswegen sagt der Johannes: Wir sahen seine Herrlichkeit, das Gesetz Gottes herrlich gemacht.

[1:04:16] Und an diesem Punkt entspinnt sich jetzt natürlich der Konflikt. Sie hätten ihn, sagt das Leben Jesu, sie hätten ihn am liebsten an Ort und Stelle umgebracht. Wenn das Volk ihn nicht so geliebt hätte, hätten sie ihn jetzt schon umgebracht. Aber so kommt es jetzt zu der Gerichtsverhandlung. Und das nächste Mal schauen wir uns dann an, was er dort alles gesagt hat, weil jetzt kommt diese große Rede vor dem Sanhedrin, die vollgepackt ist mit interessanten theologischen Ansichten und Dingen. Aber die gucken wir uns das nächste Mal an. Ich denke, für heute können wir eine ganze Menge lernen. Und vielleicht als wichtigstes diese Idee, dass wenn wir geheilt sind, Jesus uns nicht alleine lässt. Er findet uns immer wieder. Im Heiligtum erkennen wir, wer er wirklich ist und wie wir durch seine Kraft nicht sündigen müssen, nicht sündigen brauchen. Und in diesem Sinne lasst uns noch beten und dazu hinter Knien, wo es möglich ist.

[1:05:16] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für das Studium dieses Abschnittes und wir danken dir, dass wir so viele verschiedene Dinge erfahren dürfen über dich und dein Wesen, über die Art und Weise, wie du Gesetz denkst und Gerechtigkeit denkst. Wir möchten dich um Vergebung bitten, wo wir vielleicht Eifer gehabt haben ohne Erkenntnis, wo wir für Regeln eingestanden sind ohne den Sinn dahinter zu sehen, dadurch vielleicht dein Werk behindert haben und eingeengt haben. Wir möchten dich bitten, dass wir so wie jener Geheilte ein freudiges Zeugnis gegenüber dich geben, was du in unserem Leben getan hast und danken dir, dass du uns nicht nur in unserer Sünde aufsuchst, sondern auch dann, wenn wir zu deinem Tempel kommen, wenn wir dein Heiligtum studieren, wenn wir in deine Gemeinde kommen, dass du uns aufsuchst, dass du die Initiative ergreifst, um uns mehr über dich zu vermitteln. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, Tag für Tag auch dementsprechend zu leben. Amen.

[1:06:29] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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