[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr jetzt eingeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de. Nach kurzer Pause wollen wir wieder einsteigen in das Studium von Johannes 5. Aber heute wollen wir zunächst mal einen Exkurs machen. Wir wollen über ein Ereignis sprechen, das für das weitere Verständnis von Johannes 5 sehr wichtig ist, das allerdings in der Bibel nur an mehreren Stellen kurz erwähnt wird, ohne dass man genau weiß, wann es stattgefunden hat. Aber mehr dazu gleich nach dem Gebet. Wir wollen zu Beginn niederknien, wo es möglich ist, mit einem Gebet starten.
[1:13] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen. Danke für deine Führung und Leitung an diesem Tag und danke für die Gelegenheit, aus deinem Wort jetzt zu lernen. Wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist durch dein Wort zu uns sprichst. Schenke uns Weisheit, es so zu verstehen, wie du es gemeint hast und gib, dass wir echte Lektionen für unser persönliches Leben daraus lernen können. Wir danken dir, dass du alle Störenden fernhalten wirst und dass du durch dein Wort machtvoll zu uns sprechen wirst. Amen.
[1:56] Bevor wir in der nächsten Folge dann in Johannes 5 mit der Gerichtsverhandlung Jesu im Sanhedrin weitermachen, müssen wir an dieser Stelle einen kleinen Exkurs machen, ein Ereignis beschreiben und untersuchen, das in keinem der Evangelien an der richtigen Stelle sozusagen chronologisch erwähnt wird. Ein Ereignis, das von drei Evangelien zumindest mal erwähnt wird, aber nicht von Johannes, das aber jetzt gleich dann in Johannes quasi vorausgesetzt worden ist. Das ist die Gefangennahme von Johannes, die Gefangennahme von Johannes dem Täufer.
[2:52] Und dieses Ereignis wird nur so im Vorbeigehen von drei Evangelien berichtet. Wir wollen sie ganz kurz mal notieren und zwar Matthäus Kapitel 14 spricht davon, allerdings dort viel später erst, als dass es schon längst passiert ist. Matthäus 14, ich schreibe einfach nur die Stellen auf, an denen diese Gefangennahme erwähnt wird. Matthäus 14 Vers 3 bis 5 und dann haben wir Markus, Markus Kapitel 6 Vers 17 und 18 und Lukas, Lukas 3 und dort Vers 19 bis 20. Bei Matthäus und Markus wird das quasi im Nachhinein erzählt, wenn später die Enthauptung von Johannes berichtet wird. Da wird dann quasi als Einschub gesagt, dass vorher er gefangen genommen worden ist. Bei Lukas wird bereits die Gefangennahme vor der Taufe Jesu erzählt, quasi so als Vorgriff. Das heißt, dieses Ereignis wird nirgendwo in der Bibel in ihrem richtigen zeitlichen Ablauf eingeordnet. Wir wissen lediglich, dass zur Zeit von Johannes 3, Jesus noch aktiver. Wir werden sehen, dass in Johannes 5, dass Johannes noch aktiver und wir werden sehen, dass in Johannes 5, Johannes der Täufer offensichtlich sein Zeugnis beendet hatte. Irgendwo zwischen Johannes 3 und 5, wahrscheinlich relativ kurz vor Johannes 5, man kann es nicht genau sagen, ist Johannes gefangen genommen worden. Offensichtlich war das auch ein Ereignis, das nicht mit großen Pauken und Trompeten angekündigt worden ist. Man hat versucht, irgendwie das still und heimlich zu machen. Wir wollen uns mal ganz kurz einige dieser Stellen anschauen, um etwas mehr darüber zu erfahren, weil das wird enorme Bedeutung haben, sowohl für Jesus als auch für seinen Dienst.
[4:45] Gehen wir zunächst mal zu Lukas, in Lukas Kapitel 3 und dort Vers 19. Lukas 3 und dort Vers 19 und wir lesen gemeinsam, Lukas 3 Vers 19, der Vierfürst Herodes aber, da er von ihm, das ist Johannes der Täufer, getadelt wurde, wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus und wegen all des Bösen, was Herodes tat, fügte zu allem noch das hinzu, dass er den Johannes ins Gefängnis warf. Also fangen wir mal an, ein bisschen das genauer zu betrachten. Da haben wir einen gewissen Herodes. Wisst ihr mehr über diesen Herodes, der Johannes ins Gefängnis werfen ließ? Vielleicht aus dieser Stelle oder auch aus dem, was ihr sonst über den wisst. Was können wir über diesen Herodes sagen, was ist euch bekannt?
[6:00] Die beiden sind sehr miteinander verwandt, sie haben sogar denselben Namen, aber dieser Herodes ist der Sohn von Herodes dem Großen und das ist der, der die Kinder hat töten lassen. Der berühmte Große, Erste Herodes. Man verwechselt das gerne, weil alle, viele seiner Söhne auch Herodes hießen und zum Teil noch die Enkel, ein riesiges Durcheinander. Übrigens bis heute hat man nicht ganz die Familienverhältnisse von diesem Herodes auseinanderbekommen, weil er hatte sieben Frauen und entsprechend Kinder und Enkelkinder und alles durcheinander. Also das ist gar nicht so einfach. Also Herodes, der war schon gestorben im Jahre 4 vor Christus und dann war ja sein Reich aufgeteilt worden. Er war noch König über ganz Judah gewesen, aber sein Reich ist dann aufgeteilt worden unter verschiedene Söhne. Schon zu seinen Lebzeiten gab es Söhne, die gegen ihn aufbegehrt haben und wisst ihr, was er mit denen gemacht hat? Sie wurden umgebracht. Also etliche seiner Söhne haben seine Regierung gar nicht überlebt und dieser Herodes war glücklich genug, die Herrschaft seines Vaters überlebt zu haben, um dann an der Aufteilung teilhaben zu können.
[7:17] Als Herodes starb, war es das Römische Reich, das dann gesagt hat, wir teilen das Reich auf. Deswegen war sein Titel auch gemäß des Verses. Was ist sein Titel? Landesfürst, steht bei der Landesfürst? Hat jemand eine andere Besetzung? Vierfürst oder auch Tetrach. Ein Tetrach war, also das muss nicht mehr vier sein, aber wenn man ein Reich auf mehrere Teile aufteilt in drei oder vier, dann nannten die Römer so einen Teilfürsten, quasi einen Tetrachen. Und zwar, wenn man jetzt hier mal so ein Bild von Israel hat, dann gab es ja Jude, dann gab es Samaria und dann gab es Galiläa. Und das war alles das Herrschaftsgebiet von Herodes dem Großen. Aber wie gesagt, Herodes, der später auch Herodes Antipas genannt worden ist, was so viel heißt wie der Vater, weil er in gewisser Weise wie sein Vater war. Er war jetzt nur über einen gewissen Teil Vierfürst, nämlich er war Vierfürst und das ist interessant, er war Vierfürst über Galiläa und über ein Gebiet, das hieß Peräa. Weiß jemand von euch, wo Peräa lag? Das ist nicht ganz so geläufig, aber das ist auch ein Gebiet, in dem Jesus gewirkt hat. Das war das Gebiet östlich vom Jordan.
[9:01] Und jetzt wird nämlich auch deutlich, warum dieser Herodes, der eigentlich in Galiläa regiert, Johannes den Täufer gefangen nimmt, weil der nämlich östlich des Jordans gewirkt hat und dort getauft hat. Und er hat ihn auch hier gefangen genommen. Das war also in seinem Gebiet, das war nicht der Vierfürst von Judea oder die Verwaltung von Judea oder von Samaria, es war der Herrscher von Galiläa und Peräa, der ihn hat gefangen nehmen lassen. Die Bibel sagt uns auch, dass es einen Grund gab und zwar es gab den Grund, dass Johannes der Täufer sich offensichtlich eingemischt hat in seine Familienangelegenheiten. Er hatte nämlich einen Bruder, einen Halbbruder, muss man sagen, weil bei sieben Frauen, die der Herodes gehabt hat, waren die meisten von seinen Söhnen nicht direkt verwandt, sondern nur Halbbrüder. Und einer dieser Halbbrüder, der hieß übrigens auch Herodes, um es noch schlimmer zu machen, aber sein Beiname ist viel geläufiger, Herodes Philippus. Man hat ihm dann später im Laufe der Zeit immer so Beinamen gegeben, damit man sie auseinanderhalten konnte. Das war auch für uns ganz hilfreich.
[10:20] Und dieser Herodes Philippus war der Sohn, das ist ganz interessant, um die Geschichte zu verstehen, dieser Herodes Philippus war der Sohn der siebten Frau. Also der Herodes der Große hatte siebenmal geheiratet und seine siebte Frau war die zweite Frau, die Mariamne hieß. Man muss dann schon, also Mariamne 1 und Mariamne 2. Wahrscheinlich für ihn auch nicht so einfach, das auseinander zu halten. Und Herodes Philippus war der Sohn der letzten Frau und im Laufe der Regierung von Herodes dem Großen war das öfter so gewesen, dass die Erbreinfolge sich gewechselt hatte, weil dann immer wieder irgendwelche Söhne umgebracht werden mussten, weil sie zu früh Thronangelegenheiten für sich in Anspruch genommen haben. Und zwischenzeitlich war Herodes Philippus sogar der Anwärter auf das größte Erbe. Er stand an Position 1 in der Erbliste. Dann passiert dabei ein Unglück. Einer der anderen Söhne von Herodes hatte mal wieder einen Giftanschlag auf seinen Vater geplant und seine Mutter wusste davon, hat aber den Herodes nicht gewarnt. Als Herodes dann herausbekommen hat, dass er hätte vergiftet werden sollen, hat er natürlich mit seinem Sohn einen kurzen Prozess gemacht, den umgebracht und weil dessen Mutter davon gewusst hat, aber nichts gesagt hat, hat er kurzerhand Herodes selbst enterbt. Das heißt, Herodes Philippus war ohne Land. Als dann später Herodes der Große starb, wurde Philippus aufgrund dieser Enterbung nicht mit Land bedacht. Er hatte keinerlei Herrschaftsgebiet. Deswegen nannte man ihn auch den Herodes ohne Land. Der war zwar noch Teil des Königshauses, ist auch umhergereist, aber er hatte kein Herrschaftsgebiet, über das er herrschen konnte. Und das sollte jetzt gleich das Problem werden. Er war verheiratet, wie wir festgestellt haben, oder feststellen, mit Herodias.
[12:13] Und die Herodias, da gab es noch einen anderen Sohn, genau, der hieß Aristobulus, weil einer der nicht Herodes hieß. Und dessen Tochter hieß nicht Herodes, sondern Herodias. Und auch der wollte Herodes den Großen umbringen. Und auch der ist getötet worden, drei Jahre bevor Herodes selbst gestorben ist, der ist hingerichtet worden. Und seine Tochter Herodes und Herodias und Philippus, die haben sich jetzt verheiratet. Er hat also quasi seine Nichte geheiratet, oder seine Halbnichte sozusagen. Das war ja damals gang und gäbe, dass das Schwester und Bruder und Halbbruder und Halbschwester sich ständig verheiratet haben. Das hatten die von den Griechen gelernt. War ein ziemliches Durcheinander. Und naja, die Mutter von der Herodias war ebenfalls aus altem königlichem Geschlecht.
[13:28] Und die Herodias war eigentlich ziemlich, wie soll man sagen, sie hatte große Pläne. Das Dumme war nur, dass ihr Ehemann ein König ohne Land war. Da war nicht viel mit Staat zu machen. Weil er aber immer noch zum Königshaus gehörte, hat er natürlich die anderen Brüder, die noch überlebt haben und die jetzt Herrscher waren in verschiedenen Gebieten, die hat er besucht, immer wieder. Und bei einem dieser Besuche hat sich Herodes Antipas, der in Galiläa und Peräa regiert hat, sich in diese Herodias verliebt. Und die hat sich gedacht, wenn ich mich von Herodes Philippus scheiden lasse, dann kann ich den Herodes heiraten, weil der hat ein Land. Das war also der Grund, warum sie sich, also er hat sie geliebt und sie wollte sein Land. Das ist nur also mal zum Hintergrund. Und gesagt getan, Herodes war allerdings schon verheiratet und er konnte nicht gutermaßen zwei Frauen haben. Jedenfalls hat er gedacht, das wäre nicht so gut. Die andere Frau hat er in den Wind geschickt, hat er sich scheiden lassen. Das Dumme war nur, dass diese andere Frau die Tochter des nabatäischen Königs war. Hier unten ganz im Süden sind die Nabatäer. Und als der König von den Nabatäern gehört hat, dass der Herodes seine Tochter weggeschickt hat, um seine Nichte zu heiraten, hat der Krieg gegen ihn geführt. Also die Sache hatte schon ohnehin sehr viele negative Folgen für den Herodes. Er hatte jetzt die Nabatäer am Hals, die sich rächen wollten für diesen ganzen Scheidungskrieg hier. Und naja, und jetzt kam noch Johannes der Täufer dazu und hat auch noch dagegen gepredigt. Also er war schon unter erhöhtem Stress sozusagen.
[15:19] Interessanterweise sagt die Bibel, dass das nicht das Einzige war, was böse war. Habt ihr das gelesen? In Vers 18, Vers 19 heißt es, und wegen all des Bösen. Offensichtlich war er ein sehr böser Mann. Wisst ihr, was Jesus über Herodes Antipas gesagt hat? Kennt jemand eine Stelle, wo Jesus sich über diesen Herodes geäußert hat? Eine ganz interessante Stelle. Schaut mal in Lukas 13.
[15:52] Lukas 13 und dort Vers 31 und 32. Lukas 13, Vers 31 und 32. An demselben Tag traten etliche Pharisäer hinzu und sagten zu ihm, gehe fort und reiße ab von hier, denn Herodes, das ist der hier, Herodes Antipas will dich töten und jetzt achtet auf die Reaktion von Jesus. Und er sprach zu ihnen, geht hin und sagt diesem Fuchs. Also Jesus wusste ziemlich genau, was für ein Typ das ist. Er nennt ihn einen Fuchs. Johannes der Täufer hatte wegen all seiner Bosheit, und das ist eine Aussage, ich weiß nicht, ob Jesus noch irgendeinen Menschen mal Fuchs genannt hat. Ein Raubtier, einer der mit List versucht, anderen zu schaden. Jesus war da sehr deutlich. Offensichtlich hat er sehr viel Böses getan und Johannes war nicht bereit, trotz aller Liebe zur Obrigkeit, die Sünden des Herrschers zu tolerieren. Nun, wir wissen aus Römer 13, dass wir der Obrigkeit untertan sein sollen. Wir wissen auch, dass wir nicht als Zeugnis gegen sie reden sollen, nicht irgendwelche Verschwörungstheorien undewiesenermaßen gegen hohe Positionen vorbringen sollen. Aber wenn Sünde geschieht, dann kann man sich nicht hinter Römer 13 verstecken und sagen, naja, es ist halt unser, nicht wahr, der Führer des Landes ist halt der Herrscher. Da kann man nichts sagen. Johannes war bereit, liebevoll, aber deutlich, auch die Sünden nicht nur von einfachen Menschen, sondern auch die Sünden des Herrschers zu tadeln.
[17:46] Gehen wir vielleicht ganz kurz zu 2. Korinther 26. 2. Korinther 26 und dort Vers 18 und 19 als ein anderes Beispiel für das notwendige Tadeln eines Königs. 2. Korinther 26 und dort Vers 18 und 19. Da spricht es von den Priestern, die traten dem König Usija entgegen und sprachen zu ihm, Usija, es steht nicht dir zu, dem Herrn zu räuchern, sondern den Priestern, den Söhnen Aarons, die zum Räuchern geheiligt sind. Verlass das Heiligtum, denn du hast dich versündigt und das bringt dir vor Gott, dem Herrn, keine Ehre. Da gibt es Menschen, die dem König sagen, du kannst dich nicht in religiöse Belange einmischen. Wenn Herrscher sich in religiöse Belange einmischen, müssen wir sie tadeln. Was war die Reaktion vom König? Er wurde zornig. Kennt ihr andere Stellen der Bibel, wo jemand den König getadelt hat, aufgrund seiner Sünde? Nathan, Nathan der Prophet, kommt zu David und tadelt ihn wegen seiner Sünde, in dem Fall sogar eine, die nicht mal offensichtlich für das Volk gewesen war. Noch Stellen in der Bibel? Samuel tadelt Saul, ja. Okay, noch Stellen, Samuel tadelt Saul, Nathan tadelt David. Noch Könige, die getadelt wurden von Propheten? Jesaja berät auch dem Hiskia, nicht wahr? Ach ja, genau, natürlich, wo er dann den Gesandtschaft in Babylon zeigt. Jesaja tadelt den Hiskia, ganz genau, dann berühmterweise auch Elija, tadelt den Ahab, als der sich den Weinberg schnappt, ohne Recht.
[20:18] Schaut mal in Sprüche 28, Sprüche 28 und dort Vers 1. Sprüche 28, Vers 1. Und das ist ein interessanter Vers. Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt, aber die Gerechten sind furchtlos wie ein junger Löwe. Die Gerechtigkeit Gottes bewirkt, dass man keine Menschenfurcht mehr hat. Wer Gott fürchtet, fürchtet keine Menschen. Man könnte umgekehrt formulieren, wer Menschenfurcht hat, kann nicht gleichzeitig Gottesfurcht haben. Und das ist ein sehr wichtiges Prinzip, weil die Bibel uns aufruft, Gott zu fürchten und wir sollen Menschen lieben, wir sollen sie achten, aber wir sollen nicht Menschenfurcht haben.
[21:41] Nun, gehen wir ganz kurz zu Matthäus 14 und schauen uns einen anderen Text an, bezüglich dieser ganzen Gefangennahme. Matthäus 14 und dort Vers 4. Was hatte denn Johannes konkret gesagt? Matthäus 14, Vers 4, denn Johannes hatte zu ihm gesagt, es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben. Und das ist ungefähr das unangenehmste, was man hören kann, wenn der Prophet sagt, du darfst das nicht. Wenn Propheten von der neuen Erde sprechen, wenn Propheten von der Wiederkunft Jesu sprechen, wenn Propheten davon reden, dass man einen Sieg erringt, dann ist das toll, aber wenn Propheten sagen, du darfst das nicht, das ist, wo sich der Charakter zeigt. Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben und dann heißt es in Vers 5, und er wollte ihn töten, fürchtet aber die Volksmenge, denn sie hielten ihn für einen Propheten. Nun, warum hat Johannes gesagt, es ist dir nicht erlaubt? Was war an dieser Verbindung das Problem? Warum war das verboten?
[22:43] Erstens, war er schon verheiratet? Jetzt könnte man ja theoretisch vermuten, na vielleicht hat ja seine Ehefrau Ehebruch begangen und er hat sich rechtmäßig weggeschickt. Das ist natürlich wahrscheinlich nicht der Fall, aber gibt es noch einen anderen Grund, warum das verboten war, warum Johannes sagen konnte, es ist dir nicht erlaubt? Ja, schau mal mit mir in 3. Mose 18. Also, erst mal ist es natürlich Ehebruch, und zwar auf doppelter Seite. Herodes begeht Ehebruch, weil er sich scheiden lässt, und die Herodias natürlich auch. Genau, also erst mal scheidet er sich von seiner Frau, ohne ersichtlichen Grund, zweitens heiratet er eine Frau, die sich ebenfalls scheiden lassen, ohne ersichtlichen Grund. Also, das ist Ehebruch der doppelten Natur, aber schaut mal in 3. Mose 18, es kommt noch was dazu. 3. Mose 18, Vers 16, da heißt es, du sollst die Scham der Frau deines Bruders nicht entblößen, denn es ist die Scham deines Bruders. Die Tatsache, dass sie die Frau seines Bruders war, auch wenn es nur der Halbbruder war, machte diese Ehe unerlaubt, selbst dann, wenn er nicht einmal wirklich der jüdischen Religion, also er galt jetzt nicht als besonders frommer Jude sozusagen, aber das gehörte zu den Gesetzen, die grundsätzlich galten, es ist dir nicht erlaubt.
[24:20] Durfte man überhaupt, durfte man dann nie die Frau seines Bruders heiraten? War das ausgeschlossen? Genau, unter Umständen musste man die sogar dann heiraten, für die Schwager-Ehe, aber das ist ein anderes Thema. Das war nicht die Schwager-Ehe. Es war also aufgrund des Gesetzes Mose verboten und hier haben wir Johannes, der bereit war, ein altes Gesetz des Mose gegen diesen Herrscher zu predigen und ihm zu sagen, ins Angesicht, es ist dir nicht erlaubt.
[24:53] Nun, wir haben gelesen, er nimmt ihn gefangen und schau mal mit mir in zweite Chronik 36. Das ist ein Thema, das sich durch die gesamte Bibel zieht, wie ein roter Faden. Propheten, die Sünde beim Namen nennen und dann Leute mit Einfluss, die versuchen, den Propheten mundtot zu machen oder richtig tot. Im schlimmsten Falle zweite Chronik 36 und da wird dieses Prinzip quasi zusammenfassend dargestellt. In zweiter Chronik 36 wird erklärt, warum Israel und auch dann Juden in die Gefangenschaft gegangen sind. Schauen wir in zweite Chronik 36 und dort Vers 16. Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verlachten seine Propheten, bis der Zorn des Herrn über sein Volk so hoch stieg, dass keine Heilung mehr möglich war.
[26:06] Das ist ein grundlegendes Prinzip, dass Menschen aufgrund ihrer Lust, in dem Falle Augenlust und Fleischeslust auch ein bisschen Hochmut. Im Grunde genommen haben wir in dieser Geschichte alle drei Elemente dessen, was Johannes später die Welt nennt. Sie wollte gerne Reichtum und Landbesitz haben, er hatte niedere Motive und die prophetische Botschaft von Johannes dem Täufer hatte deutlich gesagt, du darfst das nicht. Wie oft geschieht es uns, dass wir feststellen, dass die prophetische Botschaft der Bibel oder des Geistes der Weissagung uns sagen, halt, stopp, es ist dir nicht erlaubt, du darfst es nicht. Wie viele kriegen eine Krise, wenn ihnen der Geist der Weissagung etwas verbietet, dann fühlen sie sich eingeengt und dann ist das so gesetzlich. Und wie viele wiederholen dann das, was Herodes getan hat. Sie kämpfen gegen die prophetische Botschaft, versuchen sie irgendwie klein zu machen, mundtot zu machen, einzusperren.
[27:24] Noch ein Beispiel für dieses Prinzip Nehemia 9. Übrigens für Israel bedeutete das der Untergang und sowohl im Alten Testament als auch dann im Neuen Testament. Nehemia 9 und dort Vers 26. Und da wird es noch deutlicher, schaut mal hier, aber sie wurden widerspenstig und lehnten sich auf gegen dich und warfen dein Gesetz hinter ihren Rücken und erschlugen deine Propheten, die gegen sie was taten? Zeugnis ablegten, um sie zu dir zurückzuführen und verübten große Lästung. Also hier sagt Nehemia, als er das ganze Revue passieren lässt, er sagt schon, die Menschen haben Gottes Gesetz hinter ihren Rücken geworfen, haben gesagt, ist mir doch egal und dann sendet Gott Propheten nicht, um sie zu tadeln, sondern das Ziel des Tadels ist nicht zu sagen, das darfst du nicht, sondern das Ziel des Tadels ist es, den Sünder wieder zurückzuführen. Johannes der Täufer wollte Herodes wieder zurückführen, das wollten alle Propheten, aber sie verübten große Lästerungen.
[28:50] Wir werden später sehen, dass als Herodes Antipas eine etliche Zeit später Jesus trifft, hat Jesus ihm nichts mehr zu sagen, weil all das, was Jesus ihm hatte sagen wollen, hatte schon Johannes gesagt und in seinem Kampf gegen Johannes hatte er so sehr gegen Jesus gekämpft, als später dann Jesus vor ihm stand, hat ihm Jesus nichts mehr zu sagen. Das ist ein wichtiger Gedanke, weil wir manchmal denken, naja, ich habe nur gegen den Geist der Weissagung was gesagt, gegen Jesus würde ich nie was sagen, aber wenn wir gegen den Geist der Weissagung so sehr kämpfen, wie Herodes das getan hat, dann kann es sein, dass irgendwann Jesus uns nichts mehr zu sagen hat und das macht die Dramatik dieser Geschichte aus. Er dachte, er tut nur einen anderen aufdringlichen Unruhestifter beseitigen, in Wirklichkeit hat er sich der Möglichkeit zum ewigen Leben selbst beraubt.
[29:44] Er nimmt ihn gefangen und schau mal in Matthäus 14, nochmal zurück, Matthäus 14 und dort Vers 3. Übrigens nur so am Rande, die beiden waren schon über 40, die Herodias war schon 41, man denkt vielleicht, das ist eine junge Frau gewesen oder so, die war 41, 42, er war schon 48, die wussten also, was die Taten waren, erfahrene Erwachsene. Matthäus 14 und dort Vers 3 und dort heißt es, denn Herodes hatte ihn ergreifen lassen, ihn binden und ins Gefängnis bringen lassen wegen Herodes. Er hat ihn also tatsächlich in eine Burg eingesperrt.
[30:30] Weiß jemand von euch, wo Johannes eingesessen hat? Das steht in der Bibel nicht, aber die Geschichtsschreibung des Josephus erwähnt, dass er in der Burg Machaerus eingekerkert worden ist und diese Burg lag ungefähr hier, quasi im südlichen Teil von Peräa. Man konnte von dort, das war relativ hoch gelegen, man konnte dann quasi über das Jordantal, hier war auch das Tote Meer schon zu sehen, und Jerusalem und die Hauptstädte hier von Judäa waren in Sichtweite. Jetzt weiß man natürlich nicht, auf welcher Seite er eingekerkert gewesen war, aber vielleicht konnte er aus so einem kleinen Spalt das gelobte Land Jerusalem und Judäa sehen, wie dem auch sei. Das war eine Festung, die schon Herodes gebaut hatte und dort hat er seine letzten Wochen, Monate, wie viel auch immer, keiner weiß das so genau, verbracht.
[31:42] Übrigens, was aber noch viel interessanter ist, wisst ihr, welche geografischen, topografischen Besonderheiten hier dieser Gegend vorhanden sind, aus biblischer Sicht, so in der Nähe vom Toten Meer hier. Hier ist ja der Jordan, da ist dieses Jordantal und östlich vom Jordantal im Süden. Weiß jemand von euch, was da so geografisch, topografisch los ist? Die Geografie-Experten unter euch. Gibt es da Dschungel? Nein, kein Dschungel. Gibt es da Wüste? Ein bisschen Wüste, Wüste ist mehr hier. Es gibt dort, also wenn man jetzt vom Jordantal nach Osten geht, da kommt man auf ein Hochland, da kommt man auf Berge, Hügel, große Hügel, ein Gebirgsland. Das ist hier die Stelle, wo die Israeliten den Jordan überquert haben. Das ist Gilgal, da war auch Jericho und auf der anderen Seite hier im Osten, in den Steppen Moabs, da gibt es ein Gebirge. Jetzt müsst ihr darauf kommen. Wie heißt dieses Gebirge? Es ist das Gebirge Arbarim. Sagt euch das was? Noch nicht ganz. Der Berg, der höchste Berg, der bekannteste ist der Pisgah. Sagt euch der was? Der Berg Nebo. Wofür sind die bekannt? Pisgah, Nebo.
[33:25] Ja, es ist genau hier, dass Mose auf dem Berg stand und auf die andere Seite drüber geschaut hat und das, na gut, er hat nicht so viel gesehen von der Stelle, wo er stand, aber er hat dann in der Vision das gesehen, aber das war der Ort, wo Mose seine letzten Stunden verbracht hat. Der größte Prophet des Alten Testaments hat seine letzten Stunden am Pisgah gebracht und hier verbringt Johannes der Täufer, von dem Jesus sagt, es war der größte Prophet aller Zeiten, seine letzten Stunden. Zwar wird ihr Schicksal sehr unterschiedlich sein. Ja, Mose starb und wurde auferweckt und ging in den Himmel und die Geschichte von Johannes werden wir noch anschauen. Ihr kennt sie vermutlich, aber ich fand das interessant, weil wir oft das Gefühl haben, naja, der Johannes hat so einen gigantischen Dienst und dann endet das quasi, das versandet so, so sang- und klanglos, so traurig, aber vielleicht ist ihm das im Gefängnis aufgegangen. Hey, hier irgendwo in der Nähe des Gefängnisses, hier ist Mose gewesen, der das Volk geführt hat, der auch vom Volk so viel erlitten hat und vielleicht war das so ein kleiner Trost für ihn auch. Fand ich jedenfalls eine ganz interessante Sache. Jedenfalls ist er noch eine ganze Zeit hier geblieben, einige Monate. Wir werden dann bei Gelegenheit darauf zu sprechen kommen, was aus ihm geworden ist.
[35:03] Okay, bis hierhin erstmal der Exkurs. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir uns Gedanken machen über das Leben von Johannes dem Täufer. Es wird nicht so viel von ihm berichtet, aber er war der Vorläufer auf Jesus. Er war der zweite Elia und wir haben wir damals deutlich studiert, wir sind der dritte Elia. Wir als Adventbewegung sind der Vorläufer auf den kommenden Jesus. Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die Geschichte anders verlaufen wird als bei ihm. Das, was sie mit Elia gemacht haben und was sie mit Johannes dem Täufer gemacht haben, werden sie auch mit uns machen. Und es könnte sein, dass wenn wir Sünde beim Namen nennen, auch dort, wo sie vielleicht unter bekannten und berühmten Persönlichkeiten geschieht, dass wir dadurch in eine äußerst müßige Lage geraten. Und manchmal könnte man denken, ich sage jetzt lieber nichts, weil dann bekomme ich keinen Ärger, dann kann ich noch mehr Leute taufen. Wäre das nicht klüger gewesen, wenn Johannes der Täufer einfach gesagt hätte, ich sage nichts, weil er will sich ja eh nicht bekehren. Ich halte jetzt einfach mal meinen Mund und dann könnte ich noch die nächsten Jahre lang hier Leute taufen. Dann hat Gott mehr von mir. Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Und manchmal müssen wir zur Wahrheit stehen und die Wahrheit benennen, auch wenn uns das vermeintlich Einfluss kostet. Aber nur so kann man ein echter Segen sein und nur so kann man Gottes Auftrag erfüllen.
[36:36] Und in diesem Sinne möchte ich uns ermutigen, dass wir, wenn der Geist der Weissagung, wenn die prophetische Botschaft in unser Leben tritt und sagt, das darfst du nicht, dass wir dann nicht reagieren wie Herodes Antipas, sondern dass wir uns zurückführen lassen. Lasst uns gemeinsam ein kurzes Gebet sprechen und dann eine kurze Pause.
[36:56] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir sehen können an der Geschichte von Johannes dem Täufer, wie wichtig es ist, zur Wahrheit zu stehen, ganz egal, wer diese Wahrheit braucht und ganz egal, welche Umstände das für uns bedeutet. Schenkt uns den Mut und den Freimut, die Wahrheit zu sagen in Liebe natürlich. Koste es, was es wolle. Lasst uns keine faulen Kompromisse machen, um vermeintlich mehr Einfluss haben zu können. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass wenn wir in unserem Leben merken, dass der Geist der Weissagung, die Prophetie uns einen Riegel vorschiebt vor bestimmte Dinge, dass wir gehorchen, dass wir hören, dass wir nicht gegen deine Stimme ankämpfen. Habt Dank, dass du das uns zeigst. Amen.
[38:07] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!