In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die Berufung der Jünger durch Jesus Christus. Anhand der biblischen Berichte in Matthäus, Markus und Lukas wird beleuchtet, wie Jesus seine Fischer dazu bewegte, ihm nachzufolgen. Die Lektionen zeigen, wie wichtig es ist, auf Gottes Wort zu vertrauen, auch wenn es gegen die eigene Erfahrung geht, und wie Gott Menschen Schritt für Schritt auf größere Aufgaben vorbereitet.
Der Ersehnte: 56. „…denn sie waren Fischer.“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusWeitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid, schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de. Und wir wollen heute beginnen mit einer interessanten Geschichte, nämlich der Geschichte, wie Jesus seine Jünger in den Vollzeitdienst gerufen hat. Und bevor wir damit beginnen, wollen wir gemeinsam beten und dazu niederknien.
Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir heute deinem Wort lesen können. Wir möchten dich bitten, dass dein Wort seine Kraft entfaltet, wenn wir uns die Verse gedanklich vornehmen, wenn wir darüber nachdenken, dass wir erfrischt werden, gestärkt werden, dass dein Heiliger Geist zu unserem Herzen spricht und uns Dinge zeigt, die wir wissen müssen. Bitte sprich du zu uns, halte alle Störende fern und segne uns nach deiner Verheißung. Im Namen Jesu, Amen.
[1:40] Die Geschichte von der Berufung der Jünger ist eines der ersten größeren Beispiele, auf die wir jetzt stoßen, wo die Parallelberichte in den Evangelien scheinbar nicht ganz übereinander passen. Die Texte, die wir gemeinsam dieses Mal und nächste Woche studieren wollen, finden sich in Matthäus Kapitel 4, Vers 18 bis 22, Markus 1, Vers 16 bis 20 und Lukas 5, Vers 1 bis 11. Nun, Matthäus und Markus haben eine fast identische Geschichte. Schauen wir mal auf Matthäus 4. Und ohne, dass wir jetzt gleich alle Verse lesen, ich denke, ihr kennt den Bericht. Da heißt es ja, Matthäus 4, Vers 18: "Als Jesus aber am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas, die warfen das Netz in den See, denn sie waren Fischer." Ihr kennt die Geschichte, Jesus ruft dann ihnen zu, nicht wahr, kommt mir nach, folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischer machen und dann verließen sie die Boote und dann geht er ein bisschen weiter und trifft dann auf zwei andere, ruft ihnen auch nach und sie verfolgen, sie lassen die Boote und gehen ihm hinterher.
[3:16] Nun, Lukas berichtet eine etwas andere Geschichte, scheinbar. Wenn ihr mal den Finger in Matthäus lasst und dann Lukas anschaut, in Lukas Kapitel 5, da sind viele Menschen dort, Jesus predigt, Jesus steigt in das Boot von Petrus, dann gibt es diesen berühmten Fischfang, über den wir heute noch sprechen werden und dann im Boot sagt er zu Petrus: "Ich werde dich zu einem Menschenfischer machen." Und das scheinen sehr unterschiedliche Geschichten erstmal zu sein, aber wir wollen heute lernen, wie sie zusammenpassen. In der Bibel gibt es ja keine Widersprüche, man muss lernen, die biblischen Berichte zu harmonisieren. Ich weiß nicht, wie es euch geht, ich habe früher, gerade beim Bericht von Matthäus und Markus, immer, wenn ich das gelesen habe, früher als Kind oder als Jugendlicher gedacht, Jesus kommt zum See Genezareth, sieht dort zwei Männer, die er noch nie gekannt hat und ruft ihnen zu: "Ey ihr beiden, die zufällig Simon und Andreas heißen, folgt mir nach, ich will euch zum Menschenfischer machen." So als ob er sie dort zum ersten Mal getroffen hat. So habe ich das sogar im Predigt manchmal gehört, dass die Jünger ihn noch gar nicht kannten und bei der ersten Begegnung gleich Jesus sie auffordert, die Boote zu verlassen. Das ist natürlich großer Unsinn, denn zu dieser Zeit kennen Petrus und Andreas und auch Johannes und Jakobus, sie kennen Jesus schon fast anderthalb Jahre. Das heißt, es ist an diesem See nicht die erste Begegnung, sondern sie waren ja schon anderthalb Jahre lang als Teilzeitjünger mit ihm unterwegs, aber sie waren immer noch Fischer und das gilt es jetzt im Hinterkopf zu behalten.
[5:18] Erste Frage an euch, wenn wir das jetzt ein bisschen harmonisieren wollen, also wie gesagt, Markus ist fast identisch mit Matthäus, da sind nur ein paar Worte dann von der Formulierung anders. Sollen wir zuerst mit Matthäus beginnen oder erst mit Lukas? Welcher Vers, Matthäus 4 oder Lukas 5, Vers 1, welches ist der Startvers für unsere Geschichte? Was würdet ihr denken, wenn Matthäus 4, Vers 18, können wir vielleicht nochmal lesen? Ja, Matthäus 4, Vers 18: "Als Jesus aber am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas, die warfen das Netz in den See, denn sie waren Fischer." Verglichen mit Lukas 5, Vers 1: "Es begab sich aber, als die Menge sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, dass er am See Genezareth stand." Was fand zuerst statt? Matthäus 4, 18 oder Lukas 5, Vers 1? Ja, warum? Okay, also halten wir mal fest, in Matthäus 4, 18, da sind Petrus und Andreas noch auf dem See und sie werfen die Netze in das Wasser. Könnt ihr schlussfolgern, zu welcher Tageszeit Matthäus 4, Vers 18 spielt? Es muss quasi noch fast Nacht sein, es ist die erste Dämmerung. Es ist noch nicht voller Tag, denn ansonsten würden sie schon längst nicht mehr fischen. Das heißt, der erste Vers, wenn man das jetzt mal chronologisch, es geht also los mit Matthäus 4, 18 beziehungsweise Markus 1, Vers 16. Genau, das ist der erste Vers.
[7:20] Außerdem ist es nicht nur Morgendämmerung, weil sie noch auf dem See sind, außerdem scheinen hier noch keine Leute zu sein. Jesus geht noch relativ unbehelligt am Ufer entlang. Was meint er wohl? Warum ist er früh am Morgen, als gerade die ersten Sonnenstrahlen sich über die Hügel von Galiläa kämpfen und den See von Galiläa in so ein Glitzerlicht tauchen, warum ist er so früh unterwegs? Was hat er wohl gemacht am Ufer? Vielleicht hat er gebetet, ja, Nacht gemacht, Zeit mit Gott verbracht, wie es seine Gewohnheit war, früh am Morgen aufzustehen, um stille Zeit zu haben mit Gott. Und während er dort so entlang geht, sieht er seine Jünger, mit denen war er schon in Jerusalem. Die haben schon zahlreiche Wunder gesehen, die haben schon etliche Predigten gehört, die haben schon getauft in seinem Namen. Und er steht dort am frühen Morgen, die Vögel zwitschern gerade sozusagen, nicht wahr, und wenn man sieht diesen ruhigen See, es ist noch, man kann kaum sehen, weil es noch so dämmerig ist, aber er sieht seine Jünger dort auf dem See Fische fangen. Denn wie es heißt in Matthäus 4, Vers 18: "Denn sie waren Fischer." Was meint er wohl, was ist Jesus durch den Kopf gegangen, als er dort am Ufer entlang geht, so ganz für sich alleine, und er seine Jünger sieht, die jetzt da sich abmühen und dieses Netz immer hinter sich werfen und dann wieder reinziehen und wieder enttäuscht sind und nochmal werfen. Was ist ihm wohl durch den Kopf gegangen?
[9:25] Also das kommt ein bisschen später. Also Jesus hat natürlich einen Plan mit ihm. Er möchte nicht, dass Petrus sein Leben lang auf einem Fischkutter verbringt. Also sie waren offensichtlich total erfolglos. Ellen White schreibt, an dieser Nacht war die Stimmung ziemlich gedrückt. Stellt euch vor, sie sind ja jetzt Jünger von Jesus. Sie sind zwar immer noch in ihrem Beruf, sie sind Fischer, aber sie folgen auch diesem neuen Meister nach. Sie sind gerade nach Galiläa gekommen. Warum? Weil ihre Mission in Judäa gescheitert ist. Jesus hat quasi, der ist rausgeschmissen worden aus Jerusalem, haben wir studiert, weil der Sanhedrin hat ihn, die hätten ihn am liebsten umgebracht. Johannes der Täufer, der berühmteste Prediger seiner Zeit, dem sie auch alle nachgefolgt waren, der sitzt schon im Gefängnis. Also Johannes der Täufer im Gefängnis, keiner weiß, wie lange er noch lebt. Jesus hat quasi Rede verboten in Jerusalem, ist unerwünscht, Mission in Judäa gescheitert. Die Zukunft sah nicht allzu rosig aus und jetzt auch noch fangen sie nicht mal Fische. Kennt ihr so Tage, wo alles schief läuft, wo man das Gefühl hat, jetzt klappt gar nichts mehr, jetzt kann ich nicht mal das, was mir sozusagen eigentlich, was ich wirklich kann. Ist kurios, dass genau an dem Tag, wo der Petrus vermutlich gedacht hat, jetzt klappt gar nichts mehr, dass das einer der Wendepunkte in seinem Leben war. Dass während er dort sich geärgert hat, wahrscheinlich so ein bisschen gegen den Kutter getreten hat, gesagt, Mensch, das klappt überhaupt nichts mehr. Alles geht schief, dass gleichzeitig Jesus ihn am Ufer gesehen hat und gedacht hat, dich mache ich zu einem berühmten Evangelisten, von dem man auch in 2000 Jahren Vorträge halten wird. Also wenn ihr das nächste Mal, auch die, die zuschauen, mal wieder so einen Tag habt, wo ihr denkt, heute klappt gar nichts, dann erinnert euch an Petrus. Jesus schaut ihn an und seine Kollegen und denkt sich, ich habe einen Plan mit euch.
[11:40] Sie waren Fischer von Beruf. Kennt ihr andere Menschen in der Bibel, die Gott berufen hat zu gigantischen, gewaltigen Aufgaben, die eine relativ bescheidene Ausbildung gehabt haben oder einen bescheidenen Beruf ausgeübt haben? Welche Leute fallen euch da ein, die quasi von einer relativ geringen Stellung zu einer hohen Verantwortung im Werk Gottes gerufen worden sind? David als Hirte. Elisa, der hat den Rinderpflug gezogen. Mose war zwar mal ganz oben als bei Pharao und dann ganz unten als Hirte in einem fremden Land. Hirte war so ungefähr das Niedrigste, was die Ägypter sich vorstellen konnten. Wer noch? Von Elia wissen wir, glaube ich, gar nicht so genau, was er vorgemacht hat. Amos zum Beispiel, auch ein Hirte und Maulbeer-, Feigenbaumzüchter und natürlich auch Gideon, der auch einfach nur in der Landwirtschaft tätig war, ein bisschen Ehre gedroschen hat und Gott hat ihn gerufen zum mächtigen Kämpfer. Also Gott spezialisiert sich darin, Menschen von den allergewöhnlichsten Berufen zu großen Aufgaben zu rufen und das ist also in diesem Vers ganz wichtig.
[13:14] Also ich finde das so ein schönes Bild. Jesus geht dort entlang und es, wie es hier heißt in Matthäus 4, Vers 18: "Als Jesus aber am See von Galiläa, das ist ja der See Genezareth natürlich, entlang ging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas." Er kannte sie schon, aber er sieht sie. Und es ist nicht so, dass er sagt, oh da sind die beiden, ich freue mich. Er schaut sie sich an, er denkt darüber nach, wie er sie jetzt den nächsten Schritt führen kann, von einem begeisterten Teilzeitjünger zu einem, der wirklich bereit ist, seine Lebensgrundlage aufzugeben, um im Werk Gottes die wahrscheinlich wichtigste Aufgabe zu übernehmen, die ein Mensch je getragen hat. Ellen White sagt, die Apostel wurden zur größten Aufgabe gerufen, die Menschen jemals getan haben. Auch die Aufgabe von Jesus war noch größer. Das ist schon ziemlich gewaltig. Es gibt viele gewaltige Aufgaben im Werk Gottes, aber die zwölf Apostel, das war so das Höchste, was sterbliche Menschen überhaupt machen konnten. Und Jesus geht hier an diesem Morgen am See entlang, schaut sie an, während sie sich abmühen und vielleicht sogar ein bisschen schimpfen.
[14:29] Jetzt ändert sich die Situation. Also nur Vers 18 ist sozusagen jetzt der erste Vers. Die nächsten Verse von Matthäus, Vers 19, 20, 21, die kommen später. Also zwischen Vers 18 und 19 schiebt sich jetzt sozusagen Lukas. Lukas 5, Vers 1 bis 11 und dann erst nach der Lukas-Geschichte können wir in Matthäus weitermachen, weil Matthäus quasi jetzt einen ganzen Teil der Geschichte total auslässt, weil es ihn nicht weiter interessiert. Aber Lukas berichtet uns jetzt im größeren Teil, was passiert, nachdem Jesus am Ufer entlang geht und sie anschaut. Schauen wir jetzt in Lukas 5, dort wird es jetzt richtig dramatisch. Lukas 5 und dort Vers 1: "Es begab sich aber, als die Menge sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, dass er am See Genezareth stand, also See von Galiläa. Das ist natürlich der See von Genezareth, selber See, unterschiedliche Namen. Galiläa natürlich wegen der Provinz Galiläa. Genezareth ist die griechische Übersetzung von Kinneret, das ist der hebräische Name des Sees." Was fällt euch auf an diesem Vers, den wir gerade gelesen haben? Irgendetwas, was euch auffällt. Offensichtlich ist der Tag jetzt vorgerückt, nicht wahr? Die Sonne ist voll herausgekommen, die Menschen kommen jetzt nach und nach zum Meister Jesus. Was fällt euch auf an diesem Vers? Irgendetwas, was euch auffällt?
[16:15] Ja, sie drängen sich. Ja, das müssen also viele Menschen gewesen sein. Es sind nicht nur drei oder vier, sondern das ist ein richtiger Massenauflauf. Vorbei ist es mit der stillen Zeit, die Jesus am Ufer haben konnte. Was fällt euch noch auf? Sie kamen aus einem bestimmten Grund und das ist sehr interessant. Sie kamen nicht einfach, um Wunder zu erleben, sie kamen nicht einfach nur, um einen Star zu sehen, sie kamen, um das Wort Gottes zu hören. Und jetzt halten wir mal von Anfang an hier fest, Lukas berichtet uns in kleinen Schritten, wie Jesus sozusagen den Petrus und auch die anderen Jünger überzeugt, ihr Leben ganz für die Mission zu geben. Wir müssen also, wenn wir das jetzt studieren, eine Sache im Hinterkopf haben. Sie waren schon Jünger, aber sie waren keine Vollzeit-Jünger und in Matthäus sehen wir nur, dass sie gerufen werden. Aber in Lukas sehen wir die einzelnen Schritte, die Jesus geht, die jetzt Petrus und die anderen überzeugen. Wir müssen unseren Beruf aufgeben, wir müssen Jesus 100 Prozent Vollzeit dienen.
[17:32] Der erste Schritt ist, es gibt eine Krise. Was ist die Krise? Zu viele Menschen wollen das Wort Gottes hören. Jesus schafft es fast gar nicht mehr alleine, er wird so sehr bedrängt. Die Krise ist ja eine schöne Krise, das ist ja kein Problem. Es ist schon ein Problem, aber ein positives Problem. So viele Menschen wollen das Wort Gottes hören und Jesus sagt ja später immer wieder, die Ernte ist groß, aber es fehlt an Arbeitern. Zu dem Zeitpunkt haben jetzt Petrus und Johannes und Andreas und Jakobus noch nicht so viel Sinn, zu predigen, obwohl sie schon auch getauft haben und verschiedene Dinge getan haben.
[18:16] Während Jesus dort predigt, was machen sie? Vers 2: "Und er sah zwei Schiffe am Ufer liegen, die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen die Netze." Wer war in diesen zwei Schiffen drin? Das wissen wir schon aus Matthäus. In einem Schiff waren Petrus und Andreas, die beiden Brüder und im anderen Johannes und Jakobus. Hier sind also die Jünger Jesu, die haben die ganze Nacht gearbeitet, um irgendwie Fische zu fangen. Das hat nicht funktioniert und jetzt ist Jesus am Morgen am See, er predigt, wahrscheinlich tausende Menschen drängen sich um ihn und was machen seine Jünger? Die sitzen am Boot und haben nichts weiter zu tun, als Netze zu waschen. Wenn man nicht den großen Kontext sieht, könnte man ja wiederum denken, die haben ihn noch gar nicht gekannt. Ja, so wie gesagt, wenn man das meistens so aus dem Kontext nimmt, denkt man, ah die saßen da herum und Jesus sagt, oh dich könnte ich gebrauchen, du sollst mein Jünger sein. Nein, nein, nein, nein, sie waren schon lange Jünger von Jesus, aber sie haben noch nicht die Notwendigkeit gesehen, ihren Beruf aufzugeben, um Apostel zu werden, Vollzeitjünger zu werden. Als sie vor der Wahl stehen, ihre Netze zu waschen oder Jesus beim Predigen zu helfen, gehen die Netze vor. Dass Jesus fast erdrückt wird und kaum noch treten kann, das fällt ihnen gar nicht richtig auf. So beschäftigt sind sie mit ihren Netzen. Interessant, nicht? Wie oft könnte das uns passieren, dass wir so beschäftigt sind mit unseren Netzen, dass wir gar nicht sehen, dass woanders dringend Hilfe benötigt wird in der Verkündigung des Evangeliums.
[20:16] Naja, wovon haben sie die Netze wohl gewaschen? Fische waren ja keine drin, oder? Wovon wäscht man so als Fischer die Netze? So kleine Steine, Sand, nicht wahr? Unrat, nicht wahr? Genau. Wahrscheinlich ziemlich anstrengende Arbeit, wenn man so ein großes Netz hat und überall Seealgen und das alles rausfetzeln soll. Naja, schauen wir mal ein bisschen weiter.
[20:46] Vers 3: "Da stieg er, Jesus, in eines der Schiffe, das Simon gehörte und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren und er setzte sich und lehrte die Volksmenge vom Schiff aus." Wer ergreift die Initiative? Wer ergreift die Initiative? Jesus. Es ist nicht Petrus, der sagt, oh Jesus, kann ich dir helfen? Jesus sagt, du, weißt du, zur Verkündigung des Evangeliums bräuchte ich etwas und zwar dein Boot. Jetzt für einen Fischer, was ist ein Boot für einen Fischer? Das ist die Existenzgrundlage. Hast du als Fischer kein Boot, kannst du nicht fischen. Ja, das heißt, Jesus sagt mit anderen Worten: Denkt mal drüber nach, zumindest für einen kurzen Zeitraum, kannst du mir bitte deine Existenzgrundlage geben, damit ich sie verwenden kann für die Verkündigung des Evangeliums. Natürlich sollte Petrus hier ihm nicht das Boot vermachen für immer, aber es war so wieder so ein erster, nächster Schritt, um dem Petrus langsam darauf vorzubereiten, seinen Beruf, symbolisch das Boot, Jesus buchstäblich zu übergeben. Jesus fragt: Kann ich dein Boot benutzen? Und Petrus hat nichts dagegen und sie setzt. Interessant, habt ihr es gemerkt, was hat Jesus gemacht, als er sich, als er lehren wollte? Er setzte sich, haben wir gelernt. Alle Bilder, die ihr so kennt oder viele Bilder sind alle falsch, wo er da steht und lehrt, er setzte sich, so wie damals, wenige Tage wahrscheinlich vorher an dem Sabbat in Nazareth. Interessant, die unterschiedlichen Reaktionen, in Nazareth hätten sie ihn dann beinahe getötet, hier jetzt am See Genezareth, da sitzt er und tausende hören ihm zu.
[23:03] Ellen White beschreibt das so schön, müssen wir nachlesen im Leben Jesu, wie sie die ganze Landschaft beschreibt, den Sonnenstrahl und die Hügel und das Vögelgezwitscher, wie er all das benutzt hat in seiner Predigt und dann sagt sie, dass diese Worte ein Echo fanden von einer Generation zur nächsten Generation, aber was mir am besten gefällt ist, sie sagt, die Engel haben gestaunt, dass ihr König, der König des Universums, der durch sein Wort die Milchstraße ans Universum geworfen hat, dass der jetzt auf diesem wackeligen Kutter steht, von den Wellen hin und her geworfen, wahrscheinlich sich ein bisschen abstützen muss, wenn da mal so eine größere Welle kommt und jetzt schaukelnd, hin und her schaukelnd, in einem einfachen Gewand, diesen Dorfies, diesen einfachen, simplen Menschen aus Galiläa das Evangelium erklärt. Da haben die Engel gestaunt, sagt sie. Das war eine Szene, die hat die Engel gerührt, der große König des Himmels steht oder sitzt auf einem Kutter, bisschen wackelig und predigt diesen einfachen Galiläern das Evangelium und die sind begeistert. Ganz interessante Szene.
[24:23] Naja, übrigens heißt es hier, im Griechischen: "er setzte sich und lehrte sie weiter." Mit anderen Worten, er hatte eigentlich schon längst angefangen zu predigen, war schon Predigten gehalten am Ufer, aber es wurde dann immer schwerer zu verstehen und deswegen hat er das dann fortgeführt.
[24:41] Jetzt schauen wir mal Vers 4: "Als er aber zu reden aufgehört hatte." Man hat ja manchmal den Eindruck, dass Jesus gepredigt hat, von frühmorgens bis spätabends ohne Luft zu holen. Das stimmt nicht. Jesus wusste auch, weil eine Predigt zu Ende war. Er hat aufgehört zu predigen. Wichtiger Punkt. Aufgehört zu predigen, als er zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: "Fahre hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze zu einem Fang hinunter."
[25:17] Jetzt gibt es mehrere Dinge, die interessant sind an diesem Vers. Fällt euch irgendwas auf, wenn ihr den lest? Das lernt ihr im nächsten Vers, du hast recht, aber das kommt noch in Vers 5.
[26:03] Okay, also Jesus kommt mit. Jesus schickt ihn nicht einfach weg, sondern Jesus ist ja noch mit im Boot. Könnte man schlussfolgern. Noch was, was sich auffällt?
[26:28] Okay, ja, also sehr unwahrscheinlich, was zu finden. Erstens, es ist Tag und zweitens, es ist tief. Warum ist es eigentlich am Tag so unwahrscheinlich, Fische zu fangen? Genau, die Fische sind zwar nicht die klügsten Tiere der Welt, aber sie sind nicht blind. Der See ist ein relativ klarer See, man sieht die Netze dann zu gut. Und das ist ja noch heute, viele Küstenfischer fahren nachts aus, weil man einfach nachts besser fischen kann. Also was fällt euch auf jetzt?
[27:20] Was macht Jesus hier? Denkt daran, er tut es nicht zufällig, ihm fallen nicht einfach so Sätze ein, sondern von dem Zeitpunkt, wo er dort frühmorgens am See Genezareth entlang ging und sich Fischen sehen, hat er hier einen Plan gefasst und Schritt für Schritt setzt er diesen Plan um. Was tut er mit diesen Worten eigentlich? Warum sagt er das? Was ist sein Ziel?
[27:50] Okay, also wenn, das ist ein interessanter Gedanke, wenn wir Gott etwas geben sollen, werden wir immer gesegnet. Gott lässt sich nichts schenken. Er segnet uns immer übermäßig.
[28:19] Also wir haben festgestellt, nachdem der Petrus und die anderen Jünger noch nicht so wirklich die Notwendigkeit gesehen haben, vielleicht mal die Netze beiseite zu lassen, um ihrem Meister zu helfen, hat Jesus sie freundlich darauf hingewiesen: "Kann ich mal euer Boot haben?" Jetzt geht er einen Schritt weiter, jetzt mischt er sich direkt in ihr Berufsleben ein. Bis dahin war er ihr religiöser Führer. Er hat ihnen gesagt, wie man den Sabbat hält, er hat ihnen gesagt, was der Unterschied zwischen der biblischen Prophetie und den pharisäischen Auslegungen ist, er hat ihnen gesagt, wie die richtige Taufe funktioniert. Sie waren religiös, war er Führer, aber in ihrem alltäglichen Leben als Fischer waren sie die Chefs und jetzt mischt er sich ein und sagt: "Pass auf, ich bin nicht nur euer Rabbi, ich habe euch auch was zu sagen, wenn es um euren normalen Beruf geht. Bin ich auch dort euer Meister?" Weil wenn sie gesagt haben, das machen wir nicht, wir machen so, wie wir denken, dann hätte er sie nie berufen können. Nur wer bereit ist, dass Gott auch in seinem alltäglichen Beruf der Chef ist, den kann Gott einmal vielleicht sogar rufen, den alltäglichen Beruf aufzugeben. Also ein wichtiger nächster Schritt.
[29:35] Kommt noch im nächsten Vers, genau. Bleiben wir doch ganz kurz im Vers.
[29:48] Ja, kommt doch, kommt wirklich gleich, wir kommen jetzt zum nächsten Vers. Schau mal, lassen Sie erst noch Vers 4 bleiben, damit wir Schritt für Schritt gehen. Wir bleiben erst noch bei Vers 4, ja. Noch etwas, was euch auffällt, Vers 4. Okay, lasst eure Netze hinunter, ja. Schaut mir die ganzen Worte von Jesus an. "Fahre hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze zu einem Fang hinunter." Fällt euch was auf? Er sagt nicht, fahrt hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze, er sagt: "Fahre hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze." Echt? Und werft. Ja, natürlich habe ich recht.
[30:41] Der erste Teilsatz ist Singular. An wen ist er wohl gerichtet? An Simon. Aber der zweite Teilsatz ist Plural und richtet sich an alle Bootsinsassen. Mit anderen Worten, er sagt nicht: "Ihr alle fahrt mal hinaus und werft die", er sagt zu Petrus: "Fahre du hinaus und ihr alle werft die Netze raus." Was können wir daraus schlussfolgern? Wenn er nur zu Petrus sagt: "Fahre du hinaus und ihr alle anderen, ihr werft dann die Netze aus." Einfache, simple Schlussfolgerung. Simon war der Steuermann, oder? Simon war der Käpt'n von dem Boot. Er sagt zu Simon: "Fahre du das Boot hinaus und alle anderen, die drin sind, dann werfen wir alle gemeinsam das Netz aus." Simon war offensichtlich schon als Fischer eine Führungsfigur. Er war der Käpt'n sozusagen von diesem kleinen Kutter. Und das finde ich interessant, weil wenn Simon sich geweigert hätte, dann hätten die anderen gar nicht erst das auswerfen können, weil sie wären gar nicht dahin gekommen. Simon hat das Boot gesteuert und dann ruft er dann zur ganzen Besatzung: "Lasst eure Netze zum Fang hinunter." Wir werden das später sehen. Der Simon hat auch innerhalb der Apostel immer auch eine besondere Rolle gehabt, eine leitende Rolle. Das zeichnet sich schon hier ab. Jesus wusste, wen er beruft.
[32:13] Jetzt schaut man Vers 5. Jetzt kommt der Vers. "Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister." Interessanterweise sagt er nicht hier Rabbi, der Lukas verwendet niemals das Wort Rabbi, sondern immer andere Worte wie Meister zum Beispiel. Johannes sagt oft auch Rabbi, aber hier bei Lukas steht Meister. "Wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet. Und im Griechischen ist da eigentlich diese Idee von Erschöpfung mit drin. Wir sind total fix und fertig, weil Fischerei ist ein echter Knochenjob. Da muss man heben. Wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen. Wir sind wirklich am Ende." Und dann kommt dieses große Aber. Das ist eines der größten Abers in der Geschichte von Simon Petrus. Aber. Worauf basiert jetzt dieses Aber? Vertrauen. Und er vertraut aber nicht aufgrund von, weil du hast schon früher Wunder getan, sondern aber auf dein Wort.
[33:17] Die Menge kommt, um was zu hören? Gottes Wort zu hören. Es sind so viele, dass Jesus kaum hinterherkommt. Er braucht Mitarbeiter. Und hier zeigt sich, dass Petrus der richtige Mitarbeiter ist. Er ist bereit, auf das Wort Gottes hin Dinge zu tun, die offensichtlich menschlich gesehen unsinnig sind. Da braucht man echtes Vertrauen. Wenn das Wort Gottes uns Dinge sagt, die sowieso einsichtig sind, wenn das Wort Gottes uns sagt, dass wir genügend schlafen sollen und kein Alkohol trinken und kein Schweinefleisch trinken, dann erfordert das ja nicht mehr viel Glauben. Das ist eigentlich fast schon logisch, wenn man sich die Fakten anschaut. Aber dem Wort Gottes zu folgen, wenn das gegen den gewöhnlichen Sinn geht, wenn das gegen die Erfahrung geht, wenn das Wort Gottes plötzlich mehr gelten soll als meine Berufserfahrung, wenn das Wort Gottes plötzlich mehr gelten soll als anerkannte Wissenschaft, die alle glauben, dann zeigt sich, wie stark der Glaube ist, wie sehr man auf dem Wort Gottes basiert. Und ich glaube, dass hier ein entscheidender Moment ist, von dem wir lernen müssen. Man kann nur dann echter Jünger Jesu sein, wenn man bereit ist, dass das Wort Gottes nicht nur in der Gemeinde gilt, sondern auch im Berufsleben. Wenn das Wort Gottes nicht nur am Sabbat gilt, sondern auch am Dienstagabend, wenn ich meine Sachen mache, wenn wirklich auch in den nicht religiösen Aspekten sozusagen unseres Lebens wir sagen können: "Auf dein Wort hin werde ich das tun, was andere vielleicht für unsinnig halten." Auf dein Wort hin, das ist das Fundament.
[35:05] Was sagt, es war die Liebe zu Jesus, die sie motiviert hat. Auch das ein Beweis dafür, dass sie ihn hier nicht haben kennenlernen können, nicht wahr, sondern dass sie ihn schon kannten. Ansonsten hätten sie Jesus so etwas nicht von ihnen verlangt. Und jetzt testet er sie und der Test wird bestanden. Und ihr wisst ja, das ist dieser Glaube, den Jesus sucht, das haben wir in allen den Folgen immer wieder gesehen. Jesus wollte keinen Glauben, der auf Zeichen basiert, er wollte einen Glauben, der auf dem Wort Gottes basiert. Und nur diesem Glauben, der kann helfen.
[35:48] Und als sie das getan hatten, also sie lassen jetzt, nicht wahr, diese Netze runter, heißt es, fingen sie eine große Menge Fische und ihr Netz begann zu reißen. Also das ist schon interessant, oder? Du hast vorhin schon gesagt, Gott segnet, wenn wir uns ihm übergeben. Und ich habe die Erfahrung gemacht, je größer das Opfer, je größer die Entscheidung für ihn ist, desto stärker der Segen auch. Den größten Segen hat Abraham wahrscheinlich bekommen, als er bereit war, Isaak auf den Altar zu legen. Da hat er das Evangelium verstanden. Und in diesem Segen sind alle Völker gesegnet worden. Wenn wir bereit sind, große Schritte vor Gott zu gehen, wenn wir bereit sind, wirklich, ja, in Anführungszeichen Haarsträubendes zu tun, weil Gottes Wort es sagt, dann kann er uns besonders segnen. Und ihr wisst ja, Jesus will sie zu Menschenfischern machen. Er will ihnen zeigen, die Aufgabe, die ich euch gebe, wird gegen Vernunft sein. Als Missionar für Jesus zu wirken, hat man noch mit viel größeren Schwierigkeiten zu kämpfen, als tagsüber zu fischen. Und trotzdem verspricht Gott durch dieses Gleichnis, dass wenn sie ihm folgen, wenn sie auf sein Wort bauen, dann werden sie eine reiche Ernte haben, so reich, dass die Gemeindeplätze in der Gemeinde nicht ausreichen. Die Gemeinden werden brechen, das ist auch so zu sagen. Und na ja, ihre Netze begannen zu reißen.
[37:36] Und dann heißt es hier, lass uns doch ganz kurz einen Vers anschauen, bevor wir zu Ende lesen. Erste Korinther 15 und dort Vers 58. Erste Korinther 15, Vers 58: "Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn." Ich glaube, das ist eine ganz entscheidende Zusage. Wenn wir für Gott wirken, ist unsere Arbeit nie umsonst. Es gibt nicht einen Menschen, der für Gott gewirkt hat, der im Himmel feststellen muss, dass niemand durch sein Wirken zu Gott gefunden hat. Selbst der Noah, der hat zwar zu seiner Zeit niemand gesehen, aber wie viele Millionen Menschen später sind zu Gott gekommen, weil sie die Geschichte von Noah gehört haben. Niemand von uns arbeitet vergeblich, wenn er auf das Wort Gottes hinausfährt. Und ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt, dass wenn wir in den Situationen sind, wo Gott uns vielleicht auffordert, etwas zu tun, was ungewöhnlich ist, wo Gott uns unseren Glauben testet, dass wir uns daran erinnern, er wird uns immer reichlich segnen, mehr als wir es fast fassen können. Gott kleckert nicht, wenn er segnet.
[39:05] Und jetzt noch ganz kurz zu Vers 7, Lukas 5 und dort Vers 7. "Die waren so beschäftigt, sie winken jetzt, sie geben so Handzeichen zum anderen Boot, da winken sie den Gefährten, die im anderen Schiff waren, dass sie kommen und ihnen helfen sollten. Und sie kamen und füllten beide Schiffe." Warum sind die wohl gekommen, die anderen? Ja, die haben es gesehen, die haben sich gefreut, waren natürlich gut befreundet. Wusstet ihr, dass es nach dem jüdischen Gesetz sogar Pflicht war, zu kommen, selbst wenn sie verfeindet gewesen wären. Es gibt in der Bibel ein Gebot, das einen gläubigen Menschen verpflichtet, Hilfe zu leisten in solchen Fällen. Kennt ihr das? Da geht es zwar nicht um sinkende Boote vor Fische, aber eine ganz ähnliche Sache. Schau mal in 2. Mose 23 und als gläubige Juden werden sie das gut gekannt haben. 2. Mose 23, ganz interessantes kleines Gebot hier. 2. Mose 23, Vers 5. Da geht es zwar um andere Tiere, aber das Prinzip ist natürlich dasselbe. 2. Mose 23, Vers 5: "Siehst du den Esel deines Feindes unter seiner Last erliegen? Könntest du es unterlassen, ihm zu helfen? Du sollst ihm samt jenem unbedingt aufhelfen." Also selbst wenn man einen Feind hat und der bleibt mit seinem Auto liegen, ist unsere Pflicht, ihm zu helfen. Das ist sozusagen die Idee hier. Und umso mehr natürlich, weil das andere Boot befreundet war mit ihm. So kamen sie natürlich selbstverständlich und halfen. Und selbst dann noch, dieser Fang war nicht nur mehr als genug für ein Boot, er war eigentlich mehr als genug für zwei Boote. Es war wohl der größte Fang ihres Lebens. Und dann die kuriose Sache natürlich ist auch ihr letzter Fang.
[41:11] Und da kommen wir nächste Woche dann dazu, wie dann Jesus sie tatsächlich beruft. Aber halten wir fest für heute. Jesus ist nicht einfach, wie das oft behauptet wird, so am See entlang gegangen und hat gesagt: "Ich brauche noch einen Nachfolger. Wollt ihr nicht kommen?" Quatsch. Er hat sie anderthalb Jahre mit sich mitlaufen lassen und dann hat er sie just an einem Tag, wo sie relativ verzweifelt waren, wo sie gedacht haben, alles geht schief, nicht wahr? Johannes der Täufer gefangen, Mission in Judäa erfolglos, nicht mal Fische fangen wir mehr. In so einer Situation, wo sie wirklich emotional niedergeschlagen waren, hat Jesus sie angeschaut und gesagt: "Heute berufe ich euch." Und dann hat er sie Schritt für Schritt darauf vorbereitet, hat sich erst ihr Boot ausgeliehen, hat dann getestet, ob er in ihren Berufsleben eingreifen darf, ob sie dazu bereit sind. Er wollte sie nicht zwingen, er wollte nicht sagen: "Verlass deinen Beruf." Er hat erst getestet: "Seid ihr bereit, dass ich in eurem Berufsleben die Kontrolle haben darf? Fahr hinaus." Und dann hat er ihnen gezeigt, wie sehr er segnen kann, dass sie sich keine Gedanken machen brauchen. Und erst als Jesus sie so Schritt für Schritt geführt hat, nachdem sie alles wissen, was man wissen muss, dann wird er sie fragen: "Kommt mir nach." Und das zeigt seine Liebe, dass er nicht einfach willkürlich jemanden ruft und sagt: "Jetzt komm", sondern diesen Menschen Schritt für Schritt durch die Umstände vorbereitet. Dass Petrus merkt, oh, das Boot ist für Jesus, meine Zeit als Fischer ist für Jesus und selbst wenn ich denke, es klappt nicht, Jesus kann mir immer den Erfolg geben, den ich brauche. Und mit diesen Lektionen konnte er ganz anders reagieren. Das werden wir dann das nächste Mal anschauen.
[43:03] Wollen wir für heute festhalten, selbst wenn Gott uns persönlich vielleicht nicht gerufen hat, in die Vollzeitmission, er hat für jeden von uns einen persönlichen Plan und er wird uns diesen Plan nicht von heute auf morgen überstülpen, sondern uns Schritt für Schritt darauf vorbereiten, so wie Jesus auch die Jünger Schritt für Schritt auf ihre Aufgabe vorbereitet hat. Und das gilt es auch, wenn wir mit anderen Geschwistern zu tun haben, wenn wir vielleicht sehen, dieser Mensch könnte diese Aufgabe übernehmen, dieser Bruder, diese Schwester, statt ihnen einfach was aufzudrücken, sie Schritt für Schritt vorzubereiten. Das können wir von Jesus lernen.
[43:43] Wollen wir noch gemeinsam beten? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir erneut so viel von Jesus lernen können, dass er uns in allen Dingen ein Vorbild ist und dass wir von ihm lernen können, wie man Menschen Schritt für Schritt auf viel größere Aufgaben vorbereitet, die sie gar nicht erwartet haben. Lass uns von ihm lernen und wenn er uns ruft, lass uns so wie Petrus gegen das, was Tradition und Vernunft vielleicht sagen, auf diesem Prinzip bauen, auf dein Wort hin. Lass uns eine enge Beziehung zu dir haben, dass wir klar unterscheiden können, was dein Wort ist und dass wir da ein echtes Vertrauen haben, dass wir auf dein Wort bauen und das tun, was du uns gebietest, koste es, was es wolle und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass du uns dann überreich segnen wirst. Im Namen Jesu, Amen.
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