[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de zur Folge Nummer 58 und einer weiteren Geschichte über Jesus, von der wir einiges heute lernen können. Und bevor wir damit anfangen, wollen wir nach guter Gewohnheit ein Gebet sprechen und ich lade euch ein dazu, niederzuknien.
[0:55] Lieber Vater im Himmel, wir kommen mit dankbarem Herzen zu dir in dem Bewusstsein, dass du uns segnen möchtest, dass du durch dein Wort uns etwas mitteilen möchtest, was wir dringend brauchen. So möchten wir dich bitten, dass dein Heiliger Geist ausgegossen wird durch das, was wir lesen und studieren werden, dass wir durchdenken werden, dass wir dich besser kennenlernen, dass wir deinen Charakter besser einschätzen können und dass wir durch das Betrachten von dem, was du getan hast, immer mehr so werden wie du. So möchten wir dich bitten, dass du dein Wort seine Kraft entfaltet und dass wir Freude haben beim Studieren. Im Namen Jesu, Amen.
[1:47] Die Geschichte, die wir heute anschauen wollen, ist die Geschichte, die quasi chronologisch wahrscheinlich auf die Benennung der ersten oder die Berufung der ersten Vollzeitmissionare folgt. Wir haben das letzte Mal gesehen, wie Jesus nach diesem großen Fischfang einige der Jünger in den Vollzeitdienst gerufen hat, den Petrus, den Jakobus und den Andreas und den Johannes. Und quasi das Nächste, von dem uns berichtet wird, was die jetzt erleben mit Jesus, ist eine Geschichte, die in zwei Evangelien berichtet wird. Der Hauptbericht, auf den wir uns stützen wollen heute, ist in Markus 1 und dort Vers 21 bis 28. Und ihr könnt am besten dann irgendwie so ein Band reintun, weil wir werden das immer vergleichen mit dem Parallelbericht in Lukas 4 und dort Vers 31 bis 37. In Lukas 4 Vers 31 bis 37. Das sind die beiden Berichte.
[3:10] Fangen wir mal an in Markus Kapitel 1 und dort Vers 21. Markus 1 und dort Vers 21. Das ist jetzt also direkt, wenn ihr die Verse vorher anschaut, nach der Berufung der ersten Jünger. Vers 21: "Und sie begaben sich nach Kapernaum und er ging am Sabbat sogleich in die Synagoge und lehrte." Also Jesus nimmt die Jünger, die er da am Ufer jetzt in den Vollzeitdienst genommen hat und er geht wieder nach Kapernaum. Wir haben schon gelernt, dass Kapernaum jetzt sein Hauptsitz war, von dem er aus gewirkt hat. Und wiederum geht er am Sabbat in die Synagoge. Wo hatten wir das gerade vor kurzem erst gelesen? Jesus am Sabbat in der Synagoge, gar nicht viele Wochen zurück. Welche Geschichte? Jesus am Sabbat in der Synagoge, ist nicht so lange her. Haben wir vor? In Nazareth, genau. Das ist quasi wahrscheinlich vielleicht sogar der letzte Sabbat davor gewesen oder in kurzer Abfolge. Aber diesmal ist er nicht in Nazareth, er ist in Kapernaum. Es ist also vielleicht ganz interessant, dass wir im Hinterkopf behalten, wie das war in Nazareth. Jesus ging nach Nazareth in die Synagoge am Sabbat, um zu lernen und jetzt geht er nach Kapernaum am Sabbat in die Synagoge, um zu lernen, zu lehren.
[4:39] Wenn ihr Lukas aufschlagt, in Lukas 4, da ist das sogar direkt nebeneinander gesetzt, die Geschichte von Nazareth und die Geschichte, die wir jetzt anschauen wollen. In Lukas 4, da kommt erst ab Vers 16 die Geschichte der Synagoge in Nazareth und dann direkt im Anschluss die Geschichte mit dem Mann, mit dem wir jetzt sprechen werden. Das heißt, der Lukas stellt diese beiden Geschichten bewusst als Kontrast dar und dann die Berufung der Jünger zeigt er dann später. Also haltet das mal im Hinterkopf, die Geschichte, die wir jetzt lesen und studieren wollen, ist bewusst im Kontrast zu der Geschichte von Jesus in Nazareth. Wir hatten ja gesehen, Jesus war nach Nazareth gekommen, hat dort gelehrt, die Leute waren erst begeistert und dann wollten sie ihn von der Klippe stürzen, haben ihn abgelehnt. Mit dem Bewusstsein lesen wir hier auch in Vers 31: "Und er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa und lehrte sie am Sabbat." Wenn ihr die Elberfelder habt, dann steht er an den Sabbaten. Das ist tatsächlich dort plural, meint aber Singular, das kommt öfter mal vor, dass in der Bibel Sabbate sozusagen als genereller Begriff verwendet wird, zum Beispiel auch in Lukas 4 Vers 16, wo es auch heißt, dass er am Sabbattag dort hinging und wir wissen bei Lukas 4 Vers 16 in Nazareth, das war ein einzelner Sabbat, das waren nicht viele Sabbate. Also ist die Übersetzung von Luther und Schlachter mit Sabbat etwas genauer, das nur vielleicht, falls ihr euch wundert.
[6:17] Und er lehrte sie. Das griechische Wort für lehren heißt hier kontinuierlich lernen, also er ist nicht nur mal kurz aufgestanden, hat was vorgelesen, er hat hier am Stück gelehrt, sehr ausführlich gepredigt und gesprochen und das hat seinen Effekt gehabt. Schaut mal in Markus, zurück in Markus 1 und dort Vers 22. Jesus lehrt, Jesus predigt am Sabbat und seine Sabbatpredigt geht, wie gesagt, nicht nur 20 Minuten, die geht und geht und geht und geht. Kommt von einem Thema zum nächsten und schaut mal, was das Resultat ist in Vers 22. "Und sie taten was? Erstaunten über seine Lehre." Weiß nicht, wann wart ihr das letzte Mal im Gottesdienst, habt eine Sabbatpredigt gehört und ihr seid danach raus und habt gesagt, wow. Ja, man sitzt ja meistens drin und sagt, ja, das war gut, das war richtig oder das war nicht so richtig, ja, so gut, war interessant. Die waren erstaunt, die waren außer sich und zwar nicht über seine Rhetorik, nicht über seine Illustrationen und nicht über irgendwelche Anspiele, die er gemacht hat, sie waren erstaunt über seine Lehre.
[7:39] Heutzutage gibt es ja in der Christenheit immer so ein bisschen diese Idee, dass die Lehre so trocken wäre und es kommt auf die Beziehung zu Jesus an und die Lehre ist zwar auch wichtig, aber die Lehre ist irgendwie so ein bisschen so theoretisch. Aber Jesus hat so gelehrt, dass die Leute erstaunt waren und schaut mal, wie das genau beschrieben wird. Sie erstaunten über seine Lehre, denn er lehrte sie, ja, woran lag es? Wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten. Also halten wir mal fest, es gibt zwei Arten zu lehren. Es gibt die Art von Jesus und es gibt die Art der Schriftgelehrten. Nun, beide kannten sich aus der Bibel, oder? Die Schriftgelehrten haben keine Predigten gehalten, die ohne Bibel waren. Wir hören ja heute manchmal, also hier jetzt nicht so sehr, aber es gibt ja manchmal so Orte, wo auch in unserem geliebten Adventvolk manchmal so Predigten mit relativ wenig Bibel gehalten werden, wo so allgemeine Geschichten, ich weiß nicht was. Aber das war bei den Pharisäern manchmal der Fall, die haben tatsächlich Bibelfers an Bibelfers gereiht.
[8:53] Trotzdem war da ein Unterschied. Wisst ihr vielleicht zufällig aus dem Kopf, oder was ihr bei Ellen White gelesen habt, oder auch aus der Bibel, wie könnte man die Lehre der Schriftgelehrten denn charakterisieren? Wie haben die denn gelehrt? Den Vergleich zu Jesus schaffen. Wie stellt euch das vor, wenn so ein Schriftgelehrter gepredigt hat, wie muss man sich so eine Predigt vorstellen? Wie haben die gepredigt? Fachwörter, das könnte sein, kompliziert vielleicht, damit das dumme Volk es gar nicht versteht. Hochmütig, mit so einem gewissen, wir wissen es und Attitüde. Was noch? Wie stellt euch so eine Predigt von so Schriftgelehrten vor? Sie waren sehr belesen, ja, da werden wahrscheinlich viel zitiert worden sein. Ja, sie haben wahrscheinlich viele Regeln dann aufgestellt, das darf man nicht und das darf man nicht. Wahrscheinlich haben sie auch viele Bibelverse zitiert. Ja, da gab es keinen, das war alles theoretisch, da gab es keinen Bezug zum praktischen Leben. Obwohl, naja, es war dann manchmal schon sehr praktisch, das darf ich nicht, das darf ich nicht, das darf ich nicht, das darf ich nicht. Ja, also sie haben, da gibt es dieses Beispiel, wo es heißt, nicht wahr, dass sie neue Regeln aufgestellt haben, um quasi ihre eigene Praxis zu rechtfertigen, aber in Wirklichkeit damit das Gesetz Gottes aufgehoben haben.
[10:40] Ellen White sagt etwas Interessantes über die Lehre der Schriftgelehrten. Sie sagt, ihre Lehre war kalt und formal und dann sagt sie etwas, das hat mich aufhorchen lassen. Sie hat gesagt, sie sagt, sie haben gelehrt auf eine Art und Weise, die Leute verwirrt hat. Man hat nämlich gesagt, dieser Vers hier bedeutet das und das, er könnte aber auch das und das bedeuten. Rabbi X sagt, er bedeutet das und das und das und Rabbi Y sagt, er bedeutet das und das und das und die alten Rabbis vor 300 Jahren haben das in dem Kommentar, aber Rabbi Z kommentiert dazu das. Ja, die wussten halt quasi die gesamte Auslegungsgeschichte, haben das dem Volk quasi gezeigt, das wissen wir alles, das Volk wusste aber am Ende gar nicht, was jetzt eigentlich Sache ist. Also mit anderen Worten, die Rabbis haben ein bisschen so gelehrt, wie viele Theologen heute, die quasi sehr viel wissen mit dem Text. Der hat das gesagt, der hat das gesagt, der hat das kommentiert, über den kommentiert, über den kommentiert. Der Vers könnte das bedeuten, aber es könnte auch das bedeuten, eigentlich wissen wir es nicht. So ein bisschen philosophisch, genau, von allen Seiten beleuchtet, ohne irgendeinen definitiven Schluss. Man hat am Ende 1000 Fragezeichen und keine Antwort. Deswegen sagt er, also die kannten zwar die Bibel, aber sie haben keine klare Botschaft abgeleitet daraus.
[11:54] Das war offensichtlich das, was Jesus getan hatte, denn es heißt hier, er lehrte wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. Die Schriftgelehrten haben offensichtlich viel gewusst, ihr Wissen zur Schau gestellt, aber man konnte damit nach einer Predigt nicht sagen, okay, das soll ich jetzt machen. Nach einer Predigt von Jesus wusste man, so spricht der Herr. Das war dann meistens eher klar, simpel, geradeaus. Ja, das stimmt, Ellen White sagt sogar, er hat vom Herzen gesprochen, zu den Herzen. Ja, also nicht nur intellektuell sich was zusammengebastelt, sondern das spudelte so förmlich aus ihm heraus. Er hat quasi die Sprache der Menschen auch gesprochen und er hat offensichtlich das Wort Gottes nicht einfach nur als Grundlage einer Diskussion verstanden, sondern er hat etwas im Wort Gottes gesehen, was die Schriftgelehrten nicht gesehen hatten. Die Schriftgelehrten hatten nur gesehen, das ist unser Regelbuch. Wir müssen jetzt feststellen, der sagt die Regel gilt und der sagt die Regel gilt, aber Jesus hat eine Kraft im Wort gesehen und die wird im Alten Testament der Menschen beschrieben.
[13:07] Schaut mal Jeremia 23, Jeremia 23 und dort Vers 29, ein toller Vers, der so ein bisschen beschreibt vermutlich, wie die, wie die Menschen sich am Sabbat dort in Kapernaum gefühlt haben mögen. Jeremia 23 und dort Vers 29, da sagt Gott: "Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?" Also ich stelle mir vor, wenn Jesus gepredigt hat, dann war das genau so. Das war das Wort, also jetzt nicht um Leute zu erschlagen, es war wie ein Hammer, der den Felsen von Zweifel und von Unklarheit und von Rebellion zerschlagen hat. Die Leute haben gesagt, wow, das ist eigentlich so einfach, so klar, warum tun wir es nicht? Da war enorm viel Kraft hinter seiner Verkündigung.
[14:02] Noch ein Beispiel aus dem Neuen Testament, wo der gleiche Gedanke letztlich gesagt wird. In Hebräer 4, den kennt ihr wahrscheinlich gut, oder? Hebräer 4 und dort Vers 12, Hebräer 4, Vers 12, da geht es auch um das Wort Gottes, denn das Wort Gottes ist was? "Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnung des Herzens." Wenn man das Wort Gottes predigt, wie es eigentlich gedacht ist, dann ist es lebendig und nicht tot, dann ist es wirksam und nicht nur nebulös, dann werden die eigenen Gedanken durchbohrt und so hat Jesus gepredigt. Jesus hat nicht gesagt, naja, dieser Vers, also mein Lehrer hat das gesagt, aber sein Professor hat das gesagt und jetzt wissen wir auch nicht so genau. Er hat gesagt, so spricht der Herr, das bedeutet das. Geradeaus und ich glaube, das ist letztendlich genau die einzige Art und Weise, wie wir lehren sollen, egal ob wir eine Predigt halten, ob wir die Bibelstunde halten, das Wort Gottes einfach so, wie es dasteht, in seiner vollen Kraft mit Liebe natürlich, aber ohne menschliche Zusätze, das ist der Punkt. Das Wort Gottes nicht missbrauchen als eine Diskussionsgrundlage, wo jeder mal sich abarbeiten kann. Jesus hat direkt gepredigt.
[15:31] Die Leute waren erstaunt und Ellen White sagt sogar, Jesus hat mit den ganzen Streitfragen der Juden nichts am Hut gehabt. Ihr wisst ja, die hatten immer so, die haben sich immer über die kleinsten Kleinigkeiten streiten können, haben Symposien abgehalten, sollen wir jetzt den Kümmel verzehnten oder nicht, sollen wir das machen oder das machen, sollen wir die Schale so rum waschen oder so rum waschen und Jesus hat mit all dem erst gar nicht darauf eingegangen, hat einfach das Wort Gottes genommen, wie es steht und hat gepredigt. Naja, übrigens sagt Ellen White auch, er war sehr ernst, aber er war nicht vehement. Er war ernst, aber nicht vehement. Mit anderen Worten, er hat nicht aggressiv gepredigt. Es gibt auch so Leute, die manchmal so das Missverstehen mit der vollen Macht und einfach nur brüllen und so mit purer Gewalt den Leuten das Evangelium eindreschen wollen. Sie sagt, er war sehr ernst, so als ob er sich das also wirklich das meinte, was er sagte, aber er hat niemals sozusagen jetzt mit äußerer Gewalt den Leuten das eingehämmert. Das ist vielleicht auch mal ganz wichtig noch zu betonen.
[16:32] Einem hat das auf jeden Fall nicht gefallen, das war der Satan und deswegen hat er sich überlegt, wie kriege ich diesen Gottesdienst, diese Predigt gestört. Bei Nazareth ging das dann ganz einfach, er hat einfach bei einigen diesen Zweifel wieder aufleben lassen, den kennen wir doch, das ist doch einer von uns, der hat doch früher hier durch die Gegend gelaufen und dann hat die ganze Gemeinde abgelehnt, aber das ging in Kapernaum nicht. Und so hat er sich eine andere Methode überlegt, der Satan.
[17:04] Schaut mal in Markus 1 Vers 23. "Und es war, Markus 1, 23, und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie." Also das war jetzt die ganz brachiale Variante. Was passiert, wenn in einer Predigt plötzlich jemand anfängt loszubrüllen? Alle drehen sich um und da kann selbst Jesus vorne stehen, keiner hört mehr zu. Also ich habe in vielen Predigten das erlebt, was passiert, wenn von außen sozusagen irgendwas Unvorhergesehenes passiert. Du kannst dir die Seele aus dem Leib predigen, es kriegt im Moment keiner mit, weil alle sich umdrehen, alle sind so neugierig, wollen wissen, was ist da los. Das kann ein kleines Kind sein, das kann was draußen sein, da kann eine Tür aufgehen, was auch immer. Und das passiert meistens nach meiner Erfahrung auch an den ganz besonders sensiblen Momenten, wenn vielleicht gerade ein Aufruf kommen soll, wenn man gerade zum Höhepunkt der Predigt kommt. Der Satan, der weiß das ja meistens schon, was dann jetzt kommen wird und versucht dann irgendwie was zu machen. So auch hier, er wusste, er kann vielleicht die Leute einfach ablenken, Konfusion bringen durch diesen Dämon besessenen Mann.
[18:21] Der hatte einen unreinen Geist. Es heißt sogar hier eigentlich im griechischen Original, es war ein Mensch in einem unreinen Geist, also das heißt eigentlich quasi mit der mit der vollen Kraft eines unreinen Geistes. Und der schrieb, jetzt schaut mal, was der da schreibt, das ist wirklich interessant. In Vers 4 und sprach: "Lass ab, was haben wir mit dir zu tun? Jesus, du Nazarener, bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist, der Heilige Gottes."
[19:07] Frage, was fällt euch an diesem Vers, an diesen Worten, dieses Dämon in Menschen, durch den Menschen durchgesprochen, was fällt euch auf an dem, was er sagt? Also erstmal spricht er Dinge, die wahr sind. Er nennt Jesus den Heiligen Gottes. Das ist übrigens fast schon ein bisschen kurios. Erinnert euch daran, bei Lukas sind die beiden Geschichten von Nazareth und Kapernaum jeweils Sabbatgottesdienste direkt nebeneinander. In Nazareth steht der Heilige Gottes und die Menschen, die ihn 30 Jahre lang gesehen haben, kriegen es nicht mit. In Kapernaum steht der Heilige Gottes und sogar der Dämon kriegt es mit und sagt, du bist der Heilige Gottes. Das, was seine eigenen Nachbarn nicht gemerkt haben, hat dieser Dämon gemerkt. Und bei Kontrast sieht man, die Nazarener waren wirklich verblendet. Also das ist schon mal eine Beobachtung. Der sagt eigentlich die Wahrheit, zumindest mal von den Fakten her.
[20:07] Ja, er fühlt sich gequält durch die Gegenwart Jesu. Lass mal kurz drüber nachdenken. Kommt Jesus, um zu quälen? Wer ist denn das, der hier spricht? Ein Dämon. Lukas 4, der Parallelbericht sagt, es war ein Dämon. Also wer ist ein Dämon? Ein böser Engel und böse Engel sind gefallene Engel und gefallene Engel per Definition waren mal ungefallen, bevor sie gefallen sind. Jesus hat nicht nur den Menschen geschaffen, den er jetzt gleich heilen wird, er hatte auch den Engel geschaffen, der mit ihm spricht. Also das macht man sich vielleicht nicht so beim Lesen bewusst. Man denkt nur, das ist so ein Mini-Teufel, der spricht. Aber dieses Wesen, das durch den Menschen spricht, hat mal vor Jahrtausenden mit Jesus Arm in Arm sind die durchs Universum geflogen und hatten vollste Harmonie. Jesus hatte ihn auch geschaffen. Hier haben wir jemanden, den Jesus geschaffen hat, der zu weit gegangen ist. Und allein die Gegenwart Jesu, obwohl er noch nie mal mit ihm gesprochen hat, die Gegenwart Jesus war für ihn eine existenzielle Qual. Er hat gesagt, geh weg, lass ab. Er sagt, habt ihr gesehen, was er sagt? Was haben wir mit dir zu tun? Eigentlich wörtlich steht hier, was haben wir gemeinsam? Also eine rhetorische Frage. Ich und du oder wir und er spricht da quasi nicht nur für sich, er spricht für die Dämonen, für viele Dämonen. Wir Dämonen und du Jesus, wir haben nichts gemeinsam.
[21:54] Jetzt versteht ihr vielleicht auch ein bisschen noch genauer, warum Jesus Menschen, die die Sünde gegen den Heiligen Geist begehen, nicht in den Himmel nehmen kann. Die würden die ganze Zeit nur rumschreien im Himmel. Die würden ständig schreien, lass ab, lass ab, lass ab. Du quälst uns. Allein in der Gegenwart Jesu. Dieser Dämon kann die Gegenwart Jesu nicht ertragen, denn er weiß ja, wer ist. Er weiß, wer Jesus ist.
[22:18] Nun, hier haben wir einen interessanten, eine Illustration für das, was in Jakobus 2 Vers 9 steht. Kennt ihr das, was in Jakobus 2 steht? Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt. Tut es wohl daran. Auch die Dämonen glauben es und zittern. Darf ich dir mal eine Illustration. Die wissen, es gibt Gott. Sie wissen, Gott hat einen Heiligen. Sie kennen den Erlöser und sie zittern in der Gegenwart Gottes. Am Angst um ihre Existenz, weil sie wissen, eigentlich leben sie gerade nur. Gott hält sie am Leben, aber das ist ein anderes Thema. Lass ab.
[23:07] Jetzt, was vielleicht am faszinierendsten daran ist, ist die Formulierung der Heilige Gottes. Er sagt, ich weiß, wer du bist. Er sagt nicht Michael, er sagt nicht das Wort Gottes, er sagt nicht Jesus Christus, der Messias oder was weiß ich was. Er sagt, du bist der Heilige Gottes. Jetzt die Frage, was meint das und warum sagt er das? Kennt ihr andere Bibelstellen, wo Jesus der Heilige genannt wird? Der Heilige Gottes. Der Heilige.
[24:00] Wenn ihr nicht wisst, wo es steht, vielleicht, aber wisst ihr so ungefähr den Wortlaut oder so ungefähr. Der Name ist ein bisschen anders, genau. Wo die Idee ist, dass Jesus der Heilige ist. Ich gebe ein paar Beispiele. Schaut mal mit mir erst mal in Offenbarung 3 Vers 7. Einfach nur, dass wir das kurz nochmal hier sehen, dass das tatsächlich ein Name von Jesus ist. In Offenbarung 3 Vers 7. Offenbarung 3 Vers 7. "Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige. Der Behaftete, der den Schlüssel Davids hat und so weiter." Ja, ein Titel von Jesus ist der Heilige. Ein anderes Beispiel ist auch Lukas. Lukas 1 Vers 35. Das ist die Stelle, als der Gabriel zu Maria kommt. Vielleicht erinnert ihr euch daran. Und der Engel dann zu ihr sagt in Lukas 1 Vers 35: "Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden." Also das ist eine Idee, die in der Bibel häufiger vorkommt. Jesus ist der Heilige oder das Heilige. Aber der Dämon sagt ja nicht einmal, du bist der Heilige. Er sagt, du bist der Heilige Gottes. Noch ein bisschen spezifischer.
[25:24] Und der Dämon nimmt Bezug auf eine Stelle in den Psalmen. Das zeige ich euch jetzt. Das ist sehr interessant. Schaut mal in Psalm 16. Psalm 16 und dort Vers 10. Es ist auch auf den ersten Blick nicht so genau ersichtlich, aber wir werden es jetzt gleich erklären. Psalm 16 Vers 10: "Denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer, sagt die Schlachter, die Verwesung sieht." Hat jemand von euch eine andere Übersetzung statt Getreuer? Der Fromme sagt die Elberfelder. Und Luther sagt Heilige. Und so einige andere Übersetzungen im Englischen auch. Dass das tatsächlich der Heilige, also es ist hier dein Getreuer oder dein Fromme oder dein Heiliger. Und dass das tatsächlich so gemeint ist, wird, wenn ihr diesen Vers vergleicht mit Apostelgeschichte. Lasst mal eine Finger drin. Vielleicht erinnert ihr euch daran, der Petrus zitiert genau diesen Vers aus Psalm 16. Und zwar in Apostelgeschichte 2.
[26:47] Schaut mal in Vers 25. Apostelgeschichte 2, Vers 25. Das ist zu Pfingsten Petrus Predigt. Und er sagt: "David nämlich sagte von ihm: Ich sah den Herrn alle Zeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, dass ich nicht wanke. Darum freute sich mein Herz und meine Zunge voll Lobe. Zudem wird auch mein Fleisch auf Hoffnung ruhen, denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung sieht." Das ist quasi jetzt im Neuen Testament die Übersetzung. Dein Heiliger. Und von wem spricht denn er? Von Jesus. Der Petrus sagt dann: "Ihr wisst, David ist noch tot. Sein Graben ist noch unter uns. Er hat vorausschauend von Jesus gesprochen." Das heißt, Psalm 16, was da zitiert ist, Psalm 16, Vers 10 ist eine messianische Prophezeiung.
[27:54] Worum geht es in dieser messianischen Prophezeiung, wenn es heißt, du wirst nicht zulassen, dass dein Heiliger oder dein Fräulein die Verwesung sieht. Worum geht es in dieser messianischen Prophezeiung? Da geht es um die Totenauferstehung. Es gibt ja eine ganze Reihe von messianischen Prophezeiungen im Alten Testament, wann er geboren wird, wo er geboren wird, wie er geboren wird, wer seine Vorfahren sind und so weiter und so fort. Es gibt gar nicht so viele explizite Prophezeiungen, dass der Messias auferstehen wird. Da gibt es nur eine Handvoll. Es gibt noch eine, so ein bisschen in Hosea 6, die das andeutet. Aber das ist vielleicht die deutlichste und klarste Prophezeiung, dass der Messias im Totenreich nicht verwesen wird, sondern wieder aufstehen wird.
[28:44] Das heißt, als der Dämon Jesus in der Predigen sieht und sagt, du bist dieser heilige Gottes, die Leute kannten ja das Alte Testament, die kannten die messianischen Prophezeiungen, sagt der Dämon, du bist derjenige, der den Tod besiegt. Er identifiziert ihn quasi als die Erfüllung dieser Prophetie.
[29:10] Frage, warum, jetzt wird es interessant, warum kam denn Jesus, um zu sterben und dann wieder aufzuerstehen? Warum hat er, scheint jetzt eine sehr simple Frage zu sein, aber denken wir es mal durch, warum hat er, warum ist er gestorben und wieder auferstanden? Wegen unserer Sünden, ja. Gibt es noch einen noch direkteren Grund? Um uns zu erlösen, dasselbe, ja. Er wollte den, was hat er gemacht, indem er gestorben ist und wieder auferstanden ist? Er hat den Tod besiegt und damit natürlich die Möglichkeit geschaffen, abgeleitet davon, dass er uns vergeben kann, aber ganz basal sozusagen, ganz fundamental ist sein Tod und seine Auferstehung der Sieg über den Tod.
[30:06] Und wer hat die Macht über den Tod nach der Liebe? Schaut mal mit mir in Hebräer 2, Vers 14, Hebräer 2, Vers 14.
[30:30] Hebräer 2, Vers 14: "Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen dessenteilhaftig geworden, damit er durch den Tod den aus der Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel." Bis zum Tod von Jesus hatte der Satan die Macht des Todes, sagt die Bibel. Deswegen hat er ja auch protestiert, als Jesus den Mose auferweckt hat und Satan hat gesagt, das ist meiner, gehört mir, ich habe die Macht des Todes und Jesus hat gesagt, der Herr strafe dich, der Herr tade dich, das klären wir später, ich nehme dir erstmal mit.
[31:20] Als Jesus stirbt und wieder aufersteht und damit den Tod von innen heraus besiegt, er hat sich ja selbst auferweckt, hat er damit die Macht des Satan über den Tod gebrochen und damit die Macht des Satan gebrochen und wenn die Macht des Satan gebrochen ist, dann ist die Macht dessen gebrochen, den der Dämon als seinen Führer hat.
[31:42] Als er also sagt, du bist der Heilige Gottes, sagt er nicht einfach nur, ich weiß, du bist gut. Er sagt, ich weiß, du bist derjenige, der die Macht meines Herrn brechen wird. Du bist derjenige, von dem in der Bibel steht, dass er den Tod besiegen wird und mein Herr hat die Macht über den Tod bisher und deswegen hat er solche Angst. Er weiß, er sagt mit anderen Worten, ich weiß, du kannst nicht nur mich besiegen, du wirst den Satan selbst besiegen, meinen Herrn. Und damit steht quasi die gesamte Existenz dieser Rebellion auf dem Spiel, deswegen hat er so panische Angst.
[32:21] Also da steckt eine ganze Menge dahinter. Schauen wir noch in 1. Johannes 3, Vers 8, dass wir das noch abrunden. 1. Johannes 3, Vers 8. "Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre." Und das ist letztendlich 1. Mose 3, Vers 15. Der Same, der Frau, der Schlange den Kopf zertritt und der Dämon weiß das. Der Dämon weiß, dass wenn Jesus stirbt und aufersteht, dann ist das Gericht über den Fürst der Welt da.
[32:57] Nun, Ellen White schreibt, es war zu dem Zeitpunkt jetzt eine totale Konfusion. Gehen wir zurück zu Markus 1, Vers 25. Sie schreibt auch, wie dieser Mann Dämonen besessen worden ist. Der ist nicht so geboren, der hat so viel Freude an der Sünde gehabt, dass er mit der Sünde gespielt hat und gespielt hat und gespielt hat, bis er nicht nur ein Sklave der Sünde, sondern ein Sklave des Satan sozusagen persönlich oder des Dämonen geworden ist und sich nicht mehr unter Kontrolle haben konnte. Der ist da durch seinen Lebensstil und durch sein sündhaftes Leben, das er nicht bereuen wollte, direkt in die Dämonenbesessenheit abgerutscht. Er war so Dämonen besessen, so verloren, dass als er Jesus sieht, sagt sie, hat er Hoffnung gehabt, gerettet zu werden. Und deswegen will er sich auf Jesus zu bewegen, aber was aus seinem Mund herauskommt, sind nur die Worte des Satan.
[34:13] Das heißt, hier ist jemand, muss man ein bisschen ganz leicht provokativ zu sagen, der kann nicht mal mehr ein Absagegebet sprechen, der kann nicht mal mehr hörbar mit seinen eigenen Worten formulieren, es tut mir leid oder ich will das nicht mehr, Herr vergib mir. Denn wenn er den Mund aufmacht, kommt nur mit satanischer Stimme diese, das ist zwar die Wahrheit, was er gesagt hat, aber es war nur um zu zerstreuen und zu stören.
[34:47] So ein bisschen ähnlich, ihr kennt die Geschichte von Paulus, als der da mal durch eine griechische Stadt läuft und da eine Frau hinter ihnen herruft und sagt, diese Männer erzählen euch den Weg der Lösung durch Schreien und macht ein Theater und Paulus sagt, der Mann war so tief unten, er konnte nicht mal mehr um Hilfe bitten. Also so tief unten, glaube ich, waren wir noch nie, oder? Wir haben mal die Idee, naja, was soll ich denn sagen, wie lange muss ich beten, was ist das beste Gebet, welche Formulierung soll ich wählen, damit ich auch wirklich weiß, dass Jesus mich rettet. Der konnte nicht mal mehr reden, denn wenn er den Mund aufgemacht hat, kam nur Rebellion, Rebellion, Rebellion aus und trotzdem wollte er gerettet werden, er konnte es nicht mal mehr artikulieren.
[35:35] Und Jesus, die Jünger hätten das nicht gesehen, oder? Die Jünger hätten gesagt, der redet ja kein vernünftiges Wort, hoffnungslos, aber Jesus hat gesehen, in seinem Herzen, der will gerettet werden und Jesus braucht nicht erst ein hörbares Gebet, Jesus braucht auch nicht erst ein Absagegebet nach Schema F, damit jemand von Malkutismus frei wird. Was alles Jesus braucht, ist ein Herz, das im Herzen sagt, hilft mir, auch wenn aus dem Mund nur noch anderes rauskommt und Jesus hat ihn gerettet.
[36:11] Schaut mal, wie das jetzt geht, Vers 25. "Aber Jesus befahl ihm, also dem Dämon, und sprach: Verstumme und fahre aus vor ihm." Das Wort Verstumme ist interessant. Das Wort Verstumme bedeutet eigentlich, wenn du jemanden mundtot machst, wenn du ihm quasi, also stell dir vor, da ist jemand und er redet und redet und redet und du willst, dass er aufhört zu reden, du nimmst quasi einen Schal oder was und knebelst seinen Mund so nach dem Wort, jetzt kannst du nicht mehr reden und Jesus sagt ihm quasi, sei mundtot, ich kneble deinen Mund sozusagen. Halt den Mund, hör auf zu reden und deswegen sind da zwei Dinge, er sagt, hör auf zu reden und fahr raus. Ganz interessant.
[36:55] Interessanterweise gibt der Dämon den Kampf nicht sofort auf, schaut mal Vers 26. "Da zerrte ihn der unreine Geist hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus." Der Satan gibt den Kampf nicht ohne Widerstand auf, aber wie wir jetzt gleich sehen werden, er konnte dem Mann nichts tun, er hatte keine Macht mehr, konnte noch ein bisschen Spektakel machen, aber er konnte nichts tun.
[37:37] Schaut mal in Lukas 1, Vers 35, da wird das noch kurz kommentiert. In Lukas 1, Vers 35, da gibt es noch zwei Zusätze, die interessant sind. Das eine ist in Lukas 1, Vers 35: "Und Jesus befahl ihm und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm. Da warf ihn der Dämon mitten unter sie, also der hat ihn quasi mitten in die Gemeinde reingeworfen und fuhr aus von ihm." Und jetzt fügt der Lukas was dazu, was ihm als Arzt wahrscheinlich wichtig war, was den Markus nicht so jetzt interessiert hat, nämlich: "und tat ihm keinen Schaden." Also Lukas stellt fest quasi mit dem diagnostischen Blick, naja, der hat sich noch ein bisschen so gezuckt, er verwendet ein Wort, das man eigentlich so bei Anfällen, wenn man so irgendwie so epileptische Anfälle hat oder so, der wird noch ein bisschen hin und her geworfen, aber er tat ihm keinen Schaden. Wenn Jesus rettet, wenn Jesus, und das ist jetzt entscheidend, durch sein Wort rettet, dann macht der Satan vielleicht noch ein bisschen, also der macht dann noch ein bisschen Spektakel, aber er kann uns dann nicht mehr schaden. Da war kein Schaden mehr und das ist, glaube ich, entscheidend zu sehen, welche Macht das Wort von Jesus hat.
[39:02] Und jetzt könnt ihr euch natürlich vorstellen, was haben wohl die Leute gedacht, die da jetzt diesem Schaustell beigewohnt haben, als dieser Mann, der bis eben gerade noch mit diesem feurigen Blick und mit schaumvollem Mund da umhergeschrien hat und plötzlich steht er da mit Tränen in den Augen und weiß, was er sagt und mit Tränen erstickte Stimme sagt er, dankbar Herr, ich danke dir. Die Leute waren vollkommen baff.
[39:39] Schaut mal, wie es der Markus ausdrückt, in Markus 1 und dort Vers 27. Markus 1 und dort Vers 27: "Und sie erstaunten alle." Wo hatten wir das schon mal gelesen mit erstaunen? Bei der Lehre, das ist interessant, oder? In Vers 22 heißt es, sie erstaunten über seine Lehre und in Vers 27 heißt es, sie erstaunten alle als über diese Heilung. Mit anderen Worten, die kraftvolle Predigt des Wortes geht einher mit der kraftvollen Wunderwirkung des Wortes. Man könnte also fast sagen, die Heilung durch das Wort war eine Illustration für die Wirkung der Lehre. So wie in diesem extremen Fall durch das Wort Jesu ein hoffnungslos verlorener Mann vollkommen gerettet wird, so ist die Lehre von Jesus. Wann immer er predigt aus dem Wort, egal ob die Leute jetzt Dämonen besessen sind oder nicht, ja oder einfach nur mit normalen gewöhnlichen Sünden zu kämpfen haben, weil keine Sünde natürlich einfach jetzt verharmlosbar ist, aber Jesus kann jeden retten, selbst wenn wir so verloren sind wie dieser Mann mit einem unreinen Geist, der das ja auch alles verschuldet hatte.
[41:09] Und sie erstaunten alle, sodass sie sich untereinander fragten und sprachen: "Was ist das? Was für eine, und jetzt Achtung, achtet darauf, was für eine neue Lehre ist das?" Also stellt euch vor, ich weiß nicht, habt ihr schon mal, also ich habe noch keine Dämonenaustreibung persönlich gesehen, stellt euch vor im nächsten Gottesdienst am Sabbat kommt so ein Dämonenbesessener rein und der Prediger, der vorhin predigt, spricht ein Wort und der Dämon fährt aus. Würden wir dann auch sagen, wow, die Lehre dieses Pastors ist wirklich interessant. Wäre wahrscheinlich eher gesagt, der hat ja Wunderkräfte, er hat die Gabe der Heilung, aber die Leute haben nicht einmal darüber, also sie haben nicht gesagt, was ist das für eine Heilungskraft, was ist das für eine Wunder wirkende Kraft, sie haben gesagt, was ist das für eine Lehre. Mit anderen Worten, den Gottesdienstbewohnern war offensichtlich, dass dieses Heilungswunder in direktem Kontakt oder in direktem Zusammenhang mit der Lehre von Jesus stand.
[42:21] Ich betone das, weil es heute so viele Christen gibt, die sehr viel Wert auf Wunder legen und wenig Wert auf die Lehre. So nach dem Motto, wenn die Dämonen alle ausgetrieben sind und die Kranken alle laufen, dann ist das ja schon Beweis genug, dass Jesus da ist. Aber wenn Jesus geheilt hat, dann haben die Leute nicht gesagt, oh ein Wunderheiler, sie haben gesagt, wow, was für eine kraftvolle Lehre. Die Wunder haben zur wahren Evangeliumsbotschaft zurückgeführt und diese illustriert und ich glaube, daran mangelt es heutzutage.
[42:53] Also mit Vollmacht gebietet er auf den unreinen Geistern und sie gehorchen ihm. Übrigens, das war ein doppelter Kontrast zu den Schriftgelehrten. Die Schriftgelehrten haben langweilig gepredigt und Dämonen haben die auch nicht ausgetrieben. Das war nicht interessant und das hat auch keine Kraft. Bei Jesus war es interessant und es hatte Kraft und zwar heilende Kraft, praktisch für das Leben, echte Veränderung und zwar radikal und das gilt, wie gesagt, das ist natürlich jetzt, natürlich hat Jesus dieses Beispiel bewusst benutzt, um zu illustrieren, wenn ich den heilen kann, wenn ich den befreien kann, kann ich alle befreien. Denn seine Mission war ja, erinnert euch, wir haben das ja lang und breit studiert in Lukas in Jesaja 61, dass er gesalbt ist, den Armen vor Botschaft zu verkündigen, die Gefangenen zu befreien, denen, die im Kerker sind, zu sagen, kommt heraus. Das hat er genau illustriert. Er hat genau das, was der Messias tun sollte, die Gefangenen befreien. Er hat das getan.
[44:04] In Lukas 4 im Parallelbericht wird auch noch mal ganz besonders betont, diese Idee von dem Wort. Schaut man Lukas 4 und dort Vers 36. Lukas 4 Vers 36: "Und einen Sätzen kam über alle und sie redeten untereinander und sprachen: Was ist das für ein Wort, das er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern gebietet und sie ausfahren?" Also hier seht ihr wieder die Bedeutung des Wortes. Übrigens, was haben die Sabbat Gottesdienstbesucher in Nazareth sich gefragt? Also die in Kapernaum fragen sich, was ist das für ein Wort, was ist das für eine Lehre? Was haben die in Nazareth gefragt? Ist das nicht der kleine Jesus, den wir kennen? Die hatten den Fokus nicht auf dem Wort, die hatten den Fokus auf quasi der menschlichen Erscheinung. Wenn man mit menschlichen Augen schaut und auf die menschliche Wirkung schaut, dann kann man Jesus nicht erkennen. Die einen fragen, ist das der Jesus, den wir kennen? Die anderen fragen, was ist das für ein Wort, was ist das für eine Lehre? Das macht den Unterschied zwischen Nazareth und Kapernaum. Deswegen konnte Kapernaum sein Zentrum seines Dienstes sein, während Nazareth er fast selten, so gut wie die besucht hat. Dabei waren die gar nicht so weit auseinander.
[45:28] Und Markus, wir können auch das hier lesen, Vers 37, in Lukas 4, Vers 37: "Und sein Ruf verbreitete sich in alle Orte der umliegenden Gegend." Das muss man ja gar nicht erst betonen, dass die Leute an dem Sabbat-Nachmittag viel zu erzählen hatten beim Potluck. Der hat einen Dämonenbesessenen geheilt, indem er gesagt hat, fahr raus mit seinem Wort.
[45:58] Ist uns das bewusst, dass dieses Wort, dass wir es in den Händen halten, dass dieselbe Kraft, die in dem Wort war, als Jesus gesagt hat, verstumme, fahre aus, dass wir diese Kraft, dass das Wort Gottes in unseren Händen ist. Als die Sabbat-Besucher an dem Sabbat in Kapernaum gesehen haben, welche Kraft im Wort ist, hat sie niemand motivieren müssen, hey, mach doch mal Mission. Das verbreitete sich von ganz alleine, weil sie die Kraft gemerkt haben. Ich glaube, das Entscheidende ist nicht, dass man lauter Missionstraining, Einsätze macht und jenes, jetzt erzählt doch mal deinem Nachbarn von Jesus, sondern dass man die Kraft des Wortes erlebt, weil wenn man wirklich erlebt, was das Wort tun kann, erzählt man automatisch, weil es zu radikal ist, es ist zu gigantisch, als dass man es für sich behalten könnte. Niemand käme auf die Idee, das hier für sich zu behalten, oder? Sie hatten Jesu und die Kraft seines Wortes in der Predigt erlebt und zwar ganz praktisch illustriert.
[47:03] An der Stelle bringen wir noch einen Bibeltext und dann haben wir es für heute und zwar Jesaja 52. Das ist vielleicht ein Beispiel für die Erfüllung einer Prophezeiung aus Jesaja 52, die ganz interessant ist. Jesaja 52 und dort Vers 13. "Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln. Er wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein." Und das war jetzt so eine Erfüllung davon. Ich war durch diese Predigt und durch dieses Heilungswunder wird sein Name bekannt. Er wird berühmt in ganz Galiläa. Das werden wir jetzt gleich dann in den nächsten Folgen sehen, wie er dann immer berühmter wird in der ganzen umliegenden Gegend. Er hat gesprochen und die Kunde, der Ruf, das Gerücht sagt es bei Lukas, bei Markus, die Kunde von ihm verbreitet sich, das Wort verbreitet sich.
[48:01] An der Stelle glaube ich, können wir für heute einen Schnitt machen und festhalten: Jesus hat Kraft und die Kraft ist in seiner Lehre. Heute gibt es viele Menschen, die Jesus von seiner Lehre trennen wollen und immer von einer persönlichen Beziehung zu Jesus sprechen, aber die Kraft in dem, was Jesus tut, ist in seiner Lehre. So lehrt es uns die Geschichte von Kapernaum. Wenn wir uns mit dem beschäftigen, was Jesus gesagt hat und das glauben und tatsächlich so es annehmen, wie Jesus gelehrt hat, nicht wie die Schriftgelehrten, das alles in Zweifel ziehen und von tausend Seiten beleuchten und der hat das und der das und jenes, sondern simpel einfach im Glauben annehmen, die Kraft des Wortes entfalten lassen, dann werden wir sehen, selbst wenn wir durch eigenes Verschulden so tief gefallen sind, dass wir nicht einmal mit eigenen Worten mündlich formulieren können, es tut mir leid, aber wir wollen gerettet werden, kann Gott uns retten. Man kann gar nicht so tief fallen, als dass Jesus einen nicht retten könnte, solange man noch will und das ist die große Lehre.
[49:07] Wollen wir noch gemeinsam Jesus danken dafür und dazu niederknien? Lieber Vater im Himmel, Dankeschön für diese Geschichte, die du hast aufschreiben lassen uns zur Ermutigung und zum Trost, wenn wir vielleicht einmal in Sünde gefallen sind und uns fragen, ob du uns noch retten kannst. Danke, dass wir sehen können, dass dein Wort so gewaltige Kraft hat und dass wir sehen können, dass die Wunder, die Jesus getan hat, in so einem engen Zusammenhang mit seiner Lehre standen. Wir sehnen uns danach, dass wir auch so gelehrt werden und wir möchten nicht bitten, lieber Herr Jesus, dass du unser Lehrer bist und dass wir an dem, was du uns beibringst, an deiner Lehre, dass wir darüber erstaunen, weil wir sehen, was es mit Menschen und mit uns tut. So möchten wir dich bitten von ganzem Herzen, dass du diese Kraft, die in deinem Wort ist, in unserem Leben zeigst, Tag für Tag aufs Neue, sodass sich die Kunde von dir in der ganzen Welt verbreitet. Im Namen Jesu, Amen.