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In dieser Predigt wird die Bedeutung der stillen Zeit mit Gott und des Gebets beleuchtet, basierend auf dem Vorbild Jesu. Es wird untersucht, wie Jesus trotz seines Erfolgs in Kapernaum weiterzog, um seinen Auftrag zu erfüllen, und welche Lehren sich daraus für die heutige Zeit ergeben. Die Predigt betont die Notwendigkeit, den eigenen Erfolg nicht über die Missionsaufgabe zu stellen und die drei Kernaktivitäten Jesu – Predigen, Lehren und Heilen – miteinander zu verbinden.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] Er hat die Nähe Gottes gesucht und es ist irgendwie merkwürdig, aber früh am Morgen ist die stille Zeit irgendwie oftmals qualitätsvoller, als wenn der Tag schon so halb angefangen hat. Es gibt Bibelverse. Er wollte alleine sein, wie wir dann gleich später sehen werden. Hätte um 9 Uhr morgens wäre da mit stiller Zeit nichts mehr gewesen, da wären die Leute alle auf den Beinen gewesen. Er wollte allein sein. Bei all dem, was er für die anderen Menschen getan hat, wollte Jesus Zeit alleine mit Gott verbringen. Das Ganze war nicht nur so eine Idee, die er hatte, sondern das kommt aus der Bibel, aus dem Alten Testament. Kennt ihr eine Stelle, wo in der Bibel im Alten Testament davon die Rede ist, dass man früh am Morgen aufsteht, um Gott zu treffen? In Jesaja wird das gesagt, dass Gott uns wecken möchte, dass wir hören, wie Junge hören. Das ist ein Vers. Klagelieder 3, deine Gnade ist frisch jeden Morgen. Vielleicht wollen wir das mal sogar lesen. Es gibt mehrere Stellen, die das zeigen. Das ist also durchaus eine biblische Idee. Ganz gleich, ob man jetzt eher ein Frühaufsteher ist oder damit zu kämpfen hat, aber da ist ein großer Wert darin, früh aufzustehen. Schaut mal Psalm 5 und dort ab Vers 4 reicht schon. Psalm 5 Vers 4: "Herr, in der Frühe, am Morgen wirst du meine Stimme hören, in der Frühe werde ich dir zu Befehl sein und Ausschau halten." Jesus hat das praktiziert. Er, der jahrelang auf dieser Erde ging und sündlos gewesen ist, hat jeden Morgen diesen Drang gehabt, früh aufzustehen und stille Zeit mit Jesus zu haben.

[7:03] Wir lesen an anderer Stelle, er hat manchmal gar nicht geschlafen. Er hat die ganze Nacht durch gebetet, aber das war dann nicht jeden Tag gemacht. Das sollte man auch nicht übertreiben. Man braucht auch Schlaf. Aber Jesus hat die Notwendigkeit des Gebets hier sehr deutlich illustriert. Kennt ihr Stellen in der Bibel, die davon sprechen, dass das Gebet absolut notwendig ist in den Auseinandersetzungen, die wir im Leben haben? Also, wenn euch jemand fragen würde, warum ist das Gebet so wichtig? Warum ist es quasi unverzichtbar, dass sogar jemand wie Jesus früh am Morgen aufsteht, damit er wirklich die Zeit mit Gott alleine hat? Welche Bibelstellen würden euch einfallen, die von dieser Unverzichtbarkeit des Gebets sprechen? Kennt ihr da Stellen, wo deutlich wird, das Gebet, ohne das geht es nicht? Ja, beharrlich im Gebet sein. Ja, okay. Römer. Das gibt es auf jeden Fall an vielen Stellen wahrscheinlich. Es ist nicht nur die eine richtige Antwort. Vielleicht hat jeder auch so seine eigenen persönlichen Lieblingsstellen, wenn es ums Gebet geht und die Wichtigkeit von Gebet.

[8:21] Wir sehen jetzt hier die Praxis von Jesus, aber es ist vielleicht auch gut, sich ein paar Verse noch in Erinnerung zu rufen, die das auch bestätigen. Also ein Vers, den ich immer sehr interessant finde diesbezüglich, der ist in Epheser. In Epheser 6, ihr kennt ja sicherlich die Waffenrüstung Gottes, da gibt es die verschiedenen Elemente: Brustpanzer, Helm, Schwert, Schuhe, braucht man alles. Und dann wird diese ganze Waffenrüstung beschrieben und dann schaut man in Epheser 6, wie das dann weitergeht, nachdem diese Waffenrüstung mit ihren Elementen ausgeführt wird. Und dann steht im Vers 18: "Also die Idee hier ist, zieht an die Waffenrüstung, zieht an den Helm und die Brustpanzer und die Schuhe und das Schild und das Schwert, all das." Und dann kommt der Satz: "indem ihr betet." Also manche sagen auch, das Gebet ist dann halt noch eine Waffe, aber eigentlich glaube ich das nicht. Ich glaube, das Gebet ist eigentlich sozusagen die Grundhaltung, die derjenige hat, der die Waffenrüstung anhat. Die Waffenrüstung sind verschiedene Elemente, aber die Geisteshaltung dessen, der die Waffenrüstung hat, mit dem Schwert, mit dem Schild, mit den Schuhen, mit dem Brustpanzer, ist das ständige Gebet. Das heißt, das Wort Gottes nützt nur was im Gebet, der Glaube nützt nur was in Verbindung mit Gott im Gebet, der Helm nützt nur was, wenn man betet.

[10:01] Und wozu braucht man die Waffenrüstung? Ist die dazu da, den Weg etwas beschwerlicher zu machen, uns einzuengen? Ja, wir brauchen die Waffenrüstung, weil wir in einem großen Kampf sind. Jesus war auch in einem Kampf. Manchmal, ich weiß nicht, ob es euch so geht, mir ist das schon so gegangen, dass wenn man so einen besonders intensiven Sabbat erlebt hat, besonders tolle Predigt vielleicht gehört hat oder vielleicht sogar anderen Menschen etwas weitergeben konnte, sehr gesegnet war, man schwebt so halb auf Wolke 7 zurück nach Hause. Man hat dann vielleicht nicht unbedingt immer das Gefühl, dass man in einem Kampf steht. Man hat eher das Gefühl, man ist gesegnet, es quillt förmlich über. Und oft habe ich in meinem Leben erlebt, dass gerade in solchen Situationen, wenn man dann vielleicht sich sicher fühlt, weil man vielleicht ganz deutlich merkt, ich bin gerade auf dem richtigen Weg, vielleicht, dass gerade dann die Momente sind, wo der Satan am ehesten angreift, am ehesten attackiert, weil man vielleicht nicht besonders wachsam ist. Bei Jesus ist das nicht vorgekommen. Jesus ist bewusst früh morgens aufgestanden nach einem überaus gesegneten Sabbat. Er wusste, der nächste Tag bringt seine neuen Kämpfe.

[11:17] Jetzt, wie stellt euch das vor, wie hat Jesus gebetet? Gibt es irgendwelche Bibelstellen? Hier lesen wir nur in Markus, dass er früh am Morgen gebetet hat. Es war dunkel, aber wie hat er gebetet? Gibt es irgendwelche Stellen in der Bibel, die euch einfallen, die dieses Gebet beschreiben? Hat er leise gebetet, laut gebetet, lang gebetet? Wie stellt euch das vor, dass man so eine Idee bekommt, was er da gemacht hat am Sonntagmorgen früh um, ich weiß nicht wie viel Uhr, vielleicht um vier, halb fünf. Eine Bibelstelle, die davon spricht, wie er gebetet hat. Vielleicht müsst ihr nicht wissen, wo es steht.

[11:59] Ja, Gethsemane ist natürlich ein besonderes Beispiel, weil die Not besonders groß war, aber das ist kein Einzelfall. Schaut mal in Hebräer 5 und dort Vers 7. Ich glaube, Hebräer 5 beschreibt hier nicht nur Gethsemane, sondern eher tatsächlich eine generelle Beobachtung über das Gebetsleben von Jesus. Hebräer 5 Vers 7: "Dieser hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit lautem Rufen und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und ist auch erhört worden um seiner Gottesfurcht willen." Starker Satz. Was fällt euch auf an diesem Vers? Welche Elemente findet ihr vielleicht besonders interessant? Oder ist das nichts Ungewöhnliches hier? Mit Tränen. Ich weiß nicht, wie oft ihr, es gibt da so Geschwister, die weinen fast automatisch, wenn sie beten. Für manch einen ist das vielleicht eher ungewohnt, aber Jesus hat ab und zu wirklich, er war so gerührt, er hat geweint beim Beten, obwohl er ein Mann war. Was noch? Laut gerufen. Vielleicht war das auch einer der Gründe, warum er sich dann in einen fernen Ort zurückgezogen hat, um die anderen nicht zu wecken. Ich weiß nicht, wann ihr das letzte Mal gebetet habt und dabei laut gerufen habt. Wir haben ja eher vielleicht die Angewohnheit, dass wir so unsere Liste haben und dann beten wir das so konsequent von A nach Z runter. Wenn ich was vergessen habe, dann bete ich halt nochmal. Wir berichten Gott, was unser Dank ist, wir berichten, was unsere Not ist. Jesus hat manchmal, also nicht, dass ich jetzt irgendwelchen Exzessen das Wort reden will, aber Jesus hat manchmal so sehr mit Gott gerungen, er hat laut gerufen, hat geweint. Und was mich besonders fasziniert, er ist erhört worden, um seiner Gottesfurcht willen. Ja, das kommt dazu, er hat manchmal auch gefastet.

[14:42] Ja, mit anderen Worten, das öffentliche Gebet, so wichtig es ist, auch das gemeinschaftliche Gebet in der Gruppe, so wichtig es ist, ersetzt nicht diese Eins-zu-eins-Situation mit Gott. Dieses Krafttanken. Und deswegen am frühen Morgen, weil man da am ehesten nicht gestört wird von anderen, die irgendeinen anrufen oder eine E-Mail reinkommt oder alles mögliche, wovon man abgelenkt sein kann. Ich denke, das ist etwas, was man grundsätzlich sich immer wieder vor Augen halten soll. Manchmal hat man diese Gewohnheit etabliert, dann manchmal verschwindet die Gewohnheit so ganz leise vor lauter Stress wieder. Jesus hat sich jeden Morgen Zeit genommen.

[15:17] Schauen wir mal, was dann passiert ist. Gehen wir zurück zu Markus 1. Wir wissen nicht, wie lange er da gewesen ist, aber irgendwann war es mit der Einsamkeit vorbei. Vers 36: "Und es folgten ihm Simon und die, welche bei ihm waren." Das Griechische hat sogar eher den Ausdruck von, sie jagten ihm nach. Also nicht im Sinne von, naja, wo wird er denn sein, sondern sie haben ihn richtig intensiv gesucht. Also stellt euch vor, die wachen dann irgendwann auf. Vielleicht hatten sie auch die Gewohnheit, irgendwann aufzuwachen, oder merken sie, Jesus ist nicht da. Wo ist Jesus? Ist er verschwunden? Und Ellen White kommentiert, dass sie schon die Befürchtung hatten, dass Jesus zu einem nächsten Ort gegangen ist.

[16:09] Kommen wir jetzt gleich noch darauf zu. Was meint ihr, warum wollten sie unbedingt, dass Jesus in Kapernaum bleibt? Gab es da irgendwelche Gründe dafür, ihn jetzt erst mal hier in Kapernaum zu belassen? Sie müssen das schon geahnt haben, wie gesagt, dass er gehen wird. Jetzt, hier war endlich mal eine Tür offen. In Jerusalem war das Ganze gescheitert. Der Sanhedrin hatte die Tür zugeschlagen, gesagt, wir wollen dich nicht. In Nazareth war er aus der Synagoge geschmissen worden. Sie sagt, in den meisten Fällen hatten sie bisher Enttäuschungen erlebt. Sie hat geglaubt, er ist der Messias und fast überall war Jesus abgelehnt worden, abgelehnt worden, abgelehnt worden, abgelehnt worden. Und das ist nicht besonders aufbauend für einen Jünger, wenn der Meister überall nur abgelehnt wird. Und jetzt waren sie endlich mal in einer Stadt, wo die Leute alle begeistert waren. Keiner hat mit Steinen geschmissen, keiner hat hinter seinem Rücken schlecht geredet, alle waren begeistert von ihm. Hier könnte man doch länger bleiben, oder? Und so haben sie gedacht, und ich meine, wer möchte ihnen das verdenken.

[17:33] So haben sie ihn also gesucht und sie haben ihn gefunden. Vers 37: "Und als sie ihn gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich." Welche anderen Menschen im Neuen Testament oder wo haben wir das schon im Neuen Testament gelesen, in den Evangelien, dass alle Menschen einer bestimmten Gegend zu jemandem kommen wollten? Von wem wird das auch berichtet? Johannes der Täufer, da wird es ganz deutlich, wo es heißt, dass ganz Jerusalem, nicht ganz, waren alle auf den Beinen zu ihm zu kommen. Johannes der Täufer war die Person seiner Zeit und Jesus stand am Anfang erst im Schatten von Johannes dem Täufer und dann haben wir gesehen, im Laufe der Zeit, im Laufe seines ersten Jahres wurde immer mehr Jesus wichtiger und Johannes der Täufer hat abgenommen an Bedeutung. Und hier ist wieder ein Ort, wo die ganze Stadt, ich meine, die ganze Stadt stand ja vor der Tür, erinnert euch nicht, am Abend zuvor, Petrus macht die Tür auf, die ganze Stadt steht vor der Tür. Alle wollten ihn sehen.

[18:44] Ich kann mich erinnern, als wir auf der Missionsschule waren, da hat uns ein Lehrer gesagt, es kommt vor, dass man, wenn man von Haus zu Haus geht, man geht fünf Stunden von Haus zu Haus und man ist jetzt schon dreieinhalb Stunden unterwegs und es regnet dreieinhalb Stunden, man wird an jeder Tür abgewiesen, abgewiesen, abgewiesen, abgewiesen, abgewiesen. Und dann kommt man zu einer Tür, da geht die Tür auf, da wird man hineingebeten, die Person ist interessiert und man hat ein interessantes Gespräch, es ist warm, es werden einem Kekse angeboten und man hat so eine halbe Stunde gesprochen. Eigentlich ist alles gesagt und getan und man weiß, man müsste eigentlich weiter, da ist noch eine Stunde zu arbeiten. Die Versuchung ist groß, zu sagen, ach, hier ist es so schön, hier ist es so angenehm, hier bleibe ich erst mal. Und das war letztendlich genau das, was die Jünger erlebt haben, etwas, das wir, glaube ich, in unserem Glaubensleben, auch gerade in Bezug auf die Mission, gerne auch erleben. Wenn mal irgendwo es richtig gut läuft, da lässt man sich gerne schnell nieder.

[20:01] Und die Jünger, die hätten am liebsten jetzt hier ihr Hauptquartier errichtet und einfach jetzt hier wochenlang, monatelang Wunder von Jesus wirken lassen und dann wäre das ja von ganz alleine so, das entstand, das Königreich Gottes, so haben sie gedacht. Aber schaut mal, was Jesus zu ihnen sagt in Vers 38: "Und er spricht zu ihnen: Lasst uns in die umliegenden Ortschaften gehen, damit ich auch dort verkünde, denn dazu bin ich gekommen." Jesus sagt mit anderen Worten, Erfolg in Kapernaum, schön und gut, aber das reicht mir nicht. Warum, was meint ihr, warum wollte Jesus unbedingt die ganzen anderen Ortschaften besuchen, die um Kapernaum drumherum lagen? Was hat ihn da bewegt?

[20:57] Ein wichtiger Punkt, wir werden gleich noch die Anwendung für uns machen, aber erstmal, was hat Jesus bewegt? Er hatte einen Auftrag und dieser Auftrag in der Bibel war eindeutig nicht auf Kapernaum begrenzt. Er war für das ganze Volk Israel gekommen und eigentlich war sein Auftrag darüber hinaus auch für die Heiden. Die Botschaft sollte letztendlich in die Welt gehen. Er wusste also, ich habe einen Auftrag und manchmal kann es einem so gut gehen, dass man den Auftrag aus den Augen verliert, dass es gerade so wunderbar an einem Ort läuft, dass man die anderen notwendigen Orte verpasst.

[21:49] Was meint ihr noch, was könnte noch Jesus bewogen haben, außer der Tatsache, dass er ohnehin diesen Auftrag hatte und wusste, ich muss dahin gehen? Gibt es vielleicht noch einen anderen Grund, den Jesus so im Herzen gehabt haben könnte? Mal anders gefragt, hatte Jesus ernsthaft das Ziel, jede Stadt in Israel zu erreichen? War Jesus in jeder Stadt in Israel gewesen? Wenn er also sowieso in den dreieinhalb Jahren, die er hatte, nicht jedes Dorf, nicht jede Stadt erreichen konnte, wo es Juden gab. Die Juden waren ja zerstreut in der ganzen Welt. Warum hat er nicht einfach gesagt, naja, ich schaffe sowieso nicht jede Stadt. Ich bleibe einfach in Kapernaum. Wir haben ja gesehen, Kapernaum lag an dieser wichtigen Handelsstraße, an dem Weg des Sees. Von dort aus geht das Evangelium sowieso in die ganze Welt. Lasst uns hier bleiben.

[22:45] Okay, also das ist sicherlich eine Verbindung mit dem Gebet. Vielleicht brauchen wir auch gerade deswegen stille Zeit mit Jesus, dass wir immer wieder auch Antworten für Gott bekommen, auf die wir von alleine nicht kommen würden. Menschliche Weisheit würde sagen, hier ist die Tür offen, hier kannst du noch mindestens eine Woche bleiben oder hier kann man erst mal so richtig, richtig arbeiten. Das wäre so menschliche Weisheit und an manchen anderen Stellen wäre das vielleicht auch angemessen gewesen, aber Jesus wusste, ich muss weiter. Also das Gebet war wichtig.

[23:22] Okay, gibt es noch einen Grund, den ihr euch vorstellen könnt? Wenn er doch selbst nicht jede Stadt erreichen konnte, das war ja unmöglich. Das schafft man in dreieinhalb Jahren nicht. Warum trotzdem dann quasi exemplarisch jetzt andere Orte besuchen? Ich glaube, er wollte seinen Jüngern auch eine Lektion erteilen. Mit anderen Worten, er wusste auch, dass wenn er jetzt diese Ortschaften besucht, er noch nicht das Gesamtwerk vollendet, oder? Aber es bot ihm die Gelegenheit, diese wichtige Lektion weiterzugeben. Es gibt Situationen im Leben, da muss ich weiterziehen, auch wenn es mir gerade hier so gut gefällt. Und für die Jünger war das ja eine Herausforderung. Der Petrus, der hatte ein besonderes Interesse, in Kapernaum zu bleiben. Warum? Er wohnte, da hatte sein Haus, nicht wahr, mit seiner Großfamilie, nicht wahr? Seine Frau, Schwiegermutter, alle waren da. Das wäre doch fantastisch, wenn Jesus hier sein Hauptquartier hat. Da kann man jeden Samstag in der Synagoge in Kapernaum eine Predigt halten, da kommen die Leute von überall und man wohnt gleich daneben. Besser geht es nicht. Aber jetzt sagt Jesus, jetzt lass uns erstmal ziehen, vielleicht für Wochen, Monate in andere Städte. Wahrscheinlich war das etwas, was auch die Jünger lernen mussten.

[24:46] Dazu bin ich gekommen. Glaubt ihr, ist es möglich, dass auch wir, ganz egal in welchem Bereich, manchmal in der Gefahr stehen, dass wir die eigentliche Mission, für die Gott uns berufen hat, als Gemeinde, als Einzelne, als Ortsgemeinde, dass wir die aus den Augen verlieren, weil wir in bestimmten Bereichen der Gemeindearbeit so großen Erfolg haben? Dass man vielleicht auf einer Schiene der Gemeindearbeit so viel Erfolg hat, dass es so gut geht, dass man aus den Augen verliert, dass andere Felder auch bedürftig sind.

[25:32] Interessant, Ellen White spricht auch öfter davon, wenn sie sagt, dass menschliche Weisheit tendiert dazu, alles zusammen zu horden. Große Institutionen an einem Ort und wo Gott eigentlich möchte, dass die vielen vernachlässigten Gebiete alle besucht werden. Ich glaube, da kann man was für uns lernen. Ich glaube, das ist wichtig, dass jeder Einzelne von uns sich fragt, möchte Gott vielleicht in einem bestimmten Bereich meines Glaubens leben, dass ich weiterziehe, ganz egal, ob das jetzt lokal ist, dass ich vielleicht an einen anderen Ort ziehe oder vielleicht eine andere Aufgabe noch mir aneigne oder vielleicht einen bestimmten Bereich Mitarbeiter, wo ich bisher keine Notwendigkeit gesehen habe, dass ich sozusagen, wie die Engländer sagen, die Comfortzone, also die Komfortzone verlasse.

[26:22] Schaut mal interessanterweise, wie der Parallelbericht in Lukas das ausdrückt, in Lukas 4 und dort Vers 42. Übrigens, Ellen White hat in dem Zusammenhang einen interessanten Kommentar, sie sagt, im Leben Jesu, weltlicher Erfolg hätte seinem Werk quasi geschadet oder bloßer weltlicher Erfolg würde sich quasi mit seinem Werk nicht vertragen. Das fand ich interessant, das Zitat, weil wir manchmal vielleicht auch in der Gemeindearbeit sehr vom Erfolgsdenken geprägt sind, ja, möglichst viele Zahlen, starkes Wachstum und das ist manchmal gar nicht so einfach, die Balance zu halten. Wahrscheinlich hätten wir, wenn wir jetzt Jesus gewesen wären, keine Notwendigkeit gesehen, woanders hinzugehen, oder? Aber Jesus sah die Notwendigkeit. Wir können davon lernen.

[27:21] Also Lukas 4 und dort Vers 42. Jetzt schaut mal, hier gibt es noch ein Detail, was bei Markus nicht so rauskommt. "Als es aber Tag geworden war, ging er hinaus an einen abgelegenen Ort." Das haben wir gesehen. "Und die Volksmenge suchte ihn und kam bis zu ihm und sie wollte ihn zurückhalten, damit er nicht von ihnen wegginge." Also das sind nicht nur die Jünger gewesen, sondern die Jünger waren quasi nur die Vorhut, die wussten schon von der ganzen Volksmenge, wir lassen den nicht gehen, wir wollen den Segen Jesu für uns. Wir mögen die Idee nicht, dass andere jetzt gesegnet werden und wir vielleicht jetzt einen Nachteil davon haben. Interessant, wenn man geistlich egoistisch ist. Wir lassen dich nicht gehen.

[28:15] Und naja, die ganze Volksmenge suchte ihn und kam zu ihm. Hat Jesus sich mal überreden lassen, an einem Ort zu bleiben? Ist Jesus mal an einem Ort gewesen und da gab es Leute, die gesagt haben, bleibe hier, und Jesus sagte, okay, dann doch. Johannes Kapitel 4, welche Stadt war das, wo tatsächlich die Volksmenge Erfolg hatte und hat Jesus noch ein bisschen zum Bleiben überredet? Das war in der Provinz Samarien, das war die Stadt Sycher. Wie lange hat Jesus noch drangehängt? Hat er seinen ganzen Reiseplan geändert für sie? Wie viele Tage hat er drangehängt? Das ist noch ein bisschen herrlich. Zwei Tage, aber das war auch einigermaßen gerechtfertigt, weil eigentlich stand sowieso die Stadt ja gar nicht auf dem Plan und er war nur ein paar Stunden da gewesen. Und was gibt es noch vielleicht Unterschiede zwischen Kapernaum und Sycher? Warum Jesus dort noch blieb, während er in Kapernaum erst mal gesagt hat, ich brauche hier nicht, weiter gehen.

[29:22] Er ist noch geblieben, genau, weil da sozusagen die Leute, erst mal waren es vor allem Menschen, die das Evangelium gar nicht so gut kannten oder die Bibel gar nicht so gut kannten, wie wir gesehen haben. Die Samariter hatten ja nur die ersten fünf Bücher Mose. Das heißt, es war von daher angemessen, mehr Zeit mit ihnen zu verbringen. Die Menschen in Kapernaum, die hatten die Predigt von Jesus gehört. Er war nicht das erste Mal in Kapernaum gewesen, er war schon öfter in Kapernaum gewesen. Ich glaube, es gibt noch einen anderen Grund. In Kapernaum hat er viele Wunder getan. Wie viele Wunder hat er in Sycher getan? Wisst ihr das noch? Kein einziges. Die Menschen in Samarien hatten nur geglaubt, aufgrund der Wunder, sondern aufgrund des Wortes. In Kapernaum waren enorm viele Wunder geschehen, so viel, dass sogar in Nazareth gesagt worden ist, tu die Wunder, die in Kapernaum geschehen sind, auch bei uns. Der Erfolg, den die Jünger auch sahen, war größtenteils der Erfolg der Wunder. Und es scheint so zu sein, dass Jesus nicht an einem Ort nur bleiben wollte, um quasi dort der Wunderheiler zu sein. Also quasi die Heilpraxis Jesu. Ich heile alle Krankheiten, kommen Sie zu mir. Immer offen von Sonntag bis Freitag. Das wollte er nicht. All die Heilungen waren ja letztlich nur eine Illustration oder ein Weg, die Menschen mit dem Evangelium bekannt zu machen.

[31:01] Und so ist er an andere Orte dann gegangen. Übrigens schaut mal dann in Vers 43, was er sagt. "Er aber sprach zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden, denn dazu bin ich gesandt." Habt ihr noch im Kopf, was er den Jüngern gesagt hatte? Gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied noch, eine kleine Nuance. Was hat er den Jüngern gesagt? Also der Volkswillen sagte, ich muss in die anderen Städte gehen. Was hat er den Jüngern gesagt? In Markus 1, was hat er den Jüngern gesagt? Hat er auch gesagt, ich muss gehen? Was hat er da gesagt? "Lasst uns gehen." Also den Jüngern spricht er eine Einladung aus. Ja, lasst uns gehen. Aber wenn es um sich selbst geht, sagt er, ich muss gehen. Das finde ich auch interessant von der Vorgehensweise von Jesus. Er sagt, ich muss das tun. Ich weiß, das ist Gottes Auftrag, aber dann lädt er die Jünger ein, mitzumachen.

[32:08] Es gibt also einen Unterschied. Es kann sein, dass ich etwas erkannt habe, was getan werden muss und ich kann für mich persönlich sagen, ich muss das tun. Ich kann es aber nicht den anderen Gemeindegliedern aufzwingen, dass sie in eisernen Ketten mitschleifen. Ich kann sie nur einladen. Komm, lass uns das machen. Und damit wird deutlich, er wollte, dass seine Jünger dabei sind. Aber wenn sie alle zu Hause geblieben wären und gesagt werden, wir wollen unsere Familie nicht da lassen und hier ist gerade so schön und lasst uns auch hier bleiben. Jesus wäre auch alleine gegangen. Ich muss gehen. Und das ist auch etwas, was man von ihm lernen kann.

[32:40] Schaut mal in Jesaja 42. Jesus wusste, der Horizont der Evangeliumsverkündigung ist weiter. Jesaja 42 und dort Vers 1 bis 4. Das ist eine dieser berühmten messianischen Prophezeiungen. "Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat." Auserwählter, der Messias, meine Seele Wohlgefallen hat. Das ist aus der Taufe, wo der Vater sagt, du bist mein Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, auch Taufe. Er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen. Er wird nicht schreien und kein Aufhebens machen, seine Stimme auf der Gasse hören lassen. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen. Und jetzt schaut Vers 4: "Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat." Mit anderen Worten, da war eine Aufgabe und die war nicht nur lokal, die hatte weltweiten Charakter. Es heißt dann sogar: "Und die Inseln werden auf seine Lehre warten."

[34:03] Jesus wusste aus der Bibel, die Welt wartet darauf und er kann sich nicht als Lokalberühmtheit in Kapernaum zurückziehen und einfach die Leute alle heilen. Das wird seinem Auftrag nicht gerecht, obwohl das vielleicht sehr angenehm gewesen wäre. Die Frage ist, ist uns bewusst, dass die dreifache Engelsbotschaft, das ewige Evangelium, das Evangelium vom Reich Gottes, Matthäus 24 Vers 14, dass das auch ein weltweites Evangelium ist. Das es auch zu allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen gepredigt werden muss. Ich glaube, das ist eine Herausforderung, die wir uns immer und immer wieder stellen müssen. Wegzuschauen von dem Gegenwärtigen, was wir jetzt in unserer Gemeinde erleben. Die Sorgen und die Nöte und das ist alles so wunderbar in unserer Gemeinde, nicht wahr? Wo ist das Evangelium nicht bekannt? Jesus wusste, es gibt viele gute Dinge zu tun, aber Jesus hat viele gute Dinge nicht getan, weil er seinen eigenen Auftrag hatte.

[35:16] Ihr kennt vielleicht die Idee von den Unterlassungssünden, kennt ihr die? Da gibt es diese Idee, dass ich könnte ja theoretisch jemandem helfen, da ich das aber nicht tue, weil es mir gerade nicht möglich ist, unterlasse ich das und deswegen ist das eine Unterlassungssünde. Ich werde sehr vorsichtig mit diesem Begriff, weil nach diesem Maßstab wäre Jesus ein Sünder. Jesus hat viele Dinge unterlassen, er hat sie nicht getan. Hier gab es Menschen in Kapernaum, die wollten ihn sehen, die wollten noch gerne geheilt werden und er hat sie nicht geheilt, obwohl er wusste, dass sie krank sind, er wusste, dass sie ihn suchen, weil er wusste, es gibt eine wichtigere Aufgabe. Ich muss mich nicht schlecht fühlen, wenn es irgendwo etwas Gutes gäbe, was ich noch hätte tun können. Meine Aufgabe ist es, das zu tun, wozu Gott mich spezifisch gerufen hat, mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele und das hat Jesus getan. Jesus konnte nicht alles gleichzeitig tun, wir können nicht alles gleichzeitig tun und deswegen ist es wichtig, sich immer wieder die Frage zu stellen, was ist die Priorität in meinem Leben, was ist die Priorität in unserer Gemeindearbeit. Die Priorität in der Gemeindearbeit muss die sein, dass die Drei-Engels-Botschaft an jeden Ort kommt, oder?

[36:32] Und dann ist wieder die praktische Frage und auch alle, die jetzt zuschauen, die praktische Frage, wie viele Orte, wie viele Ortschaften, wie viele Dörfer, Städte in meiner Umgebung kennen die Adventbotschaft gar nicht und vielleicht verbringen wir Jahre an einem Ort und predigen immer zu denselben Leuten und verpassen es, neue Gebiete zu erobern, sozusagen. Ich glaube, das ist ein sehr wichtiges Thema.

[36:59] Jesus geht dann los. Manche nennen das seine erste große Galiläa-Tour. Er hat mehrmals so große Touren gemacht durch ganz Galiläa hindurch und das ist die erste, die jetzt hier beginnt. Viele Geschichten, die dann folgen, sind alle auf diesem Weg dann. Da wird nicht mehr genau gesagt, an welchem Ort er gewesen ist, aber er macht sich jetzt auf und nimmt eine große, große Tour, eine Rundreise sozusagen. Und wir lesen da vorne in Lukas 4, Vers 44.

[37:36] Lukas 4 und dort Vers 44. Es heißt: "Und er verkündigte in den Synagogen von Galiläa." Also von Synagoge zu Synagoge gegangen, hat von Sabbat zu Sabbat dort gepredigt. Galiläa steht bei mir. Ihr habt Judäa. Oh, da hätte ich noch die andere Übersetzung schauen müssen. Judäa steht bei euch? Das ist eine interessante Frage, die werden wir nächstes Mal beantworten, wenn nicht gerade überfragt. Judäa auch Elberfelder? Luther. Also schauen wir mal jetzt in den Parallelberichten in Markus 1. Also Judäa wäre merkwürdig, aber ich muss mal in die Manuskripte schauen, müssen wir mal nachgucken. Nächste Woche kommt die Auflösung, was mit dem Vers ist. Okay, habe ich vergessen nachzuschauen, war mein Fehler. Aber nach all dem, was wir hier sehen können in Markus 1, muss das Galiläa gewesen sein. Werden wir auch gleich Matthäus noch sehen. Markus 1, Vers 39: "Und er verkündigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus."

[38:55] Von dieser Zeit berichtet auch, und das wird jetzt noch dazu passen, Matthäus 4, Verse 23 und 24. Matthäus 4, Verse 23 und 24: "Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und teilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien, und sie brachten alle Kranken zu ihm, die von mancherlei Krankheiten und Schmerzen geplagt waren, und Besessene und Mondsüchtige und Lahme, und er heilte sie."

[39:46] Drei Dinge hat Jesus getan. Das, was hier in Vers 23, 24 steht, ist quasi wie so ein zusammenfassendes Statement. Das ist so ein Generalbericht über das, was jetzt in den in den ganzen Geschichten passiert. Drei Dinge hat er getan. Was waren die drei Dinge in Vers 23? Drei Aktivitäten, an denen quasi das gesamte Wirken von Jesus ging. Das war das Rückgrat. Drei Dinge: Er predigte, er lehrte und er heilte. Was meint ihr, was hat er quantitativ am meisten getan? Er heilt am meisten, genau. Nicht, weil das Heilen wichtiger ist als das Predigen, aber weil das Heilen eine so anschauliche Illustration ist für das, was er dann theoretisch, theologisch gepredigt hat. Und Jesus, weil er auch Gott ist, liebt er das Anschauliche. Gott liebt die Gleichnisse, die es anschaulich machen. Das Heilen war besonders wichtig, weil dadurch deutlich wurde, sichtbar wurde, spürbar wurde, wie Gott auch mit dem etwas abstrakten Sündenproblem umgeht. Diese drei Dinge, die waren im Dienst von Jesus immer miteinander verbunden.

[40:58] Die praktische Schlussfolgerung für uns ist die, wenn wir Jesus nachfolgen wollen, wenn wir das Evangelium erfolgreich predigen wollen, wenn wir auch wollen, dass der Ruf durch die ganze Welt geht, dann sollten wir diese drei Dinge zusammentun. Menschliche Weisheit sagt, wir trennen die schön. Wir haben hier Experten fürs Predigen und dann haben wir Experten fürs Heilen und dann Experten als Lehrer. Und jeder macht so schön das, was er kann und vielleicht spezialisiert er sich noch in seinem Bereich. Und die menschliche Weisheit neigt zur Spezialisierung, aber Jesus hat alles drei kombiniert, weil wenn ich mich auf ein Spezialisierung nur noch eins mache, dann bin ich zwar in einem gut, aber mir fehlt das andere, wodurch es eigentlich erst ein Ganzes wird. Sicherlich hat jeder von uns besondere Begabung. Jeder von uns neigt zu dem einen oder anderen. Der eine ist ein begeisterter medizinischer Missionar und hält nicht viel vom Predigen. Der andere ist vielleicht ein Studiosus, der alle prophetischen Daten auswendig kann, aber der nicht so viel von Massage und von Wasseranwendung hält. Aber am gesündesten wäre doch ein ausgewogenes Verhältnis von allem drei. Und ich glaube, je mehr wir alles drei kombinieren und in unserer Arbeit auch integrieren, desto mehr kommen wir dem Beispiel Jesu nahe.

[42:31] Schaut mal, es heißt hier, und das fand ich auch interessant, "er heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk." Klingt erst mal wie doppelt gemoppelt. Aber das sind tatsächlich zwei griechische Begriffe, die eine Nuance unterscheiden. Krankheiten, das ist griechisch *nosos*, und das sind eigentlich im klassischen Griechischen schwere Krankheiten, also wo man wirklich sagt, okay, der gehört eigentlich ins Krankenhaus. Also wenn man wirklich eine Diagnose gestellt bekommt, der eine echte Krankheit hat. Das andere *malakirn* kommt von *malakos*, heißt sanft, schwach. Es meint eigentlich sowas wie Schwäche. Wenn man sich schwach fühlt, abgeschlagen ist, sozusagen Krankheit auf einer niedrigeren Stufe. Jesus hat sowohl die schweren Fälle geheilt, als auch die gewöhnlicheren. Das ist interessant. Man musste zu Jesus nicht nur kommen, wenn man Lepra hatte oder von tausend Dämonen besessen war. Man konnte auch zu Jesus kommen, wenn man Fieber hatte, wie wir gesehen haben bei der Schwiegermutter, oder wenn man sich einfach schwach gefühlt hat. Er war nicht nur der Experte für die Fälle, wenn nichts mehr anderes ging. Dann haben wir auch so die Idee, erstmal mache ich selbst und wenn nichts mehr anderes geht, dann beten wir. Aber Jesus ist ein Arzt auch für die alltäglichen Fälle. Er ist ein Arzt für die einfachen Fälle.

[43:55] Und damit war das natürlich eine Erfüllung von 2. Mose. Schaut mal, 2. Mose 15, ein ganz bekannter Vers. 2. Mose 15 und dort Vers 26. Jeder, der sich in der medizinischen Missionsarbeit auskennt, liebt den Vers. 2. Mose 15, Vers 26: "Dort heißt es: Und er sprach: Wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, eifrig gehorchen wirst und tust, was vor ihm recht ist, und seine Gebote zu Ohren fasst und alle seine Satzungen hältst, so will ich keine der Krankheiten auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe, denn ich bin der Herr, dein Arzt." Und hier kam dieser Gott, der gesagt hat, ich bin der Herr, dein Arzt. Das stand schon seit Jahrhunderten in der Bibel, aber jetzt kam er und hat das gezeigt. Er war tatsächlich der Arzt der Menschen und zwar nicht nur körperlich, sondern mental, geistlich, in allen Bereichen hat er geheilt.

[44:50] Und es heißt, der Ruf verbreitete sich über das Land hinaus bis nach Syrien. Und Syrien heute hat natürlich, bei Syrien denken wir heute an Krieg und an schlimme Verbrechen, aber Syrien war damals, weiß jemand von euch etwas über Syrien, was, wer oder was war Syrien? Das muss man sich darunter vorstellen, wenn es heißt, er war ja in Galiläa, glaube ich gesehen haben, aber es heißt, der Ruf verbreitete sich durch ganz Syrien. Wo liegt denn Syrien im Vergleich zu Galiläa? Norden, Süden, Osten, Westen? Syrien im Vergleich zu Galiläa liegt, ein bisschen Geografie-Kunde, ja richtig oben, Richtung Norden. Da kommt der Libanon und Syrien geht quasi von Galiläa an, dann bis an den Euphrat, bis fast hoch nach Plenarsien. Also quasi das, was heute auch Syrien ist. Das war damals eine der mächtigsten Provinzen des Römischen Reiches, die Provinz Syria. Judäa war eher klein und nicht so bedeutend, Ägypten war groß, Syrien war groß. In Syrien war eine der größten Städte des Römischen Reiches, Antiochia, Amorontos. In Syrien waren vier römische Legionen stationiert. Das ist quasi so wie am germanischen Limes, weil an der Ostgrenze, da standen die Pater, das war eine der wichtigsten Grenzen im Reich. In Syrien war der Endpunkt von der Seidenstraße, das heißt, da kamen die Händler bis aus China. In Syrien war der Umschlagspunkt für den Gewürzhandel. Da kamen dann also Händler, die kamen zum Teil von den Molukken, von Malaysia, von Indien. Syrien war ein großes, obwohl es am Rande des Imperiums lag, war ein echtes Zentrum der Weltpolitik und der Ruf Jesu ging jetzt über die Grenzen dessen, was sonst Palästina war, hinaus in diese Region, nach Syrien.

[47:00] Und obwohl Jesus da nicht viel jetzt persönlich aufgetreten ist, das, was er getan hat in Galiläa, hat so stark hinausgestrahlt, mit anderen Worten, weil Jesus in seiner Menschheit einfach den Schritt gemacht hat und gesagt hat, ich bleibe nicht an Kapernaum, ich gehe ins nächste Dorf und dann gehe ich ins nächste Dorf. Er ist nie nach Syrien, er hat nie Syrien durchwandert, aber weil er bereit war, den nächsten kleinen Schritt zu gehen und nächsten kleinen Schritt, ging sein Ruf noch viel weiter hinaus, als er es als Mensch wandernd hätte tun können. Was wir daraus lernen ist, wenn wir bereit sind, das zu tun, was wir tun können, nämlich einfach den nächsten Schritt zu gehen, kann Gott diesen Gehorsam über Maßen segnen. Vielleicht ist das auch ein Geheimrezept, wie am Ende das Evangelium in die ganze Welt geht. Vielleicht muss gar nicht jeder Quadratmeter auf dieser Welt von einem Adventisten betreten worden sein. Vielleicht reicht es schon, wenn die Adventgemeinde einfach sozusagen Kapernaum verlässt und einfach mal die nächsten Ortschaften begeht, so dass, wenn sie diese drei Dinge tut, der Ruf, die Erde erleuchtet, Offenbarung 18, dass die Erde erleuchtet wird, weil die Menschen sehen, hier ist das Licht der Welt. Mal interessant, darüber nachzudenken.

[48:15] Na ja, zurück zu Matthäus 4, gleich sind wir am Ende angelangt. Übrigens, es gibt dann in Matthäus, das ist ganz interessant, ihr wisst, Matthäus ist nicht so chronologisch. Markus berichtet das und Lukas berichten diesen Teil vom Leben Jesu sehr chronologisch. Matthäus springt immer hin und her und zwar aus einem Grund. Wir haben ja gerade gelesen, in Matthäus 4, Vers 23, da wird gesagt, Jesus predigte, lehrte und heilte, oder? Lasst mal euren Finger drin und geht mal zu Matthäus 9. Das ist total interessant. Matthäus 9 und dort Vers 35: "Matthäus 9, Vers 35, da heißt es: Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer und lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk." Also Matthäus 4, 23 sagt, Jesus lehrte, er predigte, er heilte. Matthäus 9, Vers 35 sagt, er predigte, er lehrte, er heilte. Seht ihr das? Quasi die gleiche Idee. Was befindet sich dazwischen? Erst die Bergpredigt, Kapitel 5, 6, 7, da sehen wir, was Jesus gelehrt und gepredigt hat. Und dann kommt in Kapitel 8, das könnt ihr sehen, Heilung eines Aussätzigen, der Hauptmann von Kapernaum, Heilung der Schwiegermutter, Jesus stillt den Sturm, Heilung von zwei Besessnungen, Heilung eines Gelähmten. Also Matthäus ordnet das quasi erst, kommt die Lehre als ein Beispiel, die Bergpredigt, dann kommt das Heilen. Eingerahmt von Matthäus 4, 23, er lehrte, predigte, heiligte und Matthäus 9, Vers 35, er lehrte, predigte und heilte. Und dann sortiert er das quasi so in diese Kategorien ein.

[50:00] Kennt ihr jemand in der Bibel, der so berühmt war, dass sein Ruf durch das ganze Land ging, wie es von Jesus hier heißt? Das heißt, sein Ruf ging durch das ganze Land, also berühmt. Leute, Menschen, Personen, die Gott gedient haben, die weltberühmt wurden sozusagen. Paulus, ja, gewisser Weise, ja. Salomo, schon zu Lebzeiten weltberühmt, die kamen von sonst wo, ich war die Königin von Saba. Ja, noch jemand, dessen Ruf über den eigenen Wirkungskreis weit hinausging. Zu Lebzeiten, ja, Mose vielleicht in seiner ägyptischen Zeit. Von David wird das auch gesagt, dass als David dann König wurde, dass sein Ruf ihm voraus eilte. Und dann gibt es eine Person, das war mir auch nicht so bewusst, das habe ich jetzt im Studium noch mal gesehen. Schaut mal in Josua, in Josua 6 und dort Vers 27 und die Art und Weise, wie das in Josua formuliert ist, ist so ähnlich zu Matthäus 4, dass ich glaube, dass es kein Zufall ist. Schaut mal in Josua 6 und dort Vers 27: "Und der Herr war mit Josua und die Kunde von ihm verbreitete sich im ganzen Land." Das ist interessant, oder? Wie hieß Jesus? Also Jesus und Josua haben eigentlich denselben Namen. Und hier haben wir Josua, dessen Kunde verbreitet sich im ganzen Land, als er Kanaan einnimmt und ein Feind nach dem anderen besiegt. Die eilen von Sieg zu Sieg zu Sieg zu Sieg. Die hören gar nicht auf zu siegen. Jesus zieht von einem Dorf durchs nächste und siegt und siegt und siegt über die Dämonen. Und die Kunde verbreitet sich im ganzen Land, quasi als wäre ein zweiter Josua in das Land gekommen. Nur diesmal vertreibt er nicht die Kanaaniter mit dem Schwert, er vertreibt die Dämonen mit dem Schwert, dem Schwert des Wortes. Ganz interessante Parallele.

[52:01] Okay, ganz zum Schluss Matthäus 4, Verse 24, 25. Da wird noch gesagt, was für Auswirkungen dieser Dienst von Jesus hatte. Matthäus 4 und dort Vers 24 und 25: "Wir haben gesehen, sein Ruf verbreitete sich in Syrien und dann heißt es in Vers 25: Und es folgte meine große Volksmenge nach, aus Galiläa, aus dem Gebiet der zehn Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordans." Das ist ein interessanter Vers. Also machen wir ein bisschen Geografie noch am Ende. Galiläa wissen wir nicht, oder? Galiläa ist da, wo der See Genezareth ist. Judäa ist auch relativ klar, oder? Judäa ist halt weiter südlich, da wo Jerusalem ist. Jenseits des Jordans, was meint denn die Bibel mit jenseits des Jordans? Ostjordanland. Und das Gebiet der zehn Städte, wo liegt das, was ist das? Gebiet der zehn Städte. Die Dekapolis, nicht wahr? Die zehn Städte, das war quasi vom See Genezareth aus gesehen so ein bisschen südöstlich, auch auf der Ostseite des Jordan, ein bisschen nördlicher als das Ostjordanland. Das war ein Gebiet, wo vor allem viele so griechisch geprägte Leute gelebt haben. Jetzt, wenn man all das zusammennimmt, Galiläa, Judäa, Ostjordanland, die Dekapolis und sogar ein bisschen Syrien oben noch, was bekommt man dann eigentlich? Mit ein bisschen Fantasie, ja, aber darauf war ich jetzt nicht aus. Also Judäa, Galiläa, Ostjordanland, die Dekapolis und dann sogar noch nach Syrien hoch. Das ist ziemlich ähnlich mit dem, wie das ursprüngliche Israel die Stammesverteilung gewesen ist. Judäa, das Ostjordanland, dann Nordisrael und dann in ihren besten Zeiten haben die öfter mal auch Syrien eingenommen. Es ist fast so, als ob Jesus hier sozusagen geistlich durch das Wort, das er predigt, durch das Wort des Reiches Gottes das ursprüngliche Land Israel wiederherstellt. Zwar nicht politisch, nicht militärisch, aber durch das Evangelium. Sie alle folgten ihm.

[54:28] Naja, was er dann alles getan hat, sehen wir dann das nächste Mal, wenn wir einige konkrete Geschichten aus dieser Zeit besprechen und für heute vielleicht diese Idee mitnehmen, dass wir in unserem Leben uns die Frage stellen müssen, was ist das, was die höchste Priorität hat und gibt es vielleicht gute Dinge, die ein Hindernis sein könnten für das hier, dass das Evangelium wirklich in die ganze Welt gehen kann. Jesus war auch nur ein Mensch in dieser Hinsicht. Er konnte auch nur von einem Ort zum nächsten gehen, aber er war willig, selbst obwohl er erfolgreich war in Kapernaum, weiterzugehen, um den Auftrag zu erfüllen. Und auch gemeinsam beten und Gott um diese Weisheit bitten. Lassen Sie das dazu.

[55:15] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir vieles lernen können von Jesus. Du weißt, wie oft wir selbst uns zufrieden geben mit dem Erreichten, wie oft wir einfach froh sind über den Erfolg, der sich vielleicht eingestellt hat und dabei sträflich vernachlässigen, was noch alles getan werden könnte, wozu du eigentlich uns gerufen hast. Gib, dass wir nicht so sehr auf unseren eigenen Erfolg schauen oder auf das, was wir erreicht haben, sondern auf das, was du durch das Beispiel deines Sohnes uns gelehrt hast. Hilfe uns, dass wir bereit sind, so wie Jesus, das Lehren, das Heilen und das Predigen miteinander zu verbinden, dass wir bereit sind, unsere Komfortzone zu verlassen, dass wir vor allem bereit sind, jeden Tag stille Zeit mit dir zu haben, dass du uns die nächsten Schritte erklären kannst, zeigen kannst, dass wir dir folgen können. Wir danken dir von ganzem Herzen, dass du dein Evangelium in die ganze Welt hinaustragen wirst und dass du Menschen gebrauchen wirst dazu und dass die Evangelisierung der gesamten Welt damit beginnt, dass wir den nächsten Ort besuchen. Habt Dank, dass du durch uns wirken möchtest und wir loben und preisen deinen Namen dafür. Amen.


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