In dieser 62. Folge von „Der Ersehnte“ wird die Geschichte der Heilung eines Gelähmten durch Jesus Christus beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, wie Jesus nicht nur körperliche Heilung, sondern vor allem Vergebung der Sünden schenkt. Die Predigt betont die Kraft des Wortes Gottes und wie Jesus durch seine Taten die Gerechtigkeit Gottes offenbart und den Menschen neues Leben ermöglicht.
Der Ersehnte: 62. „Sei getrost, mein Sohn“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusWeitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr live jetzt zugeschaltet seid auf joelmedia.de oder später das Video euch anschaut. Zur 62. Folge. Wir wollen heute eine weitere Geschichte uns anschauen aus dem Leben Jesu. Eine, die ganz besonders starke Symbolkraft auch hat und die uns ganz viel sagt von unserem persönlichen Leben. Und bevor wir beginnen, wollen wir mit einem Gebet starten und dazu lade ich euch ein, niederzuknien. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können und dass wir aus deinem Wort lernen dürfen, lesen dürfen und dass du mit deinem Heiligen Geist zu uns sprechen möchtest. Bitte mach uns das Gelesene ganz deutlich und klar, dass wir es fassen können und dass wir daraus leben können. Das ist unser Herz, unser Denken, unser ganzes Sein so durchdringend, dass wir dein Wesen, deinen Charakter immer deutlicher widerspiegeln. So sei du jetzt bei uns, sei du unser Lehrer und wir danken dir dafür, dass du verheißen hast, dass dein Wort stets das ausführt, wozu du es gesandt hast. Im Namen Jesu. Amen.
[1:52] Wir haben das letzte Mal die Geschichte angeschaut von dem Aussätzigen. Könnt ihr euch erinnern? Der Aussätzige, der auf Jesus zu rannte und den Jesus geheilt hat und der sich dann den Priestern zeigen sollte und durch das spezielle Opfer für die Reinigung vom Aussatz sollten die Priester etwas vom Evangelium verstehen. In Markus, wir folgen ja momentan so ein bisschen dem Markus-Evangelium, was in diesem Abschnitt so eigentlich die ausführlichsten Berichte enthält, folgt jetzt eine weitere Geschichte, die wohl etwas später stattfand, aber auch ungefähr in der Zeit, die quasi so eine Art Parallelgeschichte ist, wo dieselbe Idee nochmal in einer anderen Geschichte ganz deutlich ausgedrückt wird und zwar ist das die berühmte Geschichte von der Heilung eines Gelähmten, der durchs Dach gelassen wird. Ich denke, die kennt ihr ganz gut. Der Haupttext für heute ist in Markus Kapitel 2 und dort Vers 1 bis 12. Da werden wir uns so entlanghangeln und die Parallelberichte, die wir ab und zu mal aufschlagen werden, wo das gleiche fast identisch steht, Matthäus 9, Vers 2 bis 8 und Lukas 5, Vers 12 bis 16.
[3:22] Fangen wir mal in Markus 2 und dort Vers 1 an und dort heißt es: "Und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum und als man hörte, dass er im Haus sei." Nach etlichen Tagen heißt also, eigentlich ist es jetzt nicht die nächste Geschichte. Viele Dinge sind ja ausgelassen. Johannes sagt mal an einer Stelle, dass wenn man alles aufgeschrieben hätte, was Jesus gemacht hat, dann würde die Welt die Bücher nicht fassen. Also wahrscheinlich sind viele andere Wunder geschehen, vielleicht auch etliche andere Aussätzige geheilt worden in der Zwischenzeit. Aber das nächste, was Markus jetzt berichtet, nach der Heilung von dem Aussätzigen, ist jetzt diese Geschichte. Jesus war ja unterwegs von Stadt zu Stadt, ihr erinnert euch. Er wollte ja die anderen Städte auch besuchen, nicht nur in Kapernaum und aufgrund der Tatsache, dass der geheilte Aussätzige die Nachricht von Jesus überall verbreitet hat, konnte er gar nicht mal in die Städte gehen, sondern musste immer außerhalb der Städte bleiben wegen den riesigen Menschenmengen und jetzt kam er so auf seiner Tour mal wieder an Kapernaum vorbei. Und es spricht sich relativ schnell herum, als man hörte, dass er im Haus ist oder in das Haus gegangen sei. Von welchem Haus ist wohl hier die Rede? In welches Haus ist er wohl in Kapernaum wiedergegangen? Nicht in die Synagoge, ein anderes Haus, das schon bekannt dafür war, so bekannt, dass Jesus dort heilte, dass die Menschen dorthin immer gekommen sind mit ihren Kranken, wenn Jesus in Kapernaum war. Könnt ihr euch erinnern, als er das letzte Mal in Kapernaum war, da hatten auch die Menschen all ihre Kranken gebracht, nachdem der Sabbat vorbei war und zwar zum Haus des Petrus. Petrus, seine Schwiegermutter, die Familie wohnte in Kapernaum und dort hatte Jesus dann quasi seine Unterkunft und das ist mir im Hinterkopf, ist das Haus von Petrus. Jesus kommt vorbei mit seinen Jüngern mit Petrus und sie sind wieder in dem Haus und so wie damals in Markus 1, können wir mal lesen noch mal, in Vers 33, als es aber Abend geworden war, in Markus 1, Vers 33, und die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Kranken und Besessenen zu ihm und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt. Die wussten alle, wo das Haus des Petrus ist und jetzt kam die Kunde, Jesus ist wieder in dasselbe Haus gegangen. Alle wussten, wo das ist und alle drängen sich um dieses Haus.
[6:26] Schauen wir in Vers 2, da versammelten sich sogleich viele, sodass kein Platz mehr war, auch nicht draußen bei der Tür und er verkündigte ihnen das Wort. Jesus war zu dieser Zeit ungeheuer populär. Stellt euch vor, ihr ladet Jesus zu euch nach Hause ein und die ganze Wohnung ist voller Menschen und draußen vor der Tür, überall Menschen, die ganze Straße voll. Das muss ein Spektakel gewesen sein. Viele waren da, schreibt Ellen White, gar nicht, weil sie unbedingt geheilt werden wollten, sondern einfach nur aus Kuriosität, ist ein Menschenauflauf da, kommen noch die, die nicht da waren, kommen auch noch dazu. Und es heißt hier, er predigte ihnen das Wort. Das finde ich eine sehr schöne, weil sehr simple Beschreibung der Predigt von Jesus. Er hat nicht einfach irgendwas gepredigt, er hat das Wort gepredigt. Schaut mal in Markus 1, dort heißt es in Vers 14, was hat Jesus genau gepredigt? Also Markus 2 sagt, er predigt das Wort und Markus 1 sagt, er predigt in Vers 14, er predigt das Evangelium. Heute gibt es viele Christen, die predigen eine Art von Evangelium ohne die Bibel, einfach auf guten Gefühlen, auf Jesus hat dich lieb, alles in Ordnung, bleib wie du bist. Aber das Evangelium, das Jesus predigte, war das Wort und es gibt eine Prophezeiung im Alten Testament, die das vorhersagt, dass Jesus auf solch eine Art und Weise das Evangelium predigen würde und zwar in den Psalmen. Schaut mal in Psalm 40 und dort Vers 10. Ihr kennt vielleicht den Zusammenhang hier, das ist der Psalm, wo Jesus quasi noch im Himmel sein Kommen ankündigt, wo er sagt: "Siehe, ich komme, in der Buchrolle steht von mir geschrieben", in Vers 8, vielleicht kennt ihr das und dann sagt er in Vers 9: "Dein Gesetz ist in meinem Herzen" und dann sagt er in Vers 10: "Ich habe Gerechtigkeit als frohe Botschaft verkündigt in der großen Gemeinde." Das heißt, was hat er als frohe Botschaft, heißt Evangelium, aber was hat er als Evangelium gepredigt? Gerechtigkeit. Ich finde es interessant, weil der Paulus sagt später mal in einem berühmten Vers, dass im Evangelium die Gerechtigkeit Gottes sich offenbart, in Römer 1, Vers 16 und 17: "Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit Gottes." Und das war das, was Jesus gepredigt hat, er hat die Gerechtigkeit Gottes gepredigt und zwar als gute Nachricht. Es gibt ja viele Menschen, die predigen die Gerechtigkeit Gottes als schlechte Nachricht, daran hat der Luther so lange laboriert, er hat die Gerechtigkeit Gottes immer gehört: Gott ist gerecht, er ist ein gerechter Richter, er wird dich strafen. Aber Jesus hat die Gerechtigkeit als gute Botschaft gepredigt, als Evangelium. Übrigens, die Apostel haben genau dasselbe gepredigt, schaut mal in Apostelgeschichte 14 und dort Vers 25. Apostelgeschichte 14 und dort Vers 25, also in der Predigt von Jesus sind Gnade und Gerechtigkeit quasi untrennbar gewesen. Die Liebe Gottes und die Gerechtigkeit Gottes waren in seiner Predigt unauflösbar verbunden, weil das im Wort so dargelegt ist. Apostelgeschichte 14 und dort Vers 25, da heißt es: "Und nachdem sie in Perge das Wort verkündigt hatten, zogen sie hinab nach Atalia." Auch die Apostel haben später immer das Wort gepredigt und Paulus sagt später einmal im Römerbrief, was er genau meint mit diesem Wort, sie haben das Wort gepredigt.
[10:41] Heißt das einfach, sie haben die Bibel zitiert? Das haben die Pharisäer auch gemacht in ihren Predigten. Die Pharisäer haben die Bibel hoch und runter zitiert und trotzdem nicht das Wort gepredigt. Was meint ihr, was meint das eigentlich konkret, dieses Wort zu predigen? Jesus Christus, der das Wort ist, ja, im Anfang war das Wort, sein Charakter.
[11:07] Die Kraft des Evangeliums, also das, was man mit dem Wort erfahren hat im eigenen Leben. Schaut mal in Römer, Paulus erklärt das, er war ja einer von denen, die das Wort gepredigt haben. Er sagt in Römer 10, Vers 8 und das wird jetzt ganz wichtig, dann für die eigentliche Geschichte sozusagen als Basis und zu verstehen, was hier passiert. In Römer 10 und dort Vers 8, da heißt es: "Sondern was sagt sie?" Da geht es um die Gerechtigkeit aus Glauben. "Das Wort ist dir nahe in deinem Mund", Zitat aus 5. Mose, "das Wort ist dir nahe in deinem Mund und in deinem Herzen, dies ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen." Was der Paulus sagt, ist das Wort, das wir verkündigen, ist genau das, was 5. Mose sagt. Das Wort ist dir nahe in deinem Mund, in deinem Herzen, so dass du es tun kannst. Das Wort, das sie gepredigt haben, war nicht einfach hier, das ist die Bibel, so ist es, sondern das Wort, das sie gepredigt haben, war: "Das sagt das Wort Gottes und weil es das Wort Gottes sagt, kannst du es erleben, weil das Wort ist dir nahe, so dass du es tun kannst." Das heißt, wenn Jesus gepredigt hat, hat er nicht einfach nur biblische Regeln gepredigt oder biblische Lehre, er hat immer so gepredigt, dass er deutlich gemacht hat, dass was das Wort Gottes sagt, kann man tun durch Gottes Kraft. Das war das Wort und das war so beeindruckend, weil die Pharisäer haben was ganz anderes gepredigt, die haben einfach nur Regeln gepredigt. Wir sind Pharisäer oder wir sind Juden und das sind die Punkte. Jesus hat gepredigt, dass das Wort Gottes Kraft hat.
[12:59] Schaut man mit mir jetzt in Lukas 5 Vers 17, im Parallelbericht, da erwähnt der Lukas noch was, was der Markus auslässt. In Lukas 5 Vers 17, ganz interessanter Vers, Lukas 5 Vers 17: "Und es begab sich an einem Tag, dass er lehrte und es saßen Pharisäer da und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren und die Kraft des Herrn war da, um sie zu heilen." Was fällt euch an diesem Vers auf, wenn ihr den mikroskopisch lest? Fällt euch da irgendwas auf?
[13:55] Also Pharisäer und Gesetzeslehrer waren da, das war vorher noch nicht bei Markus berichtet. Da saßen also viele auch in der Wohnung drin, die eigentlich gar nicht gekommen waren, um wirklich was zu lernen, nur als Spione. Was noch? Fällt euch noch was auf? Das war an einem bestimmten Tag. Was noch? Er lehrte und wer saß in seinem Publikum? Das macht der Lukas. Gesetzeslehrer, das macht er nicht ohne Grund. Er sagt, Jesus lehrte und vor ihm saßen lauter Lehrer des Gesetzes. Das ist eine Sache, wenn man lehrt, eine andere Sache ist, wenn man Lehrer lehrt, die schon alles wissen oder meinen alles wissen zu können. Hier sind ganz viele Lehrer, aber nur einer lehrt und das macht der Lukas sehr deutlich. Die Gesetzeslehrer sitzen da und die werden ja gleich noch ganz erstaunt sein, was passiert, weil sie die Kraft des Wortes gar nicht kennen. Jesus predigt den Gesetzeslehrern das, was das fünfte Buch Mose eigentlich sagt, nämlich das Wort ist in eurem Mund, so dass ihr es tun könnt. Während sie immer nur auswendig gelernt haben, sich stolz auf die Schulter geklopft haben, wie toll sie das alles wissen, wollte Jesus ihnen zeigen, wie das Wort ihr Leben verändern kann. Die Gesetzeslehrer und übrigens heißt es hier, der Satz am Ende ist ganz interessant: "Und die Kraft Gottes war da." Warum? Zu welchem Ziel? Um sie zu heilen. Jetzt, was meint ihr, worauf bezieht sich "sie"? Ja, also die meisten Kommentatoren, die sagen, das ist auch nicht ganz aus der Welt, naja, dass "sie" bezieht sich zurück auf Vers 15, weil davor spricht es von den ganzen Volksmengen, die grundsätzlich mal zu Jesus kommen, die Krankheiten bringen, ja, die ganzen Kranken geheilt zu werden und dann ist das quasi wie so ein Einschub und dann heißt es, naja, Jesus wollte sie alle heilen. Stimmt auch, aber das ist jetzt eine andere Situation. Vers 17 ist ein anderer Tag und ich glaube, dieses "sie" bezieht sich auch nicht, also unter anderem auch auf die Pharisäer und die Gesetzeslehrer. Die waren gar nicht physisch krank, aber die Kraft Gottes war auch da, um sie zu heilen. Das Problem war nur, sie haben diese Kraft nicht realisiert. Manchmal ist die Kraft Gottes buchstäblich zum Greifen da, denn Jesus war ja sozusagen körperlich da. Die Kraft Gottes, die ihre Heilung bewirkte, stand quasi vor ihnen und sie haben es nicht realisiert. Manchmal fragen wir uns vielleicht, wo ist Gottes Kraft und sie ist vielleicht da, aber wir realisieren es gar nicht. Das ist eigentlich ein trauriger Gedanke, dass hier die Möglichkeit für ihr ewiges Leben an ihn vorüberzog, ohne dass sie es gemerkt haben.
[16:58] Zurück zu Markus. Bevor wir dahin gehen, Frage an euch, wie viele Freunde hatte der Mann, der dort durch das Dach geleitet wird? Wie viele Freunde hatte der? Schaut mal nach, in Markus 2 Vers 3, die meisten haben gesagt vier. Markus 2 Vers 3 und wir lesen gemeinsam und es heißt hier: "Und etliche kamen zu ihm und brachten einen Gelähmten, der von vier Leuten getragen wurde." Die ganzen Kinderbibeln sind alle falsch. In den Kinderbibeln sieht man mal, wie vier Freunde den einen sagen: "Komm, wir gehen da hin" und dann tragen sie ihn hin. Der Text sagt was ganz anderes. Der Text sagt, da waren viel mehr. Eine große Gruppe, nur man brauchte halt vier, die getragen haben. Aber neben den vier, die getragen haben, waren noch etliche Leute mehr drumherum. 20 oder 30 oder 100 waren, keine Ahnung. Eine große Gruppe, die diesen Gelähmten gebracht haben. Das schon mal eine, ist nicht das weltbewegendste, aber finde ich interessant. Es lohnt sich immer, den biblischen Text selbst zu lesen und nicht immer darauf zu vertrauen, was man so in der Kindersabbatsschule gelernt hat. Übrigens Ellen White sagt uns, dass dieser Mann gelähmt war, weil er ein sündiges Leben gelebt hatte. Er war also nicht von Geburt aus gelähmt, sondern die Lähmung war Folge seines Lebensdienstes. Und sie berichtet ein bisschen mehr als der Bibeltext hier, dass er gehört hatte, dass Jesus mittlerweile sogar Aussätzige geheilt hatte. Und da haben dann seine Freunde gesagt: "Hey, wenn der Aussatz heilen kann, dann kann er dich auch heilen." Er hat zugestimmt und gesagt: "Okay, da gehen wir hin." Und während sie das vorbereitet haben, kam ihm die Idee: "Aber Jesus wird wissen, warum ich krank bin. Jesus wird mein ganzes altes Leben kennen." Und er hatte schon vorher öfter mal sich an die Pharisäer gewandt, an Schriftgelehrte gewandt und an Ärzte gewandt. Die haben immer gesagt: "Es ist deine Schuld, du trägst jetzt die Strafe deiner Sünde, du bist verloren, du bist verflucht." Und deswegen hat er keine Hoffnung gehabt. Na ja, jedenfalls haben seine Freunde ihn dann überredet, ihn Mut gemacht und sie kommen jetzt hier an diese Tür.
[19:07] Vers 4. "Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten." Sie kamen nicht mal in die Nähe der Tür und wie wir gesehen haben, unter anderem deswegen, weil viele Leute im Haus waren, die gar nichts von Jesus wollten. Auch eine interessante Situation. Da sitzen Leute direkt vor Jesus und wollen gar nichts von ihm und der, der unbedingt was von ihm will, der kommt nicht hin. Manchmal gibt es auch Leute in der Gemeinde, die einfach nur in der Gemeinde sind, aber die vielleicht einfach nur aus Kuriosität sind und andere noch abhalten, zu Jesus zu kommen und selbst nicht davon profitieren. Also sehr feinfühlig diesen Gedanken wegen, bloß nicht anfangen jetzt die Leute aus der Gemeinde zu schmeißen, aber als Gedanke. Wie viele Leute werden manchmal vielleicht sogar abgehalten, zu Jesus zu kommen, weil andere einfach den Weg versperren. In vielen Fällen, in vielen Fällen, in vielen Fällen. Ja, in vielen Fällen. Können wir später noch ausführlicher machen. Es gibt Ausnahmen, definitiv, aber können wir das später erzählen.
[20:27] Was also tun? Ellen White sagt, es war dann seine eigene Idee zu sagen: "Jetzt gehe ich nicht zurück. Jetzt, wo ich so nahe bin, ich weiß, es sind eigentlich nur noch ein paar Meter Luftlinie, aber man kommt nicht durch mit allen Ellenbogen dieser Welt, man kommt nicht durch. Jetzt hat er die Idee gehabt: Okay, jetzt gehen wir aufs Dach." Damals waren die Dächer relativ flach und man hatte immer so Treppen. Man musste also jetzt nicht die Feuerleiter da hochklettern, sondern es gab ganz gewöhnliche Treppen. Man hat damals auf den Häusern oft die Ziegen grasen lassen. Auf den Dächern, da war dann richtig so Erde und da war dann so Gras und da waren die Ziegen so. Es war nicht ungewöhnlich, auf das Dach zu gehen. Und dann heißt es hier: "Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab und nachdem sie es aufgebrochen hatten, ließen sie die Liegematte herab, auf welcher der Gelähmte lag." Die Ellen White sagt so schön: "Je mehr sie versuchten, desto stärker wurde der Glaube des Mannes." Quasi, je mehr sie investiert haben, je näher er Jesus kam, desto stärker wurde sein Glaube. Und das war jetzt keine Kleinigkeit, das waren nicht nur ein paar Dachziegel, die da jetzt übereinander lagen, die man wegnehmen musste, sondern wie gesagt, das war damals, da hatte man dann Mörtel und Asche und Sand, das war alles fest. Das Originalgriechische sagt, die mussten das aufschaufeln, die aufgraben und dann dieses Dach kaputt machen. Übrigens, so nebenbei gesagt, in welchem Haus fand das nochmal statt? Petrus.
[22:03] Hier ist eine interessante Lehre: Wenn du Jesus in dein Haus einlädst, kann es passieren, dass dein eigenes Dach kaputt geht, damit jemand Jesus findet. Nochmal, wenn du Jesus in dein Heim einlädst, kann es passieren, dass dein Dach kaputt geht, damit jemand Jesus findet. Man denkt selten drüber nach, man denkt, ja wunderbar, dass du durchgegangen bist. Das Dach war kaputt, wenn es da geregnet hat, man muss es wieder reparieren.
[22:41] Es war eine einfache, ganz simple Liege, eine Liege, so sagt das Griechische, auf der normalerweise ganz arme Menschen lagen und sie haben die jetzt runtergelassen, dort wo Jesus war. Schaut mal in Vers 5: "Als aber Jesus ihren Glauben sah." Interessanterweise, was ist interessant an dieser Formulierung hier? Wenn ihr genau schaut, dort steht: "Als Jesus ihren Glauben sah." Es war nicht nur der Glaube des einen Mannes, sondern es war der Glaube einer ganzen Gruppe. Die anderen haben vielleicht nicht das Bedürfnis gehabt auf Heilung, aber ihr Glaube hat mitgewirkt, dass dieser Mann zu Jesus kam. Jetzt, warum hat Jesus gesehen, dass sie Glauben hatten, mal abgesehen davon, dass Jesus sowieso alles weiß? Aber woran konnte man ihren Glauben sehen? An ihren Taten. Das ist ein wunderbares Beispiel für Glauben, der sich durch die Werke zeigt. Ihre Werke konnten den Mann nicht heilen, ihre Werke konnten dem Mann keine Sündenvergebung geben, aber ihre Werke konnten ihren Glauben offenbaren. So wie der Abraham, als er seinen Sohn auf den Altar legt, damit seinen Glauben offenbart. Damit konnte er kein Problem lösen, aber er konnte seinen Glauben offenbaren. Die Frage ist, wie viel investieren wir, um Menschen zu Jesus zu bringen? Sieht man an unseren Werken den Glauben, den wir haben, dass Jesus diesen Menschen retten kann? Oder lassen wir uns zu schnell entmutigen und sagen: "Da klappt er eh nicht, keine Chance, wird nichts."
[24:33] Ja, wie gesagt, es waren nicht nur vier, nicht nur die vier besten Freunde, das war eine ganze Gruppe, die gesagt hat: "Wenn Jesus in der Stadt ist, wer weiß, wann er wieder kommt. Er ist immer unterwegs jetzt und geht von einer Stadt zur nächsten. Man wusste ja, als er das letzte Mal da war, da hat er an einem Abend geheilt und am nächsten Morgen war er weg. Da waren vielleicht viele schon gekommen mit ihren Kranken, aber Jesus musste weiter. Man wusste also, man hat nicht ewig Zeit, Jesus wird jetzt keine Arztpraxis hier öffnen, entweder jetzt oder vielleicht nie, wer weiß."
[25:11] Ja genau, heute ist der Tag des Heils, solange er zu finden ist, in Jesaja 55.
[25:24] Jetzt schaut mal in Vers 5 wieder. Es heißt: "Als aber Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: 'Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.'" Warum sagt Jesus zu ihm "Sohn"? Das ist interessant, oder? Lukas heißt ja sogar "mein Sohn". Er hat ihn angenommen. Was würde er damit ausdrücken, wenn er sagt: "Mein Sohn"? Er ist in den Glauben, du gehörst zu mir, du gehörst zu meiner Familie. Jesus ist ja auch der ewige Vater, so heißt es ja in Jesaja 9.
[26:21] Jesus macht etwas Außergewöhnliches. Er sagt ihm nicht: "Steh auf." Das hätte man jetzt erwartet, oder? Jesus predigte gerade das irgendwo im Alten Testament, das Neue gab es ja noch nicht und predigte eine kraftvolle Predigt. Die Leute sind alle total gespannt und plötzlich, stell dir das mal vor, da kracht es oben, bum bum bum bum bum, man fragt sich schon, was ist jetzt los und dann kommt der Mann runter. Predigt unterbrochen und ich meine, jeder versteht die Situation, der Mann ist hilflos, der guckt auf Jesus ganz verzweifelt, der will geheilt werden, oder? Aber Jesus hat sein eigentliches Anliegen erkannt. Sein eigentliches Anliegen war nicht Heilung, sondern Vergebung. Also nicht körperliche Heilung, meine ich.
[27:03] Ja genau, aber nicht jeder, dem Gott vergibt, der wird auch körperlich gesund. Die Idee ist, dass dieser Mann eben nicht zuerst körperlich gesund werden wollte, sondern geistlich gesund. Genau. Schaut mal in Psalm 103 Vers 3, da sieht man diesen Zusammenhang. Das können wir später machen, in Psalm 32 und dort Vers 1 und 2.
[27:59] Einen interessanten Vers. "Wohl dem, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet." Und Ellen White beschreibt diese Situation ganz interessant. Sie sagt, dieser Mann kommt da runter und seine Augen sind auf Jesus gerichtet und er sagt jetzt nicht: "Ich hoffe, deine Sünden werden dir vergeben" oder "Das wird dann mal irgendwann geschehen", sondern er sagt: "Dir, ich versichere dir, sie sind dir vergeben." Dann sagt sie, dann rollt von ihm diese Schuld weg und er liegt einfach da, völlig glücklich und hat keinen weiteren Wunsch. Man würde denken, dass er sagt: "Okay, wunderbar, hat das geklappt, jetzt hätte ich auch noch geheilt werden, jetzt möchte ich auch noch gesund werden, ich möchte noch laufen können." Sie sagt, er lag da, als hätte er keinen weiteren Wunsch. Es war alles okay und wenn er sein Leben so als Kranker weitergemacht hätte, wäre es vollkommen egal gewesen. Er hatte Vergebung seiner Sünden bekommen.
[29:12] Die Frage war natürlich, wie konnte Jesus das tun? Schaut mal, Jesaja 53 und dort Vers 11. Ein paar Texte im Alten Testament lesen, weil das wird jetzt gleich die Krise auslösen dort. Jesaja 53 und dort Vers 11. Da heißt es über den kommenden Messias, der sich wie ein Lamm zur Schlachtbank führen lassen wird und unsere Sünden auf sich nimmt in Vers 11: "Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen und ihre Sünden wird er ertragen." Das heißt, das Alte Testament hatte vorher gesagt, dass der kommende Messias selbst gerecht ist und indem er die Sünden auf sich nimmt, würde er andere gerecht machen. Wie nennt man das, wenn man jemand gerecht macht? Welches theologische Wort sagt, dass jemand gerecht gemacht wird? Rechtfertigung. Rechtfertigung bedeutet nichts anderes als, was ist Rechtfertigung auf Neudeutsch? Vergebung. Als er gesagt hat: "Deine Sünden sind dir vergeben", hätte er auch theologisch ausdrücken können: "Ich habe dich hiermit gerechtfertigt, ich habe dich gerecht gemacht." Was hat Jesus gepredigt? Psalm 40, ich predige Gerechtigkeit als gute Botschaft. Gerechtigkeit als schlechte Botschaft sagt: Gott ist gerecht, du bist ein Sünder. Das ist zwar wahr, aber es ist eine schlechte Botschaft. Gerechtigkeit als gute Botschaft sagt: Gott ist gerecht und er schenkt dir seine Gerechtigkeit. Das hat Jesus gepredigt und das hat er jetzt umgesetzt. Das Wort Gottes hat diesen Menschen in seiner Seele geheilt. Es gibt einen tollen Vers in Jesaja, der das auch ausdrückt. Jesaja 38 und dort Vers 17. Ich kann mir vorstellen, dass wenn später dieser Gelähmte diesen Vers hier gelesen haben sollte, dass er bestimmt gesagt hat: "Ja, genau dieser Vers, genau das ist meine Erfahrung." Jesaja 38, Vers 17: "Siehe, zum Frieden diente mir bitteres Leid. Du hast ja meine Seele liebevoll umfangen und sie aus der Grube des Verderbens herausgezogen, denn du hast alle meine Sünden hinter deinen Rücken geworfen." Seine Sünden hatten ihm bitteres Leid gebracht, aber dieses bittere Leid diente ihm zum Frieden, weil nur weil er krank war, überhaupt auf die Idee kam, zu Jesus zu kommen. Da waren viele Pharisäer, die hatten vielleicht noch mehr Sünden begangen als dieser Mann, aber sie wollten nichts von Jesus wissen, weil sie glaubten, es ist alles gut. Dieses bittere Leid, ans Bett gefesselt zu sein, diente ihm in Wirklichkeit zum Heil.
[32:40] Übrigens noch was sehr Schönes in Matthäus 9, im Parallelbericht, erwähnt der Matthäus noch ein Wort von Jesus, das Markus und Lukas nicht erwähnen. In Matthäus 9 und dort Vers 2, da heißt es: "Und siehe, da brachten sie einen Gelähmten zu ihm, der auf einer Liegematte lag und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: 'Was sind die nächsten beiden Worte?'" "Sei getrost." Das Griechische sagt eigentlich: "Sei ermutigt, sei guter Dinge, sei guten Mutes." Weil der Mensch, der mit Sünde kämpft, der kämpft auch mit Verzweiflung, der kämpft mit Fragen und Jesus sagt ihm hier nicht nur: "Ich vergebe dir", er sagt vorher: "Hey, sei guter Dinge, sei guten Mutes", weil das im Hinterkopf, Jesus sagt: "Habe Mut, ich habe dir die Sünden vergeben." Übrigens, dieser Trost, der kommt auch aus dem Alten Testament. Schaut man in Jesaja 40 und dort Vers 1, da heißt es, vielleicht kennt ihr es auch auswendig: "Tröstet mein Volk, spricht euer Gott." Und das hat der Gelähmte erlebt. Er wollte so unbedingt zu Jesus und er kommt viel direkter, als er sich das vielleicht hätte träumen lassen, jetzt mit Jesus in Kontakt und interessiert nicht, was die anderen denken, interessiert nicht, was die Pharisäer denken. Jesus hat gerade gesagt, dass seine Sünden vergeben sind und er hat das in seinem Herzen gespürt. Er hat gespürt, die Schuld ist weg und jetzt liegt er da und möchte am liebsten so bleiben bis in alle Ewigkeit, aber die Geschichte geht natürlich weiter.
[34:29] Schaut man jetzt in Markus 2, Vers 6 und 7. Man würde ja denken, dass alle Halleluja und Amen rufen, oder? Wenn Jesus einem Menschen die Sünden vergibt. Markus 2, Vers 6 und 7: "Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen: 'Was redet dieser? Solche Lästerung! Wer kann Sünden vergeben, als nur Gott allein?'" Also erst mal festzuhalten, das denken die nur, das sagen die nicht. Aber was sie denken, hat Dynamit, denn Lästerung ist keine Kleinigkeit. Worauf stand Lästerung? Was stand auf Lästerung? Todesstrafe, durch was? Wie? Weiß jemand, wo das steht? Bibeltext, der über Lästerung spricht? Was passiert, wenn man Gott lästert, wenn man Gott flucht? Schaut mal dritte Mose 24, dritte Mose 24 und dort Vers 16. Das war keine Kleinigkeit. Dritte Mose 24 und dort Vers 16: "Und wer den Namen des Herrn lästert, der soll unbedingt getötet werden, die ganze Gemeinde soll ihn unbedingt steinigen, sei es ein Fremdling oder ein Einheimischer, wer den Namen lästert, soll er sterben." Übrigens, woran ist Jesus am Ende verurteilt worden? Was war der technische Anklagegrund gegen ihn? Lästerung. Der Hohepriester hat seine Kleider zerrissen und hat gesagt: "Was brauchen wir weitere Zeugen? Habt ihr seine Lästerung gehört?" Das heißt, hier sehen wir eine der ersten Schritte, wo der Satan quasi jetzt diesen Weg langsam ebnet, dass man Jesus wegen Gottes Lästerung umbringt, angeblich an Gottes Lästerung.
[36:32] Jetzt, was hat es mit diesem Vorwurf auf sich? Und dieses Studium ist ziemlich interessant. Sie sagen: "Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?" Jetzt habe ich eine Aufgabe für euch. Ihr dürft nur das Alte Testament benutzen, nur das Alte Testament. Könnt ihr mir Stellen aus dem Alten Testament zeigen, auf die sich diese Pharisäer wohl berufen haben, aus denen deutlich wird, dass Gott alleine Sünden vergibt? Eine Tatsache, an der wir nicht zweifeln, an die wir wohl für selbstverständlich achten, aber wenigstens einen Text oder zwei Texte aus dem Alten Testament, auf die sie sich berufen haben, die auch Jesus gekannt haben muss, wo deutlich wird, dass nur Gott Sünden vergeben kann. Ja, die Psalmen sind lang und groß. Doch, unter anderem Psalmen sind auch gut. Also fangen wir mal beim Psalmtext an. Ihr könnt die anderen noch überlegen. Psalm 130 zum Beispiel.
[37:51] Vers drei und vier: "Wenn du, oh Herr, Sünden anrechnest, Herr, wer kann bestehen? Aber bei dir ist die Vergebung, wozu? Damit man dich fürchte." Die Vergebung hat zu tun mit der Gottesfurcht. Gott vergibt, damit man ihn fürchtet. Okay, halten wir das mal fest, gehen wir weiter. Jesaja 43 und dort Vers 25. Genau, da heißt es: "Ich tilge deine Übertretung um meinetwillen." Die Idee ist, dass Gottes Vergebung, er vergibt uns aufgrund seiner eigenen Ehre. Vergebung ist nicht nur etwas, was Gott so nebenbei macht, sondern die Sündenvergebung ist direkt verbunden mit der Ehre Gottes. Und deswegen ist das keine Kleinigkeit, wenn jemand sagt: "Ich kann ja auch die Sünden vergeben." Wenn jemand, der dazu nicht berechtigt ist, den Anspruch erhebt, Sünden zu vergeben, dann greift er die Ehre Gottes an, weil Gott sagt: "Das ist meine Ehre, Sünden vergeben zu können, das tue ich um meinetwillen, damit man mich fürchte." Übrigens, wenn jemand sagt, der dazu nicht berechtigt ist, ich kann dir die Sünden vergeben, warum tut er das dann? Damit man ihn fürchtet und ihm die Ehre gibt. Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, betet ihn an. Wenn jemand sagt: "Ich vergebe dir die Sünden" und man das annimmt, dann betet man ihn de facto an. Das ist so die Idee, dann auch hier Offenbarung 13.
[39:28] Aber schaut mal, und jetzt wird es interessant, Micha 7 und dort Vers 18: "Wer ist ein Gott wie du?" Da geht es wirklich um die Frage, wer ist der eine Gott, der wahre Gott. Da geht es nicht nur um himmlische Wesen, da geht es um Gott, um seine Unvergleichlichkeit und dann wird begründet, warum Gott so unvergleichlich ist. Warum? "Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils Übertretung erlässt." Das heißt, ja, die Pharisäer hatten absolut recht, wer kann Sünden vergeben außer Gott? Das ist eine biblische Lehre, nur was war ihr Problem? Sie haben nicht erkannt, dass Jesus Gott ist. Und das ist wieder ein entscheidender Punkt, um deutlich zu machen, Jesus muss Gott gewesen sein, ansonsten kann er nichts sagen, ich vergebe die Sünden. Wir können als Menschen sagen, wenn du betest und deine Sünden Gott bekennst, dann wird Gott dir vergeben. Wir können Menschen diese Zuversicht aussprechen, ja, aber wir können nicht die Sünden vergeben.
[40:50] Jesus hat dieses Anliegen direkt beantwortet, schaut mal in Markus 2, Vers 8. Markus 2, Vers 8, das heißt es: "Und sogleich erkannte Jesus in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten und sprach zu ihnen: 'Warum denkt ihr dies in euren Herzen?'" Warum konnte Jesus ihre Gedanken lesen? Weil er Gott ist. Das ist die Tatsache, dass er jetzt, ohne dass sie das ausgesprochen haben, ihre Gedanken liest und sie quasi damit konfrontiert, beantwortet das eigentlich schon ihre Frage. Wieso kann er das machen? Er sagt: "Pass auf, ich weiß, was ihr denkt und damit beweise ich, dass ich Gott bin." Wir haben schon mehrere Geschichten gesehen, wo Jesus immer wieder genau gesagt hat, ich weiß, was im Innersten des Menschen ist. Wir haben das bei Nicodemus gesehen, wir haben das bei der Frau am Jakobsbrunnen gesehen, wir haben das in Johannes 2 gesehen. Jesus wusste, was im Menschen ist und immer wenn die Menschen daran gezweifelt haben, ob er Gott ist, hat er nie gesagt: "Ich bin Gott", aber er hat immer gezeigt: "Ich weiß, was du denkst."
[42:09] "Das ist der Sohn, lasst uns ihn töten", Matthäus 21. Das haben sie irgendwann, ja genau, aber das haben sie irgendwann dann realisiert. Das heißt, ich denke, das Gleichnis bezieht sich da dann auf die Zeit bei der Kreuzigung, da wird es eine Gefahr gegeben haben, die das durchgelegt haben. Aber das haben die dann erst gesehen. Ich meine, irgendwann, es kam ja ein Wunder nach dem anderen und spätestens als Lazarus nach vier Tagen aufgestanden ist, also einige, die klar denken konnten, mussten erkennen. Aber ich denke, zu dem Zeitpunkt war das noch ihnen nicht so klar. Das kam jetzt mit der Zeit so, durch die ganzen Wunder, die er tut und durch diese Dinge, die jetzt passieren und zum Beispiel auch hier.
[42:49] Jetzt schaut mal in Vers 9 und 10. "Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: 'Dir sind die Sünden vergeben' oder zu sagen: 'Steh auf und nimm deine Liegematte und geh umher'?" Interessante Frage, oder? Ja, das ist eine gute Frage. Warum drückt er das so aus? Er hat ja zu diesem Gelähmten gesagt: "Deine Sünden sind dir vergeben." Das kann man ja vergleichsweise relativ schnell sagen, oder? Man spricht die Worte und man sieht keine Veränderung notwendigerweise, denn die Veränderung ist ja quasi innerlich. Und jemand, der zweifeln möchte, sagt: "Na ja, was ist das denn für ein Hochstapler?" Und jetzt vergleicht Jesus diese Situation und sagt mal, was ist einfacher? Einfach zu sagen: "Deine Sünden sind dir vergeben", wissend, dass das zwar leicht über die Lippen geht, aber in Wirklichkeit eine Gottheit erfordert. Denn man muss Gott sein, um die Sünden vergeben zu können. Aber ihr glaubt mir nicht, dass ich Gott bin. Ihr glaubt nur, dass ich hier einfach ein Hochstapler bin und Worte sage, die nichts bewirken. Deswegen schaut mal, was jetzt passiert. Wenn der jetzt aufsteht, dann werdet ihr nicht sagen, dass ich ein Hochstapler bin, oder? Er vergleicht sozusagen die Vergebung mit der Heilung. Und das ist jetzt der entscheidende Punkt, wie auch das letzte Mal beim Aussätzigen. Die Heilung ist nicht die Vergebung, aber die Heilung illustriert die Vergebung. Anhand der Heilungen Jesu kann man lernen, wie er Sünden vergibt. Und deswegen hat Jesus so viele Menschen geheilt. Es war nicht sein Ziel, die Menschen zu heilen, also jetzt physisch zu heilen, physikalisch zu heilen, weil dann hätte er länger auf der Erde bleiben müssen, weil die Leute, die er geheilt hat, sind irgendwann später wieder krank geworden und gestorben. Das war immer nur, obwohl es natürlich wichtig war und schön war, es war immer nur temporär. Sein eigentliches Anliegen, er war nicht gekommen, um Menschen gesund zu machen. Sein Anliegen war, er war gekommen, um Menschen ewiges Leben zu geben. Und dazu hat er so viel geheilt, damit man endlich das vor Augen hat, dass man sieht, wie funktioniert das.
[45:01] Ganz genau, weil Vergebung bringt neues Leben und dann am Ende auch einen neuen Körper. Und dann sagt er: "Damit ihr aber wisst", mit anderen Worten, "damit ihr mir jetzt nicht glauben müsst, weil ihr glaubt mir sowieso nicht, aber damit ihr wisst, dass der Menschensohn" und jetzt sagt er, "der Sohn des Menschen." Woher kommt dieser Begriff? Haben wir schon öfter gehabt, Sohn des Menschen? Daniel und dort Kapitel 7, Vers 13, 14. Der kommende Messias, auf den die Juden gewartet haben, der König. Damit ihr wisst, dass der König, der kommt. Damit sagt er mit anderen Worten: "Ich bin der König, ich bin der Messias, damit ihr wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat." Das griechische Wort heißt eigentlich Autorität, er hat das Recht dazu. Mit anderen Worten, das würde bedeuten, dass der Menschensohn Gott ist, weil nur Gott hat das Recht, Sünden zu vergeben, dass er das Recht hat, die Autorität hat. Damit ihr das wisst, sprach er zu dem Gelähmten.
[46:09] Und dann sagt er in Vers 11: "Ich sage dir, steh auf und nimm deine Liegematte und geh heim." Der Mann hat gar nicht danach gefragt. Mir ist es ganz wichtig, sondern die Heilung dieses Gelähmten war eine Illustration dessen, was das eigentliche Wunder war. So wie Jesus diesen Mann geheilt hat, so vergibt er Sünden. Frage, wie hat er den Mann geheilt? Durch sein Wort. Deswegen hat er das Wort gepredigt, aber dieses Wort hat nicht einfach nur ihm Trost gespendet, sondern dieses Wort hat etwas bewirkt. Was hat es bewirkt? Zwei Dinge. Was war das erste, was es bewirkt hat? Also nur bei der physikalischen Heilung, nur bei der körperlichen Heilung waren zwei Dinge. Was war das erste? Bei der körperlichen Heilung. Wir schauen nur die körperliche Heilung an und dann übertragen wir auf das Geistliche. Die körperliche Heilung, das Wort hat zwei Dinge bewirkt. Als er gesagt hat: "Steh auf", hat es zwei Dinge bewirkt. Was waren die beiden Dinge? Er hat erstens ihm die Krankheit genommen, richtig? Aber wenn man jemandem die Krankheit nimmt, ist er zwar gesund, aber er kann noch nicht laufen. Wenn ihr mal länger Zeit am Bett gefesselt gewesen seid, könnt ihr wissen, man kann gesund sein und trotzdem noch nicht laufen. Man muss erst zur Reha und wieder Kraft bekommen. Er hat ihm die Krankheit genommen und hat ihm Kraft gegeben, gleich sofort richtig laufen zu können. Das ist entscheidend, weil das ist die Kraft des Evangeliums.
[47:57] Jesus vergibt in zwei Richtungen sozusagen. Er nimmt die Sünde weg, aber er gibt gleichzeitig die Kraft, gerecht leben zu können. Das ist die Gerechtigkeit, die er schenkt. Er bekleidet uns mit seiner Gerechtigkeit, indem er alle Sünden auf sich nimmt, aber er gibt uns auch die Kraft, diese Gerechtigkeit jetzt auch tatsächlich zu leben. Richtig, er befähigt uns. "Das Wort ist in deinem Mund, damit du es tun kannst", haben wir gelesen. Könnt ihr euch erinnern? Römer 10, Vers 8, das ist das Wort, das wir predigen. Fünfte Mose, das Wort ist in deinem Mund, damit du es tun kannst. Das, was er gepredigt hat, hat er jetzt illustriert. Toller Vers und überhaupt ein toller Abschnitt auch. Gott schenkt uns nicht nur die Vergebung, sondern er schenkt uns auch die Kraft und wir müssen, wenn wir die Vergebung erleben wollen und predigen, müssen wir beide Aspekte beinhalten. Wenn man nur das Wegnehmen der Sünde predigt, dann weiß man nicht, wie es weitergeht. Wenn man nur predigt, ja, aber Gott gibt die Kraft, gehorsam zu sein, dann weißt du aber nie, was ist mit meinen alten Sünden passiert. Das ausgewogene Evangelium zeigt beides. Gott nimmt dir deine Sünde weg, er gibt dir alles, aber dann gibt er dir auch die Kraft, das ist dir der Glaubensgehorsam, die Gerechtigkeit aus Glauben.
[49:40] Und es heißt in Vers 12: "Und ihr wisst schon, was das Lieblingswort von Markus? Was ist das Lieblingswort von Markus?" "Sogleich", genau. Vers 12: "Und er stand sogleich auf, nahm seine Liegematte und ging vor aller Augen hinaus." Jesus hat ihm nicht mit drei Armgriffen hochgeholfen, so jetzt könnt ihr sehen, er geht. Der Mann musste ihm glauben, so wie damals beim Teich Bethesda, als Jesus sagte: "Steh auf", und der Mann hat geglaubt, dass das Wort die Kraft hat, er hat es versucht, quasi seinen Glauben durch Werke offenbart, durch den Versuch und siehe da, er konnte laufen, nicht durch eigene Kraft, sondern durch Jesu Kraft und genau das ist das Evangelium und genau so funktioniert Vergebung. Heute wird es oft so missverstanden, dass irgendwie die Vergebung ist da und dann später macht Gott einen irgendwie heilig vielleicht, da ist die Vergebung und da kommt später der Gehorsam, aber bei Jesus in seiner Predigt und in seiner Heilung war das letztlich in einer Sache, man konnte das nicht trennen.
[50:49] Vers 12: "Und er stand sogleich auf, nahm seine Liegematte und ging vor aller Augen hinaus, so dass sie alle erstaunten, Gott priesen und sprachen: 'So etwas haben wir noch nie gesehen.'" Und die Pharisäer waren natürlich erst einmal völlig von Kopf gestoßen, die wussten gar nicht, was sie sagen sollten, weil jetzt das ganze Volk verstanden hatte, wenn Jesus so, wenn diese Heilung ein Beispiel ist für Sündenvergebung, dann kann er wirklich ganz ehrlich, ganz real meine Sünden nehmen und dann kann ich plötzlich ein ganz neues Leben nehmen, was ich seit Jahrzehnten versucht hatte und es hat nie funktioniert und diese offensichtlich gute Nachricht hat natürlich dazu geführt, dass die Leute zu Jesus gekommen sind und ihn gelobt und gepriesen haben.
[51:41] Ellen White beschreibt noch so schön, wie dann der dieser Mann nach Hause gekommen ist, stell dir das mal vor, wie der plötzlich mit seiner Liegematte da anspaziert kommt, angesprungen kommt: "Ich kann laufen!" Sie sagt dann, der Mann war bereit, sein Leben für Jesus zu geben, der konnte gerade laufen, der war bereit für ihn zu sterben, weil er solch eine Freude hatte, aber die Freude kam nicht, wie gesagt, weil er laufen konnte, sondern die Freude hatte er schon gehabt, als er wusste: "Mit mir und Gott ist alles im Reinen, alles okay."
[52:14] Bevor wir schließen, ich fand noch einen Vers im Alten Testament, einen Abschnitt, von dem ich glaube, dass es fast wie eine Prophezeiung auf die Geschichte ist. Schaut in Jesaja 35, ab Vers 1, ein ganz schöner Abschnitt und mehrere Elemente passen direkt auf die Geschichte hier. In Jesaja 35, da heißt es ab Vers 1: "Die Wüste und Einöde wird sich freuen und die Steppe wird frohlocken und blühen wie ein Narzissenfeld. Sie wird lieblich blühen und frohlocken, ja, es wird frohlocken und Jubel geben, denn die Herrlichkeit des Herrn wird ihr gegeben, die Pracht des Kanaan und der Saronebene. Sie werden die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes." Übrigens, was haben die Jünger gesagt? "Wir sahen seine Herrlichkeit." Vers 3: "Stärkt die schlaff gewordenen Hände und macht fest die strauchelnden Knie." Vers 4: "Sagt zu denen, die ein verzagtes Herz haben: 'Seid tapfer.'" Was hat Jesus zu ihm gesagt, zu dem Gelähmten? "Sei getrost, sei mutig, sei tapfer und fürchtet euch nicht." "Seht, das ist euer Gott. Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes, er selbst kommt und wird euch retten." Und was passiert, wenn Jesus selbst kommt und sagt: "Sei getrost"? Was passiert? Vers 5: "Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden, dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch." Also die Pharisäer, die plötzlich sehen, die Augen gehen auf, die Ohren hören, der Lahme springt wie ein Hirsch. Die werden auch gesagt: "Meine Güte, das habe ich doch gelesen, Jesaja 35 und wie war das nochmal? Das steht auch, sei getrost, sei mutig. Das ist genau das, was Jesus gesagt hat und hier steht: 'Seht die Herrlichkeit Gottes, euer Gott selbst ist gekommen.'" Also ich glaube, allein der Abschnitt hätte genügt, wenn jemand an dem Abend Abendandacht gemacht hat und die Verse liest und sagt: "Hey, Moment mal, Gott ist unter uns." Leider haben die Pharisäer das nicht gesehen, aber viele haben es gesehen und es zeigt einmal mehr, wie sehr die Geschichten von Jesus eigentlich nichts weiter sind als die Umsetzung dessen, was im Alten Testament steht.
[54:27] Zum Abschluss, lasst uns diesen Gedanken mal wirklich durchdenken und im Herzen bewegen, dass Jesus uns so vergeben möchte wie diesen Mann. Unsere Sünde nehmen und uns Kraft geben, neue Gewohnheiten, neue Gedanken zu denken, neue Gewohnheiten zu haben, neue Taten zu tun, seine Gerechtigkeit zu leben. Wollen wir ihn darum bitten, dass er uns das jeden Tag aufs Neue schenkt? Dann lasst es uns auch niederknien.
[55:09] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen für diese Geschichte, die uns zeigt, so ganz plastisch, so dass man es gar nicht missverstehen kann, wie du vergibst. Du vergibst nicht, indem du einfach die Augen zukneifst und uns nochmal eine zweite Chance gibst, einfach so, sondern du vergibst so gründlich und so gerecht, weil du alle Sünden auf Jesus gelegt hast. Lieber Vater, wir danken dir, dass wir sehen dürfen, dass du uns nicht nur vergibst, sondern dass du uns Kraft schenkst durch Jesus Christus. Kraft schenkst, ein neues Leben zu leben und diese Kraft wollen wir jeden Tag aufs Neue in Anspruch nehmen. Wir wollen jeden Tag mit Jesus leben. Wir möchten dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir jeden Tag diese Taufe mit dem Heiligen Geist erleben und wir danken dir, dass du durch dein Wort, durch das Wort des Glaubens genau das in uns bewirkst. All das bitten wir im Namen Jesu, der für uns gestorben ist und uns neues Leben geschenkt hat. Amen.
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