Veröffentlicht am
960 Klicks

In dieser Predigt wird die biblische Geschichte von Jesus und den Menschenmassen beleuchtet, die ihm folgten. Es wird erklärt, warum Jesus sich manchmal zurückzog, wenn er bedroht wurde, und wie wichtig es ist, klug zu handeln, anstatt unnötige Konflikte zu suchen. Die Predigt betont, dass Jesus nicht laut um sich selbst warb, sondern durch seine demütige und vom Geist erfüllte Arbeitsweise die Menschen anzog. Es wird auch die prophetische Bedeutung von Jesus als „Knecht Gottes“ aus Jesaja 42 erläutert, der das Recht zu den Heiden hinaustragen wird und dessen Name untrennbar mit seiner Lehre und seinem Gesetz verbunden ist.

In dieser Predigt wird die Zurückhaltung und Demut Jesu im Dienst beleuchtet. Christopher Kramp analysiert, wie Jesus bewusst Kontroversen vermied und sich zurückzog, wenn es angebracht war, um sein Werk weise fortzuführen. Es wird gezeigt, wie diese Methode nicht nur eine persönliche Strategie war, sondern auch eine Erfüllung biblischer Prophezeiungen darstellt. Die Predigt hebt hervor, dass Jesu Wirken die Grenzen Israels sprengte und Menschen aus allen Richtungen anzog, was die Kraft seiner Botschaft und Heilungen unterstreicht.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:34] Wir möchten dir danken, dass wir die Gelegenheit haben, mit deinem Heiligen Geist in besonderer Weise Kontakt zu haben, indem er zu unserem Herzen sprechen möchte. Wir möchten dich bitten, dass wir in diesen Versen aus den Evangelien die Botschaft erkennen, die wir heute für uns brauchen, und dass sie uns kräftigt, stärkt und tröstet, und dass wir in unserer Beziehung zu dir gefestigt werden und näher zu dir kommen. Und wir danken dir, dass du all das tun wirst, aufgrund deiner Verheißung, weil dein Wort solche Kraft hat und so stark ist. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:15] In Markus Kapitel 3 sind wir das letzte Mal gewesen. Ich weiß nicht, wer sich von euch noch erinnern kann, was die letzte Geschichte gewesen ist, die wir angeschaut haben. Da ging es am Anfang von Markus 3 um einen Mann, der wurde geheilt mit der verdorrten Hand. Könnt ihr euch erinnern? Eine Sabbat-Heilung, die nicht nur von Jesus handelte und nicht nur von dem Mann mit der verdorrten Hand, sondern auch von all den Pharisäern, die eine Gelegenheit gesucht hatten, ihn zu töten. Erinnert euch daran. Diese Geschichte, diese Parallele mit Jerobeam und so weiter.

[2:03] Hier an der Stelle wollen wir weitermachen und uns jetzt in Markus 3, die Verse 7 bis 12 anschauen und danach noch Matthäus 12, das ist so ein bisschen parallel, Vers 15 bis 21. Was geschah nach diesem Sabbat? Nachdem jetzt also die Pharisäer sich vorgenommen haben, wir müssen diesen Jesus umbringen, nicht nur in Judäa, wo er schon vor dem Sanhedrin gestanden hatte, sondern jetzt auch in Galiläa.

[2:40] Schauen wir mal in Markus 3, Vers 7. Aber Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück und eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach, auch aus Judäa. Also, was hat Jesus gemacht? Als er bedroht wird von den Schriftgelehrten und Pharisäern, was war seine Strategie? Rückzug. Und offensichtlich war das nicht einfach nur, weil er sowieso zum See wollte, sondern er hat tatsächlich reagiert auf diese Todesandrohung.

[3:18] Das sieht man schön in Matthäus 12. Schaut mal im Parallelvers, Matthäus 12 und dort Vers 14 und 15. Matthäus 12, Vers 14 und 15. Da heißt es: „Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten. Jesus aber zog sich von dort zurück.“ Wann hat er sich zurückgezogen? Als er es bemerkte. Mit anderen Worten, er hat gemerkt, die wollen mich umbringen. Er hat sich zurückgezogen.

[4:01] Welches Prinzip können wir daraus ableiten? Für uns persönlich, für unseren persönlichen Alltag. Wir werden ja relativ selten mit Morddrohungen vielleicht direkt konfrontiert. Aber welches Prinzip können wir ableiten, wenn wir von Jesus lernen? Genau, dass man erkennt, wann es richtig ist, den Mund zu halten, sich zurückzuziehen, dass man nicht in jeder beliebigen Situation immer den Helden markieren muss und immer nur den Widerstand zeigt, sondern Jesus wusste, es kommt der Zeitpunkt, wo er vor der ganzen Öffentlichkeit die Wahrheit bekennen muss. Aber jetzt war es klüger, sich zurückzuziehen, keine voreilige Kontroverse zu riskieren.

[4:45] Er erregt das ja später dann auch den Jüngern, die das auch so praktiziert haben. Ich gebe mal ein Beispiel. In Apostelgeschichte 14 Vers 5 und 6, das ist eine Missionsreise in Kleinasien, Kapitel 14 Vers 5 und 6. „Als sich aber ein Ansturm der Heiden und Juden samt ihren Obersten erhob, um sie zu misshandeln und zu steinigen, da bemerkten sie es und entflohen in die Städte Lykaoniens, Lystra und Derbe und in die umliegende Gegend.“ Wer waren sie, die hier geflohen sind? Paulus. Paulus war kein Feigling, oder?

[5:38] Paulus war bereit, für den Glauben gesteinigt zu werden, für den Glauben hingerichtet zu werden. Paulus war kein Feigling, aber Paulus wusste, es ist oftmals klug, der Kontroverse aus dem Weg zu gehen, um mehr für Gott zu erreichen. Wir sind also als bibeltreue Christen nicht aufgefordert, jede erdenkbare Kontroverse zu suchen, sondern uns manchmal klug zurückzuziehen, um mehr für Gott wirken zu können. Das ist also ein wichtiges Prinzip.

[6:12] Jesus sagt das auch selbst, schaut mal, Matthäus 10. Genau, ganz genau, den wollten wir jetzt lesen, ganz genau, zu dem wollte ich gehen. Schaut mal, Matthäus 10, Vers 23, das ist genau dieser Vers, den Jesus dann später auch seinen Jüngern mitgibt. Er hat das selbst praktiziert, was er dann später den Jüngern beigebracht hat. Ganz interessant, er hat denen nicht was theoretisch beigebracht, was er meinte funktionieren könnte, er hat ihnen einfach das beigebracht, was er selbst schon erfolgreich praktiziert hat.

[6:43] Matthäus 10, Vers 23: „Wenn sie euch aber in der einen Stadt verfolgen, so flieht in eine andere. Denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Städten Israels nicht fertig sein, bis der Sohn des Menschen kommt.“ Die Idee hier ist ganz interessant. Die Idee ist, du meinst vielleicht, durch den Konflikt und das Widerstehen jetzt viel ausrichten zu können. In Wirklichkeit gibt es noch viel wichtigere Arbeit. Es gibt nie zu wenig Arbeit, als dass man sich in unnötige Konflikte begeben könnte.

[7:11] Ich denke, das ist wahrscheinlich für uns alle wichtig, weil wie oft verzetteln wir uns und vergeuden Zeit und Energie in unnötigen Konflikten, statt einfach zu sagen: Okay, ich lasse das jetzt, ich kann hier nichts dran ändern und mache eher das offensichtlich Notwendige im Werk Gottes. Ja, genau. Deswegen, das haben wir genau gelesen. Er hat das praktiziert. Als er gemerkt hat, die wollen ihn an den Kragen, ist er einfach weitergezogen.

[7:41] Das Interessante ist, dass Jesus, obwohl er sich zurückgezogen hat, nicht einsam war. Wir haben gelesen, da war eine große Menge. Also die Pharisäer, die hassen ihn, die wollen ihn umbringen. Was ganz interessant, dem gegenüber steht diese große Menge, die lieben Jesus. Das ist jetzt so der Moment im Leben von Jesus, wo aufgrund seines Wirkens in Galiläa immer mehr Menschen sich um ihn scharen.

[8:07] Schauen wir mal in Markus 1, Vers 39. Das hatten wir schon mal an anderer Stelle gelesen. Markus 1, Vers 39. Da heißt es: „Und er verkündigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus.“ Jesus war überall gewesen, und deswegen kamen jetzt die Menschen auch von überall zu ihm.

[8:35] Das ist ein interessantes Prinzip. In der Bibel wird übrigens am Ende gesagt, dass aus der ganzen Welt Menschen überall zu ihm kamen. Hier sind auch Menschen von überall zu Jesus gekommen, aber der Same war gelegt worden, indem Jesus erst überall gewesen ist. Also ohne Arbeit auch keine Ernte. Er ist überall gewesen, jetzt kommen sie von überall zu ihm.

[8:59] Schauen wir uns mal genauer in Markus 3 an, wer da alles so gekommen ist in dieser gewaltigen Menge. In Markus 3, Vers 7. Da wird jetzt diese große Menge, die wird jetzt genauer beschrieben, wer dazugehört. „Aber Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück und eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach.“ Übrigens, „folgte ihm nach“, was sagt euch das, wenn es heißt, sie folgte ihm nach? Das waren Nachfolger. Das waren nicht nur Schaulustige, die dachten: Wow, mal sehen, was der so macht, sondern das waren jetzt sehr viele, die an Jesus geglaubt haben.

[9:41] Woher kamen die alle? Die kommen aus Galiläa. Moment, genau, dann? Galiläa, dann? Judäa. Dann haben wir? Jerusalem, das war natürlich als Hauptstadt nochmal besonders erwähnt. Ja, dann? Idumäa, okay. Und dann? Genau, jenseits des Jordan, da müssen wir gleich gucken, was das bedeutet. Und dann Tyrus und Sidon.

[10:21] Jetzt nachher Galiläa, das ist klar, da ist er gerade gewesen. Judäa ist auch nicht so abwegig, weil das ist halt eigentlich der Hauptbereich der Juden gewesen im Süden. Jerusalem, selbstverständlich klar, obwohl das auch schon relativ weit weg war. Frage an euch: Wer oder was sind die Idumäa? Wo kommen denn die her? Die kommen übrigens im ganzen Neuen Testament nur an der Stelle vor. Wer könnte sich wohl hinter Idumäa verbergen, die Idumäa? Irgendeine Idee.

[11:07] Also dieses Er, das kommt ja so von dem Lateinischen, so wie Judäa, eigentlich Juda. Und wenn man das davon wegnimmt, dann bleibt sowas wie Idum übrig. Wenn ihr ein Talent für alte Sprachen habt und mal I und U ein bisschen changieren, die Vokale ändern sich ja oft so in den Sprachen, und I und U, da gibt es vielleicht ähnliche Vokale, die so ein bisschen an der Nähe sind, dann kommt man zu Edom. Das war quasi die griechische und dann später lateinische Variante von Edom. Das waren also die eigentlichen, die Edomiter aus dem Alten Testament.

[11:53] Und wo lagen die Edomiter, so geografisch, kleiner Geografieunterricht, Norden, Süden, Osten, Westen, Edomiter waren? Nichts Osten. Im Süden, ganz im Süden, also quasi da, wo der Golf von Aqaba, wo die Halbinsel Sinai dann schon ist, dieses Bergland. Die Israeliten sind, also wenn man sich das auf der Karte vorstellt, hier ist das Tote Meer, hier ist Judäa und das Samaria und das Galiläa, dann ist Edom da unten, hier ist Edom, da unten, das Gebirge. Da sind damals die Israeliten, als sie aus Ägypten kamen, durch die Wüste gewandert sind, um Edom herumgewandert und dann nachher später zum Jordan gekommen. Das ist sozusagen jetzt nicht mehr, die Edomiter oder die Idumäer sind jetzt schon außerhalb dessen, was eigentlich zu Israel gehörte.

[12:50] Das ist ein wichtiger Punkt, weil Galiläa, das war Nord-Israel, Judäa, Süd-Israel, Jerusalem, Hauptstadt von Israel, aber jetzt kommen die schon von, quasi aus den Gebieten der Heiden, also relativ weit aus dem Süden, jetzt. Jenseits des Jordan ist natürlich welches Land? Das ist mit dem Blick auf meine etwas unübersichtliche Karte nicht schwer zu raten. Jenseits des Jordan ist, welche Himmelsrichtung? Osten, genau, das ist dieses Ost-Jordan-Land hier, wo damals die zweieinhalb Stämme, Ruben und Gad und der halbe Stamm Manasse, die haben dieses Ost-Jordan-Land bekommen. Da war dann in griechischer Zeit jetzt die Dekapolis, aber das ist dieses Ost-Jordan-Land.

[13:38] Und dann heißt es noch das Gebiet von Tyrus und Sidon. Das ist interessant. Wo liegen denn Tyrus und Sidon? Die kommen im Alten Testament ab und zu mal vor. Der König von Tyrus, der König von Sidon nicht so oft, aber der König von Tyrus vor allem. Wo sind die denn gewesen? Wer verbirgt sich hinter Tyrus und Sidon? Was könnt ihr zu diesen beiden Namen sagen?

[14:11] Die sind im Norden, genau, die sind hier so, wenn man hier die Küste verlängern würde, sind die hier so. Tyrus und Sidon, das waren große Küstenstädte, Handelstädte, nördlich von Israel. Die haben nie zu Israel gehört, sondern wer hat da gelebt? Wisst ihr vielleicht zufällig? Das waren die Phönizier. Habt ihr das mal gehört? Die Phönizier, die sogar in alter Zeit, das waren die Seefahrer. Das waren sozusagen, noch vor den Griechen waren die Phönizier die Meister des Mittelmeers. Die sind durch das ganze Mittelmeer gekreuzt, durch die Straße von Gibraltar, manche meinen, die sind vielleicht sogar bis nach England gekommen. Die Phönizier haben sogar Karthago gegründet, deswegen nannten die Römer sie Punier. Und die Phönizier sind eigentlich nichts anderes als Kanaaniter. Das waren eigentlich noch Restbestände von den Kanaanitern, die die Israeliten nie besiegt hatten. Tyrus und Sidon sollte eigentlich auch von Israel besiegt werden, aber das haben die nie gemacht. Und deswegen sind die über Jahrhunderte hinweg da immer eigenständig geblieben.

[15:33] Ihr wisst ja, wer war der berühmteste, was war der berühmteste Gott der Kanaaniter? Den die Israeliten immer angebetet haben? Punkt, Punkt, Punkt, erhöre uns, Punkt, Punkt, Punkt, erhöre uns. Baal, genau. Und das war der Hauptgott der Phönizier. Und als sie dann in Nordafrika Karthago gegründet haben, dann hießen ihre Generäle Hannibal. Das ist kanaanitische, das ist eine kanaanitische Religion.

[16:02] Naja, wie auch immer, Tyrus war so reich, dass der Reichtum von Tyrus zum Symbol wurde für den Reichtum der Versuchung unter Satan, der König von Tyrus, der im Himmel ein Drittel der Engel verführt hat und der alle betrügt, wie so Handelsleute. Er ist ein Betrüger. Und aus dieser Gegend kommen jetzt die Menschen auch zu Jesus.

[16:28] Das ist interessant, weil in den Beschreibungen vorher war immer die Rede von Galiläa, Samaria, Judäa, Jerusalem, Ostjordanland. Das, was traditionell das Volk Israel, die zwölf Stämme besiedelt hatte. Aber jetzt hat man fast den Eindruck, als sprengt der Dienst von Jesus die Grenzen. Sowohl im Süden, als auch im Norden. Sowohl im Süden, als auch im Norden ist die Kunde von ihm jetzt weiter hinausgegangen. Leute kommen aus diesen Gegenden.

[16:58] Das ist ganz interessant. Die Differenz der Kilometer von Sidon bis nach Edom sind über 400 Kilometer. Das heißt, der Radius von dem, was Jesus jetzt getan hat, das ist ungefähr so. Stellt euch vor, Jesus ist in Stuttgart und da kommen Leute aus Konstanz zu Fuß und Leute kommen nördlich von Frankfurt, Fulda oder so. Soweit hat sich das nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda ohne jegliche Technik verbreitet. Und die kommen jetzt von allen Ecken und Enden an.

[17:41] Was also damit deutlich gemacht werden soll: Der Dienst von Jesus platzt hier förmlich aus allen Enden, springt schon über die Grenzen Israels hinaus. Und das zu dem Zeitpunkt, wo die Pharisäer ihn unbedingt töten wollten. Warum kommen sie? Schaut mal in Vers 8. Was ist der Grund, warum sie in solchen Scharen von Norden, Süden, Osten, Westen, aus allen Himmelsrichtungen nach Galiläa strömen, dann den See Genezareth zu retten und dort die Straßen verstopfen? Die kommen nicht, um Radau zu machen, wie die Randalierer in Hamburg. Sondern die kommen von überall, um... Warum?

[18:23] Genau, sie haben gehört von den Heilungen. Es war die Gesundheitsbotschaft, also nicht nur die Botschaft, sondern die Praxis der Gesundheitsbotschaft, die die Menschen wirklich von allen Himmelsrichtungen herbeigebracht hat. Was man sonst nie zuvor gehört hatte, das scheinbar Unmögliche geschah.

[18:48] Ich glaube, dass hier auch ein Hinweis darauf ist, wie am Ende die Welt erreicht werden kann, in relativ kurzer Zeit. Ich meine, das war ja nur ein einzelner Arbeiter, sozusagen. Ein einzelner Mensch, gut, der war natürlich auch Gott, aber ein einzelner Mensch, der sich Gott ganz geweiht hatte und innerhalb von wenigen Monaten, die in Galiläa wirkt, hatte er einen Radius an Bekanntheit, ohne Technik, ohne Facebook, ohne Internet, ohne Livestream. 450 Kilometer, und die kommen alle zu Fuß, weil sie gehört haben, dort werden sie geheilt.

[19:18] Und man merkt an dieser Stelle schon, das wird hier zwar nicht direkt gesagt, aber man spürt das, dass der Dienst jetzt fast schon zu viel wird für eine Person. Ratet mal, was dann die nächste Geschichte ist, die direkt danach kommt. Die Berufung der Zwölfer Apostel. Also, meistens wird dieser Abschnitt nicht so oft erwähnt, weil es scheint nur eine Wiederholung zu sein. Naja, alle Leute kommen, alle Leute werden geheilt, aber in Wirklichkeit wird hier angedeutet, es kommen immer mehr, immer mehr, immer mehr, immer mehr. Es braucht jetzt mehr Leute, die mitarbeiten.

[19:51] Schaut mal in Vers 9, das wird jetzt im nächsten Vers ganz schön. Übrigens, das Wort, was er, weil sie gehört haben, was er tat, wo es hier heißt in Vers 8, weil sie gehört hatten, wie viel er tat, das Griechische heißt: „was er ständig tat.“ Also nicht nur einmal, sondern am laufenden Meter, ständig wurde geheilt, geheilt, geheilt und deswegen kamen sie.

[20:14] Jetzt Vers 9. „Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein kleines Schiff bereitzuhalten.“ Warum? „Um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht bedrängten.“ Also, der Punkt wird jetzt richtig deutlich gemacht. Einmal, dadurch, dass er sagt, von allen Richtungen, nicht nur aus Samaria und Galiläa und Ostjordanland und Judäa, sondern aus Edom und aus Phönizien. Überall kommen sie her und sie kommen nicht nur von überall her, sondern sie bedrängen ihn.

[20:44] Das Griechische ist eigentlich das Wort für „auf ihn fallen“. Jemanden quasi also körperlich so ergreifen. Das wird zum Beispiel erwähnt, ihr kennt die Geschichte, als der verlorene Sohn nach Hause kommt und sich seine Rede überlegt hat: „Vater, ich habe gesündigt vor dem Himmel und vor dir. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Und er möchte sagen: Lass mich sein wie einer deiner Knechte.“ Was macht der Vater? „Halt den Mund, du bist mein Sohn.“ Nimmt ihn in die Arme, kann gar nichts machen. Oder auch ein anderes Beispiel ist, als der Paulus mal eine lange Predigt hält, bis Mitternacht, einer schläft ein, fällt aus dem Fenster, ist tot und dann heißt es, Paulus kommt und wirft sich auf ihn. Das ist dieses Wort. Die haben sich förmlich auf ihn geworfen. Also nicht nur im Sinne von, alle haben ein bisschen geschubst, sondern die wollten alle ihn ergreifen, die haben ihn gar nicht losgelassen. Das ist diese Idee, der Klammergriff von einer riesigen Volksmenge aus allen Himmelsrichtungen. Und das Einzige, was Jesus tun konnte, war sich jetzt ein bisschen zurückzuziehen auf das Wasser, damit wir den überhaupt sehen konnten und hören konnten.

[21:55] Also die Idee hier ist Platznot. Das wird für einen Menschen zu viel. Das Werk platzt aus allen Nähten. Eigentlich eine schöne Geschichte, oder?

[22:05] Vers 10. Wieder wird begründet, warum? Da hast du schon richtig gesagt. Vers 10. Warum sind sie alle so begeistert? Warum wollen sie ihn alle berühren? „Denn er heilte alle.“ Ne, er heilte viele. Parallelbericht heißt es in Matthäus 12 sogar: „er heilte alle.“ „Denn er heilte viele, sodass alle, die eine Plage hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn anzurühren.“ Kennt ihr noch eine Geschichte, wo jemand dann später unbedingt ihn berühren wollte? Die Frau mit dem Blutfluss. Das ist so diese Idee. Alle wollen ihn wenigstens berühren.

[23:05] Ich denke, du hast vollkommen recht. Diese Sehnsucht muss in den Menschen entstehen. Ich denke, das fängt schon bei uns an. Ich habe mir die Frage gestellt: Würde ich von Stuttgart zu Fuß nach Konstanz laufen, um einen Prediger zu hören? Weißt du, was ich meine? Also, in unserer Gesellschaft ist es vielleicht, wir sind heute so ein bisschen bequem, nicht wahr? Wir wollen irgendwie alles so leicht, wie soll man sagen, so schnell und bequem für uns haben. Aber was diese Menschen für ein Opfer gebracht haben, für ein Interesse an Jesus gehabt haben, die haben ja nicht alle Urlaub gehabt. Die haben vielleicht echte Einbußen hinten genommen, um diese lange Reise auf sich zu nehmen, um Jesus wenigstens einmal zu berühren. Die hatten ja schon nicht die Aussicht, mal ein langes Gespräch mit ihm zu führen. Schon für die eine Berührung mit Jesus haben die ihr Äußerstes gegeben. Und ich frage mich, wie viel setzen wir ein, damit wir wenigstens Jesus, also jetzt mal im Bild gesprochen, wenigstens mit ihm, wenigstens ihn berühren würden einmal am Tag. Davon abgesehen, dass wir natürlich heute mit ihm reden können, natürlich, ist ja klar. Aber dieses gigantische Interesse an Jesus.

[24:38] Und jetzt zu deinem Punkt. Warum sind die aus Sidon und Tyrus gekommen? Warum sind die aus Edom gekommen? Sie haben von Menschen gehört, die schon bei Jesus waren und die so begeistert gewesen sind und die gesagt haben: „Er hat mir wirklich geholfen“, dass sie gesagt haben: „Okay, ich habe alles andere schon ausprobiert. In meiner Religion funktioniert auch nichts. Die Rabbis, die ich habe, die sind nichts. Ich muss zu Jesus.“ Das heißt, wenn die Menschen, das ist, was der Paulus sagt: „Wie sollen sie kommen, wenn sie nicht gehört haben?“ Sie müssen hören. Sie müssen hören. Sie müssen quasi...

[25:34] Und wenn ihnen die unreinen Geister erblickten, fielen sie vor ihm nieder, schrien und sprachen: „Du bist der Sohn Gottes.“ Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie und sprach: „Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist, der Heilige Gottes.“ Das ist also genau das, was Jesus in seiner Synagoge mit einem unreinen Geist erzählt hat. Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie und sprach: „Lass ab! Du bist der Sohn Gottes.“

[26:12] Das ist also kein Einzelfall gewesen, das ist ständig passiert. Und dieser Vers zeigt die Erfüllung von einem anderen Vers, in dem es heißt, dass die Dämonen, dass sie glauben und sie zittern. An welchem Vers steht das? Dass die Dämonen glauben und zittern. Kennt ihr den Vers? Wo steht er? Der geht ungefähr so: „Du glaubst, dass es einen Gott gibt. Du tust wohl daran. Auch die Dämonen glauben und zittern.“ Jakobus, genau, schau mal, Jakobus 2. Jakobus 2 und dort Vers 19.

[26:56] „Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt, du tust wohl daran, auch die Dämonen glauben es und zittern.“ Die Dämonen wussten, dass er Gott ist. Interessanterweise sagen hier die Dämonen: „Wir wissen, du bist Gottes Sohn.“ Was hatte Satan noch mal zu Jesus gesagt in der Wüste? „Wenn du Gottes Sohn bist.“ Also, interessant ist, als die dämonischen Kräfte, die satanischen Kräfte Angst um ihre Existenz haben, wissen sie, was die Wahrheit ist. „Wir wissen, du bist der Sohn Gottes.“ Als sie keine Angst haben, stellen sie das in Zweifel, was sie eigentlich wissen. Sie wissen tief im Inneren, er ist der Sohn Gottes. Aber wenn es ihnen gut geht, stellen sie das in Zweifel. Bist du wirklich Gottes Sohn?

[28:04] Das wollte ich eigentlich mit anderen Worten sagen. Die Heimtücke, die der Satan und seine Dämonen an den Tag legen, hört auf, wenn es um die eigene Existenz geht. Wenn der Satan existenziell bedroht ist, würde er auch alle Wahrheit zugeben. Was er dann auch macht, nach dem Millennium. Was ich damit sagen wollte, er ist großartig, er weiß es ja selber, aber er stellt Dinge in Zweifel, die er selbst besser weiß. Wenn er etwas anbietet, dürfen wir wissen, er selbst weiß es besser. Auch wenn wir der Meinung sind, dass er uns etwas ganz Tolles anbietet, er weiß es besser, er weiß, dass es nicht funktioniert. Das ist auch noch so ein Punkt, um ihn zu entlarven.

[28:54] Aber was mich am meisten bewegt hier in Markus 3, ist die Tatsache, es heißt hier in Markus 3 wörtlich im Griechischen nicht einfach nur, dass die unreinen Geister erblickten, sondern „wann immer die unreinen Geister ihn erblickten.“ Also mit anderen Worten, egal zu welcher Tageszeit, egal wie viele Leute da waren, egal unter welchen Umständen, wann immer ihn ein Dämon, der da im menschlichen Körper gegenwärtig war, Jesus erblickte, hat er gezittert und aufgeschrien. Das heißt, unter allen Umständen, wann immer die menschlichen Mächte auf Jesus treffen, ziehen sie sich zurück. Wann immer Satans Helfer in die Gegenwart Jesu kommen, können sie nicht bestehen.

[29:50] Schau, die haben ja nicht geschrien, als sie noch auf dem Weg waren, oder? Da waren besessene Leute, die sind den ganzen Weg von Sidon kilometerweise, weiß ich was, 100 Kilometer, 140 Kilometer lang marschiert. Der Dämon, der da im menschlichen Körper gegenwärtig war, da haben sie aufgeschrien. Der Satan sendet seine Helfer auch in unser Leben, auch wenn wir vielleicht nicht besessen sind, aber er sendet die Dämonen, um uns schlechte Dinge einzuflüstern, um uns den Weg aufzuhalten, um uns zu entmutigen. Aber die Dämonen können nicht bestehen in der Gegenwart Jesu.

[30:34] Das heißt, wir müssen uns in der Gegenwart Jesu befinden, denn wo Jesus ist, können die Helfer Satans nicht bestehen. Deswegen ist dieser Punkt so wichtig, dass wir mit allem, was wir sind und haben, immer wieder darauf bedacht sind, dass wir in der Gegenwart Jesu sind, so wie Mose, von dem es heißt, er lebte so, als wäre er den Unsichtbaren. Dass wir nicht einfach nur glauben, dass man sich der Gegenwart Gottes bewusst ist und in der Gegenwart Gottes lebt und die Gegenwart Gottes für sich in Anspruch nimmt, weil dann, wie wir hier sehen, können die Helfer Satans, klug wie sie sein mögen, verschlagen und heimtückisch wie sie sind, nichts tun, weil Jesus stärker ist. Die Gegenwart Jesu, er ist unser Schutz.

[31:32] Und dann Vers 12: „Jesus tut, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten.“ Jesus wollte nicht, dass überall bekannt wird, dass er der Messias ist.

[31:50] Das Wort „streng“, das ist eine gute Frage. Das Wort „streng“ an der Stelle ist, das griechische Wort meint eigentlich so etwas wie „befehlen“. Also es meint nicht, ich sage was und ich schaue jetzt ganz streng, aber es meint höchste Autorität. Also schon quasi Emotionen, also eben nicht mit böser Emotion, aber mit klarer Schranke. Wenn du diese Linie übertrittst, hat es enorme Konsequenzen für dich. Also freundlich, aber sehr bestimmt. Das muss ja manchmal auch sein. Und das ist eigentlich, also das Wort „streng“, das hat bei uns so dieses so ein bisschen negativen Touch, aber den hat es da eigentlich für die eigenen Truppen.

[32:38] Interessanterweise hat er nämlich dieses Gebot nicht nur an die Dämonen gemacht, sondern wie wir jetzt sehen werden, im Parallelbericht auch an die Menschen offensichtlich. Schaut mal in Matthäus, Matthäus Kapitel 12 und dort Vers 15 und 16. Und da durch den Parallelbericht wird es auch deutlicher, was hier mit dem Wort gemeint ist. Da heißt es in Vers 15 und 16: „Jesus aber zog sich von dort zurück, als er es bemerkte und das folgte ihm eine große Menge nach und er heilte sie alle.“ Also viele meinten, also in Markus stand ja „viele“, weil es waren numerisch viele und hier steht „alle“ in dem Sinne von keiner, der kam, der kam ungeheilt zurück. Alle.

[33:32] Vers 16: „Und er befahl ihnen, er befahl ihnen, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten.“ Hier steht gar nichts von Dämonen. Also, wenn man jetzt Markus gar nicht hätte, würde man gar nicht auf die Idee kommen, dass er sich an Dämonen richtet, sondern Matthäus scheint offensichtlich zu berichten, dass er auch den Menschen gesagt hat: „Sagt nicht, dass ich der Messias bin.“ Genau, weil ja die Pharisäer schon ihn deswegen an den Kragen kriegen wollten. Er hat sich ja zurückgezogen deswegen. Er hat trotzdem geheilt. Er hätte auch sagen können: „Ich mache nichts mehr, weil das ist zu gefährlich für mich.“ Das ist die feine Balance. Jesus hat nicht aufgehört, Gottes Werk zu tun, aber er hat versucht, es weise zu tun. Er hat sich nicht zurückgezogen und gesagt: „Ich darf nicht.“ Er hat nur gesagt: „Sagt nicht, wer ich bin.“

[34:29] Und jetzt kommt eine interessante Stelle. Schaut mal in Matthäus 12. Übrigens, bevor wir das lesen, könnt ihr euch noch erinnern an eine Geschichte, die wir hier schon studiert haben, wo er auch einem Menschen gesagt hat: „Erzähle niemandem, was ich getan habe.“ Nicht der Blinde, sondern der sich den Priestern zeigen sollte, um dann die Opfer zu bringen, die notwendig sind für die Reinigung von Aussatz. Genau, der Aussatz. Aussatz, da hat Jesus auch gesagt: „Sage es niemandem.“

[35:03] Was war die Folge gewesen? Lass mal deinen Finger drin, lese mal kurz Lukas 5, und dann seht ihr auch, warum Jesus das sagt hier. In Lukas 5, Vers 14 und 15: „Und er befahl ihm, es niemand zu sagen, geh vielmehr hin, zeige dich dem Priester und opfere dich für deine Reinigung, wie Mose befohlen hatte, dir zum Zeugnis.“ Aber die Nachricht von ihm breitete sich desto mehr aus, und große Volksmengen kamen zusammen. Das ist gar nicht der Text, den ich meinte, Entschuldigung, ich meinte das in Markus. Das ist nämlich in Markus, genau, Markus 2, 1, Vers 45, das ist der Vers, den ich meinte. Dann mache ich das deutlich heraus, Entschuldigung.

[35:50] Markus 1, Vers 45, da heißt es: „Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen.“ Nicht nur hat er es nicht beachtet, er hat es total missachtet, vielfach zu verkündigen und breitete die Sache überall aus, sodass Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte. Also Jesus wusste, dass diese Beschränkung notwendig ist.

[36:16] Aber interessant ist, dass Matthäus uns jetzt etwas sagt, in Matthäus 12, das mir vorher auch noch nicht so klar war. Schaut mal, Matthäus 12, Vers 16 und 17. „Und er befahl ihnen, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet wurde, der spricht.“ Also diese Methode von Jesus war eine Erfüllung einer Prophezeiung. Und jetzt gibt der Matthäus die Prophezeiung. Und das sind sage und schreibe vier Verse hintereinander. Das ist relativ ungewöhnlich. Normalerweise sind diese Verse, die zitiert werden, wenn es heißt: „Wie der Prophet Jesaja spricht“, „Wie der Prophet Hosea spricht“, „Wie Jeremia spricht“, meistens nur ein Vers oder zwei Verse. Da kommt ein ganzer Abschnitt, vier Verse. Und er sagt, das hat es in sich. Das ist ein unglaublich interessanter Abschnitt.

[37:15] Wir schauen uns den erst mal im Original an. Woraus zitiert der Matthäus hier? Könnt ihr wahrscheinlich in der Bibel kurz nachschauen. Das ist aus Jesaja Kapitel 42, genau. 42 Vers, ab Vers 1.

[37:34] Und jetzt schauen wir mal, das wird ganz kurz da durchgehen, weil das ist wirklich eine unglaublich schöne messianische Prophezeiung. Die hat es wirklich in sich. Also Jesaja 42 Vers 1: „Siehe, das ist mein Knecht.“ Hier kommt zum ersten Mal jetzt im Wesentlichen diese Idee von dem Knecht Gottes. Die ganzen nächsten Kapitel sprechen immer von dem Knecht, der Knecht. Zum Beispiel, wenn der Finger hier drin lasst, in Jesaja 52 Vers 13: „Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln. Er wird erhoben sein, erhöht werden, sehr haben sein.“ Dann kommt das, dass er verworfen wird, dass er die Sünden auf sich nimmt. Also der Knecht Gottes, das ist dieser Messias. Sogar die Rabbis hatten einen Kommentar zu dem Vers und haben gesagt, die haben den Vers umgeschrieben in ihrem Kommentar. Also auch die Rabbis wussten, dass dieser Vers vom Messias spricht.

[38:41] „Das ist mein Knecht.“ Das erinnert vielleicht so ein bisschen auch an Philipper 2, wo es heißt, dass Jesus, der in der Form Gottes war, Knechtsgestalt angenommen hat. „Mein Knecht.“ „Siehe, das ist mein Knecht.“

[38:58] Dann geht es weiter. „Den ich erhalte.“ Kehrt eine Stelle, wo Jesus sagt, dass er von dem Vater erhalten wird, gestärkt wird. Oder vielleicht eine Begebenheit, wo er das so ausdrückt, dass der Vater ihn stärkt und erhält.

[39:30] Ja, es gibt mehrere. Ich gebe nur ein Beispiel. Johannes 16 zum Beispiel. Johannes 16 und dort Vers 32. Bei dieser Prophezeiung in Jesaja erfüllt sich wirklich jeder Teilsatz. Das ist wirklich interessant. Johannes 16 und dort Vers 32: „Siehe, es kommt die Stunde und sie ist jetzt schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet. Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.“

[40:06] „Siehe, mein Knecht, den ich erhalte.“ Wie geht es weiter? „Mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Wie hat sich dieser Vers, dieser Abschnitt des Verses buchstäblich erfüllt? „Mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Welche Bibelstelle kommt euch da in den Sinn? Welche berühmte Geschichte? Bei der Taufe sagt Gott der Vater: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Er wird auch genannt in 1. Petrus 2, der Auserwählte Stein. Ja, der Auserwählte.

[40:50] Und jetzt schaut man weiter in diesem Vers. Also „Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte. Mein Auserwählter, mein Geist, auf ihn gelegt.“ Das ist wiederum auch, welche Geschichte? Taufe, Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Und dann haben wir es schon oft jetzt gesehen in unserem Studium. Jesus hat das wirklich, das war für ihn ein enormes Fundament. Er hat immer wieder sich darauf bezogen. „Der Geist ist auf mir, er hat mich gesalbt, damit ich den Armen die Botschaft verkünde.“ Und diese Salbung mit dem Heiligen Geist kommt in Jesaja ganz oft vor. Und wie auch hier: „Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt.“ Jesus hat das ja selbst aus sich bezogen. Aber dann schaut man den Schluss des Verses an.

[41:38] „Er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen.“ Das war jetzt auf jeden Fall wieder einer der Abschnitte, den die Pharisäer einfach nicht wahrhaben wollten, obwohl das in demselben Vers drin steht. „Er wird das Recht“, und das Recht meint natürlich das Gesetz Gottes, die Vorschriften Gottes, von denen die Juden meinten, damit sind wir allein gemeint, weil wir sind so toll und die anderen haben es nicht verdient. Aber der Messias wird kommen, und die Juden, die Juden haben ja immer geglaubt, der Messias würde die Römer vertreiben. Das war ja nicht mal so völlig absurd gedacht, denn die Richter, die die Feinde, ihr kennt das Buch Richter, die Grundgeschichte im Buch der Richter ist, da kommen die Feinde, besetzen das Land, dann kommt der Richter und vertreibt sie. Und ihr könnt das mal lesen im Buch der Richter. Jedes Mal, wenn der Richter aufsteht, heißt es: „Der Geist des Herrn kam auf Othniel, der Geist des Herrn kam auf Gideon, der Geist des Herrn kam auf Simson, der Geist des Herrn kam auf...“ Das ist eines der Bücher im Alten Testament, wo am meisten der Heilige Geist eine Rolle spielt, der Geist des Herrn kommt auf den Richter und er vertreibt die Feinde. Deswegen haben die natürlich geglaubt, der Geist des Herrn kommt auf den Messias und er vertreibt die Römer. Aber sie haben nicht zu Ende gedacht, dass der Geist des Herrn einen größeren Feind vertreibt, nämlich die Sünde, nicht nur die Römer.

[43:26] Weil hier nämlich steht: „Er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen.“ Und wir sehen hier an dieser Stelle, wie das Recht zu den Heiden hinausgetragen wird. Erstmal, indem die Heiden zu Jesus kommen, weil er doch noch ein Galiläer ist.

[43:38] Schaut mal in Vers 2. „Er wird nicht schreien und kein Aufhebens machen, noch seine Stimme auf der Gasse hören lassen.“ Dreifache Betonung einer simplen Idee. Jesus macht keine große Werbung für sich selbst. Erinnert euch vielleicht noch an die Geschichte, wie er seine ersten Jünger bekommen hat. Jesus ist nicht umhergezogen und hat gesagt: „Ich bin der Messias, ich brauche ein paar Jünger, bitte bewerbt euch.“ Er ist einfach er selbst gewesen. Und Johannes hat ihn identifiziert und dann sind die Jünger ihm von alleine nachgelaufen. Jesus hat gar nicht sich selbst beworben.

[44:37] Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Nicht nur, was Jesus gepredigt hat, sondern auch, mit welcher Demut er es gepredigt hat. Wie wenig er Trubel um sich selbst gemacht hat. Kein Aufhebens um sich. Er hat nicht irgendwie laut gerufen: „Hier bin ich, kommt.“ Sondern der Geist Gottes hat ihn so sehr erfüllt, er brauchte keine Werbung. Natürlich heißt es nicht, dass man nicht auch Werbung machen darf. Aber der Punkt ist der, seine Arbeitsmethode war so sehr vom Geist erfüllt, dass er so demütig war.

[45:16] Und interessanterweise war das keine Spezialität nur von Jesus. Er sagt, wir können von ihm lernen. Schaut mal in Matthäus 11. Diese stille, unaufgeregte Arbeitsweise. Matthäus 11 zitieren wir meistens im Zusammenhang mit: „Mir geht es schlecht, ich brauche jemanden, der mir zuhört.“ Und das ist auch gut so, weil der Vers ist dafür da, dass wir zu Jesus kommen können. Aber schaut mal in Vers 29.

[45:38] Matthäus 11, Vers 29: „Nehmt auf euch mein Joch.“ Wozu nimmt man dann ein Joch auf? Zum Arbeiten. Wenn ich arbeiten will für Gott, Jesus sagt: „Nehmt auf euch mein Joch. Arbeitet so wie ich und lernt von mir.“ Sagt nicht nur, was ich gesagt habe, sondern arbeitet auch so, wie ich gearbeitet habe. „Denn wie war er? Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden.“ Und wie war er? „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ So werdet ihr Ruhe finden. Und wie war er? „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ So werdet ihr Ruhe finden. Er sagt also, lernt von mir. Wenn ihr für mich arbeiten wollt, lernt von mir.

[46:24] Er hat nicht geschrien und gesagt: „Hier bin ich, hier komme ich.“ Der Heilige Geist in ihm, seine Liebe für die Menschen war so stark, dass die von sonst wo angereist sind, um ihn zu treffen. Ganz genau.

[46:38] Jetzt zurück zu Jesaja. Schaut mal, das geht noch nicht zu Ende. Ihr seht also, das war nicht nur Taktik von Jesus hier, sondern das war eine Erfüllung von Prophetie. Nicht nur die Botschaft war vorhergesagt worden, nicht nur Zeit und Umstände, sondern auch die Art und Weise, die Methode der Verkündigung Jesu.

[46:55] In Jesaja 42 geht es noch ein bisschen weiter. Da heißt es dann nämlich in Vers 3: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ Mit anderen Worten, wenn nach menschlicher Ansicht alles verloren ist, wenn es schon geknickt ist, wenn der Docht nur noch ein bisschen vor sich hinglimmt, wenn eigentlich nichts mehr zu erwarten ist, wo wir sagen: Naja, mach aus. Jesus gibt nicht auf. Hier spricht es von Menschen, die gebrochen sind. Von Menschen, wo im Prinzip eigentlich fast alle Hoffnung verloren scheint. Aber Jesus hat niemals von sich aus auch nur einen Hoffnungsschimmer unterdrückt. Solange man lebt und Jesus existiert, ist Hoffnung. Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, weil der Satan ist immer wieder bei uns, vielleicht eins zu reden: Ja, jetzt ist die Situation hoffnungslos, aber Jesus wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen.

[48:05] Und dann heißt es hier: „Wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen.“ Jetzt schaut man in Vers 4. „Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat, und die Inseln werden auf seine Lehre warten.“ Inseln, was meint der Jesaja mit Inseln? Ja, das war also im Denken der hebräischen Propheten waren Inseln Mittelmeer. Zypern, Kreta, Griechenland, ja da wo die weit im Westen, weit über dem Meer. Sizilien, genau. Ja genau, die Phönizier hatten definitiv ihre Siedlungen da in Südwest-Sizilien, ich weiß gar nicht, wie die hießen, aber naja.

[49:54] Aber der Punkt ist, die Heiden, selbst die von Ferne, die Heiden, die werden auf seine Lehre warten. Sie warten auf seine Lehre, auf seine Verkündigung. Habt ihr eine Fußnote, was da eigentlich steht im Hebräischen? Sie werden auf seine Weisung, hebräisch Tora, auf seine Tora warten. Und Tora, das heißt eigentlich Gesetz. Das ist das, von dem die Juden meinten, das ist nur für uns, die Tora. Aber hier steht, die anderen, die Heiden, werden auf seine Tora, auf sein Gesetz warten.

[49:39] Jetzt übrigens, was hat Jesus, nachdem die Situation war nicht wahr, hat er als allernächstes die 12 Apostel gewählt und was hat er dann als erstes den 12 Aposteln im Beisein der gesamten Menge gepredigt? Ihr habt gehört, dass gesagt wird: „Ich aber sage euch das Gesetz, sein Gesetz, wie er das Gesetz wirklich meint.“ Die Massen kommen und dann eines der ersten Dinge, die er dann in dieser großen Menge den Aposteln sagt, sie werden auf seine Tora, auf sein Gesetz hören.

[50:19] Aber jetzt kommt noch was wirklich Spektakuläres, denn der Matthäus zitiert Jesaja 42 fast komplett. Er lässt ein bisschen was auf die Türen der Türen, auf die Türen der Türen. Das ist eine Übersetzungsvariante, die wirklich erstaunlich ist und die wie ein Türöffner ist in viele, viele andere Stellen. Schaut mal Matthäus, das ist mir auch heute erst aufgegangen, da war ich richtig begeistert. Vielleicht werdet ihr auch begeistert sein, mal sehen.

[50:49] Matthäus 12, schaut mal ab Vers 18, ich war da, da wird dieser Jesaja Vers zitiert und dann wird er auch auf seinen Namen hoffen. Also Heiden, Inseln, klar, logisch, aber Gesetz oder Tora oder Lehre wird übersetzt mit Name, sein Name. Und jetzt habt ihr plötzlich, also wenn die beiden Versen parallel sind, was sie offensichtlich sind, dann bedeutet das, jetzt Achtung, dann bedeutet das, wenn der Name Jesus ist, dann geht es um sein Gesetz und um seine Lehre. Was sagt die Bibel? „Im Namen Jesu ist das Heil.“ Und viele verstehen das nicht und denken, im Namen Jesu, das heißt, wenn ich zu Jesus, Jesus sage. Aber das ist nicht der Punkt. Im Namen Jesu ist auch, wir sagen, im Namen Jesu, das ist der Charakter Gottes, oder? Seht ihr die Verbindung? Denn das Gesetz Gottes ist entscheidend.

[51:54] Übrigens, was haben die 144.000 an ihrer Stirn? Den Namen Gottes. An anderer Stelle heißt es, sie sind versiegelt mit dem Siegel Gottes und das ist Jesaja 8, Vers 16. Schauen wir ganz kurz. Jesaja 8, Vers 16: „Binde das Zeugnis zusammen, versiegle das Gesetz in meinen Jüngern.“ Das Gesetz ist das Siegel, weil der Name Gottes, das ist seine Lehre, das ist sein Gesetz, das ist seine Tora, wie er ist.

[52:32] Die Menschen haben also nicht einfach nur auf den Namen Jesu gewartet im Sinne von, naja, wie wird er heißen, sondern sie haben auf die Botschaft gewartet. Heute gibt es viele Leute, die sagen, wir müssen den Menschen Jesus bringen ohne die Botschaft. Aber die Bibel offenbart, man kann den Menschen gar nicht einen Namen ergreifen. Wenn man die Botschaft von Jesus wegnimmt, beraubt man ihn buchstäblich seines Namens, seiner Identität, dann ist Jesus nicht mehr Jesus. Dann hat er seinen Namen verloren, dann ist er namenslos, dann ist er ein namensloser Guru. Man muss die Botschaft von Jesus, also man muss Jesus mit seiner Botschaft bringen, das ist der Inhalt seines Wesens.

[53:16] Und das fand ich wirklich interessant, weil es gibt so viele Stellen, wo es um den Namen Gottes geht, im Namen Jesu usw. Diese Stelle, die so selten studiert wird, zeigt, der Name Jesu ist nach Jesaja 42, ist seine Tora, ist sein Gesetz, ist seine Weisung. Und ich finde, das ist ein interessanter Schlüssel, um viele Stellen aufzuschließen. Genau.

[53:46] Das nächste Mal werden wir sehen, wie wir angedeutet haben, weil nämlich jetzt hier von überall, muss die Gemeinde organisiert werden. Selbst ein Jesus kann das gar nicht mehr bewältigen. Sie müssen ihn ja schon förmlich vor den Menschen retten. Er braucht jetzt Mitarbeiter. Und die werden dann in der nächsten Geschichte ausgewählt und festgelegt, eingesetzt und dann kommt er schon zur Bergpredigt. Also ihr seht, das nimmt jetzt immer mehr Fahrt auf diese Geschichte. Ganz schön. Ja.

[54:25] Absolut. Da bewahrheitet sich, in dem, was du sagst, dass letztendlich Erlösung und Erziehung eine dieselbe Sache sind. Gott erlöst uns, indem er uns erzieht, im Wesentlichen. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass wir uns nicht selbst in den Mittelgrund stellen müssen, sondern dass die Menschen von alleine angezogen sind. Diese demütige Arbeitsweise, die klug und weise ist und immer den anderen sieht und liebevoll zum anderen ist. Und die wird das Evangelium in kürzester Zeit um den Erdball bringen.

[54:57] In der nächsten Geschichte geht es darum, dass wir uns nicht selbst in den Mittelgrund stellen müssen, sondern dass die Menschen von alleine angezogen sind. Diese demütige Arbeitsweise, die klug und weise ist und immer den anderen sieht und liebevoll zum anderen ist. Das sind die Worte der Geschichte. Das ist das Wissen. In dem Sinne, lass uns niederknien und beten für ein Abschlussgebet.

[55:26] Lieber Vater im Himmel, danke für dein wunderbares Buch. Danke für dieses wunderbare Wort Gottes, das so viel Freude macht zu studieren, wo man immer wieder Neues entdecken kann, neue Parallelen, neue Gedankenverbindungen. Dass wir von seiner Zurückhaltung und seiner Demut lernen können und dass wir lernen, dich wirken zu lassen durch deinen Heiligen Geist. Wir möchten dich bitten, dass auch du in unserer Zeit erneut so eine Bewegung entstehen lässt, die bis ans Ende der Erde reicht und dass Menschen angezogen werden durch deinen Charakter und durch die Kraft deiner Botschaft. Und wir möchten dich bitten, dass wir ein Teil dessen sein dürfen. Im Namen Jesu. Amen.


Lizenz

Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.