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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt, Teil 69 der Serie „Der Ersehnte“, beleuchtet Christopher Kramp die dritte und vierte Seligpreisung aus Jesu Bergpredigt. Er erklärt, wie die Konzepte der Sanftmut und des Hungerns nach Gerechtigkeit tief in den Schriften des Alten Testaments verwurzelt sind. Die Ausführungen zeigen auf, dass diese Eigenschaften nicht neu von Jesus eingeführt wurden, sondern eine Fortführung biblischer Prinzipien darstellen und eine innere Abfolge im Erlösungsplan Gottes offenbaren.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:36] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte", jetzt zu späterer Sendezeit. Schön, dass ihr da seid und herzlich willkommen auch alle, die jetzt live eingeschaltet seid auf joelmedia.de oder alle, die dann auch später das Video sich anschauen werden.

[0:51] Wir wollen heute weitermachen mit der Bergpredigt. Wir haben letzte Woche begonnen, diesen großen Abschnitt, dieses Kernelement des Evangeliums zu betrachten. Wir haben festgestellt, es handelt sich hierbei um nicht weniger als eigentlich die Erklärung des Reiches Gottes. Und jeder Christ tut gut daran, diese Bergpredigt mal seinem Leben gründlich unter die Lupe genommen zu haben. Wollen wir uns vornehmen für die nächsten Wochen.

[1:18] Und bevor wir mit dem heutigen Thema beginnen, möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam niederknien, wo es möglich ist, für ein Anfangsgebet.

[1:30] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für diesen Tag und für die Gelegenheit aus deinem Wort lesen zu können, für die Möglichkeit sich frei zu versammeln, für die Möglichkeit im Internet das mitzuverfolgen, für die Möglichkeit dein Wort kennenzulernen ohne Verfolgung, ohne Schwierigkeiten. Lass uns wirklich durch deinen Heiligen Geist geleitet das Beste daraus machen aus dieser Gelegenheit, die wir haben. Lass uns etwas lernen zu deinen Füßen und lass unseren Blick gerichtet sein auf Jesus, der unser großes Vorbild, unser Erlöser ist. In seinem Namen beten wir. Amen.

[2:09] Wir sind das letzte Mal gekommen bis zur zweiten Seligpreisung. Vielleicht ganz kurze Wiederholung für alle, die auch heute ähm vielleicht neu sind. Wir haben festgestellt, direkt vor der Bergpredigt fanden welche Ereignisse statt, die eigentlich so ein Blick, sein Licht werfen auf die Bergpredigt selbst. Was war in den Stunden vorher passiert?

[2:31] Ja, genau. Davor, direkt davor, die Stunden davor, als die Apostel noch schließen. Genau, wir hatten gesehen, also erst einmal hatten sich ganz, ganz viele Menschen versammelt, nicht wahr? Und Jesus hat da Tag für Tag gepredigt und geheilt. Einmal war es so schlimm gewesen, dass er sogar auf ein Boot steigen musste. Wir haben es in Markus gelesen. Dann haben wir gesehen, er hat dann die ganze Nacht durchgebetet. Offensichtlich hat die Menge der Menschen dazu geführt, dass er wusste, ich muss jetzt den ersten Schritt Richtung Organisation gehen. Er hat die ganze Nacht gebetet auf einem Berg. Als der Morgen anbrach, hat er wen zu sich gerufen? Alle seine Jünger, mehr als 12. Aus denen hat er dann 12 erwählt. Er hat sie ordiniert als Apostel, als Gesandte.

[3:29] Und was hat er dann gemacht? Er ist mit Aposteln und Jüngern, so sagt Lukas, den Berg herabgegangen. Ja, die Geschichte von der Bergpredigt beginnt Lukas damit, dass sie vom Berg herabkommen und dann am See Genezareth hat er wieder gepredigt und geheilt und wir haben gelesen, alle wollten ihn anrühren. Es entstand ein gigantisches Gedränge. Und diesmal hat er sich entschieden, nicht wieder ins Boot zu steigen, sondern auf den Berg zurück, da wo er die ganze Nacht gebetet hatte, für seine Jünger, für das Werk und dort, wo er aus seinen Jüngern 12 Apostel bestimmt hatte.

[4:01] Wir haben daraus abgeleitet, dass die Bergpredigt insbesondere für die Jünger und die Apostel gedacht war. Es war eigentlich vor allem eine Erklärung für sie, die sie jetzt berufen waren, Jesu Worte zu predigen und Jesu Taten zu tun. Sie sollten genau verstehen, worum es eigentlich bei dem Reich Gottes geht, bevor sie jetzt dann hinausgesandt werden. Und natürlich hat Gott Jesus alle anderen auch zuhören lassen.

[4:29] Und so kam es jetzt also zu dieser Szene. Die ganze Volksmenge hat sich dort auf diesen Berg hinbegeben und wir haben gelernt, die Menschen hatten eigentlich jetzt erwartet, dass Jesus eine besondere Ankündigung macht, dass da lag irgendwas in der Luft. Alle haben gemerkt, das ist jetzt außergewöhnlich. Vielleicht erklärt er Jesus jetzt, dass er König ist. Ja, haben alle gewartet, was werden seine erste Worte sein? Und dann fängt er schon ganz biblisch an mit den Worten "selig sind". Ja, ist eine Phrase aus den Psalmen, haben wir gelernt, die immer in den Psalmen verwendet wird. Und dann kommen diese Worte, die so seltsam klangen: "Selig sind die geistlich arm."

[5:08] Amen. Wir haben festgestellt, als wir die ersten beiden Seligpreisungen angeschaut haben, dass der erste Schritt im Reich Gottes, der ist, dass ich meine eigene geistliche Armut erkenne, dass ich überhaupt erkenne, dass ich ein Problem habe, dass ich ein Bedürfnis habe. Denn nur diejenigen, die erkennen, dass sie arm sind, werden vom Evangelium profitieren. Wir haben gesehen, dass Jesus sich in seinen ersten beiden Seligpreisungen auf die große Prophezeiung von Jesaja 61 bezieht, ja, wo das Evangelium den Armen gepredigt wird und wo die Trauernden getröstet werden.

[5:42] Ja, Jesus und das werden wir heute ganz deutlich sehen, Jesus hat in den Seligpreisungen nichts Neues gesagt. Ja, viele Christen haben die Idee, da war das Alte Testament, nicht wahr, mit seinen Regeln und Vorschriften und Ideen und dann kommt Jesus auf die Bergpredigt, ja, und in der Bergpredigt schmeißt er alles über den Haufen und sagt, ich sage euch, ich sage euch. Aber wir werden heute sehen, dass die Seligpreisung, wie schon die ersten beiden, eigentlich alle aus dem Alten Testament herauskommen.

[6:04] Wir haben also gesehen, der erste Schritt ist die Erkenntnis, die Erkenntnis der geistlichen Armut. Darauf folgt in dem zweiten Schritt: "Selig sind die Trauernden." Das hat zwar auch seine Berechtigung bei einem Begräbnis zu zitieren, ja, aber bezieht sich eigentlich auf die Trauer über die Sünde, über das Verlorensein. Ja, und diese Trauernden sollen getröstet werden. Das ist Jesaja 61 Vers 2, dass die Trauernden getröstet werden.

[6:36] Und an dieser Stelle haken wir jetzt ein und beginnen in Vers 5 mit der dritten Seligpreisung. Matthäus 5 Vers 5. Wieder heißt es: "Glückselig. Glückselig sind die Sanftmütigen." Wir haben erstens geistlich arm, die Erkenntnis der eigenen Bedürftigkeit. Zweitens haben wir die Trauer über die Sünde. Jetzt kommt drittens die Sanftmut.

[7:05] Was ist die Verheißung für die Sanftmütigen? "Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben." Also fangen wir erstmal an mit der Sanftmut und dann schauen wir an, was das Erben bedeutet.

[7:17] Sanftmut. Einfache Frage zu beginnen: Wer ist wohl das größte Beispiel für Sanftmut? Jesus. Woher wissen wir das? Ist das Lamm Gottes. Gibt's irgendwo in Matthäus eine Stelle, die uns sagt, Jesus ist das Vorbild für Sanftmut?

[7:49] Ja, wo steht das? Du hast schon die Hälfte, ein Viertel hast du schon richtig gesagt. "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Denn ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig." Das ist die berühmte Einladung Jesu aus Matthäus 11. Kann man sich gut merken, weil das ist ein Vers, den kann man gut gebrauchen, egal wo man ist. Matthäus 11, Verse 28, 29.

[8:13] Jesus ist das Vorbild für Sanftmut. Aber schaut hier, Sanftmut wird hier schon, das werden wir gleich noch mehr sehen, verknüpft mit einem anderen Wort. Was ist das andere Wort? Das andere Adjektiv, das mit sanften und hier verknüpft wird.

[8:31] Er ist sanftmütig und hm...

[8:33] Glücks ja nee, in in Matthäus 11, Vers 28 und 29. Jesus ist sanftmütig und von Herzen demütig. Die beiden Dinge werden fast austauschbar in der Bibel verwendet. Das sieht man sehr schön. Z.B. in Matthäus 21.

[8:52] Matthäus 21, schaut mal Vers 5. Da wird das gleiche griechische Wort verwendet wie in der dritten Seligpreisung. Ja, Matthäus 21 Vers 5 und da heißt es, das ist ein Zitat aus ähm Sacharja, eigentlich sagt der Tochter Zion: "Siehe, dein König kommt zu dir wie demütig und reitend auf einem Esel und zwar auf einem Füllen, einem Jungen." Das lasst ihr es. Also das Wort, das hier verwendet wird im Griechischen, wird sowohl mit sanftmütig als auch mit demütig übersetzt. Also diese beiden Ideen sind eigentlich fast austauschbar.

[9:23] Sanftmütig, demütig. Wer war denn so vor Jesus?

[9:32] Ein gutes Vorbild für Ihr habt recht. Wo wo wo wisst ihr das? Wo steht's? Jemand ist im Hinterkopf, wo das steht. Mose war der demütigste Mensch oder so ähnlich. Steht in 4. Mose. Das ist, kann man sich gut merken, das ist in dem Zusammenhang auch, wo er angegriffen wird von seiner eigenen Familie. Ja, da zeigt sich seine Demut ganz besonders. Angriffe hat er aus allen Ecken bekommen, aber manchmal ganz besonders nah. Ja, eigene Schwester, eigener Bruder. Und in dem Zusammenhang heißt es hier in 4. Mose 12 Vers 3. Äh bei mir heißt sogar: "Aber Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden."

[10:17] Übrigens, ähm, wir haben ja schon bei den ersten beiden gesehen, dass die Menschen bei der Bergpredigt sich sehr gewundert haben müssen, was ist das denn? Ja, das Reich Gottes ist doch für die Reichen, oder? Das Reich Gottes doch für die Starken. Das Reich Gottes ist doch für die, die viele Bibelverse auswendig können. Ellen G. White kommentiert an der Stelle, sie sagt, dass dieser Vers, den wir gerade gelesen haben, bei keinem Juden eigentlich großartige Bewunderung ausgelöst hat, sondern dieser Vers hat mehr so Mitleid ausgelöst. Oh, der Arme war sanftmütig. Ja, die Menschen zur Zeit von Jesus, sowohl die Heiden als auch die in der Gemeinde im Volk Israel hatten keine Idee von echter Sanftmut, von echter Demut.

[10:56] Aber für Jesus war das offensichtlich ganz entscheidend. Das war ein entscheidendes Element hier.

[11:01] Schauen wir mal in die Psalmen. Psalm 25 Vers 9. Das ist ein interessanter Vers.

[11:17] Vers 9.

[11:19] 9. Da heißt es, hier wird noch ein anderes Wort verwendet, das im Hebräischen auch sanftmütig oder demütig heißen kann und zwar "Elend".

[11:40] Da heißt es hier in Psalm 25 Vers 9: "Er leitet die Elenden in Gerechtigkeit und lehrt die Elenden seinen Weg." Vielleicht habt ihr noch andere Übersetzungen. Weiß ich nicht, was steht bei euch? Steht auch Elend. Ja, die Elenden, das ist als Fußnote, die gebeugt und die Gebeugten. Das war diese Idee, nicht wahr, sich beugen, demütig sein. Ja, Sanftmut.

[12:00] Ähm, elend, elend nicht im Sinne von irgendwie verloren, sondern eher im Sinne von so niedrig. Ja. So, so, so gebeugt. Hm. Demütig. Genau. Ja, genau. Ist eigentlich dieselbe Idee hier. Ja, das Wort hat hat uns so so ein komischen Beigeschmack, Elend, aber ist eigentlich ein sehr schönes Wort, weil wenn man jetzt die Seligpreisung im Kontext sieht, passt das sehr gut in die aufeinanderfolge.

[12:28] Geistliche Armut erkennen führt zur Trauer über die Sünde führt dazu, dass ich mich eigentlich wirklich elend und niedrig fühle. Oder jemand, der erkennt, wie schlecht er ist, hat keine hohe Meinung von sich. Echte Demut lässt sich nicht einfach von außen injizieren im Sinne von jetzt bin ich demütig. Vielleicht kennt ihr so Menschen, die so gespielt demütig wirken wollen. Ja, das ist manchmal mal schwer zu ertragen. Ja.

[13:00] Demut lernt man eigentlich nur über echte, vom Geist Gottes gewirkte Selbsterkenntnis, wenn man wirklich ist.

[13:09] Übrigens noch ein interessanter Vers aus dem Alten Testament, Zefanja 2, Vers 3. Der ist auch ziemlich, ziemlich spannend. Schaut mal Zefanja, ähm, weit hinten im Alten Testament. Leicht zu finden zwischen Habakuk und Hagai.

[13:27] Hagai. Zefanja 2 und dort Vers 3.

[13:38] Schaut mal das, da heißt es hier: "Sucht den Herrn, alle ihr Demütigen im Land, die ihr sein Recht übt und was wir als nächstes sucht."

[13:52] Gerechtigkeit sucht Demut. Vielleicht werdet ihr Bergung finden am Tag des Herrn. Warum ist es interessant, dass hier die Demut, die Demütigen Gerechtigkeit suchen sollen? Macht's da bei irgendem schon Klick im Kopf? Weil nicht unsere Gerechtigkeit maßgebend ist. Es nicht unsere Gerechtigkeit, sondern der Demütige weiß, er muss Gerechtigkeit von jemand anders bekommen. Ganz wichtiger Punkt.

[14:20] Ja, in der Folge ist es ja eigentlich brenzlig, eine Bremse, weil weiter komme ich nicht und dann muss ich Gerechtigkeit.

[14:25] Okay, ja, ich, das stimmt auch. Ich dachte, du meinst noch was anderes bei Folge der...

[14:33] Der, was sagt die vierte Seligpreisung? Das wollte du sagen.

[14:40] Ah, ja, genau. Die, die vierte Seligpreisung sagt: "Selig sind die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden satt werden." Seht ihr, wir kommen gleich noch dazu. Ich schreib schon mal hin, wie tatsächlich Jesus hier nicht einfach nur nette Sprüche aneinanderreiht, sondern wie hier eigentlich wirklich eine innere Abfolge, eine innere Struktur ist, wie eine Seligpreisung auf die nächste aufbaut.

[15:08] Im Grunde genommen erzählt Jesus hier den ganzen Erlösungsplan. Also die Demütigen werden sich nach Gerechtigkeit ausstrecken. Ja, wer erkennt, dass er selbst nicht die Macht hat, dass er, wenn er durch die Trauer die eigene Sünde, seinen eigenen niedrigen Punkt erreicht, versteht er, ich brauche die Gerechtigkeit von woanders.

[15:26] Übrigens, vielleicht noch ein praktischer Punkt zusammengefasst. Schaut mal Titus 3 Vers 2.

[15:32] Titus Kapitel 3, Vers 2. Titus 3, Vers 2. "Dass sie niemand verlästern, nicht streitsüchtig sind, sondern gütig, indem sie allen Menschen gegenüber alle Sanftmut erweisen."

[15:52] Wor zeigt sich ein sanftmütiges Leben? Hier in Titus 3, Vers 2, was die praktische Auswirkung von Sanftmut.

[16:09] Sie helfen allen Menschen. Ja. Ja. Aber also in in Titus 3 direkt Vers 2, wo das heißt, die Idee ist, wer sanftmütig ist, der sucht keinen Streit, der wird auch nicht streiten. Streit und Rechthaberei hat eigentlich was mit dem hohen Ego zu tun, oder?

[16:36] Eigentlich ist es ist jeder Streit auch in der Gemeinde irgendwo eine Symptom mangelnder Demut. Ja.

[16:49] Ja, natürlich, selbstverständlich ist ja nicht unsere Gerechtigkeit oder unsere Sanftmut, sondern ist die Sanft Jesu, nicht wahr?

[16:56] Absolut.

[16:58] Das ausfühlen. Ganz genau. Jetzt lass uns mal kurz über dieses Erben nachdenken. Ich habe interessant, wirklich interessanten Text gefunden. Schaut mal in Psalm 37.

[17:15] So, Psalm 37 und dort Vers im Psalm 37 gibt's eine Reihe von Versen über dieses Erben, ja, das Land erben, aber schaut mal vor allem in Vers 11.

[17:29] Aber die, habt ihr das? Psalm 37, Vers 11.

[17:31] 11. Aber die Sanftmütigen werden das Land erben. Was fällt euch auf?

[17:42] Dasselbe. Jesus hat noch nicht mal was Neues erfunden. Die dritte Seligpreisung steht fast wörtlich schon in den Psalmen.

[17:49] Also, wenn euch irgendwann irgendjemand mal erzählt, Jesus hätte hier irgendwie eine neue Theologie verkündigt, könnt ihr sagen: "So ein Quatsch, der der zieht sich nur die richtigen Bibelverse aus dem Alten Testament zusammen." So mehr oder weniger. Ja.

[18:02] Erst aus Jesaja 61 haben wir gesehen bei den ersten beiden, hier zitiert er de facto Psalm 25 Vers 9 und sagt, das steht schon alles in eurer Bibel.

[18:10] Übrigens, in dem ganzen Psalm geht es ständig um das Erben. Schaut mir nur ein paar Verse davor, Vers 9: "Denn die Übeltäter werden ausgerottet, die aber auf den Herrn harren, werden das Land erben." Oder Vers 22: "Denn die von ihm gesegnet werden, das denn die von ihm Gesegneten werden das Land erben." Oder Vers 29: "Die Gerechten werden das Land erben." Und wenn wir daran wohnen. Verse 34: "Harre auf den Herrn und bewahre seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbst."

[18:41] Das war ja eigentlich eine ganz präsente Idee im Alten Testament, das Land erben. Was genau für ein Land sollten die eigentlich erben?

[18:54] Kann.

[18:56] Also, wenn Jesus hier sagt: "Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben."

[19:01] Spricht von Kanaan.

[19:04] Das himmlische Kanaan ist schon Schritt weiter, aber eigentlich auch noch nicht ganz.

[19:11] Ja, das Reich Gottes, das stimmt.

[19:12] [Gelächter] Das ist aber ein eher theologischer Begriff. Er spricht von einem ganz konkreten, es es ist sind keine Metaphern hier. Das ist keine Prophetie. Also ist keine keine Prophetie im Sinne von Symbolen. Ja. Das geht um echten Trost und um um echte Gerechtigkeit und auch um ein echtes Land, das geerbt werden soll bei der Wiederbevölkerung der neuen Ehre.

[19:37] Ja, schaut mal in äh in Römer 4. Römer 4 Vers 13. Alles hat sich ja bezogen auf die Verheißung an Abraham. Ich war dem war ja die Verheißung gegeben worden, dieses Land werden der Nachkommen erben.

[19:50] Schaut mal Römer 4 Vers 13. Was ist die Verheißung? "Denn nicht durch das Gesetz erhielt Abraham und sein Same die Verheißung, dass er Erbe der Welt sein soll."

[20:05] Was gibt's zu erben? Die ganze Welt.

[20:11] Was die dritte Seligpreisung sagt, ist: "Selig sind die Sanftmütigen, die Demütigen, die eine niedrige Meinung von sich haben, denn sie werden die Welt erben." Das ist so genau das das genaue Gegenteil von dem, wie die Weltgeschichte abgelaufen ist bisher, oder?

[20:27] Denn äh je mehr Ego ein Mensch hatte, desto mehr hat er irgendwie den Wunsch gehabt, die Welt zu oder andersrum. Je mehr je mehr Territorium ein Oberer erobert hatte, desto mehr Ego hatte er bisher gehabt. So. Egal, ob Alexander der Große oder Napoleon, aber ihre Reiche sind immer alle zusammengefallen. Das ist ja so quasi die große der große rote Faden durch die Geschichte. Ja, und Gott sagt, macht euch keine Sorgen, macht da gar nicht mit bei diesem Spiel.

[20:55] Die die besonders niedrig von sich selbst denken, die werden am Ende das nicht einfach erobern für ein paar Jahre und mit Mühe und Not in ihrer Generation erhalten. Die werden das Land für immer erben. Das am Ende fast schon ironisch, nicht? Ja, da haben sich da 6000 Jahre die Armeen abgemüht und die Generäle sich Gedanken gemacht und am Ende erben es die, die alle eigentlich so ja verachtet haben, ja, die die geringen, die elenden, die Sanftmütigen. Und deswegen war das auch so merkwürdig für die Leute, als sie das gehört haben. Ich meine, wir kennen die Texte jetzt schon, wir haben sie oft gehört, ja, aber für die ersten Hörer, obwohl das ja schon in der Bibel stand, dass sie hatten das nie so kompakt zusammengesehen.

[21:35] Okay, gehen wir zur vierten Seligpreisung. Wir haben also gesehen, jemand, der traurig ist über seine eigene Sünde, der wird jetzt erkennen, wie niedrig eigentlich ist. Ja, keine hohe Meinung von sich haben. Er wird, wie richtig gesagt habe, jetzt nach etwas suchen, wo er Gerechtigkeit finden kann.

[21:56] Es heißt in Matthäus 10 äh Matthäus 5, Entschuldigung, Matthäus 5 Vers 6.

[22:01] "Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden." Jetzt bin ich mal Frage an euch gespannt.

[22:13] Welche alttestamentlichen Texte könnte Jesus hier im Hinterkopf gehabt haben, als er das gesagt hat?

[22:25] Parade 21. Welche Parallelstelle?

[22:27] Sprüche 21, 22. Hast du schon nachgeschaut, was da steht?

[22:35] Okay. Also, es gibt sicher eine ganze Reihe von Texten.

[22:45] Der betrachtet gerecht mich zu sein, findet gerechtig.

[22:47] Ah, schöner Vers. Ja, also wer eifrig danach trachtet, ja, wer also nicht nur sagt, auch wäre schön gerecht zu sein, sondern wer das wirklich zu seinem Ziel macht, ich möchte diese Gerechtigkeit, die nicht in mir selbst ist, haben, ja, der wird der wird es erleben. Ja, das ist ein interessanter Punkt.

[23:01] Ja, noch habt ihr noch so Ideen wie auch dieses Idee mit dem Hungern und Dürsten, Gerechtigkeit, wo das herkommen könnte.

[23:10] Ja, als die 400 Jahre der Knechtschaft in Ägypten.

[23:17] Okay. Heißt das irgendwie, dass sie gehungert und gedürstet haben nach Gerechtigkeit?

[23:21] Ja, das diese Idee, dass dass sie gesäuft haben auch, ja, dass sie sich nach einer Erlösung und auch gewissermaßen nach Gerechtigkeit gesehen haben. Ja, sie sind unterdrückt worden.

[23:30] Ja, also so die Idee ist da definitiv im Hintergrund.

[23:35] Ja, St. Jeremia, wo Jem zeigt, was im Tempel kennt, dann sagt von meinem Tempel aus äh vernichte die die nicht bzw.

[24:02] diejenigen, die seuft sind und ein über die K.

[24:03] Ja, genau. Das ist sicherlich verwandt damit, wenn man über die Sünden säuft, aber wir suchen eigentlich jetzt das Bild Hungern und Dürsten nach Gerechtigkeit.

[24:13] Also Hungern und Dürsten kommt im auch im Alten Testament häufiger vor.

[24:20] Mal ein paar Beispiele. Ich hab mit mir ein Psalm.

[24:35] Vers 9 ist jetzt so eine gibt's viele Psalmtexte, die so ein bisschen diese

[24:36] Psalmtexte, die so ein bisschen diese Idee haben, wo z.B. meine Seele verschmachtet in einem dürren Land, wo diese Durstigkeit ausgedrückt wird. Hier sieht man das auch sehr schön in Psalm, wie ein Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele nach dir. Da steht das Wort Gerechtigkeit hat schon diese Ideen. Ich war der Mensch, der durstig ist nach Gott. So auch im Psalm 63, wo es darum geht, dass David in einem dürren Land nach Gott sich sehnt und lechzt, durstig ist und ihn dann im Heiligtum findet. Psalm 107, Vers 9: „Än er hat die durstige Seele getränkt und die hungrige Seele mit gutem gefüllt.“

[25:15] Übrigens, wenn es in der vierten Seligpreisung heißt: „Selig die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn die sollen satt werden“, verwendet das Griechische ein Wort für „satt“, das sehr grafisch ist, also sehr deutlich. Das wird eben klassisch und griechisch verwendet, um Tiere zu mästen, also so richtig, richtig dick zu machen. Es meint also nicht so im Sinne von, ich habe gegessen, dass ich jetzt gerade kein Hunger mehr hab, sondern es meint, ich bin richtig voll geworden davon. Das ist diese Idee hier von: „Er hat sie mit gutem erfüllt.“ Das übersetzt übrigens der Wycliff auch hier: „Sie sind mit Gerechtigkeit erfüllt worden.“ Er hat nicht nur ausreichend gegeben, sondern das Wort, das da verwendet wird, ist das gleiche auch wie bei der Speisung der 5000, wo die Menschen so viel bekommen haben, dass es fast zu viel war. Die Idee ist also, wenn Gott Gerechtigkeit gibt, wenn wir ihn wirklich suchen, gibt er so viel Gerechtigkeit, da bleibt noch über. Er gibt uns nicht gerade so viel Gerechtigkeit, dass wir es gerade so durch alle Versuchungen schaffen und gerade so in die Stadt Jerusalem reinkommen. Er gibt uns mehr Gerechtigkeit, als wir brauchen. So viel davon, ja, überfließend, so dass man voll wird davon. Das ist eigentlich so die Idee.

[26:32] Noch ein paar Texte. Amos, ein sehr schöner Text. Lest mal vor: „So, dass der Mensch werden ohne des Gesetzes nur.“ Genau das, diese Idee, nicht wahr? Wer sich danach sehnt, nicht durch die eigene Gerechtigkeit, sondern die, nach der man sich sehnen und dürsten muss. Danke schön. Ja, also der Glaube ist entscheidend.

[27:06] Jetzt schauen wir in Amos 8, Verse 11 bis 13. Das kennt ihr bestimmt auch. Lest den schon Vers 11. Amos 8, Vers 11: „Siehe, es kommt eine Zeit, spricht Gott der Herr, da werde ich einen Hunger ins Land senden. Nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern danach, das Wort des Herrn zu hören.“ Ja, das ist auch so die Idee. Nach Gerechtigkeit hungern und dürsten meint also in der Bibel jetzt nicht: „Oh, ich fühle mich ungerecht behandelt, ich will, dass ich gerecht behandelt werde“, sondern es meint diese echte Gerechtigkeit, die bei Gott zu finden ist. „Der Herr unsere Gerechtigkeit.“ Ja, wie ein Hirsch lechzt nach Wasser, so lechzt sich nach dir, nach dem Wort Gottes, wo die Gerechtigkeit beschrieben wird, wo sie erklärt wird, wo sie Gerechtigkeit finden kann.

[27:53] Übrigens, es kommt eine Zeit, wo dieser Hunger und dieser Durst nicht mehr gestillt werden können. Manchmal leben wir als Christen so, als ob es die Bibel für immer geben wird und wir die nötige Vorbereitung später machen können. Nicht mal. Aber ich glaube, wir unterschätzen das Privileg. Nur wenige Christen in der Geschichte der Christenheit hatten über einen so langen Zeitraum so ungehindert Zugang zu so viel Bibelmaterial. Das macht Gott nicht, weil er denkt: „Na ja, den will es jetzt einfach mal besser gehen lassen.“ Ihr scheint, er macht das, weil er den Eindruck hat, dass wir das dringend nötig haben für das, was kommt.

[28:46] Ja, also, wenn Gott extra Rationen mitgibt, dann vielleicht, weil der Weg vielleicht auch ein bisschen anstrengender werden wird. Wir sollten die Gelegenheiten, die wir haben, das Wort Gottes zu verstehen, zu studieren, zu hören, die sollten wir nutzen. Aber ich wollte euch noch eine andere Textstelle zeigen. Ähm, schaut mal mit mir in Jesaja.

[29:07] Das ist, glaube ich, eigentlich, na ja, schaut mal selbst. Jesaja 55.

[29:31] Relativ bekannter Vers auch. Jesaja 55, Vers 1: „Wohl an, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser! Und ihr, die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch.“ Also die ist hier, hier sind Menschen hungrig und durstig und sollen kaufen. Die Frage ist nur, was sollen sie kaufen?

[29:50] Wenn den Vers lesen würdet, was würdet, wie würdet es erklären, was sollen die hier kaufen? „Es kommt her, kauft.“ Ja, aber was, was sollen die kaufen, ihr Durstigen? Ja, Wasser und äh und Wein und Milch. Aber das ist ja offensichtlich wahrscheinlich ein Symbol. Ja, vorne steht, ist das Erbteil der Knechte des Herrn eh Gerechtigkeit.

[30:15] Genau diesen Vers versteht man viel besser, wenn man die Kapitelinteilung wegnimmt, die es ja ohnehin gar nicht gab. Nicht wahr? Schaut mal den Vers direkt davor in Jesaja 54, Vers 17. Das ist ein Beispiel, wo die, wo die Kapiteleinteilung wirklich den Gedankengang eigentlich kaputt macht. 54, Vers 17: „Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen, und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zu Teil wird.“

[30:45] Übrigens, habt ihr gesehen, was das für eine Gerechtigkeit ist? Die wird hier ziemlich interessant beschrieben. Worin besteht die Gerechtigkeit, die Gott uns geben möchte? Versuch das mal mit eigenen Worten zu beschreiben. Schau den Vers genau an. Der ist wirklich interessant. Er gibt in zwei Bildern eine Erklärung der Gerechtigkeit, die Gott uns schenken möchte.

[31:20] Was ist das erste Bild in Vers 17? Was das erste Symbol? Wo das genau? Also gegen mich, der ich die Gerechtigkeit, wenn ich die Gerechtigkeit Gottes, die er mir schenken will, besitze, was kann dann für mir gesagt werden? Dann kann gesagt werden, dass egal wer, egal welche Waffe gegen mich schmiedet. Wer könnte denn Waffen gegen mich schmieden?

[31:45] Hm. Verbalattacken. Geräte, Gerüchte, Verleumdung, physische Attacken. Der Satan, der sich alle möglichen Waffen ausdenkt gegen mich. Die Gerechtigkeit Gottes besteht darin, dass egal wer, egal welche Waffe gegen mich einsetzen wird, er kein Erfolg hat. Das ist ziemlich interessant, oder?

[32:12] Zweites Bild. Was ist das zweite Bild? Also das eine ist quasi so eine Art fast so eine Unverwundbarkeit. Ihr kennt vielleicht aus den Märchen, da gab's dann irgendwie so eine Tannkappe oder so ein besonderen Trank, die man sich dann irgendwie da war man unverwundbar fast. Ja. Und dann hat man dann irgendwie eine Verse vergessen und dann wurde man... Die Gerechtigkeit, die ein bekleidet, soll einen eigentlich unverwundbar machen.

[32:39] Was ist das zweite Bild? Angeklagt zum Gericht. Es geht um ein Gericht, oder? Und der Angeklagte, was macht er? Der Angeklagte steht in dem Gericht und kann jede Zunge, die gegen ihn sich erhebt, schuldig sprechen. Der steht nicht da und sagt: „Ja, ja, stimmt schon.“ Könnt ihr das sehen? „Alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollte du schuldig sprechen.“ Welche Zungen würden sich denn gegen mich vor Gericht erheben? Welche Zunge? Ganz besonders Satans Zunge.

[33:24] Schau, die Gerechtigkeit, die Gott uns geben möchte, besteht nicht darin, dass im Untersuchungsgericht der Satan uns verklagt und Gott dann sagt: „Ja, du hast recht. Ich mag ihn trotzdem.“ Die Gerechtigkeit besteht nicht darin, dass Jesus sagt: „Ja, ich drücke mal ein Auge zu, weil er hat mal sich taufen lassen.“ Und das zählt doch was, oder?

[33:46] Die Gerechtigkeit, die Jesus mir schenken möchte, nicht die ich selbst mitbringe, die Jesus mir schenken möchte, ist so umfassend und so transformativ, dass im Gericht alle Anklage auf den Satan zurückfällt, weil jede Anklagepunkt bereits erledigt ist, weil jeder einzelne Anklagepunkt im Blut des Lammes gewaschen ist. Die, die dann die Gerechtigkeit Gottes im Gericht haben, sind nicht fast rein oder größtenteils rein oder relativ weit gekommen. Sie sind total rein.

[34:21] Das ist die Gerechtigkeit. Weil heute gibt's eine sehr verschwommene Idee von Gerechtigkeit. So im Sinne von: Jesus hat was gemacht und das zählt dann irgendwie. Nein, es bewirkt, dass der Gläubige im Gericht, die Bibel sagt an anderer Stelle, unverklagbar ist.

[34:37] Und jetzt ist die Frage: Wäre es nicht schön, so eine Gerechtigkeit zu haben, wo jede Waffe, die gegen einen geschmiedet wird, nichts ausrichten kann, wo man unverklagbar ist im Gericht? Das wäre doch toll, oder? Die Frage, die im Raum steht, ist: Wo kriege ich so eine Gerechtigkeit her? Antwort: Nächster Vers. „Kommt her, kauft ohne Geld, umsonst gibt's für jeden. Kommt her.“

[34:59] Und dann kommt der ganze Abschnitt dann, nicht wahr, wo es heißt: „Der Gottlose verlasse seine Gedanken, nicht wahr? Sein Weg und er kehre um zum Herrn, solange er noch zu finden ist, denn meine Wege, meine Gedanken sind höher als eure Gedanken.“ Und ihr kennt die ganzen Verse, ja, wo es heißt, das Wort Gottes kehrt nicht leer zurück, sondern bewirkt, wozu es gesandt ist.

[35:18] Dass diese Gerechtigkeit, mir scheint, dass Jesus, wenn er von der Gerechtigkeit spricht, nach der man hungert und dürstet, er eigentlich Jesaja 54, 17 und 55, 1 im Sinn hat, wo es von dieser Gerechtigkeit spricht, wo dann die Menschen Vers 55 durstig sind, nicht wahr? Danach und dann dann das kaufen können. Und dann Vers 2: „Warum wiegt ihr Geld dafür, das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich. So sollt ihr Gutes essen und eure Seele soll sich laben an fetter Speise.“ Alles im Kontext von Gerechtigkeit.

[35:48] Also die vierte Seligpreisung ist eigentlich eine Kurzfassung von Jesaja 54 und 55, was interessanterweise wiederum im Kontext steht von, was das Kapitel direkt davor, 53, nicht? Ja, wo das Evangelium präsentiert wird, Jesus am Kreuz. Also 53 präsentiert eigentlich die Kreuzigung Jesu. 54 ist dann quasi die Hoffnung, die Anwendung, was das an dem Menschen bewirken würde und 55 ist dann der Aufruf: „Komm, hol es dir. Du kriegst es umsonst.“ Das ist eigentlich ein zusammenhängender Abschnitt.

[36:27] Übrigens hat Jesus auch einmal selbst in seinem Leben davon gesprochen von diesem Dürsten und dem, also diesem Wasser und der Speise. Und Jesus, also vielleicht sogar bevor er diese Bergpredigt gehalten hat, hat er in den Geschichten vorher, in den Monaten vorher hat er irgendwann mal gesprochen von einem besonderen Trinken und einem besonderen Essen, wo man vielleicht noch ganz praktisch sehen könnte, was das bedeutet von Gerechtigkeit. Also Gerechtigkeit trinken und Gerechtigkeit essen.

[37:05] Irgendwo, wo Jesus von trinken, ja, aus sicher genau mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Da geht's nämlich erst ums Trinken und Jesus sagt dir in Johannes 4: „Wer von diesem Wasser trinkt, der wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nimmer mehr dürsten in Ewigkeit. Und das Wasser ihm geben werde, wird ihm einer zu einer Quelle werden, das bis ins ewige Leben springt oder so. Ja, fließt.“ Und dann im gleichen Kapitel, andere Seite, also paar Felder weiter unten redet er vom Essen. Was sagt er da, als seine Jünger ankommen, nachdem sie ja in Sücher ganz fleißig geachtet darauf haben, alles richtige Essen zu kaufen, aber keinen Menschen anzusprechen. Ich [Gelächter] Sie bringen das Essen zu Jesus. Was sagt er dann?

[37:50] Ich habe eine... Schau mal Johannes 4, schon so lange her, nicht? Johannes 4 und dort Vers 34. Jesus spricht zu ihnen: „Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat und sein Werk vollbringe.“ Übrigens, wie nennt man das, wenn man den Willen Gottes tut? Anderes Wort dafür?

[38:21] Gehorsam. Gerechtigkeit. Ja, die Gerechtigkeit Jesu, die man trinkt und isst, führt zum Gehorsam. Ja, das ist das, was Jesus gemacht hat.

[38:32] Übrigens, Jesus war ja auch deswegen der sanftmütigste Mensch. Ja, nun Liebe und Glauben zusammen. Ohne Liebe kann man nicht zu Jesus kommen.

[38:47] Absolut. Absolut vollkommen. Das ist ja diese Idee, dass Jesus Jesaja 53 aus Liebe für mich stirbt. Jesaja 54, dass das mir Gerechtigkeit geben kann, die ich bisher so verzweifelt gewesen bin. 55 aus Liebe schenkt Jesus mir das frei. Ich muss nur kommen, um es zu kaufen, umsonst natürlich.

[39:08] So, jetzt kommen wir zur fünften Seligpreisung. Also, ihr seht, mit der vierten Seligpreisung ist eigentlich so ein Zwischenstand erreicht. Mit der vierten Seligpreisung sagt Jesus, die ersten vier handeln eigentlich, wie soll man sagen, sie behandeln den Weg zur Bekehrung quasi oder beschreiben eigentlich so die Rechtfertigung von dem Zustand. Mir fehlt etwas über die Trauer, über das Eingeständnis, wie gering ich eigentlich bin, dazu, dass ich umsonst von außerhalb genährt werde, dass die Gerechtigkeit, die mir fehlt, nach der ich hungern und dürsten, mir gegeben wird. Und zwar nicht zu knapp, nicht so ein bisschen so nach dem Motto: „Probier mal“, sondern in reichen Mengen, so dass ich voll bin.

[39:51] Die nächsten vier Seligpreisungen zeigen jetzt quasi den weiteren Weg. Schauen wir zumindestens die fünfte noch an in Matthäus 5 und dort Vers 7. „Glückselig sind die, was die nächste Seligpreisung, die Barmherzigen. Sie werden Barmherzigkeit erlangen.“

[40:26] Woher könnte das kommen? Kennt ihr vielleicht irgendeine alttestamentliche Stelle, auf die Jesus sich beziehen könnte? Barmherzigkeit, wo es darum geht für die Menschen da zu sein. Oder die Geschichte mit ja, Gott, wo Gott hat die Stadt Ninive verschont. Ja, also das Konzept von Barmherzigkeit findet sich sehr, sehr oft. Ich gebe mal ein Beispiel. Schaut euch mal schauen mal mit mir in Sprüche 14.

[41:15] Sprüche 14 und dort Vers 21. Sehr schöner Vers. Sprüche 14, Vers 21: „Wer seinen Nächsten verachtet, der sündigt, aber wohl dem, der sich über den Elenden erbarmt.“ Alle, die letzte Mal da waren, wissen, was heißt „wohl dem“ auf Griechisch? Glückselig. Genau. Das ist diese Idee. Glückselig ist dasselbe, was in den Psalmen immer „wohl dem“ heißt. Hier steht mit anderen Worten: „Glückselig sind die, die Barmherzigkeit üben.“

[42:07] Also bisschen anders formuliert, aber eigentlich hat Jesus die fünfte Seligpreisung aus den Sprüchen. Ja, also er bedient sich aus Jesaja, aus den Psalmen, aus den Sprüchen und zeigt sozusagen diese verstreuten Texte, bringt sie einfach nur zusammen wie eine Predigt. Ja, das ist eigentlich die interessante Idee zu zeigen, dass eigentlich und wir verfolgen das in dieser Serie schon lange, dass Jesu Predigt und Leben im Grunde genommen eigentlich nur das Alte Testament klarstellen.

[42:38] Mit anderen Worten, eigentlich hätte jeder Pharisäer sofort Amen schreien müssen, denn das stand schon alles da.

[42:50] Die Barmherzigen. Was konkret ist eigentlich Barmherzigkeit? Übrigens interessant, nicht wahr, wohl dem, der die Elenden, denen Barmherzigkeit erweisen. Warum würde wohl jemand, der durch diesen Prozess durchgeht, hier gerne den Elenden Barmherzigkeit erweisen?

[43:12] Genau. Warum kann er das nachvollziehen? Er weiß selbst, wie elend er ist ohne Jesus. Ja, das heißt, echte Nächstenliebe ist eigentlich nur möglich, wenn ich Jesus kenne. Es gibt zwar sehr viel karitative Arbeit in dieser Welt, das, die das vielleicht berühmteste Beispiel für das, was ich sagen will, ist Mutter Theresa. Mutter Theresa war eine Heldin der karitativen Arbeit. Wusstet ihr, dass man ihre Tagebücher dann nach ihrem Tod veröffentlicht hat, in denen sie schreibt, dass alles nur finster in ihr, dass sie keine Freude hat, alles gefühlskalt und dass ihr die Arbeit überhaupt keine Spaß macht, dass es alles ist so also und die katholische Kirche dann versucht, das so ein bisschen zu erklären, als das wäre so die besondere mystische Eigenschaft von Mutter Theresa. Hat eigentlich gezeigt, sie hat eine Arbeit nach außen gemacht, versucht durch gute Werke sich irgendwas zu verdienen und war innerlich total leer. Überhaupt keine Liebe, auch nicht zu den Menschen, ne?

[44:13] Nur ein Mensch, der selbst die Liebe Jesu erfahren hat, kann dann auch ehrlich, wirklich echte Nächstenliebe üben. Ja, also das ist eigentlich eine ganz interessante Idee. Die Liebe Jesu, nur sie kann nicht verändern. Ja, und ähm

[44:30] ein praktisches Beispiel, wie echte Barmherzigkeit aussieht, schau mal Epheser 4, Vers 32.

[44:58] Da heißt es: „Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander gleich, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ Also die Barmherzigkeit wird hier mit zwei Ideen verknüpft, die ganz entscheidend wichtig sind auch im Gemeindeleben.

[45:18] Was sind die beiden Ideen, die hier mit Barmherzigkeit verknüpft werden? Freundlichkeit und Vergebungsbereitschaft. Ja, wir reden immer davon, dass wir barmherzig sein wollen. Ja, aber was bedeutet Barmherzigkeit? Barmherzigkeit bedeutet erst einmal, dass ich jedem freundlich gegenübertrete.

[45:39] Was nur möglich ist, wenn vorher mein Ego in den Staub gegangen ist. Ja, wenn ich verstehe, wie sehr Jesus mich liebt und wie sehr die Gerechtigkeit, die ich habe, nicht meine eigene ist, sondern die von Jesus ist.

[45:51] Und die Vergebungsbereitschaft ist genau dasselbe Idee, dass nur wenn ich echt Vergebung erlebt habe, kann ich auch gerne vergeben. Selbst dann, lass mich mal so weit gehen, wenn der andere gar nicht um Vergebung bittet, ist ja eine Sache zu sagen: „Okay, der andere hat mir Böses getan, jetzt kommt er zurück, entschuldigt sich dreimal und ich sag zähneknirschend: ‚Na okay, ich vergebe dir noch mal, streng dich das nächste Mal ein bisschen mehr an.‘“ Ist eine andere Sache, eine andere Sache zu sagen: „Okay, X lästert über mich und ohne dass es vielleicht einsieht, bin ich trotzdem bereit ihm zu vergeben.“ Das ist die Vergebung, die Gott für uns hat. Oder er hat uns ist ans Kreuz für uns gegangen, als wir noch seine Feinde waren.

[46:38] Ja, nur die Liebe kann ja absolut. Man wird nur so sprechen mit dem und verzeihen und das, aber dann haben wir nicht vergeben.

[46:49] Maria, lass mich so sagen: In jeder dieser Seligpreisung beschreibt Jesus das Wesen der Liebe. Nur, dass er gerade mal das Wort nicht verwendet, aber es sind all die verschiedenen. Die Liebe zeigt mir also die erste Seligpreisung zeigt mir, mir fehlt die Liebe. Die zweite sagt, da bin ich traurig drüber, nicht? Die dritte zeigt mir, Jesus ist so liebevoll.

[47:09] Genau. Es geht die ganze Zeit um Liebe. Wir werden auch sehen, weil in der Bergpredigt geht es ja um die um das Gesetz, oder? Deswegen ist er auf dem Berg gestiegen, weil das Königreich Gottes, das Gesetz Gottes und das Gesetz Gottes beschreibt seine Liebe. Das Gesetz der Liebe. Da werden wir noch sehen. Du wirst noch voll auf deine Kosten kommen. Diese Werkpredigt. Jesus beschreibt die Prinzipien der Liebe in allen Dimensionen. Ja, aber hier beschreibt er zunächst einmal den Weg eigentlich der Bekehrung, Schritt für Schritt.

[47:35] Nächstes Mal machen wir dann 6, 7 und 8 und schauen auch die Seligpreisung bei Lukas an. Die sind nämlich mal ein bisschen anders formuliert und bringen noch andere Akzente rein, die ein bisschen mehr sozusagen auch das Gesellschaftliche betonen, während Matthäus hier besonders den geistlichen Pfad, die geistlichen, die acht Schritte der Bekehrung eigentlich beschreibt.

[47:55] Nächste Woche also dann das Ende der Seligpreisung und auch dann ein Blick noch in die Varianten bei Lukas. Für heute lasst uns doch erstens mitnehmen, dass Jesus in der Bergpredigt eigentlich eine biblische Predigt gehalten hat. Er hat eine alttestamentliche Predigt gehalten. Er hat aus den Sprüchen, aus den Psalmen, aus Jesaja Ideen genommen und sie, wie wir es heute in der Predigt machen würden, systematisch aneinandergereiht. Er hat eigentlich nichts Neues gemacht. Das war natürlich neu in den Ohren der Leute.

[48:29] Und zweitens, lasst uns erkennen, dass in dieser Bergpredigt diese einzelnen Seligpreisungen wirklich Schritte sind, die logisch aufeinander folgen. Und dass, wenn wir in unserem eigenen Leben nicht nur Bekehrung, sondern auch Erweckung erleben wollen, ja, das gilt ja nicht nur einmal im

[48:43] Ja, das gilt ja nicht nur einmal im Leben, sondern das kann man immer wieder anwenden. Sind das die acht Schritte, die mich in das Reich Gottes bringen? Das sind die acht Schritte, die sozusagen jemand, der außerhalb des Reiches Gottes steht, ins Reich Gottes bringen.

[49:00] Das muss ganz genau und deswegen ist es gut darüber nachzudenken. Wir können nicht ein Herausholen und das uns gefällt. Ganz genau. Das muss in unsere Kraft und unserem Wesen. Es muss uns ins Herz geschrieben sein. Ganz genau.

[49:18] Ihr Lieben, an dieser Stelle wollen wir einen Schnitt machen. Nächste Woche studieren wir weiter und ich lade euch ein, dass wir gemeinsam ein Abschlussgebet sprechen.

[49:35] Lieber Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir dein Wort studieren können und dass wir in der Bergpredigt sehr eindrücklich, sehr einfach und doch so tiefgründig die Schritte der Erlösung nachgezeichnet finden. Und dass wir sehen können, dass Jesus mit der Bibel im Kopf die wichtigsten Dinge des Alten Testament zusammengefasst hat. Und dass wir, wenn wir diesen einfachen Schritten folgen, auch wir Gerechtigkeit in unserem Leben wirklich erleben können.

[50:10] Dass Jesus Christus, der unsere Gerechtigkeit ist, unser Denken erfüllen kann. Wir möchten dich bitten für uns und für jeden einzelnen auch in unserer Gemeinde, dass wir diese Schritte der Bergpredigt, diese Seligpreisung Schritt für Schritt, Tag für Tag unserem Leben erleben. Dass wir wachsen in dem Verständnis, was es bedeutet, ein Nachfolger Jesu zu sein, ein Jünger Jesu zu sein und in seinem Reich zu leben.

[50:39] Herr, offenbare uns jeden Tag, was dein Plan für unser Leben ist und wie dein Reich in unserem Herzen sich ausbreiten kann. Schenk uns dazu deinen Heiligen Geist, der deine Liebe in unser Herz gießen wird. Im Namen Jesu beten wir. Amen.


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