In dieser Predigt aus der Serie „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung von Jesus‘ Aussage in der Bergpredigt: „Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern um zu erfüllen.“ Er erklärt, was mit „Gesetz und Propheten“ gemeint ist und wie Jesus und Paulus das Alte Testament verstanden. Dabei wird deutlich, dass die Erfüllung des Gesetzes durch Jesus eine tiefere Bedeutung hat, als nur die Einhaltung von Regeln, und wie dies auch für uns heute relevant ist.
Der Ersehnte: 73. „Nicht ein Buchstabe“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:36] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar der Ersehnte. Schön, dass ihr heute Abend da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de. Heute mit einer weiteren Folge über das Leben von Jesus. Wir sind mitten in der Bergpredigt und wollen heute die nächsten Verse anschauen aus dieser wirklich so bedeutsamen und für uns persönlich so wichtigen Predigt von Jesus. Wir haben das letzte Mal gesprochen über das Salz der Erde und das Licht der Welt. Festgestellt, wir wollen Salz sein, um Menschen vor dem Verderben zu bewahren. Wir wollen Licht sein, um den Charakter Gottes zu zeigen. Und heute gehen wir einen Schritt weiter, schauen ab Vers 17 uns die nächsten Verse an. Bevor wir beginnen, wollen wir niederknien für ein Anfangsgebet.
[1:24] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir dein Wort haben und dass wir in der Bergpredigt so eine wunderbare Erklärung des Reiches Gottes bekommen haben, die so praktisch ist, dass jeder von uns sie im Alltag umsetzen kann. Bitte hilft uns, dass wir jetzt durch deinen Heiligen Geist wirklich die Bedeutung der Verse verstehen, die wir lesen, dass wir sie praktisch in unserem Leben anwenden können und dass wir wirklich zu einem Licht für die Welt sind, dass wir Salz der Erde sind und dass wir als deine Jünger dein Wesen, deine Worte, dein Charakter in die Welt tragen. Hilf uns jetzt dieses Thema gut zu verstehen. Halte alle störende fern und sprich zu uns ganz persönlich im Namen Jesu. Amen.
[2:13] Matthäus Kapitel 5. Gesagt, wir sind letztes Mal bis Vers 16 gekommen. Haben drüber gesprochen, dass die Jünger, die ja eigentlich Adressaten dieser Predigt sind, Salz der Erde sein sollen und Licht der Welt und dass, wenn man Jünger Jesu ist, man gar nicht nicht auffallen kann. Ja, eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen sein und das Licht, niemand zündet ein Licht an und setzt es unter einen Cheffel, sondern unser Licht soll leuchten, damit die guten Werke, nicht ein paar Almosen hier und da, nicht mal eine gute Tat, sondern die konstante Liebe, die konstante Nächstenliebe, die Gott durch uns wirkt, die soll sichtbar sein, damit die Menschen dann Gott preisen.
[3:02] Vers 17. Offensichtlich gab es wohl den Verdacht, dass Jesus mit seinen Worten irgendwie das Alte Testament in den an den Rand drängt oder möglicherweise sogar das Gesetz aufhebt. Und dazu äußert er sich jetzt direkt im Anschluss. Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen. Erste Frage: Was meint Jesus, wenn er sagt, das Gesetz und die Propheten?
[3:44] Was ist das? Die Tora, die Bücher Mose, die prophetischen Bücher. Das heißt, obwohl wir oft diesen diese Verse hier in Adventgemeinde allein für die zehn Gebote benutzen, spricht Jesus im Kontext eigentlich nicht allein über die zehn Gebote. Er spricht weiter. Er spricht im Grunde genommen über die ganze damals vorhandene Bibel. Weniger Ge erwähnt die Psalmen jetzt nicht direkt und die Sprüche, aber Gesetz und Propheten war der Ausdruck für das Wort Gottes, das Alte Testament, was wir heute Altes Testament nennen. Und das hat natürlich explizit was mit den zehn Geboten zu tun, aber ist darauf nicht begrenzt.
[4:29] Diesen Vorwurf, den kann man tatsächlich in der frühen Christenheit immer wiederfinden. Mal als Beispiel gehen wir in die Apostelgeschichte. Lass mal den Finger hier drinne. Wir schauen mal ein paar Verse an, wo man immer wieder sieht, dass die Juden den Christen vorgeworfen haben, dass sie das Gesetz, das Gesetz Mose, ja, die zehn Gebote, überhaupt das Alte Testament vernachlässigen. Apostelgeschichte 6, Vers 13. Wir greifen mal so drei Verse raus. 6, Vers 13, da heißt es hier, das ist die berühmte Stelle, wo man den Stephanus vor Gericht stellt. Ja, da kommen dann die falschen Zeugen, nachdem man ihn nicht durch Argumentation hat überwinden können. Und die sagen in Apostelgeschichte 6, Vers 13: "Sie stellten falsche Zeugen, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Lästerworte zu reden gegen diese heilige Stadt, das ist der Tempel und das Gesetz." Ja, der Stephanus, der Diakon, der Christ, predigt lästernde Worte gegen das Gesetz. Das war der Vorwurf.
[5:26] Noch ein Beispiel, Apostelgeschichte 18, Vers 13. Genau, das ist der Text. Apostelgeschichte 21, Vers 28. Da heißt es, das ist als der Paulus dann zurück nach Jerusalem kommt, ja, und im Tempel sich sehen lässt auf Rat der Brüder, den er besser nicht befolgt hätte, da heißt es dann hier in Vers 28: "Und schrien: Ihr israelitischen Männer, kommt zu Hilfe! Das ist der Mensch, der überall jeder Mann lehrt gegen das Volk und das Gesetz und diese Städte." Dazu hat er auch noch Griechen in den Tempel geführt und diese heilige Stadt entweiht. Das war nicht nur, wie wir gerade gesehen haben, jetzt allein gegen Paulus, das hat man schon gegen den Stephanus vorgebracht und die Bemerkung von Jesus zeigt, das müssen die mindestens schon zur Zeit von Jesus gedacht haben. Diese neue Lehre oder die vermeintlich neue Lehre, die Jesus dort predigt über den Glauben und die Gnade und die Liebe, ist wahrgenommen worden als eine Attacke auf das Alte Testament.
[6:44] Wir haben ja gesehen, dass Jesus im Grunde genommen gar nichts Neues gesagt hat. Ja, wir haben gesehen, die Seligpreisungen sind nichts weiter als eine Aneinanderreihung von alttestamentlichen Wahrheiten. Trotzdem hat man ihm diesen Vorwurf gemacht und Jesus geht sehr deutlich darauf ein. Er sagt: "Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen."
[7:02] Was hat Paulus gesagt auf diesen Vorwurf, dass er gegen das Gesetz sei? Dass er stellt manchmal die Frage: "Heben wir das Gesetz auf?" Was sagt er dann? "Das sei Ferne." Ja, das weit gefehlt, sondern was sagt er? "Wir richten das Gesetz auf." Genau.
[7:21] Schauen wir in Römer 3, Vers 31. Übrigens auch beim Paulus im Römerbrief ist das Gesetz Gottes nicht nur die zehn Gebote. Ähm, wir machen das, wir verengen das noch mal ein bisschen, den wir immer bei den zehn Geboten, den Römer zitieren. Das stimmt zwar auch, aber Paulus hat im Römerbrief nicht nur die zehn Gebote vor Augen. Schaut mal in Römer 3, Vers 31. Da heißt es: "Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei Ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz."
[7:51] Übrigens, warum sage ich, dass der Paulus nicht nur die zehn Gebote damit meint? Äh, das könnt ihr im selben Kapitel sehen, in Kapitel 3, Vers 19. Da sagt er: "Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind." Und er hat vorher ganze viele Zitate. Ja, er zitiert da haufenweise Bibeltexte und sagt dann: "Wir wissen, was das Gesetz sagt." Sagt es den, die unter dem Gesetz sind. Woher kommen die Zitate, die er zitiert? In Vers 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17. Hm. Ja, wo? Genau. Genau. Psalmen, Psalmen, Psalmen, Psalmen, Jesaja, Psalmen. Und er nennt das Gesetz. Ja, also wenn Paulus von dem Gesetz spricht, meint er eigentlich quasi das ganze Alte Testament.
[8:32] Übrigens, was ganz interessant ist, schaut mal in Römer 3 noch mal, Vers 31. Er sagt: "Was machen wir mit dem Glauben?" Der Glaube, den Paulus predigt, was macht er mit dem Gesetz in Römer 3:31? Der Glaube bestätigt das Gesetz. Ja, aufrichten. Er bestätigt das.
[8:51] Jetzt vergleich das mal in Vers 14 von Kapitel 4. Römer 4, Vers 14. "Denn wenn die vom Gesetz Erben sind, so ist der Glaube wertlos geworden und die Verheißung unwirksam gemacht worden." Also, man könnte das so sagen: Der Glaube, die Gerechtigkeit aus dem Glauben bestätigt das Gesetz, aber die Gerechtigkeit aus dem Gesetz hebt den Glauben auf. Das ist eine interessante Vergleich. Ja, also Gerechtigkeit aus dem Gesetz hebt den Glauben auf, aber Gerechtigkeit aus dem Glauben bestätigt das Gesetz. Das was der Paulus sagt: "Wir bestätigen das Gesetz." Jesus sagt: "Wir erfüllen das Gesetz."
[9:40] Kennt ihr eine Aussage von Jesus, wo er mal gesagt hat, dass er etwas erfüllen möchte in Bezug auf Gehorsam, wo er es gesagt hat: "Ja, ich mache das jetzt, denn so gebührt es uns bei der Taufe." Schauen wir mal Matthäus 3. Genau. Matthäus 3, Vers 15.
[10:04] Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: "Lass es jetzt so geschehen, denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen." Da gab er ihm nach. Jetzt war das ein Teil der zehn Gebote zu sagen, man muss sich taufen lassen. Was hat er damit gemeint? Was hat er erfüllt, als er gesagt hat, ich lass mich taufen? Was ist da erfüllt worden? Das war nicht die zehn Gebote in dem Sinne, oder?
[10:29] Ja, Gehorsam Gesetz. Aber welches Teil des Gesetzes ist hier erfüllt worden?
[10:40] Was das war? Erfüllung von die Taufe von Jesus.
[10:48] Erfüllung von von Prophetie. Genau. Danke. [gelächter] Welche Prophetie?
[10:55] Welche Prophetie hat die Taufe von Jesus vorhergesagt?
[11:00] Taufe von Jesus. Daniel 9. Daniel 9, 70 Wochen bis zu dem und dann die einzelnen Abteilung bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten. Und da heißt es: "70 Wochen sind abgeschnitten über deine heilige Stadt, über dein Volk, um die Sünde abzutun und die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen." Vor Augen können Sie mal nachlesen, um eine echt ewige Gerechtigkeit einzuführen.
[11:29] Und Jesus sagt hier: "Die Zeit ist erfüllt." Ja, die 483 Jahre sind zum Abschluss gekommen. Daniel 9:24 muss ich erfüllen. Das heißt, Jesus ist gehorsam und erfüllt Daniel 9, Vers 24. Auch das war in Erfüllung des Gesetzes.
[11:43] Wenn also Jesus sagt, ich bin gekommen, das Gesetz zu erfüllen, sagt er, ich bin gekommen, um alles, was im Alten Testament steht, egal ob es 1. Mose oder 2. Mose 20 oder Hesekiel oder Daniel 9, zu erfüllen. Ja, das Erfüllen ist also weiter als nur die zehn Gebote, die er jetzt tut. Ja. Ähm und das hilft uns auch zu verstehen, warum Jesus das ganze Gesetz erfüllt.
[12:05] Das heißt, wenn ich jetzt das Wort Gesetz in diesem breiten Sinne nehme, übrigens Jesus sagt mehrmals auch: "Habt ihr nicht in eurem Gesetz gelesen?" und dann zitiert er irgendwie Psalmen oder so. Dann besteht das Gesetz ja aus verschiedenen Abschnitten. Ja, das Alte Testament ist ja nicht uniform, es ist nicht einfach nur Paragraphen.
[12:27] Was für verschiedene Stile gibt es im Alten Testament? So, Textarten. Sind das alles Regeln?
[12:38] Es gibt Geschichten. Okay, sammeln mal bisschen. Was gibt's noch?
[12:42] Es gibt Lieder, Gedichte. Was gibt's noch?
[12:52] Hm. Geschlechtsregister natürlich mal hier. Ja. Äh ja, also Genealogie gehört zur Geschichte so ein bisschen. Ja, was noch?
[13:08] Es gibt Gebote, richtig, die sagen: "Du sollst nicht." Ja, was gibt's noch?
[13:11] Zivile. Ja, ich würde unter Gebote Ja, es gibt religiöse, zivile. Verheißung.
[13:16] Es gibt Verheißung. Was gibt's noch?
[13:31] Okay. Ja, Bedingungen. Also, wenn dann das gilt für die Verheißung. Ja, Verheißung meistens Bedingung. Ja, was gibt's noch? Es gibt ganz viel Opfergesetze zum Beispiel. Ja, als was Opfer, was sich auf Jesus bezieht.
[13:53] Und jetzt kommt ein schider Punkt. Erfüllen meint in jedem Fall etwas anderes.
[14:00] Wenn ich ein Gebot habe, das sagt: "Du sollst nicht töten", dann bedeutet die Erfüllung des Gebotes, dass ich, wie Jesus später sagt, weder töte, noch schlecht rede, noch schlecht denke. Ja.
[14:16] Aber wie erfüllt man eine Prophezeiung oder wie erfüllt man eine Verheißung? Oder wie erfüllt man eine Typologie? Wird die Typologie dadurch erfüllt, dass ich genau das gleiche noch mal tue? Nein. Das heißt, die Idee ist, Jesus hat das Gesetz immer in dem Sinne erfüllt, was das Gesetz gerade sagen wollte. Will das Gesetz ein Gebot geben, muss ich das Gebot halten. Ist das Gesetz aber im Fall z.B. der Opfergesetze eine Typologie, dann geht die Erfüllung des Gesetzes nicht darum, dass ich weiter opfere, sondern dass ich den Sinn der Typologie erkenne und entsprechend geistlich anwende. Ja, also das Gesetz, das Opfergesetz zu erfüllen würde dann bedeuten, dass ich geistliche Opfer bringe. Ja, also das ist die Idee.
[15:19] Ähm Geschichten kann man Geschichten erfüllen. Ja, ich kann die Abraham-Geschichte erfüllen in dem Sinne, dass ich die Lektion, die Abraham gelernt hat, in meinem Leben anwende und mich darin widerspiegle. Das bedeutet aber nicht, dass ich sie erfülle, indem ich wortwörtlich das tue, was Abraham getan hat, dass ich nach Mamre ziehe mit Kamelen. Versteht ihr?
[15:37] Das heißt, das zeigt uns, dass Jesus tatsächlich das gesamte Gesetz erfüllt hat und trotzdem gelten noch die zehn Gebote unverändert, aber die Opfer sind abgeschafft. Trotzdem ist beides erfüllt. Das ist der Punkt, den ich machen möchte, weil das nicht alles quasi dieselbe Kategorie ist, das nicht alles auf demselben Level, sondern das sind manches ist halt eine Prophezeiung gewesen und die Erfüllung der Prophezeiung geschieht dadurch, dass, wenn die Erfüllung gekommen ist. Ich glaube, dass das eine Prophezeiung gewesen ist, aber ich halte diese Prophezeiung nicht weiter in die Zukunft.
[16:18] Mit anderen Worten, Jesus hat Jesaja 53 erfüllt. Er hat aber nicht mehr Jesaja 53 als zukünftig gepredigt. Genauso wie wir die Erfüllung von Daniel von Offenbarung 10 sind. Wir haben die auf Prophezeiung als Adventgemeinde erfüllt, aber trotzdem glauben wir nicht mehr, dass Offenbarung 10 in der Zukunft sich noch mal wiederholt. Es ist erfüllt und Geschichte und trotzdem ist es erfüllt.
[16:48] Aber die zehn Gebote, wenn man sie erfüllt, sind sie nicht einfach Geschichte, sondern sie bleiben gleichzeitig. Ja, dass ich also damit illustrieren möchte, ist, dass dieses Wort "erfüllt" immer gilt auf alle verschiedenen Bereiche des Gesetzes und trotzdem müssen wir keine Opfer mehr bringen, aber müssen die zehn Gebote noch halten. Das ist der Gedanke, ja?
[17:10] Das ist eigentlich das, was Glaube ist. Glaube nimmt Gott beim Wort. Ja, und wenn ich sehe, Gott hat hier ein Gleichnis gemacht, dann verstehe ich, dass ein Gleichnis ist. Und wenn es ein Lied ist, dann singe ich dieses Lied gerne. Ja, und wenn es ein Gebot ist, dann halte ich es. Und wenn es eine Geschichte ist, dann glaube ich, dass sie passiert ist und möchte daraus lernen. Das bedeutet das Gesetz zu erfüllen.
[17:29] Schaut mal in Jesaja 40 Vers 8 und 9. Psalm 40. Genau. Jesaja kommt danach. Psalm 40, Vers 8 und 9. Danke für die Aufmerksamkeit. Da spricht wer in Psalm 40, Vers 8 und 9. Jesus sagt, derselbe Jesus, der auf der Bergpredigt, jetzt dann auf dem Berg steht und predigt: "Siehe, ich komme. In der Buchrolle steht von mir geschrieben. Ja, in dem Gesetz sozusagen steht von mir geschrieben. Aber dann sagt er: "Deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich und dein Gesetz ist in meinem Herzen."
[18:19] Wo war das Gesetz für die Pharisäer? Auf Stein oder auf Papier. Und sie haben gelesen, aha, man muss Opfer bringen und wir bringen jetzt die Opfer. Ja, sie hatten das zwar auf Papier, haben den Wortlaut gelesen und dachten, die Einhaltung des Gesetzes besteht darin, dass man all das quasi einfach eins zu eins immer weiter macht ohne Überlegung, was es bedeutet. Aber Jesus sagt: "Ich habe das Gesetz im Herzen. Ich weiß, was du eigentlich wirklich willst."
[18:48] Der sagt ja dann später ähm vorher sagt er in Vers 7: "Brandopfer und Sündopfer hast du gar nicht verlangt." Das ist nicht eigentlich, du hast keine Freude daran, immer weiter zu opfern, ja? Sondern es ist nur ein Typus, ist eine Prophezeiung auf etwas. Und wenn man das wirklich versteht, dann weiß man auch, man braucht das nicht mehr. Man hat es erfüllt. Ja.
[19:09] Jesaja 42, Vers 21. Jesaja 42, Vers 21 zeigt also schon im Alten Testament Gottes Wunsch, das Gesetz groß zu machen. Da heißt es: "Es gefiel dem Herrn, Jesaja 42, Vers 21: 'Es gefiel dem Herrn, um seiner Gerechtigkeit willen, das Gesetz groß und herrlich zu machen.'"
[19:32] Ja, also übrigens ganz interessant, denken wir drüber nach, was sagt der Paulus in Römer 1, Vers 16 über das Evangelium? "Darin wird die Gerechtigkeit Gottes offenbar." Jesaja 42 sagt: "Die Gerechtigkeit Gottes wird auf durch das Gesetz groß und herrlich ist." Wenn also das Evangelium die Gerechtigkeit Gottes zeigt, was wird wohl das Evangelium tun? Das Evangelium wird das Gesetz groß und herrlich machen. Ja, deswegen sagt Paulus, wir bestätigen das Gesetz äh in all seinen Facetten.
[20:15] So wie Jesus das Gesetz erfüllt hat. Bibel sagt er, Jesus sagt: "Ich bin gekommen, um das Gesetz zu erfüllen." Sagt er das nur für sich oder sagt er das auch für uns?
[20:22] Auch für uns. Wo steht, dass wir das Gesetz erfüllen sollen? Und erfüllen und vor allem, wie wir es erfüllen können? Gibt's eine Bibelstelle?
[20:34] Hm. Ja, genau. Römer Kapitel 8. Sehr gut. Schaut mal Römer 8. Da spricht der Paulus über die Erfüllung des Gesetzes. Ähm und damit wird deutlich, dass die Erfüllung des Gesetzes was anderes ist als die Werke des Gesetzes. Ja, die Werke des Gesetzes ist, da steht was geschrieben und ohne Gottes Hilfe will ich das einfach tun. Die Erfüllung des Gesetzes was ganz anderes, nämlich das Gesetz Gottes im Herzen zu haben.
[20:59] Da heißt es in Römer 8, Vers 3 und 4: "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte, in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist."
[21:24] Also, wie ist es möglich, das Gesetz zu erfüllen durch den Heiligen Geist? Wir haben ja gelernt, Jesus hält die Bergpredigt, um zu zeigen, was Gott eigentlich wirklich mit dem Gesetz gemeint hat, auch bezüglich der zehn Gebote, wie man später sieht. Ja, und wenn er sagt: "Ich bin gekommen, das Gesetz zu erfüllen", zeigt er: "Ich bin gekommen, damit ihr seht, was diese zehn Gebote und überhaupt das ganze Alte Testament, diese ganzen Schriften, diese Buchstaben auf Papier, was das zu bedeuten hat, damit euch euer Leben ändert." Ja, und das will der Heilige Geist tun.
[22:01] Zurück zu Matthäus. Matthäus 5, Vers 18, da heißt es: "Denn wahrlich, ich sage euch." Wahrscheinlich wisst ihr, wenn Jesus wahrlich sagt, dann steht er eigentlich wörtlich.
[22:13] Was steht wörtlich? Wenn Jesus sagt wahrlich, wahrlich, dann sagt er eigentlich im Aramäischen immer, auch im griechischen steht es bei euch nicht in der Bibel unten angemerkt, gibt's ein Wort, das immer verwendet. Amen. Immer könnt euch merken, wenn Jesus in dem Neuen Testament wahrlich sagt, steht da immer Amen. Nur die Übersetzer haben sich wahrscheinlich gedacht, das klingt komisch, wenn man vor der Rede Amen sagt und nicht hinterher übersetzen einas mit wahrlich im Sinne von Bekräftigung, Bestätigung.
[22:40] Es war genau das gleiche wie was wir Amen sagen nach dem Gebet. Amen. Ja, eine Bestätigung, etwas, worauf man sich verlassen kann. Jesus hat das schon öfter gesagt im Laufe seines Dienstes. In Johannes 1 heißt es oft: "Ich war wahrlich ein ein ein, ich sage dir, ja." Bei Nikodemus: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir." Oder auch beim Sanhedrin.
[23:05] Was sagt er jetzt, was er so bekräftigen möchte dieses Amen? "Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist."
[23:20] Jetzt, was meint Jesus mit dem mit "nicht ein Buchstabe, noch ein einziges Strichlein"?
[23:32] Das ist ganz interessant. Machen wir mal 2 Minuten Exkurs. Die Bibel, die Jesus hatte, war geschrieben: "In welcher Sprache?"
[23:42] Ja, Hebräisch. Ja, Altes Testament. Hebräisch ist ging um das Alte Testament.
[23:43] Hebräisch ging um das Alte Testament hier erstmal. Ja, das Neue Testament war noch nicht verfügbar. Es gab noch kein Evangelium. Das heißt, alles, was Jesus unter dem Gesetz verstehen konnte, war Hebräisches von 1. Mose bis 2. Chronik. Das ist das letzte Buch im Alten Testament. Hier steht ja bei uns Buchstabe. Wörtlich steht dort ein Jota, das ist das griechische Wort für das hebräische Wort Jod. Und Jod ist der hebräische Buchstabe für J und der hat die Angewohnheit. Das ist der kleinste von allen. Der sieht so aus. Der kleinste Buchstabe. Ja, nicht ein Buchstabe. Also der kleinste Buchstabe ist das J. Aber dann sagt er nicht nur der kleinste Buchstabe, sondern sogar ein Strichlein.
[24:38] Hat jemand von euch schon mal gehört, was dieses Strichlein bedeuten könnte? Also, das ist schon relativ klein, aber das Strichlein wird jetzt noch kleiner. Und zwar war das so, es gab Buchstaben, ihr wisst ja, im Hebräischen gibt's nur die Konsonanten und keine Vokale, aber es ist noch komplizierter, weil es gibt mindestens einen Konsonanten, der hat oder es gibt zwei Konsonanten, die teilen sich denselben Buchstaben. Wie soll ich das jetzt sagen? Na ja, dasselbe Zeichen. Genau. Danke schön. Ich hoffe, dass ich das einigermaßen hinkriege hier. Das ist dieser Buchstabe hier. Der ist entweder der Buchstabe für Z oder für Sch. Ja. Und je nachdem jetzt könnte man also, wenn ich jetzt sagen mal hier das hier wäre z.B. also sind S-R-H Sarah oder Shara. Das weiß ich aber nur jetzt, wo soll man das wissen? Ja, da haben jetzt die Bibelschreiber einen Punkt erfunden. Die haben dann entweder den Punkt hier gemacht, ja, hier so drüber, dann wusste man, ah, es heißt Sarah und das meint die Frau von Abraham. Oder man macht ihn hier und dann ist es Schara und heißt Sängerin. Ja, völlig anderes Wort. Das sind zwei völlig verschiedene Worte und Jesus sagt, nicht einmal so ein Punkt, der da über so ein Buchstaben steht, von dem man jetzt weiß, wie es richtig ausgesprochen wird und gemeint ist, nicht einmal der wird vergehen.
[26:09] Also kommt es Jesus bei dem Gesetz auf die Details an, auf die Kleinigkeit? Manchmal hat man so die Idee, na ja, Hauptsache, das große Ganze stimmt. Ja, und ob da jetzt paar Dinge sich widersprechen, ist doch vollkommen egal. Nein, Jesus sagt, das Gesetz Gottes besteht und zwar, er meint hier alles, nicht nur die zehn Gebote, sondern die Prophezeiung, die Lieder, die Gedichte, die Verheißung, die Geschichten, nicht? Was alles bleibt bestehen. Wie lange? Bis Himmel und Erde. Und dann, was passiert, wenn Himmel und Erde vergehen? Ist dann das Gesetz Gottes weg? Also meint er, es wird nur dann bleiben, nur bis dann bleiben oder was passiert danach? Weiß jemand von euch, was passiert, wenn Himmel und Erde vergehen? Was passiert denn mit dem Wort Gottes? Es bleibt genau. Gibt's ein Bibeltext. Schaut mal in Jesaja 40, Vers 8. Da heißt es: "Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit." Und um das mit dem Himmel noch ganz deutlich zu machen, Himmel und Erde. Matthäus 24 und dort Vers 35. Schaut mal Matthäus 24, Vers 35. Himmel und Erde werden vergehen, sagt Jesus, aber meine Worte werden nicht vergehen.
[27:58] Das heißt, all das, was das Alte Testament sagte, wird Bestand haben bis in die Ewigkeit. Auch die Opfergesetze, die sind nie abgeschafft worden, die sind erfüllt worden und so stehen sie als ein Zeugnis immer noch da. Sie müssen nicht mehr umgesetzt werden. Sie müssen nicht mehr praktiziert werden. Sie sind erfüllt worden, genauso wie auch Daniel 9 nicht abgeschafft worden ist oder Daniel 9 ist erfüllt worden und es steht immer noch als ein Zeugnis der Erfüllung da. Und die Gebote Gottes sind auch nicht abgeschafft worden. Sie müssen immer weitergehalten werden, weil die zielen nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt hin. Ja, die Typologie zielt auf einen Zeitpunkt hin, dann ist es erfüllt. Die Prophezeiungen zielen auf einen Zeitpunkt hin. Gottes Gesetz ist ewig. Ja, und in dem Sinne gibt's ja heute viele Christen, die sagen: "Ja, zehn Gebote abgeschafft, Altes Testament abgeschafft, die werden irgendwann vergehen." Aber das Alte Testament wird bestehen bleiben. Und ich glaube, wir machen manchmal sogar einen Fehler, wenn wir mit anderen Christen darüber reden, den Eindruck erwecken, als wären manche Dinge im Alten Testament nicht mehr gültig und manche sind noch gültig. Wir haben zwar natürlich praktisch schon irgendwie recht, nur man müsste es eigentlich anders erklären. Müsste erklären, dass alles im Alten Testament immer gültig bleibt, aber nicht alles angelegt darauf ist, immer umgesetzt zu werden. Und in dem Sinne folgen wir dem gesamten Alten Testament, so wie Jesus dem gesamten Alten Testament folgte. Und so wie dann das Neue Testament aus den Opfergesetzen geistliche Lehren zieht, halten auch wir die Opfergesetze nämlich geistlich. Ja, das sozusagen die Idee, der hinter Gottes Wort vergeht nicht.
[29:51] Zurück zu Matthäus. Matthäus 5 und dort Vers 19. Jesus sagt jetzt was Interessantes hier. Schaut mal, was er sagt. Wer nur eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel. Wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Was ist die Lektion, die er hiermit sagen möchte? Was würdet ihr sagen mit eigenen Worten? Welchen Punkt möchte er deutlich machen?
[30:35] Dass wir es genauso ernst nehmen müssen, das Gesetz Gottes, ja, das Alte Testament in dem Fall. Ich meine, wir könnten übertragen jetzt auch das Neue Testament noch gleich dazu nehmen. Ja, wir müssen es genauso ernst nehmen, wie Jesus genommen hat. Ja, sehr gut. Was könnten wir noch aus diesem Vers ableiten?
[30:52] Jakobus sagt, wer ein Gesetz übertritt, hat alle übertreten. Ich paraphrasiere, aber ja, also man kann sich die nicht aussuchen und sagen, na ja, die halte ich alle, das gefällt mir nicht. Das Gesetz ist ein Gesamtpaket. Ja. Ähm, weil nämlich auch die ganzen Geschichten, Prophezeiung, das ist alles miteinander verbunden. Ja, wenn du eine Sache aufgibst, ja, du kannst nicht Daniel 8 aufgeben und Daniel 9 behalten. Verbunden. Man kann nicht Daniel 11 aufgeben und Daniel 7 behalten wollen, weil das alles miteinander verbunden ist. Wenn du eins aufgibst, wie ein Dominoeffekt. Ja, wenn du die zehn Gebote, wenn du die Schöpfung aufgibst, musst du den Sabbat aufgeben. Dann musst du die Zehn Gebote aufgeben. Dann hängt am Ende musst du die Erlösung aufgeben. Es hängt alles mal zusammen. Man kann nicht eins wegnehmen. Das heißt, die Idee, die es manchmal gibt, wir suchen uns die wesentlichen Dinge raus, die behalten wir. Und was uns nicht gefällt, was gegen unsere Kultur, gegen unseren Zeitgeist ist, das schieben wir beiseite. Sagt Jesus, der ist mindestens der Kleinste im Reich Gottes. Also in den Augen Gottes, in dem Reich Gottes, das Reich Gottes ja auch ein Bild dafür, wie Gott die Dinge sieht, sind die am größten, die am deutlichsten einfach Gott beim Wort nehmen im Glauben.
[32:16] Ja, Mose sagt, das nichts hinzufügen, nichts wegnehmen. Offenbarung ganz am Ende auch wieder und es ist etwas, was letztendlich für die ganze Bibel gilt. Schaut mal noch mit mir in Psalm 119. Vers 6. Psalm 119 und dort Vers 6. Da sagt der Psalmist: "Psalm 119, Vers 6, dann werde ich nicht zuschanden, wenn ich auf alle deine Gebote achte." Genau. Oder auch im selben Kapitel, Vers 128. Vers 128. "Darum halte ich alle deine Befehle in allem für Recht. Ja, alle deine Befehle in alle." Mit anderen Worten, egal was Gott sagt, in jeder Situation, immer für Recht halten und hasse jeden Pfad der Lüge. Und interessanterweise sagt der Jesus nicht nur, wer sie tut, sondern wer sie tut und lehrt. Gesehen. Ja. Ähm, die Pharisäer haben ja durchaus gelehrt, dass man manche Gebote auflösen kann. Ihr kennt das vielleicht, wo sie gesagt haben, na ja, wer sagt das, was ich meinem Vater eigentlich schuldig gewesen bin, das sei halt eine Opfergabe, da muss ich nicht mehr halten. Ja, sagt, ihr löst mit den Traditionen das Gesetz Gottes auf.
[33:38] Tut und lehrt. Das kommt interessanterweise noch mal vor in der Bibel und zwar in Apostelgeschichte. Schaut mal Apostelgeschichte 1, Vers 1. "Den ersten Bericht habe ich verfasst, Theophilus, über alles, was Jesus anfing zu tun und zu lehren." Bei Jesus geht's immer beides um die Praxis und um die Theorie. Ja, kann man nicht voneinander trennen. Jesus möchte, dass wir die Wahrheit verstehen und die Wahrheit praktizieren. Und ganz egal, ob wir in der Theorie oder in der Praxis Gottes Wort angreifen, da was wegnehmen, ist unter allen Umständen immer ein Problem. Ja. Ja.
[34:29] Auch habe acht auf mich selbst, auf die Lehre. Warum? Wenn du das tust, bist du selbst gerettet und gehst auf die ganz genau. Ja, ganz genau.
[34:40] Interessant ist, es heißt ja, wer sie tut und lehrt, diese kleinsten dieser Gebote, ja, wer sie tut und lehrt, wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Frage an euch, kennt ihr jemand in der Bibel, der groß genannt wurde in den Augen Gottes? Ja. Hm. Der Lazarus in Lukas 16. Lazarus in Lukas 16. Al groß in wie groß groß Johannes der Täufer, denn er wird groß sein in den Augen Gottes. Das ja. Ähm und Johannes der Täufer war der jetzt eher geneigt, das Gesetz abzuschaffen, aufzulösen, oder hat er die Leute zurück zum Gesetz Gottes gebracht? Ja, dass der Johannes hat allerdings nicht nur über die zehn Gebote an sich gepredigt, sondern über das ganze Alte Testament. Ja, das heißt, in vielen dieser Textstellen geht es nicht allein um zehn Gebote. Ja, nein, es, obwohl das auch eine wichtige Diskussion ist, es geht eigentlich grundsätzlich um die Einstellung zur Bibel. Das ist auch das, was der Paulus im Römerbrief den Juden deutlich machen möchte. Die sagen, na ja, wir haben ja die Bibel, wir gerettet. Er sagt: "Nein, nein, nein. Nicht der, der die Bibel hat, der das Gesetz hat, wird gerettet, sondern der das Gesetz tut, wird gerechtfertigt." Ja, der dem Wort Gottes wirklich folgt.
[35:55] Matthäus 5, Vers 20. Jetzt macht Jesus eine Aussage, da sind wahrscheinlich die Jünger rückwärts vom Berg gekullert. Vers 20 ist wahrscheinlich eine der dramatischsten Aussagen von Jesus gewesen überhaupt. Jedenfalls die Leute müssen gedacht haben, was hier geht er zum ersten Mal sehr deutlich gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten vor. Ja, das bisher verfolgt, hat er das noch nicht öffentlich groß kritisiert, aber hier sagt er das: "Schaut mal her, denn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit, die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen." Das ist gewaltig. Und vorher sagt er, na ja, schau mal, was er gesagt hat. In Vers 19 hat er gesagt: "Wenn jemand so eines dieser kleinsten Gebote auflöst, wird er klein genannt werden im Reich der Himmel." Ja, aber wenn du so bist wie die Pharisäer und Sadduzäer, kommst du nicht mal rein. Du bist ausgeschlossen. Und er sagt, die Pharisäer sind nicht mal knapp dran, die sind nicht auf dem besten Weg. Man kommt überhaupt nicht in das Reich Gottes, wenn die Gerechtigkeit nicht die der Pharisäer und Sadduzäer und der Schriftgelehrten weit übertrifft. Jetzt, was haben die Leute gedacht über die Pharisäer und Schriftgelehrten? Das war die personifizierte Gerechtigkeit, oder die haben alles getan, was die Bibel sagt. So hatte man den Eindruck und haben immer deutlich gemacht, dass das alle sehen. Ja.
[37:32] Die Pharisäer, das waren die Heiligen, die Abgesonderten. Wenn die nicht heilig sind, wer kann dann errettet werden? Das war die Idee.
[37:45] Ganz genau. Das heißt, wisst ihr das, was dann jetzt in dem nächsten Abschnitt kommt, wo er sagt: "Schaut her, das ist eigentlich der Grund, warum dann sagt: 'Okay, ihr seid alle verwirrt, passt auf, ich sag euch mal was. Ihr habt gehört, ja, du sollst nicht töten. Aber was das wirklich meint, meint bloß nicht nur, weil die Pharisäer noch nie umgebracht haben, dass sie nicht schuldig sind. Ja, was meint ihr, was die denken?'" Ja, und dann geht er mit die ganzen Gesetze so durch und zeigt eigentlich wirklich die Tiefe im Gesetz.
[38:17] Die Frage ist, ah, kennt ihr äh bevor wir das fragen, geh Römer 10. Römer 10, Vers 2 und 3. Der Paulus, der selbst diese Erfahrung gemacht hat, der Paulus hat die Gerechtigkeit erlangt, die weit übertrifft, was die Pharisäer und die Schriftgelehrten gehabt haben. Und er sagt dann im Rückblick, schaut mal in Römer 10, Vers 2 und 3. Er sagt: "Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben. Faul waren sie nicht, oder? Aber nicht nach der rechten Erkenntnis. Sie haben es nicht erfüllt. Ja, sie wollten es, sie haben es einfach nur gesammelt und versucht. Ja, schau mal, wir machen das alles. Ja, aber sie haben es nicht verstanden. Vers 3. Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen."
[39:08] Das Problem der Pharisäer war das, sie wollten selbst gerecht sein und das bringt uns nicht mal in die Nähe des Reiches Gottes. Und das sagt Jesus sehr deutlich. Wer versucht durch eigene Kraft ohne Gott gerecht zu sein, ist so weit davon entfernt vom Reich Gottes, dass er es wahrscheinlich nicht mehr aus der Ferne sehen kann. Ja, die Gerechtigkeit Gottes ist das einzige, was uns hineinbringt. Die Gerechtigkeit Gottes ist weit größer als die Gerechtigkeit eines einzelnen Menschen, oder? Und wo zeigt sich die Gerechtigkeit Gottes? Was sagt der Paulus?
[39:50] Sie zeigt sich eben, denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes. Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der da glaubt, Juden und Griechen. Zuerst für den Griechen, denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes. Das ist die Gerechtigkeit, die der Jesus auf dem Berg predigt, anbietet, als er sagt: "Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, sie sollen satt werden." Ja, erinnert euch, voll gestopft, nicht? So richtig richtig fett. Die Gerechtigkeit Gottes, nur die kann uns in das Reich bringen. Und diese Gerechtigkeit Gottes, sagt der Paulus, der deutlich, schau in Römer 3, Vers äh in Vers, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben, denn es ist kein Unterschied. Das ist der Eintritt in das Reich Gottes.
[40:53] Kennt ihr eine Geschichte, wo Jesus mit einem Pharisäer spricht und sagt: "Schau, Herr, du bist nicht mal nahe am Reich Gottes. Du musst noch mal ganz von vorne anfangen." Nikodemus, ja, er sagt nicht, mach weiter so, bist fast dran. Bisschen mehr Anstrengung, bisschen mehr Überlegung, bisschen mehr Konsistenz, dann hast du es. Er sagt: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir und ich sage euch, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, fang doch mal ganz von vorne an, so ganz von vorne." Und es war natürlich für die meisten Pharisäer ein Schock, weil sie hatten sich schon so viel Reputation aufgebaut, ja, sie mussten ganz von vorne beginnen. Und der Nikodemus hat dann ganz von vorne begonnen und ich habe gute Hoffnung, soweit ich richtig verstehe, werden wir im Reich Gottes sehen. Er hatte jetzt eine Gerechtigkeit, die seine eigene weit übertraf, ja, weil er durch den Glauben an Jesus, Johannes 3, Vers 16, die Gerechtigkeit erlebt hatte. Er ist dann wiedergeboren worden.
[41:55] Was also Jesus sagt, mit anderen Worten, wenn wir uns über die zehn Gebote unterhalten, wenn wir uns über das Alte Testament unterhalten, wenn wir uns über die Bibel unterhalten, das Gesetz, sagt er ganz: "Schaut her, ich bin nicht gekommen, das aufzulösen." Ganz klar, ich möchte, dass es erfüllt wird, aber ihr könnt es nur erfüllen durch die Gerechtigkeit Gottes, durch den Glauben. Alles andere geht nicht.
[42:13] Und jeder Versuch, ich halt mal was die Bibel sagt, damit Gott sieht, dass ich nicht so schlecht bin, ist total zum Scheitern verurteilt. Und ähm, in dem Sinne geht das dann ja gleich dann weiter, das nächste Mal äh, wo jetzt einzelne Gebote aus den zehn Geboten nimmt und sagt: "Schaut, das ist wirklich gemeint." Das werden wir dann in zwei Wochen uns anschauen. Ab Vers 21. Das wird denke ich auch sehr praktisch und spannend werden. Lasst uns für heute zwei Dinge mitnehmen. Jesus hat das gesamte Alte Testament erfüllt. Die Typologien haben sich in seinem Leben erfüllt. Die Geschichten, wie bei Josef und bei anderen, haben sich in seinem Leben erfüllt. Er hat die Lektionen gelernt und das Gute imitiert. Er hat die Prophezeiung erfüllt. Er hat die Lieder gesungen, die Gedichte angewendet, die Verheißungen in Anspruch genommen und die Gebote gehalten.
[43:11] Und das ist genau das, was der Heilige Geist in uns tun will, wenn wir Jesus glauben. Wenn wir durch den Glauben an sein Blut die Gerechtigkeit Gottes unser Leben haben, dann können auch wir das Gesetz Gottes erfüllen. Das ist eigentlich die ganze Quintessenz der Bergpredigt. Wollen wir noch gemeinsam beten und damit den Abend abschließen.
[43:43] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass du erneut zu uns gesprochen hast durch dein Wort und dass wir sehen konnten, dass keines deiner Worte umsonst ist oder nur zeitlich begrenzt war. Alles hat seinen Sinn. Nicht alles hat die gleiche Aufgabe. Manche ist es Verheißung, manches ist es Prophezeiung, manche ist es Gebot, manche ist es Geschichte, manche ist es Beispiel, manche ist es Gleichnis. Aber alles bleibt für ewig und weist auf unseren Erlöser hin. So möchten wir eben glauben an ihn durch den Heiligen Geist auch alles erfüllen, was das Gesetz sagt. Nicht indem wir Leistung erbringen, um uns bei dir zu qualifizieren, sondern indem wir die Gerechtigkeit, die du uns schenkst, in unserem Leben anwenden. Möchten wir dich bitten, dass wenn wir weiter studieren in der Bergpredigt, wir das immer besser verstehen und dass tatsächlich unsere Gerechtigkeit, die von dir kommt und die vor dir gilt, eine ganz andere ist als die der Pharisäer und der Schriftgelehrten und dass wir durch den Heiligen Geist dein Gesetz erfüllen können. Das bitten wir im Namen unseres Erlösers Jesus Christus. Amen.
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