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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt aus der Serie „Der Ersehnte“ wird die Bergpredigt Jesu fortgesetzt, wobei das siebte Gebot „Du sollst nicht Ehe brechen“ im Mittelpunkt steht. Christopher Kramp beleuchtet, wie Jesus die Bedeutung dieses Gebots vertieft und zeigt auf, dass Ehebruch bereits im Herzen beginnt. Anhand biblischer Beispiele und tiefgehender Erklärungen wird verdeutlicht, dass die Gerechtigkeit Gottes weit über äußere Handlungen hinausgeht und auch Gedanken und Begierden einschließt. Die Predigt bietet praktische Einsichten, wie man diesen inneren Kampf durch die Kraft des Heiligen Geistes gewinnen kann.

In dieser Predigt aus der Serie „Der Ersehnte“ wird die Auslegung des siebten Gebots „Du sollst nicht Ehe brechen“ durch Jesus in der Bergpredigt beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, dass Jesus die Bedeutung des Gebots auf die Ebene der Gedanken und Begierden ausdehnt und zeigt auf, dass Ehebruch bereits im Herzen beginnt. Anhand biblischer Beispiele und Zitate aus dem Alten Testament wird verdeutlicht, dass diese tiefere Auslegung keine Neuerung, sondern eine Offenlegung der ursprünglichen Absicht Gottes ist. Die Predigt thematisiert auch die radikalen Aussagen Jesu über das Ausreißen des Auges oder Abschneiden der Hand als Metaphern für die notwendige Entschiedenheit im Kampf gegen die Sünde, wobei der Heilige Geist als entscheidende Kraft zur Überwindung der fleischlichen Begierden hervorgehoben wird.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr live eingeschaltet habt auf joelmedia.tv.de. Zur 75. Folge. Wir wollen heute weiter studieren in der Bergpredigt. Wir haben das letzte Mal gesprochen über Jesu Auslegung vom Gebot "Du sollst nicht töten". Und es geht weiter mit einem mindestens genauso interessanten und wichtigen Gebot. Und bevor wir damit einsteigen, wollen wir mit einem Gebet starten.

[1:03] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort haben und dass dein Wort uns die Wahrheit zeigt, dass dein Wort uns deinen Charakter zeigt, das Wesen der Sünde und die Erlösung, die wir durch dich haben können. Ich möchte dich bitten von ganzem Herzen, dass du jetzt durch deinen Heiligen Geist uns die Bedeutung dieser Worte ganz klar machen wirst, die wir lesen werden. Dass wir nicht im Ungewissen sind über das, was du möchtest und was du für uns tun kannst und wie wir mit dir kooperieren dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du uns zeigst, was in unserem Herzen ist und was du allein dort hinaus befördern kannst. Bitte, sei du bei uns, stärke uns, tröste uns und hat Dank, dass du verheißen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird. Im Namen Jesu, Amen.

[2:14] Matthäus, Kapitel 5. Wir haben das letzte Mal Vers 21 bis 26 betrachtet, über das Gebot "Du sollst nicht töten" und haben festgestellt, dass die Auslegung von Jesus weitaus radikaler war, als das, was die Juden gewohnt waren. Sie wussten, wenn man jemanden umbringt, dann wird man des Todes schuldig gesprochen vor einem örtlichen Gericht. Jesus sagt schon, wenn du, wie wir es hier lesen, schon, wenn du einem Bruder ohne Ursache zürnst, musst du vor dieses Gericht und bei Schimpfworten kommt dann schon das höllische Feuer. Wir haben dann auch gesehen, dass das Gesetz nicht nur das böse Sein verbietet, nicht nur das nicht böses Tun, nicht böses Sagen, nicht böses Denken, sondern es fordert uns aktiv auf zur Liebe. Das haben wir gesehen in den Versen 24, 23 und folgende. Wenn ich weiß, dass ein anderer etwas gegen mich hat, soll ich mich um den Frieden bemühen. Liebe ist also mehr als nur nicht böse sein, es ist ein aktives Prinzip. Jesus hat dann das nächste Gebot genommen, um als zweites Beispiel wiederum zu zeigen, was die Gerechtigkeit Gottes eigentlich wirklich bedeutet. Es geht ja darum, dass wenn eure Gerechtigkeit nicht größer ist, als die der Schrift gelernt wird, werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen.

[4:14] Also lesen wir jetzt ab Vers 27. Jesus nimmt ein weiteres Gebot als Beispiel. Es geht um die Frage, was genau bedeutet das Gesetz. Vers 27. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: "Du sollst nicht Ehe brechen." Welches Gebot ist das? Fangen wir mal ganz einfach an. Es ist das siebte Gebot, steht direkt nach dem sechsten. Das heißt, wir finden es wo? In 2. Mose 20, Vers 14. Oder in 5. Mose 5, Vers 18. Dort wiederholt: "Du sollst nicht töten", sechstes Gebot, siebtes Gebot: "Du sollst nicht Ehe brechen." Was war die Strafe nach dem Alten Testament für Ehebruch? Tod. Schauen wir mal in 3. Mose 20 und Vers 10. "Wenn ein Mann mit einer Frau Ehebruch treibt, wenn er Ehebruch treibt mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide, der Ehebrecher und die Ehebrecherin, unbedingt getötet werden." Also das biblische Gebot war eindeutig: Ehebruch führt zum Tod. Wie war das beim Mord? Wie war das beim Mord? "Du sollst nicht töten." Was war die Strafe auf Mord? Tod. Genau dasselbe. Also wir haben hier zwei Gebote, die eine ähnliche Bedeutung hatten. Wer tötet, wurde getötet. Wer Ehebruch trieb, wurde ebenfalls getötet.

[6:00] Nun, die Bibel macht deutlich, schon im Alten Testament, dass der Ehebruch enorm dramatisch ist. Schaut mal mit mir in Sprüche 6 und dort Vers 32. Im Kontext geht es darum, wenn jemand ein Dieb ist und er arm ist, dann hat man noch fast ein bisschen Sympathie für den Dieb. Obwohl er etwas Böses tut, obwohl er geraubt hat, etwas Schlechtes getan hat, kann man ihn, wird man ihn nicht verachten, weil er vielleicht zu seinem Lebensunterhalt gestohlen hat. Aber dann heißt es hier in Vers 32: "Wer aber mit einer Frau Ehebruch begeht, ist ein was? Er ist ein, bei mir steht ein herzloser Mensch. Ein was? Ja, ohne Verstand, genau. Von Sinnen, genau. Er richtet seine eigene Seele zugrunde, wenn er so etwas tut." Das heißt, vom Ehebruch heißt es hier explizit, dass er selbst zerstörerisch ist. Er richtet seine eigene Seele zugrunde. Ehebruch ist Zerstörung der eigenen Seele. Das heißt, die Juden wussten, Ehebruch ist eine schlimme Sache, sie zerstört meine eigene Seele und sie wird mit dem Tod bestraft. Und deswegen hat man da einen schönen einen Bogen drum gemacht um den Ehebruch. Ähnlich wie beim Mord. Man hat einfach nicht gemordet, weil man wusste, wenn ich morde, werde ich getötet.

[7:49] Schauen wir zurück zu Matthäus. Übrigens, gab es offenen Ehebruch in Israel zur Zeit von Jesus? Gab es offenen Ehebruch zur Zeit von Jesus? Ja, die Juden selbst hatten keinen, nicht viel offenen Ehebruch in dem sie lebten. Aber die Römer, die im Land lebten, die hatten einen sehr viel freizügigeren Lebensstil. Die vielen römischen Beamten brachten alle möglichen Arten von Frauen mit. Und Ellen White sagt, dass die Juden hofften, dass Jesus diese Lebensweise verdammen würde. Dass er hier sehr deutlich gegen den vielen Ehebruch der Römer sprechen würde und die Römer als ehebrecherisches Geschlecht verurteilen würde. Aber Jesus macht was anderes. Jesus spricht hier nicht über den offensichtlichen Ehebruch der Römer, den man teilweise am helllichten Tag beobachten konnte. Jesus spricht über etwas anderes.

[8:51] Vers 28. "Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen." Was sagt Jesus mit anderen Worten? Was ist die Idee, die Jesus hier uns mitgeben möchte? Der Ehebruch beginnt schon lange vorher, oder? Jetzt, wie war das bei dem sechsten Gebot? Was war da die Idee von Jesus? Genau, wer schon, das hatten wir eine ganze Reihe von Beispielen angeschaut, wer schon böse Gedanken gegenüber jemandem hat, ist eigentlich schon ein Mörder. Er hat es nur noch nicht getan. Der Satan war ein Menschenmörder von Anfang an und wir haben festgestellt, wann immer da Mord in der Bibel vorkam, ging es immer damit los, dass der eine auf den anderen neidisch war. Saul auf David, Kain auf Abel. Die Leute waren neidisch und irgendwann haben sie es umgebracht. Der Mord begann im Herzen, der Ehebruch beginnt ebenfalls in den Gedanken.

[10:08] Übrigens, die Bibel sagt, die Leute waren erstaunt über seine Lehre. Die haben sowas noch nie gehört. Kennt ihr Beispiele in der Bibel, wo der Ehebruch irgendwo in den Gedanken begann? David und Bathseba ist natürlich vielleicht das klassische Beispiel. Wo haben wir die Geschichte? Wo steht die? David und Bathseba. Zweite Samuel, zwei Samuel 11 und dort Vers 2. "Und es geschah, als David zur Abendzeit von seinem Lager aufstand und auf dem Dach des königlichen Hauses umher wandelte. Und dann, was ist das nächste Verb? Da sah er vom Dach aus eine Frau sich baden und die Frau war von sehr schönem Aussehen und den Rest der Geschichte kennen wir." Es begann mit dem Blick und dem Gedanken. Kennt ihr andere Geschichten außer David und Bathseba, wo Ehebruch mit Gedanken begann? Du meinst den Amnon und die Tamar. Ganz genau, Amnon und Tamar. Da hat er auch diese Idee gehabt. Und dann kam es zum Ehebruch, zur Vergewaltigung sogar und ganz schlimme Geschichte. Das war die Schwester vom Absalom. Andere Geschichten, die euch einfallen? Die Tochter, genau. Erste Mose 34, schaut man. Der Sichem, der Kanaaniter. Und die Dina, Vers 2. "Als nun Sichem, der Sohn des hevitischen Landesfürsten Hemor, sie sah, nahm er sie und legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an." Das heißt, wir haben auch, vielleicht noch eine Geschichte. Gibt es auch andersrum oder sind immer nur die Männer, die den Ehebruch planen? Okay, ja, aber sie hat mit Sicherheit nicht den Ehebruch mit dem Sichem geplant. Es war sicherlich keine kluge Idee, dort in die Stadt zu gehen. Ja, die Frau von Potiphar. Da ist es zwar nicht zum Ehebruch gekommen, aber da haben wir dieselbe Idee. Aus der Geschichte wird ganz deutlich, dass schon der Plan der Frau des Potiphar böse war, oder? Ganz deutlich.

[13:28] Das heißt sofort, das heißt, schon im Alten Testament gibt es genügend Stellen, die deutlich machen, dass was Jesus sagt, steht im Alten Testament. Das war also wiederum nichts Neues. Ich betone das jedes Mal, bis das so richtig tief eingegraben ist. Jesus ändert nichts in der Bergpredigt. Er bringt nur das zu Tage, was schon längst da war. Wer hat sich gemeldet? Genau, ja, ja, der Fürst, der islamitische Fürst, der die Kosbi, oder wie hieß sie, diese Medianiterin mitgenommen hat. Da haben wir auch Ehebruch. Da steht nicht explizit, dass er sie vorher angeschaut hat, aber das wird wahrscheinlich der Fall gewesen sein. Das heißt, wir sehen genauso wie bei dem sechsten Gebot immer wieder biblische Geschichten, die genau das illustrieren, was Jesus in der Bergpredigt sagen möchte.

[14:26] Schauen wir uns noch ein paar Zitate an aus dem Alten Testament. Hiob 31. Hiob 31. Das heißt, die Juden hätten allein durch das Lesen vom Alten Testament schon längst herausfinden können, was Jesus in der Bergpredigt sagt. Hiob 31 und dort Vers 1, ganz interessanter Vers. Hiob 31 Vers 1, dort steht: "Ich hatte einen Bund geschlossen mit meinen Augen, dass ich ja nicht auf eine Jungfrau blickte." Hiob sagt, ich hatte einen Bund geschossen mit meinen Augen. Ich hatte mal einen Freund, der hat gesagt, im Sommer, das war in England, als dann überall die Frauen mit knappen Kleidern durch die Gegend gingen, er hat gesagt: "Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen und dem Erdboden. Ich werde den ganzen Sommer lang auf den Erdboden schauen." Jetzt ist er glücklich verheiratet, lebt in Amerika, aber der Punkt ist, der Hiob wusste, das ist nicht einfach ein Selbstläufer. Selbst ein heiliger Mann wie Hiob, der wie es heißt untadelig war, der hat sich bewusst in dieser Sache entschieden, ich muss einen Vertrag quasi machen mit meinen eigenen Augen und er wusste, wenn er das nicht machen würde und meine Augen umherschweifen lassen würde und mir denken würde, was ich wollte, dann wäre das gegen Gott.

[15:52] Vers 9: "Hat sich mein Herz zu einer Frau hinreißen lassen oder habe ich an der Tür meines Nächsten gelauert, so soll meine Frau für ein andermal." Also quasi, hätte ich das gemacht, dann wäre meine Strafe verdient. Er sagt, das habe ich nicht gemacht, ich habe mich nicht hinreißen lassen.

[16:09] Noch andere Beispiele dazu: Sprüche 6, Vers 25. Sprüche 6 und dort Vers 25. Sprüche 6, Vers 25. Da heißt es dann in Vers 24: "Um dich zu bewahren vor der bösen Frau, vor der glatten Zunge der Fremden, begehre nicht in deinem Herzen nach ihrer Schönheit und lass dich nicht fangen von ihren Blicken." Also Jesus hat im Prinzip nur das, was sowohl in Geschichten als auch in anderen Bibeltexten, die jetzt mehr lehrmäßig sind, hat es alles zusammengefasst in dieser Aussage. Es war alles schon da. "Begehre nicht in deinem Herzen nach ihrer Schönheit."

[17:14] Was Jesus eigentlich tut und das war den Israeliten sehr unangenehm, er hat die Herzen offengelegt. Sie wollten gern, dass er den offensichtlichen Ehebruch der Römer tatet und Jesus hat stattdessen gezeigt, wie im Reich Gottes bis in die letzte Kammer des Herzens und der Motive hineingeleuchtet wird. Nun, das Thema ist ja ein durchaus sensibles, vielleicht mehr noch als das Thema vom sechsten Gebot, weil dass man mal böse Gefühle gegen jemanden hat, gibt man eher zu, als dass die Gedanken wild laufen. Trotzdem ist das offensichtlich eines der wichtigsten Angelegenheiten im christlichen Leben. Jesus hat eines der zehn Gebote dieser Sache gewidmet. Jesus hat hier in der Bergpredigt, als er aus den zehn Geboten zwei ausgewählt hat, diese beiden ausgewählt, weil er vermutlich gewusst hat, dass das besonders zwei Gebote sind, mit denen der Mensch wirklich zu kämpfen hat.

[18:27] Und Jesus gibt jetzt auch wieder eine Lösung. Jesus hat ja auch bei dem sechsten Gebot nicht einfach nur gesagt: "Tu das nicht, denk nicht böse und rede nicht böse", sondern er hat gezeigt, wie man durch aktives Liebeüben das Gebot erfüllen kann. Und jetzt sagt er ebenfalls nicht nur: "Du hast gedacht, Ehebruch ist böse, schon der erste, schon der Gedanke des Ehebruchs ist böse." Das würde uns vielleicht am Ende ziemlich desillusioniert zurücklassen, wenn wir auf uns selbst gestellt wären. Aber Jesus geht einen Schritt weiter. Jesus gibt wiederum eine praktische Lösung für das Problem, denn Jesus möchte nicht nur, dass wir merken, dass wir geistlich arm sind, er möchte, dass wir die Gerechtigkeit Gottes erlangen. Erinnert euch daran, in der Bergpredigt geht es los mit: "Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Himmelreich." Und da wir oft gar nicht merken, dass wir geistlich arm sind, sagt Jesus: "Schau mal, die Gebote Gottes gehen bis auf diese Ebene, sie gehen bis auf deine Gedanken, bis auf das, was du vorhast, bis auf das, was du dir so vorstellst."

[19:43] Vers 29: "Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir, denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir, denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird."

[20:13] Also eins ist deutlich, die Hölle droht auch hier. Die Hölle drohte in Vers 22 für jeden, der zu seinem Bruder sagt: "Du Narr", erinnert euch daran, was heißt "du Gottloser", also jeder, der von einem anderen Menschen sagt: "Du bist ein abgefallener Gottloser", der ist des ewigen Höllenfeuers schuldig. Und hier bedeutet jeder, der begehrliche Gedanken hat, ist des ewigen Feuers schuldig. Jetzt, wie sind diese beiden Verse hier eine Lösung des Problems? Sind die nicht eigentlich noch viel problembeladener als die Verse davor? Also habt ihr mal die Verse gelesen und euch gedacht: "Meine Güte, was wollte Jesus hier sagen, oder?" Helft mir mal, was will Jesus uns mit diesen beiden Versen sagen?

[21:08] Selbstbeherrschung. Wir sammeln erstmal ein bisschen. Warum sagt er dann nicht einfach: "Sei selbstbeherrschend, mäßige dich, hab dich selbst im Griff." Also nicht falsch, aber er hätte auch sagen können: "Hab dich selbst im Griff, sei selbstbeherrschend." Es ist auf jeden Fall äußerst dramatisch, oder? Unter welchen Umständen würde irgendjemand auf seine Hand verzichten? Kennt ihr Menschen, die vielleicht auf ihre Hand verzichten würden? Unter welchen Umständen würde jemand zustimmen, dass seine Hand von seinem Arm getrennt wird? Bei einer Krankheit, was für eine Krankheit könnte jemand haben, dass man sagt: "Ich will meine Hand abgetrennt haben." Wenn die Hand voller Krebs ist, oder eine infektiöse, tödliche Krankheit ist, oder Blutvergiftung, was auch immer, und der ganze Körper ist in Gefahr zu sterben, dann sind Menschen bereit, ihre Hand aboperieren zu lassen, oder? Oder ihr Bein aboperieren zu lassen.

[22:35] Kennt ihr die Geschichte von diesem Wanderer? Kennt ihr die Geschichte? Das ist so ein Wanderer mal unterwegs gewesen, ich glaube, das war in Amerika. Der ist in der Wildnis gewesen und ist dann verunglückt, dass ein Stein auf seinen, ich kann die Geschichte nur noch so vage, es fällt mir gerade ein, ich hoffe, ich erzähle sie richtig, aber ein Stein auf seine Hand gefallen. Und das war also, da war kilometerweise kein Mensch, das war in der Wildnis und er hat irgendwann realisiert, er hat stundenlang gewartet, hier wird die nächsten Tage niemand kommen. Ich habe jetzt genau zwei Möglichkeiten, hat er festgestellt, entweder ich bleibe hier und ich werde verhungern, oder ich schneide mir meine Hand ab. Und das hat er gemacht, hat sich seine Hand abgeschnitten und hat überlebt. Das ist eine Situation, wenn ein Mensch merkt: "Okay, hier geht es um alles oder nichts", dann war der bereit, und das hat den weh getan, oder? Nur er musste jetzt abwägen: Tod durch Verhungern oder Hand ab. Krasse Situation.

[23:48] Und so ein bisschen, das ist jetzt besonders krass, weil Jesus zeigt quasi so ein bisschen, er dramatisiert es und sagt: "Schau mal, es gibt Situationen im Leben, da ist es besser, auf etwas zu verzichten, damit du am Ende nicht dein ewiges Leben verlierst." Jetzt will Jesus, dass wir uns das Auge ausreißen, weil das Auge bei der Sache, sage ich mal, die absolute Pole Position hat. Das Auge ist vielleicht das Körperorgan, dass wir vielleicht bei dem siebten Gebot die meisten Probleme machen kann, oder? Und die Hand kann auch schwierig sein. Also möchte Jesus, dass wir uns das Auge rausreißen und die Hand abschneiden? Warum nicht? Es steht doch da. Oder wollt ihr sagen, das ist einfach nur ein Symbol? Also, helft mir.

[25:11] Okay, sehr gut, ja. Okay, aber müsste es vielleicht irgendwann so weit kommen, dass ich so schlimm daran bin, dass ich mir jetzt mein Auge ausreißen muss? Okay, Jesus sagt ja nicht: "Weil dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde ist, schneide es ab", sondern "wenn". "Wenn dein Auge dich verführt, reiß es aus. Wenn deine Hand dich verführt, schneide sie ab." Jetzt die Frage ist, also auf der ersten Ebene ist es eine Dramatisierung, die deutlich macht, nicht wahr, wenn du krank bist und wenn in deiner Hand der Krebs ist, ja und der Krebs in der Hand ist, dann schneidest du die Hand ab, weil das Problem liegt in der Hand. Aber die Frage ist, liegt das Problem des Ehebruchs in der Hand oder liegt es im Auge?

[26:01] Also ein anderes Beispiel, die Geschichte von Nikolaus, die er früher erzählt hat. Ein Mann hatte ein Problem mit dem Rauchen und er hat geraucht und geraucht und er wollte aufhören und hat nicht aufhören können und hat nicht aufhören können und irgendwann hat er den Text gelesen und hat gesagt: "Hey, das Problem ist meine rechte Hand, weil mit der rechten Hand rauche ich." Was hat er gemacht? Wahre Geschichte, hat sich die Hand abgeschnitten. Wisst ihr, was er gemacht hat? Er hat mit der linken weiter geraucht, weil das Problem des Rauchens lag nicht in der Hand. Die Sucht zum Rauchen, der war nicht in der Hand. Wo war der? Genau. Jesus sagt nicht: "Schneide dein Gehirn aus." Das heißt, wir müssen erst einmal die Frage stellen: Wo liegt das Problem? Wo ist der Wahr? Also das ist ein Bild, ein sehr drastisches Bild, hat auch sehr viel realistisches Potenzial, aber Jesus will nicht sagen, dass das Problem im Auge ist und nicht will sagen, dass es in der Hand ist, sondern wo liegt das Problem?

[27:00] Schauen wir erstmal in Jakobus. Schauen wir erstmal in Jakobus 1, genau, Jakobus 1 und dort Vers 14 und 15. Jakobus 1, Vers 14 und 15: "Sondern jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde, die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod." Das heißt, es gibt jemanden, der uns zur Sünde in dieser Sache versucht, zum Anstoß wird. Wer ist das? Ist es die Hand? Ist es das Auge? Es ist die Begierde. Das heißt, Jesus sagt: "Wenn deine Hand dich verführt, schneide sie ab. Wenn dein Auge schuld ist, reiß es aus." Aber wir finden in der Bibel, wenn wir sozusagen das genau analysieren, wer ist schuld, wer verführt uns? Die Begierde, die fleischliche Lust.

[28:01] Jetzt, was müssen wir nach Jesu Aussage mit der fleischlichen Lust machen? Was müssen wir machen? Wir müssen sie töten, richtig? Jetzt gibt es Bibeltexte, die davon sprechen, dass wir das Fleisch töten müssen und wenn ja, wo? Wo steht, dass wir die Begierden, die Lüste, das Fleisch, diese niederen Instinkte, die da eine Rolle spielen, die uns dahin reizen, nicht wahr? Gib mir Bibeltexte, wo steht das? Römer 8,14 ist schon gar nicht schlecht, noch nicht ganz nah, aber knapp daneben. Schauen wir erstmal in Römer 6, Vers 6. Du meinst 8, Vers 13 wahrscheinlich. Römer 6, Vers 6, ein paar Bibeltexte dazu. Die kennen wir jetzt vielleicht sogar dann auch schon aus der Sabbatschulbetrachtung. Diese Verse wirken manchmal so beim Paulus so ein bisschen hochtheologisch, aber im Grunde genommen beschreiben sie genau das, was Jesus in der Bergpredigt sagt. Das sind konkrete Beschreibungen dieses Kampfes, der zum Beispiel beim siebten Gebot eine Rolle spielt.

[28:46] Römer 6, Vers 6: "Wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch, was ist das nächste Wort? Mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen." Die Lust ist vielleicht noch da, die verdorbenen Gedanken oder die verdorbenen Impulse, Tendenzen sind irgendwo im Fleisch noch vorhanden, aber dieses Fleisch wird gekreuzigt. Das sagt das Evangelium. Es muss gekreuzigt werden.

[29:45] Noch ein Beispiel, Römer 8, Vers 13. Römer 8, Vers 13, das hast du wahrscheinlich gemeint. "Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet." Also wer reißt Hand und Auge aus, in Anführungsstrichen? Der Heilige Geist. Das ist das Beispiel mit dem Raucher. Ich kann mich nicht selbst durch Verstümmelung besser machen, denn das ist nicht das Problem. Das Problem bin ich selbst. Ich brauche also jemand außerhalb von mir, der mir hilft, mich selbst oder dieses alte Ich zu töten, auszureißen.

[30:26] Durch den Geist die Taten des Leibes tötet. Er sagt, wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, wenn ihr einfach so weitermacht, wie ihr so bisher gelebt habt, dann wird das im Feuer enden, auch wenn ihr vielleicht niemals euren Ehepartner betrogen habt oder niemals ein Messer in die Brust von jemand anderem gerammt habt, weil schon schlechte Gedanken, böse Gedanken ohne Grund oder erotische Gedanken in die falsche Richtung qualifizieren bereits dafür. Und das sagt Jesus nicht, um uns Angst zu machen, sondern damit wir merken, es ist völlig absurd, wenn wir glauben, weil wir so toll in der Gemeinde uns aufgespielt haben, haben wir ein Recht auf den Himmel, weil wir einen ganz anderen Kampf zu kämpfen haben, den nur der Heilige Geist in unserem Leben kämpfen kann. Den können wir aus eigener Kraft gar nicht gewinnen.

[31:28] Die Motive, die Motive, das ist ja genau die Gedanken, die Gesinnungen, das was ich vorgehabt habe, vielleicht aber nie getan habe. Man hat vielleicht böse Gedanken gegen jemanden, will jemandem schaden, aber man kam nicht dazu. Oder man hat vielleicht die Idee gehabt, etwas sich anzuschauen, was man sich hätte nicht anschauen sollen, aber man kam nicht dazu, weil der Ehepartner gerade reinkam, das hat er nicht gemacht. Aber Gott weiß, was wir hätten tun sollen und unter dem Maßstab, den die Bergpredigt anbringt, fällt alle Selbstgerechtigkeit zusammen. Das ist das, was Jesus ja sagen will. Jesus sagt: "Eure Gerechtigkeit muss die der Pharisäer weit übertreffen. Ihr müsst verstehen, dass ihr geistlich arm seid. Die einzige Gerechtigkeit, die zählt, ist die Gerechtigkeit von Jesus und nach der greift man nur, wenn man feststellt: Ich alleine bin hoffnungslos verloren."

[32:20] Römer 8 haben wir gelesen. Schauen wir uns noch zwei Texte an. Galater 5 Vers 24. Galater 5 und dort Vers 24. Der Paulus hatte öfter darüber geschrieben. Galater 5 Vers 24: "Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt, samt den Leidenschaften und Lüsten." Und übrigens, das bezieht sich nicht nur auf das siebte Gebot, das bezieht sich auch das sechste Gebot und auf das achte und das neunte. Egal, was jetzt die Begierde, die fleischliche Begierde der verschiedenen Dinge. Das ist alles beschrieben im Vers 19, das Fleisch: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Verteidigung, Neid, Mord, Trunkenheit. Ist ja alles drinnen von den zehn Geboten. Und für all das gibt es Dinge auf der gedanklichen Ebene und wenn sie nicht auf der gedanklichen Ebene getötet werden, werden sie sich irgendwo im Leben breit machen. Das Fleisch muss gekreuzigt werden.

[33:19] Das meint ihr, wie hat sich der Mensch gefühlt, der dort unter dem Stein lag und er sich fest und jetzt sich entscheiden musste: Hand ab oder sterben? Wie hat er sich gefühlt? Hat er Angst gehabt? War das eine schwierige Entscheidung? Jesus sagt das nicht ohne Grund. Jesus möchte nicht, dass wir unsere Hand abhacken, aber Jesus sagt: "Wenn du wirklich Sieger sein willst durch den Heiligen Geist, wird es ein Kampf sein. So stark wie der." Warum? Weil wir vielleicht, wenn wir in der Gemeinde sind, würde ich ja nie denken, schlecht über den anderen reden, so erotische Gedanken haben, würde ich ja nie machen. Die Wahrheit ist, ohne den Heiligen Geist ist unser Wille zu allem möglichen fähig, was wir uns manchmal gar nicht vorstellen können. Und unser Wille ist sehr stark.

[34:48] Habt ihr schon mal erlebt, dass ihr gemerkt habt: "Ich weiß, ich sollte das nicht tun, aber ich will es gerade tun. Ich weiß, es ist nicht richtig, aber mich sieht jetzt keiner, ich bin ganz alleine, kein Prediger, keine Gemeinde, niemand ist da, ich mache das jetzt einfach." Und in der Situation zu sagen: "Nein, ich mache es nicht", bedeutet, dass der Wille abgeschnitten werden muss. Dann muss das Fleisch getötet werden.

[35:27] Ellen White sagt: "Der Kampf gegen das eigene Ich ist der stärkste Kampf, der je gekämpft worden ist. Und man wird ihn nur kämpfen wollen, wenn man realisiert: Wenn ich hier bleibe, wie ich bin, sterbe ich komplett. Wenn ich hier bleibe, wie ich bin, werde ich verhungern. Ich werde geistlich verhungern, deswegen muss ich diese Sache jetzt abschneiden." Und auch wenn mir das weh tut, weil ich dann vielleicht auf Sachen verzichten muss, die mir wahnsinnig viel Spaß machen. Aber vielleicht gleich noch dazu, was praktisch ist, aber ganz kurz zurück.

[36:01] 1. Korinther 9, Vers 27. Paulus wusste, dass es einfach ist, über die Theorie des Gesetzes zu sprechen und über die Theorie des Evangeliums. Man kann das den anderen schön erklären, aber der Kampf ist ein Kampf mit sich alleine. 1. Korinther 9, Vers 27. Ellen White beschreibt das so schön. Sie sagt: "Damit wir das höchste Ideal erreichen, muss das geopfert werden, was die Seele zum Stolpern bringt. Es ist durch den Willen, dass die Sünde ihren Halt in unserem Leben hat. Die Übergabe des Willens wird dargestellt, als das Ausreißen des Auges und das Abschneiden der Hand." Wir reden immer davon: "Übergib dein Leben Jesus." Wir wollen jeden Morgen unseren Willen Jesus übergeben. Ja, wir wollen natürlich unseren Willen, als ob man jemandem eine Grußkarte überreicht: "Ich übergebe meinen Willen Jesus." Jesus macht deutlich, dass das heftig ist.

[37:23] Oft scheint es so zu sein, als ob die Übergabe des Willens an Gott bedeuten würde, dass man für das restliche Leben verkrüppelt ist, weil ich jetzt vielleicht auf Dinge verzichten muss, von denen ich dachte, das gehört zu meinem Leben dazu. Es kann ja sogar durchaus sein, um ein Beispiel zu nennen. Nehmen wir mal an, ein Mensch hat in seinen Jugendjahren immer gerne irgendeine Fernsehsendung, die nicht schädlich ist. Nehmen wir mal als Beispiel an, jemand hat seine ganze Jugend jeden Abend Quizshows angeschaut, weil er dachte: "Ich will klug werden." Hat eine Quizshow nach der anderen geschaut und weil es der Fernsehabend so lange wurde, blieb er am Fernseher und blieb am Fernseher und blieb lange bis in die Nacht am Fernseher und schaute sich alle möglichen anderen Sachen an, die unter das siebte Gebot fallen, dass man es nicht anschauen sollte. Das hat er jahrelang gemacht.

[39:04] Jetzt bekehrt er sich, wird getauft, übergibt all seine Sünden Jesus, bittet um Vergebung für all das Böse, was er sich angeschaut hat, denkt sich aber nach der Taufe: "Quizshows sind nicht schlimm, oder? Da kommt mal eine Frage zu Popmusik, aber normalerweise sind Quizshows ja was ganz Harmloses, außer dass man vielleicht ein bisschen Geld verdient, was weiß ich, keine Ahnung." Jetzt schaut er sich die Quizshows an, was passiert? Er ist zwar getauft, aber die Gehirnverbindung ist immer noch dieselbe: Quizshow und dann die Filme, die später kommen und er wird plötzlich von Dingen, die vielleicht an sich, in sich gar nicht mal schlimm wären, dazu verleitet, etwas wieder anzuschauen, was er eigentlich nicht anschauen wollte. Und wenn ihr sowas noch nie erlebt habt, dann seid ihr noch nicht lebendig gewesen. So funktioniert unser Gehirn. Oftmals werden Sünden mit Dingen verknüpft, die in sich vielleicht so geharmlos sind und jetzt entsteht die Frage: Wenn mir das bewusst wird, bin ich bereit, die Quizshow aufzugeben?

[40:25] Und jetzt sagt mein Gehirn vielleicht: "Aber das ist so schön, das macht mir so viel Freude, das ist doch nicht schlimm, oder?" Und dann kommt es darauf an, bereit zu sein, vielleicht sogar Dinge aufzugeben, wie zum Beispiel Hand oder Auge, die in sich nicht schlimm sind, aber die jetzt aufgrund der Geschichte infiziert sind in unserem persönlichen Leben und uns verführen. Das, was der Paulus meint, und das kann man, vielleicht sagt die Quizshow so ein Quatsch, interessiert mich nicht, aber da gibt es tausend andere Dinge, das ist jetzt nur ein konstruiertes Beispiel von vielen, vielen, vielen Dingen. Das kann man in alle Richtungen, für alle zehn Gebote machen. Der Punkt ist, es kommt immer wieder vor, dass wir in Sünden fallen, weil wir nicht bereit sind, Kleinigkeiten aufzugeben, von denen wir ganz deutlich wissen, dass sie mich persönlich in die Sünde wieder verleiten, aber ich nicht darauf verzichten möchte. Und diese Übergabe des Willens, dieses Nein zu sagen, das ist der große Kampf.

[41:28] Übrigens, kennt ihr Personen in der Bibel, die dadurch gerettet wurden, dass sie verletzt worden sind? Jakob, oder? Jakob musste erst verletzt werden. Er musste erst an der Hüfte verletzt werden, um zu realisieren, wie hilflos er war. Sogar von Jesus heißt es, dass er durch Leiden vollendet worden ist. Schaut mal in Hebräer 2, Vers 10. Hebräer 2 und dort Vers 10. Hebräer 2, Vers 10: "Denn es war dem angemessen, um dessen Willen alles ist und durch den alles ist, da er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihres Heils durch Leiden zu vollenden." Jesus hat sein Leben auf dieser Erde sündlos, wie er war, nicht ohne Leiden leben können. Und die Leiden in unserem Leben sind eigentlich nicht so sehr die Schmähungen von anderen. Erfüllt sie vom Heiligen Geist, wenn wir darüber jubeln und triumphieren. Die Leiden, die größten Leiden des Christen sind nicht das Verbranntwerden auf dem Scheiterhaufen, denn dafür gibt Gott Kraft, dass man noch Psalmen singen kann, wie bei Hus und Hieronymus. Die größten Leiden sind die, wenn mein Wille und Gottes Wille gegeneinander stoßen. Das tut weh, das tut wirklich weh und da gibt es keinen drumherum.

[43:29] Aber jeder kann seinen Willen aufgeben. Ich muss ja nichts tun, ich muss ja keine Leistung erbringen, ich muss einfach nur loslassen, was mir so gut gefällt. Und das ist diese in Anführungszeichen Verletzung, von der Ellen White spricht. Ich muss das Zitat noch zu Ende bringen. Sie sagt: "Es ist besser", sagt Christus, "für das Ich, wenn es verwundet, verkrüppelt ist und so ins Leben eingehen kann. Das, was du als ein Desaster anschauen magst, ist die Tür zum höchsten Segen." Das heißt, manchmal bringt uns Gott in Situationen, wo wir Dinge aufgeben müssen, wo wir sagen: "Warum?" Aber für Gott ist das das Mittel, um uns vor der Sünde zu bewahren.

[44:18] Übrigens, wenn ihr in den Gedanken mal weiter denkt, hat gar nichts mit dem siebten Gebot zu tun, dann versteht ihr vielleicht auch, warum Gott kein Schmuck möchte. Weil Schmuck an sich eigentlich gar nichts dramatisch ist. Also Gold, Sachen, die Gott geschaffen hat, aber die so sehr mit Eitelkeit verknüpft sind, dass du fast gar nicht Schmuck anziehen kannst, ohne nicht in die Sünde der Eitelkeit zu verfallen. Also bittet dich Gott, das abzugeben, damit du nicht so sehr mit dem Hochmut kämpfen musst. Viele Dinge, die Gott sagt, sagt er nicht deswegen, weil sie in sich böse sind, sondern weil sie uns helfen sollen, dass wir nicht ständig in bestimmte Sünden fallen. Und das kann manchmal wehtun. Und gerade in Bezug auf das siebte Gebot hat Jesus offensichtlich den Eindruck gehabt, dass er diese Idee, dass wir auf Dinge verzichten müssen, um nicht in Versuchung zu geraten, besonders betont. Er hätte das auch beim sechsten Gebot machen können oder beim achten, aber scheint so zu sein, dass das hier, weil es so sehr auch uns so tief berührt innerlich, er das besonders betont hat.

[45:25] Ja, ganz genau. Also man könnte auch viele Dinge beziehen. Ich denke, wir sollten aber nicht enden, damit wollen wir heute jetzt enden, bevor wir den Vers noch gelesen haben. Jesus trifft in Johannes 8 eine Ehebrecherin. Wir haben ja gelesen, was ist die Strafe für Ehebruch? Tod. Und wenn die Strafe für schon ehebrecherische Gedanken bei Gott Höllenfeuer ist, wie viel mehr dann echter Ehebruch. Und diese Frau hatte echten Ehebruch betrieben. Und wir lesen nicht alles, ihr kennt die Geschichte. Sie liegt dort vor Jesus. Und was sagt Jesus zu ihr in Vers 11? Als er gefragt hat: "Wer hat dich verurteilt?" Hat dich jemand verurteilt? Und sie sagt: "Niemand, Herr." Jesus sprach zu ihr: "So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr."

[46:47] Derselbe Jesus, der deutlich macht, unbekannter Ehebruch selbst auf der gedanklichen Ebene führt zum Höllenfeuer. Derselbe Jesus sagt: "Weil ich am Kreuz gestorben bin, selbst wenn du echten Ehebruch begangen hast und vielleicht sogar mehrfach, wissen wir nicht, aber könnte ja sein, kann ich dir sagen: Ich verurteile dich nicht." Und nicht verurteilen bedeutet rechtfertigen. Rechtfertigen ist das Gegenteil von verurteilen. Jesus sagt hier mit anderen Worten: "Ich rechtfertige dich. Du bist zufrieden mit Gott jetzt, du kannst gehen, ist alles gut. Ich nehme die Strafe auf mich." Das heißt, es ist sehr, sehr schön zu sehen, egal was in unserem Leben passiert ist, egal wie oft es vielleicht passiert ist, egal wie tief wir da drin gefangen sein mögen, wenn wir zu Jesus kommen, erleben wir Befreiung, erleben wir Vergebung und wir erleben nicht nur Vergebung, sondern wir erleben die Kraft, es nicht mehr tun zu müssen.

[47:40] Er sagt nicht nur: "Ich verurteile dich nicht", er sagt auch: "Ich verspreche dir: 'Sündige nicht mehr.'" Und was Jesus sagt, ist ein Versprechen. In diesem Sinne, glaube ich, lohnt es sich mehr über die Gebote nachzudenken und auch über das siebte Gebot. Wollen wir noch gemeinsam bieten und Jesus bitten, dass er mit seinem Heiligen Geist in uns und Herzen wirkt? Lass uns doch zu Nieder knien.

[48:15] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du in der Bergpredigt durch Jesus uns gezeigt hast, wie weitreichend dein Gesetz wirklich ist. Nicht, weil du uns ärgern möchtest oder uns Hürden aufstellen möchtest, sondern weil du uns zeigen möchtest, dass unsere Gerechtigkeit viel zu kurz greift. Unser Sinn für Gerechtigkeit würde immer andere verletzen und nur deine Gerechtigkeit schafft wirklich echten Frieden. Wir haben gesehen, dass egal wie tief wir gefallen sein mögen, egal wie verloren wir uns vielleicht selbst vorkommen, bei dir, Herr Jesus, gibt es echte Vergebung und echten Frieden und echte Reinwaschung. Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen, dass niemand von uns verzweifeln muss, sondern dass wir immer wissen dürfen, dass wir zu dir kommen können. Und wir haben auch gesehen, dass wenn wir Überwinder sein wollen, dass es Kämpfe gibt, die wehtun. Schenk du uns die Kraft und die Liebe zum ewigen Leben und vor allem die Liebe zu dir, diese Kämpfe anzugehen, dass wir unseren Willen übergeben, selbst wenn das bedeuten muss, unsere Hand abzuschneiden, in Anführungsstrichen. Und wir danken dir, dass dein Heiliger Geist uns gegeben ist, damit wir die Taten des Fleisches töten können. Wir wollen das Wort von Jesus: "Sündige nicht mehr" als Verheißung annehmen, weil sein Wort die Kraft hat zu tun, was es sagt. Und dafür danken wir dir, Herr Jesus, von ganzem Herzen. Amen.

[50:19] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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