Veröffentlicht am
848 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt über die Bergpredigt geht es um das Thema Gebet. Christopher Kramp erklärt, wie Jesus uns lehrt, nicht wie die Heiden zu beten, indem wir viele Worte wiederholen oder uns von anderen sehen lassen wollen. Stattdessen betont er die Bedeutung von Aufrichtigkeit, Vertrauen und einer persönlichen Beziehung zu Gott im Gebet.

In dieser Predigt über die Bergpredigt geht Christopher Kramp auf die Bedeutung und Praxis des Gebets ein. Er erklärt, warum Jesus vor Heuchelei und dem „Plappern wie die Heiden“ warnt und wie wichtig Aufrichtigkeit und ein Herz voller Vertrauen sind. Die Predigt beleuchtet, wie wahres Gebet aus einer tiefen Beziehung zu Gott erwächst und nicht aus dem Wunsch, von anderen gesehen zu werden oder Gott durch viele Worte überzeugen zu müssen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de zu einer weiteren Folge heute über die Bergpredigt.

[0:45] Letzte Woche haben wir angefangen, in Matthäus 6, das zweite große Kapitel der Bergpredigt, zu studieren. Und heute soll es weitergehen. Es soll heute vor allem um das Gebet gehen. Und damit haben wir ein sehr praktisches Thema, das uns alle betrifft und über das Jesus einiges Interessantes zu sagen hat, das vielleicht auch unsere Perspektive verändern wird.

[1:10] Bevor wir beginnen, sollte man natürlich insbesondere so ein Thema nicht studieren, ohne vorher gebetet zu haben. Und ich lade euch ein, dazu zu knien. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für das Vorrecht des Gebets und dass wir direkt zu dir kommen können und das mit Freimut. Wir möchten dich jetzt bitten, dass die Worte, die wir lesen, Worte des ewigen Lebens für uns sind und dass sie uns helfen, in unserem praktischen Glaubensleben die Beziehung zu dir zu halten und zu intensivieren. Bitte sei du mit deinem Heiligen Geist jetzt gegenwärtig, führe unsere Gedanken und zeige uns, wie wir mit dir leben können, Tag für Tag. All das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:06] Matthäus 6 und dort ab Vers 5. In den ersten vier Versen, die wir letzte Woche studiert haben, in dem Kapitel, hat Jesus über das Almosengeben gesprochen. Wir haben darüber studiert, wie wichtig es ist, Almosen zu geben, aber auch, dass es darauf ankommt, dass wir die Dinge, die richtig sind und die Gott von uns fordert, dass wir sie nicht so tun, um von anderen gesehen zu werden. Wir haben das identifiziert als ein großes geistliches Problem, wenn ich richtige Dinge tue, um gesehen zu werden. Wenn ich bete, um gesehen zu werden, wenn ich Almosen gebe, wenn ich predige, wenn ich Zeugnis gebe und dabei denke, wie denken andere jetzt über mich. Und Jesus nimmt da nicht nur das Almosengeben, sondern jetzt auch das Beten als zweites Beispiel für dieses selbe Prinzip. Schauen wir mal in Vers 5. Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler. Denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen.

[3:27] Nun, woran lag das, dass die Pharisäer so gerne öffentlich gebetet haben? Das heißt, sie stellen sich in den Synagogen und an den Straßenecken auf. An den Straßenecken, das ist ja da, wo zwei Straßen aufeinandertreffen. Also nicht nur an einer Straße, sondern an einer Straßenecke, wo man von mehreren Seiten gesehen werden kann. Das heißt, woran lag das, dass sie so gerne das öffentlich gemacht haben? Ja, also das Alte Testament kennt natürlich die Idee, wir sollen zu Gott beten, wir sollen ihn auch anrufen. Und sie wollten offensichtlich ihre Treue zum Wort Gottes damit zum Ausdruck bringen. Ja, also Jesus kommt gleichzeitig auf den Punkt, weil er sagt, genauso wie beim Almosengeben, sie wollen sich wichtig machen, sie wollen gesehen werden.

[4:37] Jetzt Ellen White sagt uns, die Begründung, die die Pharisäer gegeben haben, ist sehr interessant. Die Pharisäer haben ja einen Grund angegeben, warum sie das tun. Ihr Grund war folgender, sie haben gesagt, wir haben ganz bestimmte Zeiten fürs Gebet. Fast so ein bisschen wie heute auch im Islam, wo man sagt, um die Uhrzeit, da muss gebetet werden. Und haben sie gesagt, okay, wenn jetzt meine Uhrzeit gekommen ist, das sagen wir mal um drei Uhr nachmittags, und ich bin gerade auf der Straße, dann muss ich jetzt beten. Und egal, was die anderen jetzt denken, jetzt stehe ich auf und bete. Das ist so ein bisschen, ich hatte mal einen längeren Flug von zu Dubai oder von Dubai weg, ich weiß nicht mehr genau. Jedenfalls, da waren viele Moslems auch, viele sehr rechtgläubige Moslems, Araber, und einige von denen beten dann zu ganz bestimmten Zeiten. Und da gibt es an dem Flugzeug eine Anzeige, die zeigt dann, wo gerade Mekka ist, und ich saß da, der Ronny saß neben mir sogar, das war ganz kurios, und ich rede im Sinne. Und ich saß da so in einer Reihe, und dann war plötzlich die Zeit, und da kam so ein netter Moslem mit seinem kleinen Gebetsteppich, und der hat sich direkt, also es war eine Reihe, wo davor Platz war, da war die Toilette und so. Der kam mit seinem kleinen Teppich, hat sich direkt uns vor den Füßen das ausgerollt, und hat sich dann so hingesetzt, also hingekniet, und dann fing er seine Gebete an, direkt vor unseren Knien. Und Ronny und ich haben uns angeschaut, und das ist so ein bisschen die Idee, ich muss jetzt beten, egal was der Rest, ich zeige jetzt, dass ich bete. Und das war so ein bisschen die innere Motivation, oder die Begründung, die sie gegeben haben, wir müssen jetzt beten, Gott kann nicht eine Minute später warten für unser reguläres Drei-Uhr-Nachmittags-Gebet, wir müssen jetzt hier beten, und schaut mal, wir halten das richtig ein. Ihr betet, wann ihr wollt, aber wir beten zu den richtigen Zeiten.

[6:25] Nun, die Bibel kennt schon einen Ratschlag, wie oft man beten sollte. Ihr werdet sagen, wir sollen immer beten, ja das stimmt, wir sollten immer beten, ja, betet ohne Unterlass, aber kennt ihr einen Bibeltext, der vielleicht andeutet, zu welchen besonderen Tageszeiten eine extra Zeit für Gebet, so eine quasi Andachtszeit, angemessen ist? Daniel heißt es dreimal, ja genau, und in dem Psalm auch, schauen wir mal in Psalm 55, ich denke, das ist ganz interessant, Psalm 55 und dort Vers 18, also wie wir gerade natürlich bei Nehemia vorher gelesen haben, in unserer Gebetsstunde, man kann immer beten, ja, und zu jeder Situation, aber hier sagt der Psalmist in Psalm 55, Vers 18, der David, abends, morgens und mittags will ich beten und ringen, ja, also das ist ein bisschen die Idee von ein bisschen intensiveren Gebet, so von ich nehme mir Zeit dafür, ich ringe im Gebet, und dann sagt er hier, so wird er meine Stimme hören. Es ist übrigens interessant, dass er sagt, abends, morgens, mittags, ja, das ist ein bisschen auch vielleicht ein Hinweis darauf, nicht wahr, dass der Tag beginnt mit dem Abend, dann ist der Morgen und dann Mittag. Im Grunde genommen schon, also wie gesagt, das heißt nicht, zu den Zeiten beten, zu den anderen Zeiten nicht beten, aber wir haben es jetzt bei Daniel auch die Idee, dass er dreimal am Tag Fenster aufgemacht hat, Daniel wird immer irgendwo in Verbindung mit Gott gewesen sein, aber die Tatsache, dass wir ständig mit Verbindung mit Gott sind, ist das eine, das andere ist, dass wir trotzdem bestimmte Zeiten der Andacht brauchen, ja, also die Morgenandacht wird nicht dadurch aufgehoben, dass wir sagen, ich bin den ganzen Tag mit Gott in Verbindung, sondern wir brauchen noch diese Zeiten, wo wir eben nicht abgelenkt sind von allem drumherum, damit wir dann diese Verbindung den ganzen Tag haben können, das ist ein bisschen vielleicht die Idee, aber vollkommen richtig, da entsteht jetzt, also die Bibel gibt jetzt keinen Dogma raus, du musst genau dreimal so und so lange, aber es ist ein bisschen diese Idee, ich denke wahrscheinlich mit der Morgen- und Abendandacht, es fällt uns eher einfach, als vielleicht noch mal mitten am Tag sich Zeit zu nehmen, aber es ist vielleicht noch mal eine Anregung, zu sagen, okay, vielleicht auch mitten am Tag sich nochmal irgendwie, genau, bei den Israeliten gab es das Abend- und Morgenopfer auch, ja, das waren die besonders wichtigen Zeiten vielleicht auch in gewisser Weise, ja, den Tag beginnen mit Gott, den Tag beenden mit Gott, aber ich denke, es ist auch vielleicht interessant, darüber nachzudenken, ob man nicht auch während des Tages irgendwo eine Zeit findet, es muss ja nicht Punkt 12 Uhr mittags sein, aber irgendwo im Laufe, irgendwo nochmal so eine Zeitinsel zu finden, wo man sich nochmal bewusst mit Gott trifft.

[9:23] Schauen wir mal Sprüche 15 und dort Vers 8. Sprüche 15 und dort Vers 8. Nicht jedes Gebet ist Gott gleich wohlgefällig oder gleich lieb. In Sprüche 15 und dort Vers 8. Das Opfer der Gottlosen ist dem Herrn ein Gräuel. Das Gebet der Aufrichtigen aber ist ihm wohlgefällig. Das heißt, und das ist sehr deutlich, nicht die Länge des Gebetes, nicht die Haltung des Gebetes, nicht der Inhalt des Gebetes per se, sondern die Motivation, das Herz, die Aufrichtigkeit macht ein Gebet wertvoll und so manches Gebet, ich meine, ich weiß nicht, ob ihr das schon mal gemacht habt, wenn ihr, wenn ihr, vielleicht kennt ihr die Situation, vielleicht ist euch das schon mal passiert, ihr wolltet irgendwo für euch alleine beten und plötzlich sind andere Leute im Raum. Kennt ihr das? Man wollte eigentlich für sich alleine beten und plötzlich merkt man, da sind andere da oder da kommen Leute rein und manchmal habe ich schon, weiß nicht früher, aber dann versucht, ich bete jetzt einfach weiter für mich so alleine, aber es ändert sich irgendwas. Man merkt, man wird jetzt beobachtet und man macht sich plötzlich Gedanken, was denkt der andere. Also eine andere Sache ist, wenn man gemeinschaftlich zusammen betet, aber wenn man versucht alleine zu beten und dann ist jemand anders da, da hat man nicht mehr diese intensive, diese intensive, man ist abgelenkt, genau und von daher ist es sehr sehr wahrscheinlich, dass die meisten dieser pharisäischen Gebete, die ja eigentlich private Gebete sein sollten, in dem Sinne, wenn sie sagen, ich sollte eigentlich privat beten, aber ich bin jetzt gerade auf dem Marktplatz, deswegen ich bete jetzt privat. Das ist halt nicht möglich, das ist halt, da fehlt die Aufrichtigkeit, das ist was Jesus sagt.

[11:01] Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und schauen uns mal in der Epheser 6, Vers 18 an, den kennt ihr wahrscheinlich ganz gut. Da gibt es mehrere Verse in der Richtung beim Paulus, die natürlich deutlich machen, was wir gesagt haben, Gebet ist nicht an Zeiten allein gebunden. Epheser 6, Vers 18, das ist ein im Kontext der Waffenrüstung Gottes und da heißt es hier in Epheser 6, Vers 18, indem ihr zu jeder Zeit betet, mit allem Gebet und Flehen im Geist und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und fürbitte für alle Heiligen. Also hier gibt es dieses Gebet zu aller Zeit und das ist ganz besonders, dieses Gebet zu aller Zeit ist nicht unbedingt laut, es ist, wo findet es statt? In der Kammer, ja oder hier in der Epheser 6? Im Geist, ja das ist das, was Nehemia gemacht hat, als er gesagt hat, oh Herr hilf mir. Er hat sich nicht abgewandt und gesagt, ich muss erst mal beten. Im Geist war er die ganze Zeit mit Gott verbunden, wo er alleine an einen einsamen Ort geht, ganz genau. Jesus hat genau das gleiche Prinzip gemacht, er hat sogar bewusst nicht die Zeit ausgesucht, wo er noch möglichst ungestört war und das hat manchmal sogar bedeutet, dass er nachts gebetet hat.

[12:22] Jetzt schauen wir mal ein Beispiel an, warum Gott vielleicht nicht Gebet erhören kann. Schauen wir mal in Jesaja 1 und dort Vers 15. Jesaja 1 und dort Vers 15. Jesaja 1 Vers 15 ist eigentlich ein sehr sehr ernster Text. Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch und wenn ihr auch noch so viel betet, also mit anderen Worten, wenn ihr lange betet und viele Worte macht, höre ich doch nicht. Was ist der Grund? Weil eure Hände sind voll Blut. Jetzt galt das auch für die Pharisäer. Die Pharisäer haben ja nie jemanden umgebracht, oder? Als Jesus da die Bergpredigt hält. Sie waren Unterdrücker. Okay, Heuchler sind grad anders. Also wenn Gott hier sagt, eure Hände sind voll Blut, ist was Problem? Sünde konkreter, also wenn man Blut an der Hand hat, welche Sünde hat man begangen? Hat man jemanden umgebracht? Ja, es gibt ja verschiedene Sünden, aber Blut an den Händen, so haben es in der Regel etwas damit zu tun, dass man jemanden getötet hat, dass man ihn umgebracht hat. Aber jetzt im Sinne der Bergpredigt gedacht, ist ja Tod, also ist ja Töten nicht nur, wenn ich jemandem das physische Leben nehme, sondern Jesus sagt, du sollst dich töten, bedeutet schon, wenn ich über jemanden schlecht rede, habe ich sozusagen geistlich Blut an den Händen. Das bedeutet, das ist jetzt ein sehr wichtiger Punkt und das spielt auch ein bisschen das hinein, was wir gerade in der Gebetsstunde gesagt haben. Wenn ich über jemanden zum Beispiel jetzt, wenn ich jemanden beschimpfe, wenn ich über jemanden ärgerlich bin, wenn ich über jemanden lästere, schlecht rede und ich komme in die Gemeinde und ich bete, ich bete lang, laut, in richtiger Sabbatkleidung und in der richtigen Haltung, kniend, in Anführungsstrichen, hört Gott nicht. Obwohl äußerlich betrachtet, der Rest der Gemeinde sagt, das war das schönste Gebet, das jemals gesprochen worden ist, das ging so zu Herzen. Aber Gott hört nicht, weil das Blut an den Händen und jetzt gibt es aber ein Gebet, das Gott trotzdem erhört, selbst wenn Blut an den Händen ist. Welches Gebet ist das? Ja, Herr, nimm das Blut von meinen Händen. Vergib mir, dass ich jemanden, also mit anderen Worten, ich muss nicht erst, das ist jetzt sehr wichtig, ich muss nicht erst meine Hände waschen, bevor ich zu Gott beten kann, nur wenn meine Hände voll Blut sind, gibt es erst mal nur ein Gebet, das ich beten sollte, nämlich Herr, reinige mich, statt Herr, wirke an Geschwister so und so oder Herr, segne unseren Gottesdienst oder Herr, schenke uns eine neue Gemeinde. Das kann Gott nicht erhören, weil das Blut an den Händen ist. Aber das Gebet, Herr, hilf mir, vergib mir, reinige mich, da kann mein ganzer Körper mit Blut überseht sein, das wird er immer annehmen. Ich hoffe nur, dass wir das ganz klar im Kopf haben.

[15:29] In Matthäus 23 finden wir noch was über die Praxis der Pharisäer und das gibt uns noch mal so ein bisschen einen Hinweis dafür. Matthäus 23, Vers 14, da gibt es das mit den Heuchlern, da wird jetzt genau erklärt, was diese Heuchler sind. Matthäus 23, Vers 14, weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Häuser der Witwen fresst und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen. Also sie haben anderen in der Gemeinde geschadet, sie haben ihnen echten Schaden zugefügt und haben das Ganze übertüncht mit langen Gebeten. Und Jesus konnte dahin durchsehen, was die meisten nicht konnten. Die meisten haben gedacht, meine Güte, ich weiß gar nicht, wie man so lange betet, mir fällt gar nicht so viel ein. Ich kann nicht so toll beten. Deswegen haben die meisten Gemeindeglieder damals geglaubt, die Pharisäer, das sind wirklich die heiligsten Leute, die es gibt. Aber das Problem war, Jesus kannte ihr Herz.

[16:39] Ganz genau, das ist der nächste Vers auf meiner Liste, hast du sehr gut übergeleitet. Lukas 18, Vers 10, es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten. Der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Und ihr wisst, was hat der Pharisäer gebetet? Herr, ich danke dir. Ein Dankgebet. Ja, wofür hat er gedankt? Dass du mir die Sünden vergeben hast? Nein, ich danke dir, dass ich so, immerhin besser als der andere. Ich danke dir. Und er hat sich daran gefreut, dass er besser ist als jemand anders. Und wenn das unser Gebet ist, dann kann ich euch sagen, dann gibt es viel zu danken. Denn wir finden immer, immer, immer irgendjemanden, der noch schlechter ist als wir. Der, der diese Sünde mehr gemacht hat, der da unfreundlicher gewesen ist, der das und das. Da gibt es immer Grund zu danken. Aber das ist kein Gebet. Kein Gebet, das Gott hört. Denn jetzt ganz ehrlich, in dem Moment, wo er betet, Herr, ich danke dir, dass ich nicht so bin, wie der da. Was macht er gerade? Er tötet, er redet schlecht, er redet schlecht über den anderen, er nennt jemanden böse, abgefallen und er tötet, er übertritt das sechste Gebot, er hat Blut an seinen Händen. Und Jesus sagt, ihr sagt ja 1, Vers 16, ich erhöre euch nicht, denn eure Hände sind voll Blut. Was sagt der Zöllner? Was sein Gebet? Herr, seien wir Sünder gnädig. Das hat nicht mal eine Minute gedauert und es hat gewirkt. Das war ein aufrichtiges Gebet, er hat sich nicht mal getraut, zum Himmel zu schauen. Und Gott beantwortet das Einfachste der einfachsten Gebete, weil dieser Zöllner sich nicht gefragt hat, wie denkt der Pharisäer über mich. Der Pharisäer hat sich mal gedacht, ich war hier, da, der Zöllner, ich, hat sich mit jemandem verglichen.

[18:43] Ganz genau, das gehört zu Jesaja 1. Wenn wir nicht das Gesetz hören wollen und schon gar nicht es tun, dann können wir beten, wie wir wollen, was wir wollen, wie oft wir wollen, es ist ein Gräuel. Deswegen sagt die Bibel, das Opfer des Gottlosen ist dem Herrn ein Gräuel, das Gebet des Aufrichtigen gefällt ihm.

[19:13] Nun, gehen wir nochmal zu Matthäus 6 direkt und nur nochmal, für die, die letztes Mal da waren, ob ihr gut aufgepasst habt. Jesus sagt ja, dass die Pharisäer einen Lohn bekommen, oder? Sie bekommen einen Lohn. Was ist ihr Lohn, wenn sie an der Straßenecke stehen, so zwischen Hauptstraße und Nebenstraße und sie merken, es ist 3 Uhr Nachmittag, ich muss beten. Und jetzt fangen sie an und machen ihr Gebet und sagen, höre Israel, der Herr ist der Gott, und beten und beten und beten. Was ist ihr Lohn, den sie bekommen? Sie bekommen einen Lohn. Was ist ihr Lohn? Genau, die Leute, die daneben stehen, ja, irgend so ein Bäcker oder so ein, weißte ich was nicht, der sagt, oh wow, ein Pharisäer hat gebetet. Amen. Amen. Das ist der Lohn, den er bekommt. Und manchmal vielleicht kann es uns auch passieren, dass wir ein Gebet sprechen und es so formulieren, in der Hoffnung, dass andere möglichst laut Amen dazu sagen können. Ja, oder dass wir vielleicht, nicht nur bei Gebeten, ja, oder ein Zeugnis geben, das möglichst Eindruck hinterlässt bei den anderen Geschwistern. Oder eine Predigt halten, wo wir hoffentlich hinterher gelobt werden dafür. Oder, was weiß ich was, ja, in eine Sabbatsschule leiten oder eine Antwort geben und hoffen, dass die anderen bemerken, wie gut wir die Bibel gelernt haben. Und wenn dann die anderen zustimmend nicken und sagen, wow, du kennst dich wirklich gut aus in der Bibel, ist das ein Lohn? Aber jetzt Achtung, das ist der einzige Lohn. Und das ist ein bisschen wenig, weil die Erfahrung zeigt, dieselben Geschwister, die mal ganz begeistert sind, sind nicht immer begeistert. Die sind, auf Menschen kann man sich nicht verlassen. Und wie wir letztes Mal herausgearbeitet haben, dieselben Menschen, die einem vielleicht mal applaudieren, sind dann später mal Feind. Auf jeden Fall, selbst wenn sie ihn immer mögen, sie können ihm nie ewiges Leben geben. Und ich denke, das ist ein ganz, ganz, ganz interessantes Thema. Was tue ich und vor allem, warum tue ich es in der Gemeinde? Würde ich genauso reden, genauso beten, genauso predigen, genauso Sabbatschul-Antworten geben, wenn da niemand von denen da wäre, die gerade da sind? Würde ich das auch machen, wenn ich mit Jesus alleine wäre? Oder wenn ich alleine... Versteht ihr, was ich meine? Das ist so eine ganz interessante Frage, ja?

[21:29] Keine Meldung. Jetzt gehen wir mal zu Vers 6, Matthäus 5 und dort, Matthäus 6, Vers 6. Du aber, wenn du betest, geh in deinen Kämmerlein und schließe dir eine Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. Das ist natürlich das Pendant zu, mit den Almosen, wo es heißt, deine Linke soll nicht wissen, was deine Rechte tut. Und Gott, der ins Verborgene sieht, wird dir öffentlich vergelten. Wir haben letztes Mal gelernt, die Vergeltung ist immer öffentlich. Der Lohn ist immer öffentlich. Egal, ob ich im Kämmerlein bete oder an der Straßenecke, ob ich mit lauten Posaunen Almosen gebe oder völlig unbemerkt, der Lohn ist immer öffentlich. Entweder ist er öffentlich in der Situation durch Applaus von den Leuten oder er ist öffentlich nach den tausend Jahren, wenn Gott mein Leben offenbart und alle Menschen sehen, was wirklich vorgefallen ist. Nur der Lohn ist dann natürlich weitaus gewichtiger, weil es ist ewiges Leben. Gott vergilt immer öffentlich. Geh in dein Kämmerlein. Heißt das jetzt, dass wir, dass die richtigen, ernsten, privaten Gebete immer in einer Kammer stattfinden müssen? Nicht unbedingt.

[22:33] Kennt ihr Geschichten in der Bibel oder Personen in der Bibel, wo dieses Prinzip hier zutrifft, die aber jetzt vielleicht nicht unbedingt in einer tatsächlichen Kammer gewesen sind, die so privat gebetet haben und in diesem persönlichen Gebet von Gott erhört worden sind? Daniel, da hat er sogar das Fenster aufgemacht, aber er hat es nicht gemacht, um gesehen zu werden, sondern er hat es einfach gemacht. Nehemia. Haben wir noch Geschichten? Eine interessante Geschichte ist auch Jakob am Jabok. Keine Kammer in der Nähe, aber er hat bewusst sogar die Leute weggeschickt. Nathanael, der war alleine unter dem Feigenbaum und Jesus sagt, ich sah dich, noch bevor Philippus dir rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Die Bibel sagt nicht genau, was er gemacht hat, Ellen White sagt, er hat die Bibel studiert und er hat gebetet. Er war da ganz alleine, hat sich alleine für sich, für Gott interessiert, hat gebetet und das ist die schöne Pointe an der Geschichte dann, Jesus hat ihn gesehen, als er alleine war und ruft ihn dann als seinen Jünger und dann gibt es Petrus, wo hat Petrus mal alleine gebetet, das war eine etwas ungewöhnliche Ort, kurz bevor, als Gott ihm deutlich machen wollte, dass er zu Kornelius gehen soll, wurde er gebetet. Auf dem Dach, genau, da war vielleicht unten so viel los, er hat gedacht, okay, wo habe ich einen ruhigen Platz, naja, gehe ich aufs Dach, ihr wisst, die Dächer waren damals flach, hat auf dem Dach gebetet, war auch für sich.

[24:23] Und es gibt noch ein interessantes Prinzip, schauen wir mal in Apostelgeschichte 9, Apostelgeschichte 9, das ist auch Petrus und da gibt es einen Aspekt, über den ich noch nicht so viel gehört habe in Predigten, aber den man vielleicht auch mal hier erwähnen sollte. Apostelgeschichte 9, Vers 40, da ließ Petrus alle hinausgehen, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sprach, Tabita, steh auf. Sie öffnete ihre Augen und als sie den Petrus sah, setzte sie sich auf. Warum hat er für die Tabita gebetet? Er war tot, seine Toten auf der Weckung. Also hier geht es um quasi in Anführungsstrichen Wunderheilung, Heilung auf der Weckung. Was hat der Petrus gemacht, bevor er gebetet hat? Er hat die Leute weggeschickt. Auch Jesus hat öfter mal Leute weggeschickt, bevor er die Leute gebetet hat. Elisa, wenn er als er für den Sohn der Schonamitin gebetet hat, hat erst mal die Leute weggeschickt. Jetzt die Frage, warum? Ist die Kraft Gottes nicht auch genauso gleich? Hätten die Leute stehen bleiben können? Warum hat man die weggeschickt? Sie können sich besser konzentrieren?

[25:44] Hier ist ein interessantes Prinzip, das Ellen White sogar explizit in der frühen Adventbewegung erwähnt hat. Sie hat gesagt, wenn wir für Menschen gerade in Bezug auf Heilung beten, sollten wir explizit nicht möglichst viele Leute dabei haben, sondern sogar darauf achten, dass dann im Raum nicht diejenigen anwesend sind, die an die ganze Sache gar nicht glauben. Also das ist nicht nur, was die Petrus und Elisa gemacht haben, sondern das ist ein Prinzip auch heute. Wir würden vielleicht heute denken, wir nehmen so viele Leute wie möglich, mehr Gebete sind vielleicht besser. Sicherlich soll das auch mit Takt und Feingefühl geschehen, aber die Idee ist, es ist besser, Leute lieber rauszuschicken und im kleinen Kreis vielleicht sogar alleine zu beten oder zu zweit, als in großer Masse. Das finde ich sehr interessant, weil vielleicht das ein Punkt ist, über den man selten nachdenkt.

[26:48] Ganz genau, ganz genau. Jetzt schauen wir mal in Matthäus 6. Jesus, jetzt wo er schon also diesen Punkt deutlich gemacht hat, mit dem nicht etwas tun, um von anderen gesehen zu werden, den wir letztes Mal schon so ausführlich studiert haben und er hat jetzt mit dem Almosen geben und dem Beten zwei Beispiele genommen, aber das ist genauso wie bei den zehn Geboten, wo er auch das sechste und das siebte Gebot als Beispiel nimmt, aber er könnte alle zehn nehmen und deutlich machen, worum es eigentlich geht. Könnte er hier noch das Predigen und das Missionzeugnis geben und von Haus zu Haus gehen, hätte alles mögliche nehmen können. Wenn ich etwas tue, um von anderen gesehen zu werden, dann ist die Begeisterung der anderen mein einziger Lohn und das ist etwas, das können wir, sag ich mal, zwischenmenschlich gar nicht beurteilen, weil ich kann niemals wissen, warum jemand etwas tut. Tut er das, um angesehen zu sein oder tut er das wirklich aus Liebe zu Gott, aus Liebe zur Wahrheit. Aber jetzt, da Jesus sowieso schon beim Thema Gebet ist, bleibt er dabei, weil das ein sehr wichtiges Thema ist und schaut mal jetzt in Vers 7. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden. Matthäus 6, Vers 7. Denn sie meinen, sie werden erhört, um ihrer vielen Worte willen.

[28:00] Das Wort plappern ist im Griechischen eigentlich das Wort stammeln, ständiges Wiederholen, fast schon sinnlos. Kennt ihr Geschichten in der Bibel, wo solche Gebete beschrieben werden, wie die Heiden gebetet haben, dass sie ständig das Gleiche gesagt haben? Elia, also auf dem Berg Karmel und die Baalspriester gebetet haben. Was haben die gebetet? Wie haben die gebetet? Balahörons, Balahörons, Balahörons, Balahörons, Balahörons, Balahörons, Balahörons. Ihr merkt schon, nach fünf Minuten geht das auf den Nerven. Was das bewirkt, wie lange haben die das gebetet? Stunde lang, von morgens bis zum Mittag. Und dann noch darüber hinaus. Kein Wunder, dass die irgendwann verrückt wurden und sich selbst da geschnitten haben. Das ist wie Trance. Kennt ihr eine andere Geschichte im Neuen Testament? Da hat sie leise gebetet, hat sie leise gebetet und da hat der Eli gedacht, dass sie betrunken ist. Aber kennt ihr noch Geschichten im Neuen Testament, wo deutlich wird, dass die Heiden immer das Gleiche rufen, das Gleiche beten, immer wiederholen, wiederholen, wiederholen. Eine ganz interessante Geschichte, eine Apostelgeschichte, die ist wirklich fast ein bisschen kurios, wenn man die im ganzen Kontext liest, aber da haben wir nicht die Zeit heute für. Das ist Paulus in Ephesus und da gab es dann diesen Aufruhr. Ja, die Leute haben gedacht, was wird aus unserem Gewerbe? Wir können keine Götzenbilder mehr verkaufen und da kommt dann die ganze Stadt zusammen. Und da heißt es dann in Vers 32, hier schrie nun alles durcheinander, denn die Versammlung war in der größten Verwirrung und die Mehrzahl wusste nicht, aus welchem Grund sie zusammengekommen war. Achso, Entschuldigung, 19, Apostelgeschichte 19 und dort Vers 32. Und jetzt sind sie da alle in diesem Stadion und diesem Theater und wissen nicht mal, warum sie da sind und dann geht es los in Vers 34. Als sie aber vernahmen, dass er ein Jude war, schrien sie alle wie aus einem Mund etwa zwei Stunden lang, großes Diana der Epheser, großes Diana der Epheser, großes Diana der Epheser, großes Diana der Epheser, zwei Stunden lang, wie die Verrückten. Irgendwann konnten sie nicht mehr.

[30:27] Und naja, das heißt, die Idee im Alten und im Neuen Testament ist immer wieder die, und das sind natürlich jetzt zwei Extrembeispiele, die in dieser Heftigkeit jetzt nicht ständig vorgekommen sind, dass die Heiden, das heidnische Denken in der Wiederholung irgendeine Macht sieht, in der ständigen Wiederholung der gleichen Worte. Warum ist das so? Warum, und da kann man alle möglichen heidnischen Prinzipien anschauen, die Meditation, wo man immer Worte wiederholt, nicht wahr? Rosenkranz, genau. Und das ist ein, dieses Thema ist eines der interessantesten Beweise, zu zeigen, wie heidnisch eigentlich die Praktiken der katholischen Kirche sind. Das ist eine heidnische Praktik, das ständig Wiederholen von Ave Maria oder Pater Noster und so weiter. Okay, also es kann passieren, dass man einfach das nur noch so als Floskel nimmt, ja, und einfach nur noch so.

[31:33] Ja, genau. Man würde ja mit seinem Vater auch nicht immer, also ständig die gleichen Worte wiederholen. Ja, man würde denken, man ist verrückt. Ja, also da geht die persönliche Beziehung verloren, ganz offensichtlich, und das zeigt ja auch dann in der Art und Weise, wie die Heiden ihre Götter gesehen haben. Das war nicht mehr sehr persönlich, das war oft sehr distanziert, ja.

[31:58] Ja, genau, wenn dann sozusagen irgendwie so dieses Gemeinschaftsgefühl, nicht wahr? Das ist ja übrigens auch das Wirkprinzip in der Charismatik, ja, wenn die dann alle die gleichen Dinge wiederholen, holy, holy, holy, holy, ja, und dann irgendwie sich so fühlen und so weiter.

[32:23] Jetzt schaut man mit mir in Prediger. Wie schon in den vergangenen Themen sehen wir auch hier, Jesus sagt nichts anderes, als was schon im Alten Testament steht. Prediger 5 und dort Vers 1. Prediger 5 und dort Vers 1. Das ist ein sehr interessanter Vers hier. Prediger 5 Vers 1, Salomo sagt, übereile dich nicht mit deinem Mund und lass dein Herz keine unbesonnenen Worte vor Gott aussprechen. Also mit anderen Worten, man soll erst nachdenken, bevor man betet. Nicht einfach losbeten und so, ich bete, wie mir so der Mund gewachsen ist, sondern nachdenken, ja. Und jetzt schaut mal, Kapitel 5 Vers 1, denn Gott ist im Himmel und du bist auf der Erde, darum sollst du nicht viele Worte machen. Also wenn Jesus sagt, du sollst beim Beten nicht viele Worte machen, wiederholt er nur das, was der Salomo schon im Prediger gesagt hat. Im Grunde genommen predigt er wieder das Alte Testament.

[33:32] Jetzt stellen wir uns eine grundsätzliche Frage, warum, ihr habt schon zum Teil einige Sachen gesagt, aber was ist das eigentliche Prinzip, warum wiederholen die Heiden ständig dieselben Sachen? Also unter welchen Umständen wiederholt man etwas immer und immer wieder? Um erhört zu werden, wenn man jemanden überzeugen muss, oder? Wenn ich jemanden, also jetzt, ihr wisst ja, wenn man jemanden zur Evangelisation einlädt und ich war von vorne, dann sagt man sechsmal oder zehnmal nächsten Freitag um 18 Uhr, nächsten Freitag um 18 Uhr, damit man jemanden überzeugt, dass er doch bitte, bitte, bitte, bitte kommen soll. Jetzt die Idee ist, wenn ich jemanden, wenn ich zu Gott ständig die Sachen wiederhole oder zur Gottheit oder zu den Göttern, wenn ich die Sachen immer wiederhole, dann aus einem einzigen Grund, weil ich ganz genau, weil ich irgendwie Gott überreden will, dass er das tut, was ich möchte. Das heißt, das Problem hier ist nicht, dass Jesus sagt, hey Gott mag keine langen Gebete, haltet euch kurz, sondern das Problem ist, diese Art von Gebeten sind der Ausdruck eines falschen Evangeliums, das nicht rettet. Ein Evangelium, wo ich denke, ich muss mit meinem Gebet so sehr mich anstrengen, dass ich Gott überzeuge, dass er es endlich tut. Ja und wenn ich lange genug gebetet habe, das ist ja das Prinzip in der katholischen Kirche, wenn ich lange genug die Ave Marias gemacht habe und lange genug gebetet habe, dann wird Gott sich irgendwann erweichen lassen und dadurch verändert sich das gesamte Bild von Gott und das gesamte Evangelium. Deswegen sagt Jesus, ihr sollt es ihnen nicht gleich tun.

[35:00] Schaut mal in Matthäus 6, Vers 8. Es ist also quasi eine echte Werksgerechtigkeit und hat mit dem Evangelium überhaupt nichts zu tun. Deswegen sagt er in Vers 8, darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Nein, nein, nein, ganz wichtig, es ist keine Ausnahme. Das Prinzip bei der Witwe, die zum ungerechten Richter kommt, ist das Gebet, das sie immer wieder gebetet hat. Sie ist dran geblieben, so wie Elia auch siebenmal gebetet hat. Gott fordert uns auf zu beten ohne Unterlass. Wenn zum ersten Mal keine Antwort kommt, weiter beten, weiter beten. Aber ich muss nicht viele Worte machen, um Gott zu überzeugen. Das ist der Punkt. Auch bei der Witwe ist es nicht so, dass wir viele oft beten müssen, damit wir Gott überzeugen, sondern da geht es um was anderes. Da geht es darum, dass wir Geduld lernen und damit wir lernen, was Gottes Wille ist. Ja, wir sollen beharrlich beten.

[36:07] Also schaut, der Punkt ist ja der. Wenn Sie Vers 8 jetzt lesen, hier Matthäus 6, Vers 8, darum sollte ihnen nicht gleichen. Was also deutlich macht, ein Nachfolger Jesu kann keine weltlichen heidnischen Gebetspraktiken übernehmen, was eigentlich alles, was so kontemplatives Gebet ist, was so in der Emerging Church rumfleucht, also wo die Leute dann meditieren und irgendwie so. All das hat mit der Bergpredigt nicht zu tun. Man muss nur die Bergpredigt lesen, um das abzulehnen. Aber dann sagt er, denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Jetzt müssen wir genau verstehen, was ist der Grund. Also Jesus sagt, wenn wir beten, weiß Gott schon, was wir brauchen. Wir müssen ihn nicht überzeugen, auch nicht durch mehrmaliges Beten. Er weiß auch, wann wir es brauchen und wie wir es brauchen und in welcher Dosis wir es brauchen.

[37:11] Ganz genau. Jetzt schaut man, warum sollen wir dann überhaupt beten, wenn er es doch weiß? Das ist jetzt der entscheidende Punkt. Also Gott weiß es, er weiß, was wir benötigen, schon bevor wir es beten. Ja, warum sollen wir beten? Okay, dass wir unsere Abhängigkeit von Gott spüren. Ja, genau. Aber warum? Warum ist das so? Weil er muss ja nicht von uns überzeugt werden, oder? Er muss nicht überzeugt werden. Also warum ist das so? Ja, also wir werden nächste Woche dann das Vaterunser anschauen als Modell, als Muster für richtiges Gebet. Das stimmt, wir müssen ihn bitten.

[38:12] Okay, wir sollen um seinen Willen bitten. Es hat was mit Gottes Willen zu tun. Die Grundidee ist die, alles richtig, was ihr gesagt habt. Gott weiß, was ich brauche. Ich soll nicht oft die Sachen, also immer wiederholen, wiederholen, wiederholen, als ob ich durch die Menge meiner Worte ihn überzeugen kann. Trotzdem soll ich ihn bitten. Und jetzt die Frage, warum soll ich ihn bitten, wenn die Menge meiner Worte ihn nicht überzeugt, dass ich es tue, dass er es tut. Wenn er schon sowieso es weiß. Und die Antwort findet sich in Philipper 4 Vers 6. Schaut mal, in Philipper 4 Vers 6, da ist das entscheidende Element. Schaut mal in Philipper 4 Vers 6. Alles, was ihr gesagt habt, stimmt natürlich vollkommen auch. Sorgt euch um nichts. Warum brauche ich mich um nichts sorgen? Weil Gott schon alles hat, was ich brauche. Aber sich nicht zu sorgen, bedeutet nicht zu beten, sondern ich soll trotzdem beten. Warum soll ich beten? Sondern in welchen Dingen, in den wichtigsten? In allem. Also das ist so wichtig, ist interessant. Sorgt euch um nichts, betet für alles. Man würde denken, wenn ich um alles bete, muss ich mich um alles sorgen. Das wäre das heidnische Denken. Um was ich beten muss, ich muss beten, wenn ich Gott überreden muss. Ich bin krank, ich muss Gott überreden, dass er mich heilt. Ich muss beten. Ich bin arbeitslos, ich muss Gott überreden, dass er mir eine Arbeit gibt. Ich muss jetzt beten, damit er hoffentlich mir eine Arbeit gibt. Das ist ein Mensch, den möchte ich in den Himmel bringen und ich muss jetzt beten, dass Gott überzeugt wird, dass er ihn in den Himmel bringt. Aber Gott sagt, sorg dich um nichts, sondern bete für alles. Warum? Sondern in allem lasst euch Gebet und Flehen mit, dass Dankssagungen, eure Anliegen vor Gott kund werden.

[40:20] Das Gebet macht folgendes, das biblische Bergpredigtgebet im Sinne Jesu sagt, Herr, du weißt, dass ich das brauche und ich weiß auch, dass du das weißt und ich vertraue darauf, dass du mir diese Sache zu deiner richtigen Zeit gibst und ich danke dir jetzt schon dafür. Und das braucht wenig Worte und es drückt etwas aus, was den Heiden völlig fremd ist. Es drückt nämlich aus, dass ich weiß, Gott ist immer der Gleiche und er ist die Liebe und er wird sich, es drückt Glauben aus, nicht Werke. Es drückt Glauben aus und der Unterschied ist ein feiner Unterschied. Manchmal merkt man das so im Gemeindeleben gar nicht, aber es gibt Gebete, die drücken Werksgerechtigkeit aus. Herr, mach jetzt, bitte, du musst jetzt. Ich bete so oft jetzt schon, du musst jetzt. Und es gibt Gebete, die drücken das echte Evangelium aus, nämlich, Herr, du weißt, was ich benötige und das kann man mal sehr intensiv sein. Lest die Psalmen von David, der sagt, ich bin umringt von Feinden, aber ich weiß, du bist meine, wie Hiob, ich weiß, dass mein Erlöser lebt und ich danke dir, dass wenn ich jetzt das Gefühl habe, es bricht alles zusammen. Dieses Vertrauen und das macht das Gebet so wertvoll, weil dadurch wird vor dem Universum deutlich, da gibt es Menschen, die vertrauen Gott trotz Schwierigkeiten und das beweist im Universum, dass diese Menschen echten Glauben haben. Gebet also nicht als Überredung, dass Gott eingreift, sondern Gebet als Ausdruck von Glauben, von Hingabe, von Vertrauen, von Liebe, von Beziehung. Und dann ist das Gebet. Deswegen fängt ja auch das Vaterunser an mit unser Vater oder Vaterunser, der du bist im Himmel, nicht mit, ja so, sondern das ist eine Beziehung.

[42:14] Absolut, absolut, selbstverständlich. Deswegen ist ja genau das Gebet des Glaubens, dass ich sage, Herr, nicht mein Wille, sondern dein Wille. Du siehst meine Situation, du musst das tun, was am besten ist. Das hat Jesus selbst in den 13 Männern gebetet. Und dann kann man in allem Danke sagen. Und in allem Danke zu sagen ist so ähnlich, wie alle Menschen zu lieben, selbst die Feinde. Das ist das gleiche Prinzip. Alle Menschen zu lieben ist dasselbe, wie in allen Situationen Danke zu sagen. Das ist der Beweis, dass die Liebe Gottes im Herzen ist. Das ist das, das eigentlich Gerechtigkeit aus Glauben sichtbar wird. Und darum geht es eigentlich bei einem Gebet in der Bergpredigt. Nächste Woche schauen wir uns an, wie das Vaterunser Jesus gemeint hat. Aber für heute lasst uns doch vornehmen, dass wir in unseren Gebeten uns an Jesus orientieren und dass wir, statt darauf zu achten, wie viele Worte muss ich jetzt machen, sondern dass wir dieses Prinzip verstehen, Gott weiß schon alles, aber er möchte, dass wir zu ihm beten als Ausdruck dessen, dass wir ihm vertrauen, dass er das Richtige zur richtigen Zeit gibt. Und noch gemeinsam beten.

[43:32] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir heute uns ganz besonders Gedanken machen durften über das Gebet. Und du weißt, dass wir so oft beten und vielleicht gar nicht das Potenzial erleben, dass du das Gebet hineingelegt hast. Wir haben heute gesehen, dass es nichts gibt, wo wir dich erst informieren müssten oder nichts gibt, wo wir dich erst überzeugen müssten. Aber du hast das Gebet geschaffen, genauso wie den Sabbat und viele andere Dinge, damit wir Gemeinschaft mit dir haben und damit wir unser Vertrauen, unsere Hingabe, unsere Liebe zu dir ausdrücken können. Und Herr, wir danken dir dafür von unserem ganzen Herzen. Du kennst unsere Nöte, du kennst unsere Sorgen, du kennst unsere Probleme und wir danken dir, dass wenn wir auf dich schauen, uns in deine Hand geben, du alles zu deiner Zeit so tun wirst, wie es für uns am besten ist. Und dafür loben und preisen wir deinen Namen. Im Namen Jesu. Amen.

[45:00] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


Lizenz

Copyright ©2018 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.