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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt wird das Vaterunser, insbesondere der letzte Vers, tiefgehend analysiert. Christopher Kramp beleuchtet die Bedeutung von „erlöse uns von dem Bösen“ und die theologische Debatte um den abschließenden Lobpreis „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“. Er erklärt, warum dieser Satz biblisch fundiert ist und wie das abschließende „Amen“ in Jesus Christus seine Erfüllung findet.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" hier auf www.joelmedia.tv.de. Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr eingeschaltet habt zur letzten Folge über das Vaterunser. Wir haben nur noch einen halben Vers vor uns und das sollten wir heute auf jeden Fall schaffen. Aber auch dieser Vers hat es in sich und wir werden sehen, wird das recht spannend werden, um über diesen Vers zu sprechen, den 13. Vers des 6. Matthäus-Kapitels. Bevor wir beginnen, wollen wir niederknien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können, dein Wort aufschlagen können und von dir lernen können. Bitte sprichst du zu uns. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist, dass wir dein Wort verstehen, wie du es gemeint hast und gib, dass das, was dort in diesem Vaterunser gesagt und geschrieben steht, dass das unsere Erfahrung wird im täglichen Leben. Wir danken dir, dass du verheißen hast, dass du das gerne tun möchtest und tun kannst. Darauf wollen wir uns verlassen und diese Verheißung in Anspruch nehmen. Im Namen Jesu, Amen.

[1:35] Matthäus, Kapitel 6, Vers 13. Letztes Mal haben wir vor allem gesprochen über den Vers 12 und "vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern", wo es also um die Idee geht der Vergebung. Wir haben ausführlich über das Prinzip der Vergebung gesprochen. Wir haben ja gesehen, dieses Vaterunser enthält im Wesentlichen alle Kernelemente des Evangeliums. Und dann haben wir letztes Mal Vers 13 schon mal so ein bisschen angedeutet, den ersten Teilsatz gemacht, wo es heißt: "und führe uns nicht in Versuchung". Könnt ihr euch daran erinnern? Könnt ihr vielleicht noch mal kurz zusammenfassen, was hat Jesus gemeint mit dem Satz "und führe uns nicht in Versuchung"? Was ist die Kernidee, die wir letztes Mal herausgearbeitet haben, dass wir das nicht alles nochmal wiederholen müssen? Genau, also ein Mensch kann schnell in Versuchung kommen. Was haben wir gesagt? Was bedeutet das "und führe uns nicht in Versuchung"? Ah, genau, wir haben herausgearbeitet, dass wir mit diesem Gebet nicht Gott erst überreden müssen, sondern wie Ellen White es so schön ausdrückt, dieses Gebet ist in sich selbst eine Verheißung. Es bedeutet nicht: "Oh Gott, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, ändere deine Meinung, führe uns nicht in Versuchung", sondern es bedeutet: Gott will mich sowieso nicht in Versuchung führen. Sondern indem ich das bete, sage ich nur: Genau dieser dein Wille geschehe, führe mich. Und wie führst du? Immer so, dass ich nicht in die Versuchung komme, die mir zu groß ist. Und das heißt, wie auch alle anderen Gebete, auch wenn wir sagen: "Vergib uns unsere Schulden", dann beten wir nur das, was Gott eigentlich sowieso schon will. Das ist also die Idee in diesem Gebet, ist erstens Gott in allem die Ehre zu geben, deswegen haben wir den ersten Teil: "Dein Reich, dein Wille und so weiter". Und im zweiten Teil dann das, was uns betrifft, aber auch dort müssen wir verstehen, dass es Gottes Wille ist.

[3:46] Genau, 1. Korinther 10, Vers 13, dass Gott uns niemals zulässt, dass wir in eine Versuchung fallen, die so groß ist, dass wir sie nicht ertragen können, sondern er immer einen Ausweg schafft. Das ist auch diese Idee. Denn es gibt, der Satan wäre in der Lage, für sich alleine genommen, Versuchungen zu kreieren, die zu groß für uns sind. Aber wenn wir Gott folgen, wird er keine Versuchung zulassen, der wir mit dem, was wir wissen und was wir bisher im Glaubensleben mit Gottes Hilfe erreicht haben, mit unserem Glaubensstand nicht tragen können. Und das ist diese Idee. Also keine Notwendigkeit, das Vaterunser umzuschreiben, wie Papst Franziskus vorgeschlagen hat, sondern einfach nur das biblisch verstehen.

[4:40] Jetzt geht es ja weiter: "und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen." Und da wollen wir mal ein paar Verse anschauen. Fangen wir mal an in Jeremia 15. Jeremia 15 und dort fährt es an. 21. Jeremia 15 und dort Vers 21. Und auch hier sehen wir wieder, wie sehr diese Worte und Ideen aus dem Alten Testament kommen. Jeremia 15, Vers 21. Gott sagt: "Ja, ich werde dich befreien aus der Hand der Bösen und dich erlösen aus der Faust der Gewalttätigen." Also "erlöse uns von den Bösen". Aus der Faust der Gewalttätigen, aus der Hand der Bösen. Also, was ist ein anderes Wort für "erlösen" in diesem Vers? Befreien. Kennt ihr noch eine Geschichte in der Bibel, wo Befreiung als Erlösung bezeichnet wird? Ägypten. Denn Gott sagt: "Ich bin gekommen, um mein Volk zu erlösen." Was hat er de facto gemacht? Er hat sie befreit. Das heißt, Erlösung ist nicht, wie viele denken: "Ich bin Sklave der Sünde, dann erlöst mich Gott. Ich bin zwar immer noch Sklave der Sünde, aber jetzt tut er so, als ob ich gerecht bin." Viele haben dieses Bild von Erlösung. Ja, ich komme zu Gott als Sünder, dann sagt er: "Du bist erlöst." Ich bin immer noch genau derselbe Sünder, mache genau dasselbe falsch, aber jetzt bin ich irgendwie ein erlöster Sünder und habe einfach den Namen "Gottes Kind" stehen, aber bin immer noch derselbe. Aber Gott sagt: Erlösung ist Befreiung. Erlösung von der Sünde.

[6:24] Schaut mal mit mir in Galater 1 und dort Vers 4. Der Paulus sagt dasselbe im Anfang des Galaterbriefes. Galater 1, Vers 3 und 4 lesen wir, des Zusammenhangs willen. Galater 1, Vers 3 und 4: "Und Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns, was ist das nächste Wort, damit er uns herausrette." Was bedeutet "herausretten"? Befreien. Ja, retten, so dass wir nicht mehr da drin sind. Ja, heraus. Es ist eine Bewegung. "Herausrette". Woraus sollen wir rausgerettet werden? Aus dem bösen Weltlauf, der jetzt gerade ist. Und was ist der böse Weltlauf? Ist ja nicht der Lauf der Welt um die Sonne, oder? Was ist der böse Weltlauf? Sünde, ja. Sünde ist quasi der Kern von all dem, ja. Stolz, genau. Also, wenn euch jemand fragen würde auf der Straße: "Was ist der böse Weltlauf? Erklär mir mal in heutigem Deutsch." Was würdet ihr sagen, was ist der böse Weltlauf? Was ist der böse Weltlauf in heutigem Deutsch? Niemand würde ja nicht zu einem Menschen sagen: "Gott ist gekommen, um dich aus dem bösen, gegenwärtigen Weltlauf herauszuholen", oder? Das wäre nicht unbedingt jetzt die Sprache, die ein Mensch draußen so versteht, der jetzt nicht die Bibel kennt. Wie könnte man das verständlich erklären? Was ist der gegenwärtige böse Weltlauf? Gesetzlosigkeit, ja. Verkehrte Geschlecht, genau, ja. Ihr übersetzt kanadische Sprache mit anderen kanadischen Worten. Das sind Beispiele für diesen gegenwärtigen bösen Weltlauf.

[8:35] Der gegenwärtige böse Weltlauf ist, wie diese Gesellschaft funktioniert. Das ist, wie die Welt läuft. Das sind die Prinzipien, nach denen normale Menschen in dieser Gesellschaft leben. Egoismus, Stolz und so weiter. Das bedeutet, wenn wir daraus gerettet werden, können wir nicht mehr so sein wie alle anderen. Wir können nicht mehr so leben, wie alle sonst in dieser Gesellschaft. Der gegenwärtige böse Weltlauf ist das, so wie Menschen in dieser Welt normalerweise leben, ohne Gott, in all ihren verschiedenen Facetten. Und das ist böse, sagt der Paulus. Das heißt, ein Christ sollte eigentlich immer von der Welt deutlich zu unterscheiden sein.

[9:35] Ich bin gerade dabei, wieder ein bisschen die Zeugnisse von Ellen White zu lesen, die neun Bände. Und da gibt es im zweiten Zeugnis von ihr, im ersten Band, gibt es ein Kapitel, das heißt "Die zwei Wege". Kennt ihr das? Da beschreibt sie die zwei Wege. Der eine Weg ist schmal und dornig und wenige gehen da drauf. Aber man sieht die Fußspuren von Jesus. Und der andere, ratet mal, wie der aussieht: breit und geht in die gegensätzliche Richtung. Die meisten sind halt Weltmenschen. Aber dann, sagt sie, dann gibt es unter diesen eine Gruppe von Menschen, die fast genauso aussehen, fast genau dasselbe tun und fast genauso reden. Aber sie haben auf ihren Kleidern stehen: "Gegenwärtige Wahrheit, das Ende aller Dinge ist nahe. Bereitet euch vor, Jesus wiederzusehen." Ja, so ungefähr. Und gehen aber mit auf den breiten Weg. Und dann sagt sie, sie sind fast genauso froh wie die anderen, so lustig, aber von Zeit zu Zeit sind sie ein bisschen, ja, etwas, wie soll man sagen, fühlen sich etwas unwohl. Und dann schauen sie auf ihre Kleider und sagen: "Ach, ist immer noch die Wahrheit hier." Und gehen weiter auf ihrem falschen Weg. Und damit beschreibt sie die zwei Gruppen in der Gemeinde: Diejenigen, die tatsächlich Jesus nachfolgen, aus der Welt heraus gerettet sind. Und diejenigen, die im Wesentlichen eigentlich trotzdem noch in der Welt leben, aber die Theorie der Wahrheit angenommen haben. Das ist ein ziemlich beeindruckendes Bild. Ja, da war eine Meldung. Ja.

[11:22] Ganz genau, ganz genau. Eine ungehorsame Welt. 1. Johannes 3, Vers 8. Warum ist Jesus gekommen? 1. Johannes 3, Vers 8: "Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen." Wozu? Dass er die Werke des Teufels zerstöre. Was sind einige Werke des Teufels? Also die Werke Gottes, nicht wahr? Das sind die Schöpfung. Was sind die Werke des Teufels? Zerstörung, Mord, Sünde, Stolz, all diese Dinge. Jesus ist nicht gekommen, um zu sagen: "Das ist falsch." Dazu ist er auch gekommen. Er ist gekommen, um diese Werke zu zerstören. Jetzt, wenn man etwas zerstört, dann ist es kaputt. Die Idee ist also, wenn wir Jesus ist, hat ein Sünder etwas von den Werken des Teufels in sich. Ja oder nein? Hat ein Sünder, ein Sünder etwas von den Werken des Teufels in sich? Klar, das ist, was er sagt: "Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel." Und wenn Jesus gekommen, nicht einfach nur zu sagen: "Du bist trotzdem errettet." Jesus ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Am Ende wird er sogar den Teufel ganz zerstören, oder? Wie wird das ausgedrückt in 1. Mose 3, dass er die Werke des Teufels zerstört? In 1. Mose 3, wie wird das ausgedrückt? Indem er den Kopf der Schlange zertritt. Und was sagt der Paulus im Römer 16? "Der Gott des Friedens wird aber den Satan in kurzem unter euren Füßen zertreten." Also Gott zertritt ihn aber unter euren Füßen. Das heißt, 1. Mose 3 sagt nicht nur: "An einem Tag wird Gott durch den Kreuzestod Jesu den Satan besiegen", sondern das ist ganz persönlich auch in unserem Leben. Ja, nicht nur am Kreuz alleine sind die Werke des Teufels zerstört worden. Dort natürlich am offensichtlichsten und da ist das geschehen, was dann die Grundlage ist für alles andere. Aber in jedem einzelnen Leben von uns möchte Gott die Werke des Teufels zerstören.

[13:31] Und das bedeutet, wenn wir beten dieses Gebet: "und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen", beten wir: Herr, tritt zu. Wir beten: Herr, tritt zu auf den Stolz in meinem Leben. Tritt zu auf die schlechten Gedanken, tritt zu auf die Hartherzigkeit, die Unversöhnlichkeit, was auch immer der Satan in meinem Leben so an Werken hat. Wir erlauben Gott: Tritt zu ohne Reserve. Denn Jesus ist gekommen, um sein Volk, wichtiges kleines Wort, nicht in den Sünden zu erlösen, sondern von den Sünden zu erlösen.

[14:18] Okay, und Jesus hat das wirklich in seinem Herzen gehabt. Schaut mal, Johannes 17, Vers 5, hohepriesterliches Gebet. Johannes 17, Vers 15. Jesus betet hier für seine Jünger und auch alle, die dann später durch die Jünger an ihn glauben werden. Johannes 17, Vers 15. Was war eines dieser besonderen Bitten von Jesus, kurz bevor er gestorben ist? Johannes 17, Vers 15: "Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen." Jetzt denkt mal über den Vers nach, der ist ziemlich machtvoll. Welche Schlussfolgerung kann man ziehen, wenn Jesus sagt: "Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, aber ich bitte, dass du sie bewahrst vor dem Bösen"? Was wäre die Schlussfolgerung, wenn man beide Sätze zusammen nimmt? Ja, wir sollen in der Welt sein, aber nicht von der Welt. Welche Schlussfolgerung könnte man noch ziehen? Denkt mal scharf nach. Denkt mal noch ein bisschen weiter nach. Über solche Sätze muss man mal ein bisschen nachdenken und überlegen, was sind die praktischen Konsequenzen daraus. Er sagt: "Ich bitte nicht, dass du sie aus dieser Welt nimmst." War die Welt zur Zeit von Jesus böse? War sie sündig? Er sagt: "Das musst du nicht tun, aber ich bitte, dass du sie vor dem Bösen bewahrst." Heißt das nur, dass du sie bewahrst vor Autounfällen? Oder heißt es auch, dass du sie bewahrst davor, Sünde zu tun? Okay, jetzt nehmen wir die beiden Sätze nochmal zusammen. Was ist die Schlussfolgerung? Die Schlussfolgerung ist, Jesus war der Meinung, dass Gott einen Gläubigen vor dem Bösen bewahren kann. Nicht erst im Himmel, sondern schon auf dieser Welt. Macht das Sinn? Wenn er sagt, wenn es gibt heute viele Christen, die denken, so ganz, ganz, ganz ohne Böses zu tun, kann man erst im Himmel leben. Manche denken, die Sünde ist so tief in uns drin, wir werden immer was Böses tun, wir werden immer mal irgendwie sündigen, solange wir auf dieser Welt sind. Wenn Jesus' größter Wunsch gewesen wäre, dass wir vor dem Bösen bewahrt wären, was hätte er dann beten müssen? Herr, nimm sie aus der Welt. Aber das hat er nicht gebetet. Er hat gebetet: "Du brauchst sie nicht aus der Welt nehmen. Es reicht, wenn du sie bewahrst vor dem Bösen, selbst in dieser Welt." Das uns also zeigt, Gott kann uns vor dem Bösen bewahren, vor dem Satan und seinen Schlingen, auch in dieser Welt. Wir denken ja manchmal, solange ich in dieser Welt lebe, werde ich immer fallen, weil die Leute um mich herum sind so böse, oder? Die versuchen mich ja ständig, die irritieren mich, die nerven mich, die was weiß ich, die regen mich auf und dann ist das passiert. Aber Jesus, hohepriesterliches Gebet, sagt sehr deutlich, dass um vor dem Bösen bewahrt zu werden, muss man nicht erst im Himmel sein. Man kann vor dem Bösen bewahrt werden, durch Gottes schützende Kraft, schon auf dieser Erde. Und das beten wir eigentlich, wenn wir beten: "und erlöse uns von dem Bösen." Ja, natürlich, ganz genau.

[17:56] Danke schön.
[18:22] Ja, ganz genau, ganz genau. Ganz, ganz guter Punkt.
[18:30] Ja, absolut.
[18:38] Okay, ich merke schon, ich renne auf natürlich ein. Wir können weitergehen. Aber ein wichtiger Punkt, der heute viele nicht mehr verstanden wird und den wir aber jedes Mal beim Vaterunser letztlich mitbeten: "und erlöse uns von dem Bösen." Wir sagen nicht nur: "Mach beide Augen zu im Gericht, weil wir ja immer böse sein werden." Dort steht: "erlöse uns von dem Bösen" und zwar nicht erst nach der Wiederkunft oder vor der Wiederkunft. Ansonsten hätten das ja die meisten Menschen nie beten können. Das war ein Gebet für alle Zeitalter: "erlöse uns von dem Bösen."

[19:06] Jetzt bin ich gespannt. Jetzt gehen wir zurück zu Matthäus 6. Matthäus Kapitel 6 und ich würde mal jemanden, der nicht die Luther und nicht die Schlachter hat, also die Elberfelder so, mal noch bitte bitten, jetzt Vers 13 vorzulesen.
[19:21] Okay, und dann?
[19:32] Okay, danke. Das ist schon Vers 14, oder?
[19:37] Habt ihr auch alle so einen kurzen Vers in Vers 13?
[19:41] Habt ihr auch, was habt ihr noch in Vers 13?
[19:44] Stimmt, der gehört auch noch dazu, oder?
[19:52] "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit."
[19:54] Aber jetzt kommt die Überraschung. Diese zweite Hälfte des Satzes fehlt in den meisten deutschen Bibeln. In der evangelischen Kirche sind wir noch dabei, nicht wahr? Die evangelische Kirche, wir kennen das alle und beten das, wir machen uns keine Gedanken darum, wir schlagen das jetzt gar nicht auf. Ich habe mir das rausgesucht. Also, wo es zu finden ist: In den modernen deutschen Bibeln ist es nur noch in der Schlachter 2000 und in der Luther 2017, aber stimmt nicht, 1912, Luther 1912, genau. Die Luther 2017 hat den Satz noch in Klammern und die Elberfelder hat ihn nur noch mit Fußnote, die Zürcher hat ihn nur noch mit Fußnote, die Neue Evangelistische Übersetzung hat ihn nur noch mit Fußnote, unten dann, nicht wahr, die Einheitsübersetzung hat ihn nur noch als Fußnote, die Neue Leben nur noch als Fußnote, Menge, Hoffnung für Alle und Gute Nachricht erwähnen ihn überhaupt gar nicht.

[20:52] Und jetzt ist die Frage: Gehört der dazu? Hier, ihr dürft gleich alle mit rätseln und mitraten. Also, wir haben ja tausendmal das Vaterunser gebetet und wir können es gar nicht wegdenken, nicht wahr? "Denn dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen." Schon Erasmus von Rotterdam, zur Zeit von Luther, hat gesagt, das gehört nicht zum Text. Warum? Er hatte mehrere Argumente. Argument 1: In einigen Manuskripten wird es verschiedentlich gesagt, also bei manchen fehlt ein Königreich oder manche, also verkürzt oder verlängert, und gibt sogar einige griechische Manuskripte, die da noch irgendwie noch der Vater und der Sohn, der Heilige Geist einfügen. Und er sagt, das sieht schon so aus, wenn man das vergleicht mit mehreren Fassungen, als ob das jemand hinten noch dran geklatscht hat. Zweiter Grund: In den meisten frühen griechischen Manuskripten, ich weiß nicht, ob ihr euch mal mit Manuskripten beschäftigt habt, so Codex Sinaiticus, Codex Vaticanus, die drittes, vierte, sechste Jahrhundert sind, fehlt der Text, ist nicht da. Auch in der Vulgata, nicht da. Dann die meisten Kirchenväter erwähnen den Text nicht. Also die meisten Kirchenväter nicht, die meisten frühen Manuskripte nicht. Dann ist er mehrfach übersetzt, also mehrfach. Und dann gibt es auch keinen Grund, warum ihn jemand hätte löschen sollen. Also sagt man, schon seit Jahrhunderten eigentlich, dieser Schluss gehört nicht dazu, hat jemand später hinzugefügt. Zwar ist es in der Kirche immer noch zitiert worden, deswegen kennen es alle auswendig, aber die meisten Bibelübersetzer waren der Meinung, er gehört nicht dazu.

[22:36] Jetzt bin ich mal auf eure Meinung gespannt. Ihr wisst ja, es gibt durchaus in einem überschaubaren kleinen Rahmen, zwischen den griechischen Manuskripten, eine kleine Varianz. Die Fälle, wo das wirklich jetzt wie hier um ganze Substanz geht, sind so vielleicht 10 bis 15 oder so, nicht so wahnsinnig viel, aber die gibt es. Und ab und zu stößt man darüber, oder stolpert man darüber. Und da sollte man mal als informierter Adventist eine Meinung zu haben. Also jetzt seid ihr dran. Was würdet ihr sagen? Gehört er dazu oder gehört er nicht dazu?

[23:07] Also es gibt einen Vers, den können wir mal aufschlagen, im Alten Testament, der ganz ähnlich, also der auf jeden Fall hier so ein bisschen im Hintergrund ist. Erste Chronik 29, das ist im Gebet des David, oder? 11. "Dein, o Herr, ist die Majestät und die Gewalt und die Herrlichkeit und der Glanz und der Ruhm, denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein. Dein, o Herr, ist das Reich und du bist als Haupt über alles erhaben." Also nicht genau dasselbe, aber die Idee, die Idee ist sehr deutlich hier. Könnte sein, dass er, wenn das Original ist, dass Jesus sich hier davon hat inspirieren lassen. Okay, also das ist mein erster Hinweis. Was sagen die anderen? Was sagt ihr? Ist dieser Schlusssatz vom Vaterunser, "denn dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit", ist das Original oder vielleicht doch später hinzugefügt?

[24:09] Ja, also so Lob, Lob, Lob an Gott gibt es in der Offenbarung, im Neuen Testament sehr viel. Interessant ist aber, dass im Neuen Testament sonst meistens, nicht Gott direkt angesprochen, in der Offenbarung ist sogar eine Ausnahme, sondern meistens: "Gott sei die Ehre, Gott sei gelobt von Ewigkeit." Der Paulus schreibt also quasi in der dritten Person und nicht in der zweiten. Ja, Gott, genau, die Tatsache, dass es außergewöhnlich ist, wäre noch nicht mein Argument gegen die Echtheit, aber kann ich gleich noch mehr dazu sagen. Aber erst mal sammeln wir noch ein bisschen, was würdet ihr sagen: echt oder nicht echt?

[24:50] Ja, okay, also da gibt es kleine Abweichungen, das stimmt, ja und das könnte vielleicht nicht das Problem sein. Problematisch ist ja vor allem, dass viele von den ganz, von den frühesten Manuskripten, oder was heißt viel, aber einige der frühesten Manuskripte enthalten ihn nicht und auch die Kirchenväter benennen ihn nicht. Und deswegen sagt man auch: "Okay, wenn der Vers erst so in Manuskripten auftaucht aus dem neunten Jahrhundert, aus dem zehnten Jahrhundert und wir haben ein Manuskript aus dem vierten und fünften und da ist er nicht drin, dann ist er wahrscheinlich gefälscht." Das war, das war, was Erasmus gesagt hat. Ja, schau, die, wir haben nur ganz wenige frühe, aber da ist er irgendwie nicht drin oder Erasmus kannte die noch gar nicht, aber ja und dann, ja, dann, dann ist vielleicht.

[25:57] Okay, also halten wir mal fest, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es wäre ja doch recht merkwürdig, dass Jesus ein Beispielgebet spricht, ohne ein Amen am Ende. Weil in der Fassung, die du gerade vorgelesen hast, in der Zürcher Bibel gibt es kein Amen. Ja, Jesus sagt: "Ich bete euch ein Modellgebet sozusagen. Ich bete, ich bete euch jetzt mal ein, ein, ein, wie soll man sagen, ein Vorbild vor, wie ihr beten könnt." Wenn, wenn, wenn ihr jemanden Bibelstunden gebt und der fragt euch: "Kannst du mal einmal so ein, so ein Beispielgebet beten?" Würdet ihr dann auch ein Amen am Ende sagen? Das wäre doch sehr merkwürdig, wenn man das Amen weglassen würde, oder? Also, das allein ist schon ein Beweis dafür oder ein Hinweis darauf, dass es eigentlich original ist. Also hier sind ein paar interessante Fakten, weil, ja, genau, ja, das stimmt. Also, wir haben keinen Zwang in der Bibel, dass immer ein Amen kommen muss, ohne, ohne Frage, ja. Aber wenn jemand so ein, ja, bei den Psalmen gibt es, die Amen meistens dann am Ende eines Abschnitts. Da gibt es sogar doppeltes Amen. Nach jedem Psalmbuch hast du sogar Amen, Amen. Also, das war schon, weil die haben oftmals die Psalmen nicht einzeln gebetet, sondern in größeren, also größeren, würde man sagen, in größeren Gruppen. Ja, ja, also wenn es original ist, dann ist es auf jeden Fall, hat es direkt damit zu tun, ja.

[27:48] Also hier einfach mal so als Faltstudie, weil das passiert nicht oft, aber ganz selten passiert es, dass man merkt, hier gibt es jetzt in der Bibelübersetzung Abweichungen. Ja, jetzt fragt man sich als Christ: "Was mache ich denn?" Weil man hat vielleicht noch eine Fußnote, da steht: "Spätere Handschriften fügen noch hinzu." Und das klingt, das klingt so merkwürdig, das klingt irgendwie so, ja, hier sind die Fakten. Fakt Nummer eins: Jetzt geht mein Computer aus. Fakt Nummer eins: 98,6 Prozent aller Manuskripte, die wir kennen, enthalten diesen Schlusssatz genau so Wort für Wort, wie er in der Schlachter steht. Also 98,6. Also, wenn man alle Manuskripte, alle 2000 Manuskripte nimmt, ja, oder wie viel auch, in dem Fall jetzt vielleicht nicht ganz so viele für den Vers, aber dann sind 98,6 Prozent identisch mit der Schlachter. Das ist schon mal eine ganze Menge, oder? Also, wenn ihr das gewusst hättet, hättet ihr wahrscheinlich schon viel mehr Sicherheit, oder? Nur das wird einem meistens nicht gesagt. Da wird einem nur gesagt: "Ja, einige Manuskripte haben es und einige haben es nicht." Aber wenn man weiß: "Okay, 98,6 haben es und nur 1,4 haben es nicht." Oder 1,4 gehören auch alle diejenigen, wo derselbe Satz steht, aber mit Veränderung, wo noch Gott der Vater oder Gott der Sohn eingefügt sind, oder so, ja? Das heißt, eigentlich ist es ein völlig marginales Problem, so jetzt rein statistisch, ja, rein statistisch, völlig marginal. Aber die moderne Bibelwissenschaft, die liebt sowas, ja, so ganz kleine Abweichungen von ganz, ganz wenigen Manuskripten, wird so ein riesen Ding draus gemacht und man denkt: "Oh, die Bibel ist gefälscht." Ja. Also, das zum Ersten.

[29:49] Zum Zweiten, schaut mal mit mir in die Galater. Galater Kapitel 1 und dort Vers 4. Galater 1, Vers 4. Und dort heißt es: "der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters, und jetzt Vers 5: dem die Ehre gebührt von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen." Es ist ja nicht genau das Gleiche, aber seht ihr, dass da so ein bisschen ähnliche Idee hier ist? Ähnliches Echo: "dem die Ehre gebührt von Ewigkeit bis in alle Ewigkeit, Amen." Viele Bibelgelehrte gehen davon aus, dass der Paulus hier im Wesentlichen eigentlich sich zurückbezieht auf dieses Gebet von Jesus. Also ein Argument dafür, dass es original ist, ist neben der Statistik, dass es weitergewirkt hat im Neuen Testament.

[31:12] Jetzt gibt es noch ein Argument. Stellt euch mal vor, mal einfach mal so rumgedacht, stellt euch mal vor, für einen Moment, der Satz wäre nicht original. Was wäre dann die Schlussfolgerung? Okay, aber was wäre jetzt für den Satz die Schlussfolgerung? Wer hat ihn dann geschrieben? Nicht Matthäus, sondern irgendjemand später. Wäre das dann ein Jude oder ein Christ? Ein Christ, oder? Weil kein Jude würde später an dem Matthäusevangelium arbeiten, weil die Juden hätten davon nichts zu tun. Es müsste ein Christ sein. Angenommen ein Christ würde sagen: "Dieses Vaterunser, da fehlt irgendwie noch so ein schöner Schlusssatz mit Amen, so ein Schlusslob." Was hätte der denn wahrscheinlich für einen Schlusssatz geschrieben? Wenn ihr euch einen Christen vorstellt, so einen Mönch vielleicht im 8., 9., 10. Jahrhundert im Mittelalter, wenn er sagt: "Ach, da fehlt noch was." Was hätte der wahrscheinlich so geschrieben? Das ist ein bisschen komische Frage, aber man muss mal um die Ecke denken. Was hätte der geschrieben? Angenommen, ihr seid ein Mönch, stellt euch vor, ihr seid ein Mönch im 8. Jahrhundert und ihr wollt die Bibel fälschen. Was für einen Satz hättet ihr vielleicht geschrieben? Wie hättet ihr das formuliert? Ihr denkt, der Christoph hat einen Tank, löst sich gleich auf, aber spielt mal mit. Was hättet ihr geschrieben? Hättet ihr was geschrieben: "Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist in Ewigkeit. Amen." Oder: "Gott zum Lobe dem Vater unseres Herrn Jesus Christus", so wie ständig auch beim Paulus. Schaut den Satz doch mal genau an. Der Satz funktioniert genauso, wenn man Jude ist. Seht ihr das? Der Satz, so wie er geschrieben steht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein späterer christlicher Verbesserer der Bibel einen Satz so geschrieben hätte, weil so wie Jesus das beschreibt, ist es nicht so die typische Terminologie, die man jetzt erwarten würde in einem reinen christlichen Kontext, weil Jesus spricht ja hier zu Menschen, die eigentlich von ihrem Denken noch jüdisch sind. Er spricht nicht von Gott dem Vater, Gott dem Sohn, Gott dem Heiligen Geist. Er benutzt die Sprache aus erste Chronik und das wäre sehr unwahrscheinlich, dass jemand genau so formuliert, wenn er ein christlicher Verbesserer der Bibel wäre. Das heißt, die Art und Weise, wie es geschrieben ist, ist eigentlich ein ziemlich starker Hinweis auf die Echtheit, dass Jesus hier auf eine Art und Weise formuliert, wie es Menschen, die das Alte Testament kennen und noch nicht den Paulus, weil als Jesus das gebetet hat, gab es noch keine Paulusbriefe. Nicht, dass es mir falsch versteht, natürlich stimmt das mit dem Vater und dem Sohn, dem Heiligen Geist, nichts dagegen, aber diese Formulierung gibt es nicht im Alten Testament, oder? Im Alten Testament steht nirgendwo: "Gott der Vater, Gott der Sohn, Gott der Heilige Geist, ihnen sei die Ehre." Da wird immer Gott von der Einzahl gesprochen, obwohl wir natürlich wissen, dass dort alle drei mit gemeint sind, aber das wird nicht so explizit formuliert und so wie das hier steht, kann man es direkt mit dem Alten Testament verstehen. Das zeigt also auch, dass das ein Argument für die Echtheit ist.

[34:39] Ja, ganz genau, ja.
[35:00] Ganz genau, das hätte ich noch besser erklären sollen. Das war genau der Punkt, dass der Paulus ja sagt im Galater: "rette uns von dem Bösen" und dann wahrscheinlich hat er gedacht, das Gebet geht doch: "erlöse uns von dem Bösen, denn dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit und die Ewigkeit, Amen." Dass er uns herausrette aus dem bösen gegenwärtigen Weltlauf, "dem die Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen." Das ist wie so ein, als wenn das Gehirn sagt: "Ah, das kenne ich schon." So ein Déjà-vu.

[35:37] Jetzt, wie könnte es sein, weil der Punkt ist ja, wenn in 1,4 Prozent der Manuskripte es fehlt, wie ist es dazu gekommen? Also irgendwas ist ja passiert, entweder haben die alles dazu geschrieben oder die haben es weggelassen. Warum wäre es, also wenn wir davon ausgehen, der ist original und übrigens Ellen White benutzt es auch, als ob es original ist, also sie definitiv geht davon aus, dass es original ist. Wie ist dazu gekommen, dass ganz wenige Handschriften das nicht haben, so dass viele deutsche Bibeln so tun, als gäbe es den Vers nicht? Schaut mal ganz kurz in Lukas 6. Wusstet ihr, dass Jesus das Vaterunser zweimal gegeben hat? Zweimal. In Lukas 6, Entschuldigung, Lukas 11, da kommen die Jünger nochmal später zu ihm, das ist zu einem anderen Zeitpunkt und bitten ihn, dass er ihnen sagen soll, wie man beten soll. Und das Kuriose ist, da werden wir dann mal irgendwann in drei Jahren oder so kommen, wenn wir dann so weit sind, das Kuriose ist, Jesus wiederholt das, was er ihm schon mal gesagt hat, gibt den gleichen Inhalt, nur in Lukas. Und das ist jetzt natürlich interessant. Hört es tatsächlich auf bei "Erlösung von dem Bösen"? Aus welchem Grund auch immer, vielleicht hat er gesagt: "Naja, ich habe ihm schon grundsätzlich mal die Gebetsform gezeigt, ich interessiere mich nochmal an den Inhalt." Und es ist sehr möglich, dass einige wenige Schreiber gedacht haben: "Oh, bei Lukas gibt es das nicht." Und dann eventuell das deswegen bei Matthäus auch wegradiert haben. Versteht ihr den Gedanken? Nun ist es auch möglich, dass vielleicht ein oder andere mal einfach sich in der Zeile geirrt hat, das ist auch eine denkbare Variante, aber es gibt sozusagen, man kann erklären, warum hier einige ganz wenige Manuskripte im Griechischen das nicht haben und dass die Kirchenväter auch nicht oder einige der Kirchenväter das nicht zitieren, mag auch damit zusammenhängen, dass sie vielleicht dann eher das Vaterunser vom Lukas her betrachten und nicht von Matthäus. Aber es gibt nicht nur 98,6 Prozent der griechischen Manuskripte, sondern auch viele Übersetzungen. Ihr wisst, es gibt dann die Übersetzung ins Syrische, die Peschitta und ins Ägyptische, ins Koptische und ins Bohairische und ins Äthiopische und in all diesen Übersetzungen findet man all diese Formulierung auch. Also rein statistisch und auch sprachlich gesehen und biblisch ist der Satz definitiv drin, aber nur die Schlachter hat es ganz richtig. Gut, ihr versteht schon, es gibt keinen Krieg der Bibeln, aber an solchen Stellen ist manchmal interessant, einfach zu wissen, was eigentlich die wirklich Fakten sind, weil man sich schnell aus der aus der Bahn werfen lässt, wobei die Sache eigentlich relativ eindeutig ist.

[38:13] Also können wir sicher davon ausgehen, Jesus hat auch noch den letzten Satz gesagt: "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen." Was bedeutet das? Wir haben schon gesagt, es bezieht sich auf erste Chronik 29. Es bezieht sich darauf, dass egal was in dieser Welt los ist, Gott hat immer die Herrschaft, er hat immer die Kontrolle.

[38:48] Und warum sagt er am, warum ist dieses Amen am Ende so wichtig? Was bedeutet dieses Amen? So sei es. Wie ich schon gesagt habe, das Amen kommt besonders in den Psalmen auch vor, immer am, ihr wisst, wie viele Bücher haben die Psalmen? Wie viele Bücher haben die Psalmen? Wie viele Psalmbücher gibt es? Herrlich, das sind so Fragen, über die Adventslisten, die nachdenken. Obwohl es in der Bibel steht, wie viele Bücher in der Psalmen gibt es? Es gibt fünf Psalmbücher. Noch nie gesehen, beim Lesen der Psalmen, da kommt dann das erste Buch der Psalmen, das zweite Buch der Psalmen. Wenn ihr darüber nachdenkt, es wird immer als ein Psalmbuch dargestellt, aber in Bibelisch sind es fünf Bücher. Das bedeutet eigentlich gibt es nicht 66 Bibelbücher, sondern 70 Bibelbücher. Und die Idee dahinter ist, dass es gibt fünf Bücher Mose und fünf Bücher Psalmen. Fünf Bücher Mose sind, was Gott den Menschen sagt, ja, die Tora, das Gesetz, die Weisung, lebt so. Fünf Bücher der Psalmen sind die Antwort des Menschen als Gebet auf die fünf Bücher Mose. Deswegen auch inhaltlich viele Beziehungen zu. Und jedes Mal, wenn ein Buch zu Ende geht, steht immer am Ende Amen und Amen. Doppeltes Amen, so sei es.

[40:00] Noch ein Text, Erste Chronik 16, Vers 36. Erste Chronik 16, Vers 36 und damit sind wir dann, ja genau, Erste Chronik 16, Vers 36. "Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels von Ewigkeit zu Ewigkeit." Auch so ein ähnlicher Text, auf den, auf den sich Jesus bezogen haben könnte. "Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels von Ewigkeit zu Ewigkeit und alles Volk sagte Amen und lobte den Herrn." Das ist der Text, auf den sich viele Prediger berufen, wenn sie sagen, nicht wahr, dann beten sie vorne ihr Gebet und sagen: "Und lasst die ganze Gemeinde sagen Amen", nicht wahr. Und der vielleicht wichtigste Vers in dem Zusammenhang ist Zweite Korinther 1, Vers 20, mit dem wollen wir dann schließen. Zweite Korinther 1, Vers 20. Also, wir beten unser Gebet, ja, wir sagen: "Vater unser, du bist im Himmel, nicht wahr, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute, vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern wir, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit." Und dann sagen wir Amen. Aber damit sagen wir nicht Punkt, Ausrufezeichen, sondern was wir damit eigentlich sagen, wird jetzt deutlich in Zweite Korinther 1, Vers 20. Zweite Korinther 1, Vers 20 sagt uns: "Denn so viele Verheißungen Gottes es auch gibt, in, was ist das nächste Wort, in ihm ist das Ja und in ihm auch das Amen, Gott zum Lob durch uns." Wer ist ihn? Jesus. Das heißt, die Idee ist, Jesus ist das Amen. All das, was wir in dem Vaterunser beten, sind die Verheißungen Gottes, das, was Gott tun will, dass Gott uns retten will, dass er uns von unseren Sünden befreien will, dass er sich verherrlichen will an uns, dass sein Wille geschieht, dass wir gehorsam sein können durch seinen Heiligen Geist. Und der Schlüssel zu jedem einzelnen Satz im Vaterunser, der Schlüssel zu jeder Phrase ist Amen, nämlich Christus. Mit Christus kann jede Zeile des Vaterunser in unserem Leben Realität werden.

[42:25] Wenn wir also das Vaterunser beten, beten wir erstmal unglaublich interessante Dinge, wie wir herausgefunden haben, ja, es ist sehr tiefgehend. Und wenn wir dann sagen Amen, sollten wir eigentlich dabei denken: All das kann nur geschehen, einzig und allein durch Jesus. Ansonsten bleibt es ein Todesgebet, ansonsten bleibt es eine auswendig gelernte Anzahl von Wörtern, die man einfach nachbetet. Aber wenn wir das beten und sagen Amen, dann sollten wir nach 2. Korinther 1-20 das Verständnis haben: Weil ich zu Jesus bete und Jesus mächtig ist und liebevoll, kann und will er das tun. Und ich vertraue darauf, dass all das, was ich im Vaterunser bete, weil das ist ja das, was Jesus tun möchte, dass er das tun wird. Und ich glaube, wir sollten öfter beim Amen sagen über Jesus nachdenken. Ich glaube, so rein theoretisch ist das ja schon klar, oder? Aber in der Praxis, im Alltag oder auch in der Gemeinde sagen wir halt oft einfach Amen, um zu sagen: "Ich bin jetzt fertig." Jesus sagt: "Ich bin der Amen." Ich war in der Offenbarung, genau das Gleiche. Ja, er sagt: "Ich bin der Amen." Wo Jesus deutlich machen will, bevor jetzt die ganzen negativen Dinge kommen: "Ich kann alles heilen, ich bin der Amen." Lasst uns, wenn wir beten, darüber nachdenken, dass Jesus der Amen ist.

[43:47] Vers 14 und 15 haben wir letztes Mal schon behandelt, als es um das Vergeben ging. Und so haben wir jetzt das Vaterunser durch. Nicht ganz verstanden, gibt noch tausend Dinge, die man sagen könnte, wahrscheinlich. Aber mein Wunsch ist, dass wir das nächste Mal das Vaterunser beten oder singen, dass wir ein bisschen mehr im Kopf haben dabei, als nur: "Wie geht das nächste Wort?" Und uns wirklich Gedanken machen, wie wir diese Dinge, diese Inhalte in unseren Gebeten zum Ausdruck bringen können und auch gemeinsam beten.

[44:25] Lieber Vater im Himmel, wir haben uns jetzt in den letzten Wochen mit dem Vaterunser beschäftigt, einem Gebet, das wir doch ganz gut kennen, den Worten nach, aber dem Inhalt nach eigentlich nie wirklich vielleicht so richtig gründlich studiert haben. Wir danken dir, dass wir das jetzt tun durften in den letzten Wochen und möchten dich bitten, dass unsere Gebete immer mehr genau diese Form annehmen, dass wir dich verherrlichen, dass wir darum bitten, dass dein Wille geschehe, dass wir deine Ehre im Blick haben und darauf vertrauen, dass du uns alles schenkst, was wir brauchen, was nötig ist, um genau das zu vollziehen. Und wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir wissen dürfen, dass von all dem, was du uns sagst, dass wir bitten dürfen, für all das Jesus die Antwort ist, der Schlüssel und der Garant, dass es auch erhört und ausgeführt wird. Wir danken dir, dass wir deswegen wissen dürfen, dass unsere Gebete nicht umsonst sind, sondern dass du jedes einzelne Gebet hörst und dass in Jesus alle Verheißungen, die du uns gegeben hast, wahr werden in unserem Leben. So wollen wir zu dir kommen, unser Leben in deine Hand legen und dir dafür danken, dass dein Reich kommen wird, dass bei dir alle Macht und Herrlichkeit ist, bitte in Ewigkeit. Amen.
[46:08] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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