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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt wird die „Goldene Regel“ aus Matthäus 7,12 beleuchtet: „Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso.“ Christopher Kramp erklärt, wie dieser Satz die Essenz des Gesetzes und der Propheten zusammenfasst und wie er sich auf die Liebe zu Gott und zum Nächsten bezieht. Die Bedeutung der Empathie und des Dienstes wird hervorgehoben, und es wird gezeigt, wie die goldene Regel das Fundament für ein harmonisches Leben in der Gemeinde und im Reich Gottes bildet.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de zu einer der wichtigsten Folgen in dieser Serie überhaupt, über einige der wichtigsten Sätze, die jemals von Jesus gesagt worden sind. Ich meine, alle Sätze, die Jesus jemals gesagt hat, sind sehr wichtig, aber diese Sätze gehören zu den absoluten Kernaussagen der Bergpredigt, und wir wollen uns heute Zeit nehmen für sie. Und bevor wir beginnen, möchten wir mit einem Gebet starten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir durch dein Wort Kraft und Trost und Stärke bekommen können. Und danke, dass du durch deinen Heiligen Geist sprechen möchtest. Hilf uns, dein Wort so zu verstehen, wie du es gemeint hast, und dass wir erbaut werden, gestärkt werden und Entscheidungen fällen, die bis in die Ewigkeit reichen. Im Namen Jesu. Amen. Matthäus Kapitel 7 und dort Vers 12. Matthäus 7 und dort Vers 12. Die Bibel sagt, Jesus sagt: "Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso. Denn dies ist das Gesetz und die Propheten."

[2:01] Wie nennt man diesen berühmten Vers? Habt ihr schon mal gehört, wie dieser Vers heißt? Die goldene Regel. Das ist einer der ganz großen Aussagen von Jesus. Nun wollen wir uns mal ein bisschen anschauen, was meint ihr, warum ist dieser Vers so besonders? Warum hat man gesagt, das ist die goldene Regel? Einfach nur, weil der Vers sich auswendig zu merken lässt, auswendig zu lernen? Nein. Warum ist das die goldene Regel? Was würdet ihr sagen? Warum ist der Vers so wichtig? Genau, wenn jeder nach diesem Prinzip leben würde, wäre alles gut. Gibt es denn irgendwo eine Gesellschaft, wo jeder nach diesem Prinzip lebt? Im Himmel. Das werden wir jetzt gleich herausarbeiten. Das ist das Prinzip des Himmels.

[3:07] Was meint denn Jesus, wenn er sagt: "Denn dies ist das Gesetz und die Propheten"? Wenn er sagt, dies ist das Gesetz und die Propheten, was meint er damit? Was stellt ihr euch vor unter Gesetz und Propheten? Was ist Gesetz und Propheten? Die ganze Bibel. Ja, als Jesus von der ganzen Bibel sprach, gab es da schon das Matthäus-Evangelium? Nee, Matthäus gab es noch nicht, Lukas auch nicht, Johannes erst recht nicht. Also, was ist die ganze Bibel, als Jesus auf dem Berg sitzt und predigt? Was ist die ganze Bibel? Das Alte Testament. Das Alte Testament hat das Gesetz, die fünf Bücher Mose, die Torah, und dann die Propheten. Also, Gesetz und Propheten ist ein anderer Ausdruck für die Heilige Schrift, die Bibel, das Alte Testament. Und was meint Jesus, wenn er sagt: "Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun, das tut auch ihr ihnen ebenso, denn dies ist das Gesetz und die Propheten." Was will er damit sagen? Ja, die goldene Regel ist zusammengefasst alles, was das Alte Testament lehrt, all die Bücher des Alten Testamentes, all das, was Jesaja, Jeremia, Daniel, Hesekiel, Mose, David, Salomo gesagt haben, alles zusammengefasst, wenn man es zusammenpresst und auf den kleinsten oder auf den gemeinsamen Nenner bringt, was alles zusammenfasst. Was also, mit anderen Worten, wenn Gott nur einen Satz gehabt hätte, der durch die Propheten hätte ausdrücken können, der hat gesagt, das ist, was ich will: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen ebenso."

[4:36] Nun, lasst uns mal ein bisschen darüber nachdenken. Gibt es noch eine Aussage von Jesus, wo er ebenfalls sagt, was ich jetzt gerade gesagt habe, ist die Zusammenfassung des gesamten Alten Testamentes? Hat er das noch mal gesagt, denn was ich gerade gesagt habe, ist die Zusammenfassung von Gesetz und Propheten? Oder ist es nur hier: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst"? Denn, ja, fast so ähnlich. Genau. Schau mal bei Matthäus, weiß jemand von euch, wo es steht? Matthäus, welches Kapitel? Matthäus, genau, Matthäus 22. Matthäus 22 und dort Vers 39. Und das Zweite ist ihm vergleichbar: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." An diesen, jetzt kommt, an diesen, wie viel Geboten seid ihr sicher, dass da nicht drei steht, sondern zwei? Zwei Geboten kommen gleich dazu. Warum? An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. Also, jetzt sagt Jesus hier, das Alte Testament hängt an zwei Gesetzen, an zwei Geboten, und das eine ist: "Liebe deine Nächsten wie dich selbst." Das ist übrigens Zitat. Wisst ihr, woher? Woher kommt das Zitat? Aus "Liebe deine Nächsten wie dich selbst"? Was sagst du? Genau, 3. Mose. 3. Mose, aus dem Buch 3. Mose, ganz genau.

[6:07] 3. Mose 19, Vers 18: "Liebe deine Nächsten wie dich selbst." Aber was ist jetzt das Besondere hier? Er sagt nicht, dieses Gebot ist das ganze Alte Testament, sondern er sagt, diese zwei Gebote. Welches Gebot kommt noch dazu? Genau. Wo finden wir das? Zweites Gebot. Vorher. Das sagt sogar genau: "Du sollst deinen Herrn, deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken." Zitat, woher? Genau. Liebe Gott hat die oberste Priorität. Jetzt Frage: Wenn Jesus sagt: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihnen auch", ist das eher, bezieht sich die goldene Regel eher auf dieses Gebot oder eher auf dieses Gebot? Also nochmal, nochmal, ganz kurz, ganz kurz. Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, meine Frage war, das, genau, das habe ich mir gedacht. Die goldene Regel, "Alles, was ihr nun wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihnen auch", bezieht sich das eher auf "Liebe deinen Nächsten" oder "Liebe Gott von ganzem Herzen"?

[7:16] Auf "Liebe deinen Nächsten", oder? Bezieht sich die goldene Regel? Bezieht sich eigentlich eher auf das hier. Das ist eigentlich das gleiche Prinzip, nur anders ausgedrückt. Ja, "Liebe deine Nächsten wie dich selbst". Können wir gleich noch ausführlicher besprechen, warum. Meine Frage ist, was ist mit diesem Prinzip hier: "Liebe Gott"? Kommt das in der Bergpredigt? Also, das ist die, ihr wisst ja, die zehn Gebote werden zusammengefasst in der Liebe zwischen Gott und Mensch und der Liebe zwischen Mensch und Mensch, oder? Also die zwischenmenschliche Liebe. Die goldene Regel klärt die zwischenmenschliche Beziehung: "Alles, was ihr nun wollt, dass die Menschen euch tun, das tut ihnen auch." Aber wo bleibt hier an dieser Stelle die Beziehung zu Gott? Gehen wir zurück zu Matthäus 7. Kommt die irgendwo vor? Diese Beziehung Gott-Mensch. Kommt die irgendwo hier im Kontext vor? Oder hat Jesus die vergessen? Ich meine, er hält ja eine Predigt über das Gesetz, oder? Die ganze Bergpredigt handelt ja vom Gesetz, also müsste doch irgendwo dieses Prinzip, dass die Liebe zwischen Gott und Mensch, die müsste doch irgendwo vorhanden sein, oder?

[8:42] Wo könnte die denn sein? Also jetzt, wenn wir Matthäus 22 gelesen haben, könnte sie eher danach kommen, oder eher davor kommen? Was würdet ihr vermuten, wenn ihr nicht wüsstet, aber was würdet ihr vermuten? Aus Matthäus 22 her gesehen, kommt die Liebe Gottes vor der Liebe, nächsten Liebe, oder kommt sie danach? Davor, oder? Gucken wir mal, was kommt denn von Matthäus 7, Vers 12? Was kommt von Matthäus 7, Vers 12? Vers 11, oder? Und was steht in Vers 11?

[9:18] "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten." Also, was wird hier beschrieben in Vers 11? Was versucht Jesus auszudrücken? Wenn ihr diesen Vers mit euren eigenen Worten zusammenfassen würdet, in Vers 11, was will Jesus ausdrücken hier? Ja, es geht um das Bitten, genau. Aber welchen Gedanken will er ausdrücken? Er sagt ja nicht einfach, ihr müsst einfach lange genug bitten und irgendwann ist Gott so genervt, dann gibt er es euch, oder? Nee. Also, es geht nicht darum, dass wir durch, hm? Warum gibt Gott uns? Ja, warum?

[10:12] Ja, genau, weil er wie ein Vater ist. Er sagt, stellt euch vor, du bist ein Elternteil und du bist ein Kind. Warum gibt das Elternteil, dein Kind, etwas Gutes? Warum? Weil es genervt ist, hoffentlich nicht, sondern aus Liebe. Und er sagt, wenn ihr, die ihr böse seid, sogar aus Liebe euren Kindern etwas gibt, wie viel mehr wird Gott, der nicht böse ist, gar nichts Böses hat, gar nicht böse sein kann, wie viel mehr wird er die Menschen lieben? Das heißt, dieses "Bittet und ihr werdet empfangen, klopft an, es wird euch aufgetan" beschreibt die Liebe zwischen Gott und Mensch. Nur halt, da steht das Wort Liebe nicht, oder? Das ist wie, wie man die Liebe zwischen einem Kind und einem Vater beschreibt, wenn man sagt, dass der Vater geht, das Kind kommt zum Vater, sagt: "Bitte, ich brauche das." Ja, und der Vater sagt: "Gerne gebe ich dir das." Ja, das ist die Liebe zwischen Kind und Elternteil. Und in dem Fall ist es die Liebe zwischen Gott und Mensch, zwischen Gott und Mensch in den Versen vorher.

[11:02] Nun, wir haben da meistens so eine Zwischenüberschrift, nicht wahr, zwischen Vers 11 und 12, und denkt, da geht ein neuer Abschnitt los. Aber in Wirklichkeit ist da kein neuer Abschnitt. Jesus sagt erst, er beschreibt, was er in Matthäus 22 gemacht hat, er hat einfach die beiden Gebote zitiert: "Liebe Gott von deinem ganzen Herzen, von deiner ganzen Seele, von deinem ganzen Gemüt", nicht wahr, also Liebe zwischen Gott und Mensch, und dann "Liebe deiner Nächsten wie dich selbst." Aber in der Bergpredigt zitiert er diese Gebote nicht, sondern erklärt sie. Er erklärt die Liebe zwischen Gott und Mensch so: Wenn du zu Gott kommst, gibt er dir gerne, was du möchtest, weil er dich so sehr liebt. Und deine Liebe besteht, unsere Liebe besteht worin? Dass wir zu Gott kommen und ihn bitten. Dass wir die Dinge von ihm empfangen wollen, das ist unsere Liebe. Unsere Liebe besteht nicht darin, dass wir ihn glücklich machen, weil wir so toll sind, sondern dass wir zu ihm kommen und alles empfangen, was er uns gerne gibt. Das ist die Liebe zu Gott.

[11:44] Die Liebe zu Menschen erklärt er jetzt durch die goldene Regel. Das heißt, sowohl Vers 7 folgende ist die Erklärung vom Alten Testament, als auch die goldene Regel, und beides zusammen ergibt dann die Erklärung, eigentlich die Zusammenfassung des Gesetzes. Das ist eigentlich so die Idee.

[12:22] Nun schauen wir uns mal die Regel ein bisschen genauer an, diese goldene Regel. "Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso." Wie könnte man das mit eigenen Worten noch anders ausdrücken, was hier steht? Also, wenn euch jemand fragen würde: "Erklärt mir mal die goldene Regel so mit einfachen deutschen Worten", was würdet ihr erklären? Wie könnte man das zusammenfassen?

[12:57] Ja, genau. Also, so wie die mich behandeln sollen, soll ich sie behandeln? Fangen wir mal anders an. Sehr gut. Wie ist das möglich? Also, was muss ich tun, damit ich die anderen so behandle, wie ich gern behandelt werden möchte? Wie mache ich das? Mit Liebe, ja, genau, mit Liebe, sehr gut. Aber jetzt ein bisschen praktisch, ein bisschen praktisch, im Alltag, im Alltag, im Alltag, praktisch. Wie mache ich das? Also, ich habe jetzt mit einem Menschen zu tun. Wie schaffe ich es, dass ich ihn so behandle, wie ich behandelt werden möchte? Was muss ich tun in meinem Kopf?

[13:35] Ich muss meinen Stolz beugen. Okay, also man kann nicht stolz sein. Kommen wir gleich noch zu, sehr gut. Man kann nicht stolz sein, wenn man den anderen so behandelt.

[13:46] Ah, okay. Also, ich muss überlegen, wie ich in der Situation. Das heißt, ich muss was tun? Ich muss mich in den anderen hineinversetzen, und das fällt uns manchmal nicht so leicht, oder? Soll ich sagen, oft nicht so leicht. Auch Christen sind gut darin, zu wissen, was wahr und richtig ist, aber oft nicht so gut darin, sich hineinzuversetzen, wie geht es wohl dem anderen jetzt gerade. Aber es ist eine ganz entscheidende Sache, um dieses Liebesgebot überhaupt erfüllen zu können, denn wenn ich mich nicht hineinversetze in den anderen, kann ich das ja gar nicht anwenden. Ich muss mich fragen: Wie fühlt sich gerade der andere, in welcher Situation ist er? Und dann muss ich mich fragen: Okay, wie würde ich dann gerne behandelt werden?

[14:31] Und dieses sich hineindenken in den anderen, das hat Jesus so unglaublich vorgelebt, oder? Jesus konnte sich so unglaublich identifizieren mit den Nöten und Sorgen von anderen und sich überlegen, okay, wie wäre es wohl an seiner Position.

[14:47] Das bedeutet, schauen wir uns mal dieses Gebot nochmal an: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Okay, kennt ihr, also "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Was heißt das, dieses "wie dich selbst"?

[14:59] Okay, ich frage euch mal eine Frage. Es wird immer wieder behauptet, dieses Gebot kann man nur erfüllen, wenn man sich selbst zuerst liebt. Also, manche Prediger und Leute sagen: "Ich muss mich selbst lieben, und wenn ich mich selbst liebe, dann kann ich auch andere lieben." Stimmt das oder stimmt das nicht? Muss ich mich erst selbst lieben? Also, sagt Jesus damit: "Du musst dich selbst lieben, und wenn du dich selbst liebst, dann kannst du auch andere lieben." Ist das wahr?

[15:50] Ja, genau. Die Frage ist, woher kommt die Liebe? Kommt die Liebe dadurch, dass ich mich selbst liebe?

[16:08] Okay, also macht schon einen großen Unterschied, ob ich mich selbst toll finde oder ob ich einen gesunden Selbstwert habe, weil ich weiß, dass ich Gottes Kind bin und erlöst bin. Okay, das ist ein wichtiger Punkt.

[16:19] Worauf ich hinaus möchte, dieses Missverständnis hier lässt sich gut entschlüsseln durch die goldene Regel. Lass uns mal die goldene Regel nochmal kurz durchdenken. Also, ich bin Person A und das ist Person B. Jetzt, was soll ich tun mit Person A? Was soll ich tun in der goldenen Regel? Ich soll die Person lieben, oder? Warum soll ich sie lieben nach der goldenen Regel?

[17:03] Das stimmt auch, aber nicht in der goldenen Regel. In der goldenen Regel ist die Begründung noch eine etwas andere. Also, das stimmt zwar auch, aber was ist die Begründung in der goldenen Regel? Warum soll Person A Person B lieben? Weil Person A gerne von Person B geliebt werden möchte. Richtig?

[17:20] Ich möchte gerne geliebt werden und deswegen soll ich lieben. Es geht also weniger darum, dass ich mich liebe und dann im zweiten Schritt auch andere mal liebe, sondern es geht vielmehr darum, dass ich, der ich mich nach Liebe sehne, ich möchte geliebt werden, so soll ich auch andere lieben. Ich möchte nicht, dass hinter meinem Rücken schlecht über mich gesprochen wird, also darf ich auch nicht über andere lästern. Ich möchte nicht angeschrien werden, also soll ich auch nicht andere anschreien.

[18:17] Was ist in einem natürlichen Menschen stärker? Der Impuls, andere zu lieben, oder der Wunsch, geliebt zu werden? Der natürliche Mensch möchte lieber nehmen als geben. Der natürliche Mensch kann sich fürchterlich aufregen, wenn ihm Unrecht geschieht, aber findet gar nichts dabei, wenn er mal jemandem schadet. Der natürliche Mensch, wenn er eine Strafe bezahlen muss, ist er ganz aufgeregt, aber wenn andere Schaden leiden, dann stört ihn das nicht so sehr. Und das bedeutet, dass eigentlich hier ein Missverhältnis ist. Das Bild von einem selbst ist größer, als es sein sollte. Man erhebt sich quasi über die anderen.

[19:04] Und wenn Jesus sagt: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", will er nicht sagen, du musst dich erst mal richtig selbst lieben, sondern er sagt: "Liebe dich mal weniger" oder anders gesagt: "Liebe die anderen mal so viel, dass es wieder eben ist." Das Problem ist also nicht, dass man sich selbst zu wenig liebt, sondern das Problem ist, dass man die anderen zu wenig liebt. Das ist das Problem und darum geht es die ganze Zeit.

[19:28] Nun, lasst uns mal diese Liebe noch ein bisschen anschauen in Galater 5, Vers 13. Übrigens, das erklärt auch sehr schön, wenn in Römer 13 steht: "Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes." Ganz genau. Also, die goldene Regel beschreibt die Zehn Gebote. Übrigens, während ihr Galater 5, Vers 13 sucht, das kann man an den Zehn Geboten schön deutlich machen, oder? Warum soll ich nicht töten? Warum soll ich nicht töten nach der goldenen Regel? Weil ich nicht getötet werden möchte, oder? Warum soll ich im Sinne Jesu nicht schimpfen? Weil ich nicht möchte, dass jemand mit mir schimpft, oder? Warum soll ich keinen Ehebruch betreiben? Weil ich nicht möchte, dass jemand mich betrügt. Warum soll ich nicht stehlen? Weil ich nicht möchte, dass jemand mich bestiehlt. Das heißt, das Problem der Sünde ist, dass der Sünder sich immer mehr Rechte einräumt als den anderen. Aber im Evangelium, im Reich Gottes, haben alle die gleichen Rechte.

[20:34] Jetzt schaut mal in Galater 5 und dort Vers 13. Galater 5, Vers 13. "Denn ihr seid durch Freiheit berufen, Brüder. Nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe." Also, was sollen wir tun? Durch die Liebe. Wir sollen dienen.

[21:07] Liebe deinen Nächsten, die goldene Regel zeigt sich im Dienst. Der Dienst ist das Wesen des Himmels. Jetzt schauen wir mal in 1. Timotheus 1, Vers 5. Was ist die Motivation? 1. Timotheus 1, Vers 5.

[21:34] Das heißt es, 1. Timotheus 1, Vers 5: "Das Endziel des Gebotes aber ist was? Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben." Also, echte Liebe. Das ist das ganze Ziel des Gebotes. Ihr kennt vielleicht, wie es in Micha heißt: "Was fordert der Herr von dir, als anderes? Liebe zu üben, Recht zu handeln und demütig zu wandeln mit deinem Gott." Die haben aber die Idee, dass die Bibel ein großes Sammelsurium an vielen Vorschriften ist, während Jesus und andere Propheten sagen: Nein, am Ende kommt es auf das ganz Simple heraus. Gott möchte einfach, dass wir echte Christen sind. Echte, liebenswürdige Christen sind, die Christus sind. Echte, liebenswürdige Christen sind, die Christus ähnlich sind. Die sich in einen hineinversetzen und sich fragen: Wie würde es ihm gehen? Würde es mir gefallen, wenn ich angeschrien wäre in seiner Situation? Würde es mir gefallen, wenn ich so verachtet werden würde, wie ich ihn jetzt gerade verachte? Wenn ich sozusagen von mir weg schaue und den anderen im Blick habe, dann ist das eigentlich das, worum es die ganze Bibelsicht dreht. Das ist das eigentliche Ziel.

[22:52] Nun, das Ganze hat noch einen tieferen Sinn. Schaut mal in Römer 1 und dort Vers 14. Römer 1 und dort Vers 14. Paulus sagt: "Ich bin ein Schuldner sowohl den Griechen als auch den Barbaren, sowohl den Weisen als auch den Unverständigen." Nun, warum sagt Paulus, ich bin ein Schuldner? Warum sagt er, ich bin ein Schuldner? Hat er irgendwo Schulden gemacht? Bei allen Banken der Welt und war jetzt bei allen Schuldner? Warum ist der Paulus ein Schuldner?

[23:32] Also, er sagt, ich bin ein Schuldner. Im nächsten Vers, was sagt er? Wozu ist er bereit? Weil er ein Schuldner ist. Er ist bereit, im nächsten Vers. Er ist bereit. Er ist bereit, das Evangelium zu verkündigen. Also, dieses "Ich bin ein Schuldner" bezieht sich darauf, ich schulde es anderen, ihnen das Evangelium zu geben. Warum?

[23:55] Jetzt nehmen wir mal die goldene Regel und übertragen das mal jetzt auf die Mission. Wie passt die goldene Regel auf die Mission? Warum sagt Paulus, ich muss anderen das Evangelium verkündigen? Ja, ja, genau. Absolut. Liebe.

[24:27] Ganz genau, ganz genau. Aber jetzt nochmal mit der goldenen Regel in Verbindung. Die goldene Regel sagt nochmal was? Was sagt die goldene Regel? "Alles, was ihr wollt, dass Leute euch tun, das tut ihnen auch." In dem Fall, "das tut ihnen auch", ist das Predigen des Evangeliums. Oder? Paulus sagt, ich muss ihnen das Evangelium predigen. Warum? Warum, warum, warum?

[24:50] Genau. Paulus versteht, wenn ich ein Heide in Griechenland wäre und ich weiß jetzt sozusagen, was es im Angebot gäbe, dann würde ich auch gerne, dass jemand kommt und es mir erzählt. Ja.

[25:03] Es stellt sich also die Frage, mit dem Wissen, was ich weiß über das Evangelium, würde ich auch gerne gerettet werden? Und er sagt, ja, ich würde das gerne. Also, wenn ich jetzt weiß, was Gott mir anbietet, dann würde ich auf jeden Fall gerne, wenn ich es nicht wüsste, dass es mir jemand sagt, oder? Geht das auch so? Jetzt mit dem Wissen, was ihr über das Evangelium habt, und stellt euch mal für einen Moment vor, ihr wüsstet es nicht. Würdet ihr euch freuen, wenn jemand es euch sagt? Und genau jetzt, da kommt die goldene Regel ins Spiel. Wenn ich gerne möchte, dass, wenn ich es nicht gewusst hätte, dass Gott jemand sendet, um es mir zu sagen, genau in dem Maße bin ich verpflichtet, es auch anderen zu sagen. Weil wenn ich es für mich behalte, dann halte ich mich selbst für wichtiger als andere. Dann ist, wenn ich sage, ich kann das Evangelium nicht predigen, weil ich habe ja keine Zeit, weil ich muss das und das und das für mich machen, dann verstoße ich gegen die goldene Regel. Dann behandle ich andere als weniger wichtig als mich selbst. Und das ist gegen den Geist des Himmels.

[26:06] Das heißt, die goldene Regel ist tatsächlich golden, deswegen, weil sie eigentlich auf alle Bereiche des christlichen Lebens durchdringt und alles umfasst. Deswegen sagt Jesus, daran hängt das Ganze. Also jede Lehre der Bibel, alles kommt am Ende auf dieses Prinzip zurück.

[26:25] Wer hat gegen dieses Prinzip als erster verstoßen? Satan. Genau. Was war seine Idee? Mit welcher Idee hat er gegen dieses Prinzip verstoßen? Er wollte angebetet werden, ja. Genau, genau. Was ist sein Prinzip? Hier sagt er 14, sagt: "Ich", oder? "Ich, ich, ich, ich." "Ich will meinen Thron erhöhen über die Sterne." Ja, ich will höher sein als andere.

[26:59] Und dieses Prinzip, ich will höher sein als andere, impliziert, wenn ich sage, ich will höher sein, dann sind andere niedriger, oder? Gut, wenn ich sage, ich will höher sein als andere, sind andere niedriger. Kann ich dann noch sagen, dass alles, was, also ich würde mich gerne niedriger fühlen? Ne, weil wenn ich mich hineinversetze, dann wäre ich ja niedriger, oder? Dieses Prinzip funktioniert nur, wenn alle gleich sind. Indem sich jemand erhöht, eigenständig erhöht, bricht die goldene Regel.

[27:37] Jetzt, was ist, wenn Menschen, jetzt denkt mal scharf nach, was ist, wenn alle Menschen die goldene Regel beachten? Oder wenn alle Wesen, die es gibt in einer Gesellschaft, im Himmel zum Beispiel, haben Frieden und Harmonie. Warum? Warum hat man dann Frieden und Harmonie, wenn alle die goldene Regel beachten?

[28:06] Ja, weil jeder für den anderen quasi mitdenkt. Jeder will, dass es dem anderen gut geht. Und das bringt einen unglaublich starken Zusammenhalt und einen unglaublich starken Frieden.

[28:17] Jetzt, was passiert aber, wenn man die goldene Regel als gläubiger Mensch auf dieser sündigen Erde anwendet? Was passiert dann? Gibt es dann Frieden auf Erden? Also, wenn ich als Gläubiger jetzt sage, ich möchte nach der goldenen Regel leben und ich möchte die Leute immer so behandeln, wie ich möchte, dass ich behandelt werde, wird er dann immer Frieden haben? Warum nicht?

[28:43] Wenn ein gläubiger Mensch die goldene Regel anwendet, wird er auf dieser Erde immer Frieden haben. Nein, warum nicht? Jeder hat auch keinen Frieden. Genau. Warum? Dieses Prinzip funktioniert nur, wenn alle es einhalten. Deswegen kann auf Dauer es keine Sünde im Universum geben, auf ewig. Das kann nicht sein, weil ansonsten würde es für niemanden Frieden geben. Diese Erde beweist, selbst wenn ein Mensch vollkommen die goldene Regel umsetzt, weil solange andere sie brechen, werden sie immer ihn unterdrücken. Wenn ein gläubiger Mensch mit Ungläubigen zusammentrifft, dann werden sie ihn verfolgen, sie werden ihn verspotten, sie werden ihm Unglück machen. Und deswegen muss am Ende die Sünde ausgerottet werden. Übrigens, dadurch, dass es Gläubige gibt, wird vor dem ganzen Universum deutlich der Unterschied zwischen, wie ein Mensch leben könnte, oder wie es im Himmel sein könnte, und der Sünde. Das ist das, was wir in Matthäus 7 in der Bibel, im Vers 7 bis 12, direkt danach zusammengefasst haben. Er hat gesagt, das Alte Testament besteht aus zwei Prinzipien, nämlich Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Nächsten für dich selbst.

[30:03] Liebe Gott von ganzem Herzen, du kannst ihm kommen, wie du bist, und bitten, und er gibt dir gerne. Das bedeutet Gott lieben, ihn um alles bitten, nicht selbst versuchen, sondern sich vertrauensvoll an Gott wenden. Behandle andere so, wie du behandelt werden möchtest.

[30:21] Nun, jetzt kommt die Frage: Wie mache ich das? Und in Vers 13 und 14 heißt es: "Geht ein durch die enge Pforte, denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt. Und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt und wenige sind es, die da hineingehen."

[30:49] Nun, wir haben heute nicht mehr so viel Zeit, deswegen tun wir das nur kurz anreißend, das nächste Mal dann ein bisschen ausführlicher besprechen. Was stellt ihr euch vor, als Jesus das gesagt hat, von diesem schmalen Weg und dem breiten Weg, hat er vielleicht ein Bild vor Augen gehabt? Was könnte er vielleicht vor Augen gehabt haben? Ich versuche manchmal, die Bibel bildlich vorzustellen, was da eigentlich so gemeint ist. Wie stellt ihr euch das vor, wenn ihr das aufmalen würdet?

[31:32] Was kommt zuerst? Ich stelle mal ein paar Fragen. Sind die beiden Wege nebeneinander? Gehen die nebeneinander, gehen die auseinander, gehen die gerade, gehen die unterhoch? Was für eine Landschaft ist das? Wo ist die Pforte an diesem Weg? Anfang, in der Mitte, am Ende?

[32:02] Du willst am Anfang? Was sagen die anderen? Stell dir vor, Jesus hat ja oft Situationen aus dem alltäglichen Leben genommen. Gibt es irgendwo im alltäglichen Leben schmale Wege, die Jesus gesehen haben könnte und die seine Zuhörer auch gesehen haben könnten? Schmale Wege. So enge, schmale Wege, genau.

[32:32] Jetzt in der Natur, also in der Umgebung. Jesus sitzt auf dem Berg und spricht von den Lilien, spricht von den Vögeln, spricht von den Fischen und den Netzen und alles Mögliche. Jetzt spricht er von einem schmalen Weg. Wo könnte man einen schmalen Weg finden? Auf einer Hauptstraße der Römer? Nee, die Hauptstraßen der Römer sind breit, oder? Okay, wo könnte es schmale Wege geben? Hm?

[32:58] Ah, in den Bergen, in den Bergen. Weil Bergpfade sind schmal und ein bisschen gefährlich, oder? Schmal, okay.

[33:06] Wisst ihr, was es auf den Bergen damals gab und auf den Hügeln? Warum sind viele Leute auf Berge gestiegen? Das ist ein bisschen schwierig. Was es damals interessanterweise gab, oder was, das ist jetzt übrigens etwas, was Ellen White sagt, sehr interessant. Sie sagt, früher, zur Zeit von Jesu, waren die meisten Städte, wo? Auf Hügeln. Eine Stadt, die auf einem Berg ist, kann nicht verborgen werden. Okay? Hier sind Häuser. Das ist eine Stadt auf einem Hügel. Und sie beschreibt, dass, um zur Stadt zu kommen, also um nach Hause zu kommen, musste man auf schmalen Pfaden da hochgehen.

[34:06] Frage: Wo ist denn die Pforte? Wo ist denn die Pforte? Am Anfang des Weges oder am Ende des Weges? Am Ende. Also, ich würde mal sagen, die allermeisten, aller, aller, aller, aller, allermeisten Christen lesen den Vers und sagen, die Pforte ist am Anfang. Und wahrscheinlich ist auch das natürliche, was man liest. Und wahrscheinlich, auch wenn man das jetzt so denkt, auch jetzt nicht dramatisch falsch. Aber es ist eine Pforte, die man auf dem Weg zur Eingangspforte einer Stadt geführt hat. Einer schmalen Pforte, einem schwierigen Weg. Während der breite Weg dann vielleicht irgendwo hier unten ist und dann bergab geht, sozusagen. Und die Idee ist sozusagen, sie sagte, die Tore wurden bei Sonnenuntergang geschlossen. Man musste also bis zu einer bestimmten Zeit sozusagen irgendwann durch die Pforte hindurchgegangen sein. Dann ist das eigentlich eine ganz interessante Idee. Der schmale Weg aufwärts, interessanterweise, nicht abwärts, sondern aufwärts. Der schmale Weg, der aufwärts führt durch die, oder zur Tür, zur schmalen Pforte, in die Stadt hinein.

[35:35] Vielleicht mal, wenn wir uns das mal genauer anschauen, was mit diesen beiden Wegen gemeint ist, vor allem, was hier Jesus praktisch meint. Aber es lohnt sich schon mal, vielleicht drüber nachzudenken, warum Jesus dieses Bild hier verwendet. Könnt ihr mal zu Hause schon nachdenken und nächstes Mal können wir uns dann austauschen. Das Bild auf einen Berg zu steigen. Macht das Freude? Bergsteigen? Ja, das ist eigentlich, dieses Bild vom schmalen Pfad, man hat vielleicht früher mal gedacht, naja, das ist eine enge Pforte, aber das Bild ist nicht sozusagen von einer Mutprobe, wo man vielleicht irgendwie jetzt auf so einem Seil ist und es ist so schmal und das ist lebensgefährlich. Die Idee ist eher, es ist wie ein Gebirgspfad. Das kann große Freude machen. Ist zwar anstrengend, aber auch schön. Und da werden wir das nächste Mal ausführlich darüber sprechen, was mit diesen beiden Wegen gemeint ist und diesen beiden Pforten.

[36:34] Für heute halten wir fest, dass es diese zwei Pforten gibt, die diese zwei Pforten sind, die diese zwei Pforten sind und die diese zwei Pforten sind. Und die goldene Regel ist etwas, das kann man gar nicht praktischer ausdrücken, als wie Jesus es macht. Man kann die goldene Regel auswendig lernen, aber das reicht noch nicht. Was wir uns wirklich vornehmen müssen, was ich mir vornehmen muss, was ihr euch vornehmen müsst, die ihr zuschaut, dass wir uns in all unseren alltäglichen Gegebenheiten mit Menschen, wie kann ich mir helfen, wie kann ich ihm helfen, was würde ich mir wünschen in ihrer Situation. Darin besteht das Christentum. Denn das hat Jesus mit uns gemacht. Jesus hat sich ja so sehr mit uns identifiziert, er hat unseren Platz eingenommen, oder? Das geht dann so, das ist ja die Idee, die Daniel dann hatte, er hat sein Volk so sehr geliebt, dass er gesagt hat, unsere Sünde, er hat sich mit seinem Volk identifiziert. Jesus hat sich mit mir identifiziert, also möchte er auch, dass wir uns identifizieren, ihm zu helfen.

[37:40] Und wenn wir das tun, werden wir sehen, und das ist das Interessante, wenn ich das so lebe, Feinden gegenüber, Heiden gegenüber, wird nicht viel zurückkommen, außer vielleicht, dass manche zum Nachdenken angeregt werden. Aber wenn ich jetzt mehrere Menschen habe, die alle nach der goldenen Regel leben, was passiert unter denen dann? Wenn ich drei, vier, fünf Menschen habe, 116, die alle nach der goldenen Regel leben, was wäre dann? Da hätte man innerhalb einer Gemeinde schon ein bisschen Himmel auf Erden. Deswegen hat Gott Gemeinde gegründet. Er hätte ja auch jeden einzelnen Gläubigen einzeln stellen können, das wäre vielleicht effektiver gewesen, weil dann wäre in jeder Stadt, in jedem Dorf einer gewesen. Aber wahrscheinlich würden wir völlig verzweifeln, wenn wir die einzigen sind, die so leben, und alle anderen nur auf uns eindreschen. Es ist eigentlich zu schade, weil damit berauben wir uns ein Stück Himmel auf Erden. Wir können von den Weltmenschen nicht erwarten, dass sie nach der goldenen Regel mit uns leben. Ich kann nach der goldenen Regel mit anderen Menschen leben, aber es wird kein Frieden sein, da wird keine himmlische Atmosphäre sein. Die kann nur existieren, wenn der andere auch nach der goldenen Regel lebt, weil dann ist es nicht nur geben, sondern wirklich auch nehmen. Und deswegen muss das in der Gemeinde sein. Wenn jeder in der Gemeinde nach der goldenen Regel lebt, immer mehr und mehr, dann entsteht ein Himmel auf Erden.

[39:14] Und deswegen müssen wir uns das immer wieder vor Augen führen, immer wieder uns daran erinnern. Das geht ja immer damit los, dass ich anfange, dass ich das Vorbild gebe, weil dazu hat Gott die Gemeinde gegeben, damit wir das einüben, damit wir das trainieren, damit wir ermutigt werden, dass wir das zum Schluss noch sagen. Wenn ich immer nach der goldenen Regel lebe und ich bin alleine, dann würde ich vielleicht irgendwann zur Überzeugung kommen, es bringt gar nichts. Dann bin ich mal vielleicht verzweifelt, weil ich denke, meine Güte, ich lebe so, aber es kommt nicht zurück. Aber Gott hat die Gemeinde gegeben, damit ich praktisch erleben kann, es ist wirklich so. Wenn ich für andere denke, denken noch andere für mich. Ich kann mich quasi fallen lassen in dieses Netz. Ihr kennt diese Übung, wo man sich fallen lassen muss und testen muss, der andere fängt dann auf. Es ist zu schade, wenn es der Gemeinde vorkommt, dass man sich fallen lässt und der andere fängt dann nicht auf. Und das ist dann schade.

[40:32] Wir müssen so leben, andere müssen kommen, voll mit uns leben. Das ist das Wichtigste. Nicht nur das und das und das und das. Wir müssen alle, ganz alle müssen in Liebe sein. Ganz genau.

[40:48] Ihr Lieben, bis heute, bis heute an dieser Stelle, lasst uns wirklich zu Gott beten, dass wir bewusst uns vornehmen, nach dieser Regel zu leben. Ist ja nicht eigentlich so schwer, oder? Es ist schwer zu merken, aber wir müssen bereit sein, diese Liebe im Herzen zu haben. Es ist uns von Gott zu erbitten, bittet und es wird euch gegeben, und dann werden wir es auch so leben. Und noch gemeinsam beten? Lassen Sie sich knallen und beten.

[41:18] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir heute für die goldene Regel nachdenken durften. Und Herr, wir alle sind schuldig, dass wir so oft mehr an uns selbst gedacht haben als an andere. Aber wir haben uns so oft diese Idee beraubt, diese Erfahrung beraubt, schon ein Stück Himmel auf Erden haben zu können. Herr, hilf uns, dass wir füreinander denken, füreinander da sind, und dass wir dadurch erleben, was es bedeutet, ein Gesetz zu halten. Ich danke dir von ganzem Herzen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, und dass du dieses Wort in uns weiterentwickeln wirst, und dass wir durch dein Wort das auch tun können. Im Namen Jesu. Amen.


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