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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt wird die zentrale Botschaft der Bergpredigt Jesu über den breiten und den schmalen Weg beleuchtet. Christopher Kramp erklärt anhand biblischer Beispiele und Metaphern die Bedeutung beider Wege und die damit verbundenen Konsequenzen. Er betont, dass der schmale Weg zwar herausfordernd ist, aber letztendlich zum Leben führt, während der breite Weg, der von vielen gewählt wird, ins Verderben führt. Die Predigt ermutigt die Zuhörer, sich bewusst für Jesus und den Weg der Heiligkeit zu entscheiden, und betont die Wichtigkeit von Willigkeit und Vertrauen in Gott.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr jetzt live zugeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de. Wir sind immer noch in der Bergpredigt und haben heute, letzte Woche haben wir, vor zwei Wochen haben wir gesprochen über die Goldene Regel. Könnt ihr euch daran erinnern? Und heute wollen wir sprechen über den breiten und den schmalen Weg. Einige der wichtigsten Aussagen von Jesus. Bevor wir anfangen, wollen wir uns an den Herrn knien und Gott um Weisheit bitten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du durch deinen Geist, durch dein Wort zu uns sprichst und dass du uns lehren möchtest, dass du uns erfüllen möchtest mit deinem Geist und dass wir dir immer ähnlicher werden dürfen. Wir danken dir, dass wir jetzt etwas lernen dürfen aus deinem Wort. Bitte hilfst du uns, es so zu verstehen, wie du es wirklich gemeint hast und dass wir alle diesen schmalen Weg finden und gehen und auf ihm bleiben, bis ans Ende. Im Namen Jesu, Amen.

[1:32] Wir sind in Matthäus 7, immer noch hier an diesem Höhepunkt der Bergpredigt, die nun wirklich an Höhepunkten nicht arm ist. In Vers 12 haben wir das letzte Mal vor zwei Wochen gesehen, wie Jesus die Gesamtbotschaft der Bibel zusammenfasst und sagt: "Alles, was ihr nun wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihnen auch. Denn dies ist das Gesetz und die Propheten." Wir haben eigentlich gesehen, dass das zusammengehört mit dieser Bitte oder der Aufforderung: "Bittet und es wird euch gegeben, klopft an, es wird euch aufgetan." Die Beziehung zum Vater, die Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch und dann die Beziehung zwischen Mensch und Mensch in Vers 12. Und jetzt in Vers 13 und 14 kommt diese Aussage, die wir das letzte Mal nur ganz kurz angetippt, aber eigentlich nicht wirklich viel dazu gesagt haben. Vers 13 und 14: "Geht ein durch die enge Pforte, denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, denn es verderben führt und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden."

[2:37] Übrigens, ich war jetzt gerade ja auf TGM und wir haben da, unter anderem ging es auch um Evangelisation und ich hatte dann überlegt, mal anhand von Matthäus, der Bergpredigt, Matthäus 5, 6 und 7 zu unterrichten, wie Jesus eigentlich gepredigt hat. Ja, und wenn man sozusagen mal die Bergpredigt nicht theologisch anschaut, sondern sozusagen als Predigt, ja, also wenn man sich mal vorstellt, jemand stellt sich vorne hin und predigt das so nach und nach, dann gibt es ganz interessant, weil Jesus ganz viele so rhetorische Mittel verwendet, ja. Er benutzt zum Beispiel bestimmte Worte immer wieder: "Glückselig ist der und der, glückselig, glückselig." Ja, oder er verwendet Bilder, Bilder, Gleichnisse, ja, die man sich direkt vorstellen kann. Er spricht: "Ihr seid das Licht der Welt, ihr seid das Salz der Erde." Schaut auf die Lilien, schaut auf die Vögel. Ja, ganz am Ende macht einen großen Aufruf und sagt: "Entweder ihr baut euer Haus auf den Felsen oder auf den Sand." Ja, "jeder, der meine Worte hört und tut." Aufruf und so. Oder er sagt zum Beispiel, er greift Dinge auf, die sie schon gehört haben und füllt sie mit neuem Inhalt. "Ihr habt gehört, das ist euch gesagt worden, und ich sage euch." Und in diesem Zusammenhang ist es auch interessant, mal diese beiden Verse anzuschauen, Vers 13 und 14. Wenn ihr die mal, mal noch nicht auf den Inhalt selber, einfach so auf die Rhetorik, auf die Struktur anschaut, was fällt euch auf bei diesen beiden Versen, Vers 13 und 14?

[4:02] Genau, es ist ganz deutlich gegensätzlich, ja. Der eine Weg ist schmal, der andere Weg ist breit. Der eine Weg wird von wenigen gegangen, der andere wird von vielen gegangen. Ja, die einen finden, viele sind, und der andere führt zum Leben, der andere führt zum Tod. Ja, also immer das genaue Gegensätzliche. Und das heißt, er hat einen Aufruf in Vers 13, ja: "Geht ein durch die enge Pforte." Und dann präsentiert er zwei Optionen: enge Pforte, breite Pforte, enge Straße, breite Straße, Leben, Tod, wenige, viele. Ja, und das passiert in der Bergpredigt immer wieder mal, ja. Da gibt es immer so wieder so Stellen, wie zum Beispiel auch dann mit dem Platzregen und also mit dem Haus, das auf dem Felsen steht und auf dem Sand. Also er macht einen Gegensatz, ja. Der schmale Weg und der breite Weg. Ja, und zum schmalen Weg gehört die enge Pforte und zum breiten Weg gehört die breite Pforte, und das führt zum Leben, führt zum Tod.

[5:15] Könnt ihr euch noch erinnern, dass wir, was wir das letzte Mal gesagt haben, wohin dieser schmale Weg führt oder welches reale Bild in der Natur oder in der Landschaft eigentlich Pate stand für diesen schmalen Weg? Könnt ihr euch noch erinnern? Der Berg auf, dieser Bergpfad, ja. Und wir haben gesagt, vermutlich hat Jesus eigentlich, also wenn ich Ellen G. White richtig verstehe, eigentlich nicht so sehr gedacht, dass da eine Pforte am Anfang des Weges ist, was natürlich auch denkbar wäre, ja, eine Pforte gegeben auf dem Weg, so ist es ja oft interpretiert worden, auch in berühmten Büchern. Aber das ist bei Ellen G. White eher so den Einstand hat, dass sie das so auslegt, dass der schmale Weg schlussendlich dann zu dieser Pforte, diesem Stadttor führt. Ja, also wie auch immer, ich meine, die Idee bleibt trotzdem dieselbe.

[6:03] Jetzt schauen wir uns erstmal die Idee von dem Weg an. Das ist ja ein Bild, das in der Bibel immer wieder verwendet wird, der Weg, ja. Kennt ihr Stellen, die euch spontan einfallen, wo irgendwie von dem Weg gesprochen wird als eine Metapher irgendwie für das Leben, für die Lebensführung? Ja, ich meine, es gibt den Weg auch als den normalen, tatsächlichen, staubigen Weg in so Geschichten, aber es gibt ja oft auch gerade, so in mehr theologischen Aussagen, die Idee, dass das Leben ein Weg ist, dass man einen bestimmten Weg gehen soll. Fallen euch da Aussagen ein, die so, ja?

[6:39] Ja, Jesus sagt zum Beispiel: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Da wird ganz deutlich, Weg hat so eine übertragende Bedeutung. Er sagt: "Ich bin der einzige Weg zum Vater. Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich." Ja, also wir brauchen, es gibt den geraden Weg, ja, und es gibt die falschen Wege, die in die Richtung gehen. Ganz genau. Psalm 1, genau. Was haben wir da für einen Weg? Den Weg der Gottlosen, ja, den gibt es auch, ja, dass wir nicht auf den Weg der Gottlosen treten, ja, nicht darauf wandeln sollen, ja.

[7:22] Sehr gut. Und noch Wege ein. Wir sammeln mal ein paar, noch die. Da gibt es eine ganze Menge. Schauen wir mal in Sprüche 9, Vers 6. Einfach mal, dass wir so ein Gefühl bekommen, wie oft eigentlich die Bibel diese Metapher von dem Weg verwendet. Sprüche 9 und dort Vers 6. Sprüche 9, Vers 6, dort heißt es: "Verlasst die Torheit, damit ihr lebt und wandelt auf dem Weg der Einsicht." Ja, also Sprüche 9, Vers 6 sagt uns hier, ist der Weg der Einsicht. Ja, und ich denke, jetzt können wir, also da braucht man nicht viel diskutieren, dass das der selbe, der schmale Weg ist, ja, wo man also die Torheit, also die Dummheit, die dummen Entscheidungen, ja, das ist ja eigentlich, wenn man im Leben zurückschaut, muss man sich oft wundern, was für dumme Entscheidungen man getroffen hat, oder? Ich weiß nicht, ob es euch auch schon mal so gegangen ist, dass ihr zurückschaut in euer Leben und sagt: "Meine Güte, warum habe ich das gemacht? Ich war ja wirklich, ich war ja töricht." Da gibt es die törichten Jungfrauen, dass man diese Torheit verlässt und auf dem Weg der Einsicht geht.

[8:28] Okay, noch ein anderes Beispiel ist Sprüche 8, wenn wir schon so in Sprüche sind. Sprüche 8, Vers 20. Sprüche 8, Vers 20 und da sagt jemand: "Ich wandle auf dem Weg der Gerechtigkeit, mitten auf dem Pfad des Rechts." Wer spricht denn hier überhaupt in Sprüche 8?

[8:56] Die Weisheit. Die Weisheit spricht: "Ich wandle auf dem Pfad, auf den Wegen der Gerechtigkeit." Und wer ist hier eigentlich hinter der Weisheit verborgen?

[9:07] Jesus. Ja, genau. Also wenn der Salomo von der Weisheit spricht, dann meint er eigentlich das, was man bei Paulus irgendwie die Gerechtigkeit aus dem Glauben nennt, oder so, dass die Beziehung zu Jesus, das Leben mit Jesus, Jesus als die Weisheit, die dann die Lebensführung beeinflusst und verändert. Da haben wir den Weg der Gerechtigkeit. Also Einsicht im Sinne von kluge Entscheidung, nicht so sehr intelligent, aber im Sinne von richtig und sinnvoll. Da haben wir den Weg der Gerechtigkeit. Das passt zumindest zu dem, was wir gerade in der Offenbarung natürlich auch studiert haben mit der Gerechtigkeit Gottes. Der Weg der Gerechtigkeit. Es gibt also Wege im Leben, die sind gerecht, die folgen dem Recht oder mit anderen Worten, die folgen dem Gesetz, die Wege der Gerechtigkeit.

[9:52] Dann gibt es in Jesaja, gibt es einen interessanten Weg. Ah, fangen wir jetzt mit Jesaja an. Jesaja 55.

[10:05] Jesaja 55. Das passt so ein bisschen, was ihr gesagt habt, zu Psalm, ja. Vers 7. Jesaja 55, Vers 7 und 8 dann. Genau.

[10:22] "Der Gottlose verlasse seinen Weg und er übeltätige seine Gedanken und er kehre um zu dem Herrn, so wird er sich über ihn erbarmen und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr."

[10:36] Also, was ist hier die Idee? Der Gottlose ist auf einem Weg. Ja, das heißt, er geht immer weiter in eine Richtung. Die Idee dahinter ist, dass in beiden Fällen, egal ob man zu Gott gehört oder nicht zu Gott gehört, man immer weiter macht auf diesem Weg. Man ist nie eigentlich statisch. Man kann nicht sagen, ich bin hier in der Box und da bleibe ich, sondern mit jeder Sünde, die man begeht, ist man eigentlich einen Schritt weiter weg von Gott. Und mit jedem Überwinden durch den Geist oder mit, ja, mit jedem Schritt an der Hand Jesu ist man, kommt man näher zu Gott. Ja, man bleibt nie statisch. Gottlosigkeit ist auch ein Weg. Und interessanterweise ist der Weg hier nicht so sehr verknüpft mit Taten, was man denken würde, nicht wahr? Der Weg, ich wandle auf dem Weg, ich tue irgendwelche Dinge, sondern der Weg ist hier verbunden mit, nicht mit Taten, sondern mit Gedanken.

[11:34] Also, wenn die Bibel von dem Weg redet, meint sie nicht einfach nur, was ich den ganzen Tag getan habe, sondern auch schon: meine Gedanken sind ein Weg. Und das passt eigentlich sehr gut zu unserer modernen Neurowissenschaft, denn wir wissen, wenn man bestimmte Gedanken immer wieder denkt, dann verbinden die sich so zu Bahnen. Ja, das sind so richtig Wege, die das Gehirn immer wieder geht und festtrampelt, so Trampelpfade. Und wenn Gott also uns auffordert, ihm zu folgen, sagt er nicht nur folgen, sondern nachher sagt auch: "Verlasse deine eingetrampelten Pfade, auf die du immer gehst." Sei es die Pfade, wo man sagt: "Oh, mir geht es so schlecht, alle müssten sich um mich kümmern", nicht so selbstzentriert, oder: "Ich bin so toll, ich bin der Beste auf der Welt." Also, so Gedanken, die man immer denkt, die sehr stark sind. Gott sagt: "Verlasse diesen Weg, verlasse diese Gedanken, und mein Weg ist sehr viel höher als euer Weg."

[12:27] Schauen wir mal in Jesaja 35. Das ist ein, ja doch, ja genau. Ah, gehen wir doch erst zu Jeremia 6 und dann gehen wir zu Jesaja zurück.

[12:39] Jeremia 6 und dort Vers 16. Jeremia 6 und dort Vers 16, den kennt man eigentlich auch relativ gut, vor allem, weil Jesus ihn später im Matthäus Evangelium dann mal paraphrasiert oder darauf Bezug nimmt.

[12:58] Jeremia 6, Vers 16: "So spricht der Herr: Tretet hin an die Wege und schaut und fragt wonach? Wonach soll man fragen? Nach den Wegen, nach den Pfaden der Vorzeit, welches der gute Weg ist und wandelt darauf, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen."

[13:20] Der Vers ist natürlich ganz bekannt, weil zitiert von Jesus in welchem berühmten Abschnitt von Matthäus? Wo sagt er das mit dem: "Ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen"?

[13:31] Wenn Jesus sagt: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken", ich war und so weiter und dann: "Nehmt auf euch mein Joch und so weiter, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen."

[13:41] Also in Jeremia heißt es: "Finde den guten Weg und wandle auf ihm, dann wirst du Ruhe für deine Seele haben." Jesus sagt: "Kommt her zu mir, nehmt meinen Joch." Das heißt, geht mit mir. Das Joch aufnehmen bedeutet ja, ich gehe neben Jesus. Das heißt, der gute Weg ist natürlich Jesus selbst. "Ich bin der Weg und die Wahrheit."

[14:01] Aber wie kommen wir zu diesem guten Weg?

[14:03] Deswegen ist Jeremia 6 auch sehr interessant.

[14:05] Wie kommt man zu diesem guten Weg?

[14:12] Wie kommt man da hin?

[14:15] Er ist suchen. Genau. Also er sagt: "Tretet hinter die Wege, schaut mal die Optionen an, was gibt es eigentlich alles." Und dann sollen wir wonach fragen? Das ist sehr interessant. Wonach sollen wir fragen?

[14:25] Den Pfad der Vorzeit. Mit anderen Worten, die Wahrheit ist nichts Neues eigentlich. Wir sollen nicht sozusagen nach dem noch nie dagewesenen, unerhörten, spektakulär, alles überstrahlenden fragen, was noch niemand gehört hat, sondern eigentlich nach dem guten, alten Weg.

[14:45] Das klingt so ein bisschen erzkonservativ. Also die gute alte Zeit, das ist jetzt nicht so in dem Sinne gemeint, sondern was damit natürlich gemeint ist, ist das Evangelium von Jesus. Ist der Weg, der am allerfrühsten gewiesen worden ist. Als Adam und Eva gesündigt haben, war das der einzige Weg, der gezeigt worden ist. "Ich werde Feindschaft zwischen der Schlange und der Frau." Und das ist der gute Weg, der Weg der Vorzeit.

[15:08] Das heißt also, wenn ich Jesus finden will, muss ich auch zurückschauen. Ich muss schauen, wie haben andere Menschen das Evangelium, wie haben andere Menschen das ewige Leben gefunden. Deswegen haben wir die Bibel. Die Bibel ist die Möglichkeit für uns, nach dem Pfad der Vorzeit zu schauen, zu gucken, wie haben Menschen früher schon Gott gefunden.

[15:27] Und wenn ich den Weg gefunden habe, was soll ich tun?

[15:32] Gehen. Die Ruhe für die Seele kommt erst beim Gehen. Sie kommt noch nicht beim Finden. Das ist ganz entscheidend. Ich kann den guten Weg gefunden haben, identifiziert haben und trotzdem ihn nicht gehen. Ich kann festgestellt haben, dass das Evangelium die Wahrheit ist und es trotzdem nicht annehmen, trotzdem nicht zu meinem Herzen lassen, trotzdem nicht diese Gedanken dann weiter denken. Erst wenn ich den guten Weg finde und auf ihm gehe, das heißt mit Jesus gehe, ihm nachfolge, dann finde ich Ruhe für meine Seele.

[16:06] Und was ist das Problem? Da fährst du ja noch nicht bis zum Ende. Wie geht es weiter?

[16:11] "So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Sie aber sprechen: Wir wollen nicht darauf wandeln." Also das Problem hier, auch im Volk Israel, ist nicht so sehr, dass sie den Weg nicht sehen oder den Weg nicht finden, sondern sie wollen nicht auf dem Weg gehen. Sie wissen, sie kennen den Weg. Sie sagen ja nicht: "Wir sehen den Weg nicht." Sie sagen nicht: "Sie sehen alle gleich aus, wir wissen nicht, welcher er ist." Sondern sie sagen: "Wir wissen, welcher der Weg ist, aber wir wollen nicht darauf gehen."

[16:41] Das heißt, der schmale Weg ist nicht deswegen problematisch, weil er so schwer zu finden ist. Er ist auch nicht problematisch, weil er vielleicht irgendwie so schwer zu identifizieren ist, dass man ständig sich fragen muss: "Ist das der richtige Weg?" Das Problem ist eher die Willigkeit, auf einem schmalen Weg zu gehen, der steil bergauf führt, wenn doch alle Welt es sich so leicht macht.

[17:04] Und das kennen wir vielleicht aus dieser ganz alltäglichen Beobachtung, wenn ich etwas erkannt habe, was Gott mir gezeigt hat, und der Rest der Welt macht es anders. Auch vielleicht vermeintlich gute Christen, von denen ich eine hohe Meinung habe, und dann diese Idee da ist: "Naja, alle anderen machen es doch so. Muss ich jetzt wirklich das tun? Ich habe es erkannt, dass es richtig ist, aber ich muss es ja nicht gleich so umsetzen. Muss ich das tun, was Gott mir gezeigt hat?" Der Segen ist beim Gehen, der Segen ist beim Wandeln.

[17:41] Jetzt zu dieser Idee, ob der Weg leicht zu finden ist, gibt es einen ganz tollen Vers. Jesaja 35 gehört zu meinen Lieblingsversen in der Bibel. Jesaja 35, Vers 8. Das war ein Vers, den auch Miller sehr beeindruckt hat und den er auch mal an bestimmten Stellen zitiert hat.

[17:51] Jesaja 35 und dort Vers 8. Jesaja 35 und dort Vers 8. Das ist so ein Kapitel um Erweckung. Da geht es darum, dass die Wüste wird blühen, die Steppe wird vorlocken, und da gibt es diese Stellen hier: "Die Augen der Blinden aufgetan, die Ohren der Tauben werden geöffnet, der Lahme wird springen wie ein Hirsch." Das sind so Verse, die auf den Messias auch hinweisen.

[18:22] Vers 8: "Und eine Straße wird dort sein und ein Weg." Man wird ihn wie nennen?

[18:30] Den heiligen Weg. Oder anders übersetzt auch den Weg der Heiligkeit. Also den Weg der Heiligkeit, auch der heilige Weg. Jesaja 35, Vers 8 ist das.

[18:46] Und dann, wie geht es weiter?

[18:48] "Kein Unreiner wird auf ihn gehen, sondern er ist für sie." Das sind also die, die vorher beschrieben werden in Vers 3 und folgende, die auf dem Weg wandeln. Selbst Einfältige werden was?

[19:01] Nicht irre gehen. Das ist eine wunderbare Verheißung, weil hier sagt der Prophet Jesaja, also Gott sagt durch Jesaja ganz explizit: Wer auf diesem Weg geht, kommt ans Ziel. Selbst wenn er jetzt, mit anderen Worten gesagt, wie soll ich das nennen, einfältig, also selbst wenn er eigentlich keinerlei intellektuelle Fähigkeiten hat, auch wenn er sonst nichts weiß, wenn er auf dem Weg ist und den Weg geht, kommt er ans Ziel.

[19:29] Die Idee dahinter ist also, der schmale Weg ist nicht nur was für Experten. Der schmale Weg ist nicht nur was für die Klugen, sondern jeder kann diesen schmalen Weg gehen, wenn er will. Es geht also weniger um die Fähigkeit ihn zu gehen, als vielmehr um die Willigkeit ihn zu gehen. Das ist, glaube ich, eine ganz tolle Verheißung, dass wenn man Jesus hat und mit Jesus geht und an Jesu Hand bleibt, kann man nicht irre gehen. Man muss da nicht fragen: "Jetzt bin ich an der Hand Jesu, aber werde ich auch trotzdem ans Ziel kommen?" Solange ich die Hand Jesu habe, solange ich Jesu Fußstapfen folge, solange ich den guten Weg gehe, kann ich nicht irre gehen. Wenn ich den guten Weg verlasse, wenn ich nicht mehr die Seitenwege betrete, dann ist das eine andere Sache.

[20:20] Was damit Jesus sagen will, ist, der Weg zum ewigen Leben ist eigentlich einfach. In einer gewissen Art und Weise. Er ist auch schwer, weil er ist schmal und steil. Aber er ist andersherum wieder einfach. Man muss nicht ständig die Furcht haben, auf dem falschen Weg zu sein.

[20:36] Das heißt, was unterschieden wird bei diesem schmalen Weg, ist einmal die Tatsache, dass es viele Schwierigkeiten gibt. Das bedeutet aber nicht, dass man sich ständig unsicher sein muss, ob es überhaupt der richtige Weg ist. Viele Christen, und ich würde auch sagen, auch manche Adventisten, versuchen den guten Weg zu gehen und sind sich währenddessen die ganze Zeit unsicher, ob sie überhaupt auf dem Weg sind. Also die Frage: "Okay, ich tue das jetzt alles, aber bin ich überhaupt eigentlich richtig? Also ist das überhaupt der Weg? Werde ich auf jeden Fall jetzt am Ende ankommen, oder habe ich mich vielleicht einfach nur getäuscht?" Gott wünscht sich, dass wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich meine, wer auf dem Weg ist, weiß, dass er nicht am Ziel ist. Aber wir dürfen wissen, es ist Gottes Wunsch, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und wir müssen zwar die Schwierigkeiten erdulden, die damit kommen, dass es schmal ist, und dass vielleicht Schwierigkeiten auf dem Weg sind, aber wir können wissen, es ist der richtige Weg und er führt uns ans Ziel. Gott wünscht sich nicht, dass wir uns ständig fragen, ob wir überhaupt bei ihm sind. Und das ist, glaube ich, ein ganz, ganz, ganz wichtiger Punkt.

[21:44] Was macht Gott, wenn wir versucht sind, diesen Weg zu verlassen? Wenn wir irgendwie denken: "Meine Güte, der ist aber auch schön." Oder wenn wir denken: "Es sieht so aus, als ob der Weg jetzt hier scharf nach links abbiegt." Was macht Gott dann?

[22:03] Er geht einem nach, wenn man abbiegt. Gibt es auch schon ein Frühwarnsystem, dass man vielleicht gewarnt wird, bevor man abbiegt?

[22:14] Bestimmt. Ja, genau. Es gibt einen ganz schönen Vers dazu, auch in Jesaja 30. Den kennt ihr bestimmt auch.

[22:21] Jesaja 30 und dort Vers 21.

[22:31] "Und deine Ohren werden das Wort hören, das hinter dir her so spricht: Dies ist der Weg, den geht, wenn ihr wann, was zur rechten oder zur linken abbiegen wollt."

[22:43] Also die Verheißung ist, dass wenn wir auf dem Weg sind, bevor man falsch abbiegt, gibt es quasi eine Warnung vom himmlischen GPS, das sagt: "Du bist schon auf dem richtigen Weg. Du musst nicht abbiegen." Das heißt, wir sind nicht einfach quasi uns selbst ausgeliefert und müssen irgendwie lang tasten, wo es lang geht. Wir haben eigentlich sozusagen ein Navi, das uns auf dem Weg hält, wenn wir denn nur hinhören.

[23:09] Und das ist eigentlich sehr ermutigend, denn das zeigt uns, dass man eigentlich nicht viel tun muss, um ewiges Leben zu haben. Man muss den Weg finden, das heißt, man muss zu Jesus kommen. Man muss willig sein, mit ihm zu gehen. Oder man muss einfach nur hören, wenn er sagt: "Tu das nicht." Das ist eigentlich schon das gesamte Rezept, um in den Himmel zu kommen. Dann bin ich auf dem Weg, dann gehe ich auf den Weg und dann komme ich an.

[23:32] Und ich glaube, manchmal muss man das Evangelium wirklich runterbrechen auf die einfachen, simplen Dinge, denn das macht Jesus. Er sagt: "Wer auf dem schmalen Weg geht, der wird das Leben finden."

[23:41] Und jetzt ist es aber trotzdem natürlich so, dass der Weg schmal ist. Das heißt, man muss aufpassen. Man muss Acht geben. Da gibt es dann Schwierigkeiten. Wenn es eine Bergfahrt ist, da liegen dann irgendwelche Geröll und Gestein und alles Mögliche. Das tut auch ein bisschen mehr weh, wenn man über Stock und Stein so läuft, als wenn es irgendwie so breit, angenehm ist.

[24:05] Und da gibt es einen Bibelfers, der das schön beschreibt in Apostelgeschichte, auch wenn das Wort Weg oder Straße da nicht vorkommt, aber diese Idee, dass halt der Weg in den Himmel auch dornig ist. Apostelgeschichte 14 und dort Vers 22.

[24:30] "Dabei stärkten sie die Seelen der Jünger und ermahnten sie, unbeirrt im Glauben zu bleiben und sagten ihnen, dass wir durch viele Trübsale oder Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen."

[24:52] Wie heißt es hier am Anfang?

[24:54] "Sie ermahnen sie, unbeirrt im Glauben zu bleiben." Man könnte auch sagen, sie wurden ermahnt, nicht abzuweichen, nicht nach links abzugehen, nicht nach rechts abzugehen, beim Glauben zu bleiben. Wir alle brauchen das, dass wir ermahnt werden, im Glauben zu bleiben. Das ist kein Selbstläufer. Glaube ist kein Duracell-Häschen, das man einmal anmacht und dann läuft es von alleine. Deswegen übrigens sagt die Bibel ja, dass wir die Gemeinde brauchen, dass wir uns gegenseitig ermutigen und ermahnen zu guten Werken. Dass wir uns gegenseitig immer wieder das vor Augen halten.

[25:24] "Hey, wir sind auf dem schmalen Weg, stoß dich nicht an den Steinen. Es werden auch bis zum Ende Steine bleiben, aber sei froh, dass du auf dem schmalen Weg bist. Geh nicht zurück auf den vermeintlich breiten Weg, der führt ins Verderben." Und so sagen sie: "Es gibt keinen Weg nach Neu-Jerusalem, der nicht steinig ist. Wir müssen durch Schwierigkeiten hindurchgehen." Das ist das Wesen der Welt, das ist das Wesen der sündigen Welt. Das ist der Grund, warum Adam im Schweiß seines Angesichts das Brot essen sollte.

[25:55] Warum hat Gott das eigentlich gemacht? Warum gibt es eigentlich Schwierigkeiten? Warum hat Gott es nicht einfach so gemacht, dass alle Gläubigen ohne Schwierigkeiten sind? Er hätte es auch machen können, oder? Keine Schwierigkeiten für Gläubigen, wäre doch viel einfacher. Einfach einen ganz sanften, feinen Weg, so mit Ostseestrand, wo man so ganz gemächlich lang gehen könnte. Warum nicht?

[26:20] Man denkt bei Schwierigkeiten mehr nach, ja. Ich kenne das ja nicht. Was ist das? Wir müssen gehen nach Jesus.

[26:33] Und warum ist das sehr wichtig?

[26:40] Wenn wir nach unserem Kopf gehen, dann geht das ganz anders. Ja, wir dürfen nicht nach unserem Kopf gehen, okay.

[26:50] Was sagt der andere? Er möchte unseren Charakter formen. Das geht in den Schwierigkeiten meistens besser. Okay, in den Schwierigkeiten lässt er unseren Charakter besser formen, aber in den Schwierigkeiten werden wir in der Regel eher zu Gott uns wenden, als wenn alles gut ist.

[27:03] Was lernt man denn besonders in den Schwierigkeiten? Was will denn Gott, dass wir da so richtig lernen?

[27:10] Dass wir abhängig sind von ihm. Genau.

[27:13] Es gibt noch einen Grund. Also das eine ist natürlich die Abhängigkeit von ihm, und das andere ist Geduld. Geduld, okay, ja.

[27:18] Es hilft, man sieht die Folgen der Sünde. Weil der Weg Gottes besteht ja darin, dass er die Liebe zur Sünde ausrottet und eine Liebe zu ihm und seinem Charakter ins menschliche Herz einpflanzt. Damit man aber Sünde wirklich hasst, er sagte: "Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau", also zur Schlange sagt er das, damit man Sünde hasst, muss man sehen, was Sünde bewirkt. Deswegen sagt er dem Adam: "Ich habe den Erdboden verflucht um deine Willen." Das ist ein Segen, dass ich ihn verflucht habe, damit du jetzt siehst, was sind die Konsequenzen der Sünde. Gott hätte auch die Konsequenzen einfach wegnehmen können, dann hätte aber niemand gesehen von den Menschen, was eigentlich die Sünde alles anrichtet. Und jetzt sieht man die Konsequenzen. Und diese Schwierigkeiten sind alle letztendlich Erfolge der Sünde. Und Gott nimmt zwar die Sünde von uns, er reinigt uns von der Sünde, aber er lässt die Konsequenzen der Sünde, damit wir lernen, die Sünde abgrundtief zu hassen. Das ist also ein Teil des Trainings, sagt Ellen G. White, ein Teil des Trainings, der schmale Weg.

[28:38] Jetzt der breite Weg. Wie breit ist der breite Weg? Kennt ihr Beispiele in der Bibel, wo deutlich wird, wie breit der Weg wird? Jetzt keine Kilometerangabe oder Meterangabe, aber kennt ihr Geschichten in der Bibel, wo deutlich wird, dass eine große Mehrheit diesen Weg verachtet und lieber auf diesen Weg geht?

[28:59] Kennt ihr Stellen in der Bibel, wo fast alle ins Verderben gelaufen sind? Jesus sagt ja: "Viele sind es, die auf dem Weg gehen und sterben, und wenige sind es, die den schmalen Weg finden." Kennt ihr eine Geschichte in der Bibel, wo nur wenige den schmalen Weg gefunden haben und viele auf dem breiten Weg ins Verderben gelaufen sind?

[29:16] Es gibt eine Geschichte, die wie keine andere das auch zahlenmäßig illustriert. Relativ am Anfang der Bibel. Bei der Sintflut. Wie viele haben den schmalen Weg gefunden? Acht Stück. Jetzt, wir wissen nicht genau, wie viele Menschen gelebt haben. Also Mathematiker sagen, wenn man es hochrechnet, es wäre nicht abwegig, in Milliarden zu denken, wenn man darüber nachdenkt, dass die über Jahrhunderte hinweg, also die haben ja alle 20, 30 Kinder gehabt, und das gibt es exponentiell dann. Aber selbst wenn es Millionen sind, bei acht wären selbst noch Tausende viel. Aber möglicherweise war die Bevölkerung der Erde vor der Sintflut nach 1600 Jahren fast in den Bereichen, wie sie heute ist. Und wenn dann acht den schmalen Weg finden, dann kann man wirklich sagen, der Weg war sehr breit.

[30:11] Und ihr wisst, hier sind nicht nur die atheistischen Gottlosen gestorben, sondern auch viele, die mal zeitweise an der Arche gebaut haben. Die mal auf dem richtigen Weg waren. Und die dann aber gesagt haben: "Meine Güte, kann das sein, dass alle falsch liegen und nur acht richtig sind? Kann das sein, ja?" Also das soll uns wirklich illustrieren, dass Mehrheitsdenken nicht ein Maßstab ist. Sowohl im Positiven als auch im Negativen. Es ist auch kein Maßstab zu sagen, alles, was die Minderheit ist, ist automatisch richtig. Ja, das ist auch Quatsch, weil Korah und seine Rotte waren der Minderheit gegenüber. Aber oft ist es halt tatsächlich so, global gesehen, Jesus spricht hier von der Welt, dass der breite Weg sehr breit ist.

[31:04] Es gibt ein paar andere Beispiele, wo fast alle, wo deutlich wird, dass fast alles dem Bösen ergeben ist. Schaut mal 1. Johannes 5.

[31:12] 1. Johannes 5, Vers 19.

[31:23] Aposteljohannes ist etwas ähnliches. 1. Johannes 5, Vers 19.

[31:40] "Wir wissen, dass wir aus Gott sind und dass die ganze Welt sich im Argen oder im Bösen befindet, in die Macht des Bösen gegeben ist."

[31:53] Das heißt, bei der Sintflut war es quasi die ganze Welt. Hier sagt er, es ist die ganze Welt. Aber meint er damit jeden einzelnen Menschen, der auf dem Planeten ist?

[32:09] Ja, genau. Er sagt ja, wir sind aus Gott. Es gibt also eine kleine Minderheit, die der Johannes und die in dem Brief lesen, die Urchristen, die Jesus nachfolgen, die sind auf dem schmalen Weg. Aber der ganze Rest ist auf dem breiten Weg. Und auf dem breiten Weg gibt es viele verschiedene Kirchen und Religionen und Denominationen. Es haben ja nicht alle das Gleiche geglaubt, weder vor der Sintflut noch hier zur Zeit von Johannes. Einige beten zum Jupiter, die anderen beten zu Mithras, die nächsten verehren Plato. Und manche beten vielleicht sogar zu dem Gott des Himmels, wie die Pharisäer zur Zeit von Jesus, und sind trotzdem auf dem breiten Weg.

[32:47] Da gibt es einen anderen interessanten Vers, den man sich vor Augen halten sollte. Schaut mal, Sprüche 16, Vers 25.

[33:01] Sprüche 16, Vers 25.

[33:08] Da heißt es: "Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber sein Ende führt auch zum Tod."

[33:20] Das heißt, was oft vorkommt, ist, dass Menschen den Eindruck haben, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Kennt ihr da so Stellen der Bibel, die sowas ausdrücken wie: "Hey, wir sind auf dem richtigen Weg"? Stellen der Bibel, die dieses Gefühl ausdrücken: "Ich bin doch auf dem richtigen Weg, oder?" Und derweil geht man Schritt für Schritt immer weiter ins Verderben. Welche Stellen der Bibel sind da ganz klassisch?

[33:42] "Ich bin reich und habe Liebesfluss, mir mangelt es an nichts. Ich bin auf dem richtigen Weg." Und ihr sagt: "Du weißt gar nicht, wie sehr du uns verderben rennst." Oder?

[33:52] Genau, Matthäus 7 kommt später noch in ein paar Wochen hier im Seminar. "Nicht alle, die sagen: Herr, Herr, werden ins rechte Himmel kommen, sondern die, die den Willen des Vaters tun." Also die, die willig sind, den Weg der Gerechtigkeit zu gehen. Sondern zu denen auf dem breiten Weg sagt Jesus dann: "Ich habe euch nie gekannt, ihr Täter der Gesetzlosigkeit." Keine Gerechtigkeit.

[34:16] Das heißt also, ich kann mich nicht auf mein Urteil verlassen, ob der Weg, auf dem ich gehe, ob mein Lebensweg, ob der wirklich richtig ist. Weil ich kann den Eindruck haben, dass ich richtig bin, bin trotzdem falsch.

[34:32] Das ist interessant, weil das würde uns ja dazu führen, dass wir uns eigentlich hinterfragen müssen, oder?

[34:37] Es gibt also beides. Es gibt die falsche Sicherheit, die denkt: "Ich bin auf dem richtigen Weg" und ist doch falsch. Und dann gibt es aber auch die falsche Unsicherheit, wenn man auf dem richtigen Weg ist und trotzdem denkt, man ist falsch. Das gibt es auch. Wenn man also einfach das Vertrauen nicht hat zu Gott, dass er ein gewisses Ende führt.

[35:01] Jetzt, was würde ich sagen? Woher kann ich jetzt dann wirklich wissen, dass ich auf dem Weg bin? Also, woher weiß ich? Bin ich auf dem richtigen Weg, wenn ich Widerstand habe? Also, das gehört dazu. Aber nur Widerstand alleine, kein Beweis. Auch viele Fanatiker haben enormen Widerstand, und zwar zu Recht. Übrigens, bei Fanatikern ist es meistens so, dass sie denken, weil sie Widerstand haben, sind sie richtig. Das ist so eine selbsterfüllende Prophetie. Ja, ich verkündige die Wahrheit. Und wenn jetzt jemand dagegen ist, dann ist das ja ein Beweis, dass ich die Wahrheit habe. Und das ist so ein Trick des Teufels. Also, Widerstand ist zwar ein Merkmal, aber nicht das Entscheidende.

[35:42] Was ist das entscheidende Merkmal? Dass ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg. Weil das ist ja die große Frage jetzt. Wenn ich tatsächlich denken kann, ich bin auf dem richtigen Weg, aber ich bin in Wirklichkeit auf dem breiten Weg, woran weiß ich, ich bin auf dem richtigen Weg?

[35:57] Die Bibel, das Gesetz. Jetzt könnte ich ja provozierend nachfragen: Haben nicht auch die Pharisäer das Gesetz und die Bibel gehabt?

[36:09] Ich weiß schon, wie du meinst. Ja, genau. Das Wort war richtig.

[36:17] Die Liebe. Genau.

[36:18] Was wolltest du?

[36:21] Ja, genau. Jesus sagte: "Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, ein ewiges Leben zu haben. Und sie sind es, die von mir zeugen. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu erhalten."

[36:33] Was heißt, der Weg, ich bin auf dem richtigen Weg, das ist sehr simpel, wenn ich Jesus habe. Denn Jesus ist der Bibel natürlich, nicht irgendein Mantra Jesus. "Wer den Sohn hat, hat das Leben, und wer den Sohn nicht hat, hat das Leben nicht."

[36:49] Was ist also die Verführung derer, die denken, der Weg erscheint ihnen richtig? Die Verführung ist, sie reden von Jesus. Sie singen von Jesus. Und sie missionieren vielleicht sogar für Jesus, aber sie haben Jesus nicht selbst. Und deswegen denken sie: "Ich bin reich und habe Überfluss", und wissen nicht, wie arm sie sind.

[37:11] Aber wenn ich weiß, Jesus ist in meinem Leben, weil ich habe in mein Leben übergeben, und ich rede jeden Tag mit ihm, und ich spüre, wie er Tag für Tag mir Dinge zeigt, mich korrigiert, ich höre seine Stimme, mein Gewissen. Ich weiß, Jesus und ich, wir sind ein Team sozusagen, dann bin ich auf dem Weg. Es ist vollkommen egal, wie viel ich weiß, es ist vollkommen egal, ob meine Emotion hoch oder runter geht, ob die Sonne scheint oder nicht. Dann bin ich auf dem Weg, und ich kann gehen, weil ich weiß, dass alle Steine auf dem Weg sind.

[37:39] Deswegen sagt Johannes so schön: "Wer den Sohn hat, hat das Leben, wer den Sohn nicht hat, hat das Leben nicht." Und deswegen sagt Jesus, wenn ihr auf den guten Weg gehen wollt, was sagt er?

[37:49] "Kommt her, alle zu mir, die ihr müßig und beladen seid, kommt her zu mir." Und es ist so einfach, dass man fast gar nicht glauben möchte, dass es so einfach ist. Deswegen sagt er, es ist selbst die Einfältigen, weil jeder kann zu Jesus kommen. Da muss man gar nicht viel wissen eigentlich. Und damit Jesus lebt, Tag für Tag, und nicht nur davon redet, sondern es wirklich tut, wer den Weg sieht und darauf wandelt, wer also mit jedem Schritt, den er tut, also auf Jesus geht quasi. "Ich bin der Weg." Wenn wir überlegen, was würde Jesus tun? Was ist Jesus Meinung zu diesem Thema? Dann sind wir auf dem Weg. Ganz egal, ob wir dann immer noch denken oder das Gefühl haben, wir sind noch nicht vollkommen, oder dies und jenes, wir fühlen uns schwach. Das hat dann keine Rolle, weil wir sind auf dem Weg. Ich glaube, das ist sehr, sehr wichtig zu betonen.

[38:39] Das Ganze hat auch eine Endzeitdimension, wie natürlich so gut wie alles in der Bibel. Offenbarung 13, Vers 8. Es wird an einem breiten Weg gebaut. Und dieser Weg wird mindestens so breit sein, wie vor der Sintflut, oder ungefähr so.

[38:55] Offenbarung 13, Vers 8: "Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es, das Tier anbeten, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes, das geschlachtet worden ist, von Grundlegung der Welt an."

[39:09] Am Ende ist neben dem schmalen Weg der dreifachen Engelsbotschaft ein breiter Weg, und da passt jeder rein. Egal, welcher Kirche er angehört, egal, welche Religion er angehört, welche Weltanschauung. Da werden alle mitmachen, und es erzeugt dann wieder diesen Gruppendruck, wie er auch bei der Sintflut bestanden hat und wie er auch bei der Sintflut bestanden hat.

[39:29] Und das, was wir dann brauchen, ist so ein klares Verständnis, wer Jesus ist, und was Jesus in meinem Leben bewirkt hat und bewirken will. Weil wenn ich das nicht habe, werde ich falsch gehen. Nur wer Jesus hat, wird in so einer Zeit, wo alles sich zusammenrottet, bei der Bibel bleiben. Und deswegen sagt Jesus, wie hat er gesagt in Matthäus 7? Er machte diesen Aufruf, er sagt: "Geht ein durch die enge Pforte."

[40:01] Wenn eine Pforte eng ist, dann muss man sich ein bisschen bücken, dann muss man sich ein bisschen zwängen. Durch eine enge Pforte kann man nicht im Triumph hindurchgehen. Wie die Kaiser in Rom im Triumph durch das Forum gezogen sind, erhöht, mit aufrechtem Blick, so kann man nicht durch eine enge Pforte gehen. Das ist diese Idee von Demütigung, die sich klein machen.

[40:31] Auf dem Argen 3, Vers 19. Genau. "Alle, die ich lieb habe, die überführe züchtig ich." So ein eifriger Konturbussel. Genau, sehr gut.

[41:08] Ja, ich meine, dieses Züchtigen ist ja dieser Erziehungsaspekt von dem schmalen Weg. Aber lass uns doch zwei Stellen anschauen. In Römer 9.

[41:16] Römer 9.

[41:18] Und dort Vers 27 bis 29. Da begründet der Paulus, warum die Christen eigentlich die Übrigen sind. Ihr wisst ja, so wie wir glauben, dass die Adventbewegung die Übrigen sind von der Christenheit, so sind eigentlich die Christen die Übrigen vom Judentum, sozusagen, von Israel. Und er sagt dort in Römer 9, was Interessantes. Schaut mal in Römer 9, Vers 27.

[41:52] Die Idee sozusagen, viele gehen verloren, wenige werden gerettet. Auch in Israel.

[41:58] "Denn eine abschließende und beschleunigte Abrechnung und Gerechtigkeit wird der Herr durchführen, wie eine summarische Abrechnung über das Land. Und wie Jesaja vorhergesagt hat, hätte der Herr der Herrschaft uns nicht einen Samen übrig bleiben lassen, so wären wir wie Sodom geworden und Gomorra gleich gemacht." Also die Idee ist, selbst aus diesem großen Volk Israel sind jetzt, als Jesus auf der Erde lebte, wie viele von den Juden haben sich wirklich Jesus angeschlossen dann am Ende? Die Mehrheit oder die Minderheit?

[42:26] Ja, schon die Minderheit, oder? Also ich meine, so ein 12 Jünger, 12 Apostel, 120 Jünger, die Frauen dazu, dann waren es ja schon ein paar Tausend, aber verglichen mit den vielen Millionen, die es gab, war der breite Weg, der Weg der Pharisäer und Sadduzäer und Zeloten und so weiter. Und der schmale Weg, die die Jesus hatten, die hatten ja alle die Bibel, nicht wahr? Der schmale Weg, das war der Überrest.

[42:50] Was war der Grund? Schaut mal in Vers 32, warum ist das so? Dass so viele, die sogar die Bibel haben und zu Gott beten, trotzdem auf dem breiten Weg ihrem Verderben entgegen gehen. Die haben ja sogar am Ende ihren Erlöser gekreuzigt, zur Kreuzigung darauf hingewirkt, genauer gesagt.

[43:10] Vers 32, warum? Warum ist das so?

[43:14] Jetzt kommt der Punkt, weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes, denn sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes. Der entscheidende Knackpunkt ist Jesus. Glaube ist immer Glaube an Jesus, beim Paulus. Glaube an Jesus und dann das, was Jesus getan hat. Durch den Glauben werden wir gerecht. Durch den Glauben kriegen wir Einsicht. Glaube führt zur Heiligkeit. Wer den Sohn hat, hat das Leben. Wer den Sohn nicht hat, kann alle religiösen Forderungen der Bibel erfüllen. Er geht auf dem breiten Weg.

[43:48] Das heißt, das, was den breiten Weg von dem schmalen Weg am Ende unterscheidet, ist die Tatsache, dass man Jesus hat und Jesus folgt Tag für Tag. Der Weg ist zwar breit, aber er geht bergab ins Verderben. Der Weg ist zwar schmal und steinig, aber jeden einzelnen Schritt ist Jesus schon vor uns gegangen. Jede einzelne Dorne auf dem Weg hat schon seinen Fuß vorher verletzt. Es kann uns also nichts passieren, was nicht auch schon Jesus passiert wäre. Und er ist angekommen, also können wir auch ankommen. Das ist so diese Idee bei dem schmalen Weg.

[44:26] Und dann gibt es noch etwas sehr Interessantes und das sollte man nicht vergessen. In Sprüche 4, Vers 18, damit enden wir. Auch ein sehr bekannter und wichtiger Vers. In Sprüche 4 und dort in Vers 18 heißt es nämlich:

[44:44] "Aber der Pfad des Gerechten." Das ist der schmale Pfad, oder? Der schmale Weg. Was ist mit dem? Der wird immer schlimmer und immer steiniger und immer katastrophaler, oder? Ist das so?

[44:56] Nein, "der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag." Also das Morgenlicht, nimmt das zu oder nimmt es ab? Es wird immer heller, immer schöner, immer besser, Schritt für Schritt. Was der Salomo sagt ist, der Weg des Gerechten ist genau so. Der fängt sehr entmutigend vielleicht an. Aber mit jedem Schritt mit Jesus, nimmt das Licht noch zu. Es wird immer heller.

[45:26] Die Idee, die Ellen White dabei ausdrückt, ist, wenn ich anfange mit Jesus zu leben, ist es am Anfang sehr schwer, Gewohnheiten zu überwinden, weil der Weg, die Bahnung im Gehirn, ist noch so stark. Aber mit jeder überwundenen schlechten Gewohnheit, wenn ich ein Sieg erringe, wird die Gewohnheit für das Gute stärker und stärker und stärker. Das heißt, die Idee ist also, und das ist oft das, was uns am Überwinden zurückhält, weil wir denken: "Meine Güte, das ist so schwer. Soll ich das jetzt bis an mein Lebensende immer so schwer haben damit?" Und wir ahnen oft nicht, dass wenn wir nun mal anfangen würden zu überwinden mit Gottes Hilfe, und am Anfang ist es ziemlich steinig, tut das weh? Irgendwann ist es immer heller und schöner und besser und das läuft sich fast von alleine. Aber es wird immer schöner. Das ist quasi diese Idee, dass der Weg an Helligkeit zunimmt und Gottes Segen immer weiter uns begleitet, je mehr wir auf ihm gehen. Das also zum schmalen Weg und zum breiten Weg.

[46:28] Wenn schon Jesus so eine Gegenüberstellung macht, dann müssen wir uns selbst heute wieder fragen: Auf welchen Weg möchte ich gehen? Möchte ich den breiten Weg gehen, den alle gehen und der ins Verderben führt? Oder möchte ich mich heute erneut entscheiden, einfach Jesus zu folgen? Genau zu schauen, was möchte Jesus in meinem Leben? Wo ist Jesus? Und dann einfach dorthin zu gehen, wo Jesus ist und einfach mit Jesus zu gehen. Das zu sagen, was er gesagt hat, das zu denken, was er gedacht hat, seine Gnade in Anspruch nehmen und dann mit ihm die Schritte gehen, auch wenn sie steinig sind, auch wenn wir dann vielleicht ziemlich alleine am Anfang sind. Aber mit Jesus sind wir immer der Mehrheit.

[47:12] Ihr Lieben, wollen wir uns entscheiden, erneut mit Jesus den schmalen Weg zu gehen, wissend, dass wir irgendwann mal im vollen Licht seiner tatsächlichen Gegenwart stehen werden. Amen. Lasst uns noch gemeinsam reden.

[47:30] Lieber Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir diesen Worten sehen konnten, dass das ewige Leben nicht schwer zu erreichen ist. Jedenfalls nicht, wenn es darum geht, den Weg zu finden oder einfach darauf zu bleiben. Denn du hast alles, für alles Vorsorge getroffen. Das Einzige, woran es immer scheitert, ist unsere Willigkeit, das zu tun, was du möchtest. Und Herr, das wissen wir aus unserem eigenen Leben, dass es uns immer scheitert, das Leben zu verändern und zu erneut zu finden. Der Fall, der uns verursacht, wäre der Fall, der uns die Freiheit, die Freiheit zugenügt. Also möchten wir heute erneut uns einfach dir darbieten, uns unser Leben in die Hand geben und dich bitten, dass du uns diese einfache und ganz fundamentale Gewissheit schenkst, dass wenn wir Jesus haben, wir das Leben haben. Dass wir keine religiösen Übermenschen sein müssen, um erlöst zu werden. Dass wir in der Gefahr stehen, nach links oder rechts abzubiegen. So bitten wir dich von ganzem Herzen, dass du das in unserem Leben tust, dass du uns den wahren Weg Tag für Tag zeigst, dass du uns aufrüttelst, wenn wir in falscher Selbstgewissheit einen falschen Weg gehen und dass du uns Gewissheit schenkst, wenn wir auf dem richtigen Weg sind, dass wir ihn einfach weitergehen an deiner Hand. All das bitten wir im Namen unseres Erlösers Jesus Christus, der gesagt hat, dass er der Weg ist. Amen.

[48:57] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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