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In der ersten Folge der Serie „Der Ersehnte“ taucht Christopher Kramp in Johannes Kapitel 1, Verse 1-5 ein. Er beleuchtet die tiefgreifende Bedeutung von Jesus Christus als „Logos“, der von Ewigkeit her existiert, Gott selbst ist und der Schöpfer des Universums. Diese Einführung legt das Fundament für das Verständnis von Jesu Identität, seiner Macht und seiner Rolle als Licht der Welt, das die Finsternis überwindet.

In dieser Predigt werden die einzigartigen Perspektiven der vier Evangelien – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – beleuchtet. Es wird erklärt, wie jedes Evangelium durch seine Einleitung und seinen Fokus auf unterschiedliche Aspekte des Lebens Jesu eine spezifische Leserschaft anspricht. Der Fokus liegt auf dem Johannes-Evangelium, das mit der tiefgründigen Aussage „Im Anfang war das Wort“ beginnt und die Göttlichkeit, Schöpferkraft und selbstaufopfernde Liebe Jesu betont.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] Warum Matthäus, Markus, Lukas und Johannes? Ja, ganz genau, das ist so die klassische Antwort: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes haben verschiedene Aspekte, das sagen wir immer, das stimmt auch. Was sind denn die Aspekte, von denen sie ausbetrachten? Was macht denn Markus anders als Lukas? Das verstehe ich schon, aber was genau, also was ist die Perspektive von Markus im Vergleich zu Lukas? Okay, du sagst Markus beschreibt die Taten.

[5:44] Okay, also wir stellen fest, die vier Evangelien haben verschiedene Charakteristiken. Und bevor wir anfangen, wollen wir uns einfach kurz ein paar Minuten nehmen, darüber nachzudenken, was die vier Blickwinkel der vier Evangelien sind. Weil später in unserer Serie werden wir immer einzelne Ereignisse von allen vier betrachtet sehen und dann lohnt es sich zu wissen, aus welcher Perspektive schreibt Johannes, aus welcher Perspektive schreibt Matthäus. Weil oftmals sagen wir, naja, die haben verschiedene Perspektiven und doch sind sie irgendwie in unserem Kopf so mehr oder weniger eins. Man kann sehr viel über die vier Evangelien lernen, wenn man sich nur die vier Einleitungen zu den Evangelien anschaut.

[6:25] Womit beginnt das Evangelium von Matthäus? Mit einer Genealogie, mit einem Geschlechtsregister. Was sagt euch das über den Evangelisten Matthäus? Warum beginnt er mit einem Geschlechtsregister? Was würdet ihr sagen? Er ist geschichtlich, okay, ja. Er beginnt von vorne. Allerdings muss man feststellen, er beginnt ja bei Abraham. Er sagt: "Geschlechtsregister Jesu Christi des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams." Für wen würde das überzeugen, ein Geschlechtsregister? Die Juden. Das heißt, das eröffnende Kapitel von Matthäus macht deutlich, Matthäus schreibt ganz besonders für die Juden. Ein Römer interessieren Geschlechtsregister wenig, oder? Aber die Juden haben eine Vorliebe für Geschlechtsregister. Ihr könnt es im Alten Testament nachlesen, ja. Chroniker, neun Kapitel Geschlechtsregister hintereinander, die liebten das. Also Matthäus hat die Perspektive aus Sicht der Juden. Es gibt einige Kirchenväter, die sogar behaupten, dass das Evangelium von Matthäus nicht nur in Griechisch, sondern gleichzeitig auch noch in Aramäisch und Hebräisch geschrieben worden ist. Wenn ihr mal Matthäus so durchblättert, werdet ihr feststellen, er sagt ganz oft: "So ist es geschehen, wie durch den Propheten gesagt ist." Und dann wieder: "Wie es bei den Propheten Hosea heißt, wie es bei den Propheten Jesaja heißt." Alles, was er erzählt, belegt er mit alttestamentlichen Prophezeiungen. Also Matthäus schreibt ganz besonders aus dem Blickwinkel des jüdischen Volkes. Außerdem zeigt er Jesus als den großen Lehrer. Kein anderer Evangelist hat so viele Predigten wie Matthäus. Welche Predigten fallen euch ein, die alle bei Matthäus ausführlich beschrieben sind? Die Bergpredigt, so in der Form bei keinem anderen Evangelisten. Welche anderen Predigten? Matthäus 24, 25, die große Endzeitrede. Und da gibt es Matthäus 13, die sogenannte Predigt am See und viele andere Predigten, die in Matthäus besonders deutlich und ausführlich beschrieben sind. Matthäus beschreibt Jesus als den Mann des Wortes, den großen Lehrer, den Lehrer des jüdischen Volkes.

[8:53] Jetzt, wie beginnt Markus sein Evangelium? Was ist die Einleitung bei Markus? Also Matthäus beginnt mit einem Geschlechtsregister. Und Markus? Beginnt Markus mit einem Geschlechtsregister? Nee. Was hat er für eine Einleitung? Ja, er nimmt Bezug auf Jesaja. Genau. Also wenn ihr lest, ab Vers 2, 3 und 4 beginnt er sofort mit der Geschichte. Er beginnt, er zitiert zwar Jesaja, aber bereits als Erfüllung der Geschichte, die er erzählt. Die ganze Einleitung von Markus ist nur Vers 1: "Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes." Und dann geht die Geschichte los. Kein Geschlechtsregister, keine lange Vorrede. Markus hat quasi keine Einleitung. Was sagt euch das über den Autor, wenn jemand sofort mit der Tür ins Haus fällt und mit der Geschichte beginnt? Er ist kein Theoretiker, er kommt auf den Punkt. Ein Praktiker mehr. Das Markus-Evangelium ist von allen das kürzeste.

[10:15] Jetzt, wer war Markus? Wie hieß Markus eigentlich wirklich? Der war der Missionar, den Paulus nicht haben wollte, weil er ein bisschen zu feige war, wie er wieder abgereist ist. Wegen ihm gab es ja sogar diesen Streit zwischen Paulus und Barnabas. Die haben sich geteilt wegen ihm hier und er hieß eigentlich sogar mit eigentlichem Namen Johannes. Wisst ihr das? Es war Johannes Markus. Und er wird hier nur Markus genannt, damit man nicht verwechselt mit dem anderen Johannes. Es war Johannes Markus. Und unter den Führern der Urchristenheit war er eigentlich ein ziemlich kleines Licht. Kein Gemeindeleiter, kein berühmter Missionar, eher ein Hilfsarbeiter. Und die Kirchenväter sagen uns, dass Johannes Markus vor allem der Begleiter von Petrus später gewesen ist. Hat wohl auch noch mit Paulus einiges zu tun gehabt. Aber man glaubt, dass viel von dem, was Markus beschreibt, so aus dem Blickwinkel auch von Petrus kam. Das war so Predigtmaterial von Petrus. Jetzt, welche Charaktereigenschaften kennt ihr so von Petrus? Der war energisch, der war impulsiv, der war direkt. Der hat nicht viele Worte drumherum gemacht. Der kam auf den Punkt. Das Lieblingswort in Markus ist so gleich. Kein anderes Evangelist hat das Wort "so gleich" so oft. Das heißt immer: "Und so gleich ging Jesus, und so gleich ging er, und so gleich, ja, so gleich, sofort." Markus enthält die allermeisten praktischen Wunder. Das heißt, Markus ist besonders geschrieben für Menschen, die Taten wollen, die Praxis sehen wollen. Matthäus ist das Evangelium, wo Jesus der Mann des Wortes ist. Markus ist das Evangelium, wo Jesus der Mann der Tat ist. Und Markus ist offensichtlich nicht für Juden geschrieben, sondern, jemand hatte es schon gesagt, für insbesondere eine römische Zuhörerschaft. Man merkt das ganz oft, wenn er dann, wenn wir noch sehen, dann immer so jüdische Begriffe erklärt. Wenn ein jüdisches Fest kommt, dann erklärt er, was da passiert. Oder manchmal werden jüdische Währungen erklärt und übersetzt. Daran merkt man, es waren Leser, die nicht das jüdische System so gut kannten. Und er verwendet sogar ganz viele lateinische Worte in seinem Griechisch. Also ganz bewusst vor allem für die Römer geschrieben.

[12:34] Jetzt ganz kurz zu Lukas. Schauen wir uns mal Lukas an. Was hat Lukas für eine Einleitung? Und je mehr wir das betrachten, das werdet ihr sehen, desto individueller wird jedes Evangelium und besonders dann auch für uns. Was hat Lukas für eine Einleitung? Ja, wie lange geht die Einleitung von Lukas? Er nimmt Bezug auf relativ kurz. Wie lange? Ganz genau? Vier Verse. Das ist ziemlich deutlich abgetrennt. Seht ihr das? Es sind vier Verse Einleitung und dann beginnt die Geschichte. Jetzt an wen schreibt Lukas? An Theophilus. Was sagt euch das? Es ist ein Brief und ein Brief, der eigentlich gedacht ist an eine Einzelperson. Matthäus schreibt für das jüdische Volk, Markus schreibt für die Römer, aber Lukas hatte eigentlich eine Einzelperson vor Augen. Jetzt, wenn man für eine Einzelperson schreibt, was unterscheidet das von einer öffentlichen Schrift? Es ist persönlicher, oder? Das heißt, Lukas ist von allen Evangelisten der, der vielleicht die individuellste Note so reinbringt, der für eine Einzelperson schreibt. Das Evangelium ist nicht nur für die Masse, es ist auch für jeden Einzelnen. Wisst ihr, was Theophilus übersetzt heißt? Der Freund Gottes. Also das Evangelium von Lukas ist für alle Freunde Gottes. Und übrigens, wenn ihr genau lest, werdet ihr feststellen, dass Theophilus schon jemand war, der schon Bibelstunden bekommen hatte. Ja, das heißt hier, wir werden es nochmal ausführlich studieren an anderer Stelle, Vers 4: "damit du die Gewissheit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist." Das heißt, das Lukas-Evangelium wendet sich eigentlich auch an jemand, der schon viel über Jesus weiß. Es ist eher zur Vertiefung gedacht, statt zum Erstkontakt. Übrigens, wer war Lukas von seiner ganzen Herkunft her? Er war Arzt. Also würden wir wahrscheinlich erwarten, dass er auch einen besonderen Schwerpunkt auf das Heilungsleben von Jesus, also die Heilungswunder wertlegt, oder? Woher kam Lukas? War er ein Jude? Lukas war nach allem, was wir wissen können, höchstwahrscheinlich ein echter Heide. Ein Heide, ein Heidenchrist. Also jemand, der mit dem jüdischen Volk und jüdischen Sitten nichts zu tun hatte und deswegen natürlich auch in besonderer Weise auch die gesamte griechischsprachige Welt mit im Auge hat. Als Arzt hat er wahrscheinlich welchen Bildungsstand gehabt? Ziemlich hoch. Und es ist interessant, dass wenn man jetzt im Griechischen ein bisschen nachschaut, dass Griechisch von Lukas somit das allerhöchste und qualifizierteste ist im ganzen Neuen Testament. Also manche Schreiber schreiben eher so ein richtiges Umgangsgriechisch. Also ich würde nicht sagen, nicht Straßen, aber schon sehr einfach sozusagen. Man merkt, das ist ihre zweite Sprache, so wie wenn ich jetzt in Englisch predigen würde. Das merkt man dann irgendwann nicht mehr, dass es nicht meine Muttersprache ist. Aber Lukas schreibt ein sehr eloquentes, sehr reifes, hoch angesiedeltes Griechisch. So neben dem Römerbrief mit das Schwerste, was es gibt. Und das Besondere an Lukas ist noch, Lukas ist eigentlich nur Teil 1. Denn es gibt noch, was ist der Teil 2 zum Lukas-Evangelium? Die Apostelgeschichte. Das heißt, das Lukas-Evangelium ist gar nicht in sich abgeschlossen. Es hat noch eine Erweiterung. Das heißt, für Lukas waren die Taten der Apostel noch quasi wie eine Verlängerung des Evangeliums. Und das ist auch eine ganz interessante Perspektive. Ihr seht, die kamen aus ganz verschiedenen Welten. Und wenn man das weiß, dann ist einem auch plötzlich bewusst, warum der eine das betont und der andere das weglässt und so weiter.

[16:37] Jetzt kommen wir zu Johannes. Was hat Johannes für eine Einleitung? Ja, wie würde ich das beschreiben? Also fragen wir mal, bis wohin geht die Einleitung? Ab wann beginnt die eigentliche Geschichte, so die Erzählung? Ja, also Vers 6 kommen so die ersten Elemente, aber dann wird es auch gleich wieder so philosophisch. Also wo beginnt die richtige Geschichte, wo man Vers für Vers so Geschichte verfolgen kann? Vers 15, ja. 19, ja. Also wir werden noch lernen, dass das sich so mischt. Das wird so von dem großen Theologischen wird das immer praktischer. Aber man kann schon bei Vers 19 so eine Zäsur machen. Jetzt, wenn ihr das beschreiben würdet, diese Einleitung von Johannes, was würdet ihr sagen? Was will der uns sagen? Was ist so seine Perspektive? Also Matthäus für die Juden, Markus, ganz praktisch für die Römer. Lukas, der gebildete Arzt, der einen Einzelnen noch tiefer unterweisen möchte. Und Johannes? Er geht, Jesus sehr stark im Fokus von Anfang an. Er gibt einen Abriss, ja genau. Die Göttlichkeit Jesu. Was wir noch vergessen haben bei Lukas ist, Lukas hat einen großen Fokus auf die Menschlichkeit Jesu. Zum Beispiel ist Lukas der Einzige, der die Geschichte erzählt von dem Baby in der Krippe. Ja, die berühmte Weihnachtsgeschichte. Ja, dass sie keinen Platz in der Herberge hatten und solche Dinge. Das nur bei Lukas. Ja, er betont sehr das Menschliche an Jesus auch, die Menschlichkeit. Aber Johannes stellt gleich am Anfang ganz kühn die Gottheit Jesu heraus. Ja, "Im Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott und das Wort war Gott." Johannes ist von allen wahrscheinlich auch der mit der größten, fast ein bisschen, das ist fast ein bisschen Philosophie, das er macht, oder? Wenn die ersten Worte anschaut, schaut mal, das sind Worte wie "das Wort", "der Anfang", "Gott", "das Leben", "das Licht", die Fenster. Das sind also so große Begriffe, mit denen er so um sich schmeißt. Das ist der eingeborene Sohn. Ja, vieles von so ganz großen Lebensfragen, die er aufwirft. Ja, ein bisschen poetisch auch, philosophisch poetisch, auf jeden Fall sehr theologisch von Anfang an. Ja, das ist nicht so, ich fange mal an, euch was aufzuschreiben. Der fängt wirklich mit tiefster Theologie von Anfang an. Übrigens, wann ist Johannes ungefähr geschrieben worden? Von allen Evangelien? Johannes ist wahrscheinlich das älteste von allen. Man vermutet, dass er ungefähr so 90 bis 95 nach Christus geschrieben ist, als er selbst schon sehr, sehr alt war. Ihr wisst, er war der Jünger, der am allerlängsten ausgeharrt hat. Manche gehen sogar davon aus, dass Johannes sogar noch nach der Offenbarung geschrieben ist, das Johannes-Evangelium, so quasi als krönender Abschluss des ganzen, des ganzen Neuen Testamentes. Also wie dem auch sei, genau kann man es nicht sagen. Aber der Punkt ist, das Johannes-Evangelium richtet sich an eine andere Leserschaft als das Erste. Denn zur Zeit, als Johannes das Evangelium schreibt, war die Christenheit schon in ihrer zweiten Generation. Er war noch der Letzte, der Jesus persönlich kannte und ihr wisst, wenn eine Bewegung in die zweite und dann dritte Generation geht, dann ist die Gefahr, dass man so ein bisschen den Kern verliert, die Identität. Und es ist tatsächlich so, dass schon auf der zweiten Generation plötzlich anfing, Irrlehren in die Gemeinde einzudringen. Ich war die Gnostiker und andere. Und Johannes stellt noch mal so ein, so ein Meisterwerk dar, wie Jesus wirklich war, wer er ist. Und er berichtet viele Geschichten, die Matthäus, Markus, Lukas früher nie berichtet haben. Und in all dem hat Johannes immer ein einziges Ziel. Wir können mal lesen in Johannes 20, was sein Ziel ist. In Johannes 20, und dort Vers 31. Kein anderer Evangelist sagt so deutlich, was er vorhatte, als er das Evangelium geschrieben hat. Johannes 20 und dort Vers 31: "Diese aber sind geschrieben." Er sagt ganz deutlich, warum er das macht. "Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen." Also, was ist auf Deutsch gesagt das Ziel von Johannes? Beweis, er möchte, dass Menschen an Jesus glauben. Er schreibt also auch ganz bewusst an Nichtgläubige, oder? Während Lukas vor allem auch einen Gläubigen im Hinterkopf hat, der schon etwas weiß, der noch mehr wissen soll, schreibt Johannes all das auf, was jemand, der nicht glaubt, zum Glauben führen könnte. Und das ist der Grund, warum man eigentlich auch empfiehlt, wenn man mit der Bibel beginnt, sie zu studieren, dass man mit dem Johannes-Evangelium beginnt. Weil genau das Johannes-Evangelium dieses Ziel hatte, einen Menschen zu Jesus zu führen.

[21:47] Nun, von den vier Anfängen, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, welcher von den vier Anfängen geht am weitesten zurück in der Zeit? Johannes, oder? Und wenn wir chronologisch vorgehen, dann müssen wir also mit Johannes beginnen. Und da wollen wir heute ansetzen, in den Minuten, die uns bleiben, in Johannes Kapitel 1. Wir werden nicht jeden Vers bis ins letzte ausdiskutieren, weil sonst werden wir wirklich die Ewigkeit brauchen. Aber wir wollen uns doch so ein bisschen systematisch vorarbeiten, um zu sehen, wie er das so gemeint hat. Fangen wir mal an, gleich am Anfang. Johannes 1, Vers 1: "Im Anfang." Jetzt stellt euch vor, ihr wärt ein Leser dort im Jahre 95. Ihr kennt das Alte Testament vielleicht, entweder gut oder nicht so gut. Und ihr fangt diesen ersten Satz an zu lesen. Was würdet ihr denken? Schöpfung. Also, ich sage euch, ich würde wahrscheinlich denken, der Johannes, der hat ja einen ziemlich hohen Anspruch an sein Evangelium, oder? Seit über, jetzt muss ich kurz rechnen, na ja, also mindestens 1500, 1600 Jahren gibt es in der ganzen Bibel nur einen Vers, der beginnt mit den Worten: "Im Anfang." Nämlich: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Das absolute Grundfundament aller heiligen Schriften bisher. Und jetzt kommt er ganz am Ende und schreibt ein neues Buch und schreibt: "Im Anfang." Und stellt das so direkt neben Mose. Aber er schreibt keine Schöpfungsgeschichte, sondern was ist sein Thema? Jesus Christus, das Evangelium. Wir haben also, die Schöpfung beginnt mit den Worten "Im Anfang", und wir haben das Evangelium nach Johannes, beginnt mit den Worten "Im Anfang". Was wollte er damit wohl ausdrücken? Der hat sich das hier überlegt, oder? Der hat ja nicht zufällig geschrieben: "Im Anfang". Oh, das klingt jetzt so wie bei Mose. Warum hat, das macht er ganz bewusst, was wollte er damit ausdrücken? Ja, warum? Warum den Bezug? Er ist der Schöpfer, ja. Ein Fundament. Er ist der Anfang, das Ende, das stimmt. Er will damit zeigen, er zeigt also, dass das Evangelium sowas wie eine Schöpfung ist. Die Schöpfung beginnt im Anfang. Das Evangelium beginnt mit den Worten im Anfang. Schöpfung und Evangelium sind ein und dasselbe.

[24:24] Nun, er geht gleich philosophisch weiter. "Im Anfang war das Wort." Ihr kennt ja schon die Ideen, nicht wahr? Was ein Wort ist, habe ich schon öfter mal gefragt. Was ist ein Wort? Ein Gedanke, der ausgesprochen wird. Und das ist für das Johannes-Evangelium super entscheidend, vor allem für diesen Anfang. Johannes denkt an einen Gedanken, der hörbar gemacht wird. "Im Anfang war das Wort." Und gab es beim Schöpfungsbericht auch das Wort am Anfang? Gott sprach: "Es werde Licht." Wenn wir gleich darauf kommen. Ja, also es gibt mehrere Hinweise hier, die an Schöpfung denken lassen. Aber bleiben wir ganz kurz bei dem Wort. Was ist eurer Meinung nach das Wort? Jesus Christus Wort. Warum kommst du darauf? Weil wir es schon X-mal durchgenommen haben. Gibt es eine einfache Methode zu zeigen, dass das Wort hier wirklich Jesus ist und nicht vielleicht der Heilige Geist? Vers 14 ist ein deutlicher Hinweis. Gibt es auch irgendeinen Vers in der Bibel, der einfach auf den Punkt sagt, Jesus ist das Wort Gottes? Wir müssen noch was Neues heute lernen. In Johannes? Ja, also ich meine, direkt ja hier, ja. Erst Johannes 1,1, ja, da spricht es auch so ähnlich, ganz ähnliche Formulierung, nicht wahr? Ja, wo Jesus sagt, ich bin das, ich weiß nicht, der Welt genau, aber wo steht, dass Jesus das Wort ist? "Ich bin das Wort des Lebens?" Er sagt: "Ich bin das Brot des Lebens." Fast so ähnlich. Ist auch letztendlich das Gleiche. Wir haben es schon gesagt, aber meine Frage ist, gibt es irgendwann eine Stelle, wo die Person Jesus beschrieben wird und da steht, das ist das Wort Gottes? Ich habe schon gedacht, dass ich zu einfache Fragen stelle. Lasst mal euren Finger hier drin und geht mit mir zur Offenbarung. Offenbarung ja vom gleichen Autor von Johannes und da sagt er uns in Offenbarung Kapitel 19, Vers 13. Dort haben wir die Wiederkunft Jesu beschrieben und dort steht explizit Johannes 19, Vers 13: "Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist und sein Name heißt wie? Das Wort Gottes." Und jetzt stellt euch vor, wenn Johannes tatsächlich die Offenbarung noch vorgeschrieben hat und man die Offenbarung schon kannte und jetzt liest man in Offenbarung, Johannes 1, Vers 1: "Im Anfang war das Wort", dann braucht es gar keine weiteren Erklärungen mehr, dann ist das Wort Jesus.

[27:32] Übrigens, wenn es hier heißt: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott", gibt es im Alten Testament irgendwo eine Stelle, wo eine ähnliche Idee beschrieben wird, dass seit ewigen Zeiten irgendetwas bei Gott ist? Weil ihr werdet sehen, auch der Johannes, der greift immer in die Tiefen des Alten Testaments hinein. Ich schreibe es nur neu. Eine Stelle im Alten Testament, wo es um Gott geht und das heißt, dass bei Gott seit allen Ewigkeiten schon etwas gewesen ist, das bei Gott war oder mit Gott war oder bei ihm war. Das Licht, ja, aber das steht ja nicht so jetzt explizit im Alten Testament. Na, ich helfe euch auf die Sprünge. Schlagt mal mit mir auf und zwar in den Sprüchen. Sprüche 30. Das Wort Sprüche 30. Ja, da ging es auch um das Wort Gottes. Meine Frage ist, eine Stelle, wo wirklich davon gesprochen wird, dass seit ewigen Zeiten oder seit es Gott gibt, sozusagen etwas bei Gott auch ist, was mit ihm war, die ganze Zeit. Weil es heißt ja: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott." Ja, schaut mal in Sprüche 8, mal so ein umstrittenes Kapitel. In Sprüche Kapitel 8 und welchen Vers meine ich da wohl? In Sprüche 8 geht es darum, wer spricht da in Sprüche 8? Die Weisheit. Und ihr wisst, die Weisheit ist auch ein Symbol für wen? Für Jesus. Und in Vers 22 steht: "Der Herr" – in dem Fall muss das wer sein? Gott, der Vater – "besaß mich" – also wenn mich ist ja dann Jesus, die Weisheit. "Der Herr besaß mich wann? Am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte, vor aller Zeit." Könnt ihr sehen, wie der Johannes sich darauf bezieht? Wenn er sagt: "Im Anfang war das Wort", er nennt es nicht Weisheit, er nennt es Wort, aber ist ja eine ganz ähnliche Idee, oder? Weisheit und Wort, die Verbindung schafft man. "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott." Also jemand, der die Sprüche gut kennt, würde sagen: "Hey, das ist genau das, was die Weisheit über sich selbst sagt, oder? Seit es Gott gibt, seit allen Ewigkeiten ist dort etwas bei Gott, nämlich die Weisheit." Und übrigens, gab es mal einen Zeitpunkt, wo Gott nicht weise war? Dann muss auch Jesus schon immer da gewesen sein, denn Jesus ist die Weisheit. Das ist für mich eine der interessantesten Beweise, zu zeigen, dass Jesus wirklich ewig ist. Aber gehen wir zurück zu Johannes und ihr seht schon, der Johannes hat ganz interessante Gedanken hier. Er sagt, dass Jesus, also diese Weisheit, das Wort ist. Und wir haben gesagt, das Wort offenbart immer einen Gedanken. Jetzt würde ich mich mal interessieren, was für einen Gedanken offenbart das Wort denn eigentlich? Also wenn das Wort ein Gedanke ist, der offenbart wird, die Idee ist, dass Jesus seit allen Ewigkeiten etwas über Gott offenbart hat, dann ist ja die Frage, was ist das, was Jesus offenbart? Den Gedanken Gottes, ja, aber was ist das für ein Gedanke Gottes? Ich meine, Gedanke Gottes ist ja nur allgemein gehalten. Sein Wesen, ja, aber genau, was für ein Wesen, was für Gedanken sind das, die er hat? Der Heilige, der Gnade, der Liebe. Schaut mal mit mir in Römer 13. In Römer 13. Und dort Römer 8, Vers 39. Dort heißt es, Römer 8, Vers 39: "Weder Hohes, noch Tiefes, noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn." Also von allen Eigenschaften, die Jesus repräsentiert hat vom Vater, war es die Liebe das Allerwichtigste. Jetzt, wie tief ist die Liebe Gottes? Was würdet ihr sagen? Jetzt denkt scharf nach. Ihr sagt, habt richtig gesagt, Gott ist die Liebe. Er hat nicht nur Liebe, er ist die Liebe. Das heißt, die Liebe und der Reichtum und die Tiefe Gottes ist, wie soll man das beschreiben, ist unfassbar. Schaut mal in Römer 11, Vers 33. Den habe ich auch noch gemeint. Römer 11, Vers 33. Da wird deutlich, wie tief die Liebe Gottes ist, also wie tief der Gedanke Gottes ist. Da heißt es: "Oh, welche Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes, wie unergründlich sind seine Gerichte und wie unausforschlich seine Wege." Frage: Wenn Gott so einen tiefen, tiefen, tiefen Charakter hat, wie muss dann derjenige sein, der diesen Charakter anderen erklärt? Er muss genauso tief sein. Und deswegen sagt die Bibel: "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und das Wort war Gott." Wenn Jesus nicht Gott war, dann hätte er die Liebe Gottes nicht vollkommen erklären können, denn nur ein vollkommener Gott kann die vollkommene Liebe Gottes erklären. Ist doch klar, oder? Das heißt, schon der erste Vers von Johannes macht absolut deutlich, dass Jesus Gott sein muss, ansonsten macht das ganze Evangelium überhaupt gar keinen Sinn, weil die Grundidee des Evangeliums ist, dass Jesus das Wort ist, die Offenbarung des Charakters Gottes, die Offenbarung der selbst aufopfernden Liebe Gottes, denn der Charakter Gottes ist immer und wird es immer sein, selbst aufopfernde Liebe. Woher weiß ich das? Wo definiert die Bibel oder wo sagt die Bibel, wie Liebe ist? Erste Korinther, Kapitel 13, das hohe Lied der Liebe. Schauen wir ganz kurz rein und ihr habt richtig gesagt, die Bibel sagt, Gott ist die Liebe und wenn Gott die Liebe ist, dann können wir jetzt überall, wo hier Liebe steht, welches Wort einsetzen? Gott. Das machen wir gleich mal, okay? 1. Korinther 13, Vers 4: "Gott ist langmütig und gütig. Gott beneidet nicht. Gott prahlt nicht. Er bläht sich nicht auf. Er ist nicht unanständig. Er sucht nicht das Seine. Er lässt sich nicht erbittern, er rechnet das Böse nicht zu, er freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, er freut sich aber an der Wahrheit. Er erträgt alles, er glaubt alles, er hofft alles und er erduldet alles." So ist Gott. Und alles das, was in den Evangelien geschrieben steht, jede Geschichte, jedes Wunder, jede Begebenheit ist eine Offenbarung dieser drei Verse. Die Langmut, die Geduld, der Glaube, das Ertragen, das sich nicht erbittern lassen. Was heißt sich nicht erbittern lassen? Wann wird man bitter? Man enttäuscht es, wenn man immer und immer wieder gegen eine Wand läuft. Irgendwann wird man bitter. Aber Gott kann 6000 Jahre auf Sünde schauen und wird immer noch nicht bitter. Er lässt sich nicht erbittern. Er glaubt alles, er hofft alles und er sucht nicht das Seine. In all dem Ganzen geht es gar nicht um ihn. Das ist das Interessante. Selbst aufopfernde Liebe ist die Charakteristik Gottes und Jesus als das Wort Gottes muss Gott sein, damit er das offenbaren kann.

[36:22] Jetzt, die Liebe hört niemals auf. Ganz genau. Hat Johannes irgendwo sonst noch so eine Aussage von Jesus, dass er Gott ist? Kennt ihr noch eine Stelle im Johannes-Evangelium, wo er auch deutlich sagt, außer hier: "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott, das Wort war Gott." Irgendwo, wo Jesus dann auch noch mal deutlich macht, dass er wirklich Gott ist? Ja, Johannes 10, wo er sagt: "Ich habe die Vollmacht, das Leben zu lassen und auch zu nehmen." Oder denkt auch an Johannes 8. Schaut mal, Johannes 8, Vers 58. Nur mal so als ein Beispiel, dass ihr seht, dass diese Themen dann sich immer wiederholen. Die kommen immer wieder vor in den Evangelien. Johannes 8, Vers 58, dort sagt Jesus, Johannes 8 und dort Vers 58: "Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich." Er sagt nicht: "war ich", er sagt: "bin ich." Warum sagt er nicht: "war ich", sondern "bin ich"? Weil Gott am Dornbusch gesagt hatte: "Ich bin, der ich bin." Übrigens, habt ihr mal darüber nachgedacht, warum Gott sich an einem brennenden Dornbusch offenbart hat und ihm beigesagt? Warum ein brennender Dornbusch? Er ist das verzehrende Feuer, das stimmt. Das verzehrende Feuer steht übrigens für, für die Liebe Gottes. Hohelied 8, Vers 6, ja, die Liebe ist ein verzehrendes Feuer. Aber warum ein Dornbusch? Hätte auch so brennen können. Die Dornkrone? Ich meine, von allen, die Dornkrone? Vielleicht sogar, ja, interessant. Auf jeden Fall ist der, ist der Busch in der Wüste somit das unspektakulärste Gewächs, was es gibt, oder? Ich meine, verglichen mit einer tollen Tanne oder einem großen, einer großen Zeder oder selbst mit einem, einem schönen Frühblüher ist so ein Dornbusch in der Wüste nur wirklich, also niemand von uns würde sich jetzt freiwillig so einen Dornbusch in den Garten stellen, oder? So, es sei denn, man hat so eine besondere Vorliebe dafür.

[38:38] Ganz genau. Das heißt, von Anfang an hat Gott schon immer versucht zu erklären, dass seine, sein Charakter, sein Wesen sich gerade in dem Einfachen zeigt. Aber wir werden gleich sehen in Johannes noch, das war das Problem, sie haben es nicht begriffen, weil er so unscheinbar war. Nun, gehen wir zurück zu Johannes. Johannes 1. Also das ist eine der deutlichsten Aussagen zur Gottheit Jesu in der ganzen Bibel. "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott." Also Johannes fängt sein Evangelium ganz vorne an, so weit, wie ein Mensch nur nach vorne gehen kann und egal, wo wir zurückgehen in die Zeit, Jesus war schon da und er war bei Gott und er war Gott.

[39:18] Vers 2: "Dieses war im Anfang bei Gott." Warum wiederholt er das gleich noch mal? Er sagt: "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und das Wort war Gott, dieses war im Anfang bei Gott." Warum wiederholt er das? Betont, das ist ihm wichtig. Übrigens, wisst ihr, wie er den Johannesbrief beginnt, den allerersten? Schaut mal, in 1. Johannes, in 1. Johannes ist ganz ähnlich, da merkt man diese Begeisterung, die er gehabt hat für dieses Thema. 1. Johannes 1 und dort Vers 1: "Schaut mal hier, was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens." Und das Leben ist erschienen und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns erschienen ist. Was wir gesehen und gehört haben. Ihr seht, er wiederholt das, weil er so begeistert ist von dem Thema. "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und das Wort war Gott, dieses war im Anfang bei Gott."

[40:47] Jetzt sagt er weiter in Vers 3: "Alles ist durch dasselbe entstanden und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist." Jetzt, was will er damit sagen? Also es ist absolut, woher merkt er, dass es so absolut ist? Er betont es zweimal, aber er sagt nicht zweimal das Gleiche, sondern er sagt es einmal, er sagt es zweimal unterschiedlich, nicht wahr, habt ihr das gemerkt? Einmal positiv und einmal negativ formuliert, seht ihr das? Er sagt, alles ist gemacht worden und von dem allem, was gemacht worden ist, ist nicht eines ohne das Wort gemacht, sodass man wirklich keine Möglichkeit hat, das anders zu interpretieren. Übrigens, der Vers erneut ist ein Beweis dafür, dass Jesus niemals entstanden ist. Ihr wisst, es gibt Leute, die sagen, naja, Jesus ist zwar nicht gezeugt, aber er hat irgendwann mal einen Anfang gehabt und wenn jemand einen Anfang gehabt hat, dann ist er irgendwann nicht geschaffen worden, aber zumindest entstanden, weil jeder, der entstanden ist, war mal vorher nicht da, bevor er da war. So unglaublich philosophisch, nicht wahr? Ich sage es nochmal, jeder, der entstanden ist, war mal nicht da, bevor er jetzt da ist. Aber alles, was jemals entstanden ist, das heißt alles, was jemals nicht da war, ist entstanden durch wen? Durch Jesus. Wenn also Jesus irgendwann mal nicht da gewesen sein sollte, dann muss er sich selbst erschaffen haben und das ist nur wirklich unmöglich. Ganz genau. Das heißt, Jesus ist der Schöpfer.

[42:38] Gibt es in der Bibel im Neuen Testament irgendwo eine Stelle, die deutlich macht, außer 1. Mose 1, dass das Wort Gottes schöpferische Kraft hat? Im Alten Testament, außer 1. Mose 1, dass das Wort Gottes schöpferische Kraft hat. Also, wo es wirklich steht, wo das Wort Gottes steht und die Idee, dass da geschaffen wird. "Er sprach und er stand da, er sprach und es geschah, er bot und es stand da." Genau. Das sind den Psalmen, ganz genau. Die 1 und die 8 kannst du wegnehmen, da hast du schon mal eine 3 und wenn du die verdoppelst, hast du 33. Schau mal mit mir, Psalm 33. Das sind ja alles Ideen aus dem Alten Testament, die er der Johannes aufgreift. Psalm 33 und dort Vers 6 und Vers 9. Psalm 33, Vers 6 und Vers 9, dort steht: "Denn er" – Vers 6 – "denn die Himmel sind durch das Wort des Herrn gemacht und ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes, denn er sprach und es geschah, er bot und es stand da." Gibt es im Neuen Testament, außer der Stelle jetzt in Johannes, noch eine Stelle, wo deutlich wird, dass Jesus der Schöpfer ist? Wenn euch jemand fragt, im Neuen Testament, wo steht, dass Jesus die Welt geschaffen hat, welche Stelle würdet ihr erwähnen? Hebräer, wo genau? Hebräer, wo? Ganz am Anfang, genau. Hebräer 1. Hebräer 1 und dort Vers, wer hat's? Vers 10, oder was hast du gesagt? Vers 2 auch schon, ganz genau. "Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen." Oder Vers 10: "Du, o Herr, hast im Anfang die Erde gegründet und die Erde, Himmel sind das Werk deiner Hände." Also Johannes beginnt mit Jesus als dem ewigen Gott, der alles geschaffen hat, was jemals entstanden ist. Du wolltest noch Kolosse sagen. Kolosse 1,16 können wir auch noch kurz notieren hier. Kolosse 1,16. Das sind so sehr klare, deutliche Aussagen. Kolosse 1,16: "Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten, alles ist durch ihn und für ihn geschaffen." Und das macht deutlich, dass Johannes sogar noch weiter zurückgeht als Mose, denn Moses Anfang ist bei der Schöpfung der Welt. "Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde." Da geht es um den Planeten. Aber wir wissen, noch lange bevor es diese Erde gab, gab es schon im Himmel geschaffene Wesen, oder? Da gab es Engel, da gab es schon den Kampf im Himmel und Johannes geht noch davor zurück und sagt, alles, was entstanden ist, auch der Luzifer und alle Engel sind geschaffen durch Jesus Christus. Von allen Bibeltexten, die es gibt in der Bibel, geht wohl keiner so weit zurück in die Vergangenheit wie Johannes 1, Verse 1-3. Das ist wirklich, das ist der absolute Nullpunkt sozusagen, wenn man so eine Zeitskala tiefer kommt. Das ist der Anfang schlechthin.

[46:46] Gehen wir noch ganz kurz zu Johannes 1, Vers 4 und 5 und dann machen wir eine Zäsur und machen das nächste Mal ab Vers 6 weiter. Johannes 1, Vers 4 und 5, dort heißt es: "In ihm war das was?" War das Leben. Kleine Notiz hier, das Wort, was hier steht für Leben, das Wort "Zoe", ist das Wort für das ewige Leben und nicht so sehr für das physische Leben, das wir haben. Mit anderen Worten, in ihm war das ewige Leben. Er hat das ewige Leben also nicht vom Vater geborgt oder abbekommen, sondern es ist in ihm. Jetzt kennt ihr eine andere Stelle, wo Johannes eine Geschichte beschreibt oder eine Aussage von Jesus, wo Jesus genau das sagt, dass in ihm das Leben ist. "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" steht wo? Johannes. Das ist eine andere Stelle. "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" steht in Johannes Kapitel 14, Vers 6. Ich war Johannes 14, Vers 6, werden wir auch noch mal dazu kommen. Also ihr seht, diese Themen, die hier ganz geballt am Anfang sind, die kommen dann später im Evangelium immer wieder vor. Deswegen lohnt es sich, diese Einleitung so gründlich zu lesen.

[48:05] Und warum sagt es, dass das Leben das Licht der Menschen war? Also Jesus ist das Wort, er ist Gott, er ist der Schöpfer, er ist das Leben und jetzt heißt es auch noch, er ist das Licht. Damit die Menschen Gott erkennen, gibt es eine Aussage von Jesus, wo er genau das sagt, dass er das Licht ist. Wo steht das? "Ich bin das Licht der Welt." Das ist eine andere Stelle. "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des ewigen Lebens haben." Wo sagt er das? Wo steht: "Ich bin das Licht der Welt"? Wo sagt das Jesus? Auch Johannes. Also wenn wir später lesen, Johannes 14, "Ich bin das Leben" oder in Johannes 8, Vers 12: "Ich bin das Licht der Welt", dann lohnt es sich immer im Hinterkopf zu haben, was hier am Anfang im ersten Kapitel steht. "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott, das Wort war Gott, dieses war am Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen." Und dann heißt es in Vers 5: "Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht begriffen oder ergriffen." Frage: Wenn alles, was wir bisher gesagt haben, so zusammenpasst, was wäre eurer Meinung nach dann die Finsternis? Naja, was für ein Tod. Die Bibel kennt ja zwei Tode. Also wenn das Licht das ewige Leben ist, "in ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen." Also das Licht ist definiert als das ewige Leben. Das ist das Licht, weil Gott ist Licht und Gott ist ewiges Leben. Also das ewige Leben ist das Licht, dann wäre durch Kontrast die Finsternis was? Der ewige Tod. Aber woher kommt der ewige Tod? Von der Sünde, denn der Paulus sagt ja, dass der Tod der Sünde ist. Ganz genau. Das heißt, hier wird zum ersten Mal diese Idee von Licht und Finsternis angesprochen.

[50:48] Frage: Welche oder wo lesen wir im Alten Testament etwas, was uns erklärt, woher diese Finsternis kam? Machen wir das noch zum Ende und dann Schluss für heute. Woher kommt diese Idee von der Finsternis? Was beschreibt diese Finsternis im Alten Testament? Es ist ja hier ein Licht und Finsternis Konflikt. Ja, also wir haben auch in der Schöpfungsbericht diese Konflikt von Licht und Finsternis. Ja, die Erde war wüst und leer und Finsternis auf der Tiefe und das Licht scheint dann in die Finsternis, weil Gott sagt: "Es werde Licht." Interessanterweise bleibt auch Finsternis übrig, ja, Licht und Tag.

[52:06] Also die Idee ist ja die, wenn das Licht ein Symbol ist für das ewige Leben. Das ewige Leben im Wort Gottes ist. Das Wort Gottes ist der Charakter Gottes. Wo zeigt sich der Charakter Gottes am deutlichsten? Wo zeigt sich der Charakter Gottes am deutlichsten? Am Kreuz von Golgatha, ja? Und beschrieben ist er am deutlichsten in den 10 Geboten. Wenn also die 10 Gebote, der Charakter Gottes, den Charakter Gottes beschreiben und Jesus das Wort ist, dann beschreibt das ganze Leben von Jesus die Idee Gottes der 10 Gebote. Das ist das Licht. Deswegen sagt ja auch die Bibel: "Haltet die Gebote, das ist euer Leben", sagt der Mose, nicht wahr? "Leben und Tod habe ich euch vorgelegt, die 10 Gebote." Und dann ist die Finsternis, die Sünde, die Übertretung des Gesetzes. Und ihr kennt die Geschichte, wir müssen das nicht lesen. Das Alte Testament spricht davon, dass einer sich selbst erhöht hat, richtig? Wo sagt das das Alte Testament, dass einer sich selbst erhöht hat? Es ist Jesaja 14, ja? Wo er sich selbst erhöht, der Luzifer, und nach den Sternen Gottes greift. Könnt ihr euch erinnern, was wir gesagt haben über die Liebe? Was ist ein Kennzeichen der Liebe? Was ein Kennzeichen der Liebe? Die Liebe erduldet alles, sie lässt dich nicht erbittern und sie sucht nicht das ihre. Der große Konflikt entsteht letztendlich über diese Eigenschaft. Gottes Liebe ist selbstlos, sie opfert sich auf. Das war sie schon immer. Und Satans Grundidee war immer schon: Was springt am Ende für mich dabei heraus? Und Johannes beginnt sein Evangelium und sagt: "Schau her, wenn du das Leben Jesu verstehen willst, wenn du wissen willst, was dort passiert ist, wenn du die Gleichnisse und die Wunder und all seine Predigten verstehen willst, dann musst du wissen, es gibt diese zwei Ideen. Diese beiden Ideen, die kämpfen auch in unserem Leben, oder? Im Anfang war das Wort. Seit es Gott gibt, ist sein Charakter transparent. Wir können in die Schöpfung schauen, nicht wahr? Alles, was Gott geschaffen hat, was Jesus geschaffen hat, beschreibt seinen Charakter. Ist euch mal aufgefallen, dass in der Schöpfung alles einander dient? Egal, ob es der Wasserkreislauf ist oder die Tiere, wo ein Tier immer einen Dienst für den anderen letztendlich zu tun hat. Wenn die Natur in ihrem Gleichgewicht ist, selbst nach dem Sündenfall, ist sie noch ziemlich im Gleichgewicht. Alles dient einem anderen. Jemand hat mal gesagt, es gibt nichts in dieser Welt, was nicht einem anderen dient, außer das sündige Herz des Menschen. Das Einzige, was sich diesem Prinzip völlig widersetzt. Und deswegen heißt es hier: "In ihm war das Leben, das Leben war das Licht der Menschen und das Licht scheint in die Finsternis und doch ist es offensichtlich so, dass es nicht so ein Licht ist, wie wir das kennen, denn wenn hier der Raum finster ist und das Licht hineinscheint, was passiert mit der Finsternis? Es wird hell. Die Finsternis verschwindet, aber hier ist offensichtlich eine Finsternis, die finster bleiben kann, selbst wenn das Licht an sich herankommt. Was sagt euch das? Das Licht Gottes kann zwar die Finsternis erhellen, aber die Finsternis kann auch finster bleiben. Das ist sehr interessant, oder? Das heißt offensichtlich ist die Kommunikation Gottes, das Wort, immer auch darauf bedacht, dass der andere es annimmt. Gottes Reden, Gottes Wort, Gottes Kommunikation ist nicht Einbahnstraße. Er verändert nicht einfach nur, sondern er wartet darauf, dass die verändernde Kraft Gottes auch angenommen wird.

[56:27] Genau, das ist genau der Gedanke, wo Jesus sagt: "Ich bin das Licht der Welt." Das ist ja fast die Wiederholung von dem Vers hier. Ganz genau, ganz genau. Wenn wir ihm nachfolgen und deswegen ist es wichtig, dass wir verstehen, was es bedeutet, dass das Licht in die Finsternis hineinschauen kann. Schauen wir mal in den letzten Vers heute und zwar in 2. Korinther 4, Vers 6. Das ist jetzt nicht Johannes, das ist Paulus, aber genauso zum Punkt. "Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi." Später in Johannes 1, Vers 14 heißt es: "Das Wort wurde Fleisch und wir sahen seine Herrlichkeit." Was war eine Herrlichkeit? Die Herrlichkeit eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Nächstes Mal werden wir darüber sprechen, über die nächsten Verse von Vers 6 bis 14. Die Gnade und die Wahrheit Gottes Charakter. Dieses Licht kann in die Finsternis hineingehen, wenn wir das Herz aufmachen und das Evangelium beginnt mit dieser Grundidee. Es gibt zwei Gedanken dort im Universum. Einer schon so alt wie die Ewigkeit, der Gedanke der selbst aufopfernden Liebe und der andere relativ neu, der Gedanke des Egoismus. Aber alles, was geschaffen worden ist, alles, was jemals an Gutem entstanden ist, ist immer entstanden durch selbst aufopfernde Liebe. Und diese selbst aufopfernde Liebe ist das Einzige, was ewiges Leben garantieren kann. Und das ganze Evangelium, nicht nur von Johannes, sondern auch von Matthäus, Markus und Lukas, kreist um diese Idee. Alles, was wir im Leben von Jesus studieren wollen, müssen wir studieren unter diesem Gesichtspunkt, dass Jesus die Verkörperung von selbst aufopfernder Liebe ist. Also der von euch möchte sagen, das Wort, da muss ich mehr drüber nachdenken. Ich glaube, Gott hat mir etwas zu sagen. Ich glaube, er möchte mir etwas über seinen Charakter mitteilen. Und es reicht nicht nur aus, dass das scheint, es muss auch direkt in mein Herz scheinen. Denn das, was hier steht, steht schon seit 2000 Jahren im Johannes-Evangelium. Aber es wirkt nur dann, wenn wir das Herz aufmachen und diese Gedanken in unser Herz hineinlassen. Wollen sie es vornehmen? Nächste Woche schauen wir uns dann die Verse 6 bis 18 an und sehen dann, wie Johannes diesen Gedanken weiterentwickelt. Und das wird sehr, sehr spannend werden. Jetzt wollen wir noch zum Abschluss beten und dann noch ein paar Minuten uns mit der Offenbarung beschäftigen. Lasst uns in die Knie zum Gebet.

[59:49] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir von dir lernen konnten und sehen konnten, was das Johannes-Evangelium für tiefe Schätze birgt. Manches davon war uns vielleicht schon bekannt, aber viel wichtiger als neue Dinge zu erkennen ist, ist, dass wir das, was wir schon wissen, auch zum Leben praktizieren. Wir danken dir, dass wir sehen können, dass das Evangelium nicht eine neue Idee ist, sondern einfach nur die Entfaltung von Prinzipien, die so alt sind wie du selbst, die seit Ewigkeiten bestehen, die schöpferische Kraft haben. Dank, dass wir heute deutlich sehen konnten, dass Jesus wahrer Gott ist, dass er der Schöpfer ist und dass er in all dem, was er tut und sagt, das Prinzip der selbst aufopfernden Liebe uns präsentiert. Sei du jetzt bei uns, wenn wir das versuchen, unserem Leben zu überdenken und anzuwenden und segne uns im Namen Jesu. Amen.


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