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In dieser Predigt beleuchtet Lukas Hermann die Berufung der Jünger durch Jesus Christus. Anhand biblischer Berichte aus Matthäus, Lukas und Johannes wird detailliert untersucht, wie Jesus seine ersten Nachfolger ansprach und wie diese auf seinen Ruf reagierten. Die Predigt betont, dass die Berufung kein plötzliches Ereignis war, sondern auf einer längeren Kennenlernphase und dem Aufbau von Vertrauen basierte. Es wird gezeigt, wie Jesus die Menschen dort abholte, wo sie waren, und sie durch seine Methode des Mitgefühls und Vertrauensgewinnung zur Nachfolge bewegte.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich Willkommen hier auf joelmedia.de und auch hier vor Ort in Wangen.

[0:08] Und herzlich Willkommen, der Christopher steht heute nicht da, denn er ist in Rostock, hat er mir gesagt, er hat mich einspringen lassen. Und wir fahren heute fort mit der Serie "Der Ersehnte". Allerdings werde ich nicht genau da anknüpfen, wo Christopher aufgehört hat. Ich werde es ihm überlassen, seine ausgearbeiteten Vorträge dann weiter zu machen. Und ich werde mit einem kleinen Zwischen einer, wie gesagt, einem Gastvortrag einspringen. Und wir schauen uns mal eine interessante Geschichte an. Und zwar Christopher geht ja immer relativ ins Detail. Wenn er sich die Geschichten anschaut, er nimmt sich sechs Verse vor und geht dann Schritt für Schritt. Und wir wollen etwas in die Vogelperspektive abheben und wollen uns die Geschichte mal ein bisschen aus der Vogelperspektive anschauen und ein paar interessante Verbindungen ansehen.

[1:03] Und zwar habe ich mir die folgende Geschichte ausgesucht, das ist die von Jesus, wie er seine Jünger beruft. Sehr spannende Geschichte. Lass uns anfangen mit einem Gebet, bevor wir in die Bibel einsteigen. Und ihr dürft gerne sitzen bleiben auch zum Gebet. Großer Vater im Himmel, ich möchte dir sehr danken, Herr, dass wir jetzt deine Bibel aufschlagen dürfen und etwas lernen dürfen von deinem Wort. Vater, lehre du uns, das, was du dort hineingelegt hast, zu verstehen und umzusetzen. Im Namen Jesu, Amen.

[1:44] Und zwar fangen wir an im Matthäus, Kapitel 4, Vers 18. Das ist ein Kapitel, das der Christopher in dieser Serie erst ganz kürzlich durchgenommen hat. Das ist nämlich die Geschichte, wie Jesus auf seine ersten Jünger trifft. Matthäus, Kapitel 4, Vers 18. Und ich lese mal gerade vier Verse draus, die vier Verse von diesem Abschnitt. Dann sprechen wir drüber. Als Jesus aber am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas. Die warfen das Netz in den See, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen. Da verließen sie sogleich die Netze und folgten ihm nach.

[2:44] Jetzt, die Geschichte, wenn ich mir die vorstelle, dann denke ich mir immer, wie Jesus so am See vorbeiläuft. Man hat so ein bisschen den Sandstrand mit groben Kieselsteinen. Ich weiß nicht genau, warum ich mir das so vorstelle, aber so stelle ich mir das irgendwie vor. Groben Kieselsteine, das sind die Schiffe, die waren die Nacht draußen, sind reingekommen, machen gerade ihre Netze wieder, reparieren die, weil es gibt ja immer noch ein paar Lücken, die da reingefressen wurden von den Fischen. Und Jesus kommt vorbei und ruft, wie aus der Ferne ruft er seinen Jüngern zu: Folgt mir nach, kommt. Und sie verlassen einfach alles, verlassen ihren Vater sogar, wie es heißt in dem nächsten Vers, der da steht und mit ihnen arbeitet, und folgen Jesus nach.

[3:29] Und ich denke mir dann, wenn ich das lese, denke ich mir, das ist eigentlich sehr interessant. Weil ich kann mir das gar nicht so einfach in die Gegenwart holen. Wenn ich jetzt irgendwo auf der Straße vorbeilaufen würde, und ich würde zu jemandem Wildfremden sagen: Folge mir nach. Es ist unrealistisch, dass die Person einfach alles stehen und liegen lässt. Jesus mag einen besonderen Charme gehabt haben, und trotzdem ist es sehr schwierig vorstellbar, wie sowas so plötzlich passiert.

[4:02] Und deswegen wollen wir die Geschichte etwas auseinandernehmen. Bevor wir das tun, will ich kurz zwei Fragen stellen. Und zwar zu dieser Geschichte. Wann ist die passiert und wo? Jetzt dürft ihr an eurer Bibel ein bisschen gucken und gucken, ob ihr Hinweise findet. Also wann, damit meine ich nicht unbedingt das spezielle Jahr, sondern eher so in welchem Rahmen, was ist vorher passiert, was passiert nachher? Guckt einfach mal, ob ihr ein bisschen was finden könnt. Es ist nach der Versuchung in der Wüste passiert, genau. Es ist aber weit nach der Versuchung in der Wüste. Es ist direkt nach, ja, sag ruhig lauter. Ah, okay. Ja, stimmt, stimmt. Ja, das ist mir nicht. Genau, du hast recht. Also im Matthäus-Evangelium sieht es in der Tat so aus, als ob Jesus direkt aus der Wüste zurückkommt und dann passiert dieses Geschehnis. Aber wir werden sehen, dass da tatsächlich noch eine gewisse Zeit dazwischen liegt. Aber zwischen dieser Versuchung und dieser Geschehnis jetzt, selbst im Matthäus-Evangelium ist noch ein Zwischeneinschub. Er hat angefangen zu predigen. Ja, er hat, sehr gut, sorry, du wolltest noch weiter sagen? Also er hat angefangen zu predigen und wo hat er angefangen zu predigen? In Galiläa. In Galiläa, okay.

[5:37] Also ich werde jetzt hier eine Karte hinmalen, weil ich dachte, mir hilft das immer weiter und ich hoffe, das ist so. Also der See Genezareth sieht ungefähr so aus und da kommt dann unten der Jordan raus und geht hier so ins Tote Meer rein. Ja, so ungefähr. Und da oben sind die Quellflüsse. Und Galiläa ist der Bereich ungefähr so ganz Pi mal Daumen, so hier. Das ist so Galiläa. Okay.

[6:13] Wisst ihr zufällig, wo genau Petrus und Andreas gewohnt haben? Welche Stadt das war? Es steht nicht direkt in dem Vers, es kommt später noch. Vielleicht weiß jemand von euch aus Erinnerung. Vielleicht weiß jemand von euch, wo das Hauptquartier, das Zentrum von Jesu Dienst war, wo er sich so niedergelassen hat und von wo aus er immer losgezogen ist. Kapernaum. Wisst ihr ungefähr, wo Kapernaum liegt? So Nordosten vom See im Prinzip. Also soviel ich mich erinnere, ich könnte es kurz in eurer Bibel nachgucken, müsste es ungefähr hier sein, irgendwo hier. Aber irgendwo so grob in dieser Region müsste Kapernaum sein. Okay. Und die beiden kommen relativ nah von da. Also irgendwo da oben muss es geschehen sein.

[7:17] Jetzt gehen wir noch mal kurz zurück zu der Zeit, zum zeitlichen Hinweis. Guckt noch mal in eure Bibel und schaut mal in Matthäus 4, Vers 12. Da steht: Als aber Jesus hörte, dass Johannes gefangengesetzt worden war, zog er weg nach Galiläa und fing dann an zu predigen. Das heißt, ein Ereignis wird hier hervorgehoben, wann Jesus genau seinen Dienst hier begann. Und das war zu dem Zeitpunkt, als Johannes der Täufer gefangengesetzt wurde. Gut.

[7:57] Jetzt schauen wir uns diese gleiche Geschichte noch mal aus einer klein anderen Perspektive an und fügen ein paar Details hinzu. Gehen wir zum Lukas. Lukas, Kapitel 5. Hier wird die gleiche Geschichte noch mal erzählt, aber noch ein bisschen ausführlicher. Lukas, Kapitel 5 und die ersten drei Verse. Hier heißt es Folgendes. Es begab sich aber, als die Menge sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, dass er am See Genezareth stand. Und er sah zwei Schiffe am Ufer liegen. Die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen die Netze. Da stieg er in eines der Schiffe, das Simon gehörte, und er bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren, versetzte sich und lehrte die Volksmenge vom Schiff.

[9:02] Also was hier passiert ist, ist Folgendes. Jesus hat angefangen zu predigen. Und er hat interessanterweise angefangen zu predigen in Nazareth, direkt in seiner eigenen Synagoge, ging dann nach Kapernaum und heilt dort einen, der einen unreinen Geist hat. Das ist so die Geschichte, die direkt hier am Ende von Lukas 4 kommt. Und dann heilt er noch jemand, und zwar Petrus' Schwiegermutter. Also er hat diese zwei Heilungen gerade gemacht, und jetzt steht er so am See rum. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, gerade so außerhalb der Stadt, und er hat gerade diese zwei Heilungen gemacht. Und es war einer auch der ersten Heilungen, die er gemacht hat, weil direkt am Anfang seines Dienstes, später hört man noch von vielen, vielen Heilungen, die er durchgeführt hat. Ganze Städte wurden geheilt. Aber das hier waren so die ersten Präzedenzfälle. Und die Leute waren natürlich ganz aus dem Häuschen und wollten diesen Jesus sehen. Und kamen alle ans Meer, und er sieht Petrus und sein Bruder und ein paar andere Fischerboote noch, steigt dann in dieses Boot hinein und predigt dann eben mit Abstand, dass auch jeder das hören kann.

[10:17] Wer weiß noch so aus der Erinnerung, was danach passiert mit dem Petrus in seinem Boot? Das ist so eine bekannte Geschichte eigentlich. Genau, er predigt am Boot, von der Predigt wird selber nichts gesagt, aber es passiert was im Boot. Es passiert was vor allem mit dem Petrus selbst. Ja, da kommt noch was davor. Wir können kurz weiterlesen. Genau, da kommt der Fischfang. Genau, da kommt genau der Punkt. Also Jesus macht ja quasi noch ein Wunder direkt vor Petrus' Augen. Die Netze werden nochmal ausgeworfen. Und dann kommt genau die Szene, wo du gesagt hast, wir können nochmal reinlesen. Und Simon antwortete in Vers 5 und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und als sie das getan hatten, fingen sie eine große Menge Fische und ihr Netz begann zu reißen. Da winkten sie den Gefährten, die im anderen Schiff waren, dass sie kommen und ihnen helfen sollten. Und sie kamen und füllten beide Schiffe, sodass sie zu sinken begannen. Wir kennen die Geschichte, es kommen noch andere Leute dazu. Jakobus kommt und Johannes. Und in Vers 10, gleich wie auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simon Teilhaber waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, von nun an sollst du Menschen fangen. Und sie brachten die Schiffe ans Land, verließen alles und folgten ihm nach.

[11:59] Also hier haben wir ein bisschen mehr Fleisch zu der Geschichte. Es ist nicht so, dass Jesus sie von Ferne aus zugerufen hat, sondern er war im Boot mit ihnen. Er hat das Wunder gemacht. Petrus und die anderen haben das Wunder gesehen, haben das miterlebt. Interessanterweise hat Jesus die vier in dem Fall eigentlich berufen, zu dem Zeitpunkt, wo sie viele, viele Fische im Netz hatten. Vielleicht ist es manchmal bei euch auch so, dass Gott euch beruft, wenn gerade ein Erfolg vor euch steht. Es ist sehr strategisch hier von Jesus, der quasi diese Wahl dem Petrus gibt und sagt: Schau, hier ist der weltliche Erfolg. All die Fische, alles Geld, das du daraus machen könntest. Und genau dann beruft er ihn. Und genau dann verlässt Petrus seine Netze.

[13:02] Das sieht man immer wieder in den Evangelien, wie Jesus öfter Leute beruft aus sehr erfolgreichen und gutständigen Situationen und sie ihm antworten. Aber das ist gar nicht der Punkt, auf den ich hinaus will. Ich möchte mit euch noch ein bisschen weiter rauszoomen aus dieser Geschichte und mal gucken, was da noch so dahinter steckt. Und das Interessante ist, dass eigentlich Johannes mit der Geschichte beginnt. Und wir eröffnen mal das erste Kapitel von Johannes. Denn hier steigen wir eigentlich erst richtig ein in diese ganze Geschichte mit den Jüngern. Jetzt Johannes ist ja einer, der sein Evangelium erst ungefähr 90 Jahre nach den anderen geschrieben hat. Oder 80, 70 Jahre, je nachdem wann die anderen das geschrieben haben. Aber er hat es in seinem hohen Alter geschrieben, zwei Generationen nach dem Tod von Jesus. Und er hat relativ viele Lücken ausgefüllt, die die anderen nicht erwähnt haben. Gerade in der ersten Zeit. Vielleicht ist euch aufgefallen, dass der Matthäus, der ist direkt von der Versuchung in der Wüste, ist er direkt gesprungen zu der Zeit, wo Johannes schon im Gefängnis war.

[14:19] Okay, jetzt lesen wir mal Kapitel 1 und fangen an mit Vers 35. Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes. Vers 37. Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgten, sprach er zu ihm: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi, das heißt übersetzt Lehrer, wo wohnst du?

[15:01] Okay, jetzt gehen wir zurück zu unserer Grafik hier. Und jetzt schauen wir mal an, wann ist das ungefähr passiert? Einfach so ein paar Hinweise und wo. Fangen wir mit wann an. Wann ist diese Geschichte passiert? Am nächsten Tag. Ja, was ist am vorigen Tag passiert? Das ist eine interessante Frage. Schauen wir mal in Vers 29. Das ist sehr interessant, da steht das Gleiche nochmal. Da steht: Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und sprach: Siehe, das Lamm Gottes. Das heißt, es ist zwei Tage aufeinander ist ja das Gleiche passiert. Johannes sieht Jesus und sagt über ihn, dass er das Lamm Gottes ist. Was ist davor passiert? Die Taufe von Jesus. Und ja, wir können kurz reinlesen und zwar Vers 28. Da steht: Dies geschah, das beantwortet auch schon die andere Frage. Dies geschah in Bethabara, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte. Und wenn wir noch ein Vers zurückgehen, dann steht hier: Dieser ist, der nach mir kommt, der vor mir gewesen ist. Und ich bin nicht würdig, ihm die Schuhriemen zu lösen.

[16:24] Jetzt über wen spricht Johannes hier? Das Offensichtliche ist Jesus. Johannes macht es ein bisschen anders, wie alle anderen Evangelienschreiber. Alle anderen Evangelienschreiber beschreiben direkt das Event. Sagen: Hier kam Jesus und Johannes hat ihn getauft. Johannes macht es etwas anders. Er beschreibt es, wie wenn Johannes es aus der dritten Person erzählt. Da kommen ja die Pharisäer zu Johannes und die fragen ihn aus. Und er berichtet dann, so wie aus zweiter Hand berichtet er von dem Tag, als damals Jesus getauft wurde. Also das ist nicht direkt das Event, das hier vorne dran stand, sondern es ist Johannes, der quasi über das Event spricht. Also meine Theorie ist es, dass von der Chronologie her, das direkt nach der Versuchung in der Wüste passiert. Das heißt, Jesus wurde getauft. Wir wissen, dass er direkt danach in die Wüste ging. Er kam dann zurück und Johannes war ein bisschen frustriert. Er war frustriert, weil er eigentlich gehofft hatte, dass Jesus sich jetzt richtig offenbart. Als er ihn getauft hat und dann kam die Stimme vom Himmel und Johannes hat erwartet, dass Jesus sich jetzt richtig offenbart und seine Stellung einnimmt. Hat er aber nicht getan. Und man kann schon fast sagen, so halb frustriert steht jetzt Johannes da und sagt: Dies ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt.

[18:06] Und was passiert? Was passiert daraufhin, wenn er das gesagt hat? Das finde ich so lustig. Es passiert überhaupt nichts. Die Leute hören das alle und keiner reagiert. Keiner macht was. Keiner folgt Jesus nach. Zumindest ist es nicht aufgeschrieben, dass weitere Fragen gefragt werden, dass es viel Tamtam gibt, sondern es wird einfach gesagt und das war es. Und dann heißt es auf den nächsten Tag wieder. Und diesmal stehen zwei Jünger bei sich und Johannes holt so seinen Zaunpfahl raus und sagt: Hier, das Lamm Gottes. Und es dauert bis zu dem Zeitpunkt, bis die Jünger das mehr oder weniger begreifen und anfangen jetzt quasi Jesus mal selber zu fragen.

[19:00] Ich finde es sehr interessant, weil meine Schwester hat mich mal gefragt, jetzt meine Schwester ist keine Adventistin, aber sie hat in ihrem Herzen schon den Heiligen Geist wirkenspürlich, da bin ich mir ganz sicher. Und sie hat mich mal folgendes gefragt. Sie hat gefragt: Was ist, wenn ich Gottes Willen für mich verpasse? Was ist, wenn Gott mir einen Auftrag geben will und ich kriege es nicht mit? Ich verpasse es irgendwie. Vielleicht kennt ihr die Frage. Die Frage geht auch ein bisschen mit ein und her. Wie kann ich den Willen Gottes für mein Leben erkennen? Sie fragt dann: Auf was muss ich achten? Muss ich auf das achten? Muss ich auf das achten? Was ist, wenn ich auf diesen einen Hinweis nicht achte? Was ist, wenn ich den Willen Gottes für mein Leben verpasse? Oder gibt es die weitergehende Frage noch: Was ist, wenn ich meinen Lebenspartner, den Gott mir in den Weg stellt, verpasse, nur weil ich den einen Moment nicht mitkriege?

[19:51] Und ich finde es so interessant, dass Gott den Jüngern hier mehrere Chancen gibt. Er weist sie nicht nur einmal drauf hin und das war es, sondern immer wieder, bis sie es begreifen. Und das ist das Schöne an Gott. Er hilft uns, manchmal sind wir schwer von Begriff und wir erkennen nicht direkt, was ist eigentlich, was Gott von mir will in dem Moment. Aber er bleibt dran, bis wir es begriffen haben und bis wir dann selber eine Entscheidung treffen können. Für oder dagegen? Hoffentlich dafür.

[20:22] Gut, wir haben jetzt hier die zwei Jünger. Jetzt nochmal zurück zu den Fragen. Also wann ist es passiert? Das haben wir gerade mehr oder weniger geklärt. Es war also nach dem Wüstenaufenthalt von Jesus. Direkt danach, noch während Johannes der Täufer getauft hat und nicht im Gefängnis war. Jetzt, wo ist es passiert? Wer erinnert sich noch? Wir haben es vorhin gelesen. Bethanien. Jetzt weiß jemand von euch, wo Bethanien ist.

[21:00] Wo ist jenseits des Jordan? Jenseits heißt ja auf der anderen Seite. Was bedeutet auf der anderen Seite? Welches ist denn diese Seite? Genau, also diese Seite ist im Westen. Das liegt einfach daran, weil die Juden generell hier ihr Jerusalem hatten und ihr Herrschaftsgebiet und eine Judea. Das heißt, die andere Seite oder jenseits des Jordan ist auf dieser Seite hier. Jetzt, wo auf dieser Seite? Hier oben oder hier in der Mitte oder hier unten? Hier unten. Bethanien ist ungefähr hier, glaube ich. Ich kann das noch dazuschreiben.

[21:46] Interessanterweise, da steht Bethabara, das stimmt. Das ist ein alternativer Name. Es wird etwas gestritten um die genaue Position von Bethanien. Es gibt hier unten einen Ort, der heißt Bethanien. Mit dem ist auch dieses Bethabara gemeint. Aber es gibt hier oben wohl auch noch einen Ort, der so ähnlich heißt. Man ist sich nicht ganz sicher. Es liegt daran an dem, was wir jetzt gleich lesen werden. Da gibt es ein paar Indizien, wo man sagen könnte, vielleicht ist Bethanien doch nicht da unten. Aber ich habe im Leben Jesu nachgelesen und es ist da unten. Und das Interessante ist, da ist eine Stadt in der Nähe, die sehr bekannt ist. Nicht nur Jerusalem, Jerusalem ist hier hinten irgendwo. Aber hier direkt ist eine andere Stadt. Weiß niemand zufällig, was da ist? Eine ganz wichtige Stadt in der Geschichte von Israel. Es ist Jericho. Jericho liegt da ungefähr hier. Vielleicht erinnert man sich, dass Joshua damals den Jordan überquert hat und dann direkt Jericho angegriffen hat. Joshua hat ungefähr hier den Jordan überquert und Jericho angegriffen. Und das ist ungefähr der gleiche Ort, wo Johannes der Täufer getauft hat, und zwar Jesus.

[23:07] Das finde ich eigentlich sehr interessant, weil man könnte sagen, dass genau der gleiche Ort, wo die Geschichte von Israel damals angefangen hat, im gelobten Land, genau da fängt jetzt die Geschichte des Neuen Testaments wieder an. Genau an der gleichen Stelle im Jordan wird Jesus getauft. Also kleine Nebensache. Was aber interessant ist, ich habe mir angeschaut, wie weit die zwei Orte voneinander entfernt sind. Das wird gleich wichtig. Und ich schreibe das mal hin. Die Entfernung hier von diesem Punkt, also da, wo der Jordan rauskommt aus dem See von Genezareth, bis nach Bethanien da unten, ist so Pi mal Daumen 110 Kilometer. Plus nochmal 20 oder 30 Kilometer See. Das heißt, die Strecke von Kapernaum nach Bethanien ist ungefähr die Strecke von hier nach Heidelberg oder Mannheim. Einfach so von der Distanz, Entfernungsdistanz sich vorzustellen.

[24:16] Jetzt lesen wir weiter. Wir haben gerade gesehen, dass die beiden Jünger Jesu nachgefolgt sind. Sie sind ihm hinterhergelaufen, haben ihn gefragt: Wo wohnst du? Und was ist die Antwort von Jesus? Kommt und seht. Sie kommen tatsächlich und schauen sich an. Ich finde es ganz interessant. Hier steht ja nicht: Kommt und hört. Wenn man das vielleicht manchmal in christlichen Kreisen vermuten dürfte, dass man Leute einlädt, etwas zu hören. Sondern es heißt: Kommt und seht. Seht, wie wir zusammen leben. Seht, wie Jesus lebt. Sie kamen und sahen, wo er wohnte und blieben jenen Tag bei ihm. Selbst Jesus hat einfach mal spontan Gäste eingeladen.

[25:04] Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachfolgen. Jünger Nummer eins sozusagen von dem Jesus hier ist der Andreas. Und der Andreas ist einer, der ist unglaublich aktiv. Denn gleich im nächsten Vers bringt er jemanden zu Jesus. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Das heißt übersetzt in Gesalten. Das heißt, was macht jetzt der Andreas? Direkt nachdem er mit dem Jesus für einen Tag lang war. Er missionierte. Wen missionierte? Seinen Bruder. Und wie missionierte er seinen Bruder? Genau, richtig.

[26:01] Er geht einfach hin und sagt: Wir haben den Messias gefunden. Ich will das einfach mal hinschreiben, weil das interessant ist. Also wir haben Andreas. Und der sucht jetzt den Petrus. So. Und jetzt geht die Kette weiter. Jetzt spricht Jesus direkt zu Petrus. Und er führte ihn zu Jesus. Hätten wir vielleicht mitlesen sollen. Darauf wollte ich eigentlich auch ein bisschen hinaus. Es ist interessant, dass er nicht einfach nur irgendwas sagt. Sondern er sagt einfach: Komm mit. Und bringt ihn da direkt zu Jesus. Und sagt auch gar nicht viele Worte, sondern lässt dann einfach Jesus sprechen.

[26:47] Und Jesus sagt was? Und er sagt: Bruder, 42. Du bist Simon, Jonas' Sohn. Du sollst Kephas heißen. Das heißt übersetzt Einstein. Also er gibt ihm gleich mal einen neuen Namen. Am folgenden Tag, heißt es in Vers 43, wollte Jesus nach Galiläa reisen. Jetzt, wo war Jesus zu dem Zeitpunkt? Wo war Jesus? Wer erinnert sich noch? In Britannien, ja genau. Ich wollte nur, dass ihr mitdenkt. Also Jesus war hier unten in Britannien. Und er wollte nach Galiläa reisen. Das heißt, er wollte hier diese lange, wahrscheinlich zwei Tagesmarsch. Ich gehe mal davon aus, dass man 50 Kilometer vielleicht zu Fuß schafft pro Tag. Wenn man gut zu Fuß ist. Also zwei bis drei Tagesmarsch zurück nach Galiläa. Aber er wird aufgehalten. Er wird aufgehalten. Und zwar von Philippus. Da findet er Philippus. Und spricht zu ihm: Folge mir nach.

[27:50] Jetzt, der Philippus sieht hier so ein bisschen aus, wie wenn er so ein bisschen aus dem Gebüsch springt. Ja, so plötzlich da. Hier ist der Philippus. Jesus wird sicherlich nicht nur eine Person getroffen haben, dort in Britannien. Da war Johannes der Täufer. Da waren viele, viele Leute. Und er hat nicht jedem, den er irgendwie getroffen hat, direkt gesagt: Folge mir nach. Sondern nur recht wenigen Leuten. Jetzt, was ist an dem Philippus so besonders? Warum den? Schauen wir mal in den nächsten Vers. Philippus aber, Vers 44, war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.

[28:30] Jetzt, wo ist Bethsaida? Genau, rechts oben. Also hier ungefähr, ich bin mir nicht ganz sicher, ob auf der Seite oder der Seite, irgendwo hier ist Bethsaida. Also relativ nah an Kapernaum. Und jetzt finde ich den Fakt sehr interessant. Was haben wir gerade gelesen? Wer kam alles aus Bethsaida? Andreas, Petrus und Philippus. Die drei, die wir jetzt kennengelernt haben, die kommen alle aus Bethsaida.

[29:03] Interessant finde ich zwei Fakte. Nummer eins, der Jesus, der spricht nicht irgendjemand an, sondern der spricht jemand an, der aus der gleichen Stadt ist. Jetzt, warum erwähnt die Bibel, dass der aus der gleichen Stadt ist? Das könnte ja auch irgendjemand sein. Ich glaube, das hat einen Grund. Ich glaube, der Grund ist, dass die Bibel uns sagen will, die kannten sich, die drei. Die waren im Freundeskreis. Die wussten voneinander. Und die haben sich auch gegenseitig was von erzählt. Und ich glaube, dass wenn wir die Kette hier fortführen, dann können wir sagen, dass die beiden hier verantwortlich sind, dass Philippus Jesus nachfolgt.

[29:49] Einen anderen interessanten Fakt finde ich, dass alle drei hier so weit weg von zu Hause sind. Vorhin hatten wir ja die Szene hier oben, wo Jesus hier unterwegs war und die Jünger berufen hat. Jetzt sind wir hier unten. Das sagt mir, dass es kein Zufall ist, dass die drei da sind und aus der gleichen Stadt kommen, dass sie wahrscheinlich befreundet sind und dass sie sehr großes Interesse hatten an Johannes dem Täufer. Und ich meine, wir wissen auch, dass mindestens einer davon, der Andreas, ihm nachgefolgt ist. Und auch finde ich interessant, dass eigentlich ihr Fischergebiet hier oben war. Ihre Einnahmequelle, ihr tägliches Brot. Und trotzdem haben sie sich hier unten aufgehalten. Und es scheint so, als ob sie da mehr oder weniger zu Besuch waren. Sie haben eine Pilgerreise gemacht. Sie sind vielleicht eine längere Zeit geblieben, aber es war nicht ihr Zuhause. Es war eigentlich ein anderer Ort.

[30:46] Jetzt kommt der nächste, Person Nummer vier von Jesu Nachfolgern. Wir machen weiter in Vers 45. Wir sind immer noch in Johannes 1, Vers 45. Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben. Jesus, den Sohn Josefs von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus sprach zu ihm: Komm und sieh.

[31:21] Was hier passiert, der Philippus hat was gemacht. Er hat wen mitgenommen? Der Nathanael. Er hat ihn einfach gepackt. Und der Nathanael hat dem Philippus eine schwierige Frage gestellt. Wie kann denn ein Messias jemals aus Nazareth kommen? Da kann ja gar nichts Gutes von herkommen. Und wie hat der Nathanael geantwortet? Komm und seh. Wer hat schon mal "komm und seh" gesagt? Jesus selbst. Und das Interessante ist, dass er so natürlich wirkt. Er steht hier dran, er lässt sich gar nicht verwirren von dieser Frage, sondern sagt einfach: Komm einfach, komm mit, schau es dir an, kannst du dich selber überzeugen und dir ein Bild davon machen.

[32:17] So, jetzt können wir unsere Kette hier fortführen, denn der Nathanael, der kommt vom Philippus. Ich finde es so interessant, wie die Jünger, die poppen nicht einfach irgendwie von irgendwo hervor. Und Jesus kommt auch nicht mal einfach so vorbei und nimmt die plötzlich alle mit. Sondern der Erste, der kam, in dem Johannes der Täufer ihn empfohlen hat. Er hat gesagt: Hier, geh hin, das ist das Lamm Gottes. Und nicht nur einmal, er hat es sogar zweimal sagen müssen, um die an andere Leute zu kontaktieren und zu Jesus zu bringen. Ich finde es sehr spannend. Wir denken manchmal, Jesus hat seine super übernatürlichen Kräfte benutzt, ging rum und hat die Leute einfach links und rechts zu berufen. Und das stimmt gar nicht. Er hat es genauso gemacht, wie wir das auch machen. Als hätte er ihn gesucht. Der Philippus sucht regelrecht nach dem Nathanael. Warum? Das werden wir gleich sehen.

[33:23] Nathanael, das haben wir gerade, Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und sprach zu ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortet und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. Ich habe mich vorher etwas im Leben über diese Situation gemacht. Und sie sagt, dass der Nathanael in der Menge war mit den anderen Jüngern, die Johannes dem Täufer zugehört haben. Als Johannes gesagt hat: Siehe das Lamm Gottes. Und Nathanael hat in sich gekämpft, ob er diesen Messias als Messias annehmen soll oder nicht. Und zwar aus folgendem Grund. Der Messias sah so unscheinbar aus. Er sah einfach nicht aus wie ein Messias. Er hat sich etwas anderes vorgestellt. Und er hat mit sich gekämpft. Und er hat sich dann zurückgezogen, unter den Feigenbaum gesetzt und hat Gott gebeten, ob er ihm klar zeigen kann, ob das der Messias ist. Und in dem Moment kommt der Philippus zu ihm und sagt ihm: Komm und sieh. Und Jesus gibt ihm hier diese ganz kleine Offenbarung. Ich habe dich gesehen. Und für ihn war das natürlich: Gott hat mein Gebet erhört. Das ist der Messias. Sehr spannend. Deswegen hat wahrscheinlich Philippus ihn auch gesucht, weil er schon wusste, der Nathanael kämpft gerade mit sich. Der sucht gerade direkt nach Jesus.

[35:13] Jetzt haben wir Nathanael. Jetzt lesen wir weiter. Wo sind wir stehen geblieben? Vers 48. Jetzt lesen wir Vers 49. Ich muss ganz kurz was trinken. Verzeihung.

[35:41] Es ist interessant einfach, wie auch viele Leute direkt danach suchen. Es war eigentlich auch nicht ganz unbekannt. Es gab ja diese Verheißung im Daniel, wo ganz genau vorhergesagt wurde, wann der Messias kommen muss. Und der Nathanael war ja einer von denen, die schon so ungefähr wussten, jetzt ist die Zeit reif. Jetzt ist der Messias ungefähr so 30 Jahre alt. Jetzt soll es so ungefähr zu dem Zeitpunkt kommen, wo er anfängt mit seinem Dienst. Es gibt ja auch viele Christen, die einfach so total misstrauisch sind, weil sie so viel Schlechtes an Christen erleben. Es scheint so ähnlich zu sein. Wenn man dieselbe Studie kam, und sie war, hat man sich ein bisschen abgedrückt. Ja, das ist ein interessanter Punkt. Jesus hat ja auch in der Bibel den Namen Christus und den Namen Nathanael und den Namen Christus. Ja, das ist ein interessanter Punkt. Jesus sagt das hier: Ein Israelit, in dem kein Falsch ist. Ich finde es sehr beeindruckend, dass Jesus zu einer Person sagt: In dir ist keine Falschheit. Und das zeigt auch, dass jemand, der wirklich von ganzem Herzen nach Gott sucht, Gott möchte das auch. Es war nicht der Philippus. Der Philippus hat einfach nur gesagt: Komm und sieh, und dann kommt Jesus quasi dieses Statement. Vers 49, lasst uns weiterlesen.

[37:39] Über einen von den Jüngern, die gerade vorkamen, haben wir noch nicht gesprochen. Und zwar hieß es ja am Anfang, dass zwei Jünger dem Johannes nachgefolgt sind. Ja, und die zwei Jünger sind dann zu Jesus gegangen und haben ihn gefragt. Und einer davon war Andreas. Wer war denn der andere? Petrus kam erst später. Der Andreas ging dann los und hat den Petrus gesucht. Aber von den zwei, die da zu Jesus gekommen sind und zu denen Jesus gesagt hat: Kommt und seht, wer war denn der andere von den beiden? Ich gebe euch einen kleinen Hinweis. Wenn ihr in der Kirche oder in der Kirche eine Person auftaucht, dessen Namen wird nicht erwähnt. Und das ist so ein bisschen eine Tradition im Johannes-Evangelium. Wenn immer eine Person auftaucht, deren Namen nicht erwähnt wird, wer ist es dann? Dann ist es der Johannes selber. Also hier hat Jesus nicht nur den Andreas als ersten Jünger gehabt, ich kann da vielleicht mal Jesus hinmachen, zu Petrus. Ich kann da vielleicht mal Jesus hinmachen, sondern auch, und jetzt muss ich so klein schreiben wie der Christoph immer, den Johannes. Das könnt ihr euch vorstellen. Und jetzt muss ich gucken in mein Skript, dass ich auch nicht was überspringe. Andreas ruft Simon, das haben wir gerade, Philippus, Nathanael. Und genau.

[39:21] Jetzt können wir wieder rausspringen, denn jetzt haben wir hier eine Interaktion gesehen, das alles hier unten passiert ist. Und jetzt springen wir wieder zurück und gehen in das Markus-Evangelium. Und gehen ungefähr dahin, wo wir vorher angefangen haben. Johannes, nicht Johannes, sondern Markus Kapitel 1. Markus Kapitel 1 Vers 16 bis 20. Als aber am See von Galiläa, als er aber am See von Galiläa entlang ging, sah er Simon und dessen Bruder Andreas. Die warfen das Netz aus im See, denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach. Und ich will euch zu Menschenfischern machen. Da verließen sie sogleich ihre Netze und folgten ihm nach.

[40:23] Aber ich will noch ganz kurz mit euch den Vers 14 und den Vers 15 lesen, damit wir das wieder zeitlich und örtlich einordnen. Vers 14 steht: Nachdem aber Johannes gefangengenommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes. Und sprach: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe, tut Buße und glaubt an das Evangelium. Wieder die Frage: Wann und wo findet es jetzt statt? In Galiläa, das heißt schon mal hier oben am See Genezareth, also irgendwo hier wahrscheinlich. Und wann? Nachdem Johannes gefangen genommen wurde. Als Jesus sein Dienst anfing, da war Johannes noch nicht gefangen genommen.

[41:17] Kennt ihr ein paar Geschichten, die zwischen Anfang von Jesu Dienst und diesem Zeitpunkt, wo Johannes gefangen genommen wird, alles passieren? Was sind das für Geschichten, die da passiert sind in der Zwischenzeit? Die Taufe Jesu, zweifelsohne, genau. Was ist nach der Taufe Jesu noch passiert? Die Hochzeit zu Kana. Die Hochzeit zu Kana ist einer der Punkte, genau. Was noch? Heilungen? Heilungen, ja. Und zwar gerade in Kapernaum mit dem Gesessenen und der Schwiegermutter von Petrus. Zwei Ereignisse, die relativ am Anfang von Jesu Dienst geschehen. Was geschah direkt nach der Taufe, der Hochzeit von Kana? Was war das nächste Ereignis? Nikodemus. Nikodemus war das nächste Ereignis nach der Hochzeit. Und das dritte, was war nach Nikodemus? Die Frau am Jakobsbrunnen. Interessanterweise sind das genau die drei Geschichten, die nur im Johannesevangelium stehen. Alle anderen Evangelien springen von der Taufe Jesu und von seiner Kindheit direkt zu diesem Punkt, wo Johannes gefangengesetzt wurde. Also Johannes ist der Einzige, der hier uns ein bisschen auffüllt mit den Details zwischendrin. Aber was interessant ist hier, dass so viel Zeit vergeht. Es waren einige Monate, die vergangen sind, bevor wir zu diesem Punkt kommen, wo Jesus jetzt auf die Jünger zukommt, wie sie da am See mit ihren Booten und ihren Fischernetzen standen. Und er sie aufruft: Folge mir nach.

[43:15] Das heißt, keineswegs kommt Jesus zu wildfremden Menschen und sagt ihnen: Lasst alles liegen und folgt mir nach. Sondern er kommt zu Menschen, die schon monatelang ihn kennen, die schon mit ihm zusammen auf verschiedenen Reisen waren, in Kana. Sie waren in Jerusalem zusammen und haben Jesus erlebt. Sie haben ihm zugehört. Sie haben das Wunder gesehen von Kana. Vielleicht erinnert ihr euch, dass nachdem das Wasser zum Wein verwandelt wurde, auch geschrieben steht: Und jetzt glaubten seine Jünger an ihn. Sie hatten sehr viel Gelegenheit. Gott hat ihnen genug Gelegenheit gegeben zu sehen: Das ist Jesus Christus. Und das ist eine Person, der es wert ist, nachzufolgen. Und nur dann, nach all diesen Ereignissen, kommt Jesus und ruft sie zur Nachfolge auf und sagt: Folge mir nach.

[44:23] Wir schließen ganz kurz unseren Baum hier ab und lesen mal noch kurz weiter. Wir haben jetzt also die ersten zwei Menschen. Wer sind nochmal die ersten zwei, die er da sieht am Wasser und zu denen er sagt: Folge mir nach. Und sie lassen alles liegen. Fast. Einer war richtig, einer war falsch. Auch nicht. Petrus und Andreas. Petrus und Andreas, die zwei Brüder. Und dann lesen wir weiter in Vers 19. Und als er von dort ein wenig weiter ging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus und seinen Bruder Johannes, die auch im Schiff waren und die Netze flickten. Und sogleich berief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Tagelöhnern im Schiff und folgten ihm nach.

[45:19] Also um die Kette noch eins länger zu machen, ich hätte es vielleicht auf die andere Seite schreiben sollen, kommt hier noch eine Person dazu, das ist der Jakobus. Und so sehen wir, wie all diese Leute zu Jesus kommen, weil sie von jemand anderem berufen wurden, so wie wir auch wir die Leute berufen sollen. Und sie hatten viel Zeit, sich zu entscheiden und eines Tages kam Jesus zu ihnen und hat ihnen gesagt: Jetzt lass alle stehen und liegen und folge mir nach. Und sie haben dem Ruf geantwortet.

[45:53] Und es gibt ein sehr bekanntes Zitat, das genau auf den Punkt eingeht. Vielleicht habt ihr schon mal gehört von der Methode Christi, die zu wahrem Erfolg führt. Ich lese mal kurz das Zitat vor, hier steht: Nur die Methode Christi wird wahren Erfolg erzielen, das Volk zu erreichen. Der Heiland verkehrte mit den Menschen als einer, wer weiß es noch, als einer, der ihr Bestes suchte. Er bewies ihnen Teilnahme, vielleicht habe ich es auch selber übersetzt und es ist ein bisschen anders, wie es normal gelesen wird. Er bewies ihnen Teilnahme, half ihren Bedürfnissen ab und gewann ihr Vertrauen. Und danach gebot er ihnen: Folge mir nach. Genauso macht sie es mit uns, genauso sollen wir es auch mit anderen Leuten machen.

[46:50] Und am Ende des kleinen Vortrags möchte ich noch fragen: Wollt ihr auch, wenn Jesus zu euch kommt und euch vielleicht nach Jahren oder nach Monaten oder vielleicht nur nach Wochen von seinem Dienst in eurem Herzen und er zu euch kommt und sagt: Lass alle stehen und liegen, folge mir nach. Wollt ihr auch sagen: Ich möchte jetzt nachfolgen, wohin er mich führt, weil er mir gezeigt hat, dann könnt ihr eure Hand heben. Amen. Lasst uns noch zusammen beten. Vielleicht knien wir hin, habt ihr ein bisschen Platz vor euch, lasst uns niederknien.

[47:25] Großer Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir sehen können, dass Jesus ein wahres Beispiel für uns ist. Denn auch er hat nicht auf seine übernatürlichen Superkräfte zurückgegriffen und einfach Leute links und rechts berufen, sondern er ist ganz demütig, ja selbst unauffällig vorwärtsgegangen, hat ein christliches, ein Christus-zentriertes Leben geführt und andere Menschen wurden auf ihn hingewiesen und er hat sie einfach Stück für Stück geführt, geleitet, ihnen gezeigt, dein Wort, Herr, und deine Taten und dein Glauben und hat sie aufgerufen und sie ihm nachgefolgt und ich bitte dich, Vater, dass du uns auch zu deinen Dienern machst, damit wir dir bei deinem Aufruf nachfolgen, auch Apostel, auch Jünger, auch Gesandte und auch Missionare in deinem Werk zu sein. Verstocke unsere Herzen nicht, sondern mach sie weit, damit wir auf deinen Ruf antworten, wenn er kommt. Ich bitte dich und ich danke dir im Namen Jesu. Amen.


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