Veröffentlicht am
2.278 Klicks

In dieser Predigtserie „Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken Jesu Christi chronologisch beleuchtet. Die zweite Folge konzentriert sich auf die ersten Verse des Johannesevangeliums und erklärt die tiefgreifende Bedeutung von Jesus als das Wort, das Fleisch wurde. Es wird beleuchtet, wie Johannes der Täufer als Zeuge diente und wie Jesus selbst das wahre Licht ist, das jeden Menschen erleuchtet.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Serie "Der Ersehnte". Der Sturm hat seine Opfer gefordert, wir sind heute nur in dezimierter Zahl hier. Wahrscheinlich ist der eine oder andere zuhause und schaut jetzt live zu. Herzlich willkommen auf joelmedia.tv.de zur zweiten Folge und wir wollen uns heute wiederum mit dem Leben von Jesus beschäftigen. Wir haben ja letztes Mal angefangen, uns in die Evangelien hinein zu begeben und da ein bisschen zu forschen und zu schauen, was Jesus für uns bedeutet. Bevor wir beginnen, möchten wir, wie jedes Mal, mit einem Gebet starten. Ich lade euch ein, dass wir gemeinsam dazu niederknien, wo es möglich ist.

[1:12] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können, dass wir aus deinem Wort lernen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass das, was wir lesen, wirklich uns unser Herz berührt und wir verändern werden, dich besser kennenlernen und wir möchten dich bitten, dass dein Wort uns stärker zu dir zieht, uns aufbaut und uns den Weg weist, den du für unser Leben hast. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:51] So, wir haben letztes Mal begonnen, uns mit den vier Evangelien zu beschäftigen. Könnt ihr euch noch erinnern? Wir haben alle vier Evangelien kurz klassifiziert. Wir haben den Matthäus, den Markus, den Lukas und den Johannes. Weiß jemand von euch noch, was die besondere Perspektive von Matthäus war? Was war die Zielgruppe von Matthäus? Genau, das Volk Israel und die Judenchristen, genau. Er beginnt mit einem Geschlechtsregister. Was war die Perspektive von Markus? Was war sein Hauptschwerpunkt? Er hat, er war Römer, eventuell, genau, das weiß man nicht genau, aber er hat auf jeden Fall für römische Christen geschrieben, ganz besonders und er war jemand, der sehr kurz und bündig geschrieben hat. Könnt ihr euch daran erinnern? Jemand, der sehr auf den Punkt kam, das kürzeste Evangelium, keine Einleitung, sein Lieblingswort war "sogleich". Dann haben wir Lukas gehabt. Lukas, er war der Arzt. Es war ein persönlicher Brief an eine Einzelperson, an Theophilus. Lukas war ein sehr gebildeter Mensch und hat viele Details gerade über die Menschlichkeit Jesu uns weitergegeben, die wir sonst nirgendwo finden. Und dann haben wir Johannes und das war das Besondere an Johannes. Das war die Göttlichkeit, die hier im Fokus steht, nicht wahr? Und sehr allgemein und er fängt am allerweitesten vorne an. Lukas hat eine kurze Einleitung, persönlichen Briefkopf, aber Johannes beginnt mit den Worten "Im Anfang". Wir haben letztes Mal die ersten fünf Verse uns angeschaut von dieser Einleitung und heute wollen wir das vollenden, die nächsten 13 Verse uns anschauen und ich lade euch ein, mit mir aufzuschlagen. Johannes, Kapitel 1. Wir haben das letzte Mal, wie gesagt, die ersten fünf Verse angeschaut, die voll sind mit diesen großen Begriffen. Könnt ihr euch noch erinnern, welche Worte oder welche Begriffe da bei Johannes alle vorkamen in den ersten fünf Versen? Welche großen Begriffe führt er ein in den ersten fünf Versen? Also den Anfang. Ja, was noch?

[4:26] Das Wort, also der Anfang, das Wort und wir haben gesagt, das Wort ist ein Gedanke, nicht wahr? Was haben wir noch für Begriffe in diesen ersten fünf Schlüsselbegriffe? Genau, die Schöpfung, die wird angesprochen, ja. Alles ist entstanden durch das Wort. Genau, das Leben, das ewige Leben, das in dem Wort ist. Was noch für wichtige Begriffe in diesen ersten fünf Versen? Gott, ja, also und wir haben letztes Mal gesehen, dieses Wort steht für Jesus Christus und der Text sagt, "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und das Wort war Gott", also die Göttlichkeit Jesu und seine ewige Präexistenz wird sehr deutlich hier gelehrt. Also das sind so die wesentlichen Begriffe und wir haben gesehen, dieses Wort, ein Wort habt ihr noch, ein Wort ist noch wichtig, ein Begriff, den wir nicht gesagt haben. Wir haben im Anfang das Wort, Gott, diese Schöpfung, das Leben und das Leben war das, steht in Vers 4, das Leben war das Licht der Menschen, das Licht und dann kommt als Gegensatz dazu die Finsternis. Also Johannes hat alle großen Dinge, Jesus, der Anfang, Gott, das ewige Leben, die Schöpfung, das Licht, auch der große Kampf zwischen Licht und Finsternis ist alles hineingepackt da an den Anfang und es zeigt, dass das Leben von Jesu eben nicht nur das Leben von irgendeiner anderen biblischen Person ist, sondern das Leben von Jesus ist wirklich das Entscheidende. Alles dreht sich darum und deswegen beginnt das in Evangelium darum. Ich glaube wirklich, dass das erste Kapitel von Johannes vielleicht das wichtigste der ganzen Bibel ist. Kein anderes Kapitel bringt so viele wichtigen Themen so eng zusammen. Aber jetzt schauen wir mal weiter in Vers 6. Dort heißt es in Vers 6 und da beginnt jetzt ein neuer Gedanke, ein neuer Gedankenzyklus. "Es war ein Mensch von Gott gesandt, sein Name war Johannes." Ich mag diesen Vers, der klingt so rhythmisch. "Es war ein Mensch von Gott gesandt, sein Name war Johannes." Von welchem Johannes spricht das hier? Spricht das hier von ihm selbst? Was meint ihr? Welcher Johannes ist hier gemeint? Ist es der Schreiber des Evangeliums, der sich hier in Vers 6 einführt? Du sagst Johannes der Täufer. Warum sagst du Johannes der Täufer?

[7:18] Genau, wir werden gleich in den nächsten Versen sehen, dass dieser Johannes Zeugnis geben sollte. Also Johannes war von Gott gesandt. In welchem Evangelium finden wir den Bericht von seiner Geburt und von seinem Aufwachsen? Wer beschreibt das mehr? Matthäus beschreibt vor allem auch die Taufe des Johannes, aber ein Evangelist beschreibt auch seine ganze, also wie er angekündigt worden ist und wie er dann geboren worden ist. Welcher Evangelist ist das? Wisst ihr das? Das ist der Lukas. Der Lukas beschreibt zum Beispiel, wie der Zacharias im Tempel gewesen ist, wie dann der Engel kommt und sagt, dein Sohn soll vor Jesus hervorgehen. Wir können mal den Text direkt lesen. Lasst mal euren Finger drin und geht mal mit mir zu Lukas Kapitel 1. Nur, dass wir uns mal daran erinnern, was wir da, ich denke, ihr kennt die Geschichte. In Lukas Kapitel 1 und dort ab Vers 13, das heißt es: "Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört worden und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Johannes geben." Und dann heißt es in Vers 16: "Und viele von den Kindern Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen." Also Johannes war von Gott gesandt, um die Menschen wieder zu Gott zurückzuführen. Und da das Wort bei Gott war und das Wort selbst Gott war, war die Aufgabe von Johannes, auf dieses Wort hinzuweisen, das Wort, das die Welt geschaffen hat, Jesus Christus. Also Jesus hatte einen, jemanden, der ihm Zeugnis geben sollte. Ja, gehen wir mal zurück zu Johannes und schauen mal, wie das hier weiter ausgeführt wird. Wir haben also in Vers 6, der Mensch, der von Gott gesandt ist, sein Name war Johannes.

[9:22] Vers 7, dieser kam zum was? Schaut mal in Vers 7, wozu ist er gekommen? Dieser kam zum Zeugnis. Was bedeutet es, Zeugnis zu geben? Was bedeutet das, Zeugnis zu geben? Ja, man kennt ihn, man gibt Zeugnis von dem, was man erlebt hat. Ja, ganz genau. Schauen wir uns mal den Vers genau an, was dort steht. "Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben." Warum? Jetzt kommt der Schluss des Satzes, sagt, warum er das getan hat. Was war das Ziel von Johannes dem Täufer bei seiner Verkündigung, bei seinem Zeugnis geben? Er hat Zeugnisse gegeben von dem Licht, von dem Wort, das von Ewigkeiten da gewesen ist. Warum? Schaut in den Vers, steht da in Vers 7: "damit alle durch ihn glauben." Das heißt, Gott sendet diesen Johannes. Also das ist der Gedanke, das Wort war seit Ewigkeiten da, Gott, das Wort war Gott. Jesus war seit Ewigkeiten da, hat die Welt geschaffen und er hat das Licht des Lebens allen Menschen angeboten, aber die Finsternis hat es nicht begriffen, so sagt es. Und so sendet Gott einen Menschen, Johannes und der gibt Zeugnis und alles, was er tut, alles, was er sagt, hat ein Ziel: Glaube an Jesus. Also ganz am Anfang des Johannes-Evangeliums, da sagt der Johannes, der Evangelist Johannes der Täufer, wollte es die Menschen an Jesus glauben. Jetzt lasst mal euren Finger hier drin und geht mal ganz an das Ende vom Johannes-Evangelium, ganz an den Schluss in Johannes Kapitel 20. Und ich glaube, wir haben das letztes Mal auch schon kurz angesprochen, in Johannes 20 und dort Vers 31, Johannes 20 und dort Vers 31. Dort steht: "Diese, also die Wunder, die in diesem Buch geschrieben sind, sind geschrieben, damit ihr was tut? Glaubt." Also am Anfang des Evangeliums haben wir einen Johannes, der gibt Zeugnis, damit die Menschen glauben. Am Ende des Buches haben wir einen anderen Johannes, Johannes den Evangelisten, der schreibt das Evangelium, damit die Menschen glauben an Jesus. Also alles von Anfang bis Ende, von A bis Z in diesem Buch, hat ein Ziel: die Menschen zum Glauben an Jesus zu bringen. Johannes wurde gesandt und das war das große Ziel. Wann immer Gott uns sendet, wann immer er einen Auftrag für uns hat, dann, dass wir durch unsere Worte, durch unser Zeugnis dazu beitragen, dass andere Menschen an Jesus glauben. Deswegen heißt es ja Matthäus-Evangelium, dass wir das Evangelium zum Zeugnis predigen sollen.

[12:57] Gehen wir zurück zu Johannes 1 und schauen mal ein bisschen weiter, wie das der Johannes so ausführt. Da war ein Mensch von Gott gesandt, sein Name war Johannes, der gab Zeugnis von dem Licht. Schaut mal in Vers 8 und das ist ein sehr interessanter Vers. "Nicht er war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht." Was ist der Kerngedanke hier in diesem Vers? Was will uns der Johannes, der Evangelist, damit ausdrücken? Er sagt, nicht er, nicht der Johannes war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht. Versucht mal mit eigenen Worten zusammenzufassen diesen Gedanken.

[13:36] Er sollte Zeugnis von Jesus geben, ja. Da kommt noch jemand, der größer ist als Johannes. Das ist ja das, was er immer wieder sagt. "Ich war der, der nach mir kommt, ist größer, der ist vor mir gewesen." Ja, ich muss, wie sagt er auch im Johannes-Evangelium, "ich muss abnehmen, er muss zunehmen." Weil die Gefahr besteht ja immer, dass wenn jemand von Gott gesandt wird, dass er irgendwann sich selbst zu wichtig nimmt, dass er selbst die Menschen auf sich hinweist. Das hat bei dem Luzifer angefangen, der ja auch ein Lichtträger war, jemand, der andere Engel zu Gott führen sollte letztendlich. Und deswegen betont das Johannes. Aber schaut mal, das ist ganz interessant. In Vers 8 heißt es: "Er war nicht das Licht." Vergleichen wir mal diese Aussage, "er war nicht das Licht", mit Johannes Kapitel 5. Schaut mal in Johannes Kapitel 5 und dort in Johannes Kapitel 5 und dort Vers 33 bis 35 oder 33 und 35. Dort heißt es: "Ihr habt zu Johannes gesandt und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben, dem Licht, dem Wort, dem Leben. Er hat Zeugnis gegeben." Schaut mal Vers 35, was dort steht. Vers 35. "Jener, also Johannes, ist was gewesen?" Er war eine, in Johannes 5 Vers 35, "jener war eine was? Eine brennende und scheinende Leuchte." Was fabriziert denn eine Leuchte? Licht. Also war er ein Licht, ja oder nein? Ja.

[15:53] Also wer hat nun recht? Johannes in Kapitel 1 und Johannes in Kapitel 5. War Johannes der Täufer jetzt Licht, ja oder nein? Also wie kann man die beiden Aussagen zusammenbringen, wenn er sagt, er war Licht, aber er war nicht das Licht? Ja, das Schlüsselwort ist das Wort "das". Er war nicht das Licht, aber er war eine Lampe. Er war eine unter vielen letztendlich, denn er war nicht der Erste, der von Gott gesandt worden ist, aber er war nicht das Licht. Das heißt, jeder von uns kann so ein kleines Licht sein. Wenn Jesus sagt, "ihr seid das Licht der Welt", meint er, dass wir solche kleinen Lichter sind, aber nur einer ist das große Licht, nur einer ist das Licht, der, der das Leben in sich hat. In ihm war das ewige Leben, so sagt es Johannes, ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen, denn Johannes der Täufer hatte nicht das Leben in sich, oder? Er konnte nur auf das Leben hinweisen. Auch wir haben das Leben nicht in uns. Wir können nur auf das Leben hinweisen und deswegen sind wir nur ein Licht, aber nicht das Licht. Johannes macht einen deutlichen Unterschied zwischen dem Licht und einem Licht.

[17:27] Zurück zu Johannes 1. "Nicht er war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht." Und jetzt Vers 9 erklärt das noch deutlicher. Da sehen wir es jetzt ganz wunderbar. Das heißt es: "Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen." Hat jemand von euch eine andere Übersetzung, die ein bisschen anders das übersetzt? Das in die Welt kommend jeden Menschen erleuchtet? Okay, hat jemand noch eine andere Übersetzung? Okay, manche übersetzen auch "das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, dass der in die Welt kommt." Also mit anderen Worten, dass jeder Mensch, der in die Welt kommt, wird von diesem Licht erleuchtet. Aber ich denke, so wie es hier ist oder auch wie es bei dir stand, ist der Sinn noch besser getroffen. Das Licht, das jeden Menschen erleuchtet, soll selbst in die Welt kommen. Das heißt, in Vers 9 haben wir zum ersten Mal diese Idee, dass das Licht in die Welt hineinkommt. Vorher heißt es ja, alles ist geschaffen worden durch das Licht. Jesus Christus, das Licht hat alles gemacht, aber jetzt sollte er in die Welt hineinkommen und deswegen sendet Gott jemand, um Zeugnis zu geben von ihm. Übrigens, warum heißt es, dass das Licht jeden Menschen erleuchtet? Erleuchtet Jesus jeden Menschen? Sind alle erleuchtete, alle illuminierte? Nein.

[19:17] Also was heißt das, dass Gott oder dass das Licht jeden Menschen erleuchtet? Wie stellt ihr euch das vor? Wer es will, ja, also es bietet es jedem Menschen an, ganz genau.

[19:37] Wer studieren will, kommt zu der Erkenntnis, man kann das auch übersetzen, "das wahre Licht, das jeden Menschen ins Licht stellt." Mit anderen Worten, jeder Mensch wird von Gott irgendwann in seinem Leben von Licht angestrahlt. Jeder wird irgendwo irgendwann seinem Leben ins Licht gestellt. Jeder von uns erkennt irgendwann Wahrheit, Gutes, Dinge, die zu Gott hinführen. Der eine vielleicht mehr, der andere weniger, was jetzt die Menge an Informationen betrifft, aber jeder wird irgendwann irgendwo ins Licht gestellt. Und schaut mal, wie Jesus das dann zwei Kapitel weiter ausführt. Wir haben ja gelernt, alles, was in Johannes hier am Anfang angedeutet wird, wird später im Evangelium immer entfaltet und aufgegriffen. Schaut mal in Johannes 3. In Johannes 3 und dort Vers 19 bis 21. Das ist da die berühmte Stelle, wo Jesus dem Nikodemus diese Predigt hält. Wir kommen da später mal darauf zurück. "Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden." Also jeder wird zwar ins Licht gestellt, aber hat die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Er hat die Möglichkeit, sich davon zu distanzieren. Vers 21. "Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind." Das Licht, und das ist ein sehr wichtiger Gedanke im Evangelium hier, das Licht Gottes, Jesus Christus erleuchtet jeden oder leuchtet jeden Menschen an. Wenn ihr noch einen anderen Vers dazu haben wollt, schaut mal in Johannes 12. Johannes 12 und dort Vers 32. Da wird das sehr deutlich gesagt.

[22:02] Johannes 12 Vers 32. Dort sagt Jesus: "Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde wie viele zu mir ziehen? Alle." Das heißt, das Kreuz von Jesus, wo sich der Charakter Gottes am deutlichsten zeigt, beeinflusst auf irgendeine Art und Weise jeden Menschen. Jede gute Gabe, jeder gute Gedanke, jeder richtige Entschluss, jeder Gewissensbiss, alles, was uns näher zur Wahrheit, zum Leben, zum Licht bringt, kommt von Jesus. Ganz egal, ob ich weiß, dass es Jesus ist oder nicht. Ganz egal, ob ich die Bibel kenne oder nicht. Das Licht strahlt jeden Menschen an und der Mensch kann dem Licht folgen oder kann es lassen, sich distanzieren. Und dieses Licht sollte in die Welt kommen.

[23:04] Jetzt schauen wir mal zurück zu Johannes. Johannes 1 Vers 10. Und jetzt kommt die, eigentlich kommt erst hier die Katze aus dem Sack. Schaut mal in Vers 10. Was fällt euch auf? Es heißt dort: "Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht." Fällt euch irgendwas Besonderes in diesem Vers auf? In Vers 10? Das ist ganz erstaunlich, wie das der Johannes macht. Fällt euch irgendwas auf?

[23:43] Ja, also es bezieht sich auf das, was wir im Vers 3 gelesen haben. Ja, das Wort, das alles geschaffen hat, alles ist entstanden durch dasselbe und ohne dasselbe ist nicht eines entstanden. Er kommt jetzt also in seine eigene Schöpfung hinein. Okay, was fällt euch noch auf? Sie haben ihn nicht angenommen. Das ist ja das, was im Vers 5 schon stand. Die Finsternis hat es nicht begriffen. Fällt euch auf, dass hier zum ersten Mal deutlich wird, dass das Wort eine Person sein muss? Vorher steht immer das Wort. Ja, im Anfang es war, alles ist durch dasselbe. Und dann im Wort war das Leben, das Leben war das Licht. Und hier steht zum ersten Mal "er", eine Person. Also natürlich, wir wissen schon vorher, dass es eine Person ist. Wir haben schon vorher gelernt, dass es Jesus ist. Aber wenn man die Offenbarung nicht hätte, all die anderen Verse, wenn man wirklich das zum ersten Mal lesen würde, würde man erst hier merken in Vers 10: "Hoppla, das ist eine Person." Vorher hätte man ja auch denken können, es ist einfach nur ein Konzept, das Wort, eine Theorie, das Licht, so etwas Unpersönliches. Aber das Licht, das Leben, das Wort Gott ist eine Person. Er, er, er kam, er war in der Welt. Und dann wird es nochmal deutlich gesagt: "Und die Welt wurde durch ihn, ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht." Das ist eigentlich ziemlich erstaunlich, oder? Stellt euch vor, das kann man eigentlich gar nicht so richtig, ich glaube als Mensch gar nicht so richtig begreifen, wie es für Gott sein, gewesen sein muss, in diese, seine eigene Welt zu kommen, die er sich ausgedacht hat, die er ständig am Leben erhalten hat, für die er alles getan hat. Und er kommt und sie erkennen ihn nicht mal als den, der er ist. Das muss, also wir kennen das ja manchmal, wenn Leute, die wir, die uns eigentlich gut kennen, müssten irgendwie ignorieren oder so. Ja, das, was für eine Gefühle hat man dann? So, wenn, wenn die eigenen Familienangehörigen oder Freunde nicht mehr kennen oder nicht mehr, nicht mehr angucken oder so. Wie fühlt man sich dann? Da fühlt man sich schlecht, oder? Da fühlt man sich so, Jesus kam in die Welt, die er selbst gemacht hatte und sie erkannte ihn nicht. Aber dann wird es noch ein bisschen, bisschen krasser.

[26:24] Schaut mal in Vers, übrigens, wisst ihr, was das bedeutet? Das bedeutet, dass das Wort nicht von allen gehört worden ist, oder? Das Wort ist nicht etwas, das sich aufzwingt, sondern man hat die Möglichkeit, wegzuhören. Denn das ist ja eine Kommunikation und zu einer Kommunikation gehören immer wie viel Seiten? Zwei Seiten. Wenn ich immer auf dich einrede und du hörst gar nicht zu, dann ist es gar nichts. Da kann ich noch so viel gute und richtige Dinge sagen, nur wenn du zuhörst, nützt es etwas. Und deswegen zeigt Johannes, dass im Prinzip das Leben mit Jesus eine Kommunikation ist. Es ist ein Geben und Nehmen. Jesus investiert, aber wir müssen auch zuhören. Ansonsten kann selbst Jesus uns nicht helfen. Und deswegen fängt der Johannes damit an, weil er all das, was er später hier beschreibt, all die Worte sind nutzlos, wenn wir nicht Jesus mit seinem Charakter dahinter erkennen. Es lohnt sich gar nicht, das Leben von Jesus zu studieren, wenn man nicht bereit ist, auf das Wort zu hören, den Charakter Gottes im Leben von Jesus zu erkennen.

[27:40] Aber es wird noch krasser. Nicht nur heißt es in Vers 10, er war in der Welt, es heißt in Vers 11: "Er kam in sein Eigentum." Also schaut mal, Vers 10 und 11 sind relativ parallel, oder? In Vers 10 heißt es, er war in der Welt. Was hat die Welt gemacht? Er kannte sie nicht. Und wo ist er in Vers 11 gewesen? In seinem Eigentum. Und was hat das Eigentum gemacht? Die seinen Namen ihn nicht auf.

[28:19] Ich glaube, hier ist sogar eine ganz offensichtliche Parallele, aber es ist auch eine Steigerung. Was meint er? Wer ist wohl mit diesem Eigentum hier gemeint? Sein Eigentum. Seine Gemeinde. Also im Grunde genommen gehört ihm ja alles, oder? Also im weiteren Sinne ist es einfach die Welt, weil die ganze Welt gehört ihm. Aber schaut mal mit mir, lasst mal euren Finger hier drin. 2. Mose, 2. Mose Kapitel 19 und dort Vers 5 und 6. 2. Mose 19, Vers 5 und 6. Dort heißt es: "Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen anderen Völkern was sein? Mein besonderes Eigentum. Und dann sagt er ganz unmissverständlich: 'Denn die ganze Erde gehört mir. Im weiteren Sinne ist alles mein Eigentum, aber ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.' Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst." Also Gott sagt, schau mal her, die ganze Welt gehört mir, ist alles mein Eigentum, aber ihr sollt mir ein besonderes Eigentum sein. Warum ein besonderes Eigentum? Warum waren die Israeliten so besonders? Was war das Besondere an dem Volk Israel? Das Gesetz zum Beispiel, ja, sie hatten das Gesetz. Sehr gut, sehr gut. Sie sind schon fast an der biblischen Antwort. Das ist schon im Prinzip richtig.

[30:07] Schaut mal mit mir den Römer an. Im Römer Kapitel 3, da sagt er Paulus, was so besonders am Volk Israel war. In Römer Kapitel 3 und dort Vers 1 und 2. Römer 3 Vers 1 und 2. "Was hat nun der Jude für einen Vorzug? Oder was nützt die Beschneidung?" Das ist die Frage, warum sind sie besonders? Was war das Besondere an den Juden? Vers 2. "Viel in jeder Hinsicht, denn vor allem sind ihnen die was? Die Aussprüche Gottes anvertraut worden." Gebe mal ein anderes Wort für Aussprüche Gottes. Die Bibel, was soll sie sagen? Das Gesetz, ja, die Bibel, das Wort Gottes, oder?

[31:21] Denn Aussprüche sind doch das, was man sagt. Ein Ausspruch ist ein Wort. Mit anderen Worten, was war das Besondere an dem Volk Israel, an seinem besonderen Eigentum? Sie hatten schon das Wort. Also die Welt, die sie nicht erkannt hat, könnte man ja noch entschuldigen, weil man sagt, okay, sie kannten die Bibel nicht, sie hatten keine schriftlichen Hinweise auf ihn. Aber sein Eigentum, er hat gesagt, mir gehört zwar die ganze Welt, aber die hören ja gar nicht auf mich, aber ihr, euch habe ich mich offenbart. Die ganze Bibel spricht ja von Jesus. Das ganze Alte Testament, das sagt ja Jesus später dann, im Lukas Evangelium, nicht wahr? Das von Mose, durch alle Propheten, alles sich auf ihn bezieht und sie hatten es in ihren Händen. Man kann also nicht sagen, wir haben ihn nicht erkannt, sondern sie nahmen ihn nicht auf. Das eine war Unwissenheit, das andere war Rebellion. Das ist also eine Steigerung, die hier angesprochen wird.

[32:31] Schauen wir mal weiter zu Johannes. Johannes 1, Vers 12. Also die Welt hat ihn nicht erkannt, sein eigenes Volk hat ihn nicht angenommen. Jetzt könnte man fast verzweifeln und sagen, naja, dann hat ja seine Mission keinen Erfolg gehabt. Dann war sie ja vollkommen umsonst, oder? Aber hier kommt Johannes jetzt zu dem vielleicht spannendsten Punkt. Vers 12. "Allen aber, die ihn aufnahmen, auch wenn die Welt ihn nicht möchte, selbst wenn das Volk Israel ihn nicht wollte, hat jeder einzelne individuell die Möglichkeit, ihn aufzunehmen. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, was zu werden? Kinder Gottes, denen..." Und jetzt, was ist die Bedingung? Was ist in Vers 12? Die Bedingung: "Glaube an seinen Namen."

[33:26] Und jetzt, helft mir. Bedeutet das, dass ein Mensch wissen muss, wie man Jesus buchstabiert. J-E-S-U-S. Bekommt er, wird er dadurch ein Kind Gottes? Was meint die Bibel? Glaube, also das haben wir schon gesehen. Das Ziel des Johannes-Evangeliums ist Glaube, aber jetzt wird es noch deutlicher. Glaube an seinen Namen. Was ist denn der Name Jesu? Was ist denn der Name? Was verbirgt sich denn hinter diesem Namen?

[34:20] Ja, wir haben schon gesagt, also einer seiner Namen wird er beschrieben. Er war das Wort. Jetzt schaut mal mit mir in 2. Mose, 2. Mose 33.

[34:44] 2. Mose 33 und dort Vers 19. Schaut mal, das ist sehr interessant. 2. Mose 33, Vers 19. "Und der Herr sprach: Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen und will den was? Den? Den was? Den Konturen? Den? Den Namen des Herrn Konturen. Und wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig. Und wem ich mich erbarme, über den erbarme ich mich." Helft mir. Was ist der Name des Herrn? Was ist der Name Gottes? Was ist der Name Jesu? Sein Charakter. Und das ist die Idee bei dem Wort, haben wir gesagt. Das war ja Gottes Idee. Wie ist Gott? Alle, die diesen Charakter Gottes, die das glauben, dass Gott so liebevoll ist, die glauben, dass Gott das Leben ist, die glauben, dass Gott das Licht ist, die das im Leben von Jesus sehen, die diesen Charakter annehmen. Jesus sagt später im Johannesevangelium: "Ich habe ihnen deinen Namen verkündigt", oder? Den Charakter Gottes.

[35:55] Gehen wir nochmal zu Johannes 1 zurück und schauen mal, der Johannes, der macht das ja oft so, dass er sagt, einmal positiv und dann negativ formuliert. Wir haben es ja gesehen am Anfang, wo er sagt, alles ist durch dasselbe entstanden und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden. Ja, so von beiden Seiten abgesichert. Jetzt macht er das genauso. Er sagt, alle, die an den Namen Jesu glauben, die werden Kinder Gottes. Aber er beschreibt auch Bedingungen, die nicht reichen.

[36:21] Schaut mal in Johannes 1, Vers 13. "Die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind." Es gibt drei Bedingungen, die nicht ausreichen, Kind Gottes zu werden. Was sind die drei Bedingungen, die nicht ausreichen?

[36:42] Was bedeutet das, aus Blut geboren zu sein? Das bedeutet, dass ich sozusagen eine Blutabstammung habe von anderen Gläubigen vielleicht. Das ist ja das, worauf die Juden vertraut haben. Die haben gesagt, wir können in unseren Geschlechtsregistern nachvollziehen, dass wir Kinder von Abraham sind. Deswegen sind wir gerettet. Johannes sagt, das reicht nicht. Es reicht nicht aus, ein Kind von gläubigen Eltern zu sein. Der Wille des Fleisches. Was ist denn das Fleisch? Ja, wir sind aus Fleisch und Blut, genau. Das Fleisch ist unsere menschliche Natur, nicht wahr? Und unsere Instinkte, unsere Triebe, unsere Emotionen, nichts davon kann uns alleine zum Kind Gottes machen. Wir können uns noch so viel anstrengen und dann heißt es sogar, selbst der Wille des Menschen nicht. Sie betonen immer sehr, die eigene Willensentscheidung ist auch sehr wichtig, aber allein die Willensentscheidung würde nicht ausreichen. Nicht einmal der menschliche Wille kann sich entscheiden, Kind Gottes zu werden. Es ist ein Geschenk Gottes. Und dann kommt natürlich der Wille ins Spiel, dann kommt auch unser Fleisch ins Spiel, dann kommen all die anderen Dinge ins Spiel. Aber kein Mensch kann sich alleine entscheiden, ohne Gottes Einwirken und sagen, ich möchte zu Gott gehören. Das ist, was Johannes deutlich zeigt, sondern jeder, der das tut, der ist aus Gott geboren. Und aus Gott geboren zu sein bedeutet, dass Gott schon anfängt zu wirken, lange bevor ich irgendeine Entscheidung fälle, lange bevor ich irgendwo eine Gemeinde aufsuche, lange bevor ich irgendwann die Bibel aufschlage, hat Gott schon längst gewirkt. Das sagt ja der Jesus dem Nikodemus, zwei Kapitel später, wo er sagt, du musst von neuem geboren werden. Der Geist weht, wo er will. Du merkst es gar nicht, wo er weht. Aus Gott geboren sein, das ist dasselbe.

[38:53] Vor 2000 Jahren, da erklang im Himmel irgendwo, keiner kann genau sagen wo, eine Stimme und die sagte: "Siehe, ich komme. In der Buchrolle steht von mir geschrieben." Wir können das nachlesen, in Hebräer Kapitel 10. Hebräer Kapitel 10 und dort Vers 5 bis 7.

[39:38] Das ist genau an diesem Übergang jetzt von der ewigen Welt des Himmels auf die Erde. Hebräer 10 Vers 5 bis 7. "Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet. An Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen. Da sprach ich: Siehe, ich komme. In der Buchrolle steht von mir geschrieben, um deinen Willen, o Gott, zu tun." Könnt ihr mir sagen, wer das hier gesprochen hat?

[40:14] Das war Jesus. Jesus, der gesagt hat vor 2000 Jahren: "Siehe, ich komme. In der Buchrolle im Alten Testament steht von mir geschrieben und dann sagt er: 'Du hast mir einen Leib bereitet.'" Das Wort, das seit Ewigkeiten bei Gott war und das seit Ewigkeiten Gott war und das alles geschaffen hat, sagt: "Ich werde einen Körper bekommen, sozusagen einen menschlichen Körper. Ich werde Mensch werden, um deinen Willen, o Gott, zu tun."

[40:51] Schaut mal, wie Johannes das ausdrückt in den vielleicht schönsten Worten, die es überhaupt so gibt in der Bibel. Johannes 1 Vers 14. Das ist so, wo Himmel und Erde sich plötzlich berühren. Johannes 1 ist wie so ein, das geht vom Himmel los, von der Ewigkeit und geht immer mehr Richtung Erde. Und so in Johannes 1 Vers 14, da berühren sich buchstäblich Himmel und Erde und "das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Und was sahen wir jetzt? Was sahen wir? Seine Herrlichkeit." Denkt daran, Mose wollte die Herrlichkeit Gottes sehen und Gott sagte zu ihm: "Mein Charakter, meine Güte, meine Gnade, mein Name." Und "das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."

[41:49] Vers 14 beschreibt, wie Gott und Mensch eins werden, damit die Menschheit die Fülle des Charakters Gottes sieht. Der war schon immer da, der Charakter Gottes ist unveränderlich, er war seit Ewigkeiten derselbe, aber die Menschheit hat es nicht begriffen, die Finsternis hat es nicht begriffen und deswegen wurde Jesus Mensch. Das ganze Leben von Jesus dreht sich um einen Punkt, noch nicht einmal primär, um uns zu retten, sondern das eigentliche tiefste Anliegen war, den Charakter Gottes vor dem ganzen Universum zu präsentieren, die Herrlichkeit Gottes. Und dazu gehört natürlich unsere Rettung, dazu gehört natürlich der Sieg über den Satan, dazu gehören all diese Dinge, all diese Dinge, die ordnen sich unter oder dieses höchste Ziel. "Im Anfang war das Wort", der Charakter Gottes, sein Wesen. Das Wort wurde Fleisch und Gottes Wesen zeigt sich in seiner Erniedrigung, denn das Fleisch, das Jesus annahm, das war nicht der der Körper von Adam, fünf Meter groß und noch stark wie 900 Jahre alt, das war der Körper, der seit der jetzt 4.000 Jahre menschliche Schwäche erlebt hatte, degeneriert. Jesus nahm die Menschheit dort auf, wo sie war, er ging bis ganz nach unten und in der Bibel ist es oft dargestellt worden, denkt mal an den brennenden Dornenbusch, wir haben das letzte Mal schon kurz angesprochen, die unbedeutendste Pflanze, die es gibt, selbst in der Wüste, aber Gott mittendrin, das Heiligtum, ganz schlichte Dachsfälle, Ziegenfälle und mittendrin die Herrlichkeit Gottes. Gottes Charakter ist so erstaunlich, dass man ihn von außen gar nicht wahrnimmt, es sei denn, man achtet auf den Charakter und deswegen haben auch die Welt und auch das jüdische Volk ihn abgelehnt, weil sie immer auf äußerliche Dinge geachtet haben und nicht auf den Charakter, auf den es eigentlich ankam.

[44:22] Wir sahen seine Herrlichkeit. Übrigens schaut mal, wie in Jesaja 40 das schon vorhergesagt worden ist, Jesaja 40.

[44:47] Jesaja 40 Vers 3 bis 5. Dort heißt es: "Die Stimme eines Rufenden ertönt: In der Wüste bereitet den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott." Und dann springt man zu Vers 5: "Und die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren, sie wird deutlich werden und alles Fleisch miteinander wird sie sehen, denn der Mund des Herrn hat es geredet." Gottes Wort sagt voraus, dass das Wort, die Herrlichkeit Gottes sichtbar wird im Fleisch, alles Fleisch wird es sehen. Die Menschen werden sehen, wie Gott ist, so wie Jesus später sagt: "Wenn ihr mich seht, dann habt ihr Gott gesehen." Und wisst ihr, was das bedeutet? Als Jesus Mensch wurde, da wurde sichtbar, dass Gottes Charakter auch in der Menschheit praktizierbar ist. Vorher hätte man immer noch sagen können, naja, göttlichen Charakter, den kann nur ein Gott haben, aber Menschen können das nicht. Das war ja Satans Anklage. Satan hat gesagt, Gottes Gesetz, seinen Charakter kann man nicht umsetzen. Jesus wurde Mensch unter den schwierigsten Umständen sogar und hat gezeigt, dass im Fleisch Gottes Wort praktizierbar ist. Und damit schlägt er die Brücke zum Himmel.

[46:15] Gehen wir zurück zu Johannes 1, müssen uns ein bisschen sputen. Johannes 1 und dort Vers 15. Jetzt sind wir auf die letzten vier Verse hier. Da kommt jetzt so ein neuer Abschnitt, Johannes 1, Vers 15 bis 18. Wieder geht es mit Johannes los. "Johannes legte Zeugnis ab von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich." Also hier werden wieder einige Gedanken aufgegriffen von dem, was vorher schon gesagt worden ist, oder? Die Präexistenz Jesu und Johannes, der Zeugnis gibt. Also ihr seht, der Johannes Evangelist, der wiederholt auch immer wieder die Dinge und vertieft sie dadurch, immer wieder.

[47:01] Und dann sagt er in Vers 16 was sehr Schönes: "Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade." Obwohl er Mensch war, obwohl er so unscheinbar war, kommt noch später im Kapitel, dass selbst die umliegenden Menschen gar nicht wussten, wer er ist. Am Anfang war in ihm die Fülle Gottes leibhaftig, sagt der Kolosserbrief, nicht wahr? In ihm war die Fülle Gottes leibhaftig und aus dieser Fülle kam die Wahrheit, kam die Gnade. Gnade um Gnade. Er ist die Quelle gewesen. Und wenn wir uns mit dem Leben von Jesus beschäftigen, dann dürfen wir wissen, das Leben von Jesus und seine Person ist eine Quelle, da kann man rausholen und rausholen und rausholen und rausholen und rausholen. Es erschöpft sich nie, denn er ist das Leben, er ist das Licht, er ist Gott. Es ist ein Fass ohne Boden sozusagen. Es ist immer noch immer noch tiefer, immer noch noch noch mehr, was daraus kommt. Und Johannes hat das wie kaum ein anderer verstanden. Johannes war der, der am allernächsten zu Jesus war, der am allermeisten von diesem Klang der verstanden hat. Und er hat ein ganzes Leben lang gewartet, bis er mit all seiner Lebenserfahrung das dann nochmal niedergeschrieben hat, in diesen einfachen und doch so tiefgründigen Worten. "Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen."

[48:26] Und dann schaut man, was er in Vers 17 sagt. "Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben. Die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden." Frage, spricht er hier von den zehn Geboten? Manchmal wird dieser Text benutzt, um zu sagen, naja, Jesus und die zehn Gebote, die haben nix mehr zu tun. Könnte man so auf den ersten Blick denken, oder? Das Gesetz kommt von Mose, aber Jesus hat die Gnade und die Wahrheit gebracht. Würdet ihr sagen, hier geht es um die zehn Gebote? Ja oder nein? Warum nicht? Nennen wir mal einen Grund, warum es hier bei diesem Vers nicht um die zehn Gebote geht. Es gibt mehrere Gründe.

[49:04] Ganz genau, das ist hundertprozentig richtig. Die zehn Gebote sind nicht von Mose gegeben worden, sondern von Gott selbst. Gott selbst hat sie gesprochen, Gott selbst hat sie geschrieben und die zehn Gebote sind der Ausdruck dieses Wortes. Was er hier meint, sind all die Zeremonialgesetze, die Mose gegeben hatte, die ebenso wie Johannes der Täufer ein Vorläufer waren auf Jesus. Ja, das Gesetz des Mose, ein Vorläufer auf Jesus. Das Gesetz war von Mose, aber Jesus bringt den eigentlichen Inhalt, weil all die Waschungen, all die Opfer, all der Heiligtumsdienst nützen ja nichts ohne Gnade und Wahrheit. Es geht eigentlich um Gnade und Wahrheit. Gottes Charakter ist interessant, nicht wahr? Er ist gnädig, aber er ist auch wahrhaftig. Diese beiden Dinge, Gnade und Wahrheit, kommen bei Gott zusammen. Und Jesus, man kann das so formulieren, das Zeremonialgesetz war eigentlich das Wort gedruckt oder geschrieben, ja, aber Jesus bringt das Wort in die Realität. Er ist das fleischgewordene Wort Gottes. Der Gedanke, der sich schon aufgeschrieben hatte, denn die Gedanken Gottes waren ja auch letztendlich, man konnte die auch aus dem Zeremonialgesetz ableiten, aber sie waren dann nur eine Theorie. Sie waren noch nicht real. Und als Jesus Mensch wurde, als Himmel und Erde sich berührt haben, da ist das real geworden.

[50:38] Übrigens Gnade und Wahrheit sind ein Begriffspaar, das im Alten Testament ganz oft vorkommt. Ich gebe euch nur zwei Beispiele oder eins reicht vielleicht sogar. Schaut mal in Sprüche 16 Vers 6 zum Beispiel.

[51:20] Schaut man, dort heißt es, Sprüche 16 Vers 6, das ist nur ein Beispiel von vielen, "durch Gnade und Wahrheit wird Schuld gesühnt. Durch die Furcht des Herrn weicht man vom Bösen." Da stand das schon seit Jahrhunderten, seit vielen, vielen Jahren stand das da in der Bibel. Durch Gnade und Wahrheit wird Schuld gesühnt, aber erst als Jesus Mensch wurde, als dieses Wort Fleisch wurde, als die Menschen Gnade und Wahrheit anfassen konnten und Jesus als Mensch am Kreuz starb, da wurde buchstäblich durch Gnade und Wahrheit Schuld gesühnt. Und so gibt es also viele Stellen, wo im Alten Testament das schon angedeutet worden ist, aber erst in Jesus hat es seine echte Erfüllung gefunden.

[52:12] Letzter Vers in Johannes 1 Vers 18, damit endet diese riesige Einleitung des Johannes Evangeliums. Es lohnt sich, das zu Hause noch mal so Vers zu Vers durchzugehen und zu Hause noch mal in Gedanken nachzuvollziehen, was Johannes sagt. Er sagt in Vers 18 was ganz Interessantes. "Niemand hat Gott je gesehen. Damit meint er natürlich den Vater. Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben."

[52:50] Das heißt und damit, das ist quasi die Quintessenz von allem, im Leben von Jesus sehen wir Gott den Vater. Wenn Gott der Vater auf der Erde gewesen wäre, er hätte auch der Ehebrecherin vergeben. Gott der Vater hätte auch die Brote und Fische für 5.000 Menschen verteilt. Gott der Vater hätte genauso Lazarus auferweckt. Er hätte genauso am Kreuz gesagt: "Vergib ihnen." In dem Fall vielleicht zum Heiligen Geist: "Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Gott der Vater hätte sich auch schlagen lassen und sich auch anspucken lassen, weil all das, was Jesus getan hat, offenbart, wie Gott der Vater ist. Wir können zwar Gott den Vater nicht sehen, aber dadurch, dass Jesus Mensch geworden ist, sehen wir das Wesen Gottes.

[53:38] Schauen wir noch einen vorletzten Vers an in Hebräer 1, Vers 1 bis 3. Hebräer 1, Vers 1 bis 3. Nicht nur Johannes hat diese Idee aufgeschrieben. Dort heißt es: "Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat, durch die Propheten hat er in diesen, also durch das Wort Gottes sozusagen, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem. Durch ihn hat er auch die Welten geschaffen. Diese ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit, seines Charakters und der Ausdruck seines Wesens." Wenn man etwas ausdruckt, weiß nicht, ob ihr euch mit Computern auskennt, wenn man etwas vom Computer ausdruckt, dann kommt genau das raus, was im Computer drin gewesen ist. Ja, ist ein genaueres Abbild des Inhaltes. Jesus ist der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft.

[54:46] Ellen White hat mal gesagt, dass Johannes 1, Vers 1 bis 18, die ganze Wichtigkeit und die ganzen, den ganzen Charakter der Mission Jesu beschreibt. Eigentlich erst, wenn man Johannes 1, Vers 1 bis 18 verstanden hat, dann hat man überhaupt den richtigen Blick auf das Leben Jesu, eigentlich auf den, auf die ganze Bibel. Denn was Johannes 1 beschreibt, ist wie ein Schlüssel in die gesamte Bibel. Es geht immer um den Charakter Gottes, der sich in Jesus offenbart. Und wenn wir voranschreiten jetzt in den nächsten Wochen und Monaten, uns dann Episode für Episode das Leben Jesu zu betrachten, dann dürfen wir dieses Fundament nie aus den Augen verlieren. Sein ganzes Kommen hatte einen Zweck, den Himmel und die Erde zu verbinden, das Wesen, die Liebe, den Charakter Gottes in menschlicher Gestalt zu offenbaren. Und Johannes sagt: "Wir haben es gesehen, wir sind Zeugen, wir geben Zeugnis davon." So wie Johannes der Täufer Zeugnis gab, damit Menschen glaubten, so sagt Johannes: "Wir haben es gesehen, wir haben die Gnade und die Herrlichkeit gesehen und die Wahrheit glaubt an ihn." Und wenn wir, auch wenn wir nicht Johannes heißen, den Charakter Gottes erkennen, dann sollen auch wir anderen Zeugnis geben, dass doch mehr Menschen an Jesus glauben. Unser Leben und unsere Worte sollen den Charakter Jesus, den Charakter Gottes offenbaren.

[56:11] Wollen wir uns vornehmen, das zu tun und über Jesus, über sein Wesen, sein Leben noch mehr nachzudenken. Und ich rate euch an, dass wir gemeinsam zum Abschluss beten. Lasst uns dazu niederknien, wo es möglich ist.

[56:31] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir über dich und dein Wort mehr lernen durften. Wir haben gesehen, in welcher Schönheit, welcher Einfachheit und auch welcher Tiefe Johannes den ganzen Erlösungsplan skizziert und zusammenfasst, als ein Fundament für das ganze Evangelium. Und wir sind erstaunt über die Gnade und die Wahrheit und die Demut, die sich zeigen im Leben von Jesus. Wir möchten dich bitten, dass du in unserem Herzen wirkst und dass diese Offenbarung deines Charakters uns näher zu dir zieht, dass wir wirklich Kinder Gottes sein dürfen. Im Namen Jesu, Amen.


Lizenz

Copyright ©2015 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.