[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur letzten Folge unseres Reformationsspezials zum Römerbrief. Wir haben in den letzten drei Monaten uns Vers für Vers durch diesen gewichtigen Brief hindurchgearbeitet und ich denke, wir können alle sagen, jeder Christ hat Grund genug Gott zu danken für den Römerbrief, der das Evangelium so klar und so schön und vor allem so tiefgründig darstellt, dass es wirklich eine Freude ist.
[0:57] Der Luther hat durch diesen Brief insbesondere wichtige Impulse erhalten. Die Reformation wäre ohne den Römerbrief kaum so denkbar. Er ist ein Brief, der über Jahrhunderte und jetzt schon Jahrtausende das Evangelium von Jesus Christus so klar und so strukturiert darstellt, dass wenn man sich wirklich da hinein vertieft und ihn gründlich studiert, dass es fast schwer ist, das Evangelium nicht zu erkennen.
[1:25] Wir wollen heute in diesem letzten Abschnitt uns den letzten Versen widmen. Wir haben das letzte Mal noch ein bisschen so den Abschluss des inhaltlichen Hauptteils gehabt, wo Paulus über diese Frage der Gewissensfrage noch nachgedacht hat, wo er noch einmal deutlich gemacht hat, dass es eine Einheit der Gemeinde geben soll, dass sowohl die Juden als auch die Heiden alle gemeinsam Gott loben sollen.
[1:52] Er hat dann in dem Schlussepilog noch einmal seine Reisepläne erörtert und angedeutet, dass nachdem es lange Zeit ihm nicht möglich war, er jetzt plant, Rom zu besuchen auf einer Weiterreise dann nach Spanien, um dort dann vor der Reform das Evangelium zu verkündigen. Aber bevor er nach Rom kommen würde, müsste er noch zuerst nach Jerusalem, um dort eine Sammlung der Gemeinden aus Griechenland abzugeben.
[2:20] An der Stelle wollen wir jetzt weitermachen und bevor wir beginnen, wollen wir nach guter Gewohnheit ein Gebet sprechen, wozu ich euch ganz herzlich einlade. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir noch einmal uns mit dem Römerbrief beschäftigen können, dass wir noch einmal diese inspirierten Worte lesen dürfen, um wichtige Einblicke zu bekommen in das Evangelium, um dich besser kennenzulernen und um zu sehen, wie der Paulus die Prinzipien des christlichen Lebens beschreibt.
[2:53] Wir möchten dich bitten, dass du erneut zu unserem Herzen sprichst. Wir möchten dir danken für all das, was wir schon herausfinden durften und sehen konnten und erfahren durften und möchten dich bitten, dass das nicht nur eine kurzzeitige Erfahrung ist, sondern dass das in unserem Herzen bleibt und wirklich unser Leben dauerhaft verändert, dass wir wirklich diese Kraft des Evangeliums erleben, die du hineingelegt hast in dieses Wort. Und wir möchten dich bitten, dass du jetzt alle Störende fernhältst und dass wir verstehen, was du uns heute sagen möchtest. Im Namen Jesu beten wir dies, Amen.
[3:27] Römer 15 und dort Vers 28. Sobald ich nun das ausgerichtet und ihnen diese Frucht gesichert habe, will ich über euch weiterreisen nach Spanien. Also wie schon in den Versen vorher gesagt, sobald Paulus in Jerusalem gewesen ist, die entsprechend eingesammelten Gaben übergeben hat, seine Pflicht getan hat, ist sein nächstes Projekt Spanien.
[3:52] Er möchte dort das Evangelium predigen und auf dem Weg dahin, so hat er sich das überlegt, er möchte in Rom Stopp machen, möchte sich geistlich stärken lassen, den Geschwistern noch etwas weiterhelfen, vielleicht etwas mehr ausbilden, ihnen noch etwas tiefer das Evangelium erklären und dann nach Spanien weitergehen. Nun kann man hier vielleicht schon Sprüche 19, Vers 21 anfügen, der Mensch macht viele Pläne, aber allein Gottes Ratschluss wird eintreffen.
[4:24] Vers 29, ich weiß aber, dass wenn ich zu euch komme, ich mit der Segensfülle des Evangeliums von Christus kommen werde. Paulus hatte sich vorgenommen, wo immer er hingeht, das volle Evangelium zu predigen und das würde auch vollen Segen bringen. Er hat dieses Evangelium in all den Kapiteln vorher beschrieben, von Römer 1, Vers 16 an, wo es so wunderbar definiert wird, als die Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt, wodurch die Gerechtigkeit Gottes offenbar wird, entsprechend dem Habakuk Text, der Gerechte wird aus Glauben leben und dann durch all die Kapitel, diese Segen des Evangeliums so eindrucksvoll beschrieben worden.
[5:02] Er hatte ja schon in Römer 1, Vers 11 den Wunsch ausgedrückt, dass die römischen Christen etwas geistliche Gnadengabe von ihm erhalten. Schon im Alten Testament sind Regengüsse des Segens verheißen durch Gott und in der Epheser sagt Paulus in Kapitel 1, Vers 3, dass Gott uns mit allen himmlischen Segnungen segnen möchte in Jesus Christus und wir deswegen als Gläubige alle zur Fülle Christi heranwachsen sollen in Epheser 4, Vers 13, Vers 30.
[5:34] Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, um unseres Herrn Jesus Christus und der Liebe des Geistes willen, dass ihr mit mir zusammen kämpft in den Gebeten für mich zu Gott. Paulus hat noch ein Gebetsanliegen, dass er hier den Gläubigen in Rom mitgeben möchte, bevor der Brief dann bald schließt. Sie sollen für ihn und mit ihm beten und dieses Gebet ist nicht nur eine religiöse Pflicht, sondern es wäre ein Ringen.
[6:00] Sie sollen kämpfen im Gebet. Hier gibt es eine geistliche Auseinandersetzung. Paulus weiß nicht genau, was in Jerusalem auf ihn wartet, aber er weiß, dass es schwierig sein könnte. Interessant ist auch in diesem Vers, dass wir hier den Geist und den Herrn Jesus Christus und auch Gott, gemeint wohl den Vater hier, erwähnt haben, also wohl auch trinitarisch gedacht, dieser Vers. Die Liebe des Geistes, die war schon das Thema in Römer 5, Vers 5, wo der Geist die Liebe Gottes in unser Herz bringt.
[6:35] Paulus hat immer wieder auch Geschwister um Gebet gebeten, zum Beispiel in 1. Thessalonicher 5, Vers 25 oder auch in 2. Thessalonicher. Wir lesen in 2. Kunde 1, Vers 11, dass Fürbitte wirkt. Die Gläubigen sollen beten, sagt Paulus in Epheser 6, Vers 19, dass er mit Freimut das Evangelium verkündigen kann. In Kolosser 2, Vers 1 lernen wir, dass Paulus geistliche Kämpfe hat für die Gemeinden, vor allem die er noch nicht gesehen hat und nicht nur von ihm wird das beschrieben, so auch von einem gewissen Epaphras in Kolosser 4, Vers 12, der in seinen Gebeten für die Kolosser kämpft, damit sie geistlich feststehen und vollkommen sind, um den Willen Gottes voll zu erfüllen.
[7:18] Vers 31, was also ist das konkrete Anliegen, wofür die Römer für und mit Paulus beten sollen und kämpfen sollen im Gebet? Vers 31, dass ich bewahrt werde vor den Ungläubigen in Judäa und dass mein Dienst für Jerusalem, den Heiligen, angenehm sei. Es sind also zwei konkrete Anliegen.
[7:37] Erst einmal möchte er bewahrt werden vor dem Wüten der nichtchristlichen Juden, die er als die Ungläubigen bezeichnet, weil sie an Jesus nicht glauben. Die werden in ihm, und das haben sie auch schon vorher deutlich gemacht, einen gefährlichen Irrlehrer sehen und das kann zu Tumulten und zu Konflikten führen und er bittet um Bewahrung vor dem Wüten dieser Ungläubigen. Außerdem wünscht er sich, dass dieser Liebesdienst der griechischen Gläubigen, dass der auch wirklich gerne angenommen wird von der Jerusalemer Gemeinde.
[8:08] Nun, wenn man in der Postgeschichte schaut, stellt man fest, wie das dann ausgegangen ist. In der Postgeschichte 21 finden wir in Vers 17, dass die Geschwister in Jerusalem tatsächlich Paulus mit Freuden aufgenommen haben, aber wir finden auch im selben Kapitel, 10 Verse später in Vers 27, dass es in Jerusalem tatsächlich zu einem Tumult kommt um den Paulus. Wir lesen später in der Postgeschichte 23, Vers 12, dass einige den Paulus nach dem Leben trachteten und sogar in der Postgeschichte 25, Vers 2, dass sogar die jüdischen Leiter des Volkes gegen Paulus intrigierten. Das war also enormer Widerstand in Jerusalem.
[8:51] Paulus wusste, dass wenn dieses Gebetsanliegen nicht erhört wird, es schwierig werden würde, nach Rom zu kommen. Vers 32, damit ich mit Freuden zu euch komme, durch Gottes Willen und mich zusammen mit euch erquicke. Nur, wenn dieses Gebetsanliegen, dass es keine Probleme in Jerusalem gibt, erhört werden würde, dann wäre der Weg frei, dann könnte er nach Rom kommen, dann könnte er mit Freude das Evangelium dort predigen.
[9:16] Und damit fasst dieser Vers eigentlich den ganzen Abschnitt vorher nochmal zusammen. Wir lesen dann in der Postgeschichte 27, Vers 1, dass Paulus tatsächlich nach Rom kam. Aber, und das ist die interessante Pointe dieser Geschichte, als Gefangener. Wir haben hier die Zeit nicht genau auszuführen, warum und wieso das passiert ist, das wird in der Postgeschichte deutlich gemacht.
[9:42] Er hört auf den wohlgemeinten, aber nicht zu Ende gedachten Rat der Gemeindeleiter in Jerusalem, gerät dann in diesen Tumult und das Ganze führt dann dazu, dass er gefangen genommen wird, lange Zeit gefangen gehalten wird, er wird zwar nicht verurteilt, aber er beruft sich auf den Kaiser und wird dann nach Rom gesandt als Gefangener. Auf dem Weg, so sagt uns der Postgeschichte 27, Vers 41-43, erleiden die Reisenden sogar Schiffbruch.
[10:16] Paulus ist mehrmals dem Tode nahe, nicht nur aufgrund des schweren Unwetters, des schweren Sturmes, den sie erleiden, nicht auch dann aufgrund der Tatsache, dass die römischen Soldaten das Recht hatten, bei so einem Schiffbruch dann, wenn Gefahr bestand, dass die Gefangenen fliehen würden, die Gefangenen zu töten, dann greift er in Holz und wird von einer gefährlichen Schlange gebissen. Paulus ist mehrmals dem Tode nahe und als er in Italien ankommt, ist er so niedergeschlagen, dass erst die Ankunft einiger Gläubiger auf dem Weg nach Rom ihn wieder Mut gibt.
[10:55] In der Postgeschichte 28, Vers 15 und 16 lesen wir das. Trotzdem lesen wir dann in Vers 30 und 31 des selben Kapitels, dass trotz aller Umstände Paulus zwei Jahre lang ungehindert das Evangelium in Rom predigen kann und er muss dann schlussendlich feststellen in Philippe 1, Vers 12 bis 14, dass die Fesseln diese unerwarteten, unangenehmen Umstände in Wirklichkeit die Predigt des Evangeliums sehr gestärkt haben, weil dadurch die Geschwister noch mehr ermutigt waren, das Wort überall zu verbreiten.
[11:32] Paulus hat hier in Vers 32 zurechtgeschrieben durch Gottes Willen, er wollte unbedingt nach Rom kommen, er wollte unbehelligt nach Rom kommen, um einfach weiterzureisen, aber das war dann nicht mehr so in der Form Gottes Wille und so sollten wir in unseren Zukunftsplänen stets anerkennen, dass wir das und das wünschen, aber dass Gottes Wille maßgeblich ist, so lesen wir zum Beispiel in Jakobus 4, Vers 15 und an vielen anderen Stellen.
[12:01] Er wollte erquickt werden, wie wir das ja schon auch vorher gesehen haben, er wollte geistlich gestärkt werden. Vers 33, der Gott des Friedens sei mit euch allen. Amen. Hier endet jetzt dieser eigentliche Epilog, diese Paränese, diese Ermahnung, in der Paulus seine Reisepläne nochmal erörtert hat, wo er seine Vorfreude ausgedrückt hat, die Christ in Rom zu treffen, nachdem ja schon in Kapitel 15 und dort Vers 13 der Hauptteil, der natürlich Hauptteil, zu Ende gewesen ist und mit diesem Gruß hier in Vers 33, der Gott des Friedens sei mit euch allen. Amen.
[12:43] Ja, endet dieser Teil dann auch, der Gott des Friedens, wir wissen aus 1. und 14, Vers 33, Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, er ist ein Gott der Liebe und des Friedens, 2. und 13, Vers 11, als Gott des Friedens heiligt er uns komplett und gibt uns Frieden, so in den Thessalonicher Briefen, und der Gott des Friedens hat Jesus aus den Toten heraufgeführt.
[13:08] Und diese Formulierung, der Gott des Friedens sei mit euch, Gott mit euch, geht zurück auf altes Testament, auf das alte Testamentrut, da finden wir schon wieder Boas zum Beispiel zu den Schnittern sagt er, Herr sei mit euch, und im Namen von Jesus, in dem Namen Immanuel ist diese Idee, Gott mit uns, verkörpert, Jesus sagt zu uns, dass er bei uns ist bis ans Ende der Weltzeit.
[13:33] Jetzt beginnt in Kapitel 16, Vers 1, das sogenannte Postscriptum, man könnte sagen das Nachwort, das ist im Grunde genommen das, was wir heute noch verwenden, wenn wir unter einen Brief oder unter eine E-Mail PS mit Doppelpunkt schreiben, PS heißt Postscriptum, das ist nochmal so wie ein Anhang, der eigentlich nicht zum Hauptbrief gehört, und jetzt nochmal einige Dinge nochmal benennt, ein Nachwort, wie wir jetzt sehen werden.
[14:03] Zunächst einmal heißt es hier in Vers 1, ich empfehle euch aber unsere Schwester Phöbel, die eine Dienerin der Gemeinde in Kenchia ist. Paolo stellt diese Phöbel vor, ihr Name heißt übersetzt Hel, und offensichtlich wird sie damit beauftragt, den Brief nach Rom zu bringen, sie ist eine Dienerin, oder das Wort könnte auch heißen Diakonin, das ist unklar, dass sie eine technische gewählte Diakonin war, oder einfach eine Dienerin im allgemeineren Sinne, kann beides bedeuten vom Wort her.
[14:35] Sie ist eine Dienerin, Diakonin in der Gemeinde Kenchia, Kenchia war eine Hafenstadt in der Nähe von Korinz, einige Meilen entfernt, wo ihr Brief geschrieben worden ist, lag am saronischen Golf, direkt am Meer, Paulus, so sagt uns die Apostelgeschichte, hat er sich in der Stadt seinen Haupt scheren lassen, von daher kennen wir diese Stadt dann auch aus der Bibel.
[14:55] Dass Frauen wichtige Aufgaben im Werk Gottes haben und hatten, wird sehr deutlich, schon Jesus hatte etliche Frauen, die ihm auch dienten, so in Lukas 8, Vers 3, und hier wird angedeutet, dass es eine Frau war, die Phöbe, die diesen gewaltigen Brief von Korinth nach Rom bringen sollte.
[15:17] Vers 2, sollte eine Norm für Christen sein, anderen zu helfen. Die Römer haben jetzt also die Gelegenheit, das praktisch anzuwenden, was sie vor den Kapiteln dann gelesen haben.
[15:47] Vers 3, nun beginnt eine Reihe von Versen, wo Leute gegrüßt werden sollen, die in Rom dort in der Gemeinde sind. Da sind zum einen Priscilla, das ist die große Form von Triska, die Altehrwürdige, und Aquila, der Adler.
[15:59] Sie waren beide Zeltmacher, wir erfahren aus der Postgeschichte 18, Vers 2, dass Aquila aus Pontus war, ein Jude, das ist ein Gebiet am schwarzen Meer in Kleinasien, er hatte mit seiner Frau in Italien gelebt und war durch Claudius, den Kaiser Claudius, ausgewiesen worden, als der alle Juden aus Rom vertrieben hatte. Offensichtlich waren sie mittlerweile in ihre alte Heimat zurückgekehrt.
[16:26] Sie sind auch deswegen bekannt, weil sie wieder Paulus' Zeltmacher waren, seine Mitarbeiter waren nicht nur im Werk des Herrn, sondern auch praktisch. Und sie haben besondere Bedeutung, weil sie den Apollos als Evangelisten dann ausgebildet haben, der die Wahrheit zwar vollmächtig predigte, aber die Wahrheit noch nicht bis ins letzte Detail kannte und sie ihm das Evangelium dann noch genauer erklärt haben. Zur Zeit, als der erste Gründerbrief geschrieben worden ist, waren sie offensichtlich noch mit Paulus unterwegs und Paulus lässt sie auch an anderer Stelle im zweiten Thessalonicher Brief grüßen.
[17:01] Vers 4, den nicht allein ich dankbar bin, sondern auch alle Gemeinden der Heiden. Sie haben sich mit großem Eifer eingesetzt. Sie müssen eine echte Liebe für Paulus gehabt haben, ansonsten wären sie nicht bereit gewesen, ihr Leben zu geben. In gewisser Weise gehören sie damit zu den wenigen, auf die Römer 5, Vers 7 zutrifft, wo wir gelesen haben, einige wenige wären vielleicht für einen gerechten, für einen Wohltäter bereit sein zu sterben. Und 1. Johannes 3, Vers 16 sagt uns, Jesus hat sein Leben für uns hingegeben, so sollen auch wir bereit sein, unseres für andere zu geben.
[17:35] Alle Heidenchristen, dort wo Paulus gewesen ist, waren dankbar für den Einsatz von Aquila und Priscilla. Vers 5, grüßt auch die Gemeinde in ihrem Haus, grüßt meinen geliebten Epenetus, der ein Erstling von Achaia für Christus ist.
[17:54] Es gab wohl eine Hausgemeinde im Haus von Aquila und Priscilla, schon als sie in Ephesus waren, in 1. Runde 16, Vers 19, kann man das lesen, der Kontabrief ist in Ephesus geschrieben worden, hatten sie eine Hausgemeinde. Das war also etwas ganz übliches für Priscilla und Aquila, wo sie waren, in ihrem Haus eine kleine Gemeinde, eine Gruppe zu haben. Wir sehen hier also auch, wie Gemeinde damals gelebt worden ist, unter anderem in solchen kleinen Hausgemeinden. Wir finden andere Beispiele für solche Hausgemeinden in Kolosser 4, Vers 15 oder auch in Philemon, Vers 2.
[18:28] Jesus hatte gesagt, da wo zwei oder drei zusammenkommen in meinem Namen, da wird er gegenwärtig sein. Epenetus, einer der ersten Gläubigen aus Achaia, das ist das Griechenland, wobei allerdings einige Manuskripte an der Stelle auch Asier legen. Das wäre dann eben nicht Griechenland, sondern Westkleinasien, in beiden Fällen eine römische Provinz.
[18:56] Vers 6 grüßt Maria, die viel für uns gearbeitet hat. Maria ist ein jüdischer Name, eigentlich Miriam, heißt wörtlich rebellisch. Und dann Vers 7 grüßt Andronikos und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen, die unter den Aposteln angesehen und vor mir in Christus gewesen sind.
[19:16] Andronikos heißt der Mann des Sieges und Junia, oder Junias, jugendlich und hier ist es vielleicht ganz interessant, beide waren Verwandte von Paulus, vor ihm bekehrt. Der zweite Name ist Gegenstand zahlreicher Diskussionen gewesen, dort steht Junia und Junia kann sowohl männlich als auch weiblich sein, es lässt sich aus dem Namen selbst erstmal nicht genau ableiten, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt.
[19:40] Und weil dann steht, sie sind unter den Aposteln angesehen, haben einige daraus konstruieren wollen, dass es sich hier um eine Frau handelte, die eine Apostelin war und zwar eine angesehene Apostelin, damit begründen wollen, damit soll dann die Frauenordination begründet werden. Allerdings ist erstmal unklar, ob hier Junia oder Junias, also ob ein männlicher oder ein weiblicher Name gemeint ist, zudem heißt diese Phrase nicht unbedingt, dass sie eine angesehenen Apostel waren, sondern dass sie unter den Aposteln oder auch von den Aposteln angesehen waren, mit anderen Worten, die Apostel kannten sie gut, ob das jetzt ein Mann oder eine Frau war und stand in hohem Ansehen bei den Aposteln und das ist eigentlich die natürliche Lesart des Textes, die auch mit dem ganzen restlichen Schriftzeugnis in Übereinstimmung ist.
[20:32] In Christus heißt es hier, die waren in Christus und das ist nochmal eine Reminiszenz an das, was wir aus Römer 8, Vers 1 kennen, wer in Christus ist, der wandelt gemäß des Geistes und nicht des Fleisches, in dem Herrn ist ewige Rettung und Rechtfertigung, Jesaja 45, Vers 17 und 25, in Christus sind wir eine neue Schöpfung, 2. Korinther 5, Vers 17, in Christus werden wir zu der Gerechtigkeit Gottes gemacht, die Gerechtigkeit, die für Gott gilt, 2. Korinther 5, Vers 21 und die Gemeindeglieder, Galate 1, Vers 22 sind in Christus, Vers 16.
[21:04] Verzeihung, Vers 8, grüßt meinen im Herrn geliebten Amplias, das heißt weit, nach manchen Manuskripten hieß er auch Ampliatus, da gibt es ein bisschen Unklarheit, Vers 9, grüßt Urbanus, wörtlich der aus der Stadt kommende, wir kennen das Wort Urban, unseren Mitarbeiter in Christus und meinen geliebten Stachys, wörtlich Weizenehre, auch das, also hier Urbanus, ein Mitarbeiter im Werk Gottes, Vers 10, grüßt Appellus, den in Christus bewährten, grüßt die vom Haus des Aristobulus, Appellus, kann man sich vielleicht denken von Appell, der Berufene, er ist in Christus bewährt, Bewährung zeigt sich nach Philippa 2, Vers 22 im Dienst am Evangelium in gegenseitiger Unterordnung, das muss also für den Appell sein, ja, zugetroffen haben durch die Parteiungen, die Streitigkeiten, werden die bewährten offenbar, 1. Korinther 11, Vers 19, unser Glaube wird getestet, um uns auf die Wiederkunft vorzuweiten, damit wir bewährt sind, 1. Petrus 1, Vers 7, die aus dem Haus des Aristobulus, das werden Gläubige gewesen sein, die entweder einfach zum Haus eines gewissen Aristobulus gehörten, oder vielleicht auch Sklaven eines gewissen Aristobulus gewesen sind, das Wort Aristobulus heißt übrigens der beste Ratgeber, und selbst wenn sie ihren Herrn gewechselt haben, wurden diese Sklaven immer nach ihrem ersten Besitzer genannt, Vers 11, grüßt Herodion, wörtlich der Herosche oder Heldenhafte, meinen Verwandten grüßt die vom Haus des Narzissus, die im Herrn sind, Narzissus, wörtlich Dummheit, aber natürlich benannt nach dieser mythologischen Figur.
[22:51] Interessant ist, dass es zur Zeit des Kaisers Claudius einen bekannten römischen Bürger gab mit Namen Narzissus, der sogar im Dienst des Kaisers gewesen ist, möglicherweise könnten es hier einige Sklaven von ihm gewesen sein, die gläubig geworden sind, aber das wäre natürlich gewisserweise auch Spekulation, kann man nicht nachweisen, Vers 12, grüßt Tryphäna und Tryphosa, die im Herrn arbeiten, grüßt die geliebte Persis, die viel gearbeitet hat im Herrn.
[23:11] Drei Frauen, die für den Herrn viel gearbeitet haben, Tryphona, wörtlich übersetzt luxuriös, Tryphosa, die prächtig gedeihen lässt und Persis, kann man sich fast denken, die persische Frau. Matthäus 9, Vers 38 sagt er, wir sollen um Arbeiter für das Werk Gottes bitten und der Mitarbeiter Gottes wirkt durch Gottes Gnade. Erste Korinther 15, Vers 10, wir sollen immer mehr zunehmen im Werk des Herrn, weil es nicht vergeblich ist, auch wer arbeitet, arbeitet für den Herrn. Wer betet, Vers 12, wer betet, arbeitet für den Herrn. Also es können auch manchmal hier Gläubige gewesen sein, die sehr stark im Gebetsdienst gewesen sind oder verschiedene andere Dinge gemacht haben. Erste Thessalonica 1, Vers 3, spricht auch von der Arbeit der Liebe.
[23:59] Vers 13, grüßt Rufus, den Auserwählten im Herrn und seine Mutter, die auch mir eine Mutter ist. Rufus heißt rot und möglicherweise ist er der Sohn von Simon Kirene, der das Kreuz von Jesu getragen hat. Zumindestens hatte Simon Kirene einen Sohn Rufus, so sagt uns Markus 15, 21 und vermutlich ist das Markus Evangelium in Rom geschrieben worden, da könnte also Markus von ihm Kenntnis gehabt haben.
[24:36] Der Auserwählte, Jesus hat uns auserwählt, Johannes 15, Vers 16, um dass wir Frucht bringen sollen. Wir sind erwählt, Epheser 1, Vers 4, dass wir in Liebe heilig, tadellos vor Gott sind und zweite Thessalonica 2, Vers 13, wir sind erwählt zur Erlösung.
[24:59] Weitere Grüße an Vers 14, grüßt Asynkritos, Phlegon, Hermas, Patrobas, Hermes und die Brüder bei ihnen. Die Namen heißen unvergleichlich, Asynkritos, Phlegon ist brennend, Hermas und Hermes sind Götternamen, oft für Sklaven verwendet und Patrobas heißt väterlich. Vers 15 grüßt Philologus und Julia, Nereus und seine Schwester, auch Olympas und alle Heiligen bei ihnen.
[25:23] Philologus, der Liebhaber des Wortes, Julia mit sanftem Haar, Nereus war der Name eines griechischen Mehrgottes und Olympas heißt himmlisch und viele Heilige waren bei ihnen. Also Paulus kannte doch schon eine ganze Reihe von Gläubigen hier in der Gemeinde in Rom.
[25:42] Vers 16, diese Reihe der Grüße wird beschlossen mit dem Vers 16, grüßt einander mit einem heiligen Kuss, es grüßen euch die Gemeinden des Christus. Dieser heilige Kuss, da haben wir einige Beispiele in der Bibel, Apostelsgeschichte 20, Vers 37, als Paulus von Ephesus abreißt, fallen ihm die Ältesten um den Hals und küssen ihn. So auch in Korinth der heilige Kuss, 1. Korinther 16, Vers 20, auch in Thessaloniki und in 1. Petrus 5, Vers 13 wird er der Kuss der Liebe genannt.
[26:10] An der Stelle wird Paulus jetzt doch noch einmal inhaltlich, wo er so konkret an die einzelnen Gläubigen denkt, wird ihm bewusst, in welcher Gefahr sie stehen durch Irrlehre, die er durch die Gegend ziehen und ein falsches Evangelium predigen. Paulus hat das ja auch mit den Galatern erlebt. Es gibt übrigens Hinweise darauf, dass der Galaterbrief vermutlich zu einer ähnlichen Zeit geschrieben worden ist, vermutlich fast zeitgleich wie der Römerbrief. Auch die Themen sind ja sehr, sehr ähnlich. Und so warnt er jetzt noch einmal vor diesen Irrlehrern, die spalten.
[26:50] Zwar sollen wir sie nicht als Feinde betrachten, 2. Thessaloniker 3, Vers 14 und 15, aber wir sollen sie ermahnen. Es gab ja einige, die lehrten, dass man beschnitten sein muss, dass man Jude sein muss, um gerettet werden zu können. So lesen wir in der Postgeschichte 15. Wir lesen auch in Korinth, dass es Spaltungen gab in 1. Korinth 1, Vers 11. Das hat ein Zeichen von Fleischlichkeit. Wie gesagt, der Galaterbrief hat das fast zu seinem Hauptthema. Paulus sagt, wer ein anderes Evangelium predigt, ist verflucht. Und er warnt vor den falschen Geschwistern, die er in Galater 2, Vers 4 erwähnt. Er warnt in Philippa 3, Vers 2 vor den bösen Arbeitern. Er warnt in Kolosser 2, Vers 8 vor der Philosophie und der menschlichen Tradition. Und in Judas 1, Vers 19 heißt es von diesen Irrlehrern, dass sie nicht den Heiligen Geist haben.
[27:35] Man soll sich zurückziehen von denen, die gegen die Lehre rebellieren. Diejenigen, die eine Form der Gottseligkeit haben, aber deren Kraft verleugnen, also die Kraft des Evangeliums, von denen soll man sich abwenden, 2. Timotheus 3, Vers 5. Einen Irrlehrer, einen Heretiker soll man erst verwarnen zweimal und dann abweisen. Titus 3, Vers 10. Und sich von denen fernhalten, die meinen, dass man mit Gottesfurcht sich bereichern kann. 1. Timotheus 6, Vers 5.
[28:02] Vers 18. Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch. Und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen. Die dienen nicht Jesus, sie dienen ihrem eigenen Fleisch, aber sie haben Erfolg durch ihre Rhetorik. Jesus sagt, man kann nicht zwei Herren dienen. Und wer versucht, Menschen zu gefallen, ist nicht ein Diener Jesu. Galatians 1, Vers 10.
[28:25] Dem Bauch zu dienen, da fällt uns vielleicht die Geschichte von Elis Söhnen ein, die genau nach diesem Prinzip lebten. Jesaja 56, Vers 10-12. Warnt vor den Wächtern und Hirten Israels, die nachlässig sind und sich nur um sich selbst kümmern. Der böse Knecht in Matthäus 24, Vers 48-51. Der isst und trinkt mit den Betrunkenen. Und in Philippa 3, Vers 19. Da spricht es von den Feinden des Kreuzes Jesu. Und es heißt dort von ihnen, dass ihr Bauch ihr Gott ist.
[28:57] Diese schönen Worte, auch die sind schon im Alten Testament bekannt. Die falschen Propheten sprechen Friede, Friede und da ist gar kein Friede. Jeremia 8, Vers 10 und 11. Jesus warnte vor den falschen Propheten, das sind Wölfe, die in Schafskleidern kommen. Viele, sagt er in Matthäus 24, Vers 11, werden durch falsche Propheten verführt werden. Viele verdrehen das Wort Gottes, sagt Paulus in 2. Korinther 2, Vers 17. Paulus warnt in Kloster 2, Vers 4 vor der Verführung durch Überredungskünstler, durch Rhetorik. Und Judas 1, Vers 16 sagt, dass diese Irrlehrer mit übertriebenen Worten reden und aus Eigennutz schmeicheln.
[29:31] Paulus begründet seine Warnung jetzt nochmal in Vers 19. Denn euer Gehorsam ist überall bekannt geworden. Darum freue ich mich euretwegen, möchte aber, dass ihr weise seid zum Guten und unvermischt bleibt mit dem Bösen. Gerade weil der gute Zustand, der gute geistliche Zustand der römischen Christen so weit bekannt ist, der zeigt sich ja im Glaubensgehorsam, wie wir gelesen haben. Und wie Römer 1, Vers 8 auch als Ziel für die ganze Evangeliumsverkündigung definiert, möchte Paulus, dass das auch so bleibt.
[30:04] Er möchte nicht, dass diese gute Gemeinde, die geistlich so erweckt ist und so vorangeht, durch Irrlehrer irritiert wird. Und er möchte nicht, dass die Irrlehrer das einreißen, was er aufgebaut hat, so wie man das auch in Galatien erlebt hat, das gute Zeugnis verdorben wird. Wir sollen also weise sein zum Guten. Psalm 101, Vers 2 sagt, wir sollen Acht haben auf den vollkommenen Weg. Andrübersetzen, wir sollen weislich handeln.
[30:23] Jesus sagte, wir sollen weise sein wie die Schlangen, aber harmlos wie die Tauben. Paulus sagt ähnlich in 1. Korinther 10, 14, Vers 20, wir sollen unmündig sein zum Bösen, aber mündig im Verständnis. Epheser 5, Vers 17, wir sollen nicht unverständlich sein, nicht unweise sein, sondern den Willen Gottes kennen. Und Kolosser 1, Vers 9, mit aller geistlicher Weisheit erfüllt sein.
[30:47] Wir sollen unvermischt sein mit dem Bösen, wörtlich eigentlich harmlos bezüglich des Bösen. Und diese Warnung, die er noch einmal hinterher schiebt in diesem Nachwort, in diesem Postskriptum, die schließt er jetzt mit einer kraftvollen Verheißung und einer erneuten Schlusswendung.
[31:06] Der Gott des Friedens aber, Vers 20, wird in kurzem den Satan unter euren Füßen zermalmen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch. Amen. Das Bild ist offensichtlich aus 1. Mose 3, Vers 15, wo das Evangelium zum ersten Mal verheißen worden ist, zum ersten Mal prophezeit worden ist, wo der Same der Frau, der Messias, der Schlange, den Kopf zertritt.
[31:34] Das ist nicht nur eine theologische Wahrheit, die auf Golgatha Realität geworden ist, sondern diese theologische Wahrheit muss praktisch im Leben des Gläubigen quasi angenommen, geglaubt und nachvollzogen werden. Es ist der Fuß des Gläubigen, aber es ist die Kraft Gottes, die den Satan besiegt. Wir haben gelernt in Römer 8, Vers 37, durch Jesus überwinden wir weit. 1. Johannes 3, Vers 8, der Sohn Gottes ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören.
[32:05] Auch das ist das Zertreten der Schlange, nicht nur den Satan am Kreuz besiegen, sondern seine Werke in dem Leben der Menschen zu besiegen. So lesen wir in Offenbarung 12, Vers 10, durch das Blut des Lammes und durch das Wort ihres Zeugnisses haben die Gläubigen den Satan besiegt, wo es heißt, sie haben ihn überwunden durch das Blut des Lammes, durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod.
[32:23] Und so endet sozusagen auch dieser Abschnitt hier mit dieser Schlussformel. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch. Amen. Also man hat fast den Eindruck, als würde Paulus immer zum Ende kommen und dann noch etwas anfügen und noch etwas anfügen. Der Reformator Bengel hat einmal gesagt, den Römerbrief zu Ende zu lesen ist wie aus einer großen Stadt herausgehen, man kommt durch mehrere Stadttore hintereinander.
[32:54] Und so hat man mehrmals das Gefühl, das ist jetzt zu Ende und dann kommt noch ein kleiner Abschnitt hinten dran. So auch jetzt in Vers 21, jetzt gibt es noch einmal Grüße, aber jetzt werden nicht Leute in Rom gegrüßt, sondern einige der Mitarbeiter von Paulus in Korinth, wo der Brief geschrieben worden ist offensichtlich, grüßen jetzt die Römer.
[33:16] In Vers 21, es grüßen euch Timotheus, mein Mitarbeiter und Luzius und Jason und Sosipater, meine Verwandten. Timotheus, wörtlich heißt es übersetzt Gott Ehren, ist ein Mitarbeiter von Paulus. Er war ja halber Jude, halber Grieche. Er wurde von Paulus sogar beschnitten, um auch unter den Juden wirken zu können, ohne dass es Anstoß erregt. Da hat also Paulus gewisserweise auch die Ideen, die er hier im Römerbrief ausdrückt, auch praktisch umgesetzt.
[33:44] Er war der Reisegefährte von Paulus, so lesen wir in Apostelgeschichte 20 Vers 4, oft allerdings auch mit eigenen, verantwortungsvollen Aufgaben betraut, ist öfter mal an Orten zurückgeblieben oder vorausgereist oder nachgereist, je nachdem. Er war offensichtlich wohl auch fast Mitverfasser einiger Briefe, wird mehrmals am Anfang einiger Briefe genannt, so zum Beispiel 2. Korinther, Kolosser, Philipper, 1. Thessalonicher und ein Bedeutender, einer der bedeutendsten Mitarbeiter von Paulus überhaupt. Nicht zuletzt deswegen, weil ihm auch zwei Briefe im Neuen Testament direkt gewidmet sind, der 1. und der 2. Timotheusbrief.
[34:20] Zudem haben wir hier dann noch den Luzius, was wörtlich heißt Licht, Hell oder Weiß. Luzifer, der Lichtträger. Luzius, der Helle, der Weiße, der Licht ist. Jason, einer der heilen wird und Sosipater, der Erreter des Vaters. Alle drei Namen werden auch in Apostelgeschichte erwähnt, ohne dass man explizit beweisen kann, dass es sich um dieselben Personen handelt. In Apostelgeschichte 13 Vers 1 haben wir einen Luzius, in Apostelgeschichte 17 Vers 5 einen Jason und in Apostelgeschichte 20 Vers 4 einen Sopater, was möglicherweise eine Kurzform von Sosipater darstellt.
[34:59] Vers 22, ganz interessant, der einzige Brief, der auch inhaltlich nicht von Paulus, der einzige Vers, der hier eigentlich nicht von Paulus ist, sondern es heißt hier, ich, Tertius, der ich den Brief niedergeschrieben habe, grüße euch im Herrn. Also halten wir fest, Paulus hat den Römerbrief nicht selbst zu Papier gebracht, sondern offensichtlich diktiert. Er hatte Schreiber, in dem Fall ein gewisser Tertius, wörtlich der Dritte, der diesen Brief niedergeschrieben hat und der jetzt die Gelegenheit bekommt, selbst einen eigenen Gruß hier noch anzufügen.
[35:35] Dass Paulus einen Brief mit eigenen Händen selbst geschrieben hat, ist wenn überhaupt nur im Galaterbrief der Fall, wo er dann auch schreibt, dass er mit großen Buchstaben geschrieben hat, weil er ja aufgrund seines Augenleins nicht besonders gut sehen konnte und wahrscheinlich auch nicht besonders dann gut schreiben konnte.
[35:53] Vers 23. Es grüßt euch Gaius, der mich und die ganze Gemeinde beherbergt. Es grüßt euch Erastus, der Stadtverwalter, und Quartus, der Bruder. Gaius, wörtlich Herr. Bei ihm ist die ganze Gemeinde Korinth untergekommen, so auch dann Paulus. Und er war einer der ganz wenigen, so sagt uns 1. Korinther 1, Vers 14, der von Paulus getauft worden war. Es gibt noch einen Reisegefährten, Gaius von Paulus, der in Apostelgeschichte 19, Vers 29 erwähnt wird. Vielleicht ist derselbe, vielleicht auch nicht.
[36:21] Erastus ist der Geliebte. Der war Stadtverwalter, wörtlich ein Ökonom, also vermutlich ein Verwalter der städtischen Ländereien. Und Quartus heißt interessanterweise der Vierte.
[36:43] Vers 24. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen. Noch einmal die Schlussformel, noch einmal das Ende. Jetzt also zum dritten Mal ist eigentlich schon ein Schluss gekommen. Und immer noch ist nicht wirklich Schluss. Auf dieses Schlusswort, auf diese letzten Grüße derer, die bei Paulus sind, fügt er doch noch mal einen Satz zu, der jetzt allerdings drei Verse umfassen wird. Ein gewichtiger Brief soll nicht einfach mit ein paar Grüßen enden und mit einer Schlussformel, sondern mit einem richtigen Lob Gottes.
[37:16] Und in diesen letzten drei Versen, die quasi das Lob Gottes noch einmal ganz als Schlussstein auf dieses riesige Werk des Römerbriefes setzen, dieses Schlusswort fasst jetzt im Grunde genommen alles zusammen, was in den 16 Kapiteln gesagt worden ist. In einem ungeheuer dichten, theologischen, tiefgehenden Satz. Lesen wir Vers 25. Dem aber, der euch zu festigen vermag, laut meinem Evangelium und der Verkündigung von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, das von ewigen Zeiten her verschwiegen war.
[37:51] Gott ist in der Lage, seine Gläubigen zu festigen. So haben wir das ja schon in Kapitel 14, Vers 4 gesehen. Das ist der Inhalt des Evangeliums, das Paulus gepredigt hat, die Kraft Gottes, nicht wahr? Es ist die Verkündigung von Jesus Christus, Römer 1, Vers 3 und 4. Und das Evangelium offenbart ein Geheimnis, das es seit ewigen Zeiten gab, aber das nun durch das Evangelium erst offenbar gemacht worden ist. Gott hat die Kraft, durch sein Wort die Kraft uns aufzubauen, Apostelgeschichte 20, Vers 32.
[38:19] Gottes Kraft kann in uns weitaus mehr tun, als wir bitten oder denken können, Epheser 3, Vers 20. Gott kann unsere Herzen stärken, damit wir bei der Wiederkunft heilig sind, 1. Thessalonica 3, Vers 13. Gott ist treu, er wird uns stärken, uns vor dem Bösen bewahren, 2. Thessalonica 3, Vers 3. Und Jesus kann uns vollkommen erretten, 1. Petrus 5, Vers 10. Gott kann uns stärken, gründen, festigen, völlig zubereiten und vor allem auch Judas 1, Vers 24, aber auf den kommen wir gleich nochmal zurück.
[38:52] Gott ist mächtig genug, uns vor dem Straucheln zu bewahren. Die Verkündigung von Jesus Christus war das Zentrum im Denken von Paulus. Von Beginn an nach seiner Bekehrung hat er Christus gepredigt, so sagt es schon Apostelgeschichte 9, Vers 20. Er predigte den gekreuzigten Jesus, obwohl er wusste, dass das keine populäre Botschaft war, 1. Korinther 1, Vers 23 und wollte sich durch nichts von diesem Fokus ablenken. Er hat sich nicht selbst gepredigt, sondern Jesus.
[39:23] Das Geheimnis, von dem hier steht, ist das Geheimnis des Willens Gottes. Epheser 1, Vers 9 und Paulus definiert es in Kolosser 1, Vers 26 und 27. Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Nicht nur Christus für euch, ja natürlich Christus für euch, aber Christus auch in euch. Christus vergibt uns und er heiligt uns, er reinigt uns und schenkt uns durch den Heiligen Geist die Kraft, durch den Glauben an ihn, durch seine Kraft, gehorsam sein zu können.
[39:49] Dieses Geheimnis ist verschwiegen gewesen. Jesus sagte in Matthäus 13, Vers 17, viele Propheten und Patriarchen hätten sich es gewünscht, die Worte Jesu in der Klarheit zu hören. Das Geheimnis des Christus war den früheren Generationen nicht bekannt, so sagt es Epheser 3, Vers 4 und 5. Aber Jesus war schon seit Grundlegung der Welt und davor als Erlöser vorgesehen, 1. Petrus 1, Vers 20.
[40:14] Jetzt heißt es weiter hier in Vers 26, dass dieses Geheimnis, das jetzt aber offenbar gemacht worden ist und durch prophetische Schriften auf Befehl des ewigen Gottes bei allen Heiden bekannt gemacht worden ist, zum Glaubensgehorsam. Durch das Kommen, Sterben und Auferstehen Jesu ist dieses Geheimnis Gottes jetzt klar und deutlich offenbart worden. Gott hat befohlen, dass alle Völker, alle Heiden davon erfahren und zwar auf der Grundlage der prophetischen Schriften, das heißt auf der Grundlage des Alten Testamentes, dass er dieses Geheimnis angekündigt hat, so wie Paulus das hier im Römerbrief ja auch getan hat.
[40:52] Das heißt, das Ziel dieser prophetischen biblischen Evangeliumsverkündigung ist der Glaubensgehorsam und dann muss man unweigerlich an Offenbarung 14, Vers 6 bis 12 denken, wo ein ewiges Evangelium prophetisch gepredigt wird und das Ziel in Vers 12 ist das Halten der Gebote Gottes durch den Glauben. Das heißt, die Dreifache Engelsbotschaft ist das Ziel des Römerbriefes und nur mit dem Römerbrief kann man die Dreifache Engelsbotschaft wirklich richtig verstehen, leben und predigen.
[41:26] Offenbar gemacht, 2. Timotheus 1, Vers 10, durch die Erscheinung Jesu, der den Tod besiegt hat und das Leben und die Unvergänglichkeit gebracht hat durch das Evangelium, ist dieses Geheimnis offenbar gemacht worden. Die prophetischen Schriften, wir haben ja schon gesehen in Römer 3, Vers 21, dass das Gesetz und die Propheten Christus bezeugt haben. Ihr Inhalt ist geschrieben zur Belehrung und zum Trost für die an Christus Gläubigen, haben wir letztes Mal gesehen in Römer 15, Vers 4.
[41:58] Apostelgeschichte 10, Vers 43 sagt, dass alle Propheten bezeugen, des Alten Testamentes, dass Christus, dass durch den Glauben an Jesus die Sünden vergeben werden und Paulus sagte dann später in Apostelgeschichte 26, Vers 22 und 23, dass er nichts anderes predigt als das, was die Propheten vorhergesagt haben, dass Christus leiden würde, dass er sterben würde, auferstehen würde und dass das Evangelium den Heiden gepredigt worden ist. Paulus wiederholt nur die Lehre von Mose und den Propheten und das hat er im Römerbrief sehr eindrücklich demonstriert.
[42:26] Galater 3, Vers 8, da sagt er Paulus, dass schon die Geschichte von Abram den Hinweis darauf enthält, dass die Heiden gerechtfertigt werden und Epheser 2, Vers 20, die Propheten des Alten Testaments sind genauso fundamental für die Gemeinde wie die Apostel des Neuen Testamentes. Der Befehl Gottes, erinnert uns vielleicht an den Missionsbefehl, Matthäus 28, Vers 19 und 20 oder auch Markus 16, Vers 15, das Evangelium der ganzen Welt predigen. Keine Option, kein Wunsch, es ist ein Befehl Gottes und dafür ist der Römerbrief geschrieben.
[43:03] Der ewige Gott, eine schöne Formulierung hier, 5. Mose 33, Vers 27, da heißt es, der ewige Gott ist meine Zuflucht. Jesus, von Jesaja 40, Vers 28, da heißt es vom ewigen Gott, dass er nicht müde noch matt wird. Interessant ist auch, dass über den Messias gesagt wird, Jesaja 9, Vers 6, über Jesus, dass sein Name Ewigvater ist und dass sein Ursprung von der Ewigkeit oder sein Hervorgehen von der Ewigkeit ist, in Micha 5, Vers 1 und in Hebräer 9, Vers 14, kennt auch den ewigen Geist.
[43:38] Und dann, Vers 27, tatsächlich letzten Vers des Römerbriefes, ihm, dem alleinweisen Gott, sei die Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit. Amen. Gott allein ist Weise und er soll geehrt werden durch Jesus und zwar für alle Ewigkeit. In gewisser Weise schließt er hier nochmal an Römer 11, Vers 36 an, wo eine ganz ähnliche Phrase stand als Abschluss des großen Teils, der die Lehre des Evangeliums behandelt hat, bevor er dann ab Kapitel 12 die praktische Umsetzung besprochen hat. Auch dort geht es ja um die Weisheit Gottes in Römer 11, Vers 34.
[44:20] So einen Briefschluss finden wir an vielen Briefen, könnt ihr das nachlesen hier im Sendemanuskript. Gottes Verstand ist unermesslich und interessanterweise Epheser 3, Vers 10, diese mannigfaltige Weisheit Gottes soll durch die Gemeinde bekannt gemacht werden und in Christus haben wir Zugang zu allen Schätzen der Weisheit, denn in ihm sind sie verborgen. Es ist vielleicht interessant, dass dieser Schluss vom Römer eine inhaltliche Parallele aufweist zu Judas 1, Vers 24 und 25, wo es heißt, dass Gott mächtig genug ist, uns vor dem Straucheln zu bewahren, also uns festzumachen, uns unstrefflich zu machen, also Stichwort glaubensgehorsam und auch dann heißt es und das können wir vielleicht noch hier lesen in Judas 1 und dort Vers 24 und 25, dem aber der mächtig genug ist, euch ohne Straucheln zu bewahren und euch unstrefflich, das heißt gehorsam und rein, mit Freuden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit zu stellen, dem alleinweisen Gott und zum Retter gebührt Herrlichkeit und Majestät, Macht und Herrschaft, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.
[45:24] Man kann also sehen, dass hier die Zusammenfassung des Römerbriefes ganz ähnlich ist. Lesen wir jetzt noch einmal diesen letzten Satz als Schlusswort. Dem aber, der euch zu festigen vermag, laut meinem Evangelium und der Verkündigung von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, das von ewigen Zeiten her verschwiegen war, das jetzt aber offenbar gemacht worden ist und durch prophetische Schriften auf Befehl des ewigen Gottes bei allen Heiden bekannt gemacht worden ist, zum Glaubensgehorsam, ihm, dem alleinweisen Gott, sei die Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.
[45:54] Wir haben den Römerbrief komplett gelesen, wir haben ihn studiert, wir haben längst nicht alles gesagt, was man hätte sagen können. Man wird ein Leben lang brauchen, immer wieder neue Dinge im Römerbrief zu entdecken. Aber wir haben fünf Dinge, glaube ich, ganz ganz deutlich sehen können. Erlösung ist allein bei Jesus Christus. Wir haben sehen können, dass es allein die Gnade Gottes ist, die uns zu ihm zieht. Wir haben sehen können, dass durch den Glauben allein wir gerecht werden, dass die Grundlage unserer Lösung allein die Schrift ist, so wie der Paulus den Römerbrief immer wieder aufbaut und immer wieder seine Punkte begründet aus der Bibel, aus dem Alten Testament, aus den prophetischen Schriften.
[46:36] Wir haben gesehen, jetzt hier noch einmal zum Ende, dass das Ziel des ganzen Evangeliums das ist, dass wir gereinigt, geheiligt und wiederhergestellt durch den Glaubensgehorsam Gott wohlgefällig ihn preisen, ihm allein die Ehre geben und ihn allein loben. Luther hat das zusammengefasst in fünf kurzen Ausdrücken. Solus Christus, sola gratia, sola fide, sola scriptura, soli deo gloria. Amen.
[47:13] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!