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In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour, Teil 12 der Apostelgeschichte, wird die Gefangenschaft des Apostels Paulus in Cäsarea beleuchtet. Der Vortrag von Olaf Schröer behandelt die Verhöre von Paulus vor den römischen Statthaltern Felix und Festus sowie vor König Agrippa. Es wird die Verteidigungsrede des Paulus analysiert und die Bedeutung seiner Berufung auf den Kaiser erläutert. Die Lektion zeigt auf, wie Paulus trotz seiner Gefangenschaft Zeugnis ablegte und wie Gott seine Situation zum Guten wendete.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q3: Die Apostelgeschichte

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Transkript

[0:00] Herzlich Willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir haben in diesem Viertel die Apostelgeschichte und jetzt ist Lektion Nummer 12 dran: Gefangenschaft in Cäsarea. Bevor wir starten, herzliche Einladung, dass wir zusammen beten. Himmlischer Vater, Herr Jesus Christus, wir beten dich an, wir loben und preisen dich. Wir danken dir, dass wir wieder die Gelegenheit haben, jetzt dein Wort zu studieren. Wir danken dir, dass du in deinem Wort uns so viele Schätze offenbart hast. Lass uns dein Wort verstehen, dass wir das erkennen können, was du damals gesagt und gemeint hast, dass wir es auch für uns in unsere heutige Zeit übertragen und übersetzen können, dass wir daraus lernen können, dass wir dich besser kennenlernen und vor allen Dingen auch für unser Leben daraus lernen. Sei du es mitten unter uns, in deinem heiligen Geist. In Jesu Namen, Amen.

[1:12] Ja, wir haben jetzt schon die vorletzte Lektion. Uns allmählich neigt sich die Apostelgeschichte ihrem Ende zu, obwohl eigentlich das Ende der Apostelgeschichte gar kein Ende ist, sondern das geht eigentlich, ist ein offenes Ende. Das heißt, das geht nachher nahtlos in die Gegenwart, kann man sagen, über. Aber wir haben jetzt gerade die letzten Kapitel sehr viel über Paulus und natürlich jetzt auch seine Gefangenschaft und dann nachher seine Reise nach Rom. Das ist Lektion Nummer 13. Er hatte nachher auch mit dabei. Da geht es jetzt um die Dinge, wo jetzt die Schwierigkeiten kommen, aber wo man sehen kann, wie Gott aus den Angriffen Satans immer noch das Beste machen kann. Wie Gott die Verlegenheiten des Menschen zu seinen Gelegenheiten machen kann.

[2:02] Der Merktext, den wir haben in dieser Woche: „Ich wünschte vor Gott, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, das würden, was ich bin, ausgenommen diese Fesseln.“ Das ist ein Wort, was hier der Paulus dem König Agrippa gesagt hat, nämlich, dass er wünschte, dass alle, auch alle, die ihm zuhörten, das war damals der Festus, König Agrippa und seine Frau und auch noch viele andere Hochbeamte, dass sie auch sich bekehren würden. Wenn er sagt, dass ihr werdet, wie ich bin, heißt das, dass ihr auch Nachfolger Jesu werdet. Ausgenommen der Fesseln, das heißt natürlich, das hat er nicht für sie gewünscht. Das heißt, hier sehen wir, dass Paulus in jeder Situation, auch wenn er verhört worden ist, dass er immer im Blickpunkt hatte, die Mission. Dass er selbst die Menschen, die ihn verhört haben, dass er für sie das Beste wollte, dass auch sie Gott annehmen und gerettet werden für die Ewigkeit.

[3:05] Wir haben wieder fünf Teile. Das sind die fünf Tage dieser heutigen Lektion. Gefangenschaft in Cäsarea ist die Überschrift. Erstens vor Felix, zweitens vor Festus, drittens vor Agrippa, viertens die Verteidigungsrede von Paulus und fünftens Paulus vor den Leitern. Also hier sehen wir, dass Paulus immer wieder sich verantworten musste vor verschiedenen Fürsten und Königen und dass Gott ihn auch benutzt hat dafür, weil dadurch natürlich auch das Wort auch in die oberen Etagen, in die oberen Bereiche hineinkam. Auch als er nachher in Rom war, werden wir nachher sehen, dass er auch dort unter den direkten Gefolgschaften des Kaisers auch dort Anhänger Christen auch gewonnen hat.

[3:52] Ja, zum Ersten vor Felix. Und ich möchte wieder empfehlen, auch wenn, ich werde nicht jedes Mal, wenn ich einen neuen Abschnitt beginne, den ganzen Bibeltext lesen. Das sind wieder lange Texte. Ich schlage vor, dass ihr, wenn ihr das Video schaut, dass ihr, wenn der nächste Punkt kommt, dass ihr das Video kurz stoppt, dass ihr den Text von der Bibel selber lest und dann das Video weiterlaufen lasst. Ja, Punkt Nummer eins vor Felix. Apostelgeschichte, Kapitel 24, Verse 1 bis 27. Frage: Wer war Felix? Sein Name war Markus Antonius Felix. Er war ein römischer Ritter. Es gab damals schon Ritter, ja, nicht nur im Mittelalter. Ja, und er war von 52 bis 60 nach Christus Prokurator, das heißt Stadthalter, von Judäa. Es war so, dass es verschiedene Provinzen gab und das römische Reich hatte sehr viele Provinzen überall. Und die Provinzen, die sehr schlecht waren oder sehr aufsässig waren und sehr unruhig waren, da hat Rom die direkt Rom unterstellt und nur einen Prokurator, einen Stadthalter eingesetzt. Das heißt, sie haben versucht, die in kürzere Leine zu führen, um auf Ruhe und so weiter Dreck und Keim zu ersticken. Während die Gegenden, die ruhig waren, da hat man längere Leine gelassen. Die haben mehr Selbstverwaltung gehabt und die hatten das ein bisschen besser gehabt. Und Judäa galt als eines der, ja, die Juden waren sehr aufmüpfig und haben immer wieder rebelliert gegen Rom und deswegen hatten sie einen Prokurator, einen Stadthalter. Und der Felix war jetzt von 52 bis 60 nach Christus Stadthalter von Judäa.

[5:35] Und zwar, es war so, dass Paulus gefangen genommen worden war. Er war in Jerusalem und man hat ihn vor den Hohen Rat gestellt. Und dort, das hatten wir beim letzten Mal besprochen in der letzten Lektion, und dort war es ja so, dass er sich verteidigt hat. Er hat sich erst mal vor der Menge verteidigt, dann vor dem Hohen Rat verteidigt. Und da hat er dann über eine spitzfindige Frage, nämlich dass es um die Frage der Auferstehung ging, weil er genau wusste, dass im Hohen Rat teilweise Sadduzeer, teilweise Pharisäer waren, die sich in dieser Frage nicht einig waren, hat er eben die Frage gesagt: „Ich werde wegen der Auferstehung angeklagt.“ Das war auch nicht ganz verkehrt, denn die Anklage gegen ihn war ja, dass er Jesus Christus verkündigt, dass Jesus lebt. Und das heißt, er hat Jesu Auferstehung verkündigt. Das war mit dem Mittelpunkt seiner Verkündigung. Und deswegen haben die Sadduzeer das ja generell abgelehnt, weil sie die Auferstehung ablehnen. Und die Pharisäer haben das eben unterstützt. Und deswegen haben die sich dann gestritten. Und deswegen war auf einmal Paulus nicht mehr so im Fokus. Und deswegen haben die Pharisäer gesagt: „So schlimm ist der Mann ja gar nicht, weil er auf unserer Seite ist an der Stelle.“

[6:42] Auf jeden Fall war es dann so, dass es einen Tumult gab. Und dann haben die Römer eingegriffen und haben gesagt: „Bevor der Paulus da in diesem Tumult umkommt, wollen wir ihn schnell schützen.“ Und haben ihn dann nach Cäsarea gebracht zum Stadthalter. Und als er dann da angekommen ist, nach fünf Tagen später, kamen jetzt die Hohenpriester, der Hohepriester Hananias, einige Mitglieder des Hohen Rates und der Anwalt Tertullus, kamen jetzt zu Felix und haben jetzt Paulus angeklagt vor dem Felix. Und sie haben ein Gerichtsverfahren jetzt begonnen, wo sie jetzt gehofft haben, dass sie jetzt Paulus zum Tode verurteilen könnten. Es war so, sie hätten eigentlich wieder Urteile fällen können, auch Todesurteile. Übrigens zur Zeit Jesu, als Jesus gestorben ist, gab es eine kurze Zeit, eine kurze Zeitspanne nur, wo sie das nicht durften, wo ihnen das Recht entzogen worden war. Deswegen mussten sie zum Pilatus gehen, dass er Jesus verurteilte. Und dann konnte er zum Kreuz gekreuzigt werden und getötet werden. Hier hätten sie auch beim Stephanus oder auch beim Jakobus oder auch jetzt hier beim Paulus, hätten sie selbst das Todesurteil bestimmen können und auch vollstrecken können. Natürlich nicht durch Kreuzigung, sondern durch Steinigung. Aber Paulus ist ihnen entzogen worden und ist jetzt nach Cäsarea gekommen.

[8:12] Und jetzt gab es dort ein Gerichtsverfahren. Und jetzt hofften sie, dass sie jetzt den Felix überreden oder nicht überreden, sondern überzeugen konnten, dass Felix jetzt auch die Todesstrafe über Paulus verhängt und er dann aus dem Weg geräumt wird, weil sie so gegen Paulus gewesen sind. Man kann es so sagen, Paulus hat ja viele Juden bekehrt oder durch Paulus wurden viele Juden bekehrt und er war ihnen ein Dorn im Auge. Und wenn Gott ein Werkzeug hat, was sehr stark wirkt und viel Erfolg hat, versucht Satan mit allen Mitteln, das zu verhindern und was dazwischen kommen zu lassen und das zu bekämpfen. Und so war es hier eben bei Paulus eben auch. Und so hatten sie ein Gerichtsverfahren jetzt angestrengt. Und dann war Tertullus derjenige, der jetzt begonnen hat. Und er hat versucht, dem König, nicht dem König, dem Stadthalter Felix zu schmeicheln. Er hat gesagt: „Ja, wir wissen, dass jetzt unter dir alles in Ordnung ist und du bist auch so schön friedliebend und alles ist so schön unter dir.“ Aber das stimmte gar nicht. Felix war eigentlich ein sehr harter Mann, der sehr, sehr ungerecht war und auch die Juden sehr schlecht behandelte. Aber durch die Schmeicheleien versuchte er, ihn ein bisschen auf seine Seite zu ziehen, aber es hat nicht viel genutzt.

[9:24] Seine Anklagen waren folgende: Er sagte erstens, Paulus ist ein Unruhestifter. Zweitens, Paulus ist ein Anführer der Nazarener. Und drittens, Paulus wollte den Tempel entweihen. Die Punkte eins und drei waren auf jeden Fall falsch. Punkt zwei war teilweise richtig, aber eben auch mit dem Punkt zwei, dass Paulus der Anführer der Nazarener war, war eigentlich damit im Hintergedanken, dass eben die Nazarener eine Sekte waren, die gefährlich sind für das Volk und für die Juden und auch für das Römische Reich generell, deswegen verfolgt gehören.

[9:56] Ja, und dann, als Tertullus fertig war mit seiner Rede, hat Felix Paulus die Gelegenheit gegeben, sich zu verteidigen. Und Paulus hat dann folgendermaßen argumentiert. Er sagt erstens, er sagte: „Ich war zwölf Tage in Jerusalem und in diesen zwölf Tagen gab es keinen Aufruhr. Ich habe mit niemandem gestritten, ich habe keinen Aufruhr angezettelt. Es gab, es war alles ruhig, es war ganz normal. Deswegen, wenn Sie sagen, ich bin ein Unruhestifter, ein Aufruhrer, dann stimmt das nicht. In diesen zwölf Tagen konnte es niemand bezeugen in Jerusalem.“ Zweitens: „Sie können Ihre Anklagen nicht beweisen. Sie sagen zwar, es ist so, aber das ist nur Behauptung, keine Beweise.“ Drittens: „Er, der Paulus, glaubt an das Gesetz und an die Propheten.“ Das heißt, er hat die gleichen Glauben, die gleiche Grundlage des Glaubens wie eigentlich seine Ankläger auch, nämlich das Alte Testament, Gesetz und die Propheten.

[10:45] Viertens: Es gab eben einige Juden aus Asien, aus der Provinz Asien, die damals gegen Paulus gewesen sind, dort, wo er war in Asien. Und als er jetzt in Jerusalem war, waren sie auch zufällig da und haben ihn wiedererkannt und haben dann gesagt: „Das ist der Paulus, der überall Unruhe macht und so weiter.“ Und die haben dann diesen Aufstand angezettelt eigentlich gegen Paulus. Sie waren die Unruhestifter und nicht der Paulus. Aber diese Zeugen, diese Juden aus der Provinz Asien waren jetzt nicht da. Und Paulus sagt: „Wenn das diejenigen waren, dann müssten sie doch jetzt hier kommen und als Zeugen auftreten. Wenn die Zeugen nicht da sind, dann ist eigentlich die Behauptung, die jetzt hier genannt wird, nicht bewiesen und damit nicht mehr stichhaltig.“ Also die Zeugen aus Asien sind abwesend, fehlen.

[11:33] Fünftens: Der Hohe Rat, er sagt: „Ich war vor dem Hohen Rat und der Hohe Rat hat kein Unrecht an mir gefunden. Sie haben diskutiert und sie haben mich nicht verurteilt.“ Und von daher, wenn schon der Hohe Rat kein Unrecht an mir findet, dann ist wohl auch nichts dergleichen irgendwo. Dann ist auch nichts in der Welt da, in dieser Richtung.

[11:56] Und sechstens sagt er: „Ich wurde angeklagt wegen dem Glauben an die Auferstehung, an die Auferstehung Jesu Christi.“ Das war für den Felix schon ein bisschen problematisch, weil der Felix ja kein Jude war und er glaubte nicht an die Auferstehung, sondern er glaubte, das war für ihn etwas. Und dass eben der Paulus glaubt, dass Jesus auferstanden sei und noch leben würde, war für Felix schon etwas Eigenartiges.

[12:20] Der Felix hat dann gewusst, Paulus ist unschuldig. Die Argumente von Paulus waren so gut und so stichhaltig, dass er Paulus geglaubt hat. Aber er hat Paulus nicht freigesprochen. Hätte er eigentlich tun müssen. Denn ein Richter, wenn er überzeugt ist, der Angeklagte ist unschuldig, muss ja auch entsprechend ein Gerichtsurteil fällen. Hat er nicht gemacht. Und zwar, er hoffte, erstmal wollte er den Juden einen Gefallen tun. Deswegen hat er, er hat genau gemerkt, Juden haben Jesus nur angeklagt aus Missgunst und aus Neid, aus Eifersucht, aus Hass gegen ihn. Aber er wollte ihnen einen Gefallen tun und hat deswegen Paulus nicht freigesprochen. Und zweitens, er hoffte, dass er von Paulus Geld bekommen würde, Bestechung bestochen werden würde. Denn er war immer darauf aus, dass Leute ihm bestechen würden und dann hat er ihm zu Gefallen etwas getan. Er wollte sich also bereichern an dieser Geschichte. Deswegen hat er da gewartet. Aber er ist dann der Felix und auch seine Frau Drusilla haben sich die Botschaft von Paulus auch angehört. Das heißt, sie sind mal zu ihm hingegangen und haben ihn kommen lassen, besser gesagt, und haben das gehört. Aber als Paulus dann zu ihm gesprochen hat, sie haben die Botschaft dann doch nicht angenommen. Sie hatten die Gelegenheit gehabt, aber haben es nicht angenommen. Und er hoffte, dass Paulus ihm bestechen würde. Deswegen hat er auch immer wieder ihn besucht, mit ihm gesprochen und hofft jetzt jedes Mal, wenn er ihn besucht, Paulus vielleicht ihm Geld zusteckt. Aber erstens hat Paulus kein Geld gehabt. Er war arm. Und zweitens war Paulus auch jemand, der sich nicht die Freiheit durch Geld erkaufen wollte. Wenn er unschuldig war, dann sollte er auch als Unschuldiger freigesprochen werden im Gericht und dann auch wirklich frei kommen.

[14:05] Und so war Paulus zwei Jahre in Haft beim Felix. Und nach zwei Jahren kam sein Nachfolger Festus. Felix wurde abberufen und Festus kam dann für ihn. Und Felix hieß Paulus gefangen. Und zwar hätte er auch sagen können: „Gut, jetzt, weil ich weiß, er ist unschuldig und weil ich sowieso kein Geld mehr bekommen kann, dann kann ich ihn auch gleich entlassen jetzt.“ Aber nein, hat er nicht gemacht. Um den Juden noch eine Gunst zu erweisen, um sich mit ihnen gutzustellen, hat er halt den Paulus gefangen gelassen. Obwohl er wusste, dass er unschuldig ist.

[14:37] Ja, Punkt zwei, vor Festus. Apostelgeschichte, Kapitel 25, Verse 1 bis 12. Könnt ihr gerne wieder lesen an der Stelle. Wer war Festus? Festus, sein Name war Portius Festus. Er war auch ein römischer Ritter, genauso wie Felix. Er war von 60 bis 62 nach Christus Prokurator oder Stadthalter von Judäa. Und er starb dann im Jahr 62 nach Christus. Das heißt also, er war nur nur zwei Jahre ungefähr dort. Und es hat nicht so lange gedauert, dann ist er gestorben. Und ja, er war jetzt der Nächste, der jetzt hier das übernommen hat. Und als er jetzt das übernommen hat, die Regierung von von Felix, ist natürlich auch Paulus in seine Gewalt gekommen. Und es haben die Juden ihn gebeten, als er sein Amt angetreten hat, dass Paulus jetzt nach Jerusalem kommen sollte. Das heißt, die Juden haben gesagt: „Paulus ist ja eigentlich ein Jude. Und wir hatten ja schon mal angefangen, in Jerusalem das Gericht zu machen vor dem Hohen Rat. Aber es hat dann damals nicht geklappt. Und jetzt wollen wir gerne ihn in Jerusalem vor das Gericht stellen.“ Und natürlich wollten sie auf dem Weg nach Jerusalem, wollten sie ihn umbringen, töten. Falls es nicht geklappt hätte, hätten sie sicherlich auch vor dem Hohen Rat in Jerusalem auch zum Tode verurteilt. Aber Festus hat das nicht zugelassen. Felix hat ihm ein bisschen was gesagt über Paulus. Er hat gesagt: „Nein. Also sie wollten ihn umbringen unterwegs.“ Festus hat gesagt: „Nein, wir werden das Gerichtsverfahren neu aufrollen und wir werden das in Cäsarea machen.“

[16:23] In Cäsarea war damals der Sitz des Prokurators, der Sitz von Felix und auch der Sitz von Festus. Also gab es eine erneute Gerichtsverhandlung in Cäsarea. Die Juden mussten wiederkommen von Jerusalem nach Cäsarea. Und in der Bibel steht jetzt nicht drin, was sie genau gesagt haben. Aber man kann davon ausgehen, dass sie die gleichen Argumente gebraucht haben wie bei der ersten Gerichtsverhandlung vor dem Felix. Der Unterschied war nur der, dass sie den Tertullian nicht mehr dabei hatten, ihren Rechtsanwalt. Wahrscheinlich haben sie dann ihre Sachen selbst vorgebracht vor Festus. Und auch Paulus hat sich wieder verteidigen dürfen. Auch diese Rede haben wir in der Bibel nicht beschrieben. Aber wir können davon ausgehen, dass er wahrscheinlich ähnlich argumentiert hat und ähnlich wieder gesprochen hat wie auch beim ersten Mal. Und auch hier war das gleiche Ergebnis. Festus war überzeugt. Paulus war unschuldig. Paulus ist unschuldig.

[17:16] Also die Juden klagen Paulus an und er verteidigt sich. Aber jetzt wollte auch der Festus den Juden eine Gunst erweisen. Damals war oftmals so, dass ja auch die Stadthalter von den Leuten abhängig waren. Heute ist es ja auch immer noch so, dass die werden von den Leuten gewählt. Und deswegen versuchen die Politiker auch immer manchmal Entscheidungen zu treffen, dass dem Wählervolk gefällt, damit sie wiedergewählt werden. Damals war es nicht ganz so. Der Festus wurde ja nicht gewählt, der Prokurator von den Leuten, sondern er wurde von Rom eingesetzt. Aber das Volk, die Juden zum Beispiel, hatten sehr großen Einfluss darauf, was Rom mit ihm jetzt machte. Wenn jetzt die Juden sich beschwerten in Rom über den Festus, dann hat das für ihn keinen guten Einfluss gehabt. Deswegen hat ja damals, als Jesus verurteilt worden ist oder als Jesus vor Pilatus stand, haben die Juden ja auch, die Pharisäer, Pilatus unter Druck gesetzt, dass sie sagten: „Wenn du ihn freilässt, werden wir dich vor dem Kaiser verklagen. Dann bist du kein Freund des Kaisers.“ Und das hat auch Pilatus nicht gefallen, auch mit einem Grund, warum er am Ende dann doch zugestimmt hat, Jesus zu verurteilen. Deswegen wollte Festus eben ihnen eine Gunst erweisen. Das heißt, er hat ihnen ab und zu mal Dinge zu Liebe getan, die eigentlich nicht recht gewesen sind, aber um sie gnädig zu stimmen und damit sie auch wieder für ihn ein gutes Wort einlegen würden. Und deswegen hat er eben Paulus nicht freigelassen.

[18:41] Und er hat dann Paulus eine Frage gestellt. Er hat gesagt: „Willst du, dass ich dich wieder nach Jerusalem zum Hohen Rat schicke?“ Also er hat das überlegt, er hat das in seine Pläne einbezogen, hat gesagt, das könnte sein, dass wir das jetzt so machen würden. Und das war natürlich für Paulus das Schlimmste überhaupt. Und als er merkte, dass der Festus in diese Richtung denkt und das vielleicht sogar auch vorhat, ihn zurück zu schicken nach Jerusalem, hat er gesagt: „Nein, ich möchte für ein römisches Gericht.“ Er war römischer Bürger, er war beides, er war römischer Bürger und er war Jude. Und weil er römischer Bürger war, konnte er sich als römischer Bürger auf den Kaiser berufen. Das bedeutete, dass wenn er merkte, das war nicht in Ordnung oder die Gerichtsverhandlungen waren nicht fair, dann konnte jeder römische Bürger sagen: „Ich möchte vor den Kaiser.“ Und dann wurde sein Fall vor den Kaiser gebracht und dort musste er sich dann verantworten.

[19:40] So sehen wir hier, dass Paulus lieber ein heidnisches Gericht gewünscht hat, als vor Gericht gestellt werden vor Gottes Volk. Naja, was mal Gottes Volk gewesen ist, die Juden. Das ist sehr bezeichnend, denn Paulus hat geglaubt, dass er vor dem weltlichen Gericht fairer und gerechter behandelt wird, als bei den Volk der Juden. Weil er wusste, die Juden werden nicht nach Wahrheit gehen, sondern die werden nur nach dem gehen, was ihr Wunsch ist, ihn zu beseitigen. Aber bei den Römern hat er gedacht, naja, wenn die erkennen und einsehen, dass ich unschuldig bin, dann werden sie mich freigeben. Deswegen hat er sich auf den Kaiser berufen, er hat gesagt: „Ich möchte vor ein römisches Gericht, nicht vor ein jüdisches Gericht.“

[20:33] Ja, dann kam er vor Agrippa. Der Punkt Nummer drei, der Text dazu lautet in der Apostelgeschichte Kapitel 25, Verse 13 bis 27. Wer war Agrippa? Sein Name lautete Herodes Agrippa II., eigentlich Markus Julius Agrippa. Es gab ja diese große Dynastie der Herodianer, die alle Herodes hießen. Und er war der letzte von dieser ganzen Dynastie, Herodes Agrippa II. Er war der Sohn von Herodes Agrippa I. Berenike war seine Schwester und auch seine Frau. Er hat seine Schwester geheiratet. Und zwar, er war König von Libanon, Syrien und Israel. Und er hat einen sehr großen Einfluss gehabt. Und er war auch in Rom sehr beliebt. Er hat auch viel für das Volk getan. Er hat auch immer wieder, auch in Jerusalem und auch in den Städten, wo er war, hat er wieder neue Sachen gebaut und für das Volk auch wieder. Das haben die Herodianer eigentlich immer gemacht. Auch im Tempel hat er wieder weiter gebaut gehabt und es verbessert und verschönert. Und deswegen haben auch die Römer die Herodianer immer sehr gemocht. Und auch ihm haben sie dann noch weitere Bereiche noch dazu gegeben, dazu geschenkt. Und so hat er sein Reich immer mehr ausgedehnt und immer größer geworden. Also er war jetzt nicht nur Stadthalter wie der Festus oder der Felix, sondern er war jetzt König. Und er war eigentlich Jude. Die Herodianer waren Juden, auch wenn sie nicht so sehr gläubig waren. Das waren mehr so ein bisschen weltlichere Juden. Aber sie haben sich zum jüdischen Glauben bekannt und auch darin gelebt. Und er lebte von 27 nach Christus bis zum Jahr 92, 93 nach Christus ungefähr.

[22:27] Sein Urgroßvater, und zwar die Geschichte seiner Vorfahren, war nicht so sehr berühmlich. Sein Urgroßvater Herodes hatte die Kinder in Bethlehem umgebracht, der Kindermord zu Bethlehem, die unschuldigen Säuglinge dort. Das war sein Urgroßvater, der das getan hatte, als er eben Jesus, den Messias, vernichten wollte dadurch. Dann sein Großonkel Herodes Antipas hatte Johannes den Täufer töten lassen, hieß auch Herodes. Und sein Vater Herodes Agrippa I. hatte Jakobus hinrichten lassen. Also sehen wir, dass jeder von seinen Verwandtschaften, die er irgendwo vorher gemacht hatte, irgendwo etwas schon auf seinem Kerpols hatte und schon gegen Gott und gegen Gottes Volk auch gehandelt hatte. Und das hat er auch gewusst. Und das hat ihm auch durchaus bemerkt und wusste, das ist nicht gut, weil er durchaus gesehen hat, dass es mit Jesus und Johannes den Täufer, dass es Propheten waren, dass das nicht gut war, dass sie hier von seinen Vorfahren umgebracht worden sind.

[23:23] Festus sagte dann zu ihm, und zwar als jetzt Agrippa in die Gegend kam und Festus diese Gerichtsverhandlung hatte und eben, dass Paulus sich auf seinen Kaiser berufen hatte, sagte Festus zu Agrippa, dass er eben Paulus übernommen habe als Gefangener von Felix, als er sein Amt angetreten hat, dass die Juden keine stichhaltigen Argumente gebracht haben, sondern dass das eigentlich fadenscheinig nur war, dass er merkte, es war alles nur, es war nur alles aufgebauscht. Drittens, dass eigentlich der eigentliche Streit Fragen waren über den Glauben und über Jesus. Da waren sie verschiedener Meinungen. Die Juden glaubten, Jesus wäre gestorben und Paulus meinte, Jesus wäre wieder auferstanden. Und er sagte, Paulus hat sich auf den Kaiser berufen, von daher kann er ihn jetzt nicht den Juden überantworten, er kann ihn aber auch nicht wieder freilassen, sondern er muss ihn jetzt eigentlich nach Rom schicken.

[24:11] Das Problem war jetzt folgendes: König Agrippa wollte eigentlich Paulus jetzt hören. Er sagte: „Oh, das interessiert mich.“ Warum? Weil er ja selbst Jude war und er ja über Jesus und über die ganzen Sachen viel gehört hat und viel wusste. Und jetzt hat er von Paulus auch gehört und wollte jetzt Paulus selber gerne hören, was er zu sagen hat. Und so gab es eine Anhörung mit Agrippa und Berenike, also mit Agrippa und seiner Frau oder seiner Schwester und Frau. Und diese Anhörung hat stattgefunden, ein großer Prunk. Sie haben hier königliche Würde und Pracht haben sie hier entfaltet und Paulus war natürlich in einfacher Kleidung, gefangener Kleidung. Aber der König hat hier seinen Prunk schon deutlich gezeigt. Da kann man auch den Gegensatz sehen zwischen denen, die hier die anderen unterdrücken und die Macht haben und denen, die eigentlich zerdrückt werden, Gotteskinder, die hier eigentlich einfach auftreten.

[25:11] Jetzt hat Festus angefangen, als jetzt die Versammlung einberufen worden ist, hat Festus jetzt zu den Versammelten folgendes gesagt. Er hat nochmal das wiederholt, was er auch zum Agrippa vorher schon gesagt hatte. Die Juden fordern den Tod des Paulus. Aber er hat keine Schuld an ihm gefunden. Paulus hat sich auf den Kaiser berufen. Aber jetzt das Problem nach der Folgenden ist: Ich muss ein Begleitschreiben mir schicken, wenn ich ihn nach Rom schicke. Und in dem Begleitschreiben muss drinstehen, was die Anklage gegen ihn ist. Aber ich habe keine Anklage. Denn was die Juden gesagt haben als Anklage, das ist nicht stichhaltig. Das kann ich jetzt nicht darauf schreiben. Und wenn wir jetzt ihn verhören, vielleicht findet ihr eine Anklage. Denn er sagte: „Du Agrippa, du bist ja ein Jude und du bist ja König von Judäa. Also ist es doch gut, wenn du jetzt hier auch ihn anhörst und dann kannst du mir helfen, dieses Schreiben zu verfassen.“

[25:59] Ja, und jetzt hat Agrippa gesagt: „Gut, fangen wir an.“ Und hat gesagt: „Komm Paulus, du darfst beginnen.“

[26:07] Punkt vier kommt jetzt die Verteidigungsrede des Paulus. Apostelgeschichte Kapitel 26, Verse 1 bis 23. Könnt ihr wieder lesen an der Stelle, wenn ihr wollt. Gut, diese Rede von Paulus hat drei Teile. Im ersten Teil beschreibt er sein Leben vor der Bekehrung. Im zweiten Teil seine Bekehrung selbst. Und im dritten Teil beschreibt er dann seinen Auftrag, den er von Gott bekommen hat.

[26:49] Gucken wir uns den ersten Teil an. Sein Leben vor seiner Bekehrung. Übrigens, wenn wir Zeugnis geben, irgendwo bei Menschen, dann ist es auch gut, wenn wir genau auch diese Reihenfolge, die Paulus hier gebraucht hat, auch anwenden. Nämlich, dass wir den Menschen erzählen, wie bin ich aufgewachsen? Was war bei mir so vor meiner Bekehrung? Wie sah mein Leben aus, bevor ich mein Leben Gott übergeben habe? Wie habe ich zu Gott gefunden? Wie war meine Bekehrung? Wie war das praktisch? Und wie sieht mein Leben danach aus? Das ist genau das, was auch Paulus jetzt hier beschrieben hat.

[27:20] Also zurück zu Paulus. Er beschreibt jetzt seine Kindheit und Jugendzeit. Er sagt: „Ja, ich bin aufgewachsen in jüdischen Glauben. Ich bin als Pharisäer ausgebildet worden. Ich habe bei Gamaliel gelernt. Ich habe als Pharisäer gelebt, auch in meinen jungen Jahren. Und ich habe auch an den Messias geglaubt. Ich habe Hoffnung auf den Messias gehabt, dass der Messias kommen würde und die Verzeihung auf den Messias studiert und das auch als ernst genommen. Und das war mir sehr wichtig gewesen.“ Und genau das ist der Grund der Anklage, die jetzt die anderen gegen ihn haben. Nämlich, es ging um die Frage des Messias. Dass nämlich auch sie auf den Messias warten. Und er hat ja auch darauf gewartet. Und er hat auch Jesus als Messias abgelehnt gehabt. Aber jetzt geht es eben darum, dass er Jesus als Messias angenommen hat und die anderen eben nicht. Es geht um die Frage, wer ist der Messias?

[28:09] Zweitens, seine Bekehrung. Da hat er dann beschrieben, wie er die Gläubigen, die Heiligen verfolgt hat, wie er sie in die Gefängnisse geworfen hat, wie er mit ihr geholfen hat, dass sie zu Tode gekommen sind. Und auch dann sein Damaskuserlebnis. Da hat er auch seine Bekehrung beschrieben. Das haben wir ja im letzten Thema ausführlich behandelt. Das müssen wir jetzt nicht wiederholen. Aber dass er eben das Licht gesehen hat, dass er die Stimme vom Himmel gehört hat. Jesus hat zu ihm gesprochen: „Saul, Saul, verfolgst du mich?“ Und dass er dann gemerkt hat, Jesus lebt wirklich. Und Jesus ist der Messias. Er ist auferstanden von den Toten. Und er ist in den Himmel gefahren. Und er ist wirklich da. Und dass er seine Bekehrung geschildert hat. Alles, das ganze Erleben hat er in allen Einzelheiten geschildert.

[29:00] Und dann hat er drittens beschrieben, was danach gekommen ist, sein Auftrag. Und da hat er gesagt: „Gott selbst hat mich berufen zum Heidenapostel.“ Das heißt, das haben nicht irgendwelche Menschen getan, sondern Gott hat mir jetzt einen Auftrag gegeben, dass ich jetzt diese Botschaft über Jesus weitersagen soll. Deswegen mache ich das jetzt auch. Und deswegen, weil ich das mache, kriege ich jetzt die Probleme überall. Und deswegen werde ich verfolgt von den Juden. Er sagt: „Ich bin nicht verhaftet worden, weil ich das jüdische Gesetz verletzt habe oder weil ich gegen den Tempel gewesen bin oder irgendwas gemacht habe. Nein, sondern wegen meiner Botschaft, weil ich eine Botschaft verkündige, die Gott mich beauftragt hat zu verkündigen und die die anderen nicht hören wollen, die die Juden nicht hören wollen.“

[29:40] Ja, und da hat er eben nochmal auch gezeigt und in seiner Rede nochmal den Versammelten aufgezeigt, dass im Alten Testament viele Prophezeiungen sind und dass es Propheten was gesagt haben und dass nach diesen Prophezeiungen im Alten Testament der Christus, der Messias, leiden musste, sterben musste und auferstanden ist oder auferstehen sollte. Und das hat er sicherlich mit Jesaja 53 gemacht, dass er das vorgelesen hat und ihnen gezeigt hat, dass die Voraussagen sich genau in Jesus Christus erfüllt haben. Denn das war ja genau die Beweisführung, dass die Juden das Alte Testament akzeptiert haben, wenn er damit argumentiert hat und das gelesen hat und dann gezeigt hat, das hat sich hier in Jesu Leben erfüllt. Da war das ein unglaublich starker und kräftiger Beweis.

[30:26] Deswegen, als er das dann beschrieben hat, da war er so in Begeisterung und das vor dem, und zwar der Festus war dabei und der Agrippa war dabei und seine Frau war dabei und natürlich auch noch viele andere. Der Erste, der reagiert hat auf seine Verteidigungsrede, war dann der Festus. Und Paulus sagte auch noch etwas ganz Wichtiges: „Meine Botschaft, die ich verkündige, ist jetzt nicht nur für die Juden, sondern auch für die Heiden. Und auch die Heiden können gerettet werden, wenn sie Jesus annehmen für ihr Leben und das ist auch wichtig.“ Und das war natürlich auch für die Juden ein Ärgernis, weil sie das nicht wahrhaben wollten.

[31:00] Festus reagiert zuerst und was sagt er? Er sagt: „Paulus, du bist von Sinnen.“ Oder eine andere Übersetzung sagt: „Du grast.“ Das heißt also, er sagt, dein Wissen, dein riesengroßes Wissen, was du hast, ist dir zu Kopf gestiegen. Paulus sagt dann: „Nein, das stimmt nicht. Ich habe das nur mit Begeisterung weitergegeben, weil ich davon überzeugt bin, weil es wichtig ist, weil es Gottes Botschaft ist, die er mir gegeben hat und die ich euch weitergeben muss, dass ihr sie auch hört.“ Festus war ja ein Heide und er hat diese Sachen nicht alles genau verstanden, was er damit sagen wollte, aber Agrippa hat es verstanden.

[31:34] Und Agrippa hat dann, dann hat Paulus sich zu Agrippa gewandt, hat gesagt: „Glaubst du den Propheten?“ Und diese Frage war eine ganz, ganz wichtige Frage. Nämlich, wenn er jetzt sagt: „Ja, ich glaube“, der Agrippa, dann hätte Paulus, kann Paulus sagen: „Gut, aber die Propheten haben gesagt, das und das über den Messias und Jesus ist also der Messias, also muss er auch an Jesus glauben.“ Wenn er aber sagt: „Ich glaube nicht den Propheten“, dann gibt es auch ein Problem, weil er dann, weil dann die Juden sagen: „Was, du glaubst den Propheten nicht?“ Das war ja ein Teil ihrer Grundlage, ihres Gesetzes, ihrer Bibel. Deswegen konnte er weder ja noch nein sagen. Natürlich glaubte er schon den Propheten, aber er glaubte nicht an Jesus.

[32:19] Und Paulus sagte aber: „Ich weiß, dass du glaubst.“ In anderen Worten, ich weiß genau, dass du den Propheten glaubst, weil du Jude bist. Aber wenn du jetzt den Propheten glaubst, dann musst du auch konsequent sein und Jesus annehmen, weil die Propheten an Jesus hinweisen. Und den Schritt wollte er nicht gehen. Deswegen hat er geantwortet: „Also nochmal die Zusammenfassung: Als Jude konnte Agrippa sein Glauben an die Propheten nicht verleugnen, sonst hätte er vor den Juden sein Gesicht verloren, aber er wollte auch kein Christ werden.“ Also hat er geantwortet: „Es fehlt nicht viel und du machst mich zu einem Christen, du machst einen Christen aus mir.“ Das heißt, er hat abgelenkt und hat das nicht an sich herangelassen. Er hat das nicht akzeptiert, sondern er hat nur gesagt, es könnte sein.

[33:10] So hat Gott ihm eine Gelegenheit gegeben. Gott hat vor ihm die ganze Wahrheit offenbart und er hat sie gehört, aber er hat nicht darauf geantwortet. Er hat gespürt und gemerkt, das ist richtig, was er sagt. Aber er wollte es nicht. So ist es auch heute, wenn wir die Botschaft von Gott hören, von dem Evangelium hören, dann sollten wir unsere Herzen nicht verstocken, sondern wir sollten unsere Herzen öffnen. Wir sollten Ja sagen dazu. Wir sollten das annehmen für unser Herz und unser Leben ganz nach dem ausrichten, was Gott uns an Erkenntnissen gibt. Ein Mensch geht nicht verloren, weil er sündig ist oder Sünden getan hat. Das haben wir alle getan. Ein Mensch geht verloren, wenn er das Licht, was Gott ihm schickt, ablehnt. Hier hat Gott ihm viel Licht gegeben durch Paulus und er hat es abgelehnt. Mögen wir, wenn Gott uns Licht schenkt, den Weg gehen, es annehmen, es aufnehmen und vor allen Dingen auch wie Paulus unerschrocken, egal wer es ist, unerschrocken das Evangelium weitersagen.

[34:24] Paulus antwortete: „Ich wünschte vor Gott, dass du es über kurz oder lang, nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, das würden, was ich bin, ausgenommen diese Fesseln.“ Das ist unser Merktext. Das heißt, dass Paulus sagt: „Ich wünsche, dass ihr alle Jesus annehmt, dass ihr auch begeistert von Jesus seid und Jesus kennenlernt und mit ihm lebt und auch gerettet werdet für die Ewigkeit. Nur die Fesseln, die stören natürlich. Das solltet ihr nicht. Das wünsche ich euch nicht.“

[34:49] Festus und Agrippa kamen dann zum Schluss, sie haben darüber gesprochen, haben gesagt, Paulus ist tatsächlich unschuldig. Und Agrippa hat gesagt: „Wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte, dann könnten wir ihn jetzt freilassen. Aber weil er sich berufen hat auf den Kaiser, soll er auch nach Rom zum Kaiser.“ Und Gott wollte, dass Paulus nach Rom kam.

[35:08] Ja, Jesus ruft uns auf, ihn furchtlos vor den Menschen zu bekennen. Er sagt, egal vor wem du stehst, ob es Könige sind, ob es Stadthalter sind, ob es Gelehrte sind, Gott sagt: „Sei treu zu meinem Wort. Bekenne aufrichtig, was du weißt in deinem Wort in der Bibel und sag das den Menschen weiter, die brauchen es.“ Gott möchte, dass wir heute die Drei-Engels-Botschaft verkündigen. Die Botschaft der Drei Engel ist auf dem Banken 14, dass wir diese Botschaft auch den anderen Christen sagen, auch wenn es unbequem ist. Aber es ist eine Botschaft, die die Menschenherzen bewegt und Veränderung bringt und Erweckung bringt und die Menschen vorbereitet, Jesus zu begegnen, wenn er wiederkommt. Das ist unser heutiger Auftrag, die Menschen vorzubereiten, ob Jesus II. kommt, dass er bald kommen kann.

[36:02] Lasst uns zusammenbeten. Jesus, wir danken dir, dass du damals den Paulus benutzt hast als dein Werkzeug, dass er vor Königen und von Stadthaltern bezeugt hat, was dein Wille ist, was dein Weg ist. Wir bitten dich, hilfst du uns auch, dass wir treu zu deinem Wort stehen, dass wir es weiter sagen, in guten Zeiten wie auch in schlechten Zeiten. Herr, und dass wir auch die Drei-Engels-Botschaft den Menschen weitergeben, dass sie sich vorbereiten können auf die Wiederkunft Jesu und auch gerettet werden für die Ewigkeit. Er segne du uns, bleibe du bei uns. In Jesu Namen. Amen.

[36:42] Herzliche Einladung zur letzten Lektion dieses Viertels, Lektion Nummer 13, die lautet die Reise nach Rom.


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