[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de.
[0:26] Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur zweiten Folge unserer Spezialserie der CSH Offenbarung Kompakt. Wir wollen uns einen Überblick verschaffen über die gesamte Offenbarung in 13 Teilen, die einzelnen Visionen, die einzelnen Abschnitte studieren, um zu sehen, was so die grundlegenden Ideen, die grundlegenden Lehren sind.
[0:51] Und heute wollen wir, nachdem wir uns letzte Woche mit den ersten acht Versen auch quasi als Einleitung beschäftigt haben, weitergehen und das Ende von Kapitel 1, den ganzen Rest von Kapitel 1 studieren, das dann auch schon einleitet in die sieben Sendschreiben und auch das erste Sendschreiben schon, das Sendschreiben an Ephesus betrachten. Der Titel dieser zweiten Folge ist Zwischen den Leuchtern und wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 12. Januar.
[1:26] Bevor wir allerdings jetzt in dieses spannende und wirklich interessante Thema hineintauchen wollen, möchten wir den einladen, der diese Worte inspiriert hat, auch unseren Geist, unser Denken zu führen. Und ich lade dich, liebe Freund, liebe Freundin, auch zu einem kurzen Gebet ein.
[1:47] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für das Buch der Offenbarung und dass in diesem Buch all die wesentlichen Inhalte der Bibel so wunderbar zusammengefasst sind und vor allem, dass Jesus, unser Erlöser, so klar und deutlich in so vielen Facetten beschrieben wird, dass das Evangelium eine ganz packende und interessante Art und Weise dargestellt wird. Und wir möchten dich bitten, dass wenn wir jetzt die einzelnen Verse lesen und studieren, dass wir das niemals aus den Augen verlieren. Dass wir durch deinen heiligen Geist erfüllt erkennen, worin die Botschaft besteht, die der Geist uns heute sagen möchte. Dass wir diese Botschaft für uns persönlich annehmen, damit die Erweckung und Reformation geschehen kann, die unser Leben, unsere Familien und auch unsere Gemeinden verändern wird. Wir möchten dich bitten, dass du unser Lehrer bist, dass du alle Störende fernhältst und dass wir durch dein Wort gestärkt ein Licht sein können in dieser Welt. Im Namen Jesu. Amen.
[2:51] Nachdem wir letzte Woche die ersten acht Verse geschaut haben, wollen wir jetzt in Vers 9 weitermachen. Dort heißt es: Ich, Johannes, der ich auch euer Bruder bin und mit euch Anteil habe an der Bedrängnis und am Reich und am standhaften Ausharren Jesu Christi, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses Jesu Christi willen.
[3:17] Nach den großartigen, theologisch dichten Eingangsversen beginnt jetzt Johannes erstmal damit, etwas über die Umstände zu berichten, unter denen die Offenbarung verfasst worden ist. Er sagt, dass er Anteil hat an der Bedrängnis, wie auch die anderen Christen, zu denen er schreibt oder an die er schreibt. Diese Bedrängnis bezieht sich auf die Christenverfolgung unter Kaiser Domitian. Das war die zweite ihrer Art. Jahrzehnte vorher hat es ja bereits die Christenverfolgung unter Nero gegeben, damals ja auch im Zuge des Brandes von Rom. Damals waren ja auch Petrus und Paulus verurteilt und exekutiert worden. Und diese Christenverfolgung war nicht die letzte, es sollten noch viele weitere folgen. Und noch Generationen von Christen konnten sich in der Folgezeit, in den späteren Jahrhunderten, bis heute, heute ist das Thema Christenverfolgung ein großes, großes Thema, bis heute können sich Menschen mit diesem Vers identifizieren, mit Johannes, der hier auf Patmos sitzt, wegen seines Glaubens.
[4:23] Er sagt, ich habe Anteil mit euch an der Bedrängnis und am Reich. Das Reich Gottes, das wird uns definiert in Römer 14 und dort Vers 17. Dort heißt es: Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Es geht um das Evangelium. Das wird auch ganz deutlich, wenn man die Seligpreisung sich anschaut in Matthäus 5, Vers 1, die genau diese Prinzipien hier aus Römer 14, Vers 17 entfalten und die quasi diese Klammer haben von dem Reich Gottes, der ersten und in der achten Seligpreisung heißt es: Denn ihrer ist das Reich der Himmel. Es geht also um das Evangelium. Das wird noch deutlicher, wenn man Matthäus 24, Vers 14 anschaut. Da geht es um die Verkündigung in der ganzen Welt. Dort heißt es Matthäus 24, Vers 14: Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden zum Zeugnis für alle Heidenvölker und dann wird das Ende kommen. Also Johannes sagt, ich habe Anteil an der Verfolgung. Ich weiß, wie es euch geht, aber ich habe auch Anteil mit euch am Evangelium. Als Christen erleben wir Verfolgung, manchmal nicht so dramatisch wie der Johannes hier zu dieser Zeit, aber das kann kommen in unserem Leben und es wird auch weltgeschichtlich noch einmal kommen. Das glauben wir. Das werden wir in den nächsten Wochen ja ausführlich noch behandeln. Aber wir haben auch Anteil am Reich. Wir haben Anteil an dem Evangelium, das Jesus gepredigt hat und das durch den Heiligen Geist gefördert in der Welt sich verbreitet hat.
[5:54] Und dann sagte Johannes, er hat auch Anteil an dem standhaften Ausharren Jesu Christi. Dieses standhafte Ausharren ist sehr interessant. Wenn wir noch in Matthäus 24 nochmal schauen, dann sehen wir, dass es gerade das Ausharren ist, auf das es am Ende ankommen wird. Jesus gibt eine Reihe von Zeichen und verschiedenen Dingen, die dort passieren werden auf dem Weg zur Endzeit. Und dann heißt es in Vers 13: Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. Es kommt nicht darauf an, die Wahrheit einmal erkannt zu haben oder einmal eine emotionale Regung zu haben, Jesus zu lieben, sondern festzuhalten, dran zu bleiben, auszuharren bis zum Ende. So drückt sich auch Paulus in Hebräer 10 aus. Hebräer 10, ab Vers 36.
[7:08] Standhaftes Ausharren. In Offenbarung 14 Vers 12 heißt es ja dann: Das ist das standhafte Ausharren der Heiligen. Hier sind, die erhalten die Gebote Gottes und den Glauben Jesu oder die Gebote Gottes haben und den Glauben Jesu. Das standhafte Ausharren ist ein Kennzeichen nicht nur der Christen zur Zeit von Johannes, sondern auch das Kennzeichen der wahren Nachfolger Jesu in der Endzeit unter der dreifachen Engelsbotschaft. Und deswegen lohnt es sich hier nochmal genauer hinzuschauen auf dieses standhafte Ausharren, das schon Johannes charakterisiert hat.
[7:41] Jakobus sagt auch etwas darüber in Jakobus 1 und dort ab Vers 2 sagt er: Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet. Genau das war ja das Thema von Johannes und den Christen zur Zeit von Domitian. Da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. Woher kommt das standhafte Ausharren? Es kommt dadurch, dass der Glaube sich bewährt in Schwierigkeiten. Standhaftes Ausharren wird nicht gewonnen im Sonnenschein. Nicht wenn alles glatt geht, nicht wenn alle sich freuen, sondern in den Schwierigkeiten des Lebens. Wenn man für den Glauben angefeindet wird, wenn man Anfechtungen erlebt, wenn es nicht glatt geht, wenn das Leben nicht so geht, wie man es geplant hat, wenn man dann fest bleibt an Gott, wenn man an ihm dran bleibt, wenn man ihm glaubt und vertraut trotz dessen, was passiert, dann entsteht standhaftes Ausharren. Vers 4: Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. Heute wird viel gesprochen über Vollkommenheit oder manchmal sollte man noch mehr darüber sprechen, aber der Punkt hier ist, dass die Vollkommenheit entsteht durch Geduld. Nicht durch besondere Anstrengungen, dass ich jetzt versuche so heilig zu sein wie möglich, sondern durch das Festhalten an Jesus, auch dann, wenn es brenzlig wird. Durch das Festhalten an Jesus, wenn es mir nicht gut geht, wenn ich Nachteile dadurch habe. Vollkommenheit ist nicht etwas, was ich tue, sondern was entsteht, wenn ich an Jesus glaubend und vertrauend festhalte, komme, was da wolle.
[9:20] Und so gab es zur Zeit von Johannes Anfechtung und so wird es in der Ende, am Ende, in der Endzeit große Anfechtungen geben. Johannes war auf Patmos, das war damals die Gefängnisinsel des Römischen Reiches, in der Ägäis. Warum war er dort? Sein Kapitalverbrechen war, er hatte gepredigt. Er sagt ganz deutlich, wegen oder um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses Jesu Christi, weil letzte Woche haben wir das differenziert, das Wort Gottes und auch das Zeugnis Jesu, der Geisterweissagung, die zu seinem Zeitpunkt noch nicht kanonisierten, inspirierten Schriften, die dann erst so langsam auch zum Neuen Testament wurden, inklusive auch seiner eigenen Vision, dann hier, die hat er natürlich noch nicht gehabt, als er verurteilt worden ist, denn die kam ja erst zu ihm auf der Insel. Aber das ist also der Grund, warum er gefangen genommen worden ist und dann eigentlich zu Tode verurteilt worden war. Wir haben ja ein längeres Ellenweih-Zitat aus dem Wirken der Apostel, das könnt ihr lesen. Domitian hatte ihn verurteilt und wollte, dass er in einem Kessel mit siedendem Öl lebendig gekocht und verbrannt wird. Das ist aber nicht geglückt, denn Johannes wurde von Gott dort bewahrt, so ähnlich wie auch die drei Hebräer im feurigen Ofen. Und da man dann nicht wusste, wie man ihn umbringen soll, hat man ihn nach Patmos verfrachtet, um ihn dort im Gefängnis zu halten.
[10:44] Weiter heißt es hier in Vers 10: Ich war im Geist am Tag des Herrn und ich hörte hinter mir eine gewaltige Stimme wie von einer Posaune. Zu dieser Phrase gibt es im Wesentlichen zwei Auslegungsoptionen, die manchmal genannt werden. Einige glauben, dass hier gesagt wird, dass er in Visionen im Geist des Herrn transportiert worden ist zur Wiederkunft, um dann die Wiederkunft zu sehen, an den Tag des Herrn. Das Problem damit ist allerdings, dass die Offenbarung ja weitaus mehr Ereignisse schildert, als nur die Wiederkunft oder die Dinge, die im Alten Testament Tag des Herrn genannt werden. Sehr viele Ereignisse finden viel früher statt und haben mit der Wiederkunft erst mal direkt gar nichts zu tun. Deswegen schlage ich vor, dass die zweite Option, die eigentlich richtige ist, nämlich er war in der Vision am Tag des Herrn, nämlich an dem Tag, den der Herr gesegnet und geheiligt hat, der auch in Jesaja 58, Vers 13 als der Tag des Herrn bezeichnet wird, nämlich der Sabbat, der Samstag. Jesaja 58 und dort Vers 13: Wenn du am Sabbat deinen Fuß zurückhältst, dass du nicht an meinem heiligen Tag das tust, was dir gefällt, wenn du den Sabbat deine Lust nennst und den Heiligen des Herrn oder den heiligen Tag des Herrn Ehren wert und so weiter und so fort, wenn du ihn ehrst, sodass du nicht deine Gänge erledigst und nicht dein Geschäft treibst. Das heißt, hier haben wir den Sabbat als den Tag des Herrn. Wir erinnern uns auch an Markus 2, Vers 28, wo Jesus sich als den Herrn des Sabbats bezeichnet. Und so sagt uns auch Ellen White im Wirken der Apostel: Es war an einem Sabbattag, als der Herr der Herrlichkeit dem verbannten Apostel erschien.
[12:29] Jetzt haben wir also hier ein weiteres Hauptthema der Bibel angedeutet. Wir haben ja letzte Woche schon gesehen, dass in Offenbarung 1 eine ganze Reihe von grundlegenden Themen so kurze Erwähnung finden, so nach und nach in interessanter Weise sehr sinnvoller Reihenfolge. Wir haben dort zunächst einmal das Wort Gottes gehabt, dann die Gottheit, dann das ganze Thema der Erlösung mit all seinen Facetten, dann die Wiederkunft und jetzt kommt der Sabbat dazu und man sieht so, wie das schön sich aufbaut und all diese Themen sind entscheidend. Wenn man die nicht verstanden hat, dann kommt man in der Offenbarung nicht viel weiter.
[13:03] Vers 11: Ihr hört also diese Stimme wie eine Posaune, die sprach: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte. Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sendest den Gemeinden, die in Asien sind, nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamos und nach Thyatira und nach Sardis und nach Philadelphia und nach Laodizea. Nun, der Anfang dieses Verses, ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, ist nicht in allen Bibelübersetzungen enthalten. Das ist eine Frage des Textes, nicht wahr? Textus Receptus, kodierter Text und so weiter. Wollen wir heute hier nicht ausführlich debattieren, aber wichtig ist, dass diese Grundaussage, unabhängig davon, ob sie in den Manuskripten hier enthalten ist oder nicht, je nachdem, dann später in Vers 17 nochmal wiederholt wird von Jesus. Das heißt, ich gehe persönlich davon aus, dass das hier dazugehört. Es ist definitiv nicht falsch. Jesus ist ebenfalls das A und O. Wir hatten gesehen letztes Mal, dass in Vers 8 diese Aussage von dem Vater getroffen wird. Der Vater, Gott der Vater sagt, der ist und der war und der kommt, dass er das A und das O ist. Und jetzt sagt Jesus dasselbe und macht damit hier diesen ersten Versen der Offenbarung schon gleich deutlich, dass er eins ist mit dem Vater.
[14:23] Und was jetzt interessant ist, dass das gesamte Buch, das Johannes schreiben soll, an die sieben Gemeinden geschickt wird. Ich habe das letzte Woche schon kurz angedeutet. Es wird immer nur von diesem einen Buch gesprochen, das er schreibt. Auch ganz am Ende in Offenbarung 22, Vers 10 heißt es ja dann: Und er sprach zu mir: Versiegle die Worte der Weissagung dieses Buches nicht, denn die Zeit ist nah. Und all das, was er sieht, soll er in ein Buch schreiben und das an die Gemeinden senden. Die gesamte Offenbarung, nicht nur Offenbarung 2 und 3, sondern Offenbarung 1 bis 22 ist an die sieben Gemeinden gerichtet. Manchmal findet man nämlich heute in unseren Kreisen die Behauptung: Ja ja, die Offenbarung ist historizistisch auszulegen, alles wunderbar, ab Kapitel 4. Aber Kapitel 2 und 3, das ist vermutlich dann doch eher nur für die Zeit von Johannes und nur Briefe an die Ortsgemeinden da. Da kann man vielleicht so persönliche Lehren für sich noch natürlich rausziehen, aber man distanziert sich ein bisschen von der prophetischen historizistischen Auslegung. Aber ich möchte hier ganz deutlich machen, dass das eine aus meiner Sicht gefährliche Abweichung ist eigentlich von unserer historizistischen Grundhaltung. Denn wenn diese zwei Kapitel, Kapitel 2 und 3, nicht alle Zeitalter umfassen und umspannen, dann auch der Rest der Offenbarung nicht. Wenn wir aber davon überzeugt sind, dass die gesamte Offenbarung nicht sich nur in der Zeit von Johannes erfüllt hat, sondern bis zur Wiederkunft hinaus geht, alle Zeitalter der Christenheit umspannt, dann gilt das auch für Offenbarung 2 und 3. Denn die sind genau an diese sieben Gemeinden geschrieben, für die die gesamte Offenbarung gilt.
[15:57] Vers 12: Johannes ist also auf Patmos an einem Sabbat. Vermutlich hat er sich so sehr gesehnt nach seiner Gemeinde in Ephesus oder überhaupt nach der Gemeinschaft mit den Aposteln, die waren ja schon alle tot mittlerweile. Aber wir wissen nicht, wie viele gläubige Menschen es dort auf Patmos noch gab. Vielleicht gab es den einen oder anderen. Möglicherweise war er auch ganz alleine und hat auf diesem felsigen Patmos seinen Sabbat alleine gefeiert und er bekommt Besuch. Er bekommt Besuch von Jesus Christus persönlich. Was für eine interessante, schöne Lektion hier. Der Johannes, der sein Leben gegeben hatte für das Evangelium, der jahrzehntelang in der Sache Gottes gekämpft hatte, jetzt wo er alleine scheinbar verlassen war, den Sabbat nicht mehr mit seiner geliebten Ortsgemeinde feiern konnte, wird besonders besucht von Jesus. Und Jesus verbringt den Sabbat nicht nur mit ihm, sondern wie wir später sehen werden, bringt ihn sogar in den himmlischen Gottesdienst, lässt ihn teilhaben an jenem Sabbat Gottesdienst, der noch so viel wunderbarer ist und herrlicher als alles, was wir auf Erden erleben können. Darum zeigt sich etwas von der Güte und von der Freundlichkeit Jesus, der hier sozusagen Gefängnisdienst am Sabbat macht, um seinen Freund Johannes zu segnen und ihm beizustehen.
[17:35] Johannes hat diese Stimme gehört, diese Stimme, die ihm vertraut vorgekommen sein muss. Er hat diese Stimme immer und immer wieder gehört, schon als Jesus auf der Erde war. Und jetzt heißt es hier in Vers 12: Und ich wandte mich um und wollte nach der Stimme sehen, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, da sah ich sieben goldene Leuchter. Was für eine interessante Idee. Immer wieder finden wir in der Offenbarung, dass wenn Johannes Gott sieht oder Jesus sieht, er oftmals zuerst etwas anderes sieht und dann Gott oder Jesus damit verknüpft. Zum Beispiel in Offenbarung 4, Vers 2, da wird er in den Himmel transportiert im Geist und er sieht einen Thron und dann sagt er: Auf dem Thron saß einer. Oder er sagt in Offenbarung 19: Ich sah den Himmel geöffnet und ein weißes Pferd. Und dann sagt er: Auf dem Pferd saß einer. Nun, wir würden ja vielleicht denken, dass wenn wir in den himmlischen Thronsaal kommen, das allererste, was wir sehen, dass die Gestalt Gottes ist. Wenn wir die Wiederkunft Jesu sehen würden, das allererste, was wir nennen würden, wäre: Ich sah Jesus und dann vielleicht später auf einem weißen Pferd. Auch hier würde man vielleicht denken, dass man sagen würde: Ich sah Jesus und er ging zwischen den sieben goldenen Leuchtern hindurch. Aber Johannes macht das immer wieder. Er sagt: Ich sah sieben goldene Leuchter und dann dazwischen Jesus. Ich sah einen Thron und auf dem Thron saß einer und ich sah ein weißes Pferd und auf dem Pferd saß einer. Dadurch sollen diese Gegenstände oder diese Attribute besonders hervorgehoben werden. Das ist nicht nur Nebensächlichkeit, sondern es ist bedeutsam, dass Jesus hier bei den sieben Leuchtern ist. Genauso wie es bedeutsam ist, dass Jesus auf einem weißen Pferd kommt und genauso wie es bedeutsam ist, dass Gott auf einem Thron sitzt, wenn er angebetet wird.
[19:12] Den goldenen Leuchter, den kennen wir aus dem Heiligtum. Damit sind wir beim nächsten grundlegenden Thema der Offenbarung. Nach dem Sabbat jetzt das Heiligtum. Auch das Heiligtum eine große Grundlehre der Bibel, ohne die man die Offenbarung nicht verstehen kann. Tatsache ist, dass eigentlich die gesamte Offenbarung auch um das Heiligtum herum gebaut ist sozusagen. Viele große Visionen beginnen mit Szenen, die an das Heiligtum erinnern. Wir sehen nicht zuletzt hier Offenbarung 1 direkt mit dem goldenen Leuchter. Später dann auch die große Vision der Posaunen, die an dem Räucheraltar beginnt. Wir sehen später die Bundeslade geöffnet, was dann überleitet zu der großen klimatischen, großen Klimax-Vision. Offenbarung 12 bis 14. Wir sehen später den Tempel, wie er sich füllt mit Rauch vor den sieben Plagen und so weiter und so fort. Das Heiligtum ist ganz entscheidend. Ohne das kann man die Offenbarung nicht verstehen. Und wer die Heiligtumslehre ablehnt oder ignoriert oder nicht so wichtig hält, der wird in der Offenbarung auch dann nicht viel verstehen. Deswegen ist auch die Heiligtumslehre ganz entscheidend für die Offenbarung und natürlich auch für unseren persönlichen Glauben, um Jesus kennenzulernen.
[20:25] Jetzt heißt es weiter: Und er sieht also die sieben goldenen Leuchter festreizend und mitten unter den sieben Leuchtern einen, der einem Sohn des Menschen glich, bekleidet mit einem Gewand, das bis zu den Füßen reichte und um die Brust gegürtet mit einem goldenen Gürtel. Er sieht Jesus. Und Jesus wird hier bezeichnet als der Sohn des Menschen. Diese Formulierung kennen wir natürlich aus dem Neuen Testament. Jesus hat es besonders geschätzt, sich als Sohn des Menschen zu bezeichnen. Aber die Formulierung kommt eigentlich ursächlich aus dem Alten Testament in Psalm 8 zum Beispiel. Und dort Vers 5 heißt es: Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest? Sohn des Menschen ist zunächst einmal eine Formulierung, die Mensch bedeutet. So zum Beispiel auch in Hesekiel. Dort wird Hesekiel, der Prophet, konstant als Sohn des Menschen angesprochen. Zum Beispiel nur als ein Beispiel von unzählig vielen in Hesekiel, Hesekiel 2, Vers 1: Sprach zu mir: Menschensohn, stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir reden. Das heißt, Menschensohn bedeutet nicht unbedingt Kind, sondern einfach erst einmal Mensch. Das hat mit dem hebräischen Sprachempfinden zu tun, das da anders ist als unser deutsches. Wir denken bei Sohn automatisch an biologische Abstammung. Aber das ist überhaupt nicht der Fall, notwendigerweise im Hebräischen. Um es an einem ganzen Beispiel zu illustrieren, wenn der Hebräer eine Rinderherde sieht, sagt er Bakar. Und dieses Wort Bakar bedeutet die Rinder in ihrer Gesamtheit. Aber wenn er jetzt sagen möchte, dass ein einzelnes Rind, so ein einzelnes Individuum dort ist, dann sagt er Ben-Bakar. Er sagt der Sohn des Rindes, Sohn der Rinder sozusagen. Das meint aber nicht, dass es ein Kalb ist, sondern einfach nur, dass es ein individuelles Individuum sozusagen ist aus diesem größeren ganzen Rind, dieser Rinderherde. Und so ähnlich ist auch diese Idee von Mensch und Sohn des Menschen. Also Mensch als Kollektiv vielleicht sozusagen vorzustellen, dann Sohn des Menschen als der einzelne Mensch. Dieser Gedanke ist vielleicht auch ganz hilfreich, wenn man so ein bisschen Schwierigkeiten hat, auch in der Frage der Gottheit und mit dem Griff Sohn Gottes. Da kann das auch eine Perspektive dann auch geben. Aber zurück zu diesem Begriff Sohn des Menschen, der bedeutet also zunächst einmal wirklich Mensch. Entsprechend verwendet Paulus auch dann dieses Psalmzitat in Hebräer, um deutlich zu machen, dass Jesus wirklich echter Mensch war. In Hebräer 1 zeigt er ja, dass Jesus wahrer Gott ist und in Hebräer 2, dass er wahrer Mensch ist und auch wirklich mitleiden kann mit uns, dass er versucht worden ist, wie wir dann später auch in Hebräer 4.
[23:16] Aber dieser Begriff Sohn des Menschen kommt dann in Daniel vor, in Daniel Kapitel 7 und dort Vers 13 und 14. Das ist ja interessant, weil Daniel in dieser Vision, in Daniel 7, die ganzen Weltreiche sieht, Babylon, Medopädien, Griechenland, Rom, das kleine Horn, das werden wir noch ausführlich identifizieren in diesem Studium, das Papsttum. Und dann sieht er hier Vers 13 und 14 den Sohn des Menschen. Es heißt hier: Ich sah in den Nachtgesichten und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht und sein Königtum wird nie zugrunde gehen. Die Idee ist hier: Johannes sieht ein Weltreich nach dem anderen aufkommen und es vergeht und ein weiteres kommt und geht und ein weiteres kommt und geht und es die Frage, wird es jemals irgendein Königtum geben, das bestehen bleibt? Und dann sieht er in dieser Vision, in diesem Gericht, das dort stattfindet im Himmel, sieht er einen Menschen, das ist die Idee von Sohn des Menschen, er sieht einen Menschen, der in das himmlische Gericht gebracht wird und diesem Menschen wird das Königtum für Ewigkeit gegeben. Und die große Frage für jeden, der das gelesen hat, war natürlich, wer ist dieser Mensch? Wer ist dieser Mensch, der für immer König sein wird, über alle Völker herrschen wird, bis in alle Ewigkeit, wenn Babylon und Minöpersien und Griechenland und Rom und all die Großmächte, wenn die fallen und nicht bestehen bleiben können, wer ist dieser eine Mensch, der König der Mensch ist? Und das ist natürlich der Grund, warum Jesus so sehr diesen Begriff geliebt hat, weil damit deutlich wird, dass er zwar König der König ist, aber er eben Mensch geworden ist, mit seiner geliebten Menschheit identifiziert hat, um allen, die an ihn glauben, eine ewige Hoffnung zu geben. Deswegen hat Jesus diesen Begriff so sehr geliebt und deswegen erscheint er hier auch als der Sohn des Menschen, der sich mit der Menschheit identifiziert, der die Leiden und die Schwierigkeiten, die Anfechtungen kennt. Er kommt nicht einfach nur in seiner Herrlichkeit, er kommt als Sohn des Menschen und kann mit Johannes sympathisieren.
[25:22] Trotzdem ist natürlich die Darstellung von Jesus hier so, dass auch gleichzeitig seine Göttlichkeit mitbetont wird. Wenn wir zum Beispiel Vers 14 denken: Sein Haupt aber und seine Haare waren weiß, die weiße Wolle, wie Schnee und seine Augen waren wie eine Feuerflamme. Wer sich in der Prophetie auskennt, denkt fast unwillkürlich hier auch an Daniel 7, wo ähnliche Attribute für Gott den Vater verwendet werden. Auch das natürlich sehr interessant. In Daniel 7 zum Beispiel und dort ab Vers 9 heißt es: Ich schaute bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter Gott, der Vater, sich setzte. Sein Gewand war schneeweiß und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle. Sein Thron war eine Feuerflamme und dessen Räder ein brennendes Feuer. Also schneeweiß, Haar wie Wolle und dann das Feuer. Diese Kombination, die wir hier auch haben, ist eigentlich dort mit dem Vater assoziiert. Und jetzt kommt Jesus als der Menschensohn, hat aber auch diese Attribute von dem Vater. Also da sieht man, wie großartig das hier geschrieben ist und deutlich macht, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist und in dieser Funktion jetzt derjenige ist, der seiner Gemeinde vorangeht und auch jeden einzelnen Gläubigen tröstet und stärkt.
[26:36] Weiter heißt es, vielleicht interessant über die Feuerflamme, haben wir nicht so viel Zeit, das hier ausführlich zu studieren, aber die Feuerflamme in der Bibel ist immer ein Symbol auch für die Liebe Gottes. Wir denken zum Beispiel an Hohelied 8, Vers 6. In Hohelied 8, Vers 6 wird uns gesagt, dass das Feuer ein Symbol für die Liebe Gottes ist. Dort heißt es in Hohelied 8, Vers 6: Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an dein Arm, denn die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des Herrn. Diese Flamme ist eine verzehrende Flamme, ein verzehrendes Feuer. Gott selbst ist ein verzehrendes Feuer. Diese Liebe, die Gott ist, ist verzehrend, sie verzehrt die Sünde. Es ist das Feuer, das vom Himmel gekommen ist, das im Heiligtum das Opfer verzehrt hat, das ein Symbol für den Stellvertreter war, der mit der Sünde beladen wird. Und es ist das Feuer gewesen, dass in 2. Mose 3 im brennenden Dornbusch Gottes Charakter dargestellt hat, dass in 2. Mose 19 und 20 und auch 5. Mose 4, wird das ja beschrieben, gezeigt hat, wie Gott Himmel und Erde verbinden möchte durch seine Liebe, als das Feuer brannte bis in das Innerste des Himmels hinein. Wie 5. Mose 4, Vers 11 sagt, als Gott die zehn Gebote seinen Charakter offenbart hat. Wenn Jesus hier mit Augen wie Feuerflammen schaut, dann nicht, um uns Angst zu machen, sondern um deutlich zu machen, dass er sieht mit den Augen der Liebe, mit einer reinen Liebe, die Sünde verzehrt, aber den Sünder liebt, um ihn zu retten. Und diese Augen, diese Augen wie Feuerflammen, sollen also seine Liebe, diese Liebe, die uns wirklich retten möchte von der Sünde, symbolisieren.
[28:23] Vers 15: Und seine Füße wie schimmerndes Erz, als glühten sie im Ofen. Und seine Stimme, wie das Rauschen vieler Wasser. Hier ist eine ganz deutliche Anspielung auf Daniel 10. In Daniel 10, Vers 5 und 6, da sehen wir, dass am Anfang der letzten großen Vision von Daniel der Prophet eine ähnliche Vision empfangen hat. Wir lesen hier: Und ich hob meine Augen auf und schaute und siehe, da stand ein Mann in Leinwand gekleidet und die Lenden mit Gold von Ufers umgürtelt, auch der goldene Gürtel hier. Und sein Leib war wie ein Topaz und sein Angesicht strahlte wie der Blitz und seine Augen wie Feuerfackeln. Seine Arme aber und seine Füße sahen aus wie Leuchtern-Erze und der Klang seiner Worte war wie das Tosen einer Volksmenge. Derselbe Jesus, der dem Daniel erscheint, um dem Daniel interessanterweise in Daniel 11 zu zeigen, was mit dem Volk Gottes passieren wird. Das ist nämlich die Kernidee von Daniel 11, dann Daniel 10, Vers 14: So bin ich nun gekommen, um dir einen Blick darüber zu geben, was deinem Volk am Ende der Tage begegnen wird. Denn das Gesicht bezieht sich wiederum auf fernliegende Tage. Genau so kommt jetzt Jesus im selben Anblick sozusagen zu Johannes, um ihm zu sagen, was dem Volk Gottes der Gemeinde passieren wird in den fernliegenden Tagen noch und so wie Daniel 11 dann durch die Geschichte hindurch geht bis zur Wiederkunft und darüber hinaus, so auch in der Offenbarung. Da sehen wir also auch hier wieder ganz interessante Parallelen, die es sich lohnt, noch weiter zu vertiefen im persönlichen Studium.
[29:54] Offenbarung 1, Vers 16: Und er hatte in seiner rechten Hand eine sieben Sterne und aus seinem Mund ging ein scharfes zweischneidiges Schwert hervor und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Kraft. Die Sterne werden wir gleich noch in Vers 20 behandeln, aber das scharfe zweischneidige Schwert ist natürlich das Wort Gottes. Das wird ganz deutlich aus Hebräer Kapitel 4 und dort Vers 12. Dort heißt es nämlich: Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und es dringt durch bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Jesus kommt mit dem Wort Gottes, das ist dann später auch in Offenbarung 19 übrigens, aber das werden wir dann später noch sehen.
[30:50] Und sein Angesicht leuchtet wie die Sonne in ihrer Kraft. Das bezieht sich auch auf die Verklärung, als er damals drei seiner engsten Jünger mitgenommen hat auf den Verklärungsberg. Da lesen wir in Matthäus 17, Vers 1 und 2. Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus, den Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg und er wurde vor ihnen verklärt und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Dort hatte Johannes schon einmal gesehen, wie Jesus so leuchtete und jetzt am Ende seines Dienstes, als er auf Patmos ist, nicht auf einem Berg mit Jesus, sondern auf einem Felsen, auf einer Felseninsel, am Gefängnis mit Jesus, sieht er ihn wieder erneut so verklärt. Damals wollte Jesus schon einmal zeigen, ein Abglanz geben der Herrlichkeit, mit der er wiederkommen wird. Petrus sagt später: Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, wir sind nicht ausgekügelten Fabeln gefolgt, wir haben gesehen, wie er wiederkommen wird, wir haben seine Herrlichkeit gesehen und zwar buchstäblich. Und jetzt, wo Jesus kommt, um noch einmal die Ereignisse bis zur Wiederkunft zu erklären, die Gemeinde zu stärken und vorzubereiten auf dieses große Ereignis, kommt er mit einer ähnlichen Ausdrucksweise. Er sieht so ähnlich aus, er leuchtet, sein Angesicht leuchtet wie die Sonne in ihrer Kraft. Und wir erinnern uns vielleicht auch an den einen oder anderen Bibelvers über die Sonne der Gerechtigkeit, zum Beispiel in Maleachi ganz am Ende.
[32:26] Was interessant hier ist, vielleicht noch, bevor wir weitergehen, ist, dass viele große Propheten in ihrer ersten Vision Jesus gesehen haben. Hesekiel zum Beispiel auch. Das große Buch von Hesekiel mit seinen vielen interessanten Visionen beginnt mit einer großartigen Vision des Thrones Gottes und der Gestalt von Jesus darauf. Jesaja hat ganz am Anfang seines Dienstes auch diese überwältigende Vision von Jesus im Allerheiligsten, wo die Engel singen: Heilig, heilig, heilig in Jesaja 6. Und Daniel, wie gesagt, hat so eine ähnliche Vision dann für seine letzte große Prophezeiung in Daniel 11. Dort interessant ist es so, dass am Anfang der Prophezeiung er Jesus sieht und am Ende der Prophezeiung in Daniel 12 nochmal Jesus sieht und im Zentrum der Prophezeiung die Kreuzigung vorhersagt, in Daniel 11, Vers 22. Man sieht also in all diesen Beispielen, dass Jesus ein Anker, ein Zentrum und ein Fundament aller wahren biblischen Prophetie ist. Jede Prophetieauslegung, die Jesus vernachlässigt, ist falsche Auslegung. Und jedes Christentum, das vorgibt, Jesus zu folgen, aber Prophetie ignoriert, kennt den wahren Jesus noch nicht. Jesus ist immer gegenwärtig, wenn wahre biblische Prophetie, auch Endzeitprophetie in der Bibel behandelt wird. Jesus ist auch in dieser Hinsicht das A und O der Prophetie und muss im Zentrum auch unserer Auslegung stehen.
[33:59] Was interessant hier auch ist, wir haben ja gesehen, dass in bisherigen Offenbarung 1 so nach und nach all die wesentlichen Hauptlehren der Bibel sich entfalten. Wir haben das Wort Gottes gehabt, wir haben die Gottheit gehabt, wir haben die Erlösung gehabt, sehr ausführlich sogar in ein paar Versen dargestellt. Dann die Wiederkunft, der Sabbat, jetzt das Heiligtum. Was interessant ist, dass jetzt während Johannes quasi diese Dinge so nebenbei abarbeitet, plötzlich Jesus selbst als Person sichtbar wird. Untrennbar verknüpft mit diesen Lehren. Es ist interessant, dass diese Lehren auch so formuliert werden hier im Text, dass sie immer einen Bezug zu Jesus haben. Es wird nicht gesagt: Der Sabbat, sondern der Tag des Herrn. Es wird nicht gesagt: Naja, Erlösung, sondern er, der uns geliebt hat. Es wird nicht gesagt: Wiederkunft, sondern siehe, er kommt. Und so geht es dann gleich mit den weiteren Themen noch weiter. Jesus und die biblischen Lehren sind untrennbar miteinander verknüpft.
[35:06] Das ist auch eine der wesentlichen Erkenntnisse aus Offenbarung Kapitel 1. Vers 17: Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Eine typische Reaktion der Propheten. Man erinnert sich an Daniel 10 vor allem, wo auch Daniel dann der Atem ausgeht. Auch Jesaja 6 und andere Stellen sind sehr deutlich. Propheten, wenn sie wirklich Jesus sehen in seiner Herrlichkeit, erkennen immer ihre Unwürdigkeit. Und dann heißt es weiter hier, übrigens, das ist vielleicht ein interessanter Punkt noch für uns: Wenn wir Jesus in seiner Herrlichkeit sehen, auch im Studium der Offenbarung, dann sollte uns das immer zu der Erkenntnis unserer eigenen Unwürdigkeit führen.
[35:42] Weiter heißt es hier in Vers 17: Und er legte seine rechte Hand auf mich. Interessanterweise die rechte Hand, die rechte Seite ist oft in der Bibel die Seite der Gunst. Zum Beispiel steht der Engel Gabriel an der rechten Seite des Altars, als er dem Zacharias erscheint in Lukas 1. Und es heißt weiter: Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte. Also hier haben wir diesen Vers noch mal, der noch mal zeigt: Jesus ist also eins mit dem Vater. Was über den Vater gesagt wird, wird auch über Jesus gesagt.
[36:19] Vers 18: Er sagt weiter: Und der Lebende, und ich war tot und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen, und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes. Hier kommt jetzt die nächste biblische Hauptlehre, nämlich die von Tod und Auferstehung. Auch das ist ein wesentliches Thema. Wenn man das nicht verstanden hat in der Bibel, kann man die Offenbarung nicht verstehen oder wird zu schweren Fehlschlüssen kommen. Warum hat Jesus den Schlüssel des Totenreiches? Er hat den Schlüssel des Totenreiches, weil ihm nicht aufgeschlossen worden ist, um aus dem Gefängnis des Todes herauszukommen. Mose ist auferweckt worden, Lazarus ist auferweckt worden, die Tochter des Jairus ist auferweckt worden und noch einige andere. Und sie alle sind auferweckt worden durch das Leben Jesu, der gesagt hat: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Aber als Jesus im Gefängnis des Todes war, hat man ihm nicht aufgeschlossen, sondern er hat den Schlüssel, er hat sich aufgeschlossen, sozusagen. Johannes 10, Vers 17 und 18: Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen und habe Vollmacht, es wiederzunehmen. Achtung, diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
[37:33] Johannes 2 und dort Vers 19 bis 21: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. Vers 21: Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Er sagt nicht, er wird dann wieder aufgerichtet werden, sondern ich will ihn aufrichten. Er sagt: Ihr werdet mich kreuzigen, aber in drei Tagen werde ich mir das Leben wiedergeben. Jesus war als Mensch vollkommen tot, nicht halbtot, nicht dreivierteltot, nicht neunzehnteltot, er war vollkommen tot, aber in seiner Göttlichkeit gab er sich das Leben wieder. Dadurch führte er den Auftrag aus, den der Vater ihm gegeben hatte. Er wartete auf den Befehl, bis der Befehl kam. Der Engel kam vom Himmel und brachte den Befehl: Dein Vater rufe dich, aber er brachte nicht das Leben mit. Das Leben war in der Göttlichkeit Jesu selbst. Deswegen, weil Jesus, obwohl er die Macht hatte, sich das Leben zu geben, wartete, bis der Befehl kam, deswegen sagt die Bibel, dass der Vater ihn auferweckt hat. Ganz ähnlich wie die Bibel auch sagt, dass Jesus getauft hat, sagt es an zwei Stellen, obwohl an einem direkt danach es dann heißt, dass er gar nicht selbst getauft hat, sondern die Jünger tatsächlich die Handlung ausgeführt haben, aber sie taten es im Namen, im Auftrag Jesu und deswegen heißt es: Jesus taufte. Genauso heißt es dann oft, dass Gott der Vater ihn auferweckt hat, weil es auf sein Geheiß, auf sein Gebot, in seinem Auftrag geschah. Aber die Macht, den Tod zu besiegen, hat Jesus. Deswegen sagt er: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Das ist er nicht erst nur geworden im Nachhinein, als Orden sozusagen, sondern er war da schon vor seiner Kreuzigung. Ansonsten hätte er Lazarus gar nicht auferwecken können. Und was hier also deutlich wird, ist ein ganz fundamentaler Beweis der Gottheit Jesu, seiner göttlichen Natur, die wie Römer 1 sagt, der mächtige Beweis ist, dass er tatsächlich Gottes Sohn ist.
[39:39] Vers 19: Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen soll. Johannes soll also die Ereignisse der Gegenwart und der Zukunft notieren und das ist im Wesentlichen so kurz angedeutet. Auch die Lehre von Prophetie, die ein wesentliches Element der biblischen Lehre ist und zu der Johannes jetzt durch dieses Buch natürlich auch sehr viel beiträgt.
[40:01] Vers 20: Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast und der sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden. Die sieben Gemeinden stehen natürlich für die Gemeinde Gottes und sie werden dargestellt als ein Leuchter. Nicht ohne Grund. Die Gemeinde soll ein Licht in der Welt sein. Schon der alttestamentlichen Gemeinde war gesagt worden in Jesaja 60 und dort ab Vers 1: Mache dich auf, werde Licht. Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Und dann in Vers 2 und 3: Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tief ist dunkel die Völker, aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht. Jesus sagt in der Bergpredigt zu seinen Jüngern, der neutestamentlichen Gemeinde: Ihr seid das Licht der Welt. Wenn wir später dann die einzelnen sieben Gemeinden anschauen, dürfen wir niemals vergessen, dass jede einzelne Gemeinde der sieben Gemeinden ein Leuchter ist. Ein Licht, das das Evangelium in die Welt tragen soll. Oftmals wird das Studium der Gemeinden so betrieben, dass man nach den Charakteristiken der Gemeinde schaut, was die internen Probleme sind. Aber der missionarische Aspekt wird außen vor gelassen, obwohl er ganz offensichtlich ist. Denn jede der sieben Gemeinden wird als ein Leuchter dargestellt. Auch Laodizea ist ein Leuchter. Wenn man durch die Gemeinden hindurch studiert hat, hat man das meistens bei Laodizea schon längst vergessen und hat keine Ahnung mehr, dass es sich um einen Leuchter handelt, der leuchten soll. Es geht bei Laodizea nicht nur darum, die internen Probleme zu lösen. Es geht darum, dass Laodizea leuchten soll als ein Licht in dieser Welt.
[41:50] Und damit haben wir das letzte Grundthema erreicht, das in dieser Zusammenfassung der wesentlichen biblischen Lehren hier in Offenbarung 1 angesprochen wird. Das ist die Lehre von der Gemeinde. Eine ebenfalls entscheidende Lehre, die es viel in der Bibel gibt. Genauso wie zum Sabbat und zur Wiederkunft und zum Heiligtum und zum Zustand der Toten und zur Prophetie und zur Erlösung, zur Gottheit. Das sind alles Themen, die sich durch die ganze Bibel hindurch finden, die alle auch so ein bisschen, obwohl sie eng miteinander zusammenhängen, durchaus auch so für sich stehen, die man so studieren kann als Bibelstunden oder als Predigten. Und die ebenfalls, wie gesagt, ganz unverzichtbar sind für die Offenbarung.
[42:34] Wenn also die Gemeinde als sieben Leuchter dargestellt werden und Jesus mitten unter diesen Leuchtern ist. Ja, wenn das das Erste ist, was Johannes sieht, wenn er sieht, da sind sieben Leuchter und Jesus mitten unter ihnen, dann heißt das, dass Jesus bei seiner Gemeinde ist. Das hatte er doch verheißen. Matthäus 28 am Ende: Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit. Er trägt die Leiter der Gemeinde, die Botschafter in seiner Hand. Das griechische Wort für Engel ist Angelos oder Angeloi, die Engel dann. Und das bedeutet Botschafter. Und interessanterweise werden die Botschafter Gottes auch als Sterne bezeichnet, zum Beispiel im Buch Daniel, in Daniel 12. Und dort Vers 3 heißt es: Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit weisen, mit anderen Worten, die predigen werden, das Evangelium anderen erklären, wie die Sterne immer und ewig. Diejenigen, die eine Botschaft übermitteln. Es geht also an diejenigen, die Botschaft weitertragen. Die werden wie Sterne bezeichnet oder als Sterne bezeichnet. Es geht also bei diesen Engeln vielleicht noch gar nicht mal so sehr um einfach die technischen Leiter der Gemeinde, die einfach administrativ die Gemeinde leiten. Es geht um diejenigen, die die Botschaft weitertragen. Jesus ist bei seiner Gemeinde und diejenigen in der Gemeinde, die tatsächlich diese Bürde auf dem Herzen haben, die Botschaft weiter zu geben, die ein Licht sein wollen, die hat er in seiner Hand. Und an die ist ganz besonders die sieben Sendschreiben gerichtet. Denn die sind es, die je nachdem, wie sie die Botschaft so annehmen, entscheiden darüber, wie die Welt Jesus wahrnimmt. Wenn sie Irrlehre verkündigen, dann wird auch das Licht sozusagen nicht mehr das widerspiegeln, was Gott eigentlich sich vorgestellt hat.
[44:26] Und das sehen wir jetzt ganz deutlich, wenn wir uns die erste Gemeinde kurz anschauen. In Kapitel 1 heißt es: Dem Engel der Gemeinde von Ephesus schreibe, das sagt der, der die sieben Sterne seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt. Die Gemeinde Ephesus steht für die erste Generation, die ersten Generationen der Christen, die Urgemeinde. Und was interessant ist hier, dass Jesus gleich am Anfang sich vorstellt, das macht aber jeder Gemeinde. Er stellt sich vor als derjenige hier, der Gemeinde Ephesus, der bis ans Ende bei seiner Gemeinde bleiben will. Er hat alle sieben Sterne in seiner Hand und er geht durch alle sieben goldenen Leuchter. Jemand hätte sich ja fragen können in der Urgemeinde: Wird das noch bis ans Ende bleiben? Wird Jesus vielleicht seine Gemeinde irgendwann verlassen? Wird es uns so gehen wie dem Volk Israel, das irgendwann die Botschaft weggenommen bekommen hat? Und einem anderen Volk ist das gegeben worden. Jesus sagt der Urgemeinde: Ihr fangt jetzt das Werk an, ihr beginnt den Grund zu legen, ihr seid die Pioniere, seid euch sicher, dieses Werk wird vollendet werden. Ich kenne alle Zeitalter der Kirchengeschichte, alle sieben Gemeinden und es wird ans Ende kommen. Ich werde bei euch sein bis ans Ende der Weltzeit.
[45:38] Vers 2: Ich kenne deine Werke und deine Bemühungen, dein standhaftes Ausfahren und dass du die Bösen nicht ertragen kannst und du hast die geprüft, die behaupten, sie seien Apostel und sind es nicht und hast sie als Lügner erkannt. Das standhafte Ausfahren haben wir schon studiert. Das war ein Kennzeichen der ganzen Gemeinde. Sie haben geprüft, sie waren so wie die Christen von Beröa, die uns in der Apostelgeschichte 17, Vers 10 und 11 berichtet werden, die selbst nach Predigten von Paulus noch mal wissen wollten, ob es wirklich stimmt, was sie gehört haben in der Predigt. Eine Eigenschaft, die uns heute gut zu Gesicht stehen würden, wenn wir mehr uns die Bibel vornehmen würden und wirklich schauen würden, ob das stimmt, was uns in Predigten, Vorträgen und so weiter gesagt wird. Und sie haben dadurch viele falsche Apostel identifizieren können. Die gab es schon reihenweise in der Urgemeinde. Einige Beispiele haben wir im Sendemanuskript erwähnt, mit Beispielen Simon Magus zum Beispiel, der sich zu einem echten Feind von Paulus und Petrus dann entwickelt hat. Die Irrlehrer, die Paulus nachgesetzt haben in Galatien zum Beispiel über die Beschneidung. Dann Leute, die Briefe gefälscht haben. Paulus erwähnt das in 2. Thessalonicher 2. Paulus warnt den Ephesus vor den räuberischen Wölfen, die verkehrte Dinge lehren werden und Jünger abziehen werden, die später Gruppen gründen werden. Die Gemeinde von Ephesus, die Urgemeinde, war theologisch versiert, um das zu erkennen. Aber nicht nur das.
[47:01] Fest 3: Du hast schweres Ertragen und hast standhaftes Aushand und um meines Namens willen hast du gearbeitet und bist nicht müde geworden. Sie waren aktiv. Sie waren missionarisch engagiert. Sie haben schweres Ertragen, Christenverfolgung unter Nero und Domitian und immer wieder Schwierigkeiten, viele Entbehrungen in der Mission, haben alles gegeben, zum Teil Haus und Hab verkauft, um Menschen zu helfen. Sie haben gearbeitet. Paulus sagte in Kolosser 1 Vers 23, dass ihre Missionsbemühungen spektakulären Erfolg hatten. Kolosser 1 und dort Vers 23. Dort heißt es: Wenn ihr nämlich im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von Erhoffnungen des Evangeliums, das ihr gehört habt, das verkündigt worden ist in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist und dessen Diener ich Paulus geworden bin, schon in der ersten Generation. In der Urgemeinde ging das Evangelium in die ganze bekannte Welt damals.
[47:51] Und doch gab es ein Problem. Vers 4: Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Sie hatten alles, eine theologische Richtigkeit, die richtige Arbeit, Einsatz, Zahlen, Taufzahlen. Aber ohne Liebe ist das alles wertlos. Das sagt uns 1. Korinther 13 sehr, sehr deutlich. Egal ob wir Glauben haben, Weissagung haben, egal ob wir unsere Gaben hingeben, ob wir Almosen geben, ob wir Missionen machen, wenn wir nicht die Beziehung zu Jesus haben, die wir haben könnten, wenn wir ihn vernachlässigen bei aller theologischen und missionarischen Betriebsamkeit, dann wird es am Ende nicht gelingen. Deswegen sagt er in Vers 5: Bedenke nun, wovon du gefallen bist und tue Buße und die ersten Werke, sonst komme ich rasch über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen, wenn du nicht Buße tust. Was Jesus hier sagt, ist sehr dramatisch. Er sagt: Ohne Liebe zu mir ist es vollkommen egal, wie richtig du bist theologisch, vollkommen egal, wie viel du erreicht hast, wie viel Gemeinde du gegründet hast, dann bist du kein Leuchter. Nicht die theologische Richtigkeit und nicht die Taufzahlen machen das missionarische Licht, sondern die lebendige Beziehung zu Jesus, die Liebe zu ihm.
[49:16] Deswegen sagt er: Erinnere dich, erinnere dich an die Beziehung, die du schon hattest. Tue Buße, wenn du nicht Buße tust, kann diese Gemeinde kein Licht sein. Tue Buße und Buße ist ein Geschenk Gottes, das wir so dringend nötig haben für die Erlösung. Der Petrus hat davon gesprochen in einer seiner frühen Predigten nach Pfingsten in Apostelgeschichte 5 und dort Vers 31, dort sagt er, dass Buße ein Geschenk ist, das Jesus uns geben möchte. Dort heißt es: Diesen hat Gott zum Fürsten und Retter zu seiner Rechten erhöht. Es geht um Jesus, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu gewähren. Wir bekommen Buße und Vergebung, wenn wir zu Jesus kommen. Deswegen sagt er: Nimm dieses Geschenk der Buße an. Tue Buße, erinnere dich daran, was Jesus für dich getan hat. Schau auf ihn und komm zurück zur ersten Liebe.
[50:11] Vers 6: Aber dieses hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse. Viele Leute haben spekuliert, wer sind die Nikolaiten gewesen? Was haben sie geglaubt? Die Lehre der Nikolaiten war, dass Gott sein Gesetz abgeschafft habe und dass die Werke keine Rolle mehr spielten, dass wir durch den Glauben, durch die Gnade erlöst sind und jetzt tun und lassen können, was wir wollen. Kommt vielleicht ganz bekannt vor, gibt es heute immer noch. Aber Jesus interessanterweise hasst nicht die Nikolaiten, er hasst ihre Werke. Er hasst die Sünde, die sie tun, weil sie aufgrund ihrer falschen Theologie jetzt glauben, sie können weiter sündigen und sündigen spielt keine Rolle, weil Jesus liebt sie. Jesus hasst ihre Sünden, aber er liebt trotzdem noch die Nikolaiten und er freut sich, dass die Urgemeinde diese Häresie, diese Irrlehre, dass man einfach weiter sündigen kann, wie man will, weil Gott ja sowieso so gut ist, dass diese Gemeinde diese Irrlehre abgelehnt hat und dass zu diesem Zeitpunkt zumindest nicht in die Gemeinde eingedrungen ist.
[51:03] Vers 7: Letzter Vers für heute: Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Lieber Freund, liebe Freundin, wir haben heute viel studiert, aber der Heilige Geist hat mit Sicherheit an irgendeinem Punkt zu dir gesprochen. Vielleicht als wir über die erste Liebe gesprochen haben, die vielleicht auch du verlassen hast oder die ich verlassen habe. Vielleicht als wir über Jesus gesprochen haben, der den Einsamen beisteht. Vielleicht als wir über die Gemeinde gesprochen haben und wir vielleicht Zweifel haben, ob Jesus seine Gemeinde noch führt. Was immer dir der Geist heute durch dieses Wort der Offenbarung gezeigt hat, was er gesprochen hat, höre hin, nimm es im Glauben an und folge dem, folge Jesus.
[51:44] Es heißt weiter: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist. Gott sagt schon den ersten Christen: Wenn ihr treu seid, könnt ihr Sieger sein. Denn das Wort überwinden bedeutet Sieger sein. Im großen Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gott und Satan, können wir auf Jesu Seite stehen und wir können von dem Baum des Lebens wieder essen, wenn wir dann bei ihm im Himmel sind, bei Jesus. In 1. Mose 3, Vers 22 bis 24 wird uns gezeigt, dass aufgrund der Sünde Adam und Eva nicht mehr vom Baum des Lebens essen durften, weil Gott nicht wollte, dass die Sünde ewig existiert. Deswegen wurden Engel östlich vom Garten Eden platziert mit der Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen. Aber durch Jesus können wir Zugang bekommen, denn Jesus trennt uns von unserer Sünde. Es ist die Sünde, die uns vom Baum des Lebens trennt, aber es ist Jesus, der uns von der Sünde trennt. Und so können wir als Überwinder durch Jesu Blut, durch Jesu Gnade, durch die Buße, die er uns schenkt, durch die Vergebung, die er uns schenkt, durch die Heiligung, die er uns schenkt, mit der wir alles kooperieren, können wir Zugang haben zum Baum des Lebens. Diese Verheißung der ersten Christenheit gilt auch heute uns.
[53:05] Und die Frage ist, lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du heute auf Jesus blicken? Möchtest du darüber nachdenken und wie intensiv deine Beziehung vielleicht schon mal zu ihm gewesen ist? Möchtest du dem Heiligen Geist erlauben, dass er zu dir spricht? Die Bibel sagt uns, dass der Heilige Geist uns in alle Wahrheit führt, dass er uns überführt von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht, dass er uns daran erinnert, was Jesus uns schon mal gesagt hat, dass der Heilige Geist an deinem Herzen wirken kann, dich verändern darf, damit du ein helles Licht bist und in der ersten Liebe mit Jesus vorangehst, von Sieg zu Sieg als Überwinder im Namen Jesu. Gott segne deine Entscheidungen. Nächste Woche sehen wir uns hier wieder, um dann die weiteren Sendschreiben zu betrachten. Bis dahin wünschen wir euch gottesreichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.