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Manauskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 1st (Special) Nr 3

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird die Botschaft Jesu an die sieben Gemeinden aus der Offenbarung (Kapitel 2-3) detailliert beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die symbolische Bedeutung der sieben Gemeinden als Darstellung der Kirchengeschichte und analysiert die spezifischen Botschaften, die Jesus an jede einzelne Gemeinde richtet. Von der verfolgten Gemeinde Smyrna über die kompromissbereite Gemeinde Pergamon bis hin zur lauwarmen Gemeinde Laodizea werden die Herausforderungen und Verheißungen für Gläubige in verschiedenen Epochen und Lebenssituationen aufgezeigt. Die Botschaft betont die Wichtigkeit von Buße, treuem Ausharren und der Annahme der Gaben Christi für ein siegreiches Glaubensleben.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q1: Die Offenbarung

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur dritten Folge unserer Spezialserie zur Offenbarung, wo wir kompakt durch dieses letzte Buch der Bibel, das so spannend ist und so viel Interessantes auch für unsere Zeit zu sagen hat, hindurchgehen wollen. Wir haben uns in der letzten Folge mit der Einleitung, den Versen 9 bis 20 in Kapitel 1 beschäftigt und auch die erste der sieben Gemeinden behandelt. Und dort wollen wir heute weitermachen. Wir wollen uns die anderen Gemeinden betrachten. Wir wollen lernen aus der Geschichte, aus der Kirchengeschichte für unsere Zeit, für unser persönliches Glaubensleben.

[1:04] Aber bevor wir mit dem Studium der Offenbarung beginnen, wollen wir natürlich mit einem Gebet starten, wozu ich euch ganz herzlich einlade. Lieber Vater im Himmel, danke für dieses wunderbare Buch der Offenbarung. Und danke, dass du durch deinen Heiligen Geist, durch diese Sendschreiben zu uns sprichst. Bitte öffne unsere Herzen, unser Denken, dass wir die Botschaft für unser persönliches Leben darin sehen, dass wir aus deinem Wort leben, dass der Heilige Geist uns überführen kann, dass er uns zurechtweisen kann, dass er uns auch erfüllen kann mit deiner Liebe und deiner Güte. Und dass er in uns diesen Gehorsam bewirkt, von dem du in allen Sendschreiben sprichst, von diesem siegreichen Leben, diesem siegreichen Glauben, den Überwinder. Wir möchten dich bitten, dass du uns Weisheit schenkst und dass wir etwas lernen, was für unser praktisches Leben von echter Bedeutung ist. Und wir danken dir, dass du mit deinem Heiligen Geist gegenwärtig sein wirst und bitten dich um deine Führung im Studium. Amen.

[2:07] In Offenbarung Kapitel 2 und 3 finden wir die sieben Sendschreiben an die sieben Gemeinden. Und wir haben es schon in den Folgenfolgen angedeutet, dass es sich bei diesen sieben Gemeinden nicht nur um die tatsächlich sieben Ortsgemeinden der realen, also physischen Orte dort in Kleinasien handelt, sondern dass hier auch ein Überblick über die gesamte Geschichte, die gesamte Geschichte der Christenheit gegeben wird. Es gibt im Text selbst Hinweise darauf, dass das so ist, auch wenn das immer wieder angezweifelt wird, leider auch manchmal in unseren Reihen. Ich möchte hier nur ein Beispiel herausgreifen, wo man sieht, dass es in diesen sieben Gemeinden eine Entwicklung gibt und diese sieben Gemeinden nicht einfach nur nebeneinander stehen. Man kann das ja schon sehen an den Versen, die wir auch im Sendemanuskript hier aufgeschrieben haben. In Kapitel 2 Vers 2, da spricht es von den falschen Aposteln. Sie seien Apostel und sind es nicht und hat sie als Lügner erkannt. Lügner, falsche Apostel, in der ersten Gemeinde werden die erwähnt. In der zweiten Gemeinde wird dann eine Synagoge Satans erwähnt, erwähnt in Kapitel 9. Es handelt sich dabei um Menschen, die behaupten, dass sie Juden sind und es nicht sind. Also in der ersten Gemeinde haben wir Menschen, die behaupten, dass sie Apostel sind, aber Lügner sind. In der zweiten Gemeinde, da werden dann Menschen erwähnt, die behaupten, dass sie Juden sind, aber eine Synagoge Satans sind. In Vers 13 in der dritten Gemeinde, zur Zeit der dritten Gemeinde, finden wir dann den Thron Satans erwähnt. Ich kenne deine Werke und weiß, wo du wohnst, da wo der Thron des Satans ist. Und in Vers 24, in der vierten Gemeinde, sehen wir dann die Leere und die Tiefen des Satans. Also die falschen Apostel, die falschen Juden, die Synagoge Satans, der Thron Satans, die Tiefen Satans. Hier sieht man, wie es zu einer Entwicklung kommt, die immer weiter hinabführt, immer offensichtlicher, das Satanische offenbart eine ganz klare Abfalllinie.

[4:16] Dabei sind gar nicht die Gemeinden selbst gemeint, aber zur Zeit der Gemeinden gibt es da solche, mit denen sie interagieren, manchmal positiv, manchmal negativ. Aber dieser Abfall wird sehr deutlich in diesen ersten vier Gemeinden beschrieben. Er lässt sich fast mit Händen greifen. Und dann in der vierten Gemeinde, finden wir eine neue Idee, die vorher in den ersten Gemeinden nicht aufkommt, nämlich die Idee von der Wiederkunft. Dort in Vers 25 heißt es doch: Was ihr habt, haltet es fest, bis ich komme. Das ist das erste, tatsächliche, versprechende Wiederkunft in den Sendschreiben. In der fünften Gemeinde, in Kapitel 3, Vers 3, sagt Jesus dann: Er kommt wie ein Dieb. In der sechsten Gemeinde, in Vers 11, sagt er dann: Siehe, ich komme bald. Also er sagt: Ich komme, ich komme wie ein Dieb, ich komme bald. Er spürt so diese immer sich steigernde Intensität der Nähe. Und dann in der letzten Gemeinde sagt er in Vers 20: Siehe, ich stehe vor der Tür. Ich komme, ich komme wie ein Dieb, ich komme bald, ich stehe vor der Tür. Was wir hier sehen, ist zuerst einmal eine Entwicklung eines Abfalles und dann eine Botschaft, die Botschaft der Wiederkunft, die immer dringlicher wird und die sich sozusagen aufeinander aufbaut.

[5:33] Damit ist eigentlich dieser Abschnitt der sieben Gemeinden die Entfaltung eines Gedankens, den Paulus im zweiten Thessalonicher formuliert. Als zur Zeit des Paulus schon einige glaubten, dass Jesus in ihrer Zeit wiederkommen würde, hat Paulus mit Verweis auf die biblische Prophetie, insbesondere durch Paraphrasen aus dem Buch Daniel, deutlich gemacht, dass Jesus nicht in seiner Zeit kommen würde. Wir lesen dort in 2. Thessalonicher 2, Vers 2 und 3: Lasst euch nicht zu schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist noch durch ein Wort, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da. Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch, der Sünde offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Paulus sagt: Vor der Wiederkunft muss es den Abfall geben, der in der Prophetie vorhergesagt ist. Und genau das sehen wir in den sieben Sendschreiben. Wir sehen zunächst einmal diesen Abfall, wie er immer mehr Gestalt gewinnt, immer deutlicher wird. Und wenn der Abfall quasi die Tiefen erreicht hat, die Tiefen des Satans, kommt die Botschaft von der Wiederkunft und die herrscht dann die letzten Gemeinden so als große Klammer. Abfall und die Botschaft der Wiederkunft als der rote Faden durch diese sieben Gemeinden.

[6:56] Fangen wir mit der zweiten Gemeinde an, die erste haben wir schon in der letzten Woche, in der letzten Folge behandelt. Als wir über die Gemeinde Ephesus gesprochen haben, die Zeit von Johannes selbst, die Urgemeinde des ersten Jahrhunderts, vielleicht ein paar Jahrzehnte darüber hinaus, aber so die Zeit der Apostel und kurz danach, das war die Gemeinde Ephesus. Kommen wir zu Gemeinde Smyrna, Vers 8. Und dem Engel der Gemeinde von Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und lebendig geworden ist. Wir lesen vielleicht die ganzen Verse bis Vers 11. Ich kenne deine Werke und deine Drangsal, deine Armut, du aber bist reich und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans. Fürchte nichts von dem, was du erleiden wirst. Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen vom zweiten Tod.

[7:56] Die zweite Gemeinde beschreibt die verfolgte Gemeinde. Smyrna beschreibt die frühen Christen des zweiten und dritten Jahrhunderts bis in das Jahr 313. Warum, werden wir gleich sehen. Am Anfang identifiziert sich Jesus mit dem Schicksal der Märtyrer. Er sagt: Ich war auch tot und ich bin lebendig. Ich weiß, wie es ist, durch dieses Schicksal hindurch zu gehen, für den Glauben zu sterben. Und wir werden sehen, dass in jeder Gemeinde Jesus in seiner Selbstbeschreibung Bezug nimmt auf die wesentlichen Themen, die in jener Zeit der Kirchengeschichte gerade entscheidend sind. Und für viele Christen im zweiten, dritten Jahrhundert war das Thema Tod und Verfolgung ganz allgegenwärtig. Die Drangsal, das ist diese Verfolgung wie schon zu Zeiten Domitians, wie wir schon in Kapitel 1, Vers 9 gesehen haben. Wir lesen in den Märtyrer-Akten viel über jene Zeit, als die Christen mit dem Tode bedroht wurden in vielen Gegenden und zu vielen verschiedenen Zeiten. Das war zwar nicht immer gleich stark, aber immer wieder in Wellen gab es diese Christenverfolgung.

[9:00] Warum waren sie reich? Sie hatten geistlichen Reichtum, von dem Jakobus 2, Vers 5 spricht, später auch in der Laodicea-Botschaft wissen wir, dass man reich wird durch Glaube und Liebe. Dazu später noch mehr. Die verfolgten Christen hatten echten Glauben und sie hatten echte Liebe. Sie waren erfüllt mit dem Heiligen Geist. Es gab aber auch falsche Christen, hier dargestellt durch das Bild der falschen Juden. Im Neuen Testament an vielen Stellen, vor allem dann in den Briefen Paulus und aus dieser Zeit stammend, ist der Begriff Jude theologisch ein Begriff für das Vollgottes. Paulus sagt nicht: Der ist ein Jude, der äußerlich beschnitten ist, sondern der ist ein Jude, der es innerlich, am Herzen ist, der die tatsächliche Herzensbekehrung erlebt hat. Und so nennt er auch in Galater 6 die Gläubigen, auch die heidnischen Gläubigen, das Israel Gottes. Wenn es hier also Leute gibt, die behaupten, dass sie Juden sind, aber sind es nicht, dann geht es um falsche Christen, die schon in der Zeit, lange vor Konstantin, in einzelnen Orten, vor allem in großen Städten wie in Rom oder in Alexandria, in gewissen Kreisen Irrlehren verbreitet haben. Christliche Gemeinden, die mit Irrlehre gespielt haben. Und wir denken da an Marcion, wir denken an Montanus, wir denken an die Gnostiker, Valentinus zum Beispiel. Wir denken später auch an Clemens von Alexandria und Origenes. Und das waren sicherlich nicht diejenigen, die die gesamte Christenheit beherrscht haben, aber es gab schon zu der Zeit Gemeinden, die eigentlich den Irrtum gepredigt haben. Und interessanterweise wird hier sehr deutlich, dass Jesus zwischen der eigentlichen Gemeinde, der Gemeinde Smyrna und dieser Synagoge des Satans, eine deutliche Unterscheidung vornimmt.

[10:48] Außerdem wird von diesen 10 Tagen gesprochen. Biblisch gesehen ist nach dem Jahrtagsprinzip aus Ezekiel 4, Vers 6 hier eine Zeit von 10 Jahren gemeint. Es handelt sich um die größte und intensivste Christenverfolgung des gesamten römischen Reiches. Christenverfolgung war oft eine Sache der Provinzen, oft eine Sache, die man halbherzig unternahm. Christ zu sein war verboten, wurde man entdeckt, konnte man getötet werden. Aber man hat zu vielen Zeiten nicht aktiv systematisch nach Christen gesucht. Das änderte sich dann am Anfang des 4. Jahrhunderts, als unter Diokletian und seinen Mitkaisern, damals gab es die sogenannte Tetrarchie, wo das römische Reich in einzelne Gebiete aufgeteilt war, als Diokletian und seine Mitkaiser die systematische Ausrottung des Christentums beschlossen. Diokletian war dann irgendwann nicht mehr Kaiser, aber seine Nachfolger haben das noch weiter durchgezogen. 10 Jahre tatsächlich, bis dann 313 Konstantin das Christentum tolerieren ließ, nach seinem Sieg im Bürgerkrieg 312 an der Milvischen Brücke. Und das gibt uns auch sozusagen den Umschlagspunkt dann von der Gemeinde Smyrna zur Gemeinde Pergamon.

[12:02] Jesus sagte uns, wir sollen nicht die fürchten, die den Körper töten können, aber der Seele nichts anhaben können. Das heißt, die in unserer Beziehung zu Jesus nicht eingreifen können. Wenn wir bei Jesus sind, dann ist es egal, was mit unserem Körper geschieht, denn er hat die Macht uns wieder aufzuwecken. Und das ist die große Botschaft hier an die Märtyrer jener Zeit, an die verfolgten Christen. Entsprechend ist auch die Verheißung an die Überwinder angepasst. Jesus sagt: Ihr werdet vielleicht im ersten Tod sterben, aber wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen vom zweiten Tod, der dann die Strafe für die Sünde ist und von der uns Jesus erlöst hat durch sein Blut.

[12:42] Darauf folgt die Gemeinde von Pergamon, eine Stadt, die in hellenistischer Zeit das Zentrum eines nicht unbedeutenden Königreiches gewesen ist. Das hat irgendwann aufgehört zu existieren, ist tatsächlich vererbt worden an die Römer, die dann ohne Kampf dieses ganze Territorium eingenommen haben. Und wir lesen in Offenbarung 2, Vers 12 bis 17: Und dem Engel der Gemeinde von Pergamon schreibe: Das sagt der, der das scharfe, zweischneidige Schwert hat. Ich kenne deine Werke und wo du wohnst, da wo der Thron Satans ist. Und du hältst meinen Namen fest und hast meinen Glauben nicht verleugnet, auch in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der in eurer Mitte getötet wurde, wo Satan wohnt. Aber ich habe ein Weniges gegen dich, weil du dort solche hast, die an der Lehre des Bileam festhalten, der den Balak lehrte, einen Anstoß vor den Kindern Israel zu legen, Götzenopfer zu essen und Unzucht zu treiben. So hast du auch solche, die an der Lehre der Nikolaus festhalten, was ich hasse. Tue Buße, sonst komme ich rasch über dich und werde gegen sie Krieg führen mit dem Schwert meines Mundes. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist der Gemeinden sagt. Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Mann dazu essen geben und ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt, außer dem, der ihn empfängt.

[14:01] Die Gemeinde Pergamon ist wahrscheinlich die Gemeinde, die am allersichersten mit konkreten, exakten Geschichtsdaten zu bestimmen ist. Sie beginnt im Jahre 313 mit der Tolerierung des Christentums durch Konstantin nach der zehnjährigen diokletianischen Verfolgung und endet dann 538, wobei natürlich das quasi Anhaltspunkte sind. Niemand hat im Jahre 538 gesagt: Wir wechseln jetzt von der Gemeinde in die nächste Gemeinde. Aber mit dem Jahr 538 beginnt die prophetisch vorhergesagte Vorherrschaft des Papsttums, das hier dann vor allem in der Gemeinde Thyatira noch eine entscheidende Rolle spielen wird. Diese Zeit von Pergamon ist die Zeit, die wir in der Geschichte die Spätantike nennen, die jetzt vom Christentum immer mehr geprägt wird. Warum? Konstantin hat nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke nicht nur das Christentum toleriert, sondern sehr bald auch sehr stark gefördert. Möglicherweise, sagen uns Geschichtswissenschaftler, war er schon vor seinem Sieg in Rom ein Anhänger, wenn nicht ein Sympathisant zumindest, des Christentums, möglicherweise schon in Britannien, wo er ja ursprünglich herstammte. Und diese Förderung des Christentums bedeutete eine schlagartige Veränderung der gesamten Weltgeschichte. Das Christentum nahm sehr stark an politischer Macht zu und wurde dann schon 380 durch Theodosius ab dieser Zeit, Ende des vierten Jahrhunderts, Staatsreligion im Römischen Reich.

[15:35] Es war eine Zeit der Kompromisse. Und jeder, der die Kirchengeschichte an der Zeit studiert, weiß, dass man anfing mit den Heiden ein bisschen zu kooperieren, Dinge aus dem Heidentum zu übernehmen. Und deswegen stellt sich Jesus vor als derjenige mit dem zweischneidigen Schwert, ein Symbol für das Wort Gottes, so sagt er uns Hebräer 4, Vers 12. Und auch Offenbarung 1, Vers 16 hat er diese Idee, das zweischneidige Schwert kommt aus dem Mund Jesu. Allein das Wort Gottes kann in jener Zeit noch Orientierung geben. Eine Zeit, in der immer mehr Mystizismus und asketische Vorstellungen auch in das Christentum gekommen sind, durch das Mönchswesen und so weiter. Wir lesen hier von dem Thron des Satans. Die Abfallbewegung, die vorher sich in Gemeinden getroffen hat, wie in Alexandria zum Beispiel oder auch in Rom ihre Gruppen hatten, die hat jetzt mittlerweile politische Macht. Die abgefallenen Christen sind es gerade, die sich mit Konstantin verbinden. Und Jesus spricht hier interessanterweise zu der wahren Gemeinde. Er spricht ja von "Du". Ich weiß, wo du wohnst, da wo der Thron des Satans ist. Er sieht diese abgefallenen Christen nicht als die eigentlich wahre Gemeinde an.

[16:48] Viele machen Kompromisse mit dem Heidentum. Deswegen heißt es hier, dass die wahre Gemeinde den Glauben nicht verleugnet. Sie machen diese Kompromisse nicht mit. Wer Antipas gewesen ist, ist letztendlich eigentlich unklar. Die bisher vielleicht noch nachvollziehbarste Theorie ist die von J.R. Smith, der sagt, dass bei Antipas um eine gekürzte Fassung des Wortes Antipapas handelt. Zu jener Zeit begannen die Bischöfe in Rom sich auch Papa zu nennen. Papst, der Erste war Siricius, der Bischof von Rom. Und da hat es natürlich Gegner gegeben, gegen diese Entwicklung, die dann auch verfolgt worden sind, dann auch schon sehr bald von der sich immer mehr in dem Abfall befindlichen Kirche.

[17:37] Vers 14. Die Geschichte von Bileam ist relativ gut bekannt. Sie kommt aus 4. Mose 22 bis 25. Bileam hat versucht dort von außen dem Volk Schaden zuzufügen. Das hat nicht funktioniert. Das korrespondiert so ein bisschen mit dem Versuch Satans, das Christentum durch Verfolgung auszurotten. Auch das hat nicht funktioniert. Und so wie Bileam dann eine Idee hatte, nämlich den Balak zu lehren, durch Vermischung, durch quasi eine Art Ökumene, die Israeliten mit den Moabitern zu vermischen, durch Ehebruch und durch Verführung sie zum Götzendienst zu bewegen. So hat dann der Satan es geschafft, durch das Zusammengehen von heidnischen Traditionen und christlicher Botschaft, das Christentum vom Segen Gottes ein ganzes Stück abzutrennen. Wir haben ja ein Zitat von Ellen White auch im Sendemanuskript. Das könnt ihr diesbezüglich dann lesen. Und die Tatsache, dass auch in der wahren Gemeinde einige an dieser Lehre festhalten oder auch damit betroffen sind, zeigt, dass auch die wahren Gläubigen jetzt mit theologischen Problemen zu kämpfen haben, dass auch bei den echten Gläubigen das theologische Unterscheidungsvermögen langsam abnimmt. Was wir auch im Mittelalter dann sehr wohl sehen, wo Leute tatsächlich Gemeinde Gottes sind und trotzdem längst nicht mehr genau das glauben, was die Bibel im Einzelnen sagt.

[19:11] Die Lehre der Nikolaus haben wir schon in der ersten Gemeinde studiert. Es handelt sich um die Idee, dass Gottes Gnade vom Gehorsam entbindet. Und Jesus hasst es, wenn man an dieser Lehre festhält. Wie wir schon gesehen haben, er hasst nicht die Nikolaus, aber er hasst diese Lehre, denn sie führt zu fortgesetzter Sünde unter denen, die den Namen Christus tragen. Und auch das ist zum Teil bei einigen, hat sich festgesetzt, auch bei denen, die eigentlich zum Volk Gottes selbst gehören. Wir haben dann den Aufruf: Tue Buße, kehre um, so wie auch schon in der ersten Gemeinde. Wenn er hier sagt: Sonst komme ich rasch, ist das kein Hinweis auf die Wiederkunft, denn es ist ja an eine Bedingung geknüpft. Jesus, dieses Kommen findet nur statt, wenn keine Buße getan wird. Und entsprechend ist es also hier gemeint.

[20:10] Vers 17 ist etwas interessant, ein bisschen mysteriös. Dieses verborgene Manna lässt sich vielleicht am besten damit erklären, dass es auch bei der Wüstenwanderung Manna gab, das für die allermeisten Israeliten, im Grunde genommen für alle fast, verborgen war, nämlich Manna im Allerheiligsten. Ein Belegexemplar des Manna wurde in einen Krug getan und dann immer im Allerheiligsten gehalten. Das meiste Manna allerdings war nicht verborgen. Das meiste Manna lag direkt vor der Zeltür, man konnte es direkt sehen. Aber es gab so auch ein verborgenes Manna im Allerheiligsten. Das Manna selbst ist eigentlich ein Symbol für das Wort Gottes. Jeden Tag kam es frisch herab, es kam vom Himmel. Der Mensch sollte aus dem Manna leben. Und Jesus sagt sehr deutlich, er zitiert ja dann 5. Mose 8, wo diese Verbindung von Manna zum Wort Gottes hergestellt wird, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von einem jeden Wort aus dem Mund Gottes hervorgeht. Das Allermeiste, was Gott uns sagt, ist quasi direkt vor unserer Tür. Es ist offensichtlich, es liegt für jedermann greifbar in der Bibel. Aber es gibt manches, einiges im Wort Gottes, das sehr verborgen ist, das geheimnisvoll ist, das wir vielleicht nicht so schnell verstehen können. Aber die Verheißung ist, dass diejenigen, die sich mit dem Wort Gottes beschäftigen, die sich von den Irrlehren und Kompromissen nicht irritieren lassen, dass wenn sie überwinden, sie einmal auch die verborgensten Geheimnisse des Wortes Gottes entdecken können und verstehen werden.

[21:36] Vers 18, kommen wir zur Gemeinde Thyatira. Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und dessen Füße dem Messing gleichen. Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und dein standhaftes Ausharren. Und ich weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten. Aber ich habe ein Weniges gegen dich, dass du es zulässt, dass die Frau Isbel, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen. Und ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan. Siehe, ich werfe sie auf ein Krankenbett, und die, welche mit ihr Ehe brechen, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun über ihre Werke. Und ihre Kinder will ich mit dem Tod schlagen, und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht. Und ich werde jedem Einzelnen von euch geben nach seinen Werken. Euch aber, sage ich, und den übrigen in Thyatira, all denen, die diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen: Ich will keine weitere Last auf euch legen. Doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme. Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Vollmacht geben über die Heidenvölker, und er wird sie mit eisernem Stab weiden, wie man irdene Gefäße zerschlägt, wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe. Und ich werde ihm den Morgenstern geben. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

[22:52] Die Gemeinde Thyatira beginnt natürlich 538 mit dem Beginn der 1260 Jahre der päpstlichen Herrschaft. Nun gibt es für das Ende der Gemeinde Thyatira zwei wesentliche Theorien. Heute glauben die meisten Adventisten in der Adventgemeinde, dass diese Gemeinde Thyatira die Zeit des Mittelalters bis 1517 darstellt. Einer der Hauptgründe ist, man möchte für die Reformation, die so bedeutsam gewesen ist in der Kirchengeschichte, einen wichtigen Platz einräumen und ihr dann die Gemeinde Sardis ergeben. Hier wollen wir allerdings eine andere, eine zweite Theorie, eine zweite Auffassung begründen und vorstellen, die schon unsere frühen Pioniere vertreten haben, die heute nicht mehr ganz so populär ist, aber wie ich glaube, eigentlich der Bibel entsprechender ist. Nämlich, dass die Gemeinde Thyatira tatsächlich die gesamten 1260 Jahre bis 1798 reicht. Und wir werden das jetzt im Einzelnen kurz anschauen.

[23:48] Jesus wird als der Sohn Gottes bezeichnet. Das betont seine Göttlichkeit. Die Beschreibung hier in Vers 18 ist sehr ähnlich auch zu der Beschreibung von Jesus in Daniel 10, wo Jesus kommt, um dem Daniel zu zeigen, Daniel 10 Vers 6, wie es seinem Volk, dem Volk Gottes ergehen wird. In Daniel 10 Vers 14 sagt er, dass das 1260 Jahre lang zerschmettert werden wird. Das kann man in Daniel 12 und Daniel 11 dann deutlich sehen. Aber einen ersten Hinweis, dass hier das eine Rolle spielen könnte. Vers 19 lesen wir wieder von dem standhaften Ausharren, ein Merkmal der Heiligen. Und wir hören von den letzten Werken, die mehr sind als die ersten. Persönlich glaube ich, dass hier eigentlich die Reformation angedeutet wird, dass im Laufe der Jahrhunderte die Gläubigen wieder mehr von der Wahrheit verstanden haben und dementsprechend ihre Werke besser waren, noch mehr waren eigentlich, als sie es am Anfang waren. Man sieht also innerhalb der Gemeinde Thyatira eine Besserung, eine Verbesserung, einen Fortschritt, der sich mit der Reformation am besten erklären lässt.

[24:53] Was ist mit der Isbel gemeint? Eine Frau steht natürlich für eine Kirche. Und es handelt sich um eine Frau, die sagt, dass sie eine Prophetin ist, die also behauptet, für Gott zu sprechen. Die behauptet, Gottes Wort selbst zu verkünden. Und tatsächlich hat die römische Kirche ja diesen Unfehlbarkeitsanspruch, dass ihre Tradition mit der Bibel gleichwertig ist. Die Frau Isbel ist die Königin zur Zeit Elias, der, Achtung, dreieinhalb Jahre, auch wieder haben wir diesen Typus von den 1260 Jahren, der sich dreieinhalb Jahre verstecken muss, weil es dreieinhalb Jahre nicht regnet. Und so haben wir die Gemeinde in der Wüste, die Frau in der Wüste in Offenbarung 12, die hier auch in Offenbarung 3 in der Gemeinde Thyatira letztlich gemeint ist. Die Isbel verführt mit derselben Lehre, die auch die Lehre Bileams gewesen ist, das heißt die Vermischung von Heidentum mit der Bibel. Und Gott tadelt die wachen Gläubigen, dass sie das zulassen. Wir finden innerhalb der Jahrhunderte der Verfolgung immer wieder, dass auch treue Nachfolger Jesu hier und dort katholische Lehre geduldet oder manchmal auch angenommen haben, wir finden das zum Teil in der Geschichte der Waldenser und auch später auch in der Reformation immer wieder, dass da manche Irrlehrer noch mitgeschleppt werden und mitgeduldet werden.

[26:18] Ich gab ihr Zeit, Buße zu tun, die einzige Zeit, die auf die Gemeinde, die Verzeihung, auf die Prophetin Isbel, die vermeintliche, diese falsche Prophetin, diese römische Kirche in der ganzen Bibel angewendet wird, ist die Zeit der 1260 Jahre. Und diese Zeit ist hier noch nicht abgelaufen, denn es heißt ja, dass sie in Vers 22, ich werfe sie auf ein Krankenbett und die, welche mir die Ehe brechen, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun. Also die Zeit der Buße läuft dort noch. Das Krankenbett ist möglicherweise, das ist nicht ganz sicher, aber möglicherweise ein Hinweis auf die tödliche Wunde in Offenbarung 13, Vers 3. Gott erforscht Herz und Nieren, vor ihm kann Heuchelei nicht bestehen. Und hier wollen wir nochmal ganz deutlich machen, dass die Gemeinde Thyatira nicht die römische Kirche, nicht das päpstliche System ist, sondern die wahren Gläubigen aller jener Zeit. Von denen waren natürlich einige sicherlich auch formal Glieder der römischen Kirche. Aber vor allem geht es ja auch um die Waldenser, um die Albigenser, um dann die verschiedenen Reformationsbewegungen, die Lollarden und der Wycliffe, dann die Hussiten und dann die weitere Reformation. Und das heißt hier, dass Jesus sagt: Ich will keine weitere Last auf euch legen. Sie haben nicht alles verstanden, aber Jesus hat sie vielmehr ermutigt, das festzuhalten, was sie gehabt haben.

[27:46] Und das bringt uns zu der Frage, ob wir an dem festhalten, was Jesus uns gegeben hat. Bis ans Ende sollen sie ausharren. Die Wiederkunft wird hier zum ersten Mal verheißen, wie wir das vorher schon angedeutet haben. Die Wiederkunft ist ein großes Thema. Das allerdings erst mit dem Öffnen des Buches Daniels zu einer wirklich weltweiten Botschaft wurde die Wiederkunft Jesu. Das ist das Thema, das mit Offenbarung 10 dann in die ganze Welt getragen wird, auch ab 1798. Das ist auch so ein Hinweis darauf, dass hier Thyatira bis 1798 geht, wo dann diese Botschaft der Wiederkunft jetzt eine Rolle spielt. Eine ganz besondere und entscheidende Rolle.

[28:34] Was bedeutet es, dass den Gläubigen Vollmacht gegeben wird über die Heidenvölker? Das ist dann, wenn während der 1000 Jahre sie gerufen sind, die Welt zu richten. Wir sehen also hier, dass die Märtyrer des Mittelalters, und da zeigt sich, wie fair Gott ist, einmal die Gelegenheit bekommen werden, das Urteil über die Verfolger zu bestätigen, dass Gott gefällt hat. Der Bezug hier in Vers 27 zu dem Eisen im Stab ist natürlich zu Psalm 2. Ein Psalm, der dann noch in Offenbarung 12 und 19 aufgegriffen wird. Der Morgenstern, den Jesus ihnen verheißt, der ist letztendlich er selbst, so wie uns Offenbarung 22, Vers 16 sagt. Und wenn wir hier lesen, Vers 29: Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist der Gemeinden sagt, dann entdecken wir die wirklich erstaunliche Tatsache, zwar erstaunlich, oft wieder nicht, aber begeisternde Tatsache, dass der Heilige Geist auch im finstersten Mittelalter gegenwärtig ist und für jeden eine Botschaft hatte, der bereit war, auf den Heiligen Geist zu hören. So wie der Geist in der Finsternis des ersten Schöpfungstages, in 1. Mose 1, Vers 2, dort gegenwärtig war und die Welt vorbereitet hat auf das Licht, das dann kommen sollte im nächsten Vers, so ist auch der Heilige Geist mitten im dunkelsten, finstersten Mittelalter gegenwärtig und bereitet die Welt vor auf das Licht, das Gott dann immer wieder sukzessive von Generation zu Generation sendet durch die Reformatoren, durch die Entdeckung von biblischen Wahrheiten, die sich dann so Stück für Stück aufbaut, auch dann durch die weiteren Sendschreiben hindurch.

[30:09] Gemeinde Sardis, Kapitel 3, Abvers 1. Und dem Engel der Gemeinde in Sardis schreibe: Das sagt der, welcher die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat. Ich kenne deine Werke, du hast den Namen, dass du lebst, und bist auch tot. Werde wach und stärke das Übrige, das im Begriff steht, zu sterben, denn ich habe deine Werke nicht vollendet erfunden vor Gott. So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast und bewahre es und tue Buße. Wenn du nun nicht wachst, so werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht erkennen, zu welcher Stunde ich über dich gekommen werde. Doch du hast einige wenige Namen auch in Sardis, die ihre Kleider nicht befleckt haben, und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind es wert. Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

[31:07] Nun, je nachdem, welche Ansicht man über den Zeitraum der Gemeinde Thyatira hat, verändert sich jetzt natürlich die Interpretation von Sardis. Diejenigen, die glauben, dass Thyatira nur bis 1517 geht, weil sie natürlich der Reformation einen Stellenwert einräumen wollen, die werden jetzt Sardis ab 1517 ansetzen. Das Problem, das ich persönlich und einige andere damit haben, ist, dass die Beschreibung von Sardis jetzt gar nicht so wirklich auf die Reformation des 16. und auch des 17. Jahrhunderts passt. Viel eher scheint mir der Fall zu sein, dass diese Beschreibung auf die Gemeinde Gottes um 1800 passt, und das wollen wir hier kurz begründen. Erstens finden wir hier in der Gemeinde Sardis keinen Hinweis auf das abgefallene System der Synagoge Satans oder der Thron Satans oder Isbel. All das spielt hier keine Rolle, weil ab 1798 das Papsttum zum ersten Mal eine tödliche Wunde hat.

[32:08] Was ist dieser Name, dass du lebst? Der Name der Gemeinde Gottes zu der Zeit ist definitiv Protestantismus. Es waren die protestantischen Kirchen, das war die sichtbare Gemeinde Gottes. Warum heißen die Protestanten Protestanten? Sie protestierten 1529 auf dem Reichstag zu Speyer gegen den Kompromiss, der besagt hatte: Ihr könnt Protestanten sein in eurem Gebiet, aber ihr dürft dann die Botschaft des Evangeliums nicht in andere Gebiete tragen. Das war der Kompromiss, den man aushandeln wollte. Und die fünf Fürsten haben ganz berühmterweise dagegen protestiert und haben gesagt: Wir lassen uns von niemandem vorschreiben, wohin wir das Evangelium tragen. Alle Menschen haben ein Recht, das Evangelium zu hören. Deswegen heißen die Protestanten Protestanten. Sie haben den Namen, dass sie dagegen Kompromisse protestieren und dass sie das Evangelium in alle Welt tragen. Erinnern wir uns daran, die Gemeinden sind ja Leuchter. Alle sieben Gemeinden sind Leuchter. Doch jetzt heißt es hier in Sardis von dieser Gemeinde, die den Namen hat, dass sie das Evangelium verbreiten möchte, dass sie tot ist. Das kann schwerlich von der Reformation 1517 gesagt werden, auch nicht 1521. Aber sehr von Protestantismus von 1800.

[33:15] Höhere Bibelkritik, Formalismus, Aufklärung und vor allem ein Mangel an Mission. Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte gibt es fast keine echte Weltmission. Es gibt einen Mangel an Geistlichkeit. Es braucht eine Erweckung. Eine Erweckung, die die Gemeinde wieder zu ihrem eigentlichen Namen führt. Und hier heißt es: Die Werke sind nicht vollendet erfunden worden. Es braucht weitere Reformationen. Die Reformation ist noch nicht abgeschlossen. Interessanterweise gibt es jetzt tatsächlich um 1800 herum solche Erweckungsbewegungen, die genau in dieses Thema hineinpassen, der Mission. Die Erweckung in Amerika und auch in anderen Teilen Europas führt zur Gründung von zahlreichen Missionsgesellschaften. Da werden Missionare ausgesandt nach Indien, nach China, nach Burma. Das führt zur Gründung zahlreicher Missionsgesellschaften. Wo die Bibel in neue Sprachen übersetzt wird. Wo plötzlich Bibeln massenhaft gedruckt werden und verteilt werden in Missionsgebieten. Es gibt die Mäßigkeitsbewegungen. Es gibt verschiedene andere Bewegungen, die auch für soziale Themen wie die Abschaffung der Sklaverei kämpfen. Und es gibt große Erweckungen durch das Studium der Prophetie. Man denke an Lacunza. Man denke an Joseph Wolff, an Irving, an die ganzen Briten, die sich in Albury Park getroffen haben. Wo das mehr studieren will, der sei auf unsere Serie "Die Zeit des Endes" verwiesen, wo wir diesen ganzen beeindruckenden Zeitabschnitt Jahr für Jahr analysieren und auf dieses Thema hin auch untersuchen. Und natürlich dann auch Miller, der aufsteht und ins gleiche Horn bläst. Und diese Erweckungsbewegung war natürlich nicht so, dass sie die gesamte Christenheit erfasst haben. Es war eine Minderheit, aber die war ganz entscheidend.

[35:00] Das Thema von dem Zeitpunkt der Wiederkunft wird ein Thema, denn Jesus sagt, er wird kommen wie ein Dieb. Die Vorbereitung wird jetzt dringend notwendig. Es braucht echte Buße. Und auch diese Buße wird hier wieder angesprochen, was uns zeigt: echte Erweckung kann in die Gemeinde nur durch echte Bekehrung, durch echte Buße, durch echte Umkehr kommen. Die Anzahl der wirklich Treuen war relativ klein, wie wir gesehen haben. Und ihnen werden weiße Kleider zugeordnet. Weiße Kleider sind ein Symbol für die Gerechtigkeit Jesu, wie wir noch gleich später sehen werden. Die Verheißung in Vers 5 bezieht sich auf die Zeit des Untersuchungsgerichtes. Dort sollen nämlich die Namen von denen gelöscht werden, die nicht überwinden. Das spricht natürlich eindeutig gegen die populäre Irrlehre von "einmal gerettet, immer gerettet". Durch meine Bekehrung und Taufe habe ich einen Titel für den Himmel. Aber indem ich weiter mit Jesus lebe und durch seinen Heiligen Geist zu Überwinder werden darf, dadurch erwerbe ich die Fähigkeit für den Himmel. Jesus möchte seinen Sieg, den er in 1. Mose 3, Vers 15 schon angekündigt hat prophetisch, auch in meinem Leben verwirklichen. Das sagt Römer 16, Vers 20, wenn es heißt, dass der Satan unter unseren Füßen zertreten werden soll, durch Gott. Was also deutlich macht: Jeder wahre Gläubige wird ein Sieger sein. Ein Sieger über die Versuchung, ein Sieger über die Sünde, ein Sieger über die Fallstricke des Satans. Nicht durch eigene Kraft, sondern durch das mächtige Wirken des Heiligen Geistes. Überwinden ist nicht nur die Spezialität der Endzeitchristen, sondern Überwinden ist das Thema in jeder Gemeinde, genauso wie auch das Wirken des Heiligen Geistes in jeder einzelnen Gemeinde im Zentrum steht.

[36:47] Die weißen Kleider, die hier im Untersuchungsgericht gegeben werden in Vers 5, deuten darauf hin, dass die Sünden, für die wir um Vergebung gebeten haben und die wir bereut haben und an denen wir dann nicht mehr festgehalten haben, sondern die wir gelassen haben, die werden im Untersuchungsgericht vollkommen getilgt. Interessant ist natürlich übrigens auch nebenbei gesagt, dass die Botschaft des Heiligen Geistes nicht nur jeweils die Gemeinde betrifft, in der ich gerade lebe, sondern das heißt, wie wir in Vers 6 sehen können: Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Die Botschaft betrifft alle Gemeinden. Und so kann wir, egal in welcher Gemeinde wir auch zeitgeschichtlich leben, aus diesen Botschaften etwas für uns lernen.

[37:38] Vers 7, die Gemeinde Philadelphia. Dem Engel der Gemeinde Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, sodass niemand zuschließt und zuschließt, sodass niemand öffnet. Ich kenne deine Werke, siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben und niemand kann sie schließen, denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich gebe, dass solche aus der Synagoge des Satans, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen. Siehe, ich will dir dazu bringen, dass sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe. Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen. Siehe, ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit dir niemand deine Krone nehme. Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen oder wird nie mehr hinausgehen und ich will auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das vom Himmel herabkommt, von meinem Gott aus und meinen neuen Namen. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

[38:44] Unstrittig ist, die Gemeinde Philadelphia beschreibt die Miller-Bewegung und die Erfahrung unserer Pioniere um 1844 herum. Der Schlüssel Davids kommt aus Jesaja 22, Vers 22, könnt ihr dort nachlesen. Die geöffnete Tür bezieht sich auf die geöffnete Tür zum Allerheiligsten. Während die Tür zum Heiligen geschlossen ist, ist die Tür zum Allerheiligsten geöffnet. Unser Glaube bezieht sich jetzt nicht mehr auf Jesus im Heiligen, sondern auf Jesus im Allerheiligsten. Seit 1844 dient er dort als Hohepriester, während das Untersuchungsgericht begonnen hat.

[39:20] Die kleine Kraft lässt sich leicht erklären. Die Milleriten waren selbst bei ihrer größten Ausbreitung immer noch eine Minderheit verglichen mit all den großen Kirchen. Erst recht gilt das für die, die treu blieben nach der großen Enttäuschung. Da waren es am Anfang dann nur noch 50, 60, nur noch ein, zwei Jahre nach 1844, die der Botschaft und dem Geist der Bewegung treu geblieben waren. Sie hatten das Wort Gottes bewahrt. Sie hatten eine Auslegung von Daniel 8 festgehalten, obwohl scheinbar alles dagegen zu sprechen schien.

[39:49] Wieder finden wir jetzt den Begriff der Synagoge Satans und das ist sehr interessant. In der Gemeinde Smyrna war die Synagoge Satans ein Symbol für christliche Gemeinden, die falsche Lehren angenommen hatten und damit sich auf den Weg des Abfalls begeben haben und immer tiefer sanken. Das war damals in der zweiten und dann auch dritten Gemeinde auf die römische Kirche zum Teil, also die römische Kirche und die sich daraus entwickelnde katholische Kirche gemünzt. Jetzt bezieht es sich vor allem auch auf die protestantischen Kirchen, die jetzt genau denselben Weg beschreiten, die jetzt selbst zu Babylon werden. Auf dem Mark 14 Vers 8, die zweite Engelsbrücke, spricht er davon, dass jetzt der abgefallene Protestantismus auch dem Katholizismus immer ähnlicher wird und ebenfalls jetzt zu einer Synagoge des Satans.

[40:37] Dieses Niederfallen, das hier beschrieben wird, das wird sich in der Endzeit ereignen. Er erweitert dazu eine spezielle Aussage, die wir hier im Sendemanuskript auch verzeichnet haben. Stunde der Versuchung ist diese letzte große Krise, von der immer wieder gesprochen wird. In Daniel 12, in Matthäus 24, in Offenbarung 13, Offenbarung 16, überall könnt ihr dann die Verse nachlesen. Hier sagt Jesus: Siehe, ich komme bald. Er sagt nicht in der Gemeinde Ephesus oder der Gemeinde Smyrna: Siehe, ich komme bald, sondern er sagt in der Gemeinde, die die Erfahrung von 1844 macht, dieser Gemeinde, sagt er: Siehe, ich komme bald. Und wenn wir dann sonst irgendwo in der Offenbarung Aussagen lesen von Jesus, wo er sagt: Siehe, ich komme bald, dann sollten wir dieses zeitliche Pattern, diese zeitliche Struktur im Auge behalten. Die Botschaft: Siehe, ich komme bald, gilt der Gemeinde Philadelphia, der Gemeinde, die die geöffnete Tür des Allerheiligsten gesehen hat und im Glauben dorthin durchgegangen ist.

[41:35] Interessanterweise sagt Jesus: Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen. Das muss eine symbolische Bedeutung haben, denn wir werden ja nicht buchstäblich echte Säulen sein. Wer ist der Tempel Gottes? Epheser 2, Vers 19-22 sagt, dass die Gemeinde Gottes der Tempel ist, der aufgebaut wird auf dem Eckstein Jesus. Und wer siegreich lebt durch die Kraft Jesus, der wird zu einer Stütze in der Gemeinde, was im Umkehrschluss bedeutet, dass wer an Sünde festhält und nicht glauben möchte, dass Jesus ihm nehmen kann, wer glaubt, bis ans Ende sündigen zu dürfen, der kann der Gemeinde nicht wirklich helfen, der kann keine Stütze für Gottes Gemeinde sein. Wir wollen also mit Jesu Kraft und mit seinem Heiligen Geist Überwinder sein und werden dadurch zu Stützen, zu Säulen in der Gemeinde Gottes.

[42:27] Vers 14, bis ans Ende, die vielleicht für uns wichtigste Botschaft, die Botschaft an mich und an dich. In Offenbarung 3, Vers 14-22 heißt es: Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes. Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspucken aus meinem Mund. Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts. Und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird. Und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du da sehen kannst. Alle, die ich lieb habe, die überführe, züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße. Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

[43:43] Unsere Pioniere erkannten in der Mitte der 1850er Jahre, dass die Gemeinde Laodicea sich nicht, wie sie vorher gedacht hatten, sich auf die ersten Tagsadventisten bezieht, die abgefallen waren, die neue Daten setzten, die den Sabbat nicht angenommen haben, die das Heiligtum nicht hören wollten. Nein, sie erkannten, es bezieht sich auf sie selbst. Und das hatte eine enorme Kraft, denn das löste eine geistliche Erweckung aus, die, so sagt es Ellen White, zur Wiederkunft hätte führen können. Was wird wohl passieren, wenn wir diese Botschaft wieder ganz ehrlich auf uns persönlich beziehen und nicht nur in den abgefallenen Geschwistern links und rechts und in anderen Kirchen beziehen? Es löste eine Erweckung aus, die aber abebbte, weil die Geschwister erwarteten, dass alles ganz schnell geht und nicht damit rechneten, so sagt es Ellen White, dass die Erweckung, die durch die Botschaft an Laodicea ausgelöst wird, Zeit braucht, um echte Charakterveränderung zu bewirken. Auch wenn die letzten Ereignisse schnell sein werden, werden sie doch nicht so schnell sein, dass keine Charakterentwicklung mehr möglich ist. Die Erweckung, nach der wir suchen, wird so lange gehen, bis der Charakter für den Himmel bereitet ist, vervollkommnet ist. Wir sind diese Gemeinde.

[45:01] Nun, wir haben hier nicht die Zeit, alle Aspekte ausführlich zu studieren, ich möchte euch von Herzen einladen, euch auf Joel Media die Videos zum Joshua Camp 2018 anzuschauen, wo wir Phrase für Phrase diese so wichtige Botschaft analysiert haben. Bitte, wenn ihr es noch nicht angeschaut habt, nehmt euch die Zeit und schaut euch diese Videos an und studiert die Laodicea Botschaft auch persönlich für euch selbst. Hier nur einige wenige Hinweise. Jesus heißt Amen, denn in ihm erfüllt sich jede Verheißung. 2. Korinther 1, Vers 20. Er ist der treue und wahrhaftige Zeuge, weil er nicht lügt. Er wird die Wahrheit sagen im himmlischen Gericht. Er wird nicht heucheln. Er ist der Ursprung der Schöpfung Gottes, weil er der Schöpfer ist. Und das sagt er, weil Laodicea in so einem erbärmlichen Zustand ist. Aber Jesus, der in die Finsternis, in das Chaos, in die Leere und Wüste des ersten Schöpfungstages gesagt hat: Es werde Licht, der kann auch in unsere Herzen sprechen. Es werde Licht, so sagt es 2. Korinther 4, Vers 6. Außerdem ist das eine Zeit, unsere Zeit, in der die Evolutionstheorie die gesamte Basis der Bibel eigentlich untergraben möchte und die Lehre der Schöpfung muss verteidigt werden, auch unter dem Maßstab oder dem Gesichtspunkt, dass in 1. Korinther 14, Vers 7, der Sabbat ein entscheidender Bestandteil der letzten Endzeitbotschaft ist.

[46:16] Was bedeutet es, heiß zu sein? Von Apollos heißt es, er war brennend für den Herrn. Und auch Laodicea soll ja ein Leuchter sein. Vergessen wir das nicht, Laodicea ist ein Leuchter. Es soll Licht geben in die Welt. Was bedeutet es, kalt zu sein? Matthäus 24, Vers 12 sagt, dass wenn wir ohne Liebe sind, wenn die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, dann erkalten wir. Kalt sein bedeutet ganz ohne Liebe und in Gesetzlosigkeit leben. Also quasi unbekehrt sein. Aber lau bedeutet dann in diesem Zusammenhang ein formales Interesse an Gott, ein theologisch-intellektuelles Übereinstimmen mit theologischen Aussagen, ohne diesen Eifer, dieses Brennen zu haben, das Apollos hatte, um Menschen vom Evangelium zu erzählen. Jesus sagt, dass er uns aus dem Mund ausspeien wird, wenn sich das nicht ändert.

[47:15] In meinem Taufvers in Matthäus 10, Vers 32 steht: Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel. Laodicea soll ein Leuchter sein, ein Licht sein vor den Menschen, soll Jesus bekennen vor den Menschen. Dann wird auch Jesus als Hohepriester im himmlischen Heiligtum als ihr Fürsprecher sie auf seiner Zunge tragen. Wenn sie das nicht tun, wenn sie zwar der theologischen Wahrheit zustimmen, Laodicea hat übrigens keine Lehre des Bileams und keine Lehre der Isbel und all sowas, keine theologischen Irrtümer, aber wenn sie all dem zustimmen, aber keine Anstrengungen unternehmen, das Evangelium weiterzugeben, wenn sie kein Licht sein wollen, kein Leuchter sein wollen, dann wird sich Jesus nicht zu ihnen im Gericht bekennen. Das Entscheidende ist nicht, dass wir irgendwelche theologischen Spitzfindigkeiten lösen, das Entscheidende ist, dass wir endlich als echte Bekehrte erfüllt vom Heiligen Geist gerne Licht sind und gerne uns zu Jesus bekennen, egal wo wir sind und das Licht seiner Liebe weitergeben. Darum geht es in der Laodicea Botschaft.

[48:27] Laodicea glaubt, dass sie reich sind, das geht schon im Alten Testament ist das so gewesen, Hosea 12, Vers 9 berichtet von derselben Einstellung des Volkes Israels. Laodicea glaubt, dass sie Liebe und Glauben haben, aber in Wirklichkeit sind sie elend, erbärmlich, arm, blind und bloß. Elend bedeutet, keinen Sieg über die Sünde zu erleben, Römer 7, Vers 24. Erbärmlich bedeutet, einen Glauben zu haben, der sich nur auf dieses Leben beschränkt, 1. Korinther 1, Vers 19. Arm bedeutet ohne Glaube, ohne echten Glauben, ohne echte Liebe, sehen wir gleich unten noch in Vers 20. Blind zu sein bedeutet, all die Dinge, die 2. Petrus 1 auf der Leiter des Petrus beschreibt, die Tugend, die Erkenntnis, die Selbstbeherrschung, das standhafte Ausharren, dass all das fehlt im Leben. Und nackt, bloß bedeutet, sündig, von Gott getrennt. Laodicea fehlt nicht die Gesundheitsbotschaft, Laodicea fehlt auch nicht ein bisschen Missionsansätze, Laodicea fehlen auch nicht ein paar Erkenntnisse über Daniel 11. Laodicea fehlt echte Bekehrung. Theologisch wissen sie alles, aber sie sind nicht wirklich bekehrt. Aber Jesus liebt sie trotzdem. Er sagt in Vers 19: Alle, die ich lieb habe, die überführe ich. Er liebt sie trotz ihres verzweifelten Zustandes. Auch im Alten Testament finden wir immer solche Hinweise, dass Jesus sein Volk geliebt hat von ganzem Herzen. Deswegen erzieht er es. Denn das heißt eigentlich das Wort züchtigen. Er zieht sein Volk. Und in einer sehr bemerkenswerten Passage, die ihr zu Hause gerne nachlesen solltet. In Hebräer 12, Vers 4-11 sagt uns der Paulus, wenn Gott uns erzieht, wenn er uns züchtigt, dann ist das eigentlich ein Trostwort für uns. Denn es beweist, dass er trotz unseres Zustandes, obwohl wir nicht gegen die Sünde wirklich ankämpfen, wie wir sollten, dass er uns trotzdem als seine Kinder behandelt. Und wenn wir diese Züchtigung annehmen, dann werden wir die Frucht der Gerechtigkeit von ihm erhalten. Das ist also gute Botschaft, die wir hier lesen.

[50:21] Wir müssen Buße tun. Das war die Kernbotschaft von Johannes dem Täufer. Das war die Kernbotschaft von Jesus. Die Kernbotschaft immer und immer wieder in den Sendschreiben. Tu Buße, tu Buße, tu Buße. Das Entscheidende ist echte Herzensbekehrung. Jesus wünscht sich, dass es noch viel mehr Herzensbekehrung in den Adventgemeinden des 21. Jahrhunderts gibt. Das ist ein Aufruf. Deswegen steht er an der Tür und klopft an. Und deswegen bietet er uns nicht eine bessere Auslegung von Daniel 11 oder noch mehr Tofu oder besseres Missionsmaterial an. Er bietet uns Gold, das im Feuer geläutert ist. Gold, so sagt 1. Petrus 1, Vers 7, ist der echte, der rettende Glaube, von dem Johannes 3, Vers 16 sagt, dass jeder, den er hat, gerettet wird. Und nach Römer 1, Vers 17 und Matthäus 4, Vers 4 handelt es sich um dieses Leben, das aus dem Wort Gottes lebt. Die Einstellung, dass im Wort Gottes das Leben ist, dass Jesus mein Leben ist und dass ich aus allem lebe, was er mir zeigt.

[51:18] Das Feuer, ein Symbol für die Liebe. Nach Hohelied 8, Vers 6 und so haben wir den Glauben, der durch die Liebe wirksam ist. Von dem Paulus schon in Galater 5, Vers 6 schreibt, das ist das, worauf es ankommt. Es geht nicht um theologische Spitzfindigkeiten, der Beschneidung oder ähnlichen Dingen, sondern es kommt auf diesen Glauben an, der wirklich sich in echter Liebe zeigt. Solange wir nicht echten, rettenden Glauben haben, der durch Liebe, echte, göttliche Liebe wirksam ist, haben wir die Laodicea Botschaft noch gar nicht angenommen. Egal, ob wir sie schon lange studiert haben oder nicht.

[51:49] Wir brauchen weiße Kleider. Das weiße Kleid Sahaja 3, Ab Vers 1, das im Joshua gegeben wird oder in Jesaja 61, Vers 10 steht für die Gerechtigkeit Jesu. Wir können unsere Kleider weiß machen. Im Blut des Lammes, sagt Offenbarung 7, Vers 14. Es bewirkt, dass wir gerechte Taten tun werden, die Jesus durch uns tut. Denn er bewirkt ja durch seinen Heiligen Geist, dass wir in seinen Satzungen wandeln und seine Gebote tun, wie Hesekiel 36 uns sagt. Die gerechten Taten der Heiligen werden als feine Leinwand beschrieben in Offenbarung 19, Vers 8.

[52:24] Die Augensalbe der Heilige Geist, der uns allein befähigt, unseren Zustand wirklich zu erkennen, damit wir sehen, wie wir sind, der uns von Sünde überführt und auch das Wort Gottes aufschließt, dass wir die Wunder sehen in seinem Wort und wir brauchen so sehr den Heiligen Geist. Lasst uns beten, liebe Freunde, liebe Geschwister, lasst uns beten um die Ausgießung des Heiligen Geistes, dass wir sehen, wie unser Zustand ist, dass wir erkennen, was Gott uns wirklich sagen will, dass wir im Glauben dieses Geschenk annehmen. Ja, es ist nämlich ein Geschenk, weil wir nichts bezahlen müssen, aber wir müssen es annehmen, deswegen sollen wir es kaufen. Wir können es kaufen ohne Geld, so sagt es Jesaja 55, könnt ihr nachlesen ab Vers 1 dort. Und so können wir durch den Glauben, den Jesus uns gibt und durch die Liebe, die er uns gibt und durch seine Gerechtigkeit, die er uns gibt und durch den Heiligen Geist, den er uns gibt, können wir überwinden.

[53:21] Überwinden ist kein Mysterium. All die Dinge, die Jesus uns hier anbietet, sind der Schlüssel zum Sieg über die Sünde, über die Versuchung, über den Teufel. Der Maßstab des Überwindens ist Jesus selbst, er sagt: So wie ich überwunden habe. Wie hat Jesus überwunden? Als er in der Wüste war, hat er sich völlig auf Gott verlassen, hat nicht seine eigene Idee, seine eigenen Gedanken zum Maßstab gemacht. Er hat aus jedem Wort gelebt, er hatte diesen rettenden Glauben. Und als er in Gethsemane war, hat er seinen Willen unter den Willen Gottes gestellt. Als er am Kreuz war, hat er standhaft ausgeharrt, obwohl die Umstände und die Gefühle ihm dazu rieten, vom Kreuz zu gehen und sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Wenn wir Gott vertrauen, wenn wir durch seinen Heiligen Geist erfüllt, wie Jesus es war, Tag für Tag leben, aus seinem Wort leben, standhaft ausharren, selbst wenn die Umstände gegen uns zu sein scheinen, wenn wir unseren Willen täglich unter den Willen Gottes stellen, auch wenn es sich vielleicht sehr schmerzhaft anfühlt, dann sind wir Überwinder, wie Jesus überwunden hat. Er ist unser Vorbild und unsere Kraft, unsere Stärke, der das in uns tun möchte, wenn wir ihm die Herzenstür aufmachen.

[54:40] Möchtest du, lieber Freund, liebe Freundin, heute, wo Jesus an deiner Herzenstür steht und anklopft, möchtest du ihm öffnen, dass er hineingehen kann, dass er mit dir Gemeinschaft haben kann. Gemeinschaftlich zu essen bedeutet im Orient, Teil der Familie zu sein. Jesus möchte engste Gemeinschaft mit dir, er möchte dein bester Freund sein. Darf er das? Denkst du über ihn nach? Möchtest du ihn einladen jetzt in dein Leben? Jetzt erneut vielleicht? Möchtest du echte Erweckung, echte Reformation erleben? Dann höre auf die Stimme des Heiligen Geistes, der noch heute in diesen Botschaften, der sieben Sendschreiben, zu unserer Gemeinde spricht. Weltweit, deutschlandweit, in deiner Ortsgemeinde, in dein persönliches Leben, in deine Familie hinein, der Geist spricht. Lade ihn heute ein in dein Leben. Höre auf das, was er zu sagen hat und gehorche seiner Stimme.

[55:36] Vers 22, wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Lasst uns gemeinsam auf den Heiligen Geist hören und uns von diesem Heiligen Geist erfüllen, damit er in uns das tun kann, was hier steht. Gott segne dich in dieser Entscheidung. In der nächsten Woche werden wir weiter dieses spannende Buch der Offenbarung studieren und bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen. Bis zum nächsten Mal. Amen.

[56:19] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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