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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2016 3rd Nr 12

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour spricht Christopher Kramp über die entscheidende Rolle der Mission in den Städten in der Endzeit. Anhand biblischer Beispiele wie Jeremia und dem Apostel Paulus wird die Bedeutung des Gebets für die Stadt und das Wohlergehen ihrer Bewohner hervorgehoben. Es werden praktische Methoden und Prinzipien der Stadtmission beleuchtet, die auf dem Wort Gottes basieren und auch in heutigen, oft säkularen und unmoralischen Umgebungen zum Erfolg führen können.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q3: Die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur zwölften und vorletzten Folge unserer Serie über die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft.

[0:37] Das Thema heute ist ein Thema, das mir persönlich ganz besonders am Herzen liegt und das ich euch wirklich wärmstens empfehle, es dann noch eingehender und tiefer für euch persönlich zu studieren und vor allem auch es umzusetzen, damit dieses Thema endlich auch in breitem Ausmaße wirklich realisiert wird. Es geht um Mission in den Städten in der Endzeit.

[1:01] Mission liegt Gott so sehr am Herzen und insbesondere auch die Städte haben seinen besonderen Fokus. Und da wir in der letzten Zeit leben, kurz vor der Wiederkunft Jesu, ist Endzeit-Stadt-Mission ein ganz entscheidendes Thema für unser Christsein heute, für die Nachfolge Jesu. Und mit diesem Thema wollen wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 27. August.

[1:26] Und bevor wir in das Thema hineinsteigen, wollen wir gemeinsam beten und dazu lade ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, ganz herzlich ein. Lieber Vater im Himmel, wir kommen zu dir und wissen, dass diese Aufgabe, die Städte mit dem Evangelium zu erreichen, insbesondere die großen Megacities, dass es etwas ist, was wir als Menschen alleine nicht bewerkstelligen können, wenn du nicht deinen Heiligen Geist gibst und die Kraft, die du verheißen hast. Wir möchten dich bitten, dass du uns gute Gedanken schenkst, richtige Gedanken, damit wir diese Arbeit in deinem Sinne und nach deiner Methode anpacken. Dass wir so arbeiten, wie du arbeiten möchtest, dass wir mit dir kooperieren. Und wir möchten dich bitten, dass du in den kommenden Minuten durch dein Wort uns ansprichst, dass du uns motivierst, uns die Notwendigkeit zeigst, diese Arbeit ohne Verzug anzufangen und unser ganzes Herzblut hineinzugeben. Bitte verbreite diese Botschaft unter vielen Gläubigen, dass tatsächlich dein Werk abgeschlossen werden kann. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[2:34] Wenn wir über Stadtmissionen nachdenken, dann gibt es immer einen Vers, der ganz besonders oft zitiert wird und der auch heute sozusagen als Leitvers, als Merkvers vorangestellt sei, und zwar in Jeremia. In Jeremia 29 und dort Vers 7. Jeremia schreibt hier einen Brief an die Exilierten in Babylon, die gefangen geführt, weggeführt worden sind. Und neben verschiedenen Hinweisen und Ratschlägen an die Gefangenen in Babylon, schreibt er auch folgendes in Jeremia 29 und dort Vers 7: „Und sucht den Frieden der Stadt, Antwortsätzen auch, das Wohlergehen oder das Beste der Stadt, in die ich euch weggeführt habe und betet für sie zum Herrn, denn in ihrem Frieden werdet auch ihr Frieden haben.“

[3:27] Das sind die Worte Gottes, die er durch den Propheten Jeremia aufschreiben lässt. Gott sagt: „Sucht den Frieden der Stadt und betet für sie zum Herrn, denn in ihrem Frieden werdet auch ihr Frieden haben.“ Und hier finden wir ganz grundsätzliche Prinzipien, wenn es um Stadtmissionen geht. Gott wünscht sich, dass wir immer das Wohlergehen der Menschen um uns herum im Blick haben, dass wir für den Frieden sind, dass wir nicht unnötig Streit und Zank und Auseinandersetzung anzetteln. Er wünscht sich, dass wir für andere beten, die ihn noch nicht kennen. Und er macht deutlich, dass unser Friede, zumindest unser äußerlicher Friede, auch davon abhängt, wie viel Friede in unserer Gesellschaft existiert. Eine Gesellschaft im Krieg, im Ausnahmezustand, in der Revolution kann nicht dazu führen, dass dann die Gläubigen zumindest äußerlich Frieden haben. Frieden im Land ist auch gut für die Gläubigen.

[4:28] Das Interessante ist allerdings, dass Jeremia 29 in eine Situation hineingeschrieben ist, wo die Gläubigen nicht erwarten konnten, dass sie schnell aus Babylon wieder heraus befreit würden. Jeremia 29 ist geschrieben in dem Kontext, wo falsche Propheten den Weggeführten die Hoffnung machten, dass sehr bald Gott sie befreien würde und nach Jerusalem zurückbringen würde. Und Jeremia ihn deutlich macht in mehreren Kapiteln hier, dass es etliche Jahrzehnte dauern würde, bis die Befreiung kommen würde. Jeremias Brief ist also weniger ein Brief, der Dringlichkeit ausdrückt, als vielmehr ein Brief, der deutlich macht: Lasst euch nicht verführen vor denen, die zu schnell schießen und die göttlichen Zeitweissagungen, die er gegeben hat, verachten.

[5:17] Es gibt also eine gewisse Einschränkung in der Übertragung dieses Verses. Die grundlegenden Prinzipien sind dieselben, aber Jeremia 29, Vers 7 kennt nicht die Dringlichkeit, die andere Texte bezüglich der Endzeit auf die Stadtmission legen. Mission in der Endzeit ist eine besondere Thematik, denn sie sieht die Mission nach dem Blickwinkel, dass die Zeit abläuft, dass die Zeit verrinnt, dass Jesus sehr bald in den Wolken des Himmels wiederkommt und diese Prinzipien der Frieden der Stadt und das Beten für die Menschen in der Stadt jetzt mit einer zusätzlichen Dringlichkeit versehen werden, die wir uns dann auch noch zu Gemüte führen wollen im Laufe dieses Studiums. Aber halten wir fest, dass die grundlegenden Prinzipien dieses Verses absolut entscheidend sind. Echte Mission in den Städten wird nur Erfolg haben, wenn wir wirklich nach dem Besten der Menschen trachten, wenn wir ihr Wohlergehen im Blick haben und wenn wir für die Menschen der Stadt beten. Kein Programm, keine Methode, keine Botschaft kann erfolgreich sein, ohne das Gebet für die Stadt. Egal in welcher Stadt du lebst, falls du in einer Stadt lebst, bete für die Stadt. Dazu sind wir alle aufgerufen.

[6:40] Wir wollen am Beispiel des Apostels Paulus eine biblische Geschichte anschauen, studieren, die uns zeigt, wie erfolgreiche Mission in einer, man möchte fast sagen, säkularen, das heißt auf jeden Fall heidnischen Weltstadt möglich ist. Paulus auf seiner zweiten Missionsreise reiste weiter, als er auf der ersten jemals gekommen war, bis nach Europa in das Gebiet von Griechenland und im Zuge dessen kam er auch nach Korinth. Wir wollen uns in den nächsten Minuten mit dieser Geschichte der Mission in Korinth beschäftigen.

[7:16] Hier ist nochmal eine Offenbarung, ich würde sagen Apostelgeschichte 18 und dort Vers 1. Das heißt hier: „Danach aber verließ Paulus Athen und kam nach Korinth.“ Es sei darauf hingewiesen, dass alles, was wir jetzt lesen, auch im Kontext des vorigen Kapitels verstanden werden muss. Die Mission in Korinth war nicht Paulus' erster Gehversuch in der Städtemission. Er hatte bereits andere Städte in Griechenland, natürlich auch vorher in Kleinasien, besucht und missionarische Bemühungen getätigt.

[7:53] Er war zum Beispiel schon in Thessalonik gewesen, er war vor allem auch in Athen gewesen und gerade sein Aufenthalt in Athen ist äußerst interessant. Denn als er dort umherging und ergrimmt war über die vielen Götzen, die er dort sah und dann aufgefordert worden ist auf dem Areopag diese neue Lehre, die er verkündigt, genauer zu erklären, dann stellen wir fest, wenn wir Vers 22 bis 29 lesen in Apostelgeschichte 17, dass Paulus hier nicht so sehr mit Bibelfersen argumentierte, sondern vor allem mit Logik, mit Philosophie, ja sogar mit Zitaten heidnischer Philosophen. Zum Beispiel in Vers 28, wo es heißt: „Denn in ihm leben, weben und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: ‚Denn auch wir sind von seinem Geschlecht.‘“

[8:43] Paulus, der hochgebildet war, nahm Zitate griechischer Philosophen und baute sie in seine Argumentation ein, um dann deutlich zu machen. Vers 29 heißt es: „Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich einem Gebilde menschlicher Kunst oder Erfindung.“ Paulus war sehr klug, er war sehr intelligent und er glaubte, die perfekte Methode gefunden zu haben, griechische Philosophie mit griechischer Philosophie zu schlagen. Den Feind sozusagen mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, der Logik mit Logik, der Philosophie mit Philosophie, dem Einfallsreichtum mit Einfallsreichtum zu begegnen. Paulus war sehr gewandt, seine Logik war bestechend.

[9:23] Interessanterweise hat Paulus bei diesem Versuch der Städtemission, Athen war ja eines der kulturellen und intellektuellen Superzentren der antiken Welt, braucht man gar nicht viel darüber zu sagen, dass er bei diesem Versuch sozusagen das griechische Wissen und die griechische Philosophie einzubauen und sich zu Nutze zu machen, er trotzdem die großen, wichtigen Kernwahrheiten nicht verwässerte. Wenn sie unangenehm waren. Vers 30 und 31: „Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen; jetzt aber gebietet er allen Menschen überall Buße zu tun, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“

[10:15] Paulus war nie so säkular und hat nie solch säkulare Methoden angewandt, dass er nicht mehr über die Wunder Gottes sprechen würde. Paulus hat nie so säkular gepredigt, dass er die Botschaft vom kommenden Gericht ausgelassen hätte und Paulus war nie so säkular, dass er persönliche, klare, deutliche Aufrufe zur Buße und Umkehr ignoriert hätte. Paulus hat all das getan. Ich betone das deswegen, weil es heute Menschen gibt, die genau das auslassen in der Mission, die die Wunder für unwichtig halten, die vielleicht sogar die Botschaft vom Gericht als Drohbotschaft empfinden und deswegen aus den missionarischen Bemühungen ganz rausstreichen wollen, die auch eine zu deutliche Benennung von Schuld und Sünde als hinderlich empfinden und die sich vor allem auf Apostelgeschichte 17 berufen. Aber Paulus hat tatsächlich all das trotzdem gepredigt.

[11:07] Aber noch interessanter ist, dass obwohl er all diese klaren Wahrheiten predigt, er doch nicht den gewünschten Erfolg hat. In Vers 32 heißt es: „Als wir von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: ‚Wir wollen dich darüber nochmals hören.‘“ Paulus wird wahrscheinlich gemerkt haben, dass das Ergebnis fast genauso ist, als hätte er einfach die Auferstehung von den Toten mit Bibelfersen begründet. Und dann in Vers 34 heißt es: „Einige Männer verschlossen sich im Anzug und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der ein Mitglied des Areopags war, und eine Frau namens Damaris und andere mit ihnen.“ Eine kleine Gruppe entsteht, aber keine Gemeinde. In dem restlichen Neuen Testament lesen wir nirgendwo von der Gemeinde in Athen. Wir lesen von der Gemeinde Korinth, wir lesen von der Gemeinde in Thessaloniki und an vielen anderen Orten. Aber wenn überhaupt, dann hat es hier noch eine sehr kleine, unbedeutende Gemeinde gegeben. Erstmal vielleicht nur eine Gruppe, einige Menschen, die sich zusammengeschlossen haben. Gemessen an den Möglichkeiten in Athen war der Erfolg eher mager.

[12:14] Und interessanterweise kommt Paulus jetzt nach Korinth. Apostelgeschichte 18, Vers 1 sagt aber: „verließ Paulus Athen und kam nach Korinth.“ Korinth war nicht weniger säkular oder heidnisch als Athen. Korinth war ja eigentlich früher eine berühmte, antike, griechische Stadt gewesen, die allerdings dann zerstört worden ist, lange vor der Geburt von Jesus und dann im Jahre 44 vor Christus als interessanterweise römische Kolonie wieder neu gegründet worden ist und demzufolge eigentlich mehr so ein römisches Zentrum war inmitten der griechischen Welt. Von hier aus ist dann auch die Verwaltung geschehen für die gesamte südlich griechische Region, die senatorische Provinz Achaia. Korinth war nach wie vor, auch nach dem Neubau, eine Hafenstadt, ein großes Wirtschaftszentrum mit zwei Häfen, sodass hier ein Umschlagsplatz zwischen Italien und Europa und dem Orient sich befand.

[13:21] Und man muss nur sehr wenig von Hafenstädten wissen, um zu erahnen, wie schlecht der moralische Ruf auch von Korinth gewesen ist. Manche Geschichtsschreiber haben Korinth als das Paris der Antike bezeichnen. Dort fand sich so ziemlich alles an Unmoral, was man sich vorstellen konnte. Paulus kommt nach Korinth mit dieser interessanten Erfahrung von Athen, wo er versucht hat, den Menschen möglichst in der Argumentation möglichst nahe zu kommen und möglichst ihre Argumente zu verwenden für das Evangelium. Aber offensichtlich war das nicht die beste Methode. Es war keine falsche Methode, weil er immer noch die Wahrheit vollständig gepredigt hat, ohne sie zu verwässern. Aber sie war begrenzt, sie war nicht so erfolgreich, wie er es sich gewünscht hatte.

[14:09] Und im ersten Korintherbrief schreibt er dann später, und das haben wir nicht im Sendemanuskript drin, könnt ihr trotzdem hier mit mir lesen, in 1. Korinther 2, und dort Vers 1 und 2: „So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mir vorgenommen...“ Er sagt mit anderen Worten: Als ich zu euch nach Korinth kam, da habe ich die Weisheit und die hervorragende Rede, die Rhetorik, all das beiseite gelassen. Ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen, als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. Weg mit dem unnötigen Ballast.

[14:49] Christus im Zentrum aller Verkündigungen, Christus den Gekreuzigten, und wie sich herausstellt, soll das ein viel probateres Mittel in dieser unmoralischen, griechisch-römischen Hafenstadt Korinth sein. Lesen wir Apostelgeschichte 18, und dort Vers 2. Paulus kommt nach Korinth, und es heißt: „und dort fand er einen Juden, namens Aquila, aus Pontus gebürtig, Pontus, da im Nordosten Kleinasiens am Schwarzen Meer gelegen, der vor kurzem mit seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war, weil Claudius, das meint den römischen Kaiser Claudius, befohlen hatte, dass alle Juden Rom verlassen sollten.“

[15:33] Dieser Edikt von Claudius datiert aus dem Jahr 49 nach Christus, und kurze Zeit später ist Paulus hier also in Korinth gewesen. Interessant ist, dass Paulus hier offensichtlich Menschen aufsucht, ein Heim aufsucht, von dem er aus dann seine Mission startet. Paulus sucht sich eine Basis. Warum ausgerechnet Aquila und Priscilla? Vers 3: „Und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher.“

[16:00] Also Paulus kommt nach Korinth, und das Erste, was er im Prinzip sucht, sind Menschen, mit denen er möglichst etwas gemeinsam hat, mit denen er eine Freundschaft beginnen kann, einen Kontakt herstellen kann, bei denen er wohnen kann, um dort eine Basis zu haben für seine Mission. In dem Fall sind es Menschen, die das gleiche Handwerk, den gleichen Beruf haben wie er, Menschen, bei denen er auch arbeiten kann. Er hat dort sich also nützlich gemacht, er hat also nicht einfach nur auf der faulen Haut gelegen und darauf gewartet, dass jemand ihm Zeitengelder gibt, damit er weiter Bibel lesen kann.

[16:39] Nein, er hat gearbeitet und hat die Freundschaft von Aquila und Priscilla wachsen lassen. Sie haben mehr gemeinsam gehabt als nur das Handwerk. Wie die Bibel deutlich macht, sind die beiden, also Priscilla und Aquila, aus Italien geflohen aufgrund von religiöser Verfolgung. Etwas, was der Paulus aus eigener Erfahrung nur zu gut kannte. Er war schon des Öfteren mal aus Städten vertrieben worden. Und wenn die dann abends zusammen gewesen sind, dann hatten sie bestimmt viele ähnliche Gesprächsthemen, Dinge, die sie erlebt haben und die sie offensichtlich ganz nahe zueinander gebracht haben.

[17:21] Während er dort also ist in Korinth, ist er aber nicht untätig, was missionarische Dinge betrifft. Vers 4: „Er hatte aber jeden Sabbat unter Redung in der Synagoge und überzeugte Juden und Griechen.“ Paulus ging jeden Sabbat in die Synagoge und predigte und studierte das Wort Gottes und zwar interessanterweise mit den Juden und mit den Heiden. Paulus hat weder die Heiden ignoriert und sich nur auf die fokussiert, die ohnehin schon an die Bibel glaubten. Paulus hatte ein echtes Interesse, dass auch diejenigen das Wort Gottes hören, die von der Bibel keine Ahnung hatten.

[17:59] Aber Paulus hatte auch ein Interesse daran, dass die, die die Bibel schon relativ gut kannten, auch die gegenwärtige prophetische Wahrheit für seine Zeit verstanden. Heute teilt sich oft das Volk Gottes in zwei Gegensätze. Die einen, die wollen nur diejenigen erreichen, die von der Bibel keine Ahnung haben, die Unkirchlichen sozusagen, die Säkularen. Und diejenigen, die die Bibel schon halbwegs kennen, die lässt man in Ruhe und denkt, naja, die wären schon nach ihrer Fasson sinnig.

[18:30] Andere dagegen können mit den ganz Ungläubigen gar nichts anfangen und spezialisieren sich allein auf diejenigen, die im Prinzip schon gläubig sind, denen nur noch sozusagen die Dreieinigkeitbotschaft fehlt. Aber Paulus ist ein gutes Beispiel, dass wir alle Gruppierungen, die es gibt in dieser Welt, beachten sollten und uns nicht auf eine Gruppe einschießen und die anderen ignorieren sollten. Paulus wollte die erreichen, die noch nichts wussten und Paulus wollte die erreichen, die schon viel wussten, denn er wollte, dass alle das wissen, was auch er weiß, die gegenwärtige prophetische Wahrheit.

[18:56] In dem Fall bedeutete das für ihn: Daniel 9 hat sich erfüllt, der Messias ist gekommen. Ich betone das deswegen, weil auch wir eine gegenwärtige prophetische Wahrheit haben, die Christus zentriert ist. Daniel 8 hat sich erfüllt, Christus ist ins himmlische Heiligtum, ins Allerheiligste des himmlischen Heiligtums gegangen. Er ist dort jetzt Priester und das Gericht tagt und auch das ist eine Botschaft, die alle hören müssen. Diejenigen, die das Alte und Neue Testament noch nicht einmal auseinanderhalten können und auch diejenigen, die schon Christen sind und viel von Jesus wissen, aber diese prophetischen Wahrheiten nicht kennen.

[19:41] Offensichtlich hat er trotzdem einige dieser Dinge nicht zu deutlich formuliert am Anfang, sondern er hat als guter Missionar die Dinge schrittweise aufgebaut. Er hat die Juden und die Heiden überzeugt, nicht indem er einfach alles von vornherein abgeladen hat, sondern Schritt für Schritt die Wahrheit entfaltet hat, mit dem Bekannten angefangen hat, mit dem Verbindlichen, mit dem was gemeinsam war, begonnen hat, um dann Stück für Stück die Wahrheit zu verkündigen.

[20:09] Offensichtlich hat er sogar etwas davor zurückgeschreckt, die ganze Wahrheit bezüglich Jesus zu sagen. Wir lesen in Vers 5: „Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien ankamen, wurde Paulus durch den Geist gedrängt, den Juden zu bezeugen, dass Jesus der Christus ist.“ Offensichtlich hätte er ohne Einwirkung des Heiligen Geistes mindestens noch etwas länger gewartet. Aber der Heilige Geist wirkt an ihm und sagt: Jetzt ist die Zeit gekommen. Der Heilige Geist hat das nicht gleich sofort am ersten Tag von ihm gefordert, aber nach einiger Zeit war der Zeitpunkt gekommen.

[20:29] Und jeder, der wirklich ernsthafte Missionen auch in den Städten machen will, muss dem Wirken des Heiligen Geistes nachgeben, zum angemessenen Zeitpunkt auch wirklich die unbequeme, die unangenehme, die unpopuläre prophetische Wahrheit auch denen sagen, die vielleicht sonst viel auch gemeinsam mit uns haben. Der Heilige Geist drängt ihn zu einem klaren, unmissverständlichen, deutlichen christuszentrischen Bekenntnis der gegenwärtigen Wahrheit.

[21:09] Und das hat natürlich Konsequenzen und Vers 6. „Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: ‚Euer Blut sei auf eurem Haupt, ich bin rein davon; von nun an gehe ich zu den Heiden.‘“

[21:21] Und Heiden, Paulus, dieser vorbildliche Städtemissionar, erlebte, dass er abgelehnt wurde. Ablehnung in unseren Missionsbemühungen ist also kein Beweis für einen Fehler in der Botschaft, noch ist es ein Beweis für einen Fehler in der Methode. Die Tatsache, dass wir abgelehnt werden, hat überhaupt nichts damit zu tun, ob es die richtige Methode oder die richtige Botschaft ist. Mancher hat so viel Angst vor der Ablehnung, dass man versucht, die Botschaft und die Methode so sehr zu ändern und so sehr zu verwässern und zu verbiegen, dass keine Ablehnung mehr möglich ist. Aber wer Christus nachfolgt und die gute Nachricht, die frohe, balancierte, ausgewogene Botschaft des Evangeliums verkündigt, wird Widerstand erleben. Ohne jeden Zweifel. Und Paulus wusste das und dieser Widerstand kam, ganz wie man es vorhersehen konnte.

[22:10] Paulus hat also sich von der Synagoge jetzt zurückgezogen, aber sich eben nicht auf Nimmerwiedersehen von den Juden verabschiedet, sondern der nächste Vers sagt interessanterweise: „und er ging von dort weg, das ist aus der Synagoge, aus dem Bereich der organisierten jüdischen Gemeinde und begab sich in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes mit Namen Justus, jetzt Achtung, dessen Haus an die Synagoge stieß.“ Also Paulus sagt: Okay, wenn ich in der Synagoge nicht mehr predigen darf, kein Problem, dann predige ich halt im Haus neben der Synagoge. Paulus blieb in unmittelbarster Nähe zu denen, die das Wort Gottes schon relativ gut kannten. Er ließ sich nicht einfach vertreiben, er rammte nicht einfach weg, er war höflich genug, nicht mehr dort in der Synagoge selbst aufzutreten, aber doch konsequent genug und missionseifrig genug, in unmittelbarer Nähe zu bleiben.

[23:10] Und dann, Vers 8, sehen wir, dass seine Bemühungen gestärkt und geheiligt durch den Heiligen Geist mit Erfolg gekrönt sind. Vers 8: „Christus aber, der Synagogvorsteher, wurde an den Herrn gläubig, samt seinem ganzen Haus; auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.“ Der Gemeindeleiter jener Synagoge, die dem Paulus abgelehnt hat, wird gläubig und ein wichtiges Mitglied dann der neu entstehenden christlichen Gemeinde. Aber auch viele Korinther lassen sich taufen.

[23:46] Paulus hat Erfolg mit seiner Methode, eine Methode, die wir von ihm abschauen dürfen. Mehrere Dinge sind hier entscheidend: Gute Freundschaften, Kontakte, die Zeltmachermission, die wir gerade gesehen haben bei Paulus, dann die Bereitschaft, alle Gruppen anzusprechen und sich nicht auf eine Zielgruppe zu beschränken. Die Bereitschaft, die Wahrheit nach und nach zu entfalten, aber dann doch auch für die unpopuläre Wahrheit einzustehen, wenn der Heilige Geist das deutlich macht. Und schließlich selbst dieses Prinzip, den Widerstand, die Ablehnung zu akzeptieren, ohne sich ganz zurückzuziehen.

[24:34] All das resultiert in einer echten guten Ernte in dieser Weltstadt Korinth. Und dann sehen wir in Vers 9, was ganz außergewöhnlich ist. „Und der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: ‚Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht.‘“ Offensichtlich war Paulus immer noch etwas schüchtern hier in dieser Stadt, immer noch etwas gehemmt. Und es ist der Geist der Weissagung, der jetzt in diesem Gesicht zu Paulus spricht, der Herr durch eine Vision, durch Prophetie, der Geist der Weissagung ermutigt den Paulus: Sei mutig, fürchte dich nicht, geh voran, sprich die Wahrheit.

[25:22] Wenn wir nach Gottes Methode Mission machen, dann dürfen wir auch echte Ermutigung vom Geist der Weissagung bekommen und uns nicht irritieren lassen durch äußere Umstände. Vers 10: Gott sagt zu Paulus: „Denn ich bin mit dir und niemand soll dich unterstehen, dir zu schaden, denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“

[25:45] Das ist interessant. Selbst der Paulus wusste noch nichts davon, geschweige denn die Menschen, die mal zu der Gemeinde gehören würden, aber Gott bezeichnet diese ungetauften, nach menschlichem Ermessen vielleicht sogar unbekehrten Korinther, die einmal in der Gemeinde sein werden, als sein Volk. Das illustriert natürlich einiges, insbesondere natürlich die berühmte Stelle in Offenbarung 18, wo wir lesen, Offenbarung 18, Vers 4. Im Kontext der Endzeit, wenn es heißt in Offenbarung 18, Vers 1: „Nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.“ Diese letzte große Mission, die die ganze Erde erleuchten wird mit der Herrlichkeit, mit der Erkenntnis des Charakters Gottes. Da heißt es in Vers 4: „Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: ‚Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt.‘“

[26:46] In der Endzeit ist die Botschaft Gottes durch den Propheten an diejenigen in Babylon nicht: Bleibt da für viele Jahrzehnte, macht es euch gemütlich. Nein, die Botschaft in der Endzeit ist: Ihr, mein Volk, kommt heraus, kommt heraus. Die Botschaft in der Endzeit, in der städtischen Mission wird auch diejenige sein: Raus aus Babylon, raus aus den gefallenen Kirchen, raus aus den falschen Religionen, raus hinein in das Endzeitvolk Gottes.

[27:25] Das ist die Botschaft, die drei Engelsbotschaft in dieser letzten Zeit, die auch in den säkularen Städten verkündigt werden muss. Und wenn wir vielleicht etwas entmutigt sind, wenn wir vielleicht denken, naja, da wird sowieso nicht viel Ernte sein, dann hilft uns vielleicht diese Geschichte von Paulus, wo der Geist der Weissagung ihn ermutigt, wo Gott durch den Geist der Weissagung zu ihm spricht.

[27:48] Geh voran, sprich die Wahrheit, denn viele in dieser Stadt werden zur Gemeinde dazu stoßen, sie sind schon Gottes Volk, nur sind sie noch nicht sichtbar. Und dann lesen wir in Vers 11: „Und er blieb ein Jahr und sechs Monate.“ Apostelgeschichte 18, Vers 11, dort: „und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.“ Paulus nimmt sich Zeit. Paulus weiß, dass die Gründung einer Gemeinde selten in wenigen Wochen oder Monaten geschieht, sondern dass man Zeit investieren muss, wenn man eine dauerhafte Struktur errichten will, eine Gemeinde, die sich dann auch wirklich trägt und auch reproduzieren kann.

[28:31] Und wir wissen aus den Korintherbriefen später, dass selbst diese Gemeinde mit all dieser Arbeit nicht gleich sofort perfekt war, sondern es noch viele Probleme gab, die gelöst werden mussten. Also Paulus investierte ja 18 Monate seines Lebens, um ein gründliches Fundament in Korinth zu legen.

[28:49] Interessanterweise, das wird hier noch einmal ganz deutlich betont, dass er das Wort Gottes predigte. Menschen in Korinth wurden gewonnen durch die Predigt des Wortes Gottes, nicht durch Theaterstücke, nicht durch Philosophie, nicht durch interessante Meinungen, sondern durch die klare, liebevolle, christozentrische und kompromisslose Predigt des Wortes Gottes.

[29:14] Und was damals die Menschen in Korinth bekehrt hat, das wird auch heute die Menschen in unseren Städten bekehren, die genauso kosmopolitisch, genauso unmoralisch und genauso weltoffen sind wie damals Korinth. Und wie bereits vorher deutlich gewesen ist, erzeugt die klare Predigt des Evangeliums, die Erfolg hat, immer Widerstand und diesmal sogar noch deutlicher.

[29:41] In Vers 12 heißt es also: „Bei Gallion, Stadtteil von Achaiaba, das war im Jahre 51 und 52, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf.“ Und wer die Evangelien kennt, wer auch die Apostelgeschichte kennt, weiß, dass Sadduzäer und Pharisäer und die verschiedenen Gruppen der Juden einmütig sind, ist eine relativ seltene Sache. Dass sich die verschiedenen Gruppen hier vereinen, quasi eine Ökumene der Juden gegen den Paulus. So könnte man das beschreiben.

[30:12] Als sie sich vereinen, da wird es für den Paulus eng, denn diese Juden hier führen den Paulus vor den römischen Richterstuhl. Sie appellieren an die römische Staatsgewalt, um die Predigt des Evangeliums zu unterbinden.

[30:27] Vers 12 heißt es also: „Bei Gallion, Stadtteil von Achaiaba, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf und führten ihn vor den Richterstuhl und sprachen: Achtung, dieser überredet die Leute zu einem gesetzeswidrigen Gottesdienst.“ Mit anderen Worten: Paulus ist ein Manipulator, jemand, der die Leute verführt, manipuliert, eine Sekte vielleicht gründet, der überredet sie zu einem Gottesdienst, der gegen das Gesetz ist.

[30:52] Das Argument ist einfach und perfide: Die Religion des Paulus, die Predigt des Evangeliums widerspricht den Gesetzen des Landes. Und jeder, der sich ein wenig mit der Endzeit in der Bibel beschäftigt hat, der die Prophezeiung von Daniel in Offenbarung studiert hat, vor allem in Offenbarung 13, der weiß, das wird wiederkehren. Die christlichen Kirchen werden sich einmütig zusammenrotten, um der Staatsmacht zu sagen, dass die Predigt des vollständigen, ewigen Evangeliums aus Offenbarung 14 gegen die Gesetze ist. Und es wird sogar ein Todesbefehl geben dann.

[31:37] Im Kleinen, so einen Schatten davon, erlebte der Paulus. Und es zeigt uns also, was passieren wird, wenn die Gemeinde ihre Aufgabe ernst nimmt und nicht nur hier und da ein bisschen schwächliche Bemühungen macht, um sich ein bisschen bekannt zu machen, sondern wenn sie systematisch, mit der Bibel in der Hand, liebevoll, christozentrisch, mit medizinischer Missionsarbeit, mit dem Schulwerk, mit all diesen Dingen, die ganze, unveränderte, dreifache Engelsbotschaft in den Städten predigt, wird Offenbarung 13 sich erfüllen. Darauf kann man sicher sein. Das wird kommen, wie das Amen in der Kirche, so wie es hier in Korinth kam.

[32:29] Mission folgt ganz bestimmten, spezifischen Gesetzen. Um diese Gesetze zu erforschen, das ist das Entscheidende. Aber bevor wir das tun, noch ein letzter Gedanke zur Apostelgeschichte und zum Dienst des Paulus.

[32:47] Zwei weitere wichtige Prinzipien, die wir in den letzten Versen der Apostelgeschichte 18 noch finden, sind folgende. Vers 23: „Und nachdem er einige Zeit dort zugebracht hatte, zog er weiter und durchreiste nacheinander das Gebiet von Galatien und Phrygien und stärkte alle Jünger.“ Paulus wäre es ihm Traum nicht eingefallen, in einer Stadt nur über einer Gemeinde sich zu sorgen und nur eine Gemeinde zu betreuten. Paulus war ein reisender Evangelist. Er war jemand, der von Ort zu Ort ging.

[33:21] Aber Paulus wusste auch, dass es nicht ausreicht, an jeden Ort nur einmal zu gehen. Paulus wusste, dass man immer wieder auch über denselben Grund gehen muss, dass man immer wieder auch dieselben Gemeinden besuchen muss, um die Botschaft zu stärken und die Gemeinden zu stärken.

[33:36] Und dann lesen wir in Vers 24-28 von Apollos, der ein beräter Mann war in den Schriften. Der war feurig im Geist, wie es hier heißt. Vers 25: „Er war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist. Er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes.“ Und dann wird er von Priscilla und Aquila zu sich genommen. Er wird noch etwas genauer unterwiesen.

[33:58] Und dann heißt es hier, Vers 27: „Als er nach Achaia hinübergehen wollte, das ist also dort, wo Korinth ist, ermunterten ihn die Brüder und schrieben an die Jünger, dass sie ihn aufnehmen sollten. Und als er dort ankam, war er eine große Hilfe für die, welche durch die Gnade gläubig geworden waren. Denn er widerlegte die Juden öffentlich mit großer Kraft, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus ist.“

[34:18] Paulus hatte Korinth verlassen, aber Gott sandte jemand anderes. Lektion: Niemand ist so entscheidend, dass Gott nicht auf ihn auch verzichten könnte. Kein Mensch kann an allen Orten gleichzeitig sein. Wenn das Evangelium in die ganze Welt geht, braucht Gott viele Evangelisten. Und Gott ist in der Lage, Menschen zu berufen, Menschen zu befähigen.

[34:39] Und Gott will dann, das ist interessant, Gott gab all den Heiligen Geist auf den Apollos. Aber er brauchte dann Priscilla und Aquila, um diesen bereits Gott geweihten, mächtigen, rhetorisch hochbegabten Apollos noch theologisch ganz richtig einzunorden. Vielleicht, liebe Freunde, bist du kein Apollos. Vielleicht bist du eine Priscilla oder ein Aquila. Vielleicht kannst du einen talentierten jungen Mann, eine talentierte junge Frau, die vielleicht später mal Tausende gewinnen wird, so unterrichten, so prägen, so beeinflussen, dass sie dann auch immer die Wahrheit sagen wird und mit Vollmacht Christus verkündigen wird. Jeder von uns hat eine Aufgabe. Der eine ist ein Apollos, der nächste ein Apollos, der nächste eine Priscilla. Aber jeder von uns hat eine Aufgabe für die Stadtmission.

[35:40] Nun aber zu den Gesetzmäßigkeiten, die der Mission zugrunde liegen. Jesus hat immer wieder von der Landwirtschaft als einem Beispiel gesprochen, als einem Typus, als einem Gleichnis, um Gesetzmäßigkeiten des Evangeliums zu veranschaulichen. Eines der berühmtesten Gleichnisse diesbezüglich ist das Gleichnis Matthäus 13 und den entsprechenden Parallelversen über das Gleichnis vom Seemann. Und wir wollen einige Verse lesen und dann die Anwendung für die Stadtmission in der Endzeit uns betrachten.

[36:18] Matthäus 13 und dort Vers 3: „Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Seemann ging aus, um zu säen.“ Lektion Nummer 1: Wer ernten will, muss säen und wer säen will, muss hinausgehen. Damals waren die Städte sicher, aber wer ernten wollte, musste aufs Feld gehen. Und das war manchmal ziemlich unsicher, denn dort gab es Räuber, da gab es Wegelagerer, da gab es viele Gefahren. Wenn jemand ernten will, musste er die Sicherheit seiner Komfortzone verlassen, musste ein Risiko eingehen und musste hinausgehen, damit er überhaupt säen konnte.

[36:59] Wenn wir Erfolg haben wollen in der Städtemission, müssen wir den Schritt ins Ungewisse, ins Unklare hineinwagen. Wir müssen das Risiko auf uns nehmen, die Komfortzone, die wir haben, verlassen. Wir müssen uns aufmachen, hinausgehen, um überhaupt erst mal säen zu können. Niemand, der zu Hause auf der Couch bleibt, wird die Städte erreichen können. Es braucht Menschen mit Pioniergeist, die bereit sind, etwas zu wagen mit Gott, für Gott und durch Gott.

[37:29] Nun, was soll dort gesät werden? Lukas 8, Vers 11 ist dort unmissverständlich klar. Lukas 8, Vers 11 sagt uns: „Das Gleichnis bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.“ Wenn wir die Städte erreichen wollen, dann brauchen wir keine Fabeln, keine Theorien von Menschen und keine Torheiten. Wir brauchen das Wort Gottes. Wir brauchen Menschen, die bereit sind, Risiko zu gehen, um das Wort Gottes hinauszustreuen, hinauszusäen.

[38:02] Und dazu brauchen wir Menschen, die das Wort Gottes kennen, um es weitergeben zu können. Solange Geschwister, Gläubige sich damit zufrieden geben, von anderen gefüttert zu werden, werden sie nicht Samen in den Händen haben, um es ausstreuen zu können. Lieber Freund, liebe Freundin, kennst du das Wort Gottes? Kennst du die Botschaft für diese Zeit? Bist du in der Lage, den Samen weiterzugeben und nicht einfach nur Traktate, die man dir in die Hand gedrückt hat und die du jetzt im Briefkasten steckst, sondern bist du auch in der Lage, das Wort Gottes selbst, die Bibel, anderen zu erklären, anderen weiterzugeben?

[38:36] Der Same sind nicht einfach nur Einladungsflyer. Der Same sind nicht nur Plakate und Poster, so wichtig sie auch sein mögen. Der Same ist das Wort Gottes selbst. Das allein bringt echte Ernte.

[38:51] Vers 4: „Und als er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.“ Wenn wir in der Stadt Missionen machen, genauso wie im Dorf auch übrigens, dann wird es immer Menschen geben, die kein Interesse haben, die keine Zeit haben, die wie ein zugertrampelter Weg sind, wo keinerlei Offenheit besteht. Und dann werden unsere Worte ungehört verhallen und nichts bringen.

[39:19] Vers 19 heißt es: „So oft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist. Das ist der, bei dem es an den Weg gestreut war.“ Manche Menschen sind so zu und fest in ihren täglichen Dingen, in ihren Vergnügungen, dass sie überhaupt gar nicht verstehen, was überhaupt das Wort Gottes ihnen anbieten will. Sie wollen es nicht verstehen, sie haben keine Zeit, kein Interesse. Und all das ist dann umsonst. Trotzdem sät der Seemann. Er sät überall hin, aber einiges bringt hier keine Frucht.

[39:56] Vers 5: Der zweite Boden. Ansatz dabei fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte. Jetzt etwas Interessantes hier in dem Vers: „Und es ging so gleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte.“ Hier war schneller Erfolg. Nicht nur, wenn wir später sehen, dass die Wurzel fehlte, aber etwas Besonderes wird hier deutlich gemacht: Die Pflanze ging ausgesprochen ungewöhnlicherweise sehr schnell auf.

[40:26] Sehr schneller Erfolg ist trügerisch. Jede Pflanze, die gesund wächst und die mal auch von Dauer sein will, braucht ein bisschen Zeit, bis sie sich durch den Erdboden durchgearbeitet hat. Wenn sie ganz schnell wächst, wenn sie ganz schnell das Licht der Erdoberfläche erblickt, dann hat sie wahrscheinlich wenig zurückgelegt. Und wenn sie wenig zurückgelegt hat, dann deswegen, weil da wahrscheinlich wenig überhaupt war. Und dann ist da wenig Platz nach unten.

[40:58] Gläubige Menschen, die in unseren Gemeinden mal Halt geben sollen, die brauchen auch die Zeit, die Dinge wirklich zu verstehen. Schneller Erfolg ist trügerisch, weil dann nämlich zu schnell man Sicherheit hat und denkt, man hat schon alles verstanden. Und dann ist es der Druck von außen, der alles wieder kaputt macht.

[41:23] Vers 20: „Auf dem felsigen Boden gestreut. Aber ist es bei dem, der das Wort hört und sogleich mit Freuden aufnimmt, er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist wetterwendig. Wenn ein Bedrängnis oder Verfolgung entsteht und um des Wortes willen, so nimmt er sogleich Anstoß, sogleich begeistert, sogleich verloren.“

[41:40] Auch das ist etwas, was man in der Mission in den Städten häufig antreffen wird. Man darf sich also nicht blenden lassen von denen, die sofort schnell begeistert sind und denken, das ist schon alles, worum es geht. Nein, es gibt eine dritte Gruppe von Menschen, die durch den dritten Boden charakterisiert ist.

[41:55] Vers 6, Vers 5, Vers 7: „Anderes aber fiel unter die Dornen. Und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.“ Hier werden Menschen geschildert, die tatsächlich sich Zeit nehmen, die Wahrheit zu verstehen und die tatsächlich ein echtes Fundament bilden, die echte Wurzeln schlagen im Glauben, die nicht gleich sofort vernichtet werden können, geistlich, die aber doch am Ende verloren gehen. Nicht, weil sie keine Wurzeln hatten, sondern weil die gute Pflanze nicht das Einzige war, was Wurzeln trieb in ihrem Herzen. Da waren andere Dinge, die auch gut wachsen konnten, nämlich Dornen.

[42:39] Und diese Dornen, die werden beschrieben in Vers 22: „Und die Dornen gesät, aber ist es bei dem, der das Wort hört, aber die Sorge dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort.“ Die Angst vor dem, was kommt, materieller Besitz. Und wenn wir den Parallelbericht in Lukas 8 hinzunehmen, dann dürfen wir zu dieser Liste auch noch Vers 14 das Vergnügen des Lebens hinzufügen.

[43:06] Menschen sind begeistert für das Wort Gottes. Sie nehmen es an und sie scheinen wirklich guten Fortschritt zu machen und gefestigt zu sein. Aber sie erlauben es, der Sorge weiter zu wachsen. Sie erlauben es, den materiellen Dingen, den Vergnügungen neben dem Glauben weiter zu wachsen und diese Dinge überwuchern letztendlich den Glauben und sorgen dafür, dass diese Pflanzen keine Frucht bringen.

[43:32] Auch das werden wir erleben in der Städte Mission, dass Menschen wirklich gute Entscheidungen treffen, einen guten Teil des Weges auf den richtigen Weg gehen und am Ende doch nicht das Ziel erreichen. Und wenn man das so sieht, wie einige gar nicht erst auf den guten Weg kommen, andere zwar schnell auf dem guten Weg sind, aber schnell ihn verlassen, andere einen ganzen Teil des guten Weges gehen, um am Ende doch nicht am Ziel anzukommen, dann möchte man sich vielleicht fragen: Was bringt es dann überhaupt?

[44:00] Zum Glück gibt es einen vierten Boden in Vers 8: „Anderes aber fiel auf das gute Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig.“

[44:17] Man liest das so drüber und erahnt wahrscheinlich nicht, was für eine Dramatik in diesem Vers steckt. Zunächst einmal ist es gutes Erdreich. Das heißt, hier besteht eine Aufmerksamkeit für die Wahrheit, genügend Tiefe, dass auch ein Fundament dann gelegt werden kann und es besteht die absolute Willigkeit, alles andere, was stört, wirklich nicht nur zu dulden, sondern auszurotten, auszureißen, den Reichtum der Welt, die Vergnügung, die Sorgen, all das wegzureißen, was dem Wachstum des Glaubens entgegensteht.

[44:51] Und dann steht hier, dass das Frucht bringen wird. Matthäus 13, Vers 23. Nicht jeder wird gleich viel Frucht bringen. Menschen sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Kapazitäten, aber selbst diejenigen, die am wenigsten Frucht bringen, bringen noch unglaublich viel Frucht. Warum?

[45:25] 30-facher Ertrag ist für antike Verhältnisse fast außergewöhnlich. So etwas wurde nur in der frühen Phase des überaus berühmten Mesopotamiens erreicht. Ungefähr 2000 v. Chr. dort geben Historiker Durchschnittserträge von 30-fachem Ertrag an. Später war das in Mesopotamien, was ja bekannt ist als die Kornkammer des Nahen Ostens, nur noch 6-10-fach. Im klassischen Griechenland konnte ein Acker maximal das 7-fache tragen. Im antiken Rom war es im Durchschnitt nur noch das 4-fache.

[46:01] Wenn also Jesus hier von 100-fachem, 60-fachem und 30-fachem Ertrag spricht, dann ist das eine Ernte, die die Zuhörer wahrscheinlich mit offenen Augen und mit offenem Mund dastehen lassen, etwas unvorstellbar Großes. Übernatürlich. Ein Wunder. Das, was hier in Vers 8 beschrieben ist, ist nicht einfach nur der natürliche Lauf der Dinge. Solch eine Ernte ist unerklärlich. Sie ist gewaltig.

[46:33] Und allein deswegen lohnt sich die Mission. Allein deswegen lohnt es sich, all diese Enttäuschungen, die kommen werden, in Kauf zu nehmen, um diese Menschen zu finden, die eine so gewaltige Ernte einbringen werden. Jeder, der das Wort der Wahrheit, das Wort vom ewigen Leben in sich aufnimmt, wird selbst Frucht bringen. Johannes 4, Vers 14. Jesus sagt zu dieser Frau am Jakobsbrunnen, von der die meisten Menschen dachten, dass sie nur eine beziehungsgestörte Ehebrecherin ist. Aber Jesus sah in ihr die effektivste Bibelarbeiterin seiner Zeit.

[47:14] Er sagt zu ihr: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.“ Die Sonne war nicht untergegangen, da hatte diese Frau eine ganze Stadt zu Jesus geführt. Eine stete Missionarin. Sie hatte das Wort der Wahrheit angenommen. Sie hatte den Messias gegen alle Vorurteile zu ihrem persönlichen Erlöser gemacht. Und die Stadt, Sychar, wurde für Christus gewonnen.

[47:50] Ich weiß nicht, in welcher Stadt du wohnst. Vielleicht ist es eine große Stadt wie Korinth, vielleicht eine kleine wie Sychar. Aber wenn wir die Methoden anwenden, die wir in der Bibel finden, Johannes 4, Apostelgeschichte 18, dann werden wir genau das erleben, was hier in der Bibel beschrieben ist. Dazu ist es wichtig, dass wir genauso arbeiten, wie die Bibel es uns zeigt, diesen Zyklus von Vorbereiten, von Säen, von Kultivieren, von Ernten und von Einsammeln und Bewahren.

[48:19] Wenn ihr mehr wissen wollt über das Thema der städtischen Mission in der Endzeit, vor allem auch viele inspirierte Aussagen und konkrete Dinge, die damit zu tun haben, dann möchten wir euch ganz, ganz warmstens eine Predigt empfehlen, die ihr auf Joelmedia finden könnt. Sie heißt „Mission to the Cities“, wo wir noch detaillierter zeigen, was Gottes Plan für Endzeitmissionen in den Städten wirklich ist. Und das würde ich euch empfehlen anzuschauen.

[48:47] Ansonsten freuen wir uns, dass ihr eingeschaltet habt. Nächste Woche werden wir an dieser Stelle weitermachen und noch einmal anschauen, welchen Einfluss wir als Gemeinde auf die Gesellschaft ausüben können. Für heute wollen wir schließen. Zunächst einmal mit dem Hinweis auf einige Zitate, die ihr im Sendemanuskript noch findet. Und dann mit dieser einfachen und simplen Frage: Möchtest du alles, was du hast, all deine Kraft, deine Ressourcen, deine Talente in die Waagschale werfen, damit Gott in dieser Generation die ganze Welt mit seinem Evangelium erreichen kann, insbesondere die großen Städte? Kann Gott auf dich zählen als ein Städtemissionar? In welcher Kapazität auch immer bist du bereit, Kraft und Energie hinein zu investieren? Für Gottes große Sache. Gott segne deine Entscheidung. Bis zum nächsten Mal. Gottes Segen. Viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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