[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur 9. Folge in unserer kleinen Serie, in der wir über die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft nachdenken wollen. Wir haben uns bereits mit einigen Aspekten des Dienstes Jesu beschäftigt, der für uns das Musterbeispiel für echte Mission darstellt, für ein echtes Hineindringen in die Gesellschaft mit den göttlichen Werten. Und heute wollen wir uns mit einem bestimmten Aspekt der Missionsmethode Jesu genauer vertraut machen. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 27. August. Und das Thema heute ist: Jesus diente ihren Nöten. Wir haben gelernt, dass Jesus verschiedene Dinge tat. Er mischte sich um die Menschen als einer, der ihr Bestes wollte und so weiter und so fort. Und um am Ende Menschen zur Nachfolge zu rufen, war ein entscheidendes Kriterium seines Dienstes, dass er den Nöten der Menschen gedient hat. Und heute wollen wir uns da etwas hinein vertiefen, wollen schauen, wie er das gemacht hat und wie wir das in unserem Leben übertragen können und imitieren können und entsprechend dann ebenfalls den Dienst Jesu auch in unserem Leben zeigen können.
[1:41] Bevor wir das tun, möchten wir, wie es gewohnt ist, ein Gebet sprechen. Und dazu lade ich dich, liebe Freund, liebe Freundin, ganz herzlich ein. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für diesen schönen Tag und für die Gelegenheit, in deinem Wort zu lesen. Wir möchten dich bitten, dass dein Wort durch den Heiligen Geist unser Herz hineindringt und uns vermittelt, was du über Menschen denkst und was dein Plan für unser Leben ist, diesen Menschen zu helfen. Wir möchten dich bitten, dass wir besser verstehen, wie Jesus gedacht und gewirkt hat und dass wir durch das Anschauen seines Dienstes verwandelt werden, um auch so zu wirken zu deiner Ehre. So möchten wir dich bitten, dass du in uns das schaffst, was wir heute studieren werden, dass wir tatsächlich anderen Menschen in ihren Bedürfnissen helfen und sie zu dir führen. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[2:40] In Matthäus Kapitel 9 und dort Vers 35 finden wir eine zusammenfassende Aussage über den Dienst von Jesus, als er in Galiläa umherzog. In Matthäus 9 Vers 35 heißt es: „Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk.“ Diese Aussage ist sozusagen das Gegenstück zu Matthäus 4 Vers 23, wo das ganz ähnlich steht. Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Innerhalb dieser beiden Aussagen, Matthäus 4, 23 und 9, 35, sehen wir sowohl die Lehre von Jesus in der Bergpredigt als auch eine ganze Reihe von Taten, von Wundern, von Heilungen, vor allem im Kapitel 8 und 9, die also illustrieren, wie diese Lehre, diese Predigt und auch diese Heilungen vonstatten gingen, was sie wirklich zum Inhalt hatten.
[3:48] Neu an dieser Aussage oder vertiefend an dieser Aussage 9, 35 ist, dass es heißt: „Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer.“ Also hier ist die Bibel noch etwas spezifischer als in 4, 23, wo es einfach hieß, dass er ganz Galiläa durchzog. Jesus missionierte in den Städten und Dörfern. Und da wir immer mehr in einer Gesellschaft sind, in der die Städte eine enorme Rolle spielen, wie wir bereits ein Thema dazu gehabt haben, zur Mission in den Städten, ist es natürlich eine interessante Aussage. Das, was Jesus hier tat, interessanterweise, war die Methode sowohl für die Städte als auch für die Dörfer. Jesus hatte nicht verschiedene Missionsmethoden für verschiedene Umgebungen. Natürlich hat er sich auf jeden Menschen eingestellt und seine Worte entsprechend angepasst. Aber die grundlegende Methode blieb immer dieselbe, egal ob Stadt oder Dorf, egal wohin er kam. Sie war immer dreifach: Lehre, Predigt und Heilung. Das heißt medizinische Missionsarbeit. Jesus war ein Missionar, der nicht nur redete, sondern die Bedürfnisse der Menschen erkannte und sich Zeit für sie nahm, um diese Bedürfnisse zu stillen.
[5:01] Wir wollen einige Beispiele heute betrachten. Wir beginnen einmal im Markus-Evangelium, dort in Markus, Kapitel 5. Hier heißt es Markus 5, ab Vers 22: „Und siehe, da kam einer der obersten der Synagoge namens Jairus, also ein wichtiger Mann mit einiger Autorität, ein wahrscheinlich recht gläubiger Mann sicherlich, der die Bibel gut kannte, ansonsten wäre er wohl kaum der oberste der Synagoge geworden. Eine Art Gemeindeleiter sozusagen. Und als er ihn erblickte, warf er sich ihm zu Füßen. Vers 23. Und er bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen.“ Nun, das ist eine sehr ernste Aussage. Die Tochter des Jairus lag im Sterben. Wenn man hört, dass man helfen soll, weil die Person, der schlecht geht, in den letzten Zügen liegt, dann weiß man, es bleibt nicht mehr viel Zeit. Automatisch läuft dort ein Countdown. Diese Sache muss entweder sofort angegangen werden oder es ist für immer zu spät. So sagt der Jairus: „Komme doch und lege die Hände auf, damit sie gesund wird und am Leben bleibt.“ Hier haben wir einen Mann, der in verzweifelter Not zu Jesus kommt, weil er weiß, außer Jesus kann ihm niemand mehr helfen. Die Zeit rennt davon und nur Jesus kann dieses Töchterlein wirklich gesund machen.
[6:28] Jesus sieht die Not, hört den Jairus und entscheidet sich, ihm zu helfen. Vers 24: „Und er ging mit ihm und es folgte ihm eine große Menge nach und sie bedrängten ihn.“ Der Jairus ist wahrscheinlich verrückt geworden. Jesus war bereit, seiner Tochter zu helfen. Aber Jesus, der Sohn Gottes, war auch Mensch und hatte deswegen nur zwei Beine, die nacheinander gehen konnten. Und all die Menschen, die ihn bedrängten, verlangsamten seinen Weg. Vermutlich hat Jairus innerlich die Sekunden gezählt, die Minuten, wie lange es denn noch dauern würde, bis er endlich zu seinem Haus kommen würde. Wie oft werden wir in wichtigen Angelegenheiten aufgehalten. Das war keine Kleinigkeit. Jesus war nicht einfach eingeladen, irgendwo ein Gast zu sein. Er war gerufen worden um ein Mädchen, das im Sterben lag. Eine Situation auf Leben und Tod, existenziell. Er hatte eine der wichtigsten Aufgaben, die man als Mensch haben kann, einem anderen Menschen das Leben zu retten. Und er kam nicht richtig voran.
[7:37] Aber dann passierte etwas noch interessanteres. Vers 25 heißt es: „Und da war eine gewisse Frau, die hatte seit zwölf Jahren den Blutfluss. Und sie hatte viel erlitten von vielen Ärzten und all ihr Gut aufgewendet, ohne dass es ihr geholfen hätte. Es war vielmehr noch schlimmer geworden mit ihr. Als sie nun von Jesus hörte, kam sie unter dem Volk von hinten heran und rührte sein Gewand an.“ Da ist diese blutflüssige Frau. Sie liegt nicht im Sterben. Sie liegt nicht in den letzten Zügen. Und niemand hat für sie gebeten. Sie ist seit zwölf Jahren krank. Man könnte sagen, sie ist chronisch krank. Und ob sie heute geheilt wird oder morgen geheilt wird, so würden wir denken, macht eigentlich keinen großen Unterschied. Wenn wir als Chefarzt die Wahl hätten, einen Menschen zu heilen, der seit zwölf Jahren schon dieser Krankheit leidet, und bisher hat keine Therapie funktioniert, und dort ist jemand, der liegt in den letzten Zügen, oder gibt es eine letzte Chance? Wir alle würden denken, das Töchterlein von Jesus hat absolute, vollkommene Priorität, oder?
[8:55] Die Frau kommt zu Jesus und sie rührt sein Gewand an. Vers 28: „Denn sie sagte sich: Wenn ich nur sein Gewand anrühre, so werde ich geheilt.“ Und interessanterweise, diese Berührung von der Seite, von hinten, unbemerkt, bringt tatsächlich die gewünschte Heilung. Vers 30. Vers 29: „Und sogleich vertrocknete der Quell ihres Blutes, und sie merkte es am Leib, dass sie von der Plage geheilt war.“ Niemand hat es mitbekommen, außer ihr und Jesus. So sagt es Vers 30: „Jesus aber, der in sich selbst erkannt hatte, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war.“ Jesus hat es gemerkt, die Frau hat es gemerkt. Und wir würden denken, das ist doch genug. Jesus hat etwas sehr Wichtiges zu tun. Er ist auf dem Weg, er ist ohnehin schon verzögert worden durch die große Menge, die ihm vor den Füßen tritt. Ein Glück, so könnte man denken, hat diese Frau im Vorbeigehen noch schnell ihre Heilung mitgenommen und hindert Jesus nicht durch lange Reden und eine lange Schilderung ihres Falls.
[10:07] Aber an dieser Stelle ist es Jesus selbst, der den Zug unterbricht. Jesus stoppt. Er wird nicht gestoppt von der Frau, die sich vielleicht vor seine Füße wirft und sagt: „Heile mich, heile mich, ich will auch gesund werden.“ Sie ist schon gesund, aber Jesus stoppt. Wohlgemerkt ist er auf dem Weg, ein Kind zu retten, das in den letzten Zügen liegt. Und der Vater des Jairus ist wahrscheinlich an diesem Moment fast verzweifelt. Jesus aber, Vers 30: „der in sich selbst erkannt hatte, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich sogleich inmitten der Menge um und sprach: Wer hat mein Gewand angerührt?“ Da sprachen seine Jünger zu ihm: „Du siehst, wie das Volk dich drängt und sprichst: Wer hat mich angerührt?“ Der entspricht sogar einer Diskussion und all das ist ja fast sogar, wir würden denken, unnötig, weil Jesus weiß doch schon, dass die Frau ihn angerührt hat. Warum also verliert er noch Zeit, indem er diese Frage stellt und jetzt diese Diskussion sich entspinnt mit den Jüngern, wenn der Vater, muss ich gedacht haben, also was soll das denn jetzt? Warum stoppt Jesus auf dem Weg zur Rettung eines Todkrankenmädchens, um mitten auf dem Weg, umgeben von einer riesigen Menge von Leuten, zu fragen, wer ihn berührt hat? Kennt Jesus nicht das Gesetz der Priorität? Ist es jetzt in diesem Moment wirklich entscheidend, zu fragen, wer ihn berührt hat?
[11:38] Vers 32: „und er sah sich um nach der, die das getan hatte.“ Mit anderen Worten, er sucht nach ihr. Er schaut, er geht nicht einen Schritt weiter, um diese lebenswichtige Mission auszuführen. Er möchte mit dieser Frau sprechen. Vers 33: „Aber die Frau kam mit Furcht und Zittern, weil sie wusste, was an ihr geschehen war, und warf sich vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.“ Und wenn man jemandem die ganze Wahrheit sagt, dann ist das meistens nicht in einem Satz getan. Wie wird der Vater des Jairus sich gefühlt haben, als er mitbekommt, dass Jesus auf dem Weg sein Kind vielleicht doch noch zu retten, stoppt, um einer Frau zuzuhören, die bereits geheilt worden ist?
[12:31] Vers 34: „Er sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden und sei von deiner Plage gesund.“ Hat Jesus keinen Sinn für Priorität? Offensichtlich ist es ihm so wichtig, dass jeder einzelne Fall der wunderwirkenden Kraft Gottes auch tatsächlich gewürdigt wird. Ihm ist es so wichtig, dass Gott auch in diesem Fall die Ehre gebührt, dass er seine lebenswichtige Mission unterbricht. Jesus hat ein echtes Herz für den Menschen. Er kannte die Not dieser Frau, aber ihm ging es nicht nur darum, diese Not einfach schnell im Vorbeigehen zu stillen. Er wollte, dass diese Frau, die sich kaum gewagt hatte, sich ihm in den Weg zu stellen, und das auch wahrscheinlich nicht geschafft hätte, dass diese Frau die gebührende Aufmerksamkeit bekommt und Gott loben darf und ihren Glauben bekunden darf, sodass von dem ganzen Universum sichtbar wird: Diese Frau hat Glauben an Jesus gehabt. Jesus in seinem Dienst für die Bedürfnisse der Menschen nimmt sich Zeit für das, was wir für unwichtig halten würden.
[14:04] Und dann kommt es in Vers 35: „Während er noch redete, kamen etliche von den Leuten aus dem Haus des Obersten der Synagoge und sprachen: Deine Tochter ist gestorben. Was bemühst du den Meister noch?“ Es ist zu spät, es war ein schöner Traum, es war ja eine gute Idee. Vielleicht hätte es geklappt, wenn Jesus alleine gewesen wäre, wenn er gesprintet wäre, er hätte vielleicht das Haus noch erreicht. Aber mit all den Menschen und vor allem mit dieser Frau, die ihn noch angerührt hat und ihn abgelenkt hat, es ist jetzt zu spät, die Tochter ist tot.
[14:35] Sobald aber Jesus, Vers 36, das Wort hörte, dass sie redeten, sprach er zum Obersten der Synagoge: „Fürchte dich nicht, glaube nur.“ Die Geschichte geht weiter, wie er dann zum Haus des Jairus kommt, die lärmenden und heulenden Klageweiber vertreibt. Und er heißt ab Vers 40, nachdem er sie alle hinausgetrieben hatte: „nahm er den Vater und die Mutter des Kindes mit sich und die, welche bei ihm waren, und ging hinein, wo das Kind lag, und ergriff die Hand des Kindes und sprach zu ihm: Talita kum! Das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher. Es war nämlich zwölf Jahre alt, und sie gerieten außer sich, verstaunend.“
[15:19] Jesus hatte den einzig richtigen Sinn für Priorität. Jesus wusste, dass er nicht unter Zeitdruck ist, denn der Gott, der dieser Frau geholfen hat, den zwölf Jahre alten Blutfluss zu besiegen, dieser Gott könnte auch dem zwölfjährigen Mädchen helfen, den Tod zu besiegen. Ein Gott, der die Toten auferweckt. Dieser Gott hat keine Zeitnot. Denn egal, was kommt, Gott hat dafür eine Lösung. Gott muss nicht wichtige Bedürfnisse übergehen, um ein vermeintlich Wichtigeres zu stillen. Gott kann sich für alles und jeden Zeit nehmen, weil er alles, aber wirklich alles unter seiner Kontrolle hat. Und wenn wir das verstehen, dann verstehen wir auch, dass es kein unwichtiges Bedürfnis gibt. Natürlich sind wir nicht Gott. Wir müssen natürlich unserem Leben Prioritäten setzen, weil wir nur begrenzt sind. Aber der Gott, dem wir dienen, der Gott, den wir weitergeben, der Gott, auf den wir hinweisen, der ist so unbegrenzt, so vollständig unter Kontrolle von allem, hat alles unter seiner Kontrolle, dass es keine nebensächlichen, unbedeutenden oder vielleicht sogar aufhaltenden Bedürfnisse gibt. Jesus kümmert sich um jeden, der will.
[16:48] Markus, Kapitel 10, und dort ab Vers 46, erzählt uns eine andere Geschichte über Bedürfnisse. Markus 10, und dort ab Vers 46: „Und sie kommen nach Jericho. Und als er von Jericho auszog, samt seinen Jüngern und einer großen Volksmenge, saß ein Sohn des Timaeus, Bartimäus, das heißt nichts weiter als Sohn des Timaeus, der Blinde am Weg und bettelte.“ Hier ist jemand, der hat ein klares Bedürfnis, er kann nicht mehr sehen. Aber aus diesem Bedürfnis entstehen andere Bedürfnisse, denn weil er nicht sehen kann, kann er nicht wirklich arbeiten, er kann kein Geld verdienen, und entsprechend muss er betteln. Ein Bedürfnis kommt selten allein. Meistens kämpfen wir in unserem Leben mit einer ganzen Reihe von verschiedenen Bedürfnissen, die alle miteinander verwoben und verknüpft sind und sich nicht auflösen lassen.
[17:40] Vers 47: „Und als er hörte, dass es Jesus der Nazarener war, begann er zu rufen und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich über mich!“ Er hört, dass Jesus kommt, und er weiß, Jesus ist seine Rettung. Und so ruft er ihm zu: „Du Sohn Davids“, mit anderen Worten, er bekennt, dass er glaubt, dass Jesus der verheißene Messias ist. Vers 48: „Und es geboten ihm viele, er solle schweigen.“ Manchmal, wenn wir unsere Bedürfnisse ausdrücken, dann gibt es Leute, die uns daran hindern wollen. Vielleicht sind wir sogar selbst diejenigen, die anderen das Gefühl vermitteln, dass ihre Bedürfnisse unwichtig sind, dass ihre Bedürfnisse gerade stören. Könnte es sein, dass wir manchmal in der Gemeinde den Eindruck erwecken, dass die wirklich tiefen Bedürfnisse eines Menschen eigentlich nur störend sind? Man empfand das Schreien von Bartimäus als Lärmbelästigung, als Ablenkung. „Bartimäus, sei ruhig!“ Aber Bartimäus wollte nicht ruhig sein. Das heißt, er aber rief noch viel mehr: „Du Sohn Davids, erbarme dich über mich!“ Er wusste, Jesus kennt sein Bedürfnis. Und obwohl die anderen auch sein Bedürfnis kannten, haben sie doch nicht ihn selbst wertgeschätzt. Sowohl Jesus als auch seine Nachfolger wussten, dass Bartimäus blind ist. Doch im Gegensatz zu den Nachfolgern wollte Jesus, dass sich etwas ändert. Die Jünger von Jesus, die Menge sah seine Blindheit, hatte aber keine Sympathie mit ihm. Jesus hatte dagegen sehr viel Sympathie.
[19:26] Vers 49: „Und Jesus stand still.“ Was auch sonst auf seiner Agenda gerade stand, wer auch sonst ihn gerade um Dinge gebeten hatte, wer auch sonst ihn eingeladen hatte, zu ihm zu kommen, Jesus stoppt erneut, lässt die ganze Menge ruhig sein und lässt ihn, diesen Bartimäus, rufen. Da riefen sie den Blinden und sprachen zu ihm: „Sei getrost, steh auf, er ruft dich.“ Ist nicht interessant, wie die Worte von Jesus nicht nur gleich das Leben des Bartimäus für immer verändern werden, sondern auch die Einstellung der Menge? Es sind die Worte von Jesus, die aus einer, man möchte fast sagen, menschenverachtenden Gruppe von Jüngern Jesu, die den Bartimäus zum Schweigen bringen wollen, jetzt doch eine Gruppe macht, die tatsächlich Trost vermittelt. Es sind die Worte Jesu, die auch uns als Gemeinde verändern und transformieren, sodass wir dort, wo wir früher vielleicht Leute abgehalten haben von Jesus, sie jetzt ermutigen können, zu Jesus zu kommen. Wenn wir realisieren, dass Jesus die Bedürfnisse der Menschen stillen möchte, dann wird das unsere Perspektive auf ihr Rufen und Schreien verändern.
[20:54] Vers 50: „Er aber warf seinen Mantel ab und stand auf und kam zu Jesus.“ Und Jesus begann und sprach zu ihm: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ Was für eine unglaubliche Frage. Jesus, der Schöpfer nicht nur der Welt, sondern des Universums. Jesus, der seit Ewigkeiten Gott ist. Jesus, der die 10 Gebote vom Sinai sprach in Donnerstimme, steht vor diesem blinden Bettler und fragt: „Was möchtest du, dass ich dir tun soll?“ Er möchte ihm wirklich dienen. Er hat etwas anzubieten, aber er fragt ihn: „Was wünschst du dir?“ Hier ist mehr als nur Heilung im Spiel. Jesus kam nicht einfach nur als Superchirurg, der einfach im Vorbeigehen jeden schnell heilte, sondern Jesus stellt auch die Würde des Menschen wieder her. Jesus hätte den Bartimäus aus der Ferne heilen können, so nach dem Motto: „Sei mal ruhig. Hier, kannst du sehen, freu dich.“ Und Bartimäus hätte sich gefreut, aber stattdessen holte ihn zu sich. Und er, dieser Bartimäus, der vorher als Abschaum zurückgehalten worden ist, darf sich jetzt vor der ganzen Menge etwas wünschen. Jesus selbst wird es ihm geben. „Was willst du, dass ich dir tun soll? Du darfst bestimmen, Bartimäus.“ Jesus stellt den ganzen Menschen her, nicht nur das Seelenorgan, sondern die Würde und die Freude des Menschen.
[22:52] Vers 52: „Da sagt er dann: Der Blinde sprach zu ihm: Rabboni, dass ich sehend werde.“ Da sprach Jesus zu ihm: „Geh hin, dein Glaube hat dich gerettet.“ Und sogleich wurde er sehend und folgte Jesus nach auf dem Weg. Wenn Menschen realisieren, dass Jesus nicht einfach nur ihre Probleme löst und den Mann ruft, der einfach dazu da ist, sondern dass er wirklich ein Interesse an dem Menschen hat, der die Wünsche und die Bedürfnisse, das tiefste Sehnen der Menschen versteht und stillt, dann werden sie ihm nachfolgen. Jesus musste diesem Mann nicht mal sagen: „Folge mir nach.“ Er folgte automatisch. Denn er wusste, im Vergleich zu allen anderen hat dieser Jesus wirklich Interesse an mir. Für ihn war ich nicht zu laut, nicht zu nervig. Er hat mein tiefstes Inneres gesehen und hat mir geholfen. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, als ich zu Jesus kam.
[23:56] Eine andere Geschichte erzählt von ganz Ähnlichem. In Johannes Kapitel 5 und dort ab Vers 1 lesen wir die Geschichte von dem berühmten Kranken am Teich Bethesda. Es heißt: „Es danach war ein Fest der Juden und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.“ Man kann das ausführlicher studieren. Wir belassen es hier einfach bei der Tatsache, dass tatsächlich dieses Fest der Juden das Passafest war. Es war das zweite Passafest, das Jesus in seinem öffentlichen Dienst feierte. Also ein Jahr nach der Reinigung des Tempels in Johannes 2. Ein Jahr lang hatte er vor allem und im Wesentlichen in Judäa gewirkt und hatte dort auch viel Abneigung erfahren. Er zog wieder hinauf nach Jerusalem, um im Tempel dort das Passafest zu feiern. Vers 2: „Es ist aber in Jerusalem ein Schafstor. Beim Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt, der fünf Säulen hatte.“ Was für eine interessante Verbindung. Das Passafest war das Fest der Freiheit. Das Schaftor war das Tor, durch das die Schafe, die dort geschlachtet werden sollten, die Lämmer, gebracht worden sind. Bethesda, der Teich, das heißt auf Hebräisch „Haus der Gnade“ oder „Haus der Barmherzigkeit“.
[25:19] Es heißt dort in Vers 3: „In den Säulenreihen lag eine große Menge an Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten.“ Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser, man glaubte, dass dieses bewegte Wasser die Menschen heilen würde. Und wer zuerst hinein stieg, der würde dann von der Krankheit gesund werden. Vers 5: „Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre lang in der Krankheit zugebracht hatte.“ Ich bin noch nicht mal 38 Jahre alt. Fast vier Jahrzehnte hat dieser Mann dort in dieser erbärmlichen Situation ausgeharrt. Krank und scheinbar ohne Hoffnung. Nie in fast 40 Jahrzehnten war er der Erste gewesen.
[26:02] Vers 6: „Als Jesus diesen liegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit in diesem Zustand war.“ Jesus sieht nicht nur unseren gegenwärtigen Zustand, er kennt auch unsere Vergangenheit. Er sieht unseren gegenwärtigen Zustand im Licht unserer Vergangenheit. Wenn wir Menschen beurteilen, selbst wenn wir das Herz lesen können und objektiv einen Menschen beurteilen können, was er gerade ist und wie er gerade denkt, wären wir trotzdem noch ungerecht. Weil wahre Gerechtigkeit bringt es mit sich, dass man einen Menschen auch danach beurteilt, nicht nur was er tut, sondern was er tut im Lichte dessen, was er früher erlebt hat. Gott beurteilt nicht nur unsere Gegenwart, sondern er beurteilt sie im korrekten Licht unserer gesamten Geschichte. Er kennt alle unsere Fehler und er weiß auch, warum manches in unserem Leben so und so gelaufen ist. Jesus hat nicht nur Mitleid mit ihm, weil er krank ist, sondern er hat auch Mitleid mit ihm, weil er so lange krank ist.
[27:15] Und dann fragt er dasselbe wie auch den blinden Bartimäus. Vers 6: „er spricht zu ihm: Willst du gesund werden?“ Ist das dein Wunsch? Vers 7: „Der Kranke antwortet ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird. Während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab.“ Mit anderen Worten: „Herr, ich will, aber ich kann nichts. Niemand hilft mir und selbst schaffe ich es nicht. Ich bin nicht stark genug und niemand unterstützt mich.“ Wie viele Menschen auf dieser Welt wissen eigentlich, was sie wollen, aber sie realisieren, sie können es nicht alleine und niemand hilft ihnen. Wir sehen manchmal nur die Probleme und vermuten nicht, dass andere auch ihre eigenen Probleme sehen und sich wünschen, dass sie anders sind. Viele Menschen wissen ganz genau, dass sie in einer misslichen Lage sind. Viele Menschen wissen ganz genau, was ihnen fehlt, aber sie schaffen es nicht aus eigener Kraft und sie haben niemanden, der ihnen hilft.
[28:27] Jesus bietet ihm die ultimative Lösung an: das Wort Gottes. Vers 8: „Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher.“ Und hier ist ein entscheidender Moment. Vers 9 sagt: „Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher.“ Der Mann glaubte dem Wort. Und weil er glaubte, machte er eine Anstrengung. Er ging auf seine Beine und das wunderbar perfekt. Dies ist ein entscheidendes Bild für die Erlösung. Gott sagt: „Steh auf.“ Und wenn wir das glauben, werden wir entsprechend handeln. Vielleicht haben wir alle solch eine Not wie dieser Mann. Vielleicht sind wir nicht 38 Jahre lang krank an unseren Beinen, aber seit 38 Jahren krank an unserem Herzen. Und vielleicht wissen wir auch ganz genau, was wir brauchen, aber wir selbst schaffen es nicht und andere helfen uns nicht. Und dann kommt Jesus. Und Jesus sagt: „Ich weiß nicht nur, womit du kämpfst, ich weiß auch, wie lange schon du damit kämpfst. Und ich, Jesus, sage dir: Steh auf.“ Das Wort Gottes wird dich gesund machen. Nicht später, nicht bei der Wiederkunft, sondern jetzt. Dieses Problem, dieses Bedürfnis wird gestillt werden. Und wenn wir dem Wort Gottes glauben und eine entsprechende Anstrengung machen, entsprechend zu handeln dem Wort, dann wird das Wunder geschehen. Jesus wird das Bedürfnis stillen. Er wird uns gesund machen.
[30:31] Jesus, Gott, kennt uns ganz genau. Im Psalm 139 werden uns einige Gedanken mitgeteilt, die das sehr deutlich ausdrücken. Psalm 139 und dort Vers 1: „Herr, du erforscht mich und kennst mich.“ Gott kennt mich und dich ganz genau. Er sagt: „Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es. Du verstehst meine Gedanken von Ferne.“ Gott kennt die Nöte, die niemand weiß. Die Nöte, die nur in unserem Kopf sind. Die wir durchkämpfen und durchringen, wenn wir anderen gegenüber ein freundliches Gesicht mit Lächeln aufsetzen und salbungsvolle Worte sagen und selbst mit Zweifel zu kämpfen haben. Jesus kennt die Nöte, er kennt die Gedanken, die ganz tief in uns drin sind. Vers 3: „Du beobachtest mich, ob ich gehe oder liege, und bist vertraut mit allen meinen Wegen.“ Er kennt unsere Nöte in allem, was wir tun. Auf allen unseren Lebenswegen kennt er die Nöte, die uns betreffen. Vers 4: „Ja, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht völlig wüsstest.“ Es gibt keine Not in unseren Worten, die Jesus nicht kennen würde. Vers 5 und 6: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar, zu hoch, als dass ich sie fassen könnte.“ Wir können mit dem Verstand nicht ganz begreifen, wie es Gott möglich ist, ständig da zu sein und alles von uns zu wissen. Aber auch wenn wir es nicht intellektuell erklären können, kann es uns doch tiefen Trost vermitteln. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.
[32:31] Wenn ich weiß, dass Gott für alle Nöte Vorsorge getroffen hat und dass es keine Not kommt, über die Gott überrascht ist, dann kann ich mir das nicht vorstellen. Wenn ich weiß, dass Gott für alle Nöte Vorsorge getroffen hat und dass es keine Not kommt, über die Gott überrascht ist, dann kann ich mir das nicht vorstellen. Gott kann die Toten auferwecken. Gott ist nicht verzweifelt, wenn er unsere Nöte sieht. Wenn ich das glaube, dann kann ich einen Frieden im Herzen haben. Einen Frieden, dass Gott sich um mich kümmert. Auch wenn ich nicht genau verstehe, wie und was, dann darf ich ihm vertrauen und bin gehalten und getragen. Und dann ist die Not gestillt.
[33:22] Vers 8: „Stiege ich hinauf zum Himmel, so bist du da. Machte ich die Unterwelt zu meinem Lager, siehe, so bist du auch da.“ Egal, ob wir himmelhoch jauchzen und ganz oben befinden oder zu Tode betrübt sind, wenn wir am liebsten sterben wollten. Gott ist immer da.
[33:46] Vers 9. Es gibt keine Situation und keinen Ort, an dem Gott uns nicht führen könnte. Egal wo wir uns befinden, egal was passiert ist, wir können immer zu Gott kommen. Und er hat für jede Not die richtige Lösung.
[34:13] Vers 11. Gott sieht in der Finsternis. Das ist interessant. Genauso klar wie im Licht. Für uns sind Licht und Finsternis sehr verschieden. Die Finsternis ist undurchdringlich für uns. Aber für Gott ist die Finsternis nicht undurchdringlich. Obwohl die Finsternis etwas anderes ist als das Licht, weiß Gott auch, was in der Finsternis ist.
[34:52] Schauen wir gemeinsam in Daniel 2 und dort in Vers 22: „Er offenbart, was tief und verborgen ist.“ Er weiß, was in der Finsternis ist. Und bei ihm wohnt das Licht. Er weiß, was in der Finsternis ist. Er ist von der Finsternis nicht überrascht. Und egal wie tief das Tal des Todesschattens, der Finsternis ist, Gott weiß es und ist niemals überrascht. Für jede Not hat er den Ausweg.
[35:25] In Johannes 2 und dort Vers 25 wird uns deutlich, dass Jesus genau so ist, wie es hier im Psalm 139 beschrieben wird. In Johannes 2 und dort Vers 25: „Und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand von dem Menschen Zeugnis gab, denn er wusste selbst, was im Menschen war.“ Und deswegen konnte Jesus auf die Bedürfnisse der Menschen so wunderbar eingehen. Wenn der Nikodemus zu ihm kam als hoher Schriftgelehrter, dann wusste er genau, was in seinem Herzen war. Er wusste, dass Nikodemus ein falsches Verständnis von der Lösung hatte. Und dass das tiefste Bedürfnis von Nikodemus war, wirklich zu verstehen, wie man gerettet wird. Als die Frau am Jakobsbrunnen kommt, da weiß er, ihr größtes Bedürfnis ist nicht eine theologische Erklärung, warum Jerusalem der Ort der Anbetung ist. Er weiß, ihr tiefstes Bedürfnis ist echte, dauerhafte Liebe, die nicht enttäuscht.
[36:37] Jesus kennt die Bedürfnisse. Wir sehen vor allem im Johannes-Evangelium, wie Jesus die körperlichen Bedürfnisse, die seelischen Bedürfnisse, die psychischen, die geistlichen Bedürfnisse, die sozialen Bedürfnisse, wie all diese verschiedenen Bedürfnisse bei der Hochzeit zu Kana zum Beispiel, wie er sie alle einzeln mit viel Liebe zum Detail stillt. Jesus ist nicht nur der medizinische Missionar, er kümmert sich auch um unser geistliches Wohl. Jesus ist nicht nur Theologe, er kümmert sich auch um das Körperliche. Jesus kennt den Menschen als Ganzes. Und je mehr wir Jesus nachfolgen, desto mehr werden wir diesen Geist auch entwickeln. Desto mehr werden wir den Menschen als Ganzes sehen. Desto mehr werden wir den Menschen mit Wohlwollen, mit Sympathie sehen. Desto mehr werden wir versuchen, den Menschen in seiner Situation zu verstehen, warum er so geworden ist aus seiner Geschichte heraus. Desto mehr werden wir einen Blick haben für die körperlichen und geistlichen Probleme eines Menschen.
[37:49] Noch eine Geschichte diesbezüglich in Markus, Kapitel 2. Es wird die Geschichte erzählt, wie wieder einmal Menschen über Menschen zu Jesus kommen wollten, ab Vers 1: „Und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum. Und als man hörte, dass er im Haus sei, da versammelten sich sogleich viele, sodass kein Platz mehr war, auch nicht draußen bei der Tür. Und er verkündete ihnen das Wort.“ Überall standen die Menschen. Vers 3: „Und etliche kamen zu ihm und brachten einen Gelähmten, der von vier Leuten getragen wurde. Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab. Und nachdem sie es aufgebrochen hatten, ließen sie die Liegematte herab, auf welcher der Gelähmte lag.“ Manche Menschen waren so verzweifelt, zu Jesus zu kommen, sie scheuten vor gar nichts zurück. Sie brachen buchstäblich in ein fremdes Haus ein.
[38:44] Vers 5: „Als aber Jesus ihren Glauben sah, als Jesus sah, wie viel sie investiert hatten, um die Wahrheit kennenzulernen, um Heilung zu erleben, um bei Jesus zu sein. Jesus war bewegt. Er sprach zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ Jesus erkannte das wahre Problem. Dieser Mann hatte nicht einfach nur ein Problem mit den Beinen, er hatte ein Problem mit dem Herzen. Dieser Mann hatte vielleicht nicht einmal gesagt: „Herr, vergib mir.“ Aber Jesus hatte in ihm den Wunsch nach Vergebung erkannt. Denn Jesus hätte niemals einem Menschen die Sünden vergeben, der das gar nicht will. Ein Mensch, der sich an der Sünde freut und die Sünde liebt und die Sünde gar nicht aufgeben will, dem kann Gott auch die Sünden nicht vergeben. Die Sünden sind doch die entscheidenden Schritte vor der Sündenvergebung. Dieser Mann hat vielleicht die Worte: „Herr, vergib mir meine Sünden“ nicht ausgesprochen. Aber Jesus hatte in seinem Herzen erkannt, dass dieser Mann deswegen so verzweifelt zu Jesus kommen wollte. Nicht nur, damit er wieder laufen konnte, sondern weil etwas Tieferes in seinem Herzen nach Heilung sich sehnte. Er wollte zu Jesus. Und Jesus erkannte seine Not und sagte: „Deine Sünden sind dir vergeben.“
[40:18] Manche haben das nicht verstanden. „Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen: Was redet dieser? Solche Lästerung! Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?“ Die selbstgerechten, pseudoorthodoxen Schriftgelehrten, die haben dieses Bedürfnis nicht erkannt. Und das Faszinierende ist, dass Jesus auch ihre Not erkennt. Jesus erkennt nicht nur die Not dieses Mannes, der vom Dach herabgelassen wird. Er sieht auch die Not der Schriftgelehrten, die sich in ihrem Unglauben verhärten. Und was er jetzt tut, tut er nicht nur für den Gelähmten. Jesus erkannte in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten. Jesus sieht alles. Und sprach zu ihnen: „Warum denkt ihr dies in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind die Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher?“ Damit ihr aber wisst, was er jetzt tut, ist nicht nur für den Gelähmten, sondern in einem besonderen Sinne, spezifisch für die Schriftgelehrten. Jesus erkannte ihr Problem und tat etwas für sie. Die, die ihn eigentlich umbringen wollten.
[41:48] Es heißt hier in Vers 10, Vers 11: „Ich sage dir, sprich dir zu den Gelähmten, dass er nicht nur die Krankheit nahm, sondern auch die Krankheit der Menschen.“ Er war ein Mensch, der keine Liegematte und Gehhilfe hatte. Er heilt den Menschen und illustriert damit seine Kraft, Sünden zu vergeben. Es ist wichtig zu betonen, wenn Jesus einen Menschen heilte, dann hätte er seine Beine nicht benutzen können. Er hätte eine Reha machen müssen. Aber Jesus heilt die Menschen nicht so, dass sie danach in die Reha müssen. Jesus heilt die Menschen, indem er ihnen die Krankheit nimmt und sofort Kraft gibt, jetzt selbstständig gehen zu können. Er hat sogar seine Liegematte getragen. Er hatte sogar Kraft, die Sünden zu vergeben. Dann nimmt er nicht nur die Sünden weg und lässt uns als schwache Menschen zurück, die versuchen, etwas gehorsam zu lernen. Nein, er schenkt uns durch ein Wunder die Kraft, gehorsam sein zu können. Es ist ein zweifaches Wunder. Es ist das Wunder, dass die Krankheit weggenommen wird und die Kraft von Stärke gegeben wird.
[43:18] Jesus kennt das Bedürfnis, nicht nur zu sehen, zu hören und zu laufen, sondern auch das Bedürfnis eines Menschen, Gott gehorsam sein zu wollen. Ein Bedürfnis, das kein Mensch stillen kann. Ein Bedürfnis, das man nicht alleine befriedigen kann. Ein Bedürfnis, das nur Jesus stillen kann. Hast du dieses Bedürfnis, dass Jesus dir deine Sünde nimmt? Dass Jesus dich befreit aus einer schlechten Gewohnheit? Hast du das Bedürfnis, dass du Jesus mit reinem Gewissen dienen kannst? Dass du ihm gehorsam sein kannst?
[43:57] Jesus sieht nicht nur die Bedürfnisse der Armen und Blinden und Lamen. Jesus kennt auch die Bedürfnisse derjenigen, die es sich danach sehnen, gehorsam sein zu können und Gottes Willen zu tun. Jesus kennt auch die Bedürfnisse der Menschen, die es sich danach sehnen, und Gottes Willen zu tun.
[44:21] Lesen wir gemeinsam Johannes 15, Vers 12: „Das ist mein Gebot.“ Wenn Jesus sagt: „Das ist mein Gebot“, dann ist das ein Gebot der Person, die auch die 10 Gebote vom Sinai im Donner gesprochen hat. Jesus sagt: „Das ist mein Gebot. Was denn? Dass ihr einander liebt.“ Und der Nachsatz ist entscheidend: „Gleichwie.“ Nicht annähernd so, oder mal in die Richtung gedacht, gleichwie ich euch geliebt habe. Jemand wird sagen: „Aber ich kann doch gar nicht als Mensch die Liebe aufbringen, die Gott für mich hat.“ Richtig. Aber es ist ein Bedürfnis, das wir haben sollen. Ein Bedürfnis, den anderen lieben zu können. Es ist ein Bedürfnis, das Gott stillen kann. Denn wir lesen in Römer 5, dass auch wenn wir diese Liebe niemals als Menschen erzeugen können, die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Durch den Heiligen Geist können wir die Liebe, die wir haben, den Heiligen Geist erzeugen.
[46:07] Jesus stillt das Bedürfnis nach echter, dauerhafter Liebe, sodass wir das auch weitergeben können. Hast du das Bedürfnis, andere mehr lieben zu können, als du es momentan tust? Jesus kann dieses Bedürfnis stillen. Selbst dann, wenn sie ihn angespuckt und geschlagen haben, selbst dann, wenn sie ihn ignoriert haben, selbst dann, wenn sie schlecht über ihn geredet hatten, hinter seinem Rücken, wie die Pharisäer und Schriftgelehrten. Jesus sah ihre Not und er hatte sie lieb und er wollte ihnen helfen.
[46:46] Jesus sagt auch, dass diese Liebe ein untrügliches Zeichen sein wird, woran man immer in jeder Situation eindeutig einen Christen bestimmen kann. Johannes 13, Vers 34 und 35, da sagt Jesus: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.“ Und jetzt fügt er hier noch hinzu, in Vers 35: „An der gegenseitigen Liebe, die der Liebe, die Jesus zu uns hat, gleichbedeutend ist, daran wird jedermann, nicht nur die Jünger, nicht nur die, die die Bibel gut kennen, sondern jedermann, auch die, die die Bibel nicht gut kennen, auch die, die von der Religion keine Ahnung haben, jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ Das heißt, dass ihr Christi-Jünger seid, dass ihr Christen seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Jesus sagt, dass die Liebe Gottes in den Herzen der Gläubigen das ein eindeutiges Bestimmungsmerkmal ist, so eindeutig, so auffallend, dass man Christen mit keiner anderen Religion verwechseln kann. So eindeutig, dass man sagen muss, dass jeder sagen muss, egal ob er Christ oder Hindu oder Moslem oder was auch immer es ist, das müssen Christen sein. Kein Moslem ist so, kein Buddhist ist so, kein Agnostiker, kein Atheist ist so. Das ist etwas Außergewöhnliches.
[48:13] Übrigens, Moslems und Hindus und Atheisten und Agnostiker und wer auch immer in dieser Welt eine bestimmte Weltanschauung, Religion oder Ideologie hat, jeder von ihnen hat Liebe. Aber nur Christen haben die Liebe, die Jesus hatte. Die Liebe, die die Bedürfnisse des Anderen höher einschätzt als die eigenen Bedürfnisse. Eine Liebe, die den Feind liebt. Und zwar aufrichtig, nicht einfach nur aus notwendigem Gehorsam. Diese Liebe ist das Wasserzeichen, das Signal, die Standarte wahren Christentums. Und die Frage ist dann: Sind wir dann echte Christen oder nur Mitglieder eines christlichen Clubs? Sind wir Christen im Sinne von Johannes 13, Vers 34 bis 35, erkennen andere Menschen, denen wir nicht erst 35 Bibelstunden geben müssen, sondern erkennen sie an unserem Leben, dass wir Christen sein müssen. Und dass wir keiner anderen Denomination, Religion, Konfession, Weltanschauung, Ideologie angehören können, weil die Liebe so stark und so göttlich ist.
[49:37] Hast du Pläne, anderen Menschen zu helfen? Im Sendemotorskript haben wir noch einige Verse zu Lukas 14, die wir aus Zeitgründen nicht mehr schaffen, die könnt ihr noch gemeinsam studieren. Aber in Sprüche 16, damit wollen wir es schließen, und dort Vers 3, das heißt es in Sprüche 16, Vers 3: „Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Pläne werden zustande kommen.“ Das, was du tust als Christ, das, was du tust als Gläubiger, befiehl alles dem Herrn an, lass alles in Gott gewirkt sein, übergib dein Leben jeden Tag Christus. Damit es nicht einfach nur Almosen sind, damit es nicht einfach nur gute Werke sind, um Gott zu gefallen. Und dann wird es auch gelingen haben, dann wird christliche Wohltätigkeit, dann werden die guten Werke nicht ein Mittel zum Zweck sein, sondern ein geheiligter Ausdruck einer tiefen inneren Liebe, einer Ausgießung des Heiligen Geistes und eines wahrhaftig geheiligten Lebens.
[50:56] Liebe Freunde, bist du bereit, ein Jünger zu sein? Bist du bereit, Menschen in ihren Bedürfnissen zu helfen? Bist du bereit, überhaupt erstmal dich für die Bedürfnisse anderer zu interessieren? Was bedeutet, dass du nicht mehr alle Zeit auf dich selbst, auf deine Bedürfnisse, auf deine Rechte und auf deine Notwendigkeiten richten kannst? Bist du bereit, für andere da zu sein, auch wenn das echtes, wirkliches, spürbares Opfer kostet? Bist du bereit, Menschen in ihre Bedürfnisse zu helfen und zu interessieren? Bist du bereit, Menschen in ihre Bedürfnisse zu helfen und zu interessieren? Bist du bereit, Menschen in ihre Bedürfnisse zu helfen und zu interessieren? Was bedeutet es, wenn du nicht mehr alle Zeit auf dich selbst, auf deine Rechte und auf deine Notwendigkeiten langfristig aufgenommen hast?
[51:57] Wie hat Jesus seine Mission gemacht? Wie hat er die Gesellschaft geprägt und gesellschaftlich geholfen? Ein Licht in dieser dunklen Welt. Bis dann wünsche ich euch Gottes Segen. Viel Freude im Studium seines Wortes. Bis bald. Amen.