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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2018 4th Nr 4

In dieser Predigt, dem vierten Teil der Serie „Einheit in Christus“, beleuchtet Christopher Kramp den Epheserbrief als Schlüssel zur Einheit. Er betont die Bedeutung des Lobpreises Gottes für seine Segnungen und erklärt, wie Gottes Auserwählung und sein Erlösungsplan auf Tadellosigkeit in Liebe abzielen. Die Predigt hebt hervor, dass wahre Einheit durch das Verständnis des Kreuzes, die Annahme von Jesus als Eckstein und die Erfüllung mit dem Heiligen Geist möglich wird. Praktische Ratschläge zur Bewahrung der Einheit in der Gemeinde und Familie werden ebenfalls gegeben.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q4: Einheit in Christus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur vierten Folge unserer Serie über die Einheit in Christus. Eine äußerst aktuelle Diskussion, ein Thema, das uns alle betrifft und beschäftigt. Wir ringen um die Einheit in unserem persönlichen Leben, in unseren Familien, in den Ortsgemeinden, in der weltweiten Adventgemeinde. Wir wollen heute in diesem vierten Thema, mit dem wir uns vorbereiten wollen, auf das Bibelgespräch am 27. Oktober einen Schlüssel kennenlernen für die Einheit. Das ist das Thema dieses Abschnitts, der Schlüssel zur Einheit. Und im Grunde genommen handelt es sich um ein Studium ausgewählter Passagen des Epheserbriefes. Und da freuen wir uns drauf, wollen diese Passagen genau unter die Lupe nehmen und sehen, was Paulus den Ephesern rät, um echte Einheit haben zu können. Bevor wir mit diesem Studium allerdings beginnen, wollen wir nach guter Gewohnheit gemeinsam beten. Und dazu lade ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, ganz herzlich ein.

[1:41] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du in deinem Wort uns den Schlüssel zu wahrer Einheit schenkst. Und danke, dass du uns zeigst, wie wir Uneinigkeit und Zwistigkeit überwinden können. Bitte sprich du jetzt durch deinen Heiligen Geist zu uns, erfülle unsere Herzen mit ihm und gib, dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast, dass es Wunden heilt und zu einem echten geistlichen Wachstum in unserem persönlichen Leben und unserer Weltgemeinde beiträgt. So sprich er zu uns und sei du bei uns im Namen Jesu. Amen.

[2:20] Epheser Kapitel 1 ist ein ganz besonderes Kapitel. Ellen White sagt über dieses Kapitel: „Dieses ganze Kapitel des Epheserbriefes beinhaltet kostbare Unterweisung für jede Seele.“ Wir tun gut daran, den Epheserbrief und unter anderem auch Epheser Kapitel 1 zu studieren. Es soll unseren Blick auf das Wesentliche lenken, nämlich auf das, was wir brauchen, um echte Einheit zu erlangen und zu bewahren. Auch das werden wir später noch hier in diesem Studium ansprechen. In der letzten Woche haben wir über das hohe priesterliche Gebet von Jesus gelesen und studiert und haben gesehen, welches Ideal Jesus in diesem wunderbaren Kapitel 17 des Johannesevangeliums uns zeigt. Paulus greift letztendlich diese Idee von der Einheit im Epheserbrief an ausgewählten Stellen immer wieder auf und führt uns hier durch einige Gedanken, die wir jetzt Stück für Stück uns erarbeiten wollen.

[3:24] Fangen wir mal an in Epheser 1 und dort ab Vers 3. Die ersten beiden Verse sind ja im Wesentlichen die Einleitung zu diesem Brief und dann in Vers 3 geht es los. Und Paulus zögert keinen Moment, um den Blick der Epheser sofort auf das zu lenken, was wirklich wichtig ist. Und wir sollten vom ersten Moment an, wo wir diesen Epheserbrief hier gemeinsam betrachten, uns von Paulus mitreißen lassen, unseren Blick wegwenden von den Schwierigkeiten, den Problemen, den Enttäuschungen, den unterschiedlichen Meinungen über verschiedene Dinge, den Blick hinwenden lassen auf den, auf den Paulus hier zeigt.

[4:00] Erste Epheser 1, Vers 3: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus.“ Wir loben Gott zu wenig. Wir preisen ihn zu wenig. Immer wieder finden wir in der Bibel die Aussagen, dass Gott gelobt und gepriesen werden soll. Das sind nicht nur Lückenfüller in der Bibel, sondern es ist ganz entscheidend, dass wir Gott loben für all das Gute, was er getan hat. Manchmal sind Geschwister so entmutigt über das, was in ihrem Leben geschieht, in der Ortsgemeinde geschieht, vielleicht auch in der deutschen oder weltweiten Adventgemeinde geschieht, dass sie nur noch die Schwierigkeiten und die Probleme sehen und sich daran vergraben. Aber Paulus schreibt den Ephesern: „Gepriesen sei Gott für all die Segnungen, die wir schon erhalten haben und die wir erhalten in Christus Jesus.“ In Psalm 72, Vers 19, auch dort wird Gott gelobt und dort heißt es, dass wenn er gepriesen wird, dass die ganze Erde erfüllt sein soll von der Herrlichkeit Gottes. Etwas, was wir dann in Offenbarung 18 wieder aufgreifen. Und ich habe den Eindruck, wenn ich das dort so lese, dass die Herrlichkeit Gottes, sein Charakter, sich überhaupt noch auf der Erde verbreiten kann, wenn wir ihn preisen für all die Segnungen, die er uns gegeben hat. Denk mal darüber nach, lieber Freund, liebe Freundin, was du in den letzten Tagen, in den letzten Wochen, in den letzten Monaten oder Jahren alles an Segnungen des Himmels erhalten hast durch deine Verbindung, deine Beziehung zu Jesus. Lasst uns Gott dafür von Herzen danken.

[5:33] Vers 4: „wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.“ Gott hat uns erwählt, wir werden später noch genauer darauf kommen, was das bedeutet. Und er hat ein Ziel mit uns. Von Beginn an der Welt hat dieser Erlösungsplan, den Gott ja schon vor Ewigkeiten gefasst hatte, das eine Ziel: nämlich Tadellosigkeit. Tadellosigkeit und zwar nicht Tadellosigkeit in Rechthaberei, sondern Tadellosigkeit in Liebe. Jesus hat über dasselbe gesprochen, als er in Matthäus 5 ab Vers 44 bis 48 über die Feindesliebe sprach. Und Feindesliebe ist vielleicht einer der großen Schlüssel auch dafür, viel Uneinigkeit und Zwistigkeit in der Gemeinde beiseite schaffen zu können. Und im Zusammenhang mit dem Gebot der Feindesliebe sagt Jesus ja: „Seid vollkommen, wie mein Vater im Himmel oder euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Immer wieder spricht die Bibel von dieser Tadellosigkeit, in 1. Korinther zum Beispiel Kapitel 1 und dort Vers 6 bis 8. Da heißt es: „Wie denn das Zeugnis von Christus in euch gefestigt worden ist, so dass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gnadengabe, während ihr die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet, der euch auch festmachen wird bis ans Ende, so dass ihr unverklagbar seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus.“ Hier steht nicht, dass er erwartet, dass wir festgemacht werden und unverklagbar sein, sondern dass er uns dazu machen wird. Es ist die Kraft Gottes, es ist seine Aufgabe und auch wir haben natürlich etwas zu tun. Das kann man schön in 1. Thessalonicher 5 nachlesen. Dort in 1. Thessalonicher 5, da wird uns ab Vers 16 eine Reihe von Dingen gesagt, die wir tun sollen als Christen: uns freuen, beten, dankbar sein, den Geist nicht dämpfen, Weissagungen nicht verachten, alles prüfen, das Gute behalten, sich von dem Bösen in jeglicher Gestalt fernhalten. Aber dann heißt es in Vers 23: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.“ Wir haben vieles zu tun in unserem christlichen Leben, aber das eigentliche, das Ziel, das Gott mit uns hat, das verwirklicht er selbst. Er heiligt uns, das ist sein Werk. Und das ist also das Ziel, das Gott hat mit seiner Gemeinde, wenn wir später noch in Epheser 5 wieder darauf zurückkommen.

[8:13] Vers 5: „er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens.“ Also, warum werden wir überhaupt erlöst? Es ist, weil Gott das möchte. Wir haben ihn nicht umgestimmt, wir haben ihn nicht überzeugt, sondern Gott will uns retten. Und diese Vorherbestimmung wird auch von Paulus ja dann in Römer 8 zum Beispiel und Römer 9 deutlich erklärt. „Die sind vorherbestimmt, die er zuvor ersehen hat.“ Das heißt, Gott weiß im Vorhinein, wer sich aus freien Stücken für ihn entscheiden wird. Und diese Sohnschaft, die entsteht durch Jesus Christus.

[8:56] Schauen wir in 1. Johannes 3 und dort Vers 1. 1. Johannes 3 und dort Vers 1, dort heißt es: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen, darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.“ Dass wir Sohnschaft haben dürfen, dass wir Kinder Gottes sind, ist so ein Vorrecht. Nun, die Welt erkennt das nicht als Vorrecht an. Die Welt glaubt, dass es ein Nachteil ist, dass es ein Hindernis ist, dass man dadurch irgendwie das Leben komplizierter hat. Aber das liegt daran, dass die Welt Gott nicht kennt. In Wirklichkeit ist es ein Ausdruck der Liebe Gottes, dass wir seine Kinder sein dürfen. Und in Römer 8, Vers 14 wird ja berühmt definiert, wer die Söhne, die Kinder Gottes sind. Das sind die, die mit dem Heiligen Geist erfüllt sind.

[9:52] Es geht weiter in Vers 6: „Zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“ Das heißt, unsere Erlösung soll zeigen, wie gnädig Gott ist. Und manchmal, wenn wir über die Erlösung nachdenken, dann geht es immer um uns, um die Sünden, die wir überwinden wollen und die Dinge, die in unserem Leben besser werden sollen. Aber selten denken wir vielleicht darüber nach, dass in dem, was in unserem Leben geschieht, eigentlich Gott verherrlicht werden soll. Und wenn wir tatsächlich so sehr die Erlösung in den Vordergrund stellen, dann lasst uns doch viel mehr Gott danken und ihn loben für all die Segnungen, für all das Gute, für all das Wunderbare, was er tut.

[10:32] Vers 7: „Hier haben wir die klassische Definition der Erlösung in der Bibel. In ihm, das ist in Jesus, haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade.“ Durch das Blut Jesu, das heißt durch sein vollkommenes Leben, das er stellvertretend für mich und für dich gegeben hat, werden unsere Sünden vergeben. Und zwar, weil er so viel Reichtum an Gnade hat. Mit anderen Worten, seine Gnade ist so stark, so groß, so umfassend, dass jeder die Vergebung seiner Sünden, seine Übertretung haben kann, weil Jesus für alle Menschen gestorben ist. Dankst du Gott dafür, dass er so gnädig ist, dass er so viel Barmherzigkeit hat, sogar für mich und auch für dich?

[11:28] Vers 8: „die er uns überströmend, es geht immer noch um die Gnade, die er uns überströmend widerfahren ließ in aller Weisheit und Einsicht.“ Es gibt mehr Gnade als Sünde. Dieser Punkt wird ganz deutlich, wenn man sich den Römerbrief anschaut. Und dort in Römer 5 und dort Vers 20, da heißt es: „Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden.“ Also dort, wo die Sünde schon voll geworden ist, ist die Gnade überströmend. Es gibt, und es ist sehr, sehr wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten: Es gibt mehr Gnade bei Gott, als es Sünde in der Welt gibt. Das heißt, wir können niemals so viel sündigen, dass die pure Quantität unserer Sünde irgendwie es unmöglich macht, dass Gott uns erretten kann. Er hat mehr Gnade, als wir Sünde haben. Das Einzige, was wir tun müssen, ist ihm das zu glauben und zu ihm zu kommen. Dann werden wir überströmend, sagt der Text hier, mit seiner Gnade, mit seiner Liebe. Und Paulus ist regelrecht in Verzückung, als er darüber schreibt, diesen wunderbaren ersten Kapitel, die Liebe und die Barmherzigkeit Gottes hier ausdrückt. Und diese Gnade ist nicht nur darauf begrenzt, dass wir irgendwie unsere alten Sünden vergeben bekommen, sondern sie zeigt sich auch in Weisheit und in Einsicht. Die Gnade Gottes erzieht uns, sie unterweist uns in vielen Dingen, lehrt uns sehr, sehr vieles. Die Gnade zeigt sich in der Weisheit, wie es hier steht, die Weisheit zeigt sich in der Schöpfung. Und wir könnten immer weitergehen. Römer 11, Vers 33, da ruft Paulus aus: „Wie unergründlich, wie unerforschlich die Weisheit Gottes ist.“ Denkst du über die Weisheit Gottes nach? Denkst du darüber nach, wie klug das alles gemacht ist, was Gott gemacht hat? Wie unglaublich weise er den Plan der Erlösung gelegt hat. Wir nehmen viele Dinge viel zu selbstverständlich und stoßen uns dann immer an den Kleinigkeiten und den Problemen und den Schwierigkeiten in unserem Leben und sind dann dermaßen deprimiert über die Zustände in der Gemeinde vielleicht, statt uns über die große Gnade und die große Weisheit und Einsicht Gottes, die uns umgibt in der Schöpfung und in unserem Leben zu freuen und mehr darüber nachzudenken. Ich glaube, ein wesentlicher Schlüssel für die Einheit in der Gemeinde besteht darin, dass jeder Einzelne, der behauptet, Jesus nachzufolgen, auch wirklich dankbar ist und von Herzen ihn lobt und ihm dankt.

[14:05] Denn in ihm, in Christus, so sagt uns Kolosser 2, Vers 3, sind alle Schätze der Weisheit verborgen.

[14:12] Vers 9: Hier beginnt jetzt ein Abschnitt, der für unser Thema von der Einheit von größter Wichtigkeit ist. Vers 9: „Er hat uns das Geheimnis seines Willens bekannt gemacht, entsprechend dem Ratschluss, den er nach seinem Wohlgefallen gefasst hat in ihm, Vers 10, zur Ausführung in der Fülle der Zeiten, alles unter einem Haupt zusammenzufassen in dem Christus, sowohl was im Himmel als auch was auf Erden ist.“ Also hier spricht es von einem Geheimnis. Gott hat ein Geheimnis, aber sein Geheimnis ist gar nicht so geheimnisvoll, weil er es offenbart. Das ist übrigens ein eigenes Thema für sich, das wir hier nicht ausbreiten können. Aber Gott hat nie vorgehabt, dass die wichtigen Dinge irgendwie geheim gehalten werden und abgesondert werden, dass man sie nicht ergründen kann. Sondern Gott liebt es, Geheimnisse zu offenbaren. Er offenbart in Daniel 2 sein Geheimnis sogar einem Nichtgläubigen, dem Nebukadnezar. Da braucht es etwas Hilfe und das zeigt schon, worin das eigentlich Geheimnisvolle besteht. Das Geheimnis Gottes ist nicht so geheimnisvoll, dass man es nicht verstehen kann, sondern es ist meistens eigentlich ganz klare, einfache Wahrheit, die aber aufgrund des sündigen Denkens und des Stolzes oft nicht begriffen wird und deswegen geheimnisvoll erscheint. Das größte Beispiel dafür ist natürlich die Wahrheit, dass Jesus am Kreuz sterben würde, und die Jünger waren nicht in der Lage, das zu begreifen. Für sie war diese klare, offensichtliche Wahrheit ein Geheimnis. Aber Gott offenbart seine Geheimnisse immer und immer wieder, wie wir gesagt haben, in Daniel 2 zum Beispiel. Berühmt ist der Vers aus Amos 3 und dort Vers 7, dort sagt der Prophet Amos den berühmten: „Gott der Herr tut nichts, ohne dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat.“ Gott liebt die Transparenz und hier geht es jetzt um ein Geheimnis, das in Wirklichkeit gar nicht geheimnisvoll ist, sondern Gott hätte schon sich viel früher gewünscht, dass es verstanden wird, aber jetzt ist es endlich offenbar durch das Wirken und den Dienst und den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus. Sein Wunsch, sein Ziel, das was sein Wohlgefallen beschlossen hat, ist, wie es hier heißt, alles zusammenzufassen im Himmel und in der Erde oder auf der Erde und zwar alles zusammenzufassen unter einem Haupt, das heißt unter einem Kopf, unter einem Leiter, nämlich Christus. Gottes großer Wunsch, sein Geheimnis sozusagen, ist die totale Einheit aller Schöpfung unter Jesus. Das ist der Plan. Und in der Hinsicht kann man jetzt auch verstehen, warum an anderer Stelle in Kolosser 1 Vers 27 das Geheimnis Gottes bezeichnet wird als „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Das ist sozusagen ein wesentlicher Teilaspekt davon, denn nur wenn Christus in uns ist, wenn wir mit Christus eins sind, dann können wir auch untereinander alle eins sein. Aber das Geheimnis Gottes ist nicht damit erschöpft, dass Christus in mir ist, sondern das Geheimnis Gottes geht weiter, es bedeutet auch, dass alle, die auf Erden und im Himmel sind, die unter Christus durch den Glauben vereint werden zu einer Einheit. Gott wünscht sich eine. Es ist nicht nur ein notwendiges Nebenprodukt, dass man irgendwie organisiert vorangehen muss. Nein, Gott wünscht sich eine. Es ist ein großer Plan.

[17:39] Aber wie wir wissen, ist das nicht möglich mit der Sünde. Kolosser 1 Vers 20 zeigt, dass diese Einheit unter Christus nur möglich geworden ist durch das Kreuz. In Kolosser 1 Vers 20 heißt es: „Und durch ihn alles mit sich selbst zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes, durch ihn sowohl was auf Erden als auch was im Himmel ist.“ Allein durch das Blut Jesu, das er im Kreuz vergossen hat, ist diese tatsächliche geistgefüllte Einheit möglich, für die ja Jesus gebetet hat, in Johannes 17, von dem wir das letzte Mal gesprochen haben. Und nur dadurch, dass im Himmel und auch auf der Erde Menschen das Kreuz Jesu anerkennen als die vollständigste Offenbarung der Liebe Gottes und seines Charakters, nur dadurch ist diese Einheit möglich. Wer diese Offenbarung des Charakters Gottes am Kreuz nicht für sich persönlich in Anspruch nimmt, der kann auch nicht Teil dieser Einheit sein. Und deswegen ist der Schlüssel für wahre Einheit ein wahres Verständnis des Kreuzes, ein wahres Verständnis der Rolle Jesu und echte Herzensbekehrung und Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Ansonsten kann es keine Einheit geben.

[18:56] In Epheser 1 und dort Vers 11: „in ihm, in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens.“ In Jesus haben wir ein Erbe und wer ein Erbe hat, der hat Zukunft. Also wir haben eine Zukunft durch Jesus und Gott wusste das schon im Vorhinein. Wir wissen aus Jesaja 46, Vers 10, wo Gott sagt, dass er das Spätere schon am Anfang verkündigt hat. Er verkündigt seine Pläne lange im Voraus, hält nicht damit hinter dem Berg. Es ist nur deswegen ein Geheimnis, weil wir durch unser sündiges Denken und unsere schlechten Gewohnheiten oft nicht in der Lage sind, die volle Wahrheit des Erlösungsplanes völlig zu erfassen. Aber Gott hat wunderbare Pläne mit mir und mit dir und mit uns zusammen und vielleicht haben wir zu sehr den Blick auf den Problemen, zu sehr auf die Dinge, die uns trennen. Wir sollten vielmehr auf Jesus schauen.

[20:01] In Epheser 1, Vers 12 heißt es: „damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit dienten, die wir zuvor auf den Christus gehofft haben.“ Hier bezieht sich Paulus offensichtlich auf diejenigen, die schon auf den Messias gewartet hatten. Das sind natürlich die gläubigen Juden. Und indem sie auf den Messias gewartet haben, den Verheißungen entsprechend geglaubt haben und dann die Erfüllung in der Zeit des Neuen Testaments erlebt haben und angenommen haben, so wie dann mit etwas Verspätung auch der Paulus selbst, sind sie zu einem Zeugnis für den Charakter Gottes geworden. Er sagt, wir sind zum Lob der Herrlichkeit oder er sagt, wir dienen zum Lob der Herrlichkeit. Aber nicht nur die Juden sind hier angesprochen, sondern in Vers 13 heißt es: „in ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung gehört habt, in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist.“ Was Paulus sagen möchte ist: Die meisten Heiden haben ja das Evangelium erst kürzlich gehört, aber sie sind genauso fester Bestandteil des einzigen Volkes Gottes. Warum? Weil sie denselben Heiligen Geist empfangen haben und der bestätigt die Echtheit ihres Glaubens. Also, warum können sowohl die, die auf den Messias gewartet haben, als auch die, die es vor kurzem von ihm gehört haben, überhaupt gemeinsam ein Volk sein, gemeinsam echte Gläubige sein? Weil sie von demselben Heiligen Geist erfüllt sind. Wahre Einheit geht nur durch die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Und hier wollen wir nicht verpassen, dass Paulus das Evangelium das Wort der Wahrheit nennt. Heute gibt es immer wieder Versuche, das Evangelium irgendwie anders zu definieren und von der Wahrheit wegzubringen, als ob es überhaupt gar keine absolute Wahrheit gibt. Aber ohne absolute Wahrheit gibt es auch kein Evangelium, denn das Evangelium ist das Wort der Wahrheit.

[21:53] Und dann sagt Vers 14: „um den Heiligen Geist, der das Unterpfand unseres Erbes ist, bis zur Erlösung des Eigentums zum Lob seiner Herrlichkeit.“ Dieser Vers ist ziemlich gewaltig. Unterpfand ist ein anderes Wort für Anzahlung. Was Paulus hier sagt, ist, dass die Ausgießung des Heiligen Geistes ist eine Anzahlung auf das, was Gott uns alles noch geben wird, wenn Jesus wiederkommt. Denn wenn es hier von der Erlösung spricht, von der Erlösung des Eigentums, spricht es hier nicht so sehr durch die Rechtfertigung durch den Glauben, sondern vielmehr die Verwandlung unseres sündigen Körpers bei der Wiederkunft. Entsprechende Bibeltexte kann man in Römer 8, 23 oder auch in Lukas 21, Vers 28 nachlesen.

[22:36] Also Paulus richtet den Blick der Epheser ganz am Anfang zuallererst auf die große Gnade Gottes. All die Liebe, die sich zeigt im Erlösungsplan und dass es Gottes Wille ist, uns zu erlösen und uns zu heiligen und dass wir tadellos sind, dass wir bewahrt werden, dass wir erfüllt sind mit dem Heiligen Geist und dass wir alle eins sein. Das ist Gottes großer Wille. Und weil das so ist, können wir uns mit der praktischen Umsetzung beschäftigen. Wir müssen die Einheit nicht irgendwie erzwingen oder irgendwie durch Kompromisse erschließen. Wir können unseren Blick auf Jesus wenden und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden und dann wird es zur Einheit kommen. Dann müssen wir Gott nicht erst lange überreden. Es wird automatisch Einigkeit geben, weil Gott es unbedingt möchte. Das ist sein Wille, sein Ratschluss. Er wünscht sich nicht mehr. Wenn es also keine Einheit gibt, liegt es nicht daran, dass wir Gott noch nicht lange genug überredet haben, sondern weil wir es selbst irgendwie nicht wollen, weil wir uns selbst im Wege stehen, weil wir durch Sünde den Plan Gottes durchkreuzen.

[23:39] Epheser 2, 11 beginnt Paulus jetzt dieses Thema von den Heiden und den Juden noch etwas ausführlicher zu behandeln, und das ist sehr wertvoll für uns, weil es noch einmal die Aspekte der Einheit zeigt, gerade dann, wenn zwei disparate, zwei unterschiedliche Gruppen, wie die Juden und die Heiden, jetzt im Volk Gottes zusammengeführt werden sollen.

[24:00] Vers 11: „Darum gedenkt daran, dass ihr, die einst Heiden im Fleisch wart und Unbeschnittene genannt wurdet, von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht.“ Also er bezieht sich hier eindeutig auf ihre ehemalige Erfahrung als Heiden. Dann sagt dann Vers 12: „dass ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung, ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.“ Nun, der Vers ist sehr interessant. Er sagt, ihr wart ohne Christus und deswegen wart ihr ohne Hoffnung, hattet keinen Zugang zu Gott und ihr gehördet nicht zu Israel. Er sagt nicht, dass das alles deswegen war, weil sie nicht beschnitten waren, sondern weil sie ohne Christus waren. Ebenfalls interessant an dem Vers ist, dass, also die Schlussfolgerung aus dieser Beobachtung ist, dass die wahre Zugehörigkeit zu Israel auch damals schon im Alten Testament Christus eigentlich war. Nur durch Christus, durch den Messias, den verheißenen Messias, konnte man zu Israel gehören und das hat einen dann zu einem Teilhaber der Bündnisse und Verheißungen gemacht. Da aber die meisten Heiden von dem Messias nichts wussten, waren sie ohne Zugang zu Gott und hatten keine Hoffnung. Ebenfalls beachtenswert ist, dass in diesem Vers Bündnisse im Plural ist, was also zeigt, dass auch der neue Bund neben dem alten schon existierte und durch die Verheißung ja angenommen werden konnte.

[25:28] Vers 13: „Jetzt aber ist in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern wart, nahegebracht worden durch das Blut des Christus.“ Durch Jesus sind nun die Heiden, die kürzlich erst das Evangelium gehört haben, genauso Bestandteil des Volkes Gottes wie auch die Juden zuvor. Warum? Weil sie den Heiligen Geist empfangen haben und das ist ein sehr, sehr wichtiger Punkt. Der Tod Jesu macht das möglich, der Tod Jesu hebt die Trennung auf und das ist genau der Punkt. Trennung in der Gemeinde kann nur durch einen einzigen Schlüssel aufgehoben werden, sei es Trennung zwischen zwei Geschwistern, Trennung zwischen zwei Parteien der Gemeinde, sei es Ortsgemeinde oder weltweite Gemeinde. Die Trennung kann nur aufgehoben werden durch den Tod Jesu, durch sein Blut.

[26:28] Vers 14: „denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat. Er ist ja der Friedefürst, er allein kann wahre geistliche Einheit zwischen den Gläubigen bewerkstelligen, eine Einheit, die alle Kultur, alle ethnischen Besonderheiten überstrahlt, denn das war ja hier bei der Urgemeinde genauso der Fall, da gab es verschiedene Kulturen, verschiedene Sprachen, verschiedene Gewohnheiten, all das konnte vereint werden durch den gemeinsamen Glauben an den Kreuzestod Jesu.“

[27:08] Vers 15: „indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzung hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften.“ Jesus hat ja durch seinen Kreuzestod die mosaische Satzung des Alten Bundes abgeschafft. Da kann man da in der Neuen Vers 27 lesen, dass er die Schuld und die Opfer abgeschafft hat, die Speisopfer, die Sündopfer abgeschafft hat und damit die wahre Einheit aller Gläubigen ermöglicht. Diese Satzung, das kann man in Kolosser 2, Vers 14 nachlesen, war eine Schuldschrift. Das heißt, die mosaischen Regeln haben ja nur deutlich gemacht, dass der Messias noch kommen muss, dass die Sünde noch nicht gesühnt ist und durch den tatsächlichen Sühnetod Jesu waren diese Satzungen, diese Schuldschrift dann hinfällig. Und deswegen sagt der Paulus auch, dass durch den, als der neue Bund ratifiziert worden ist, durch das Blut Jesu, die Verheißung ihre Erfüllung gefunden haben, brauchte man den Alten Bund nicht mehr. Das steht in Hebräer 8, Vers 13. Und ohnehin sagt ja auch Paulus in 2. Korinther 5, Vers 17, dass wir in Christus eine neue Schöpfung sind und deswegen nützt auch die Beschneidung nichts mehr, so sagt das in Galater 6, Vers 15.

[28:29] Vers 16: „und um die beiden in einem Leid mit Gott zu versöhnen, durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hat.“ Das Kreuz, jetzt Achtung, versöhnt Heiden und Juden und es versöhnt beide mit Gott. Und damit haben wir letztendlich wieder genau dasselbe, was wir schon in Johannes 17 entdeckt haben, dass Jesus durch seinen Dienst Gott mit den Menschen verbindet und die Menschen untereinander. Wir haben gelernt damals ja, dass es drei Ebenen der Einheit gibt: Gott ist eine Einheit, Gott möchte Einheit mit den Gläubigen und die Gläubigen sollen selbst eine Einheit untereinander sein. Und hier wird deutlich: Das ist nur ausschließlich und allein möglich durch den Kreuztod Jesu, der dann im himmlischen Heiligtumsdienst, durch seinen hohen priesterlichen Dienst, für uns angewendet wird. Und deswegen kann die Lösung für allen Streit und für alle Auseinandersetzungen, alle Uneinigkeit nur darin bestehen, mehr Zeit in Gedanken, Worten und Taten mit dem Kreuz Jesu zu verbringen, über die Erlösung nachzudenken, die Gott in seiner unendlichen Gnade, unendlichen Weisheit jedem Einzelnen von uns anbietet. Wie viel Zeit verbringst du damit, über das Erlösungsgeschehen nachzudenken? Wie viel Zeit verbringst du damit, über das Evangelium, die Gnade Gottes, seinen Charakter zu meditieren und dir das vorzustellen, was er für dich getan hat? Wie viel Zeit verbringst du damit, die Probleme zu vergrößern, indem du noch das Glas, das Vergrößerungsglas draufhältst, von Problemen zu reden und sie anderen noch weiter zu sagen? Nun, wir wollen Probleme nicht völlig ignorieren, aber über Probleme zu reden, wird sie nicht lösen. Zwistigkeiten beim Namen zu nennen, bewirkt noch keinen Frieden. Der Friede entsteht durch die Konzentration auf Jesus.

[30:32] Vers 17: „Und er kam und verkündigte Frieden euch, den Fernen und den Nahen, denn durch ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist.“ Jesus hat diesen Frieden, diese Rechtfertigung, wie es in Römer 5, Vers 1 ja auch genannt wird, den Frieden mit Gott, sowohl den Juden, den Nahen, als auch den Heiden, den Fernen gepredigt. Jesaja 27, Vers 5 sagt, dass wenn wir Frieden mit Gott machen, dann bedeutet das, dass wir Schutz bei ihm suchen.

[30:56] Vers 18: Wir haben alle Zugang zu dem Vater durch Jesus, weil wir alle durch den einen Geist erfüllt sind. Er ist unser Hohepriester, Jesus Christus im Himmel, Hebräer 4, Vers 14 bis 16. Und als Jesus zum Hohepriester gesalbt worden ist, zu Pfingsten, ist er der Heilige Geist ausgegossen worden. Das heißt, die Erfüllung mit dem Heiligen Geist hat einen direkten Bezug zu dem, was Jesus im himmlischen Heiligtum für uns tut.

[31:29] Was das Fazit des Paulus hier dann bringt, Vers 19: „So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ Die Heiden sind durch das Kreuz vollwertige Mitglieder des Volkes Gottes. Der Hausherr ist natürlich Jesus. Matthäus 10, Vers 25 sagt uns das.

[32:02] Und dann Vers 21: „auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist.“ Die Basis aller Einheit muss die Bibel sein. Was die Propheten im Alten Testament und die Apostel im Neuen Testament geschrieben haben, das ist das Fundament. Außerhalb dessen kann die Gemeinde nicht gebaut werden. Der Eckstein dieses ganzen Gebäudes ist aber Jesus Christus selbst, das Zentrum sowohl des Alten als auch des Neuen Testamentes. Und dann heißt es Vers 21: „in dem der ganze Bau zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet, zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ Nur auf dieser Grundlage der Bibel, des Wortes der Wahrheit, kann die Gemeinde wie ein Tempel, wie ein Gebäude, Schritt für Schritt gebaut werden. Der Petrus sagt uns ja in 1. Petrus 2, Vers 4 und 5, dass jeder Einzelne von uns ein lebendiger Stein ist. Einheit der Gemeinde kann man sich auch so vorstellen, dass jeder Einzelne von uns ein Stein ist in diesem Gebäude. Dieses Gebäude ist nicht nur das Gebäude unserer Generation, sondern an diesem Gebäude ist schon seit Jahrhunderten, ja seit 2000 Jahren, oder wenn man das Alte Testament dazu nimmt, schon seit Jahrtausenden gebaut worden. Und jeder Einzelne erfüllt eine bestimmte Funktion, hat seinen bestimmten Platz, wo Gott ihn hingesetzt hat. Nun, wir kennen vielleicht die Geschichte. Im Alten Testament wird davon berichtet, wie der Tempel unter Salomo gebaut worden ist und wie wunderbar dort die Steine bereits behauen waren und dann ineinander gefügt worden sind. Gott wünscht sich, dass die Geschwister in der Gemeinde auch harmonisch zueinander passen. Und er möchte, dass wir selbst persönlich in unserer Beziehung zu Jesus uns schleifen lassen, uns abhauen lassen dort, wo Kanten überstehen, damit wir dann harmonisch zusammengefügt so einen Tempel bilden. Übrigens gab es zur Zeit Israels immer nur einen Tempel im Plan Gottes. Es gab eine Stiftshütte, einen Tempel unter Salomo, später zur Zeit nach dem Exil auch nur einen Tempel. So gibt es auch nur eine wahre Gemeinde. Und deswegen ist Einheit so wichtig. Nicht hier überall jeder mit seinem eigenen kleinen Zelt, nein, ein Zelt, ein Gebäude, ein Tempel, eine Gemeinde, eine Einheit, wo Gott sich offenbaren kann.

[34:26] Das bedeutet in Vers 22: „indem auch ihr mit erbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ So wie Gott im Tempel des alten Israel sich offenbaren wollte, will Gott sich in der Gemeinde offenbaren. Und deswegen ist Einheit so entscheidend. Wenn es keine Einheit gibt, geisterfüllte Einheit, von der wir gesprochen haben, dann ist das Zeugnis Gottes in dieser Welt behindert.

[34:49] Paulus spricht aber auch sehr praktisch, wie diese Einheit umgesetzt werden kann. Das wollen wir uns jetzt noch kurz anschauen. In Epheser 4, Vers 1 heißt es: „So ermahne ich euch nun, ich der Gebundene im Herrn, dass ihr der Berufung würdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid.“ Der Paulus weiß, dass die Einheit, selbst wenn man an Jesus glaubt, kein einfaches Nebenprodukt ist, sondern er muss die Epheser ermahnen zur Einheit. Wie viel Ermahnung brauchen dann wir heute zur echten Einheit? Worin soll die Einheit bestehen? Wenn wir das auch tatsächlich umsetzen, wenn wir also tatsächlich unsere Berufung würdig wandeln,

[35:33] Vers 2: „indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt.“ Einheit ist nicht nur dann, wenn man sowieso einer Meinung ist und vor lauter Glück das gar nicht fassen kann und sich in den Armen legt. Einheit ist auch dann, wenn man Geduld haben muss mit dem Bruder und wenn man seine Schwester lieben muss, auch wenn die gerade irgendwie etwas sagt oder tut, was einem nicht so gefällt. Demut, Sanftmut, Langmut, Geduld, Liebe einander ertragen. Ohne das gibt es keine Einheit in dieser Gemeinde, in dieser Welt.

[36:09] Und diese Einheit, wie wir schon in der ersten Folge gesehen haben, muss bewahrt werden. Vers 3: „und eifrig bemüht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.“ Immer wieder müssen wir auch Mühe investieren. Wir müssen eifrig uns darum kümmern, Einheit, wenn sie denn da ist, auch zu bewahren. Das eine ist, dass wir um die Einheit bitten wollen und beten, dass Gott uns Einheit schenkt. Aber werden wir, wenn Gott sie uns schenkt, auch genügend Energie und Ressourcen hineinstecken, um dieses kostbare Geschenk zu bewahren? Es ist eine Sache, den Tempel oder die Stiftshütte zu bauen. Es ist eine andere Sache, dafür zu sorgen, dass der Tempel und die Stiftshütte auch reinbleiben und dass sie nicht verschmutzt oder falsch gebraucht werden, dass sie gut erhalten werden. Einheit muss nicht nur kommen, sie muss auch dann kultiviert werden.

[37:06] Und Einheit ist nichts Außergewöhnliches im Werk Gottes. Schauen wir auf Vers 4 bis 6: „Ein Leib und ein Geist, die auch berufen sei, zu einer Hoffnung eurer Berufung ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, über allen und durch alle und in euch allen.“ Alles Wesentliche in der Gottheit selbst, im Glauben, in all dem, wovon die Bibel spricht, basiert auf diesem Prinzip von Einheit und deswegen auch Einheit unter den Geschwistern. Und Gott schätzt trotzdem auch Vielfalt.

[37:40] Vers 11 und 12 sagt uns: „und er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer zur Zurüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus.“ Gott gibt verschiedene Gaben, verschiedene Talente und Fähigkeiten, mit dem einen Ziel, dass die ganze Gemeinde ausgebildet wird, dass sie trainiert wird, dass sie befähigt wird, Gottes Werk voranzubringen und das führt dann zur Einheit des Glaubens, wie wir in Vers 13 finden: „bis wir alle zur Einheit des Glaubens und Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus.“

[38:26] Was möchte Gott in dieser Zeit? Er möchte, dass wir die Zeit auskaufen, dass wir vernünftig und verständlich sind, dass wir den Willen des Herrn tun, dass wir uns mit guten Gedanken füllen, dass der Heilige Geist unser Denken kontrollieren darf, dass wir uns von allen Drogen, von aller Berauschung des Gehirns fernhalten. All das finden wir in Epheser 5 ab Vers 15. Er wünscht sich auch, dass wir miteinander geistlich uns unterhalten.

[38:51] Vers 19: „redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.“ Das heißt, wenn wir zusammenkommen in der Gemeinde, wenn wir in einem Hauskreis sind, wenn wir uns auch unter der Woche vielleicht treffen, auch im kleinen Kreis, wovon reden wir, wovon sprechen wir? Sind es geistliche Dinge, mit denen wir uns gegenseitig erbauen und ermutigen und stärken? Wie viel leichter ist es, über Probleme zu reden? Wie viel leichter ist es, die Schwierigkeiten, die Zwistigkeiten groß werden zu lassen und sie in allen Details zu beschreiben? Wie viel schöner wäre es, wenn wir viel mehr über das reden und uns austauschen, was wir in der Morgenandacht studiert haben? Wenn wir uns austauschen, was wir in Gebeten erlebt haben, wenn wir uns Missionserfahrungen gegenseitig erzählen und von unseren Schwierigkeiten und Freuden im persönlichen Glaubenswandel aneinander teilhaben lassen? Das ist, wie Gott sich Einheit in der Gemeinde praktisch vorstellt. Mit wie vielen Menschen hast du in der jüngsten Vergangenheit über geistliche Dinge, persönliche eins zu eins oder in kleinen Gruppen Gespräche geführt, die zur Erbauung des anderen gedient haben? Das ist ein guter Gradmesser, um zu sehen, wie sehr du vielleicht persönlich eigentlich an der Einheit, an der Gemeinde mitwirkst. Denn viele beklagen mangelnde Einheit, tun aber nichts selbst, um Einheit herbeizuführen. Und das wäre ein allererster wesentlicher Schritt, Geistliches in die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Gemeinde und auch in die Familie hineinzubringen.

[40:23] Und natürlich, wie schon Kapitel 1, sollen wir Gott dankbar sein. Fest 20 sagt: „allezeit Gott dem Vater Dank für alles in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ Und das bedeutet eine wirkliche Überzeugung, dass Gott in allem, was er tut in unserem Leben, immer nur das Beste für uns im Sinn hat. Eine ganz wesentliche Überzeugung, ohne die sich dieser Vers gar nicht realisieren lässt.

[40:42] Und dann heißt es in Vers 21: „ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes.“ Und die Furcht Gottes ist ein eigenes Thema. Wir haben das immer wieder mal angesprochen, was das bedeutet, nämlich nicht zu sündigen. Es bedeutet, das Böse zu hassen und bereit zu sein, aus Liebe zu Gott und dem, was er getan hat, alles auf den Altar zu legen. Nun, in der Furcht Gottes gibt es auch den Gedanken, dass man sich einander unterordnet, dass man nicht nur Gott gegenüber alles gibt, sondern dass man auch gegeneinander auf bestimmte Rechte vielleicht verzichtet oder sich demütig verhält. Unterordnung ist ein wesentliches Merkmal des Himmels und Unterordnung ist ein wesentliches Merkmal der wahren Einheit. Es gibt keine Einheit, auch nicht in der Adventgemeinde, wenn Unterordnung, wie Paulus sie hier beschreibt, nicht ernst genommen wird. Und diese Unterordnung ist nicht nur eine theologische, sie ist auch eine praktische im Alltag, in der Familie, in der Gemeinde, die ja aus Familien besteht.

[41:46] Vers 22: „Ihr Frauen ordnet euch euren eigenen Männern unter, als dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist und er ist der Retter des Leibes. Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frau ihren eigenen Männern in allem.“ Das ist ein Prinzip, das in der Familie Gültigkeit hat und Paulus spricht hier nicht nur zu ein paar Ephesern im ersten Jahrhundert, er spricht hier dann später auch, argumentiert er mit der Schöpfungsordnung und er zeigt, dass das, was in der Familie geschieht, ein Spiegelbild dessen sein soll, was auch die Gemeinde betrifft. Und ist es nicht kurios, dass gerade auch dieses Thema des Rollenverständnisses von Mann und Frau gerade für so enorme Uneinigkeit in der Gemeinde sorgt und immer wieder dann auf Kultur und verschiedene regionale Traditionen vielleicht verwiesen wird, aber in Wirklichkeit Paulus hier ein sehr geistliches Prinzip anspricht.

[42:49] Nun, bevor Missverständnisse aufkommen, der Paulus sagt auch, dass die Männer sich den Frauen unterordnen sollen. In einem ganz besonderen Sinne, Vers 25: „Ihr Männer liebt eure Frauen, gleich wie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat.“ Die Frau ist aufgefordert, sich dem Mann unterzuordnen, der Mann ist aufgefordert, alles zu geben. So wie Christus für die Gemeinde. Eine Liebe, die weit über Hormone und über Gefühle hinausgeht. Eine Liebe, die ein Ziel hat. So wie Christus auf alles verzichtete zugunsten der Gemeinde, sollen Männer auf alles verzichten zugunsten ihrer Frau.

[43:21] Vers 26: „damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort. Damit er sie sich selbst darstelle, Vers 27, als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runze noch etwas ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“ Da sehen wir das wieder. Das Ziel, das Gott mit der Gemeinde hat, ist Tadellosigkeit, Heiligkeit und deswegen hat Jesus alles hingegeben. Und die Frage ist, und jetzt spreche ich ganz besonders zu uns Männern, wenn wir verheiratet sind, wie viel investieren wir darin, dass unsere Frauen näher zu Jesus kommen? Wie viel geben wir hin, wie viel geben wir auf, wie viel schneiden wir weg von Zeit, Ressourcen, was auch immer, mit der Intention, mit dem Ziel, dass unsere Frauen auf dem Weg der Heiligung einen Schritt vorwärts kommen können. Das ist das, was Jesus getan hat und was Paulus hier insbesondere dem Mann als Aufgabe gibt. Und wenn man das auf die Ebene der Gemeinde holt, die ja auch aus Familien besteht, dann ist es auch Aufgabe dann, insbesondere der Gemeindeleiter, zu investieren, sich hinzugeben, um die Gemeinde ein Stück weiter auf dem Weg der Heiligung voranzubringen.

[44:43] Vers 28 bis 30: „ebenso sind die Frauen verpflichtet, ihre eigenen Männer, ihre eigenen Frauen zu lieben, wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es gleich wie der Herr die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gemeinden.“ Wann wird ein Mann seine Frau wirklich lieben? Wenn er versteht, dass sie eins sind. Wenn er versteht, dass in Wirklichkeit, wenn er ihr etwas Gutes tut, auch er sich selbst etwas Gutes tut. Wenn die Einheit zwischen Mann und Frau begriffen wird, dann ist er auch echte Liebe. Genauso liebt auch Christus die Gemeinde, weil er sich mit ihr identifiziert. Er ist nämlich Mensch geworden. Er ist Teil dieser Gemeinde geworden. Er ist unser Bruder geworden, als Ausdruck seiner Liebe.

[45:43] Vers 31 und 32: Paulus zitiert aus 1. Mose 2: „Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen und die zwei werden ein Fleisch sein.“ Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. Paulus sagt deutlich, dass die Ehe ein Typus ist auf die Einheit in Christus. Und diese Einheit ist nur möglich, wenn man Prioritäten setzt. Genauso wie es nur eine echte Einheit zwischen Mann und Frau geben kann, wenn der Mann bereit ist, Vater und Mutter an die zweite Stelle zu setzen. Genauso kann es nur echte Einheit zwischen Christus und der Gemeinde geben, wenn die Gemeinde bereit ist, wenn jeder einzelne Gläubige bereit ist, Christus die oberste Priorität in seinem Leben sein zu lassen. Genauso wie auch für Jesus mein Leben die oberste Priorität hatte, mein Glück, mein Wohlergehen die oberste Priorität hatte. Er hat den Himmel verlassen, seinen Thron aufgegeben, ist Mensch geworden, weil er nicht im Himmel sein wollte, ohne mir die Gelegenheit zu geben, erlöst zu werden. Ich war ganz oben auf seiner Prioritätenliste. Wie viel mehr sollte dann Jesus ganz oben auf unserer Prioritätenliste sein, würde das nicht zu echter geistlicher Einheit mit ihm und dann auch untereinander führen?

[47:10] Weiter zeigt dann Paulus in Epheser 6, Vers 1 bis 9, dass das Gleiche auch gilt für die verschiedenen anderen zwischenmenschlichen Beziehungen in der Familie oder auch in der Arbeit. Überall soll sich durch Liebe und Unterordnung, durch Liebe und Respekt das Wesen und der Charakter Gottes zeigen, sodass dann das Gebet Jesu erfüllt wird, dass wir eins sind durch unsere Einheit mit Jesus und damit die Welt erkennt, dass Jesus wirklich der Gesandte Gottes ist. Damit wollen wir das schließen mit diesem Vers aus Johannes 17 und dort Vers 21, wo es heißt: „Auf dass sie alle eins sein, gleich wie du Vater in mir und ich in dir, auf dass auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“

[47:58] Wenn wir diese Einheit widerspiegeln, weil wir unseren Blick unabwendbar auf Jesus richten, wenn wir um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist täglich bitten und erleben, wenn wir uns aktiv darum bemühen, die Einheit, die Gott schenkt, auch zu bewahren und zu kultivieren, wenn wir versuchen, in unserer Familie, in unserer Ortsgemeinde, wo immer wir Dienst haben, in unserem Arbeitsleben, im Studium, wo immer wir sind, in der Schule, wenn wir versuchen, diesen Charakter Gottes weiterzugeben, wenn wir uns um Frieden und Einheit auf biblischer Grundlage bemühen, dann wird die Welt erkennen, dass wir nicht eine andere Gruppe von Menschen sind, sondern dass wir die Nachfolger des Gesandten Gottes sind, diejenigen, die den Weg zu Gott gefunden haben.

[48:51] Möchtest du, liebe Freund, liebe Freundin, auf Jesus schauen? Möchtest du von ihm lernen, was wahre Einheit ist? Möchtest du erfüllt werden von seinem Heiligen Geist, sodass Einheit in der Familie und Einheit in der Gemeinde nicht nur eine Theorie ist, von der man immer mal wieder redet, sondern eine lebendige Erfahrung, die du praktisch erlebt hast? Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[49:17] Nächste Woche werden wir uns hier wiedersehen, um dann weiter das Thema der Einheit zu studieren und zu vertiefen. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude beim Studium seines Wortes. Amen.


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