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Wusstest du, dass die Bestimmung des Menschen fundamental damit verknüpft ist, die verlorenen Engel zu ersetzen? In dieser Predigt geht Christopher Kramp der faszinierenden Frage nach, welche Rolle diese unsichtbaren Wesen in Gottes Plan spielen und was sie uns heute zu sagen haben. Tauche ein in eine tiefgründige Betrachtung, die den Blick über das Sichtbare hinaus auf eine höhere geistliche Perspektive lenkt.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:09] Wusstet ihr, dass die Bestimmung des Menschen auf der ganz fundamentalen Ebene dazu da war, die verlorenen Engel zu ersetzen?

[0:36] Wenn die leise Stimme zu dir spricht – ich glaube, dass heute Morgen diese leise Stimme zu jedem Einzelnen von uns, egal ob klein oder groß, jung oder alt, frisch dabei oder schon lange dabei, etwas zu sagen hat. Ich wünsche euch einen gesegneten Sabbat. Es ist immer schön, wenn man nach längerer Zeit wieder nach Bogenhofen kommt. Der Sommer ist fast vorbei. Die letzten Sonnenstrahlen dieses Sommers segnen uns noch ein bisschen, aber die Schule geht bald los. Mehr Schüler, mehr Studenten sind da. Übermorgen ist Einschulung. Unser kleiner Josia, der kann es kaum erwarten. Ich weiß nicht, ob die Älteren den neuen Schulstart auch mit so einem Eifer herbeisehnen.

[1:50] Anlässlich dieser Tatsache haben wir auch ein bisschen Besuch. Ich bin so dankbar, dass meine Mama und mein Papa da sind, mein jüngster Bruder und seine Verlobte. Wir haben schon ein paar Tage hier gemeinsam verbracht und werden sie noch verbringen. Ich bin mir sicher, ihr wisst alle, was es bedeutet, wenn man sich mal wieder sieht. Vielleicht ist es ja auch dem einen oder anderen heute so gegangen, wenn man mal wieder Geschwister wiedersieht, die man lange nicht gesehen hat.

[2:19] Heute soll es aber nicht um Menschen gehen, die man sieht. Es soll auch nicht um Menschen gehen, die man nicht gesehen hat. Wenn ihr in euer Programm geschaut habt, dann werden wir heute ein paar Minuten uns Zeit nehmen, über jemanden zu sprechen, den man in der Regel gar nicht sieht. Und obwohl es in jeder Predigt und natürlich auch in dieser am Ende immer um Jesus geht, ist er damit jetzt gerade nicht gemeint. Ich weiß nicht, wer sich von euch erinnern kann: Anfang des Jahres haben wir mal angefangen, uns in Offenbarung 14, Vers 6 hineinzudenken und haben uns die ersten drei Worte angeschaut. Könnt ihr euch daran erinnern? „Und ich sah.“ Dann, vor der Sommerpause, sind wir einen mutigen Schritt weitergegangen und haben uns die nächsten zwei Worte angeschaut, nämlich „und ich sah einen anderen“, und haben gestaunt, was man alles herausfindet, wenn man einfach nach einem anderen schaut.

[3:32] Heute werden wir uns um genau ein Wort kümmern, ein einziges Wort. Und wenn ihr denkt: „Na ja, wie soll man damit eine Predigt füllen?“, dann denkt neu. Die Frage ist eher: Wie werden wir es in der Zeit schaffen, die mir bleibt? Bevor wir beginnen, möchte ich euch einladen, dass wir – weil, wie wir gesagt haben, diese leise Stimme zu unserem Herzen sprechen möchte – noch einmal still werden. Wenn es euch möglich ist, dann lade ich euch ein, mit mir gemeinsam niederzuknien.

[4:25] Lieber Vater im Himmel, wir knien und stehen jetzt vor dir. Wenn wir ganz ehrlich sind, dann machen wir uns eigentlich keinen Begriff davon, was es bedeutet. Engel, die jetzt hier sind, die wissen, was es bedeutet, vor deinem Thron zu stehen. Und die Bibel sagt uns, dass sie ihre Angesichter bedecken. Wir sind heute hierhergekommen, um von dir zu lernen. Wir sind in deiner Gegenwart, weil wir nicht einfach nur Theorien durchdenken wollen, sondern weil wir von deiner Gegenwart erfrischt und gestärkt werden wollen. Wir möchten dich bitten, dass du in den nächsten Minuten dieser Predigt durch deinen Heiligen Geist in besonderer Weise zu mir und zu jedem Einzelnen sprichst und dass wir neue Kraft tanken, neu inspiriert werden und auch herausgefordert werden, deinem Wort so zu folgen, wie es am besten für uns ist und wie du es dir wünschst. Segne unser Bibelstudium jetzt und hab Dank, dass du mitten unter uns bist. Im Namen Jesu, Amen.

[5:54] Schlagt mit mir auf: Offenbarung Kapitel 14 und dort Vers 6. Offenbarung Kapitel 14 und dort Vers 6: „Und ich sah einen anderen Engel.“ Ich bin mir sicher, es überrascht euch nicht, wenn ich betone, dass die dreifache Engelsbotschaft etwas mit Engeln zu tun hat. Jeder Adventist wird sein gesamtes Leben mit diesen Engeln konfrontiert. Jedes Ministry, jedes Missionswerk, das ein bisschen was auf sich hält, hat ja diese drei Engel irgendwo, entweder ganz plastisch oder ein bisschen abstrakt. Man kann ja gar nicht eine Adventgemeinde besuchen, ohne ständig von diesen Engeln zu hören.

[6:56] Heute Morgen möchte ich mit euch zwei Fragen bedenken, zwei Stück. Die erste wird uns eine Minute kosten und die zweite den Rest der Predigt. Erste Frage: Wer ist dieser Engel? Ihr wisst, die Prophezeiungen im Buch Daniel und Offenbarung sind in Symbolen geschrieben. Und ich glaube, wir sind uns einig: Es geht hier nicht um einen buchstäblichen Engel, der durch den Himmel fliegt. Ich habe noch nie einen gesehen, der durch den Himmel fliegt und diese Worte ruft. Die Frage ist also: Wer ist dieser Engel? Und wenn wir uns anschauen, was der Engel tut, ist die Frage einfach zu beantworten. „Und ich sah einen anderen Engel in der Mitte des Himmels fliegen.“ Der hatte was? Der hatte ein ewiges Evangelium zu verkünden, denen, die auf der Erde sind, und zwar jeder Nation, jedem Volksstamm, jeder Sprache und jedem Volk. Und ihr alle wisst: Die Aufgabe, das ewige Evangelium in alle Welt zu predigen, ist wem gegeben worden?

[8:02] Ah, jetzt schaut ihr so, als ob ihr es nicht wisst. Noch mal: Die Aufgabe, das ewige Evangelium der ganzen Welt zu predigen, ist wem gegeben worden? Einige von euch sind schon so überzeugt: Wir, die Gemeinde oder die Nachfolger Jesu, die Jünger, wir sind der Engel. Das ist relativ klar. Wahrscheinlich seid ihr jetzt nicht überrascht.

[8:25] Die zweite Frage, die ich heute mit euch durchdenken möchte, ist: Warum wird Gottes Gemeinde in Offenbarung 14 als ein Engel dargestellt? Warum wird Gottes Gemeinde als ein Engel dargestellt? Symbole haben ja eine Bedeutung, und uns reicht es meistens: Wir lesen die drei Engelsbotschaften, sind froh, dass wir die Engel haben für unsere Grafikdesigner, die dann so einen Engel malen, oder ansonsten geht es uns in der Regel um den theologischen Gehalt: Was bedeutet es, Gott zu fürchten? Was bedeutet es, ihm die Ehre zu geben? Wann ist die Stunde seines Gerichts? Wie betet man den Schöpfer an? Selten denken wir darüber nach, dass all das Johannes hört, während er einen Engel sieht. Er sieht einen Engel und dann noch einen zweiten und einen dritten. Die ganze Botschaft basiert auf dieser Vision eines Engels. Hätte Johannes nicht auch schreiben können: „Und ich sah eine Braut, bekleidet mit einem weißen Gewand, und sie sprach: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre“? Wäre doch auch schön gewesen, oder? Wir hätten es auch identifiziert als die Gemeinde. Er hätte auch schreiben können: „Und ich sah eine Posaune, und sie gab einen deutlichen Ton, und man hörte die Worte: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre.“ Hätte er auch machen können, oder?

[9:52] Es macht ja einen Unterschied, ob Jesus der Löwe aus dem Stamm Juda genannt wird oder das Lamm. Obwohl in beiden Fällen Jesus gemeint ist, haben Symbole eine bestimmte Bedeutung. Habt ihr schon mal drüber nachgedacht, in all den Jahren eures Adventgemeinde-Besuches: Warum wird die Gemeinde eigentlich als ein Engel dargestellt? Abgesehen von: „Das sind wir.“ Warum eigentlich als ein Engel? Und das bringt uns zu einer ganz einfachen Überlegung: Was sind Engel? Wenn ihr bei der Kindergeschichte aufgepasst habt, dürfte euch das auch nicht überraschen. Engel – ihr wisst wahrscheinlich, das deutsche Wort Engel und das englische Wort „Angel“ und noch ganz viele andere Sprachen basieren alle auf dem griechischen „Angelos“. Und „Angelos“ bedeutet Bote. Also jeder Mann oder jede Frau, die von Amazon bei euch klopft und euer bestelltes Paket abgibt, ist im Griechischen ein „Angelos“. Ein Bote.

[11:03] Nun, warum hat Gott überhaupt Boten? Betreibt Gott ein großes Postunternehmen? Ich habe mal drüber nachgedacht, warum Gott eigentlich Boten hat. Wir nehmen die Existenz von Engeln relativ so hin. Aber warum hat Gott eigentlich Engel? Schaut mit mir in Hebräer Kapitel 1, Vers 2. Hebräer Kapitel 1 und dort Vers 2. Da heißt es über Jesus im zweiten Teil des Verses: „Also Christus, ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem. Durch ihn hat er auch die Welten geschaffen.“ Wusstet ihr, dass die Bibel und auch Ellen White davon sprechen? Es gibt nicht nur eine Welt, es gibt viele Welten. Das ist ein spannendes Thema. Mit mehr Zeit könnten wir drüber sprechen, wie die ganzen Bewohner ungefallener Welten wohl aussehen und was die so machen. Es gibt im Universum – ich weiß nicht wo, aber es gibt sehr, sehr viele verschiedene Welten – und Gott kommuniziert mit all diesen Welten durch Boten. Ich glaube nicht, dass die Engel nur dazu da sind, auf uns aufzupassen. Das Universum wird von Gott regiert, indem er Boten schickt in alle Richtungen. Boten, die überall hingehen.

[12:42] Nun, braucht Gott diese Boten? Ist Gott so überfordert mit all seinen Welten, die er geschaffen hat, dass er kurz vor dem Burnout steht und sich jetzt ein bisschen Hilfe geholt hat? War das so? Schauen wir gemeinsam in Jeremia 32. Wir wollen ja verstehen, warum die Gemeinde als ein Engel dargestellt wird. Jeremia 32, und dort in Vers 27. Toller Vers. Gott stellt hier eine Frage. Er sagt: „Siehe, ich, der Herr, bin der Gott alles Fleisches. Sollte mir irgendetwas unmöglich sein?“ Wie nennt man eine solche Frage? Das ist eine rhetorische Frage. Die Antwort ist offensichtlich: Für Gott ist nichts unmöglich. Gott könnte ohne Probleme mit all seinen Welten kommunizieren. Gott bräuchte keine Engel, um mit uns zu kommunizieren. Ja, warum gibt es die dann? Warum gibt es dann Engel?

[13:54] Schaut mit mir in Psalm 103. Offensichtlich sind sie nicht notwendig. Und doch hat Gott eine Freude daran, Wesen einzubinden. Psalm 103, Vers 20: „Lobt den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausführt, gehorsam der Stimme seines Wortes.“ Wusstet ihr: Engel sind keine – es fällt mir kein gutes Wort ein für das, was ich sagen will – Engel sind starke Helden, nicht diese kleinen Putten, die so in den Kirchen da abgebildet werden. Die Bibel spricht mehrmals von der Größe und Kraft und Stärke von Engeln. In Hesekiel steht, dass sie sich bewegen wie der Blitz. In Matthäus 28 wird berichtet, als ein einzelner Engel zur Auferstehung Jesu kam und er den Boden berührte, und zwar mit Absicht – ja, also er hätte auch einfach sanft auftreten können – als er mit Absicht diesen Boden ein bisschen mehr berührte, gab es ein Erdbeben. Vielleicht kennt ihr die Geschichte von dem Engel, der 185.000 Soldaten des Königs Sanherib erledigt hat in einer Nacht. Ihr Lieben, so ein Engel steht gerade neben dir. So ein Engel steht neben dir, und zwar überall hier. Und wenn wir sie sehen könnten, verspreche ich euch, könntet ihr sehen, wie sie ein bisschen sich anlächeln, weil sie sind ständig da. Sie helfen uns und niemand nimmt so richtig Notiz von ihnen. Man hält auch nie eine Predigt über sie, oder? Habt ihr schon mal eine Predigt über Engel gehört? Kommt nicht so oft vor, weil meistens predigen wir natürlich über Jesus und ansonsten über Menschen. Treue Menschen, nicht so treue Menschen, die Engel, die viel mehr für Gottes Werk getan haben als Mose und Daniel zusammen. Über die denken wir meistens nicht mal nach.

[16:30] Ihr Lieben, Engel sind starke Helden, und wenn wir einen von denen in seiner Macht hier sehen würden, wir würden alle ziemlich erstarren. Ist es nicht interessant, dass als Gott Boten geschaffen hat, er sich nicht gedacht hat: „Na ja, eigentlich kann ich das sowieso alleine. Na ja, dann schaffe ich mal so ein paar kleine Roboter, die nicht allzu viel können für den Kleinkram“? So machen wir Menschen das, wenn wir Hilfe brauchen: Wir schaffen uns kleine Roboter, die den Kleinkram uns abnehmen. Als Gott, obwohl er keine Hilfe brauchte, den Wunsch hatte, mit jemandem zusammenzuarbeiten, hat er starke Helden geschaffen mit einem freien Willen. Das sagt was über Gott aus, oder? Gott schafft keine schwachen, willenlosen Sklaven, die automatisch seinen Befehl ausführen, sondern starke Helden, denen er es freistellt.

[17:32] Wusstet ihr, dass Engel Könige sind? Vielleicht kennt ihr noch die Stelle bei Jesaja 14, wo es von dem Luzifer heißt, dass er seinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen wollte. Dort steht nicht, dass er einen Thron haben wollte. Dort steht, dass er seinen Thron, den er hatte, erhöhen wollte. Ein paar Zitate von Ellen White dazu: Sie sagt: „Als Gottes Boten gehen sie hervor mit dem Scheinen eines Lichtes, mit königlicher Autorität.“ Noch ein Zitat: „Signs of the Times“, April 1897: „Die Engel kommen mit einem Anschein von royaler Würde und königlicher Herrlichkeit.“ Ich weiß nicht, ob ihr euch das bewusst macht, dass während wir hier sitzen und reden, eine ganze Reihe von echten Königen hier mitten unter uns sind. Könige.

[18:34] Schaut mit mir in Hebräer 1. Die Engel sind nicht nur Könige. Hebräer Kapitel 1 und dort Vers 14: Paulus spricht hier über diese Engel, diese Helden, diese starken Könige. Und er sagt in Hebräer 1, Vers 14: „Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche das Heil erben sollen?“ Mit anderen Worten: Die Engel, die uns umgeben, sind Könige. Sie sind stark und trotzdem dienen sie uns.

[19:34] Wusstet ihr, dass Engel Freude haben am Dienst? Also mit anderen Worten: Wenn jetzt so ein Oberkommandierender der Engel kommt und sagt: „Hey, pass mal auf, ich habe eine Aufgabe für dich. Da gibt es drei Schüler am ORG, die brauchen dringend Hilfe“, dann sagen die Engel nicht: „Oh, das ist ja schon wieder wie Arbeitsnachmittag.“ Ich lese euch was vor, ihr werdet staunen. Über den Luzifer heißt es – der Luzifer war ja quasi einer der absoluten obersten Generäle –, wenn der einen Befehl gegeben hat, heißt es, die Engel freuten sich, seine Befehle auszuführen. Wow. Also die Engel sind nicht so und sagen: „Hey, ich bin auch ein König. Jetzt lass mal den anderen die Drecksarbeit machen. Ich möchte mal gern in die Welt XY, damit den ungefallenen Welten ein bisschen Chor studieren. Ja, warum soll ich immer zur Erde an diesen dreckigen, stinkenden Ort? Das mag ich nicht.“ Wenn ein oberbefehlshabender Engel sagt: „Du, pass mal auf, ich brauche deine Hilfe, dort in Braunau, im Ghetto irgendwo oder in Shanghai oder in Hamburg“, dann gehen die Engel mit Freude.

[20:47] Engel, die so stark sind, dass wenn sie sich an einem Tag hier manifestieren würden, sie wären der Star auf YouTube, sie wären der Star auf Instagram, sie würden angebetet werden wahrscheinlich von den meisten Menschen, sind damit zufrieden, uns armseligen Menschen zu helfen und nicht einmal bemerkt zu werden. Wisst ihr, wie oft die Engel in eurem Leben letzte Woche eingegriffen haben? Ich weiß es nicht, aber die Tatsache ist: Sie tun das, ohne dass irgendjemand davon Notiz nimmt. Wenn es hochkommt, danken wir Gott. Oder wenn es hochkommt, danken wir Gott für das, was wir gemerkt haben. Wir wissen gar nicht, wie oft die Engel für uns aus Liebe etwas getan haben, und sie stehen immer im Schatten sozusagen und sind damit vollkommen zufrieden. Kein Engel sagt: „Aber ich möchte jetzt auch mal...“ Also ich denke mir immer, wenn ich ein Engel wäre – vielleicht geht’s euch auch so – wenn ich für eine Woche ein Engel wäre und ich würde die ganze Woche lang kleine Kinder vor einem Auto retten, jemanden vom Hochhaus, wo er springen will, zurückziehen, Menschen retten und helfen und ihnen gute Ideen eingeben und sagen: „Nein, heiratet ihr nicht“, und wenn ich versuche, das Leben von Menschen zu retten, ich würde bestimmt am Sabbat hier stehen und sagen: „Preis den Herrn, ich habe das machen können mit Gottes Hilfe. Ich habe dem helfen können...“ Die sagen das nie. Sie werden nicht mal bemerkt. Klüger sind sie als wir, stärker sind sie als wir, sie sind sündlos und dienen uns die ganze Zeit, und niemand nimmt richtig Notiz von ihnen. Ich glaube, sie freuen sich mal, dass sie mal in einer Predigt drankommen, aber nicht so viel.

[22:44] Engel gehorchen nicht nur Jesus, sondern auch ihren Oberkommandierenden. Es gibt die Geschichte, wo Ellen White beschreibt, als Jesus gegeißelt wurde und gefoltert wurde und gekreuzigt werden sollte, da gab es Engel, die konnten das nicht mit ansehen. Wisst ihr, was sie gemacht haben? Die haben gesagt: „Wir gehen dahin jetzt. Wir reißen ihn raus. Wir retten unseren Jesus.“ Eine edle Motivation, ja, klar. Und dann sagt einer von den großen Engeln: „Nein.“ Stell dir vor, du wärst der Engel gewesen. Du siehst deinen geliebten Jesus. Du weißt genau: Ich könnte ihm sofort helfen. Und irgend so ein Oberer von der Leitung, nicht wahr, der sagt: „Nein.“ Was hättest du gemacht? Hättest du gesagt: „Ah, das geht dich gar nichts an. Ich bin ein freier Engel, ich mache, was ich will. Ja, ich rette meinen Jesus“? Nein, nein, nein, nein, nein. Übrigens, sogar in der Endzeit sagt Ellen White: Wenn das alles so ganz zusammenbricht, gibt es Engel, die uns gleich helfen wollen, und dann gibt es Engel, die sagen: „Stopp, warte, warte.“ So sehr mögen uns die Engel. Glaubt mir, die Engel würden uns sogar noch mehr helfen, wenn sie dürften.

[23:58] Wusstet ihr, dass eines der absoluten Lieblingslieder von Ellen White dieses Lied war: „There are angels hovering round“? Kennt ihr das? „There are angels hovering round.“ Die Engel sind um uns herum. Das hat sie immer so beim Arbeiten zu Hause gesungen. Da sind Engel um uns herum, und ich glaube, wir denken zu wenig darüber nach. Ich habe eine Frage an euch: Bisher haben wir die Engel nur aus der Perspektive betrachtet, wie wir es meistens tun, als die Bodyguards, nicht? Ja, die Engel sind immer da, unsichtbar und helfen uns und tun alles. Wir haben noch gar nicht drüber nachgedacht, warum sie Boten heißen. Denn die Wahrheit ist: Wenn ich frage, was ein Engel ist, sagen wir alle: „Ja, natürlich, Angelos, Bote“, aber danach denken wir meistens an die Engel nur als Bodyguards, die uns helfen, die uns beschützen. Wie oft empfängst du Botschaften von einem Engel? Na, wenn er ein Bote ist, muss er ja auch... Da denken wir dann eher immer nur halt an Daniel, der Botschaften bekommen hat von einem Engel, oder Johannes. Wusstet ihr, dass Ellen White sagt, dass wir alle immer wieder Botschaften von Engeln empfangen? Nicht durch Träume, nicht durch Visionen, nicht durch irgendwas Sichtbares, aber dass Engel nicht nur uns beschützen, sondern eine Botschaft für unser Leben haben.

[25:35] Was ist das eigentlich für eine Botschaft? Was für eine Botschaft? Denn ein Bote muss ja eine Botschaft haben, oder? Also, was für eine Botschaft haben die Engel? Vielleicht hilft es uns, drüber nachzudenken, was die Engel im Himmel anschauen. Ihr wisst vielleicht: In dem irdischen Heiligtum gab es ja das Heilige und das Allerheiligste, und überall waren die Engel dargestellt. Die Kerubim waren dort eingeflochten, und da gab es sogar diese goldenen Kerubim im Allerheiligsten. Weiß jemand von euch, worauf die Kerubim geschaut haben? Ich brauche zwei Freiwillige. Zwei Freiwillige, ist nicht abgesprochen. Zwei Freiwillige. Kommt schnell. Wer ist freiwillig? Zwei Engel. Da, da ist jemand. Sehr gut. Noch jemand? Bitte, zwei Engel. Wunderbar. Kommt, kommt. Kommt zu mir. Ihr seid jetzt unsere beiden Kerubim. Stellt euch ein bisschen zueinander. Ein bisschen weit auseinander. Genau so. Jetzt stellen wir uns vor, das sind die beiden Kerubim im Allerheiligsten. Sagt ihr mir aus eurem Bibelstudium: Wie standen die? Standen die zueinander, voneinander weg? Wie standen die zueinander? Zueinander. Okay. Was haben sie mit ihren Flügeln gemacht? Ja, die ausgestreckt, ne? So, genau. Wohin war ihr Angesicht gerichtet? Wohin war ihr Angesicht gerichtet? Auf die Bundeslade. Das stimmt, aber das steht nicht im Text. Weiß es jemand genau? In 2. Mose 25, Vers 20. Wo haben sie hingeschaut? Sonst lesen wir. Ihr bleibt hier. 2. Mose 25, Vers 20. Das ist uns meistens gar nicht so klar. Wo haben sie genau hingeschaut? Es ist ja nicht so, dass wir das nicht heute in der Lektion gehabt hätten, nicht? 2. Mose 25 und dort Vers 20: „Und die Kerubim sollen ihre Flügel darüber ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Sühnedeckel beschirmen und ihre Angesichter sollen einander zugewandt sein. Die Angesichter der Kerubim sollen wohin sehen? Auf den Sühnedeckel.“ Schon mal gehört, ich weiß. Also, wo ist der Sühnedeckel? Der ist hier. Ich weiß, da drunter sind die Zehn Gebote, und als Adventisten – das ist ja auch nicht falsch – sagen wir: Sie gucken ja dahin, wo die Zehn Gebote sind, aber der Text sagt: Sie schauen auf den Sühnedeckel. Das ist, was sie interessiert, und das hat natürlich mit den Zehn Geboten zu tun, keine Frage, ist die Bundeslade. Sie schauen auf den Sühnedeckel. Sie schauen auf die Versöhnung.

[28:36] Bleibt so. Frage: Konnten Engel schon immer auf den Sühnedeckel schauen? Ich stelle die Frage anders: Gab es schon immer im Himmel Versöhnung? Das ist eine interessante Frage, oder? Ich stelle sie noch mal. Ihr denkt kurz nach, dann machen wir eine Abstimmung. Okay. Gab es im Himmel schon immer Versöhnung? Wer sagt ja? Okay. Wer sagt nein? Wer sagt: „Ich brauche mehr Zeit zum Nachdenken“? Also eins ist klar: Solange es keine Sünde gab, gab es keine Notwendigkeit für Versöhnung. Oder die Engel wussten nichts von Gnade, aber gab es schon Versöhnung? Tief im Herzen Gottes war der Plan schon da. Oder Gott hatte als Geheimnis schon von Ewigkeiten geplant, einmal Gnade walten zu lassen. Und warum tut er das? Weil er die... Also warum... Ihr bleibt so, nicht für ewig, nicht für ewig, und schaut immer schön nach unten. Nach unten, sonst ist die Illustration immer nach unten. Also hier auf den Sühnedeckel, ne? Hier unten schon. Was sagt Johannes 3, Vers 16? „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Die Grundlage der Gnade ist die Liebe. Ich möchte euch heute vorschlagen: Der Sühnedeckel vor der Sünde repräsentiert nichts weiter als Gottes ewige Liebe. Denn auch Versöhnung und Gnade ist nur die Anwendung von Liebe. „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.“ Mit anderen Worten: Das, was die Engel betrachten, die himmlischen Engel am Thron Gottes, ist die ewig währende Liebe Gottes.

[30:36] Jetzt habe ich noch eine Frage an euch: Wusstet ihr, wo die Engel stehen an der Bundeslade? Haben die also zwei Füße? Schaut mal in den gleichen Text, 2. Mose 25. Das können wir jetzt nicht so gut illustrieren hier, aber wir versuchen es uns vorzustellen. 2. Mose 25. Ich erlöse euch gleich, aber einen Moment brauchen wir noch. 2. Mose 25 und schaut mal in Vers 18 und 19: „Und du sollst zwei Kerubim aus Gold anfertigen. In getriebener Arbeit sollst du sie machen an beiden Enden des Sühnedeckels, sodass du den einen Cherub am einen Ende machst und den anderen Cherub am anderen Ende. Aus einem Stück mit dem Sühnedeckel sollt ihr die Kerubim machen an den beiden Enden.“ Habt ihr das gewusst? Der Sühnedeckel, der die Liebe Gottes repräsentiert, der ging weiter in die Engel über. Mit anderen Worten: Als der Luzifer anfing, sich abzuwenden von dem Sühnedeckel, sozusagen von dem Gnadenthron der Liebe Gottes, hat er quasi seine eigene Existenz aufs Spiel gesetzt, denn ein Engel ist mit der Liebe Gottes untrennbar verbunden. Die Engel kommen nicht so wie wir, wenn... Es ist interessant: Die Engel, die die Liebe Gottes betrachten, die leben daraus sozusagen, die existieren daraus. Könnt ihr noch? Ihr müsst nicht mehr. Herzlichen Dank, dürft euch setzen.

[32:22] Die Engel schauen auf die Liebe Gottes. Ich weiß, sobald man in einer Adventgemeinde „Liebe Gottes“ sagt, dann fällt bei 50 % so: „Ah ja, natürlich, die Liebe Gottes, das ist so das Anfängerthema, nicht wahr? Das ist für die erste Bibelstunde.“ Denk mal drüber nach: Als Gott jemanden geschaffen hat, der mehr als alles andere die Liebe Gottes verstehen sollte, der ganz besonders eng dort stehen sollte, wie hat er ihn geschaffen? Er hat ihm das größte Gehirn gegeben, das man möglicherweise haben konnte. Die größte Kapazität zu verstehen. Für Gott, aus Gottes Sicht, ist die Liebe Gottes ein unergründlicheres und höheres Thema als alle Quantenphysik. Wir betrachten die Liebe Gottes immer so als eine Grundlage, so als: „Ja, ja, das braucht man schon am Anfang“, und wenn man das verstanden hat, dann kommt die hohe Theologie, nicht wahr? Dann kommen die ganzen Dinge, Prophetie und das und jenes. Für die Engel ist die Liebe Gottes das, was sie ständig betrachten, weil sie es immer besser verstehen und immer neue Schätze darin sehen.

[33:39] Übrigens, gilt das nur für die paar Kerubim wie den Luzifer, die da vor dem Thron als schirmende Kerubim stehen, oder gilt das auch für andere Engel? Schaut mal mit mir in Jesaja Kapitel 6. Wir wollen ja verstehen: Was ist die Botschaft der Engel, um zu verstehen, warum werden wir als Engel dargestellt? Jesaja 6 und dort Vers 1 bis 3 kennt ihr auch, oder? „Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und seine Säume erfüllten den Tempel. Seraphim standen über ihm.“ Ihr wisst, die Seraphim, die haben nicht vier Flügel, sondern die haben sechs Flügel. „Jeder von ihnen hatte sechs Flügel. Mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie, und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Herrscher.“ Mit anderen Worten: Es ist nicht so, dass die meisten Engel irgendwo so weiter hinten stehen und nicht so richtig sehen, was los ist, und nur der Luzifer oder andere dann am Thron da standen. Auch die Seraphim stehen am Thron Gottes.

[34:55] Und dann möchte ich euch einen Text zeigen, den wir gerade in der Kindergeschichte gehört haben. Ich weiß nicht, ob ihr mal darüber nachgedacht habt. Schaut mal mit mir in Matthäus 18, Vers 10. Ein unfassbar interessanter Vers. Matthäus Kapitel 18 und dort Vers 10, das ist Jesus, der hier spricht. Matthäus 18, Vers 10: „Seht zu, dass ihr keinen dieser Kleinen verachtet, denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.“ Ich versuche das zu übersetzen: Wenn ihr am Montag hier bei der Eröffnungsfeier der Volks- und Mittelschule sein solltet, bei der Einschulung, und ihr seht dann die ganzen kleinen Steppkes hier vorne, ja, mit ihren sechs und sieben Jahren, dann denkt daran, dass dort Engel stehen, hinter denen, vor denen, über denen. Und diese Engel, die diese kleinen Kinder beschützen, waren gerade zuvor direkt am Thron Gottes. Die pendeln zwischen dem Thron Gottes und unserem kleinen Josia oder wem auch immer. Die pendeln demzufolge auch zwischen dem Thron Gottes und dir. Dein Engel ist nicht einfach dein Bodyguard, der auf Lebenszeit verpflichtet worden ist, dich zu beschützen. Er pendelt zwischen dir und dem Thron Gottes. Und am Thron Gottes macht er was? Er schaut auf den Gnadenthron. Er schaut: Wie kann Gott vergeben? Wie ist es möglich, dass er gerecht ist und trotzdem Christopher vergeben kann?

[36:40] Ich habe mich immer gefragt: Warum werden die Engel nicht bitter, wenn sie ihr ganzes Leben lang in dieser Welt dienen müssen? Warum werden die vielleicht am Ende nicht auch noch vielleicht versucht, wenn sie all die Sünde sehen? Ich glaube, ein Grund ist: Die Engel sind nicht abgestellt auf ewig. Sie pendeln hin und her mit Lichtgeschwindigkeit. Lichtgeschwindigkeit? Vergesst es. Weit aus mehr als Lichtgeschwindigkeit. Ansonsten kommt der Gerste und sagt mir, was das bedeuten würde zeitlich. Die pendeln zwischen dem Thron Gottes und meinem Leben. Ist dir bewusst, dass es ein intelligentes Wesen gibt, das intelligenter ist als du, stärker ist als du, schneller ist als du, das ständig zwischen dem Thron Gottes und dir pendelt? Die Engel machen ja nicht einmal im Monat, einmal im Jahr Urlaub, weil sie genug von der Erde haben, ein bisschen Erfrischungsurlaub am Thron Gottes. Es heißt, sie sehen den Thron Gottes allezeit, hin und her.

[37:47] Jetzt werdet ihr sagen: „Dann müssen ja ziemlich viele Engel Platz vor dem Thron Gottes haben.“ Was sagt Offenbarung? „Ich sah eine große Anzahl, 10.000 mal 10.000 um den Thron herum.“ Wisst ihr, was 10.000 mal 10.000 sind? Alle, die im Mathe-Vorkurs waren: 100 Millionen. Mehr als in Österreich, Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz leben. Stellt euch die Bevölkerung von ganz Österreich, ganz Deutschland und der ganz deutschsprachigen Schweiz vor, alle um den Thron Gottes. Dagegen ist das hier ein ziemlich kleines Gemeindehaus. Die stehen alle vor dem Thron Gottes und gehen vorwärts und rückwärts zwischen uns und dem Thron Gottes und bringen eine Botschaft. Sie sind nicht nur die Bodyguards, die aufpassen, dass wir keinen Verkehrsunfall haben. Sie bringen eine Botschaft von der Liebe Gottes.

[38:39] Hier ist, was Ellen White sagt: „Himmlische Engel sind beauftragt, über die Kinder Gottes zu wachen und ihr Denken mit der Liebe Gottes zu beeindrucken.“ Wenn du mal in einer Morgenandacht denkst: „Wow, ich verstehe die Liebe Gottes besser“, ist das natürlich der Heilige Geist, aber es ist auch das Wirken eines Engels. Wenn du in einer Predigt etwas mehr über die Liebe Gottes verstehst, dann deswegen, weil ein Engel zu dir durchdringen konnte. „Messages to Young People“: Engel sind ständig dir nahe, um dich zu Jesus zu ziehen und dich durch seine Liebe zu gewinnen. Jedes Mal, wenn du das Verlangen hast nach einer Andacht oder nach einer Bibelstunde oder überhaupt, weil du drüber nachgedacht hast: „Ich möchte mehr sein wie Jesus“, dann hat ein Engel ganz sanft an dir gezogen. Nein, es sind nicht die Engel allein, immer das Wirken des Heiligen Geistes, ich weiß, aber Engel wirken mit. Gott arbeitet nicht alleine. Er lässt Engel mitarbeiten. Er könnte alles alleine machen, aber er macht es auch mit Engeln. Engel haben eine größere Bedeutung als nur, dass wir alle Jubeljahre mal eine spannende Geschichte erzählen, wo ein Engel gesehen worden ist. Engel sind täglich in deinem Leben damit beschäftigt, dich für die Liebe Jesu zu gewinnen.

[40:13] Und jetzt möchte ich euch noch einen Gedanken mitgeben, über den wir vielleicht viel zu wenig nachdenken. Jetzt kommt die ganz große Frage, die ganz große Lebensfrage: Was ist der Sinn des Lebens? Ich formuliere es anders: Warum hat Gott Menschen überhaupt geschaffen? Also, es gibt viele Antworten auf die Frage, aber es gibt eine interessante Antwort, über die wir wenig nachdenken. Auf die Frage, warum gibt es überhaupt Menschen, sagt Ellen White im ersten Band des Bibelkommentars – also in dieser Kompilation steht auf Seite 1082: „Es war Gottes Absicht, den Himmel mit der menschlichen Familie wieder zu bevölkern, wenn sie sich als gehorsam gegenüber jedem Wort erweisen würden.“ Warum muss man denn den Himmel wiederbevölkern? Könnt ihr mir sagen, warum man den Himmel wiederbevölkern musste? Weil ein Drittel der Engel gegangen war. Man könnte auch sagen: hinausgeschmissen wurde. Wusstet ihr, dass die Bestimmung des Menschen auf der ganz fundamentalen Ebene dazu da war, die verlorenen Engel zu ersetzen? Wir sind nicht nur eine Spielerei eines kreativen Gottes, der sagte: „Na ja, Menschen gibt’s doch nicht, machen wir mal Menschen“, sondern Menschen hatten von Anfang an eigentlich diese hohe Bestimmung, einmal den Himmel wieder zu bevölkern. Und ich glaube persönlich, dass weder die Sünde noch all das, was Menschen veranstaltet haben, diesen grundsätzlichen Plan nicht aufgelöst haben, dass wir als Erlöste, wenn wir dann im Himmel sein werden und auf der neuen Erde, tatsächlich den Himmel wieder bevölkert haben.

[42:11] Das bedeutet: Könnte es sein, dass wenn wir den Platz der Engel im Himmel einnehmen wollen, wir vielleicht auf dieser Erde schon lernen sollten, wie Engel zu leben? Ich weiß nicht, dass uns Flügel wachsen, ne? Das macht Gott dann später. Aber wenn wir die Engel ersetzen sollen, wäre es nicht sinnvoll, dass Gott uns auf dieser Erde schon vorbereitet auf das, was im Himmel auf uns wartet, dass wir schon lernen, wie Engel zu denken? Denn ich sag euch was: Im Himmel gibt es kein Leid und keinen Schmerz, aber immer noch Dienst für andere. Manchmal betrachten wir die Sache so: „Ja, hier auf der Erde müssen wir Opfer bringen, hier müssen wir für andere da sein und hier müssen wir dienen und das und jenes, damit, wenn wir in den Himmel kommen, wir endlich uns wie im Paradies hinlegen können und dann alles sich um uns dreht oder wir alle unsere Wünsche erfüllt bekommen.“ Ja, ihr Lieben, glaubt mir, der Himmel ist wunderbar. Es wird ganz großartig. Ich bin ganz begeistert. Ich denke, das wird so sein, dass Gott uns das Beste gibt, aber es wird trotzdem noch Dienst für andere geben. Ich würde sogar behaupten: Der Dienst für andere wird die ganze Essenz des Himmels sein.

[43:28] Beginnt ihr jetzt drüber nachzudenken, warum Gottes Gemeinde, die das Evangelium in die Welt tragen soll, als ein Engel dargestellt wird? Ein Engel, die Gottes Wunsch ist, dass die Gemeinde so arbeitet wie die Engel. Und vielleicht sagt ihr: „Aber so sind wir ja gar nicht.“ Da könnt ihr mal sehen, dass Gott in uns sieht, was sein könnte und nicht nur, was ist. Wenn Gott die Gemeinde einfach nur dargestellt hätte, wie sie ist, vielleicht hätte Johannes geschrieben: „Und ich sah drei Schnecken, die das ewige Evangelium in die Welt tragen wollten oder so.“ Nein, er sagt drei Engel, um zu zeigen, welches Potenzial Gott in uns sieht, dass auch wir, wie die Engel, ein Interesse an denen haben, die weniger können, weniger haben, unglücklicher sind als wir, um ihnen das zu bringen. Jetzt kommt’s: Was wir selbst gesehen haben am Thron Gottes. Ihr werdet sagen: „Aber wir kommen doch nicht an den Thron Gottes. Wie können wir zum Thron Gottes wie die Engel?“ Was sagt der Hebräerbrief? „Lasst uns hinzutreten mit Freimütigkeit zum Thron der Gnade.“ So wie die Engel buchstäblich zum Gnadenthron kommen und auf den Gnadenthron schauen, um dann mit dem, was sie dort sehen und verstehen, zu mir kommen und zu dir kommen und versuchen, uns zu beeinflussen in die richtige Richtung, so wünscht sich Gott, dass wir im Glauben an den Gnadenthron kommen.

[45:06] Weißt du, womit sich die Engel am meisten beschäftigen? Wenn man unsere Engel, die hier stehen, fragen würde: „Was ist so dein Lieblingsthema, wenn du so abends ins Bett gehst und welches Buch liest du? Womit befasst du dich am meisten?“, schaut mal mit mir in 1. Petrus Kapitel 1. 1. Petrus Kapitel 1, da heißt es in Vers 12: „Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekannt gemacht worden ist durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde, Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren.“ Ich weiß nicht, ob ihr darüber mal nachgedacht habt. Die Engel haben ein großes Forschungsthema: Wie kann Gott den Christopher retten? Die interessieren sich für das Evangelium. Wenn die sich zusammentreffen und sagen: „Hey, lass uns mal ein richtig tiefes Thema studieren“, dann fangen die nicht mit Quantenphysik an. Das machen die links. Wenn Engel sich treffen und mal so ein bisschen plaudern, dann fragen sie sich nicht: „Wer steuert die WHO?“ Das interessiert die nicht. Die interessiert: Wie kann Gott den Christopher retten? Wie geht das? Und ich frage euch: Woran liegt es, dass uns das so wenig interessiert? Warum haben die Engel, die die Gnade nicht benötigen, ein oft größeres Interesse an dem Evangelium als wir selbst, die davon leben? Interessiert dich deine eigene Erlösung, wie das überhaupt funktioniert, so sehr wie es einen Engel interessiert? Denn wenn du dich damit beschäftigst, wie Gott uns liebt und warum er uns retten kann und wie er uns rettet und was er für uns tut und wie seine Liebe und Gnade und Vergebung funktioniert, dann wirst du dadurch so verändert, dass du wie die Engel anderen davon erzählst, von dem, was du am Gnadenthron siehst.

[47:36] Ich gebe euch ein Beispiel. Wir sind gleich am Ende angelangt. 2. Mose 34. Wir werden in den nächsten Wochen jetzt auch uns damit noch beschäftigen. Da finden wir eine Person, von der ich glaube, dass sie in dieser Stelle beispielhaft illustriert, wie ein Mensch wie ein Engel wirken kann. Mose steigt auf den Berg. Ihr wisst warum, oder? Er steigt sogar mehrmals auf den Berg. Ich glaube, Mose – man kann das sagen – Mose stand vor dem Gnadenthron, denn die große Frage in 2. Mose 33 und 34 ist: Wird Gott seinem Volk vergeben? Wird er ihnen vergeben? Oder ist jetzt alles vorbei? Oder ist alles nur noch auf halbem Niveau? Wird er sie wiederherstellen? Und ihr wisst, wie Gott antwortet und sagt: „Ich will all meine Güte in deinem Angesicht vorüberziehen lassen. Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig. Über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich.“ Und Mose beginnt mehr und mehr zu verstehen. Er fragt immer noch mal nach: „Zeig mir deine Herrlichkeit.“ Er versucht zu verstehen, wie Gott vergibt. Übrigens, dort, als er die Zusage der Gnade Gottes erhält, erhält er auch die Zehn Gebote, so wie in der Bundeslade der Sühnedeckel und die Zehn Gebote miteinander verbunden sind. Und es heißt in 2. Mose 34, als er sich damit beschäftigt, als er das studiert, als er Gott fragt, als er sich damit beschäftigt und er dann zu seinem Volk kommt, schaut mal in 2. Mose 34 und dort Vers 29: „Als nun Mose vom Berg Sinai herabstieg und die beiden Tafeln des Zeugnisses waren in der Hand Moses, als er vom Berg hinabstieg, da wusste Mose nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte, weil er mit ihm geredet hatte.“ Er hatte am Thron der Gnade Zeit verbracht und jetzt kam er. Er wusste es gar nicht, aber er fing an zu strahlen. Vielleicht strahlst du nicht mit buchstäblichen, physikalischen, sichtbaren, leuchtenden Lichtstrahlen, aber ich sage dir: Du kannst nur ein strahlender Christ sein, wenn du mit ihm geredet hast am Thron der Gnade. Nur wenn du wie die Engel ständig am Thron der Gnade dich neu erfrischt, neu verstehst, wenn das dein höchstes Forschungsthema ist: „Wie kann Gott mir vergeben?“, dann fängst du an zu strahlen und willst, dass andere auch das verstehen. Du bist zu einem unsichtbaren Einfluss, wo immer du bist, wie die Engel.

[50:40] Mein allerletzter Gedanke, dann sind wir am Ende. Wisst ihr, was mit den Engeln passiert, die immer wieder und immer wieder zum Thron Gottes kommen und dort ihn anbeten, die immer mehr sich mit dem Evangelium beschäftigen, die immer mehr das Wesen Gottes studieren? Was passiert mit diesen Engeln? Schaut mit mir in Offenbarung Kapitel 4. Offenbarung Kapitel 4 und dort Vers 8: „Und jedes einzelne von den vier lebendigen Wesen hatte sechs Flügel ringsherum und innenwendig waren sie voller Augen und unaufhörlich rufen sie bei Tag und bei Nacht: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt.“ Sagt mir, was sind das für Engel? Kerubim oder Seraphim? Scheinen Seraphim zu sein mit sechs Flügeln. Das sind so ähnliche Engel wie in Jesaja 6, oder? Und sie stehen am Thron Gottes und sie beschäftigen sich mit Gott und sie beten ihn an und sie versuchen sein Wesen besser zu verstehen. Und schaut mal jetzt, was mit ihnen passiert in Vers 7: „Das erste lebendige Wesen glich einem Löwen. Das zweite lebendige Wesen glich einem jungen Stier. Das dritte lebendige Wesen hatte ein Angesicht wie ein Mensch und das vierte lebendige Wesen glich einem fliegenden Adler.“ Es hat schon viele Versuche gegeben, das auszulegen. Ich glaube, die Antwort ist relativ einfach. Im nächsten Kapitel wird gesagt, dass Jesus der Löwe aus dem Stamm Juda ist. Jesus ist der Stier, der für uns gestorben ist, der geopfert worden ist, das Opfertier. Jesus ist Mensch geworden und Jesus hat sein Volk geführt wie ein Adler durch die Wüste. Und wenn die Engel am Thron Gottes das Wesen des Vaters und das Wesen des Sohnes – wenn sie Jesus und den Vater studieren, dann werden sie in deren Bild verwandelt. Der erste Seraph hier ist nicht der Löwe aus dem Stamm Juda, aber er reflektiert den Löwen aus dem Stamm Juda. Der zweite Kerub ist nicht für uns gestorben. Er ist nicht das Opfer, der Opferstier, aber er reflektiert die Tatsache, dass Jesus für uns gestorben ist. Er sieht so aus wie ein Stier. Der dritte Kerub ist nicht Mensch geworden für uns, das wäre nicht möglich gewesen, aber durch das Anschauen des Evangeliums reflektiert er das Bild von Jesus.

[53:25] Ihr Lieben, es gibt einen Grund, warum die Bibel sagt: Das ewige Evangelium wird von Engeln weitergegeben. Gottes Gemeinde soll sein wie die Engel, die nicht einfach ein Programm aufsetzen und sagen: „Jetzt auf sie mit Gebrüll, jetzt machen wir mal hier ein bisschen Mission“, sondern Gottes Gemeinde soll sein wie die Engel, die ständig am Gnadenthron stehen und versuchen, besser zu verstehen, was Gott für Menschen tut, und die dann zu denen gehen, die weniger wissen, die schwächer sind, die weniger Glück haben im Leben, um ihnen die Liebe Gottes nahezubringen, ohne auf irgendeine Anerkennung zu warten. So wie die Engel, leuchtend. Und ich glaube, dass das Geheimnis hinter Offenbarung 18, Vers 1 steckt: Ein Engel, der die Erde erleuchtet mit der Herrlichkeit Gottes. Ihr Lieben, ich kann euch trösten: Engel verstehen nicht alles. Engel sind weder allwissend, noch sind sie die theologischen Superbrains. Ellen White sagt, die Engel haben 4.000 Jahre gebraucht, um zu verstehen, wie böse der Satan ist. Erst am Kreuz haben sich die letzten Sympathiebande zerrissen. Wenn wir nicht alles verstehen, wenn wir nicht alle Elemente im Großen Kampf korrekt einordnen können, macht das nichts. Aber die Engel lieben Gott und sie lieben das Evangelium und sie lieben den Dienst für andere, weil sie Gottes Liebe kennen. Und wenn ihr das nächste Mal Offenbarung 14, Vers 6 lest, dann lest über das Wort „Engel“ nicht schnell drüber, okay? So schnell zu 1844, sondern denkt daran, was es bedeutet, dass dort steht: „Und ich sah einen anderen Engel“, denn die dreifache Engelsbotschaft wird nur dann die Welt erreichen, wenn wir sie predigen, wie die Engel es tun. Wer von euch möchte heute sagen: „Herr, auf die Flügel warte ich noch, die... das reicht mir auf der neuen Erde. Aber was den Charakter und die Dienstbereitschaft, die Liebe und das Interesse für das Evangelium betrifft, mach mich heute zu einem Engel.“ Möchtet ihr sagen, das ist mein Wunsch? Ich möchte auch so ein Engel werden. Amen. Amen.


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