[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu Die Bibel erklärt hier auf joelmedia.de. Und die Frage heute ist, warum redet Jesus in Gleichnissen? Und das Tolle bei dieser Frage, wie bei vielen anderen Fragen in der Bibel, ist, dass die Bibel die Frage schon selbst stellt. Und wir schlagen auf hier Matthäus 13, und zwar von Vers 10. Und Jesus beantwortet hier die Frage, die die Jünger stellen. Vers 10: Da traten die Jünger hier zu und sprachen zu ihm: „Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen?“ Das ist eine relativ gute Frage, weil wir würden ja eigentlich erwarten, dass Jesus versucht, alles so klar wie möglich zu machen. Er versucht, alle seine Wahrheiten, die er an die Menschen bringen will, so klar und einfach wie möglich zu formulieren. Und das ist ja eigentlich die Idee, die wir haben von den Gleichnissen. Aber schaut mal, was Jesus hier für eine Antwort gibt. Vers 11: „Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu verstehen, jenen aber ist es nicht gegeben.“ Und das überrascht uns doch ein wenig, denn es scheint so, als ob hier Jesus ein bisschen Liebling spielt. Wir sehen ja klar, wie er sagt, dass es euch gegeben ist. Was ist euch gegeben? Die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu verstehen. Aber da gibt es eine andere Gruppe von Menschen, und jenen scheint es anscheinend nicht gegeben zu sein. Und das scheint so ein bisschen willkürlich. Und das ist immer das Schöne beim Bibelstudium. Wir stellen eine Frage, wir finden die Frage in der Bibel, und die Antwort scheint überhaupt gar nicht das zu sein, was wir erwartet haben. Und dadurch, dass wir das lernen, dadurch, dass wir jetzt unsere Gedanken anstrengen und gucken, was will uns Jesus eigentlich noch sagen, werden wir eine wunderschöne Wahrheit in der Bibel erkennen.
[2:03] In Vers 12 steht nämlich folgendes: „Denn wer hat, dem wird gegeben werden und er wird im Überfluss haben. Wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.“ Hier sehen wir schon wieder diese zwei Prinzipien. Wer hat, der eine, der hat und ihm wird gegeben werden, damit er sogar im Überfluss haben wird. Und der andere, der sowieso nicht hat, dem wird auch alles weggenommen. Das geht ja überhaupt nicht, geht überhaupt gegen unsere Vorstellung von Gott. Aber wir müssen hier im Gedanken behalten, dass es hier nicht um weltliche Güter geht. Es geht hier nicht um Segnungen, die Gott den Armen gibt und viel weniger den Reichen, weil die Reichen die Segnungen nicht offen sind vom Herzen her. Sondern hier geht es um geistliche, um geistliche Gaben. Und wir werden herausfinden, dass es in der Tat so ist, dass derjenige, der die geistlichen Gaben hat, dem wird mehr gegeben werden. Das ist ganz ähnlich wie bei den Talenten.
[3:07] Lesen wir weiter. Vers 13: „Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen.“ Das hier ist also an diese Gruppe gewendet, die es nicht versteht. Und Jesus sagt hier folgendes: Er sagt, ich rede in Gleichnissen, denn dieser einen Gruppe, dieser Gruppe in Rot hier, denen ist es nicht gegeben, es ist nicht gegeben, ihnen zu verstehen, was ich sage. Und das Interessante ist hier, dass Jesus profetisch fühlt. Wenn wir nämlich in den nächsten Vers schauen, dann sehen wir, dass Jesus hier aus dem Buch Jesaja zitiert. Das ist Jesaja Kapitel 6, die Verse 9 und 10. Und er sagt hier folgendes. Jesaja sagt hier folgendes: „Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen.“ Das ist wieder genau diese Gruppe. Sie sehen, aber sie öffnen ihre Augen, aber sie sehen nicht. Sie öffnen ihre Ohren, aber sie hören und verstehen es nicht. „Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt und mit den Ohren hören sie schwer und mit den Augen, wo die Augen haben, sie verschlossen. Da sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören, mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.“ Ist es nicht interessant, dass es hier gar erscheint, als ob das Volk Gottes sich die Ohren verstopft, verschließt, damit sie nicht verstehen könnten? Denn wenn sie verstehen würden, was Gott sagt, dann würden sie bekehrt werden und Gott könnte sie heilen. Das ist eine Prophetie hier.
[4:55] Und es ist eine ganz interessante Prophetie, denn als Jesaja diese Vision hat und diese Weissagung erhält. Das ist diese ganz berühmte Vision von Jesaja, als er in dem Thronraum Gottes steht. Und Gott fragt diese Frage: „Wen kann ich aussenden?“ Und Jesaja antwortet: „Hier, sende mich.“ Und das ist genau die Botschaft, die Jesus, ja, die Jesus, die Gott dem Jesaja hier gibt. Sagt dieses, sagt genau diese Botschaft: „Mein Volk, ihr werdet hören, aber nicht verstehen. Ihr werdet sehen, aber nicht erkennen, denn euer Herz ist verstockt und eure Ohren sind schwer und eure Augen sind verschlossen.“ Aber es ist natürlich immer noch die Frage offen, jetzt warum? Bei Jesus ist ja nicht so, dass die Ohren verschlossen sind, notwendigerweise, sondern er erklärt die Gleichnisse quasi seinen Jüngern, aber erklärt sie nicht der ganzen Bevölkerung. Warum macht er das? Warum? Eigentlich müsste Jesus ja hier gegensätzlich arbeiten und sagen, das Volk, dessen Herz ist verstockt, deswegen versuche ich so einfach wie möglich und so klar wie möglich die Botschaft zu predigen, dass jeder es versteht. Aber genau das macht er in diesem Fall nicht. Und das Interessante, was wir hier verstehen müssen, ist, dass Jesu Leben und das, was er tut, auch ein Gleichnis ist, nicht nur das, was er erzählt.
[6:25] Wie funktionieren Gleichnisse in dem Fall? Also, wie funktioniert ein Gleichnis? Bei dem Gleichnis nimmt Jesus ein Beispiel, das es in der realen Welt gibt, aus der Natur, ein Same oder sowas, und er überträgt es in die geistliche Welt. Er erklärt also, so ist es in der natürlichen Welt, so ist es hier, und in der geistlichen Welt ist es genau das gleiche Prinzip, nur natürlich auf geistlicher Ebene. Und das macht er auch mit seinen Aktionen. Seine Aktionen sind auch eine Spiegelung für das, was in der geistlichen Welt passiert. Um dieses geistliche Prinzip also zu verstehen, das Jesus uns hier beibringen will, müssen wir zwei andere Verse angucken. Und zwar einmal Daniel 12 und einmal 2. Korinther 3. Und in Daniel 12, Vers 10 heißt es folgendes: „Viele sollen gesichtet, sollen gereinigt und geläutert werden. Und die Gottlosen werden gottlos bleiben und kein Gottloser wird es verstehen. Aber die Verständigen, die werden es verstehen.“ Das heißt, es wird etwas gesagt über das Buch Daniel, und zwar, dass Gottlose dieses Buch nicht verstehen können. Und es kommt überhaupt nicht darauf an, wie intelligent oder gelehrt diese Personen sind. Wenn sie nicht gotttreu sind, dann können sie das Buch Daniel nicht verstehen. Während jemand, der gesichtet, gereinigt, geläutert ist, also rein vor Gott ist, treu zu Gott ist, der kann das Buch Daniel verstehen. Und das ist ein geistliches Prinzip hier.
[8:00] Im zweiten Korinther Kapitel 3 steht etwas Ähnliches. Schaut mal. „Aber ihre Gedanken wurden verstockt.“ Das ist die falsche Farbe. Ich muss das mit Rot machen, weil die Gedanken nicht verstockt wurden. Also, die Gedanken wurden verstockt. Wem? Ihre Gedanken. Ihre, das ist das Volk Israel in der Wüste. Darüber spricht er nämlich hier. „Denn bis zum heutigen Tag bleibt beim Lesen des Alten Testaments diese Decke unaufgedeckt.“ Diese Decke. Und wenn man im Vers davor liest, diese Decke ist die Decke, die vor Mose Gesicht war. Okay. Und dann sagt er hier was: „Diese Decke wird in Christus weggetan.“ Jetzt schaut im nächsten Vers. „Doch bis zum heutigen Tag liegt die Decke auf ihren Herzen.“ Die Herzen sind verstockt. Die Decke liegt also auf diesen Herzen. Und zwar wann? Wenn Mose gelesen wird. Das heißt, Paulus sagt uns hier, wenn der Jude zu seiner Zeit Mose gelesen hat, dann lag da so eine Decke auf diesem Buch, und er hat nicht verstanden, dass es hier eigentlich um Christus geht. Aber schaut mal im nächsten Vers. Das ist so interessant. „Sobald sich aber, oder sobald es, ja, es, das ist das Herz hier. Sobald es, das Herz sich zum Herrn bekehrt, sobald gereinigt wird, hier oben. Sobald sich das Herz zum Herrn bekehrt, wird diese Decke hinweggenommen.“ Und wenn die Decke hinweggenommen wird, dann wird diese Person die Bibel verstehen. Das Alte Testament verstehen. Ist das nicht ein interessantes Prinzip?
[9:32] Und das ist genau das Prinzip, das Jesus uns hier beibringen will. Wenn wir nochmal zurückgehen, wo wir hergekommen sind. Hier steht folgendes: „Er aber antwortete und sprach zu ihm: Weil es euch gegeben ist, die Gleichnisse des Reiches Himmels zu verstehen.“ Und wer sind euch? Euch sind die Jünger Jesu, die treu zu Jesus sind, die ihm nachfolgen. Und ihnen ist es gegeben, die Gleichnisse zu verstehen hier. Aber wem ist es nicht gegeben, die Gleichnisse zu verstehen? Denen, die diese Decke auf der Bibel haben. Die, die nicht in allem treu zu Gott sind, die sich nicht zu Jesus bekehrt haben, können auch die Gleichnisse, die Jesus hier erzählt, nicht verstehen. Und das sollte uns zu denken geben. Und das sollte uns zeigen, dass wenn wir die Bibel lesen, was ist dann wichtig? Wenn wir die Bibel lesen, ist es wichtig, treu zu Gott zu sein, rein vor Gott zu sein. Und wenn du schon die Erfahrung gemacht hast, dass du die Bibel gelesen hast, du hast einfach nicht verstanden, was da drinnen steht. Ja, das kann natürlich sein, dass du einfach nicht drüber nachgedacht hast. Aber warum versteht man es nicht? Oder ich möchte es anders formulieren. Wenn du die Bibel studierst, aber du weißt, da ist etwas in deinem Leben, da ist irgendetwas in deinem Leben, das dich hier als einen Gottlosen qualifiziert, dann sagt die Bibel, dann kannst du die Bibel nicht verstehen. Auch wenn du mit irgendwelchen Theorien, mit irgendwelchen Prinzipien ans Tageslicht kommst, werden diese Prinzipien höchstwahrscheinlich und sogar sicher nach dem, was das Wort sagt, nicht die Wahrheit sein. Nicht das Licht sein, das Jesus uns hier geben möchte. Denn denen, die nicht treu zu Gott sind, ist es nicht gegeben, das Wort Gottes zu verstehen.
[11:26] Das heißt, wenn du die Bibel studierst, mach, geh sicher, dass dein Herz rein mit Gott ist. Frage Gott um Vergebung für deine Sünden. Lass das, was du weißt, was in deinem Leben falsch ist, zurück. Und dann kann Gott dir Verständnis in seinem Wort geben. Und dann wird es auch logisch, was er hier sagt. Denn denen, die haben, denen, die treu sind zu Gott, denen wird nicht nur ein bisschen Bibelverständnis gegeben, sondern im Überfluss. Sie werden im Überfluss haben. Aber denjenigen, die noch und noch so versuchen zu verstehen, aber da ist etwas in ihrem Leben, das nicht rein vor Gott ist, denen wird selbst das weggenommen, was sie verstehen, und sie werden in der Dunkelheit verweilen.
[12:11] Und wenn wir zum letzten Vers hier kommen, dann sagt er: „Aber glückselig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören.“ Denn du bist gereinigt und du bist treu vor Gott. Und wenn du Licht in der Bibel findest, wie William Miller, wie unsere Pioniere, wie Martin Luther, dann weißt du, dass dein Leben rein vor Gott ist. Und es lehrt uns auch etwas, dass wir nicht alles einfach lesen und glauben können. Denn nicht alles, mit dem irgendjemand, nicht alle Ideen, die irgendjemand aus der Bibel nimmt, sind wahr, wenn diese Person nicht rein vor Gott ist. Selbst wenn eine Person natürlich treu zu Gott ist, kann es immer noch sein, dass sie mit komischen Theorien ans Tageslicht kommt. Aber was ich hier sagen will, ist, dass wenn jemand mit einer bewussten Sünde lebt, und das sagt die Bibel, kann er die Bibel nicht verstehen. Und deswegen ein Aufruf an dich jetzt: Wenn du etwas hast in deinem Leben, lass es zurück. Frag Gott um Vergebung und sag Gott: Ich möchte sehen, ich möchte Ohren haben, um zu hören. Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben zu sehen begehrt, was ihr seht, und haben es nicht gesehen. Sie haben begehrt, Jesus zu sehen, Jesus zu hören, und sie haben es nicht gehört. Aber du und ich, mein lieber Freund, meine liebe Freundin, wir haben die Chance, in der Bibel nachzulesen. Wir haben sogar noch die viel größere Chance, in dieser Endzeit zu leben und zu sehen, wie diese wunderbaren Dinge sich erfüllen. Und die, teilweise auch nicht wunderbaren Dinge, aber wie die Dinge der Bibel sich erfüllen. Und wir haben die Möglichkeit zu sehen und zu hören. Und lasst uns diese Gelegenheit nicht wegwerfen, sondern weise werden in der Bibel, indem wir gerecht sind vor Gott und zu Gott beten und ihn bitten. Und er wird uns Weisheit im Überfluss schenken und uns helfen, seine Bibel zu verstehen.