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Manuskript: CSH_Manuskript_2013 1st Nr 2

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge mit Christopher Kramp wird die entscheidende Rolle des Gebets für Erweckung und Reformation beleuchtet. Anhand biblischer Beispiele wird gezeigt, wie Gebet als „Pulsschlag der Erweckung“ wirkt und wie wir durch ein vertieftes Gebetsleben eine geistliche Erneuerung erfahren können. Der Vortrag betont die Wichtigkeit von Einheit, Dankbarkeit und Schuldbekenntnis im Gebet sowie die Kraft, die aus einer engen Verbindung zu Gott erwächst.

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp dreht sich alles um die entscheidende Rolle des Gebets für Erweckung und Reformation. Er beleuchtet, warum Gebet der „Pulsschlag der Erweckung“ ist und wie wir durch biblisches Gebet eine tiefere Verbindung zu Gott aufbauen können.

Der Vortrag erklärt, wie Jesus selbst betete und lehrt, wie wir von seinem Vorbild lernen können, um unser eigenes Gebetsleben zu stärken. Dabei werden praktische Aspekte wie das Gebet für Feinde, die Wichtigkeit der Einheit im Gebet und das Schuldbekenntnis behandelt. Die Zuhörer werden ermutigt, ein beständiges und von Herzen kommendes Gebet zu pflegen, um Gottes Wirken in ihrem Leben und in der Welt zu erfahren.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q3: Erweckung und Reformation

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir freuen uns, dass ihr auf joelmedia.tv.de eingeschaltet habt und begrüßen auch alle Zuschauer auf Amazing Discoveries zu unserer zweiten Folge der Serie "Erweckung und Reformation".

[1:26] In der letzten Woche haben wir uns Gedanken gemacht, warum wir so dringend eine Erweckung und Reformation benötigen. Wir haben uns da vor allem mit der Laodizea-Botschaft in Offenbarung 3, Verse 14 bis 22 beschäftigt.

[1:39] Wollen wir heute beginnen, einige Aspekte zu betrachten, die jetzt tatsächlich zu so einer Erweckung und Reformation führen können und führen werden. Erweckung ist ja vom Wort her etwas, was uns aus dem Tod herausführt. Jesus hat Tote auferweckt. Und Erweckung bedeutet letztendlich, dass wir geistlich tot sind in den Sünden, wie Epheser 2 auch sagt. Und so ist es wesentlich zu wissen, worin das geistliche Leben besteht, der Pulsschlag sozusagen.

[2:12] Und deswegen heißt unser Thema heute: Das Gebet – der Pulsschlag der Erweckung. Wir werden uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 13. Juli. Und wir wollen wissen, was hält eine Erweckung wirklich am Leben. Und wie das Thema schon andeutet, werden wir uns heute über das Gebet Gedanken machen, und zwar aus der Bibel. Denn heutzutage wird viel bei Gebet und Meditation und allen möglichen Dingen gesprochen, kontemplatives Gebet und alle möglichen Formen. Aber wir wollen wissen, was sagt die Bibel über das Gebet und wollen uns daran orientieren.

[2:45] Zunächst einmal die Frage: Ist Gebet überhaupt sinnvoll? Und wird Gott überhaupt antworten, wenn wir zu ihm sprechen? Und das ist natürlich eine einfache Frage, die sofort in der Bibel beantwortet wird in Matthäus 7, Vers 11. Ganz genau, Vers 11. Da heißt es: "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten?" Jesus macht eine ganz einfache Analogie. Er sagt: Selbst ihr, ihr sündige Menschen seid, wenn euer Kind zu euch kommt und euch mit großen Augen anschaut und euch um etwas Gutes bittet, davon würdet ihr nein sagen? Wie viel mehr der Vater im Himmel, unser Vater im Himmel, Gott, der nicht versucht werden kann, in dem keinerlei Sünde ist, der sich nur das Allerbeste für uns wünscht, wie könnte er unsere Gebete nicht zu unserem Guten erhören?

[3:43] Deswegen heißt es ja schon in Matthäus 7, Verse vorher, Vers 7: "Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan." Wir dürfen also wissen, als allererstes: Wenn wir beten, dann reden wir zu jemandem, der uns helfen will, der hören will, der antworten will. Wir müssen also nicht Gott erst weich klopfen, wir müssen ihn nicht erst überreden oder bestechen, damit er uns antwortet. Das Problem liegt also nicht auf Gottes Seite. Wenn das Problem irgendwo ist, dann liegt es auf unserer Seite. Die Barrieren müssen nicht auf Gottes Seite durchbrochen werden, sie müssen auf unserer Seite durchbrochen werden. Gott möchte schon lange uns helfen, bevor wir überhaupt daran denken zu beten. Wir dürfen erwarten, dass Gott gerne Gebet erhört.

[4:25] Schon im Alten Testament hat Gott den Israeliten versucht darzustellen, wie wichtig das Gebet ist und was für eine kostbare Gelegenheit es ist. Und in Psalm 141 finden wir so einen Hinweis darauf. Psalm 141 und dort Vers 2. Dort betet David, Psalm 141, Vers 2: "Lass mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir, das Aufheben meiner Hände wie das Abendopfer." Räucherwerk, das war im Denken eines alttestamentlichen Israeliten verbunden mit dem Räucheraltar im Heiligtum. Einer von drei Gegenständen im sogenannten Heiligen, in der ersten Abteilung der Stiftshütte. Und David sagt uns, das Gebet ist so wie der Rauch, der im Porsch steigt, dort im Heiligtum. Dieser Wohlgeruch aus ganz besonderen, aromatischen Gewürzen.

[5:19] Und es ist interessant zu wissen, dass im Heiligtum von den drei Gegenständen – dem Schaubrotisch, der ein Symbol für das Wort Gottes war, und dem siebenarmigen Leuchter, der ein Symbol war für den Heiligen Geist und die Mission – und dann dem Räucheraltar, war es genau dieser Räucheraltar, der am nächsten zum Thron Gottes im Allerheiligsten stand. Der Räucheraltar war direkt vor dem Vorhang. Und interessanterweise war der Vorhang in dieser Stiftshütte oben nicht geschlossen, sodass der Rauch hinübersteigen konnte zum Altar. Sinnbild dafür, dass unsere Gebete direkt zu Gott steigen, auch wenn wir ihn nicht sehen können. So wissen wir doch, dass die Gebete, die wir sprechen, zu ihm im Porsch steigen, direkt zum Thron Gottes. Es gibt nichts in unserem christlichen Leben, was uns näher zu Gott bringen könnte, zu seinem Thron, als das Gebet.

[6:13] Aber vielleicht sagst du, lieber Freund, liebe Freundin, der du heute vielleicht das anschaust: Ich würde gern beten, aber ich weiß nicht wie, und ich habe das Gefühl, man müsste das irgendwie erstmal lernen. Und tatsächlich sagt die Bibel, dass Gebet gelernt werden kann. In Lukas 11 und dort Vers 1. Lukas 11 und dort Vers 1 lesen wir: "Und es begab sich, dass er an einem Ort im Gebet war, gemeint ist Jesus, und als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte." Einer der Jünger Jesu kommt zu Jesus und sagt: Herr, bitte bring uns bei, wie man richtig betet. Und ich denke, diese Bitte ist eine gute Bitte, und wir können uns dieser Bitte anschließen: Jesus, bitte lehre uns beten.

[7:03] Heute gibt es viele Menschen, die über das Gebet reden und über das Gebet schreiben und sprechen und sagen: Du musst so beten, du musst so oft beten, du musst in dieser Körperhaltung beten, du musst diese Worte beten, wie ein Mantra vielleicht, dir dabei Folgendes vorstellen. Aber alles ist nur Menschenwerk, vieles davon sogar sehr gefährlich. Wenn wir wirklich einen echten Kontakt zu Gott haben wollen, dann tun wir gut daran, den Anweisungen Jesu zu folgen und zu fragen: Herr, wie sollen wir wirklich beten? Könnte es sein, dass wir manchmal ein unerfülltes Gebetsleben haben, weil wir nicht Jesus folgen in der Gebetspraxis, so wie Jesus gebetet hat und so wie er es uns vorgemacht hat?

[7:42] Wir wollen also jetzt die Frage stellen: Was können wir aus der Bibel, vor allem aus dem Neuen Testament lernen, über das Gebet, so wie Jesus es praktiziert hat und so wie Jesus es gelehrt hat? Und ich denke, je mehr wir Jesus auch in dieser Sache folgen, desto mehr wird unser Gebetsleben wachsen und desto gesegneter wird es sein.

[8:00] In Markus 1, Vers 35 haben wir einen ganz klassischen Text über die Gebetsgewohnheit Jesu. Markus 1, Vers 35. In Markus 1, Vers 35 lesen wir: "Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort." Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich bin eher ein Mensch, der nicht von alleine frühmorgens, wenn es noch sehr dunkel ist, aufsteht. Es gibt Menschen, die fallen von alleine aus dem Bett, manche müssen sich quälen und erleben so immer wieder, dass sie das nicht schaffen. Aber ich denke, hier sehen wir ein Prinzip, von dem wir alle lernen können, dass es uns leicht oder schwer fällt: Jesus nahm sich früh am Morgen Zeit. Und ich denke, es ist gut, auch heute jetzt die Entscheidung zu fällen, das wieder zu tun. Ich möchte das für mich entscheiden. Und vielleicht möchtest auch du dir die Entscheidung fällen, wieder früh am Morgen aufzustehen, Andacht zu machen, dann, bevor der ganze Alltag mit seinen Sorgen hineinstürzt. Jesus hat das gemacht.

[9:00] Und ich denke, jeder von uns hat das erlebt: Tage, die er mit Gebet und Bibelstudien begonnen hat, wo er darauf meinte, verzichten zu können. Und wir alle wissen, dass die Tage, die wir mit Gott begehen, die gesegneten, die erfolgreichsten und die glücklichsten sind.

[9:11] Und etwas, was hier schon angedeutet ist, das finden wir auch in einem anderen Evangelium ganz klar ausgesprochen, und zwar in Lukas 5 und dort Vers 16. In Lukas 5, Vers 16 heißt es: "Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten auf und betete." Während es von den Pharisäern heißt, dass sie sich gerne an die Straßenecke gestellt haben und unter großem Aufwand und mit viel Publikumswirksamkeit gebetet haben, hat Jesus im stillen Kämmerlein gebetet. Und er hat es ja selbst dann auch seinen Jüngern so gesagt. Er hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten auf und betete. Die meisten Gebete sprechen wir alleine mit Gott. Es ist nichts davon zu halten, wenn jemand in der Gemeinde vielleicht wunderbare, lange, ausführliche Gebete spricht, aber zu Hause nie alleine betet.

[10:02] Wie oft betest du alleine zu Gott? Wie oft sprichst du zu ihm, wenn kein anderer dich hört?

[10:12] Das Beispiel Jesus ist sehr, sehr präzise in dem, wie er mit dem Gebet umging. Eine sehr interessante Stelle finden wir in Lukas 22 und dort Vers 31 und 32. In Lukas 22 haben wir die Begebenheiten kurz vor Gethsemane und damit kurz vor den letzten Stunden unseres Erlösers. Und es ist diese Geschichte, wo dann Petrus sehr selbstbewusst und selbstsicher Jesus anbietet, in Verteidigung zu wollen und mit ihm ins Gefängnis zu gehen und in den Tod und alles mögliche. Aber Jesus sagt vorher schon zu ihm in Vers 31 und Vers 32: "Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder."

[11:10] Was für eine interessante Stelle. Wir alle kennen es, dass wir beten für Menschen, die noch nicht im Glauben sind. Und wir beten und halten Fürbitte und vielleicht fasten wir am Anfang sogar, damit Menschen eine Entscheidung für Christus treffen. Und wenn sie sie getroffen haben, wenn sie im Glauben sind, hören wir oft auf, für sie zu beten. Ist es nicht wahr? Aber Jesus betete nicht nur für Menschen, die noch nicht im Glauben sind. Jesus betete für Menschen, die im Glauben sind, aber die gefährlich nah am Abgrund waren und die dort selbstsicher stolzierten und vielleicht tanzten und einfach in Lebensgefahr schwebten. Und Jesus sagte: "Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre."

[11:48] Für wie viele Menschen betest du und für wie viele Menschen bete ich, die zwar im Glauben stehen, aber an der Kippe stehen, in der Gefahr stehen abzufallen? Kennst du Menschen, die so, vielleicht überschwänglich für den Glauben sind, aber eigentlich in ihrem Leben zeigen, dass sie nicht wirklich gegründet sind? Wäre es nicht gut, von Jesus zu lernen und für Menschen zu beten, die im Begriff stehen abzufallen, dass Gott sie bewahren möge in dem Glauben, den sie schon kennengelernt haben?

[12:20] Das ist ein interessantes Beispiel von Jesus, das es, glaube ich, wert ist, von uns allen nachgeahmt zu werden. Ich denke, wir alle können etwas lernen. Wir alle sind noch nicht dort angelangt, wo Jesus gewesen ist. Und wenn wir das umsetzen, ich glaube, dann werden wir tatsächlich diese Erweckung oder Reformation erleben, von der uns die Bibel und auch der Geisterweisung berichten.

[12:40] Aber nicht nur hat Jesus für Menschen gebetet, die kurz davor standen, den Glauben zu verlieren oder in eine Krise geraten könnten oder würden. Jesus hat uns gelehrt, auch noch für eine ganz andere Personengruppe zu beten, für die wir vielleicht noch weniger gerne beten. In Matthäus 5 und dort Vers 44, jedenfalls in der Bergpredigt, sagt uns Jesus, Matthäus 5, Vers 44: "Ich aber sage euch" – und das sind die Worte Jesu, direkt zu deinem und zu meinem Herzen – "liebt eure Feinde, segnet die, die euch verfluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen."

[13:16] Wir sollen nicht nur ihnen vergeben, wir sollen nicht nur ein prinzipielles Liebesgefühl für sie empfinden, wir sollen für die Menschen, die uns beleidigen, die uns vielleicht Gewalt antun, die hinter unserem Rücken schlecht reden, die uns verfolgen, für sie sollen wir beten.

[13:32] Und zwei Verse weiter sagt Jesus dann etwas, was uns treffen sollte: "Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?" Jesus sagt: Wenn ihr nur die Menschen liebt, die ihr gerne mögt, und für sie betet und für sie Fürsprache einlegt, dann seid ihr so wie die Zöllner. Denn auch die Sünder tun das. Und wir halten uns oft schon für ganz tolle und großartige Christen, nur weil wir Fürbitte für einen Bruder, eine Schwester, für einen Verwandten oder für einen Freund einlegen, die schon im Glauben sind, die wir gerne mögen. Und halten das schon für großartigen christlichen Dienst. Aber Jesus sagt: Das tun auch die Heiden. Kein heidnischer Buschmann, kein Vertreter einer anderen Religion, würde zögern, für seine Liebsten zu seinem Gott zu beten. Aber Jesus sagt: Das Entscheidende des christlichen Gebets ist, dass wir sogar für die beten, die Schlechtes von uns wollen.

[14:45] Und Jesus hat das getan. Jesus hat für seine Verfolger, für seine Peiniger, für die, die ihn beleidigen, bespuckt haben, hat er gebetet. Und zwar nicht einfach nur als Pflichterfüllung, sondern weil er sie wirklich liebte, weil er sie retten wollte. Denk an diejenigen, die dir Schlechtes wollen. Möchtest du sie retten? Bete für sie.

[15:06] Jesus empfiehlt uns auch die Art und Weise, wie wir beten sollten. Mal abgesehen davon, dass wir einzeln beten sollten, an einsamen Orten. Lesen wir in der Bibel auch, wie wir beten sollten. In der Bibel lesen wir auch, dass wir einzeln beten sollten, an einsamen Orten. Lesen wir auch in Matthäus 18 und dort Vers 19 und 20. Ganz bekannte Verse, die oft zitiert werden. Matthäus 18, Vers 19 und 20: "Weiter sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen über irgendeine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteil werden von meinem Vater im Himmel."

[15:44] Jesus betont hier die Wichtigkeit der Einigkeit im Gebet. Wenn wir gemeinsam beten, aber es ist auch gut und wichtig, dass wir uns fragen: Gott, was möchtest du? Und wenn wir gemeinsam uns einig werden über den Willen Gottes, dann ist da eine besondere Kraft in dem gemeinsamen Gebet, wenn es in Einheit geschieht. Wenn wir das Gleiche wollen. Und auch das ist ein Geheimnis von der Erweckung der Reformation.

[16:08] In Vers 20 lesen wir: "Denn wo zwei oder drei" – es müssen also nicht viele, sondern wenn schon zwei oder drei – "in seinem Namen", er sagt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte." Oft zitiert der Vers, aber wir sollten wissen, dass das sich nicht einfach nur auf Versammlung bezieht, wo einfach keiner kommt, bis auf zwei oder drei, wie wir den Vers ja meistens anwenden. Eigentlich bezieht es sich auf gemeinsames Gebet in Gruppen, wo zwei oder drei versammelt sind, weil sie, wie der Kontext sagt, übereingekommen sind, weil er mitten unter ihnen ist. Und weil er mitten unter ihnen ist, wird ihm die Sache zuteil.

[16:48] Daraus können wir schlussfolgern, dass ein Geheimnis für erhörtes Gebet ist, dass Christus mitten unter uns ist. Christus und euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Wenn ich also möchte, dass mein Gebet erhört wird, dann sollte ich sicherstellen, dass Jesus bei mir ist, dass er mit mir ist, dass er in mir ist.

[17:12] Und das übrigens nebenbei verdeutlicht die Bedeutung des Heiligtums, dass er nichts anderes ist als ein Modell davon, wie Gott unter uns wohnen möchte. Und weil diese Einheit so wichtig ist, hat Jesus selbst darum gebetet. In dem berühmten Hohepriesterlichen Gebet, einem der wichtigsten Gebete Jesu, der einige Gebete von Jesus in der Bibel aufgezeichnet, in diesem Hohepriesterlichen Gebet finden wir in Johannes 17, Verse 20 bis 23, einen der wichtigsten Punkte, den Jesus hier auf Erden gebetet hat. Johannes 17, Verse 20 bis 23: "Ich bitte aber nicht für diese allein" – gemeint sind die zwölf Jünger – "sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden."

[17:52] Jesus hat also nicht nur für die Menschen gebetet, die direkt vor seinen Augen waren. Jesus hat für alle gebetet, die durch das Wort eines Jüngers, eines Jüngers Jesu, eines Christen, zum Glauben kommen. Jesus hat also im Hohepriesterlichen Gebet genauso für mich und für dich gebetet wie für Johannes und den Rest der Jünger. Du bist genauso gemeint. Wir alle sind genauso gemeint in diesem Gebet. Er sagt es explizit: "Ich bete nicht nur für diese, sondern für all die anderen auch."

[18:20] Vers 21: "Auf dass sie alle eins seien." Und meistens hören wir auf und sagen: Naja, Christus wollte eine Einheit, dann lass uns eine Einheit zusammenzimmern, indem wir einfach von jeder Glaubensgemeinschaft die unterschiedlichen Dinge wegstreichen, sodass wir irgendwie einen kleinsten gemeinsamen Nenner haben, der so klein ist, dass man ihn manchmal mit der Lupe suchen muss, aber dann haben wir wenigstens Einheit. Aber das ist nicht das, was Jesus sagt. Denn er qualifiziert diese Einheit. Er sagt, was er unter Einheit versteht. Er sagt: "Auf dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir."

[18:52] Die Einheit, von der Jesus unter den Christen spricht, ist kein kleinster gemeinsamer Nenner. Kein Abarbeiten von Unterschieden in der Theologie, sodass man irgendwie gemeinsam dann kann. Denn der Maßstab der Einheit ist die Verbindung von Christus und dem Vater. Und Jesus und der Vater müssen nicht erst lange Konsenskonferenzen halten und irgendwie sehen, was kann ich von meiner Meinung weg tun, und damit dann du wieder einen Schritt auf mich zugehst. Das ist nicht die Einheit von Gott, dem Vater und von Jesus.

[19:24] Die Einheit von Jesus und seinem Vater macht keinerlei Abstriche von der Wahrheit. Sie sind die Wahrheit. Und so ist auch die Einheit, um die Jesus gebetet hat, keine allgemeinökumenische Konsenseinheit, sondern eine Einheit, die durchdrungen ist von der biblischen Wahrheit. Einheit steht nicht höher als Wahrheit.

[19:56] Er sagt: "Auf dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir, auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast." Er sagt, warum das so wichtig ist, dass wir das richtige Verständnis von Einheit haben, denn nur wenn wir auf diesem Level eins sind, in der Wahrheit, nur dann kann die vereinte Christenheit, oder die vereinten Gläubigen besser gesagt, nur dann können sie auch wirklich eins sein mit Gott. Denn die wahre biblische Ökumene ist nicht nur die Einheit der Christen, sondern die Einheit der Christen untereinander und mit Gott.

[20:30] Letztens wird in den sogenannten ökumenischen Bestrebungen genau diese Einheit der Menschen mit Gott, die gedankliche, charakterliche Einheit, außen vor gelassen, zugunsten einer politischen Einheit. Aber das ist nicht das Ziel, warum Jesus gebetet hat. Und lasst uns darum beten und dafür wirken, dass dieses Gebet von Jesus in unserem Leben zur Erfüllung kommt. Eine echte, eine biblische, eine von Wahrheit durchdrungene Einheit aller, die wirklich Jesus folgen wollen. Sodass wir alle eins sind und mit Gott, der auch in sich eins ist, eins sein können.

[21:10] Vers 22: "Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien." Und er wiederholt es, weil es so wichtig ist: "Gleich wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zur Vollendung der Einheit gelangen." Er macht das ganz deutlich: Die Einheit soll vollendet werden. Und "damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleich wie du mich liebst." Das wird eines der größten Zeugnisse für die Ungläubigen sein, wenn Christen, die die Bibel zu ihrer Richtschnur machen, echte, biblisch von Wahrheit getränkte Einheit haben, die sie direkt mit Gott verbindet.

[21:52] Wir wollen noch mehr über das Gebet zu dem Jesus erfahren. Und es ist sehr ermutigend zu sehen, wie er gebetet hat in Gethsemane. Gethsemane ist vielleicht deswegen berührend, weil hier Jesus wie nie zuvor in einer Krisensituation war, wo man könnte es ausdrücken, der Kelch der Erlösung selbst in seiner Hand gezittert hat. Und er kann damit ein perfektes Beispiel sein für jeden Einzelnen von uns, der vielleicht auch in einer tiefen Krise ist, der nicht weiß, wie es weitergeht, der wirklich innerlich aufgewühlt ist.

[22:28] In Matthäus 26, Lukas 39 heißt es: "Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber." Jesus sagt: Wenn es da irgendeine Möglichkeit gibt, dass dieser Kelch der Kreuzigung an mir vorüber geht, bitte, Herr, finde eine.

[22:48] Jesus hat in seinen Gebeten das auf den Punkt gemacht, was er wirklich gedacht hat. Er hat Gott offen und ehrlich das gesagt, wie es ihm geht. Manche denken, sie können das nicht tun, sie können ihre Krisen, ihre Schwierigkeiten, ihre Ängste und Nöte nicht vor Gott ausbreiten, weil sie müssen immer nur eine fromme Fassade vor Gott bewahren. Aber Jesus hat in einer Situation, wo er so von Angst und von Schrecken geplagt war, dass das Blut aus der Haut heraustropfte, hat es Gott dem Vater gesagt, so wie es war.

[23:26] Aber dann – oh, das ist das Schöne, was uns Wegweisung gibt, wenn wir in einer ähnlichen Situation sind, auch wenn wir vielleicht die Situation nicht ganz so erleben können. Er hat doch nicht aufgehört, sondern der nächste sagt aus seinem Mund: "Es ist doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst." Jesus hat gesagt, wie es ihm ging, aber dann hat er Gottes Willen angenommen.

[23:52] Und lieber Freund, liebe Freundin, das ist genau das Heilmittel für unsere Krisen. Wenn wir unsere Krisen selbst totschweigen und sie unter den Teppich kehren und so tun, als wären sie nicht da, werden wir irgendwann verrückt oder heuchler. Aber wenn wir einfach nur die Probleme benennen und uns den Problemen sülen und einfach unseren Willen durchdrücken wollen, dann werden wir zu Sünde verführt werden. Aber wenn wir unsere Probleme Gott schildern, so wie sie sind und dann sagen: Herr, nicht meine Wille, sondern deine Wille, dann werden wir die Stärkung erfahren, die Jesus in diesem Moment erfahren hat, die Kraft bekommen, die er bekommen hat, um all diese schrecklichen Szenen durchgetragen zu werden und das Werk zu vollenden.

[24:34] Das Gebet zu dem Jesus ist voller wichtiger Ratschläge für uns. Und so sehen wir, dass diese Prinzipien auch von seinen Jüngern angewandt worden sind. Wir wollen einige Verse jetzt lesen, wie das Gebet nach der Himmelfahrt Jesu oder nach seinem Dienst hier auf Erden sich in der Christenheit bewährt hat und wie es in der Urchristenheit zu einer gewaltigen Wachstumsbewegung, zu einer echten Bewegung, einer Erweckung, Reformation geführt hat.

[25:02] In Apostelgeschichte 1 und dort Vers 4, da lesen wir, wie Jesus in seinen letzten Worten an den Jüngern sagt: "Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, nicht von Jerusalem zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, die ihr, so sprach er, von mir vernommen habt." Er sagt: "Geht nicht von Jerusalem, sondern wartet, bis sich die Verheißung, die ich euch gesagt habe, erfüllt."

[25:26] Was für eine Verheißung ist das? In Vers 8 wird es erklärt und heißt es in Apostelgeschichte 1, Vers 8: "Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde." Jesus verheißt die Kraft des Heiligen Geistes seinen Nachfolgern und er sagt: "Ich habe es euch verheißen und wartet hier, bis ihr es bekommen habt."

[25:58] Es gibt bestimmte Dinge, ohne die sollten wir nicht losgehen. Wir sollen nicht einfach nur beten, einfach nur, weil es dazugehört und dann an unserer eigenen Kraft losgehen. Wenn es um die Gabe des Heiligen Geistes geht, um die Kraft, die der Heilige Geist uns geben möchte, dann können wir es nicht leisten, einfach nur darum zu beten und dann einfach loszugehen, ohne auf ihn gewartet zu haben. Wenn wir wirklich das erleben wollen, was in Apostelgeschichte 2 und in den folgenden Kapiteln geschehen ist, dann müssen wir beten, bis die Kraft, die biblische Kraft des Heiligen Geistes uns erfüllt.

[26:32] In Vers 14 heißt es: "Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern." Sie blieben dabei. Wie oft ist es so, dass eine Erweckung oder Reformation vielleicht beginnt durch eine wunderbare Predigt oder durch eine aufrührende Konferenz und dann ganz schnell wieder verschwindet. Was wir von den Jüngern lernen können, ist, dass sie beständig blieben und dass sie einmütig waren im Gebet.

[27:02] Jene Tage vor Pfingsten waren besondere Tage. Als sie noch einmal über die Lektionen in Gedanken gingen, die Jesus ihnen gelehrt hatte, als sie noch einmal darüber nachdachten, wie Jesus ihnen die Schrift des Alten Testaments wirklich erklärt hat, als sie die Botschaft Gottes besser verstanden, haben sie gebetet und gebetet, einmütig in der Einheit, die Jesus sich gewünscht hatte. Und so müssen auch wir gemeinsam, einmütig und vor allem beständig beten. Wenn wir diese Erweckung der Reformation erleben wollen. Mit wem betest du beständig, einmütig um die Gabe des Heiligen Geistes? Hast du in deinem Umkreis vielleicht einen Hauskreis, eine Gruppe, in deiner Gemeinde, Menschen, mit denen du regelmäßig und systematisch beten kannst? Es lohnt sich, darüber nachzudenken, das zu tun.

[27:52] Und dann wissen wir aus Geschichte 2, wird das Gebet beantwortet und der Heilige Geist kommt in Macht und in Kraft und die Jünger sind plötzlich in der Lage, fremde Sprachen zu sprechen, natürlich kein sinnloses Gestammel, sondern Fremdsprachen, die sie sprechen konnten und plötzlich zu allen Nationen, Völkern und Sprachen predigen konnten. Und was so oft passiert in unserer Erfahrung ist, dass wenn sich die Verheißung erfüllt, wir automatisch aufhören zu beten. Aber beachten wir, was die Jünger ausgezeichnet hat und was das Besondere war dieser urchristlichen Erweckung, auf die wir auch heute warten.

[28:32] In Apostelgeschichte 2, Vers 42, das ist nach der Erfüllung des Gebetes, lesen wir Apostelgeschichte 2, Vers 42: "Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten." Sie blieben dabei, auch als sich ihr Gebetsanliegen erfüllt hat, blieben sie dabei. Und wie oft ist es so, dass wir etwas beten, es erfüllt sich, wir sagen: Gott, danke, und es war's. Lasst uns lernen, wir alle. Ich möchte bei mir selbst anfangen und möchte dich einladen, das auch zu tun, denn ich glaube, dann wird es eine Erweckungswelle geben, die durch das Land rollt, wie sie bis vor noch nie gesehen worden ist. Wenn wir nach erfüllten Gebetsanliegen weiter beten, dranbleiben, beständig bleiben und nicht nur im Gebet, sondern auch in der Lehre bleiben, in der Gemeinschaft bleiben, im Brotbrechen bleiben.

[29:28] Es war die Kontinuität, die das Besondere war, nicht das Ereignis. Erweckung und Reformation lebt nicht von besonders ermutigenden Predigten, nicht von besonders tränenreichen Gebeten, nicht von besonders herzerreißenden Liedern, sondern von der Kontinuität in den wichtigsten Lehren, die wir lernen können. Erweckung und Reformation.

[29:58] Und so sehen wir es weiter in Apostelgeschichte 4. Immer noch sehen wir dort die ganze Gemeinde zusammen. In Apostelgeschichte 4, Vers 31 heißt es: "Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit..." Und seit Gott erhört das Gebet nicht noch einmal, er hört es immer und immer wieder. Kannst du dich erinnern, als du eine große Sache von Gott erbetet hattest und er hat sie erfüllt? Und vielleicht erzählst du noch Wochen, Monate, vielleicht Jahre später davon. Aber weißt du was? Dass Gott immer wieder dasselbe hätte erfüllen können, immer wieder große Dinge, wenn wir weiter gebetet hätten. Sie blieben dabei und sie beteten und der Heilige Geist wurde immer wieder ausgeschüttet. Immer wieder neu erfüllt. Es war nicht nur ein Ereignis, es war eine kontinuierliche Erfahrung. Und es führte dazu, dass die ganze Gemeinde mit dem Geist erfüllt wurde, sodass sie alle mit Freimütigkeit das Wort Gottes predigten.

[30:56] Vielleicht sagst du: Ich traue mich nicht, Missionen zu machen, ich traue mich nicht, Zeugnis zu geben. Wir werden in den nächsten Folgen ein ganzes Thema darüber haben, was Missionen mit Erweckung und Reformation zu tun hat. Hier finden wir das Geheimnis. Der Heilige Geist hat sie erfüllt, und warum hat er sie erfüllt? Weil sie gemeinsam, einmütig, kontinuierlich gebetet hat.

[31:18] Die Städte bebten. Wünschst du dir nicht auch, dass in deiner Gemeinde, in deinem Ort, in dem Ort, in dem Teil Deutschlands, wo du dich befindest, wo auch immer, dass die Städte bebten, weil der Heilige Geist ausgegossen wird, das Wort Gottes, und zwar das unverfälschte Wort Gottes in all seinem Reichtum und seiner Gänze mit Freimut gepredigt wird?

[31:42] Eine interessante Lektion aus der Urchristenheit, die finden wir in Apostelgeschichte 6 und dort Vers 4. In Apostelgeschichte 6 gab es eine kurze Zeitperiode, wo Schwierigkeiten aufbrachen, wo es Zwistigkeiten gab, und das zeigt uns, dass auch die Urchristenheit mit menschlichen Problemen zu kämpfen hatte. Die Probleme waren nicht plötzlich alle weg, aber durch den Geist konnten sie all diese Probleme lösen und gemeinsam voranschreiten. Das Problem war aufgebrochen, weil die Witwen verschiedener Kulturen und Herkünfte unterschiedlich behandelt worden waren. Und dann erkannte man die Not für eine gewisse administrative Ordnung und man musste sieben Diakone wählen. Aber jetzt achten wir gemeinsam, was in Vers 4 steht. Dort sagen nämlich die zwölf Apostel: "Wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben."

[32:34] Vorher hatten sie gesagt, dass die administrativen Aufgaben an Diakone abgegeben werden konnten. Und hierin steckt eine erstaunliche, gewaltige Lektion für unsere Zeit. Die damaligen Leiter der Gemeinde, die Evangelisten und Prediger sozusagen, haben deutlich gemacht: Administrative Aufgaben kann jemand anders übernehmen. Aber das Gebet kann nicht delegiert werden. Die Wortverkündigung und das Gebet sind für die Leiter der Gemeinde wichtiger als administrative Aufgaben. Und ich glaube, eine von vielen Herausforderungen heute ist, dass diese Ordnung zum Teil umgekehrt worden ist. Dass heute Wortverkündigung und Gebet auf der Strecke bleiben wegen administrativer Aufgaben, die als so wichtig angesehen werden, dass sie nicht delegiert werden können, so meint man.

[33:34] Aber die Jünger damals verstanden: Administration kann jemand anders machen. Wer von Gott berufen ist, das Evangelium zu verkündigen, der soll zwei Dinge tun: Er soll predigen, das Wort, oder er soll beten. Alles andere kann delegiert werden, aber die beiden Sachen nicht. Darauf kommt es an. Gebet ist nicht an jemand anders delegierbar.

[33:56] Und dann gibt es eine Geschichte in der Bibel, in der Apostelgeschichte, die wirklich erstaunlich ist und die ich glaube, uns etwas lehren möchte. Und sie findet sich in Apostelgeschichte 12, und wir wollen dort einige Verse lesen. In Apostelgeschichte 12, Vers 2, da lesen wir von dem König Herodes, der in einer Zeit der Verfolgung einen der Jünger Jesu gefangen nimmt. Das heißt hier: "Und er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert." Das war der erste der zwölf Jünger, der als Märtyrer. Herodes nahm den Jakobus gefangen, misshandelte ihn, und übrigens auch einige andere aus der Gemeinde. Und dann starb Jakobus im Gefängnis zur Zeit der Urchristenheit von der Hand Herodes.

[34:42] Und nur drei Verse weiter lesen wir, wie jemand anderes von den Jüngern ins Gefängnis gebracht wird, nämlich Petrus. Und beide, Jakobus und Petrus, waren Säulen in der Urchristenheit. Sie waren unter den Jüngern, die besonders eng mit Jesus verbunden waren. Würde der nächste sterben, der nächste Key Leader der Gemeinde?

[35:04] In Vers 5 heißt es: "So wurde Petrus nun im Gefängnis bewacht. Aber jetzt kommt es darauf an: Von der Gemeinde aber wurde unablässig für ihn zu Gott gebetet." Das steht nicht im Fall von Jakobus. Wir wissen nicht genau, warum die Gemeinde für Petrus mehr gebetet hat als für Jakobus. Aber vielleicht haben sie aus der Lektion gelernt, dass als sie vielleicht etwas nachlässig geworden waren im Gebet, gemerkt haben, dass Gott nicht automatisch jeden immer einfach beschützt. Und so beten sie für Petrus und flehen Gott an, dass er gerettet wird. Denn sie wissen, Herodes versteht keinen Spaß. Herodes wird sie nicht bestechen lassen. Und Herodes möchte auch Petrus umbringen.

[35:50] Und dann geschieht das Unglaubliche. In Vers 7 bis 11 lesen wir, wie ein Engel des Herrn trat hinzu und ein Licht glänzte in dem Raum. Er weckte aber Petrus durch einen Schlag an die Seite und sprach: "Steh schnell auf!" Und die Ketten fielen ihm von den Händen. Und der Engel sprach zu ihm: "Umgürte dich und zieh deine Schuhe an." Und er tat es. Und jener spricht zu ihm: "Wirf deinen Mantel um und folge mir." Und er ging hinaus und folgte ihm und wusste nicht, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah, sondern er meinte ein Gesicht zu sehen. Als sie aber durch die erste und die zweite Wache durchgegangen waren, stürzte er im Eisernen Tor, das zur Stadt führt. Und dieses öffnete sich ihnen von selbst. Und sie traten hinaus und gingen eine Gasse weit. Und mit einem Mal verließen der Engel. Da kam Petrus zu sich und sprach: "Nun weiß ich, wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich errettet hat aus der Hand des Herodes und von allem, was das jüdische Volk erhoffte." Die Gemeinde hatte gebetet. Und Petrus wurde frei.

[36:36] Was für ein erstaunliches Zeugnis für die Macht, der gemeinsam führte durch die Gemeinde. Könnte es sein, dass wir manche Dinge nicht erleben, einfach deswegen, weil wir gar nicht daran denken, dafür zu beten? Petrus wurde gerettet, weil die Gemeinde gebetet hat.

[37:00] Stehst du in deinem Leben vor großen Schwierigkeiten? Stehst du mit deiner Gemeinde vor großen Schwierigkeiten? Stehst du mit deinen gläubigen Freunden vor Krisen, die unlösbar scheinen? Dann schau nicht darauf, dass vielleicht andere schon Schriftvorlesungen haben. Schau nicht darauf, dass vielleicht anderswo schon jemand gestorben ist. Schau nicht darauf, auf das, was schon negativ gelaufen ist. Schau darauf, dass die Gemeinde in dem Fall gebetet hat und Gott hat eingegriffen.

[37:32] Das heißt übrigens nicht, dass Jakobus von Gott weniger geliebt war als Petrus. Jakobus wird genauso im Himmel sein wie Petrus. Aber Gott hätte sich bestimmt vorstellen können, den Jakobus noch länger einzusetzen in der Gemeinde. Aber die Gemeinde hat ihn nicht darum gefragt. Sie hat ihn nicht darum gebeten. Aber als die Gemeinde sagte: Herr, wir brauchen den Petrus noch. Du kannst uns den Petrus jetzt nicht nehmen. Wir brauchen den Petrus zurück. Da hat Gott geantwortet.

[38:12] Was ist deine Bitte an Gott? Was soll Gott tun in seiner Gemeinde, damit das Werk vorangehen kann? Gott möchte dieses Gebet erhören, wenn es nach seinem Willen ist, wie wir gelesen haben.

[38:28] In 2. Korinther 10, und dort Vers 3 bis 5, gibt es Hinweise und praktische Tipps, wenn es um das Gebet geht. "Denn obgleich wir im Fleisch wandeln, so kämpfen wir doch nicht nach Art des Fleisches. Ja, wir sind in einem sündigen Fleisch. Ja, wir haben Verführung und Versuchung und Schwachheiten. Aber doch müssen wir nicht nach Art des Fleisches kämpfen. Wir müssen nicht mit den Schwachheiten kämpfen, nicht mit den Versuchungen und Verführungen. Unser sündiges Fleisch muss nicht unseren Kampf führen, denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen, sodass wir Vernunftschlüssel zerstören, um jede Höhe und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus."

[39:18] Da ist etwas, was Gebet tun kann, was unvorstellbar ist und was ich in meinem Leben noch mehr erleben muss und wahrscheinlich du auch. Dass nämlich jeder Gedanke gefangen genommen werden kann in Gehorsam zu Christus. Gehorsam definieren wir meistens als das Tun, was Gott sagt. Aber Gehorsam ist mehr. Gehorsam ist schon das zu denken, was Gott möchte, dass ich denke. Denn wenn ich richtig denke, werde ich auch richtig sprechen, werde ich richtig handeln, dann wird der äußerliche Gehorsam nur noch eine Folge sein. Der wahre Kampf um den Gehorsam findet hier im Gehirn statt.

[39:48] Es gibt zu viele Christen, wahrscheinlich musst du zustimmen, dass auch wir zu oft dazu gehört haben, die zwar das Richtige tun, aber was Falsches denken. Aber wenn wir geistlich kämpfen, mit der Waffenrüstung Gottes, wie wir gleich sprechen werden, dann können wir durch das Gebet, durch die Verbindung zu Gott, unsere Gedanken ihm übergeben. Sodass unsere Gedanken ihm Gehorsam sind.

[40:16] Und dieser Kampf, wir haben es gerade angesprochen, der wird gekämpft mit der Waffenrüstung Gottes. In Epheser 6 und dort Vers 11 und 12. Epheser 6, Vers 11 und 12 lesen wir: "Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels." Der Teufel ist nicht dumm. Der Teufel weiß, wie er uns attackieren kann. Das heißt in Vers 12: "Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Herrschaft, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrschung der Finsternis, dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen." Und dann wird die Waffenrüstung Gottes beschrieben. Und wir haben in einigen Folgen vor etlichen Monaten schon das ausführlich behandelt. Der Gürtel der Wahrheit, der Brustpanzer der Gerechtigkeit, die Stiefel zur Bereitschaft zur Verkündung des Evangeliums, das Schild des Glaubens, der Helm des Heils, das Schwert des Geistes. Und mit dieser ganzen Ausrüstung, mit den Defensiv- und den Offensivwaffen können wir jetzt kämpfen.

[41:20] Und dann kommt es auf Vers 18 an: "In dem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und fürbitte für alle Heiligen." Ja, wir bauen die ganze Waffenrüstung Gottes, aber sie nützt uns nur dann, wenn wir mit der ganzen Waffenrüstung Gottes bekleidet alle Zeit beten. Ohne Gebet ist die Waffenrüstung Gottes nur hinderlich beim Laufen. Es ist nur, wenn wir mit Gott verbunden sind, dass uns die Bibel etwas nützt. Es ist nur, wenn wir mit Gott verbunden sind, dass Gerechtigkeit und Wahrheit uns etwas nützen. Es ist nur, wenn wir mit Gott verbunden sind im Gebet, dass unsere Bereitschaft, etwas für ihn zu tun, auch wirklich Frucht tragen wird. Ansonsten enden wir in einem fanatischen Aktionismus, der keine Frucht bringen wird.

[42:10] Indem ihr zu jeder Zeit betet. Und das bringt uns natürlich zu dem berühmten Vers in 1. Thessalonicher 5 und dort Vers 17. 1. Thessalonicher 5 und dort Vers 17. Dort stehen diese drei Worte, die wirklich gewaltig sind. Das heißt hier: "Betet ohne Unterlass." Und das meint die Bibel genauso. Ganz egal, ob wir es bisher erlebt haben oder nicht, sie meint es genauso. Betet ohne Unterbrechung. Und ich glaube, es ist möglich, durch die Gnade Gottes, durch die Kraft des Heiligen Geistes, dass wir konstant mit dem Heiligen Geist, mit Gott im Gehirn verbunden sind. Ja, wir müssen nicht 24 Stunden auf den Knien rutschen und irgendwie Gott beeindrucken, aber wir können eines Geistes mit ihm sein. Das sagt die Bibel: "Wer dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm."

[43:08] Philipper 2, Vers 5 sagt: "Lasst diese Gesinnung in euch sein, die auch in Christus Jesus war." Betet ohne Unterlass.

[43:20] Wie oft hast du heute gebetet? Wie oft habe ich heute gebetet? Sollen wir nicht Gott bitten, dass er uns daran erinnert, dass er uns die Kraft schenkt, ständig mit ihm verbunden zu sein? Ist es nicht selbstverständlich, dass dann eine Weckung, Reformation von ganz alleine uns alle, mich und dich und die ganze Gemeinde erfassen wird, wenn das geschieht?

[43:40] Wie gesagt, das Problem liegt nicht bei Gott. Es liegt nicht bei Gott. Das Problem liegt nicht bei Gott, dass wir ihn irgendwie bearbeiten müssen. Das Problem liegt bei uns. Unser Empfangskanal ist verstopft. Wenn wir den lehren und Gott hineinlassen, dann kommt die Weckung, Reformation von ganz alleine.

[44:02] In Psalm 50, Vers 23 finden wir noch ein schönes Prinzip, wenn es um das Gebet geht. Psalm 50, Vers 23, da heißt es, und auch dieser Vers ist relativ bekannt: "Wer Dank opfert, der ehrt mich. Und wer seinen Weg recht ausrichtet, dem zeige ich das Heil Gottes." Willst du das Heil Gottes sehen? Dann richte deinen Weg sicher aus, richtig aus und opfert Dank.

[44:30] So oft beten wir, es heißt ja auch beten, aber wie oft danken wir für das, was er getan hat? Ich bin mir sicher, die Jünger haben Gott gedankt für die Wunder, die sie erlebt haben. Geh mal in deinem Kopf die Liste von Dingen durch, für die du Gott dankbar sein kannst. Ja, es gibt natürlich viele Probleme, viele Herausforderungen, viele Schwierigkeiten, aber geh mal die Liste durch von Dingen, für die du dankbar sein kannst.

[44:56] "Wer Dank opfert, der ehrt mich." Vielleicht kostet es dich etwas Zeit, vielleicht kostet es dich Überwindung, vielleicht kostet es dich Überlegung, aber es muss ja auch ein Opfer sein, das heißt, wer Dank opfert. Wenn ich gerade etwas ganz Tolles erlebt habe und ich sage: Preis den Herrn, dann ist es einfach, Gott gleich zu danken. Das ist kein Opfer. Wenn es mir gerade schlecht geht, wenn ich Schwierigkeiten habe, wenn ich mich durchs Leben quäle und ich dann darüber nachdenken soll, wo kann ich Gott eigentlich danken, dann ist es ein Opfer. "Wer Gott Dank opfert, der ehrt mich."

[45:32] Eine der wunderbarsten Verheißungen in der Bibel findet sich in Philipper 4 und dort Vers 6. In Philipper 4 und dort Vers 6 lesen wir: "Sorgt euch um nichts." Und auch das meint die Bibel so, wie es da steht. Sorgt euch um nichts. Sondern in allem, in jeder Situation, in jeder Lage, egal wie die Umstände auch sein mögen, sondern in allem, lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden.

[46:12] Egal, wie es dir geht. Und ich weiß nicht, wie es dir geht, liebe Freund, liebe Freundin. Aber egal, was deine Situation ist, wenn du Gott dankst und dann mit Gebet und Flehen dein Anliegen Gott kundtust, dann kannst du alle deine Sorgen auf ihn werfen. Alle. Und wir müssen uns nicht mehr sorgen. Die Bibel sagt an einer Stelle: "Werft eure Sorgen auf ihn, denn er wird für euch sorgen." Manchmal erzählen wir ihm nur unsere Sorgen und nehmen dann den Rucksack wieder mit. Aber die Bibel sagt: Werft sie auf ihn.

[46:58] Wenn du betest, dann erzähl ihm nicht nur, wie es dir geht, wirf deine Sorgen auf ihn im Gebet und sag: Herr, nimm du diese Sorgen und ich danke dir, dass du sie nimmst, denn du hast es verheißen und dein Wort sagt es. Das ist übrigens wahre Glaube. Und dann dürfen wir ohne Sorgen durchs Leben gehen.

[47:20] Was für eine gewaltige Kraft ist auch im Gebet und wie selten nutzen wir sie. Wollen wir uns nicht vornehmen, genau so zu beten, wie es die Bibel sagt und keine Zeit verschwenden mit irgendwelchen Quatsch, mit irgendwelchen Meditationsübungen, mit irgendwelchen spirituellen Dingen, mit irgendwelchen kontemplativen Gebeten, die einfach nur die Seele leer machen, statt die Probleme zu lösen. Lasst uns unser Heil nicht in irgendwelchen fernöstlichen Quatsch suchen. Lasst uns unser Heil in dem biblischen Gebet suchen, so wie es uns die Bibel lehrt und so wie es uns Jesus vorgemacht hat.

[47:56] Aber da gehört noch etwas zum Gebet, das wir nicht vergessen dürfen und das uns niemand anders vorgemacht hat als Daniel. In Daniel 9 finden wir eines der zu Herzen gehendsten Gebete der ganzen Bibel. In Daniel 9 betet Daniel, der schon alt gewordene Prophet, im Exil in Babylon, folgendes: "Ich betete dabei zu dem Herrn, meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach Herr, du großer und furchtgebietender Gott, der den Bund und die Gnade denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote bewahren. Wir haben gesündigt und haben Unrecht getan und gesetzlos gehandelt. Wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und den Unrechtsordnungen abgewichen."

[48:50] Hier finden wir einen Aspekt des Gebetes, der vielleicht einer der wichtigsten überhaupt ist: das Schuldbekenntnis. Und es wird keine Weckung und keine Reformation, weder hier noch sonst wo geben, wo nicht ein echtes Bekennen der Sünden und der Schuld stattfindet. Sowohl meine persönliche Schuld als auch die Schuld des Volkes. Daniel war kein schlimmer abgefallener Mann. Die Bibel spricht sehr hoch von ihm, obwohl er natürlich ein Sünder war und der Vergebung bedarf. Aber die Bibel zeigt ganz deutlich, dass Daniel das Evangelium angenommen hat und die Kraft des Evangeliums erlebt hat. Und doch schließt er sich mit einem in dieses Gebet, in dieses Bekenntnis. Er zeigt nicht mit dem Finger auf all das Schlechte im Volk, sondern er sagt: "Wir haben gesündigt."

[49:38] Und wenn wir wirklich eine Weckung und Reformation erleben wollen im Volk Gottes, dann können wir nicht sagen: Die sind schlecht, sondern wir müssen sagen: Wir als Volk Gottes haben gesündigt. Und vielleicht werden wir dann Sünden auch bekennen, die wir persönlich gar nicht getan haben. Aber wir sagen: Wir als Volk Gottes, wir haben uns dieser und dieser Sünde schuldig gemacht. Und Gott, wir bitten dich um Vergebung.

[50:04] In Vers 6 heißt es: "Wir haben auch nicht auf deine Knechte, die Propheten gehört, sondern wir haben uns an unseren Königen und unseren Fürsten und unseren Vätern und zu dem ganzen Volk des Landes geredet." Wie schlimm ist es, wenn man merkt, Gott hat mich warnen wollen, als ich diese Sünde getan habe, hat er vorher seinen Boten geschickt und ich wusste eigentlich, ich soll es nicht tun. Hinterher sind wir immer klüger. Man hätte vorher schon klug sein können.

[50:30] Vers 7: "Du, Herr, bist im Recht, uns aber treibt es heute die Schamröte ins Gesicht." Wie es jetzt so taghell ist, dir ist schon mal richtig die Schamröte ins Gesicht gestiegen, er hat dir Gnade geschenkt, er hat dir die Sünde nicht zu tun, du hast sie trotzdem getan.

[50:46] In Vers 9 heißt es aber: "Bei dem Herrn, unserem Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung, denn gegen ihn haben wir uns aufgelehnt. Und wir haben nicht gehört auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, um in seinem Gesetz zu wandeln, das er uns durch seine Knechte, die Propheten, vorgelegt hat."

[51:00] Vers 13 heißt es dann: "Genau so, wie es in dem Gesetz Mose geschrieben ist, ist all dies Unheil über uns gekommen. Wir sind aber nicht dadurch zu besänftigen, dass wir uns von unseren Sünden abgewandt und auf seine Wahrheit geachtet hätten." Wenn wir in Sünde gefallen sind, dann sehen wir, und Gott uns packt und uns zur Erkenntnis der Sünde führt, dann sehen wir ganz deutlich, er hat uns Kraft geben wollen, die Sünde zu überwinden. Wir sehen ganz deutlich, dass all die Verheißungen der Bibel da gewesen waren. Wir sehen auch, dass die Bibel ganz deutlich gezeigt hat, wo die Sünde führt und wir sehen all das erfüllt. Aber wir können Hoffnung schöpfen in dem Fakt, dass der Gott, der ganz sicher den Fluch bringt, oder ganz sicher den Fluch zulässt, wenn ein Mensch den Fluch durch Sünde wählt, dass derselbe Gott auch ganz sicher mit derselben Genauigkeit all die Segnungen des Wortes Gottes in Erfüllung bringen lässt, wenn jemand umkehrt von seinem Weg und sich dem Herrn in die Arme wirft und sagt: Herr, bitte segne mich, vergib mir und reinige mich und schenke mir die Kraft, gehorsam zu sein.

[52:02] Vers 15: "Nun aber, Herr, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus dem Land Ägypten herausgeführt hast und dir einen Namen gemacht hast bis zum heutigen Tag, wir haben gesündigt, wir haben gottlos gehandelt."

[52:18] Und dann heißt es in Vers 19 so wunderbar: "Herr, höre! Herr, vergib! Herr, achte darauf und handle und zögere nicht um deiner selbst willen, mein Gott, denn nach deinem Namen ist deine Stadt und dein Volk genannt."

[52:38] Wenn du an meiner Sünde gefallen bist, dann darfst du genauso bitten. Du kannst genauso sagen: Herr, ich sehe, was ich verkehrt gemacht habe, ich sehe, dass ich mich gegen dich aufgelehnt habe, ich sehe, dass du das vorher gesagt hast, dass ich das nicht tun soll, ich sehe, dass du mich gewarnt hast, ich sehe, dass du mit dem Gewissen zu mir gesprochen hast, ich sehe das alles und ich habe es trotzdem getan. Aber ich weiß, dass du der bist, der aus, dass du der bist, der sowohl aus Ägypten als auch aus Babylon herausrufen kann. Du konntest mich damals von der Sünde befreien, du kannst mich auch jetzt von der Sünde befreien. Herr, vergib, denn nach deinem Namen soll ich doch genannt sein, bin ich doch genannt.

[53:16] Und dann heißt es in Vers 20, einer der berührendsten Momente in der Bibel, Vers 20: "Während ich noch redete und betete und meine Sünde und die Sünde meines Volkes und meine Bitte für den Heiligen Berg meines Gottes vor den Herrn, meinen Gott, brachte, noch während ich betete, heißt es in Vers 21: "Während ich noch redete und betete, rührte mich der Mann Gabriel an, den ich anfangs im Gesicht gesehen hatte, als ich völlig erschöpft war, um die Zeit des Abendopfers." Und dann erwies mich und redete mit mir und sprach: "Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dich Verständnis zu lehren."

[53:46] Während wir noch beten, kommt die Antwort. Und es heißt sogar in Vers 23: "Als du anfingst zu beten, erging ein Wort, und ich bin gekommen, es dir zu verkünden, denn du bist ein vielgeliebter Mann. So achte nun auf das Wort und verstehe das Gesicht." Noch als, noch bevor Daniel den ersten Satz zu Ende gesprochen hat, bevor er das erste Komma erreicht hat, als er sich nur niederkniete und seine Lippen sich öffneten, da wusste Gott schon, was in seinem Herzen ist. Als er Anstalten machte, dieses Gebet zu sprechen, da erging der Befehl schon: Gabriel, Daniel betet.

[54:22] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du heute erkennst, es gibt diese eine Sünde in meinem Leben, es gibt diese eine schlechte Lebensgewohnheit, es gibt dieses Problem, mit dem ich bisher niemals zu Gott gegangen bin, und du sagst: Ich möchte heute ein Gebet sprechen, und ja, ich weiß, ich habe verkehrt gegangen, und ich weiß, Gott hat mich warnen wollen, ich weiß, ich hätte es besser wissen müssen, aber jetzt möchte ich umkehren. Dann bist du in dem Moment, wo du niederkniest und deine Lippen öffnest, weiß Gott schon, was du sagen wirst. Und noch bevor du das erste Semikolon erreichst, wird der Engel im Himmel den Befehl erhalten: XY betet. Und noch bevor du den Satz zu Ende gesprochen hast, noch während du betest, wird der Segen schon da sein. Und du darfst wissen, dass Gott dir vergeben hat, denn auch dich liebt er über alle Maßen. Denn auch für dich ist Jesus Christus gestorben.

[55:14] Und wenn es etwas gibt, heute, das du in deinem Herzen trägst, und du sagst: Ich muss das Jesus kennen, dann zögere nicht. Wenn du zu Gott sagst: Zögere nicht, dann gilt es auch für dich: Zögere nicht. So wie dieses Programm zu Ende ist, vielleicht noch bevor, wenn du es anschaust, stoppe kurz und knie dich nieder und bitte Gott um Vergebung. Und wisse, dass es nicht darauf ankommt, wie geschliffen dein Gebet ist. Da hat Gott bei Daniel nicht gewartet, wie er das Gebet formulieren würde und ob er wirklich schafft, 20 Sätze zusammenhängend zu formulieren, sondern bevor er noch den ersten Satz zu Ende hatte, war die Antwort schon unterwegs. Denn Gott kennt das Herz.

[55:54] Ich habe viele Menschen getroffen, die sagen: Bete du. Ich weiß nicht, wie ich beten soll. Diese Geschichte soll uns Mut machen. Es kommt nicht darauf an, wie genau wir beten, obwohl wir uns natürlich Mühe geben dürfen. Gott antwortet sowieso, wenn unser Herz richtig ist. Und wenn wir noch so toll beten und unsere Worte noch so geschliffen sind und wenn wir andere zum Weinen bringen können mit unseren Gebeten, vor Gott sind sie eh nicht annehmbar.

[56:14] Das ist der letzte Vers, den wir heute betrachten wollen in Römer 8. "Unsere Worte können so, wie wir sie aussprechen, sowieso nicht zum Thron Gottes. Da gibt es jemanden, der sie noch umformulieren muss, der sie noch übersetzen muss in die Sprache des Himmels." In Römer 8, Vers 26 heißt es: "Kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zur Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt. Aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unersprechlichen Seufzern." Habe keine Angst zu beten, denn egal, wie gut du betest, es muss eh übersetzt werden. Dann kommt es noch nicht darauf an, ob du ein erfahrener Beter bist oder es zum allerersten Mal machst. Hauptsache, du schüttest dein Herz vor Gott aus.

[56:56] Lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns heute vornehmen, ein ganz neues Kapitel unserer Gebetserfahrung zu beginnen. Lasst uns heute vornehmen, den Tag nicht zu beenden, ohne mit Gott einen Bund gemacht zu haben. Von heute an so zu beten, wie es die Bibel sagt. Und wir werden nicht lange warten müssen, bis eine Erweckung, Reformation in uns und um uns herum beginnt, wie wir sie nicht für möglich gehalten haben.

[57:26] Lasst uns ernsthaft, lieber Freund, liebe Freundin, lieber Zuschauer, lasst uns ernsthaft diese Erweckung, Reformation angehen. Lasst uns ernsthaft beten, denn nichts fürchtet der Satan so sehr, als wenn wir so beten, wie es die Bibel sagt. Sein ganzes Heer fängt an zu zittern, wenn wir in uns nicht beten, so wie es die Bibel sagt.

[57:48] Lieber Freund, liebe Freundin, es ist dein Wunsch, so zu beten, regelmäßig zu beten, wie Jesus es getan hat. Gott segne dich.

[57:58] Nächste Woche wollen wir gemeinsam darüber sprechen, was das Wort Gottes, die Bibel, mit der Erweckung, Reformation hat. Heute haben wir über das Gebet gesprochen, nächste Woche über das Bibellesen. Das sind praktische Themen, die uns helfen wollen, unser christliches Leben wirklich neu zu beleben. Und ihr seid herzlich eingeladen, dann wieder einzuschalten auf joelmedia.tv.de, auf Amazing Discoveries und freut euch jetzt schon auf unser Erweckungswochenende, das wir am 19. und 20. Juli haben werden, mit Philipp Seismor, wo wir darüber sprechen werden, dass bei Gott nichts unmöglich ist. Mission Impossible. Am 19. und 20. Juli auf joelmedia.tv und auch auf Amazing Discoveries. Wir werden auch das gemeinsam zusammen erarbeiten. Und ihr seid herzlich eingeladen, am besten live vor Ort in Weiblingen, Neustadt. Alle Infos dazu auf der Internetseite. Gottes Segen euch, bis bald und viel Freude beim Studium seines Wortes. Gottes Segen. Amen.


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