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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 4th (Special) Nr 11

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird die Bedeutung der Erneuerung des Bundes mit Gott beleuchtet, basierend auf Nehemia Kapitel 10. Es wird erklärt, wie die Israeliten nach ihrer Buße und dem Bekenntnis ihrer Sünden einen festen Bund mit Gott schlossen, der durch Siegelung besiegelt wurde. Die Lektionen aus diesen Kapiteln, insbesondere die Bereitschaft, mehr zu tun als gefordert und sich freiwillig für Gottes Werk einzusetzen, werden auf das Leben der Gläubigen heute übertragen.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur elften Folge unserer Spezialserie über die Bücher Esra und Nehemia. Wir sind schon gegen Ende angelangt im Buch Nehemia. Wir haben noch vier Kapitel vor uns. Wir haben im Laufe dieses Studiums gesehen, wie der Aufbau Jerusalems, des Tempels und der Stadt Generationen gedauert hat. Wir haben im Buch Esra die drei großen Edikte gesehen von Kyros, Darius und Artaxerxes, die verschiedenen Einwanderungswellen wieder nach Palästina von den Rückkehrern, den Widerstand der umliegenden Völker, die Vollendung des Tempels und dann auch die Erlaubnis, die Stadt wieder aufzubauen. Und dann im Buch Nehemia haben wir gesehen, wie dieser Mundschenk von Artaxerxes, Nehemia, im Jahre 444 in Jerusalem ankommt, nachdem er gebetet hat um eine Gelegenheit, die Gott ihm diese Gelegenheit geschenkt hatte, und er durch viel Gottvertrauen und Tatkraft das Volk dazu inspirieren konnte und organisieren konnte, trotz erheblichen Widerstandes, innerhalb von kürzester Zeit die Mauern wieder aufzubauen. Wir haben gesehen, dass am 21. September 444 die Mauer wieder aufgebaut war, aber damit endet das Buch Nehemia noch nicht. Nur wenige Tage später war der erste Tischri, das Posaunenfest. Das Volk kam zusammen, um das Gesetz zu hören von dem Schriftgelehrten, dem Priester Esra, und als sie einen halben Tag lang das Gesetz Moses hörten, waren sie so im Herzen ergriffen, dass sie eine echte Buße und Reue empfanden. Doch ihnen wurde gesagt, dass sie zunächst einmal die Feste halten, wie sie im Buch Mose geschrieben sind. Und so hielten sie dann insbesondere auch das Laubhüttenfest zum ersten Mal exakt, wörtlich so, seit den Tagen Josuas. Also fast 1000 Jahre lang hatte man es nicht ganz exakt so gehalten, wie es in der Bibel stand, und das war eine großartige Gelegenheit, sich wieder dem Herrn zuzuwenden. Und sobald dieses Laubhüttenfest vorbei war, am 17. Oktober, am zweiten Tag danach, legte das Volk ein öffentliches Sündenbekenntnis an. Man hörte erneut das Wort Gottes und man betete buchstäblich stundenlang. Und wir haben letztes Mal diese großartige Gebetshymne der Leviten angeschaut, in denen sie noch einmal in einer großen Skizze den ganzen Heilsplan Gottes mit der Welt und mit Israel insbesondere dargestellt haben, aus den Schriften, beginnend mit dem Glaubensbekenntnis Israels und dann beginnend bei der Schöpfung über Abraham und Mose, den Auszug aus Ägypten, über die Richterzeit bis in ihre Zeit der Assyrer, der Babylonier und der Perser. Und heute wollen wir genau an dieser Stelle weitermachen, denn nachdem sie dieses Sündenbekenntnis abgelegt haben und auf die Gnade Gottes, seine Vergebung sich berufen haben, die sie immer und immer wieder gesehen haben, oder wir wissen im Buch Daniel, Daniel 9, argumentiert Daniel ja auch mit der Gnade Gottes. Der, der aus Ägypten führt, kann auch aus Babylon führen. Und dieselbe Grundidee ist in Nehemia 9 vorhanden, dass Gott, der immer so geduldig war, mit seinem Heiligen Geist geführt hat, auch jetzt ihnen wieder helfen wird. Und all das mündet in dem, was wir heute anschauen wollen, in Nehemia 10 und in den ersten 14 Versen von Nehemia 11. Und bevor wir damit beginnen, möchten wir ein Gebet sprechen und Gott einladen, unsere Gedanken zu leiten.

[4:08] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir so sehr danken für das Buch Nehemia und auch für die Kapitel, die manchmal nicht so im Fokus stehen, weil sie viele Namen enthalten und Listen, und man sich auf den ersten Blick fragt, was man wirklich daraus ziehen kann. Herr, wir möchten dich auch heute bitten, dass du durch dein Wort zu uns sprichst, dass wir Schätze dort entdecken, wo andere achtlos vorübergehen. Und wir möchten dich bitten, dass wir etwas lernen für die Vollendung des Werkes in unserer Zeit. Sei du unser Lehrer und erfülle uns mit deinem Heiligen Geist nach deiner Verheißung, so wie du es versprochen hast. Und wir danken dir dafür, denn du bist gut und du möchtest uns helfen, das Werk abzuschließen. Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen im Namen Jesu. Amen. Nehemia Kapitel 10 und dort Vers 1. Dort heißt es: „Aufgrund alles dessen.“ Das bezieht sich natürlich auf Kapitel 9, auf diese große Hymne der Leviten und die Erkenntnis, wie Gott sein Volk in all den Jahrhunderten geführt hat, bis zu diesem Tag. „Aufgrund alles dessen treffen wir eine feste Abmachung und schreiben sie nieder und lassen sie durch unsere Fürsten, Leviten und Priester versiegeln.“ Aufgrund der Predigt des Wortes Gottes, aufgrund der Sündenerkenntnis und der Buße und aufgrund des Bekenntnisses zur Gnade und Güte Gottes erneuert das Volk Israel, dass die Juden, die Übrigen des Volkes Israel, die jetzt hier in Jerusalem versammelt sind, den Bund mit Gott. Der Bund, den wir persönlich mit Gott schließen, basiert immer auf der Heilsgeschichte, die wir in der Heiligen Schrift schon finden. Auch wir dürfen sagen: Aufgrund all dessen, was wir von 1. Mose bis Offenbarung gesehen haben, was wir studiert haben, aufgrund all dessen, was Gott gewirkt hat im Leben von Männern und Frauen, die auf ihn vertraut haben, aufgrund all dessen, was wir in der Kirchengeschichte sehen und ja, aufgrund all dessen, wie Gott in der Adventgeschichte geführt hat, aufgrund all dessen wollen wir heute einen festen Bund mit ihm schließen. Schon zwölf Jahre zuvor unter Esra, als er angekommen war mit der Gruppe von Juden aus Persien, war ja ein Bund geschlossen worden in Esra 10, Vers 3, aber zwölf Jahre später war man eindeutig zu dem Entschluss gekommen, dieser Bund muss erneuert werden. Auch wir müssen unseren Bund mit Gott immer wieder erneuern. Es gibt nichts so, als wie einmal gerettet, immer gerettet, einmal getauft, man kann nicht mehr verloren gehen. Nein, wir müssen immer wieder uns fragen: Sind wir noch mit Gott im Bund? Und wenn wir feststellen, dass wir uns von ihm entfernt haben, dann lasst uns den Bund einfach erneuern. Bundesschlüsse hat es immer wieder gegeben, wir haben das ja im Laufe der Zeit hier auch studiert. Einige sind nochmal angegeben im Sendemanuskript: Josia, König Asa, der Priester Jojada und auch König Hiskia. Alle haben zu ihrer Zeit den Bund mit Gott erneuert.

[7:25] Interessant und sehr schön ist die Idee, dass hier nicht nur ein Bund geschlossen wird, sondern dass dieser Bund versiegelt wird. Und das erinnert uns natürlich an die Offenbarung. In der Endzeit wird auch ein fester Bund geschlossen zwischen Gott und seinem Volk, und dieser Bund wird versiegelt. In der Offenbarung 7 und dort Vers 1 bis 3 heißt es: „Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. Und ich sah einen anderen Engel, der vom Sonnenaufgang heraufstieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes, und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen, und er sprach: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben.“ In der Endzeit will Gott einen Bund machen mit seinen Knechten, er will sie an ihren Stirnen versiegeln. Und das erinnert uns an 5. Mose, steht nicht im Sendemanuskript, aber können wir trotzdem gemeinsam aufschlagen in 5. Mose 6. Da heißt es in Vers 6: „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen.“ Das ist hier an der Stirn. „Du sollst sie deinen Kindern einschärfen, davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein, und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.“ Das Zeichen an der Stirn ist ein äußeres Zeichen für diese Worte, die auf dem Herzen getragen werden sollen. Das Herz ist ja eben genau hier an der Stirn. Und diese Worte, um die es hier geht, in 5. Mose 6, sind natürlich die 10 Gebote, das Gesetz Gottes aus 5. Mose 5, wo es wiederholt wird. Und das bringt uns zu Hebräer, Kapitel 8 und dort Vers 10. Dort heißt es von dem sogenannten Neuen Bund: „Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Gott möchte einen Bund schließen, bei dem das Gesetz Gottes im Herzen ist und nicht nur als Regeln irgendwo aufgeschrieben ist, denen wir versuchen nachzukommen. Und dieser Bund soll versiegelt werden, so wie in Nehemia die Erneuerung des Bundes, dieser neue Bund sozusagen, versiegelt worden ist, so möchte Gott in der Endzeit diesen geistlichen neuen Bund, das Einschreiben der Gebote Gottes, der Prinzipien der Liebe Gottes, in unser Herz versiegeln, so dass es festgemacht wird. Wir sehen also hier in Nehemia einen Typus auf die Endzeit, auf die Versiegelung. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, wie sehr Nehemia einen Endzeitcharakter hat, eine Typologie, und hier haben wir einen Typus auf die Versiegelung. Das fällt meistens nicht immer so auf, weil man mit der Vollendung der Mauer meistens das Studium von Nehemia beendet im Kapitel 6, aber da gibt es halt noch eine zweite Hälfte, die hat viele Listen, aber eben solche Schätze. Hier finden wir eine Versiegelung.

[10:51] Vers 2: „Zu der Versiegelung aber wurden abgeordnet Nehemia der Stadthalter, der Sohn Hachaljas, und Zidkija.“ Jetzt werden eine ganze Reihe von verantwortlichen Personen benannt, die die Versiegelung des Bundes äußerlich vornehmen. Nehemia ist natürlich die Hauptperson des Buches, er ist als Stadthalter ein Vorbild und er steht als Erster in dieser Reihe. Und die Lektionen, die wir lernen können: Sei der Erste, wenn es um geistliche Reformationen geht und darum, die Reform auch festzumachen und zu versiegeln. Dann heißt es weiter: „und Seraja, Assaja und Jeremia.“ Der Assaja ist eventuell derselbe wie in Nehemia 3, Vers 23. Vers 4: „Paschur, Amaria, Malkija.“ Der ist eventuell derselbe wie in Nehemia 3, Vers 11. Das sind einige Leute hier, die vermutlich dieselben sind, haben jedenfalls den gleichen Namen. Das ist nicht immer ausschlaggebend, weil oft Namen auch mehrere Personen denselben Namen gehabt haben, aber möglicherweise handelt es sich hier um auch Personen, die federführend waren beim Aufbau der Mauer an bestimmten Abschnitten. So auch in Vers 5 mit Hattusch, der in Nehemia 3, Vers 10 erwähnt worden ist. Meremot, Obadja, Hattusch, Sebaja, Malchija. Und dann in Vers 6: Harim, Meremot und Obadja. Und dieser Meremot ist möglicherweise genau der Meremot aus Nehemia 3, Vers 4 und 21, über den wir damals dort gesprochen haben, der, obwohl er möglicherweise eine priesterliche Abstammung hatte, nicht als Priester mehr arbeiten konnte, weil seine Vorfahren bei der Rückkehr unter Serubabel ihren Eintrag im Geschlechtsregister nicht gefunden hatten. Und wir haben dann gesehen, dass genau dieser Meremot dann Jahrzehnte später aber an zwei Mauerabschnitten baut, unter anderem gegenüber des Hauses des Hohen Priesters.

[12:45] Vers 7: Daniel, Ginneton, Baruch. Auch der wird erwähnt, der Baruch in Nehemia 3, Vers 20. Vers 8: Mischullam, Abija, Mijamin. Mischullam kommt in Nehemia 3, Vers 6 und in Nehemia 8, Vers 4 vor. Da gibt es einen Mischullam, der neben Esra steht an der hölzernen Kanzel, als das Gesetz vorgelesen wird. Vers 9: Masija, Bilga und Schemaja. Diese waren die Priester. Ein Schemaja wird auch in Nehemia 3, Vers 29 erwähnt. Dann kommen wir zu den Leviten. Vers 10: „fehlen ja die Leviten.“ Jeschua, der Sohn Asanjas, Binnui von den Söhnen Henadads und Kadmiël. Und der Levit Jeschua wird mehrmals erwähnt in Nehemia 8, Vers 7 und 9, Vers 4. Der war ganz federführend hier bei dieser ganzen Buße und dem ganzen Sündenbekenntnis des Volkes Israel. Vers 11: „und ihre Brüder Sebaja, Hodija, Kelita, Pelaia und Hanan.“ Der Kelita ist wohl derselbe wie Kelija aus Esra 10, Vers 23, der dort eine Rolle auch gespielt hat. Und der Hasabja hier ist wohl, Verzeihung,

[14:08] Vers 12: Micha, Rechob und Hasabja. Der Hasabja ist wohl einer der zwölf Leviten, die die Schätze auf der Reise Esras verwalteten. Das sehen wir in Esra 8 und dort Vers 24 reicht. „Und ich sonderte von den obersten Priestern zwölf aus, nämlich Serabja und Hasabja und mit ihnen zehn von ihren Brüdern.“ Also der, der zwölf Jahre zuvor so eine große Vertrauensstellung gehabt hat, ist hier auch bei der Versiegelung dabei. Vers 13 und 14: Zakur, Serabja, Sebaja, Hodija, Bani und Beninu. Den Serabja kennen wir auch aus den vorigen Kapiteln von Nehemia 8 und Vers 7 dort und Kapitel 9 Vers 4. Weiter kommt es jetzt mit Vers 15: „Die Häupter des Volkes: Paschur, Pachat-Moab, Elam, Sattu, Bani.“ Und das sind jetzt hier eigentlich die Stammväter der Sippen, wie wir sie dort, wie wir sie auch in Nehemia 7 erwähnt haben und auch in Esra 2. Und einige der Namen sind jetzt hier identisch. Wir werden nicht mehr alle einzelnen jetzt jeweils referenzieren. Das können wir zum Teil noch nachschauen in unserem Sendemanuskript. Zum Teil dann auch noch vielleicht selbst weiterverfolgen. Aber hier werden sehr viele ähnliche Namen erwähnt, zum Teil auch wieder mit den entsprechenden Namensvarianten. Wir haben hier: Ferner, Buni, Asgard, Bebai, Adonija, Bikkai, Adin, Ate, Hiski, Asur, Hodija, Haschum, Bezai, Harif, Anatot, Nebai, Magpías, Mischullam, Hesir, Mesea, Beel, Zadok, Jaduar, Pilatja, Hanan, Anaja, Hosea, Hananja, Haschub, Halohes, Pilha, Sobek, Rehum, Hasabna, Maasia und Achia, Hanan, Anan, Malchija, Harim und Baana.

[15:56] Alle diese besiegeln den Bund des Volkes mit ihrem Gott. Was für eine bedeutsame Liste. Menschen, die mit ihrem Namen dafür einstehen wollen, dass das Volk sich zu Gott bekennt und bei ihm bleibt. Vers 29: „Und das übrige Volk, die Priester, die Leviten, die Torhüter, die Sänger, die Tempeldiener und alle, die sich von den Völkern der Länder zum Gesetz Gottes abgesondert hatten, samt ihren Frauen, ihren Söhnen und Töchtern, alle, die es wissen und verstehen konnten.“ Diese Liste der Ämter kennen wir schon aus Esra 2 und Nehemia 7. Und wieder haben wir diese Absonderung von den Völkern. Das war ja schon in Nehemia 9, Vers 2 beschrieben. Es war ein entscheidendes Thema schon zwölf Jahre zuvor in Esra 9 und 10 gewesen. Und auch jetzt wieder bei dieser Erweckung geht es hier um die Mischehen, die Gott im Alten Testament und auch im Neuen Testament verboten hat. In 2. Korinther 4, 16, 17 heißt es, dass wir nicht mit Ungläubigen am selben Joch ziehen sollen. Interessant ist die Idee: „alle, die sich zum Gesetz Gottes abgesondert hatten.“ Und das erinnert uns vielleicht an den Apostel Paulus, der im Römerbrief in Kapitel 1, Vers 1 Folgendes sagt: „Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert oder abgesondert für das Evangelium Gottes.“ So wie Paulus sich für das Evangelium abgesondert hatte, so wollten auch diese Israeliten sich für das Gesetz Gottes – das meint er nicht nur die zehn Gebote exklusiv, sondern die ganze Weisung, das ganze Evangelium, das dort drin steckt in den Büchern Mose – sich für diese Weisung Gottes, für diese Lehre Gottes absondern und besonders sein. Auch wenn natürlich bei Paulus noch mitschwingt, dass er eine besondere Aufgabe bekommen hat, einen besonderen Dienst, aber es ist trotzdem diese Idee dieselbe: Man kann sich nur dem Evangelium, dem Gesetz Gottes ganz widmen, wenn man sich gleichzeitig auch absondert von der Welt.

[18:20] Und „alle, die es wissen und verstehen konnten.“ Eine Formulierung, die wir auch in Nehemia 8 und dort Vers 2 hatten, als am Tag des Posaunenfestes auch das ganze Volk zusammengekommen war. Vers 30: „Sie schlossen sich ihren Brüdern, den Vornehmen unter ihnen, an. Sie kamen, um zu schwören und sich eidlich, um sich eidlich zu verpflichten im Gesetz Gottes, das durch Mose, den Knecht Gottes, gegeben worden ist, zu wandeln und alle Gebote, Rechte und Satzungen des Herrn, unseres Herrschers, zu halten und zu tun.“ Schon in Nehemia 5 hatten wir einen Eid gesehen, und es geht jetzt hier darum, einen Bund festzumachen, so wie das auch in 5. Mose 29 geschehen ist, bei diesem berühmten Bund in Moab, über den wir immer wieder gerne hier etwas sagen, weil er leider zu wenig studiert wird. In 5. Mose 29 und dort finden wir Vers 9: „Die Beschreibung, dass das gesamte Volk zusammenkommen soll.“ „Ihr alle steht heute vor dem Herrn, eurem Gott, eure Häupter, eure Stämme, eure Ältesten, eure Vorsteher, alle Männer Israels, eure Kinder, eure Frauen und ein Fremdling, der inmitten deines Lagers ist, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer, um einzutreten in den Bund des Herrn, deines Gottes, und in seine Eidverpflichtung, die der Herr, dein Gott, heute mit dir abschließt, damit er dich heute bestätige als sein Volk und dass er dein Gott sei, wie er zu dir geredet hat und wie er es deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat. Denn ich schließe diesen Bund und diese Eidverpflichtung nicht mit euch allein, sondern sowohl mit dem, der heute mit uns steht vor dem Herrn, unserem Gott, als auch mit dem, der heute nicht hier bei uns ist.“ Und genau auf das berufen sich letztlich diese Israeliten hier zur Zeit von Nehemia. Jahrhunderte später tun sie genau dasselbe. Sie schließen diesen Bund erneut ab, alle zusammen, die Männer und die Frauen, die Alten und die Jungen. Sie kommen alle zusammen, egal, welchen Rang sie haben, und sie wollen sich verpflichten, Gott aus Überzeugung und aus Liebe zu folgen.

[20:25] Das Gesetz von Mose gegeben, haben wir mehrmals den Hinweis auch im Johannesevangelium darauf. Und so einen Bund hatte auch Josia geschlossen in seinen Tagen in 2. Chronik 34 und dort Vers 31. Lesen wir in 2. Chronik 34 und dort Vers 31. Dort heißt es: „Der König aber trat auf das Podium und machte einen Bund vor dem Herrn, dass sie dem Herrn nachwandeln und seine Gebote, seine Zeugnisse und seine Satzungen befolgen sollten von ganzem Herzen und von ganzer Seele, um die Worte des Bundes zu tun, die in diesem Buch geschrieben sind.“ Genau dasselbe geschieht jetzt hier zur Zeit von Nehemia und von Esra. Und die Idee, dass Gottes Gebote nicht nur wahrgenommen werden sollen und als gut geheißen werden sollen, sondern getan werden sollen, ist eine Kernidee in den Büchern Mose und auch im Neuen Testament. Jesus sagt: „Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote.“ Wir sehen das sehr schön in 5. Mose 4, dort Vers 1. „Und nun Israel, höre auf die Satzungen, auf die Rechtsbestimmung, die ich euch zu tun lehre, damit ihr lebt, hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das euch der Herr, der Gott eurer Väter, gibt.“ Und dann heißt es in Vers 5: „Siehe, ich habe euch Satzungen und Rechtsbestimmung gelehrt, so wie es mir der Herr, mein Gott, geboten hat, damit ihr nach ihnen handelt in dem Land, in das ihr kommen werdet, um es in Besitz zu nehmen. So bewahrt sie nun und tut sie.“ Gott gibt uns seine Satzungen, seine Rechtsbestimmung, seine Gebote, damit wir sie tun. Nicht damit wir sagen: Ja, die sind ganz gut, aber man kann sie nicht halten. Er gibt sie uns, damit wir sie halten können, weil wir sie halten können, durch seine Gnade, durch das Evangelium, durch die Kraft Gottes, und damit wir sie eben auch tun.

[22:08] Vers 31: Es gehört noch mehr zu diesem Bund. Sie werden jetzt sehr konkret, auch dass wir unsere Töchter nicht den Völkern des Landes zur Frau geben, noch ihre Töchter für unsere Söhne zur Frau nehmen wollen. Die Frage der Mischehe war das vorherrschende Problem, und sie sagen das jetzt explizit. Sie möchten das nicht mehr tun. Nach 2. Mose 34, Vers 15 und 16 sind Mischehen ein Symptom dafür, dass man mit den Heiden einen Bund eingeht, und man kann sich, man muss sich entscheiden: Will ich mit der Welt einen Bund eingehen oder will ich mit Gott einen Bund eingehen? Mit wem hast du einen Bund? Mit der Welt oder mit Gott?

[22:44] Vers 32: „Und das, wenn die Völker des Landes am Sabbattag waren und allerlei Getreide zum Verkauf brächten, wir sie ihnen am Sabbat und an heiligen Tagen nicht abnehmen und dass wir im siebten Jahr die Felder ruhen lassen und auf alle Schuldforderungen verzichten wollen.“ Hier haben wir eine besondere Betonung des Sabbats. Es wird im Laufe des Buches noch wichtiger werden. Wir haben es schon in Nehemia 9 gesehen, als in der Levitenhymne die guten Gebote Gottes erwähnt werden und explizit der Sabbat herausgestellt wird. Das ist diese Parallele auch zu Jesaja 58, die wir mehrmals herausgearbeitet haben schon, wo die Türme wieder aufgebaut werden, so wie in Nehemia, wo dem Armen geholfen wird, so wie in Nehemia 5, und auch der Sabbat am Ende von Jesaja 58 eine prominente Rolle spielt. Und das sehen wir hier im Buch Nehemia, und das alles ist natürlich Endzeittypologie für unsere Zeit, wo die medizinische Missionsarbeit und der Aufbau des Werkes Gottes, die Vollendung der Evangeliumsverkündigung einhergeht mit der besonderen Verkündigung des Sabbats. Dass auch die ausländischen Verkäufer den Sabbat halten, ergibt sich aus 2. Mose 20 und Vers 10. In den Geboten heißt es ja explizit in Vers 10: „Aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes, da sollst du kein Werk tun, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt.“ Hier haben wir ein ganz praktisches Beispiel, wer diese Fremdlinge sind, die in den Toren sind. Das gilt für alle Wohnorte Israels, nicht nur für Jerusalem. In 3. Mose 23, Vers 3 kann man das nachlesen. Die heiligen Tage sind die Festsabbate aus 3. Mose 23, und die Bestimmungen zum siebten Jahr finden sich in 2. Mose 23 und 25 haben das hier im Sendemanuskript angegeben. Dort auch dann die Ideen zur Schuldforderung. In 5. Mose 15, Vers 1 bis 3 wird deutlich gesagt, dass alle sieben Jahre Schulden erlassen werden sollten, und das würde auch helfen, solche Missstände gar nicht mehr aufkommen zu lassen, wie sie ja erst in Nehemia 5 behoben werden mussten.

[25:05] Jetzt kommt Vers 33 und der ist ganz spektakulär und toll. „Und wir legten uns die Verpflichtung auf, jährlich das Drittel eines Schekels für den Dienst im Haus unseres Gottes zu geben.“ Ein Schekel sind 4 Gramm, es handelt sich vermutlich um Silber, und das geht eigentlich zurück auf eine Bestimmung in 2. Mose 30. Dort heißt es in 2. Mose 30, da sollten wir gut aufpassen jetzt, ab Vers 11. „Und der Herr redete mit Mose und sprach: Wenn du die Zahl der Kinder Israels ermittelst, alle, die gezählt werden, so soll jeder dem Herrn ein Lösegeld für seine Seele geben, wenn man sie zählt, damit nicht eine Plage über sie kommt, wenn sie gezählt werden. Jeder, der durch die Zählung geht, soll einen halben Schekel geben, nach dem Schekel des Heiligtums, ein Schekel gilt 20 Gera, einen halben Schekel als Hebopfer für den Herrn. Jeder, der durch die Zählung geht im Alter von 20 Jahren und darüber, der soll dem Herrn das Hebopfer geben.“ Unter Nehemia wird aber nicht von einem halben Schekel gesprochen, sondern von einem Drittel Schekel. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob man hier so ein bisschen die Anforderungen Gottes heruntergestuft hat, aber wenn man genauer hinschaut, stellt man fest: In 2. Mose 30 geht es um eine einmalige Zahlung für sein Leben. Also jeder, der quasi in diese Volkszählungsliste aufgenommen wird, bezahlt einmal in seinem Leben diesen halben Schekel. Aber diese Israeliten sagen nicht: Wir bezahlen einmal den Schekel. Sie sagen: Wir wollen jährlich ein Drittel Schekel zahlen. Das heißt, schon nach zwei Jahren haben sie mehr bezahlt, als alle Israeliten der ersten und zweiten Generation das jemals in ihrem Leben getan haben. Sie übererfüllen sozusagen das, was Gottes Gebot vorsieht. Sie geben mehr, als sie müssen. Statt einmal im Leben 6 Gramm wollen sie jedes Jahr 4 Gramm geben. Und das bedeutet eine massive Ausweitung der finanziellen Basis des Tempels. Ellenweid erwähnt hier auch in Paternpropheten, dass zur Nehemia-Zeit man den Betrag für diese Zwecke jährlich erhob. Und das zeigt uns: Geistliche Erweckung, wahre Sündenbekenntnis und Reue und Umkehr und wahrer Glaube an die Güte und Erlösung Gottes führt dazu, dass man nicht nur fragt: Was muss ich tun?, sondern dass man gerne mehr tut, als das Gebot vielleicht sagt. Sie sagen ja selbst: „Wir legen uns die Verpflichtung auf, wir wollten das gerne tun.“ Mehr als das, was Gott in 2. Mose gesagt hatte, was notwendig gewesen wäre. Und wir wissen, dass diese Tempelsteuer auch zur Zeit Jesu noch präsent war. In Matthäus 17 Vers 24 bis 27 kann man die entsprechende Geschichte nachlesen.

[27:53] Wozu sollte dieses Geld dienen? Vers 34: „Für die Schaubrote, für das tägliche Speisopfer und für das tägliche Brandopfer an den Sabbaten, Neumonden und Festtagen und für das Geheiligte und für die Sündopfer und für Israel Sühnung zu erwirken und für den ganzen Dienst im Haus unseres Gottes.“ Es geht um die Unterstützung des Heiligtumsdienstes.

[28:12] Vers 35: „Wir warfen auch das Holz, also das Los, Verzeihung, wir die Priester, Leviten und das Volk wegen der Spenden an Holz, dass wir dieses Jahr, dass wir dieses, das heißt das Holz, Jahr für Jahr zu bestimmten Zeiten nach unseren Vaterhäusern zum Haus unseres Gottes bringen wollten, damit es auf dem Altar des Herrn unseres Gottes verbrannt werde, wie es im Gesetz geschrieben steht.“ Die Bibel sagt in der dritten Mose Kapitel 6 und dort ab Vers 12, 6 Vers 12 und 13, es ist dritte Mose 6 Vers 5 und 6, Verzeihung, 6 Vers 5 und 6. Aber das Feuer auf dem Altar soll auf ihm brennend erhalten werden. Es soll nicht erlöschen. Darum soll der Priester morgen für morgen Holz darauf anzünden und das Brandopfer darauf zurichten und die Fettstücke der Friedensopfer darauf in Rauch aufgehen lassen. Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar in Brand gehalten werden. Es soll nie erlöschen. Das nicht erlöschende Feuer war ein Symbol und ist ein Symbol für die immerwährende Liebe Gottes, die nicht aufhört. Und deswegen musste immer Holz da sein, um dieses Feuer am Brennen zu halten. Die Aufgabe, dieses Holz zu besorgen, war eigentlich unter Josua den Gibeonitern, den Tributpflichtigen gegeben worden. Aber jetzt erklären sich die Juden bereit, diese eigentliche Sklavenarbeit freiwillig zu übernehmen. Hier sehen wir etwas von dem Geist, der hier deutlich wird. Was am Anfang eine Liste aussah, zeigt ganz deutlich, was für eine Gesinnung Menschen haben, die wirklich von Herzen bereut haben, von dem Wort Gottes getroffen sind und von Herzen einen Bund mit Gott schließen. Sie tun auch gerne die Arbeiten, die vorher vielleicht man als niedrige Arbeiten bezeichnet hat.

[30:05] Vers 36: „Auch dass wir jährlich die Erstlinge unseres Landes und die Erstlinge aller Früchte von allen Bäumen Jahr für Jahr zum Haus des Herrn bringen wollten.“ Die entsprechenden Bestimmungen finden wir in 2. Mose und auch 5. Mose. Die Bibel sagt in Sprüche, Kapitel 3, Vers 9 und 10. Sprüche 3 und dort Vers 9 und 10. Dort heißt es: „Ehre den Herrn mit deinem Besitz und mit den Erstlingen deines Einkommens, so werden sich deine Scheunen mit Überfluss füllen und deine Keltern von Most überlaufen.“ Wenn wir das Erste und Beste Gott geben, was wir haben, wird er uns reichlich segnen.

[30:44] Vers 37: „Ebenso die Erstgeburt unserer Söhne und unseres Viehs, wie es im Gesetz geschrieben steht, und die Erstlinge unserer Rinder und unserer Schafe, dass wir da das alles zum Haus unseres Gottes bringen wollten, zu den Priestern, die im Haus unseres Gottes dienen.“ Und auch hier haben wir die entsprechenden Bestimmungen im Sendemanuskript notiert in 2. Mose und auch in 4. Mose.

[31:12] Kommen wir zu Vers 38: „Auch dass wir den Priestern die Erstlinge unseres Mehls und unserer Hebopfer und die Früchte von allen Bäumen, von Most und Öl in die Kammern am Haus unseres Gottes bringen wollten, ebenso den Leviten den Zehnten unseres Bodens, dass die Leviten den Zehnten erheben sollten in allen Städten, wo wir Ackerbau treiben.“ Die Kammern werden auch in 2. Chronik 31, Vers 11 und 12 erwähnt, und vom Zehnten für die Leviten spricht der 3. Mose 27, 4. Mose 18, könnt ihr selbst nochmal nachlesen. Aber ganz besonders berühmt ist natürlich die bekannte Stelle bei Maleachi in Maleachi 3 und dort Vers 8 und 10. Die Israeliten, als sie sich hier neu dem Bund Gottes widmen, mit Gott sich verbinden wollen, wollen sie auch gerne den Zehnten zahlen. Echte Erweckung und Reformation führt auch zu einer Treue im Zehnten zahlen, damit das Werk Gottes vorangehen kann, dass genügend materielle Unterstützung für die Verbreitung des Evangeliums vorhanden ist.

[32:17] Vers 8: „Darf ein Mensch Gott berauben, wie er ihn mich beraubt? Aber ihr fragt: Worin haben wir dich beraubt? In den Zehnten und den Abgaben.“ Vers 10: „Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der Herr.“ Der Herr schan, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde, wenn wir das Beste geben, wenn wir den Zehnten geben, dann wird Gott uns segnen mehr, als wir das erwarten würden.

[32:46] Vers 39: „Und der Priester, der Sohn Aarons, soll bei den Leviten sein, wenn sie den Zehnten erheben, und die Leviten sollen den Zehnten von ihrem Zehnten zum Haus unseres Gottes in die Kammern des Schatzhauses hinaufbringen.“ Auch Leviten, die Zehnten erhalten, sollten wiederum Zehnten geben. Das kann man auch in 4. Mose 18, 26 bis 28 nachlesen. Vers 40: „Denn in die Kammern sollen die Kinder Israels und die Kinder Levis das Hebopfer vom Korn, Most und Öl bringen, weil dort die Geräte des Heiligtums sind und die Priester, welche dienen, und die Torhüter und Sänger.“ Und so wollen wir das Haus unseres Gottes nicht im Stich lassen. Lieber Freund, liebe Freundin, ist das auch dein Wunsch? Ist das deine Einstellung? Ich möchte das Haus Gottes, ich möchte das Werk Gottes, ich möchte die Verkündigung seines Evangeliums nicht im Stich lassen. Echte Erweckung und echte Reformation führt dazu, dass man die Menschen nicht um Spenden und um Zehnten und um Dinge anbetteln muss, sondern dass sie gerne geben. Ja, wie hier sogar mehr geben, als Gottes Wort es vielleicht vorschreiben würde. Erweckung und Reformation führen immer zu einer neuen Hingabe dem Werk Gottes gegenüber.

[34:03] Kapitel 11, Vers 1: „Und die obersten des Volkes wohnten in Jerusalem. Das übrige Volk aber warf das Los, wonach jeder zehnte Mann in der heiligen Stadt wohnen sollte. Die übrigen neun Zehntel aber in den übrigen Städten des Landes.“ Der Grund ist ganz einfach. In Nehemia 7, Vers 4 lesen wir: „Nun war die Stadt nach allen Seiten weit und groß, das Volk darin aber spärlich, und es gab keine gebauten Häuser, also keine neu gebauten Häuser. Es gab zu wenig Einwohner von Jerusalem.“ Die Stadt war jetzt befestigt, sie musste auch verteidigt werden. Dazu brauchte es genügend Menschen, weil die umliegenden Nationen immer noch sehr eifersüchtig waren, die Lage angespannt war. Blieb Jerusalem natürlich ein besonderes Angriffsziel, und dort zu wohnen war also besonders riskant. Es kommt jetzt also hier zu einer notwendigen Maßnahme, um Jerusalem zu stärken. Und dazu gibt die Bevölkerung nicht nur Zehnten von den Erstlingen für die Priester und für die Leviten, sie geben Zehnten von sich selbst. Was für eine interessante Idee. Manchmal gibt es ja diese Idee: Wir wollen unsere Zeit verzehnten. Hier verzehntet das Volk Israel sich selbst und sagt: Jeder Zehnte übernimmt diese wichtige Aufgabe zum Schutz des Heiligtums und der wieder aufgebauten Mauern, damit diese Stadt wieder wachsen kann. Es reicht ja nicht, die Stadt aufzubauen, man muss sie auch mit Leben füllen. Auch so ist es im Werk Gottes. Es reicht nicht nur, wieder die Wahrheiten zu entdecken und die Prinzipien Gottes wieder neu in den Vordergrund zu rücken, sie müssen auch mit Leben gefüllt werden. Interessant ist hier diese Idee, dass wenn Menschen sich dem Werk Gottes hingeben, dann werden sie bereit sein, auch weitreichende Entscheidungen von den Notwendigkeiten des Werkes abhängig zu machen. Sie werden sogar dann ihren Wohnsitz verlegen, weil das Werk Gottes sie an einer anderen Stelle braucht. Wie viele von uns wären bereit, umzuziehen, weil Gott deutlich macht, dass wir an einer anderen Stelle im Werk Gottes gebraucht werden? Nicht, weil dort die Arbeit besser ist und wir mehr Freunde haben oder die Luft besser ist oder so, sondern weil wir dort gebraucht werden, selbst wenn das eine riskantere Lebensumgebung ist.

[36:21] Vers 2: „Und das Volk segnete alle Männer, die freiwillig in Jerusalem wohnen wollten.“ Ja, das Volk hatte beschlossen, wir verzehnten uns selbst und wir gehen mit dem Los da durch und jeder Zehnte wird dort wohnen. Jeder war prinzipiell bereit, das zu tun. Aber es gab einige, die waren noch bereiter, die sagten: Wir akzeptieren nicht die zehnprozentige Chance, das zu tun. Wir wollen es auf jeden Fall tun. Wir wollen als Freiwillige diese Aufgabe übernehmen. Der Geist der echten Bekehrung zeigt sich immer in Freiwilligkeit. Wenn die Gemeinde zum Werk Gottes gezwungen oder motiviert oder angeschubst werden muss, dann fehlt es eigentlich an echter Erweckung und Reformation. Wir sehen hier in diesen scheinbar so unscheinbaren Versen ganz wesentliche Prinzipien der Erweckung und Reformation. Wenn das Wort Gottes wirklich unser Herz ergriffen hat, dann werden wir mehr tun, als notwendig ist oder als gefordert wird. Wir werden uns freiwillig an die vorderste Front stellen, aus Liebe zu Gott und zu seinem Werk.

[37:37] Vers 3: „Dies sind die obersten der Provinz, die in Jerusalem wohnten. In den Städten Judäas aber wohnten jeder in seinen Besitzungen, in ihren Städten: Israel, die Priester, die Leviten, die Tempeldiener und die Söhne der Knechte Salomons.“ Diese Einteilung kennen wir schon aus Esra 2 und Nehemia 7. Hier haben wir einige der wesentlichen Häupter, der wesentlichen Leiter hier des Volkes, vor allem auch in Jerusalem. Vers 4-6: „Es wohnten aber in Jerusalem Söhne von Juda und Söhne von Benjamin.“ Also vor allem diese beiden Stämme sind präsent. Es scheint nach 1. Korinther 9 Vers 3 auch so zu sein, dass vereinzelt auch Söhne Ephraims und Manasses dabei waren. Es werden jetzt hier zwei leitende Brüder erwähnt: „Attai, der Sohn Osiris, des Sohnes Sacharjas, des Sohnes Amarias, des Sohnes Schephatias, des Sohnes Mahalalels von den Söhnen des Perez.“ Und das ist der Perez, der den Juda mit der Tamar gezeugt hat, in 1. Mose 38 Vers 29. „Die Gesamtsöhne von Maasia, des Sohnes Baruch, des Sohnes Kolhose, des Sohnes Hassajas, des Sohnes Adajas, des Sohnes Jojaribs, des Sohnes Sacharias von den Schilonitern.“ Die Gesamtsöhne der Söhne des Perez, die in Jerusalem wohnten, waren 468 tüchtige Männer. Wir haben hier nicht die Zeit, darauf hinzuweisen im Detail, aber in 1. Chronik 9 gibt es eine ähnliche Liste mit einigen Abweichungen. Ein genaues Studium würde ein größeres Studium der gesamten Chronik, der genealogischen Listen in Chronik 1 bis 9, 1. Chronik 1 bis 9 erfordern. Da haben wir hier nicht die Zeit dafür. Wer das möchte, kann sich da gerne noch weiter vertiefen. Halten wir fest, dass vermutlich 1. Chronik 9 eine Parallele hier zu Nehemia 11 darstellt und dass es etliche Namensunterschiede gibt. Das ist eigentlich nicht das Problem. Auch einige Zahlen sind anders. Wir haben ja schon aus unserem Studium aus Esra 2 und Nehemia 7 gelernt, dass das dann eher additiv zu verstehen ist. Nur, dass ihr das auch dann mal gehört habt, dass es hier noch Studiumsbedarf gibt in diesem Zusammenhang.

[39:28] In Vers 7 und 8 heißt es: „Und dies sind die Söhne Benjamins: Schallo, der Sohn Mischullams, des Sohnes Jojed, des Sohnes Pedajas, des Sohnes Kolaja, des Sohnes Maasia, des Sohnes Itiels, des Sohnes Jesaja.“ Und hier haben wir also mehr als doppelt so viele Benjaminiter wie Judäer in Jerusalem. Vers 9: „Und Joel, der Sohn Síchris, war der Aufseher über sie, und Juda, der Sohn Hassenuas, war der Zweite über die Stadt.“ Vermutlich handelt es sich hier um einen anderen Verantwortungsbereich als der Oberbefehl, der in Nehemia 7 Vers 2 beschrieben wird, der von Nehemia vergeben worden war. Das sieht so aus in Nehemia 7, als ob es dort um den militärischen Oberbefehl geht. Oder, wenn das nicht der Fall ist, dann hat sich hier die Leitung der Stadt Jerusalem auch geändert.

[40:11] Vers 10: „Von den Priestern: Jedaia, der Sohn Joaribs, und Jachin.“ Ganz ähnlich in 1. Chronik 9 Vers 10, allerdings dort mit einer anderen Formulierung, die noch zu studieren wäre. Vers 11: „Von den Priestern: Jedaia, der Sohn Hilkias, des Sohnes Mischullams, des Sohnes Zadoks, des Sohnes Merajots, des Sohnes Achitubs.“ Der war der Oberste im Haus Gottes, der war der Leiter der Tempeldienste, so wie das auch in 4. Mose 3 Vers 32 beschrieben wird. Und dann Vers 12 bis 14: „Ihre Brüder, die den Tempeldienst besorgten, waren insgesamt 822. Und Jedaia, der Sohn Jeruchams, des Sohnes Pelajas, des Sohnes Amisai, des Sohnes Szecharias, des Sohnes Paschur, des Sohnes Malkija, und seine Brüder, die Familienhäupter, waren 242. Und Amassai, der Sohn Asareels, des Sohnes Achsais, des Sohnes Mischillimots, des Sohnes Imers, und ihre Brüder, tüchtige Männer, waren 128. Und ihr Aufseher war Sabtiel, der Sohn Haggedolim.“

[41:25] Bis hierhin wollen wir heute dieses Studio machen. Nächste Woche werden wir dann diese Liste beenden und auch uns Kapitel 12 gründlicher anschauen. Was wir lernen können aus diesen Listen, Kapiteln mit ihren interessanten Versen, die immer wieder da zwischen eingestreut sind, ist etwas ganz Wesentliches. Erweckung und Reformation führt dazu, dass man so sehr erfüllt ist vom Geist Gottes und von der Liebe zu diesem gnädigen Erlöser, der trotz all unserer Sünden, trotz all unseres Abfalls, unserer wiederholten Rebellion, es immer wieder gut mit uns meint, dass wir bereit sind, gerne zu geben, freiwillig uns einzusetzen. Und nur so kann das Werk Gottes auch mit Leben erfüllt werden. So kann der Abschluss des Werkes auch wirklich realisiert werden. Wer von uns möchte genau das tun? Lieber Freund, liebe Freundin, bist du bereit, wirklich das Wort Gottes so wirken zu lassen auf dich, dich so mit dem Gesetz Gottes zu beschäftigen, mit seinem Evangelium, deine Sünden wahrlich zu bekennen und auch zu lassen, selbst dann, wenn es liebgewonnene Sünden sind, die immer wieder aufkommen, so wie diese Mischehen zum Beispiel hier? Bist du bereit, dich von der Welt zu trennen, aus Liebe zu Gott, damit du von seinem Geist erfüllt als Freiwilliger deine Kraft und deine Energie einsetzen kannst für die Vollendung des Werkes Gottes? Gott segne dich in deiner Entscheidung. Nächste Woche werden wir hier weiter studieren im Buch Nehemia und dann sehen, wie das Ganze weitergeht. Bis dann wünsche ich Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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