[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur vorletzten Folge unserer Spezialserie über die Bücher Esra und Nehemia. Wir haben eine ganze Reihe von interessanten Dingen herausfinden können aus dieser Zeit, als der Tempel, zunächst der Tempel und dann die ganze Stadtmauer von Jerusalem im Zeitraum von über 90 Jahren wieder aufgebaut worden ist unter den Erlassen, den Edikten von Kyrus, von Darius und von Artaxerxes und der Führung von großen Gottesmännern wie Serubbabel, Esra, Nehemia oder auch Jeschua, dem Hohen Priester ganz am Anfang. Und wir haben gesehen, wie Propheten wie Haggai und Sacharja ihre Rolle gespielt haben und wir haben deutlich sehen können, dass trotz aller Widerstände von außen und auch von innen Gott seine Gemeinde, sein Volk geführt hat. Wir haben gesehen, wie im Jahre 444 am 21. September nach 91 Jahren endlich die Mauer vollendet worden ist, nach einer letzten wesentlichen Arbeitsphase von nur 52 Tagen. Und dass dann im Anschluss daran die Feste des siebten Monats gefeiert wurden, das Posaunenfest war besonders erwähnt worden und natürlich das Laubhüttenfest, das zum ersten Mal seit den Zeiten Josuas so gefeiert worden war, wie es eigentlich wörtlich in der Bibel stand. Und wir haben dann gesehen, dass direkt im Anschluss an dieses Laubhüttenfest es zu einem allgemeinen Sündenbekenntnis kam, das schon ausgelöst worden war durch die Lesung des Gesetzes und der Esra schon am ersten Tischri im Posaunenfest. Und dass dieses Sündenbekenntnis auch ausgedrückt durch diese wunderschöne Levitenhymne zu einer Erneuerung des Bundes geführt hat, ein Bund, der versiegelt worden ist. Wir haben das letzte Mal damit geendet, dass man neben all den Dingen, die man versprochen hat, auch sich vorgenommen hatte, Jerusalem noch stärker zu besiedeln. Die Stadt brauchte noch etliche Anwohner und Einwohner und entsprechend wurde ein Zehntel der Bevölkerung ausgelost, wobei einige auch freiwillig sich dafür entschieden, in dieser ja durchaus auch brisant umkämpften Stadt, von den Feinden immer wieder auch beäugten Stadt zu wohnen. Und wir haben da in dieser Liste in Nehemia 11 aufgehört, wo die Führer dieser Neuansiedler benannt werden und werden heute dort weitermachen, werden dann auch das Kapitel 12 zu großen Teilen studieren und sehen, was wir dort alles noch an Schätzen finden können. Bevor wir das allerdings tun, möchten wir Gott einladen, dass er uns durch seinen Heiligen Geist auch in diesem Studium führt und leitet. Lieber Vater im Himmel, danke für die Bücher Esra und Nehemia und danke für all die interessanten Kapitel. Manche von ihnen sind auf den ersten Blick spannend, bei anderen muss man etwas genauer hinschauen. Wir sehen so viele praktische Hinweise und Tipps und Prinzipien für die Arbeit der Gemeinde in unserer Zeit, dass wir dankbar sind für alles, was wir lernen dürfen. Wir möchten dich jetzt von Herzen bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist unsere Herzen ansprichst, erfüllst und dass wir sehen, was deine Botschaft auch in diesen Versen, die wir jetzt lesen werden, für uns ist. Halte alle störenden Fernen und gib, dass wir uns gut auf dein Wort konzentrieren können. Im Namen Jesu. Amen.
[4:02] Wir hatten geendet mit den Leitern der Priester, die in Jerusalem angesiedelt werden sollten und werden jetzt in Nehemia 11 und dort Vers 15 mit den Leviten weitermachen, die jetzt als nächstes erwähnt werden. Es heißt in Nehemia 11 und dort Vers 15: Von den Leviten, Semaja, der Sohn Haschubs, des Sohnes Asikams, des Sohnes Hasabjas, des Sohnes Bunis. Den Semaja finden wir auch in 1. Chronik 9, Vers 14. Wir haben ja schon letztes Mal erwähnt, dass es hier parallele Aussagen gibt, die allerdings eines genaueren Studiums noch bedürfen. Vers 16: Und Sabbtai und Josabad von den Häuptern der Leviten waren über die äußeren Geschäfte des Hauses Gottes gesetzt. Der Sabbtai, der kommt auch in Nehemia 8 schon vor, in Vers 7, als einer der Leviten, die das Gesetz dem Volk erklärt haben. Und diese Verantwortlichen und den Leviten kennen wir auch aus 1. Chronik 26, Vers 20. Dort sind bestimmte Leviten über die Schätze gesetzt. Vers 17: Und Mattanja, der Sohn Michas, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Asaphs, war das Oberhaupt. Er hatte die Dankssagung im Gebet anzustimmen. Und Bakbukja, der Zweite unter seinen Brüdern. Und Abda, der Sohn Schammuas, des Sohnes Galals, des Sohnes Jedutuns. Schon zur Zeit Davids waren bestimmte Personen speziell angestellt worden, um den Dank im Gottesdienst auszudrücken. Auch wir sollten sehr viel intentionaler Gott danken, im Gottesdienst, aber auch in unserem persönlichen Leben. Paulus erinnert uns in 1. Thessalonicher Kapitel 5 und dort Vers 17 und 18: Betet ohne Unterlass, seid in allem dankbar. Denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. Zur Zeit von Nehemia gab es jemanden, der speziell angestellt war, um die Dankssagung im Gebet anzustimmen, um andere darin anzuleiten, im Gebet auch zu danken. Auch wir sollten uns vornehmen, wenn wir ständig beten, auch Gott ständig zu danken und auch andere darin anzuleiten. Vers 18: Die Gesamtzahl aller Leviten in der heiligen Stadt betrug 284. Diese Bezeichnung heilige Stadt kennen wir natürlich schon aus Vers 1 und aus vielen anderen Bibelstellen, erinnert sie an Daniel 9, 24 oder auch in Matthäus 27, Vers 53. Vers 19: Und die Torhüter Akub, Talmon und ihre Brüder, die bei den Toren Wache hielten, waren insgesamt 172. Auch die Torhüter kennen wir aus 1. Chronik 9 und der Akub wurde schon in Nehemia 7 erwähnt und dort in Vers 45 unter den Torhütern gab es auch Söhne Akubs, vielleicht dieselbe Person, vielleicht auch nur derselbe Name.
[7:24] Vers 20: Die Übrigen von Israel, von den Priestern und den Leviten wohnten in allen Städten Judas, jeder in seinem Erbteil, also ein Zehntel der Bevölkerung wurde in Jerusalem angesiedelt, die anderen 90% leben verstreut in Judäa. Bis dahin hatten wir also die Liste derer, die in Jerusalem mit ihren Oberhäuptern verzeichnet worden waren. Und die Siedlungen, wie wir dann auch sehen werden, beschränken sich offensichtlich auf das ehemalige Südreich auf Juda. Vers 21: Und die Tempeldiener wohnten auf dem Ophel und Zihar und Gischba waren über die Tempeldiener gesetzt. So auch in Nehemia 3, Vers 26 hatten wir schon gelesen, dass dort die Tempeldiener auf dem Ophel wohnten. Das ist im Osten der Stadt Jerusalems. Die Karte ist wieder im Sendemanuskript mit dabei. Vers 22: Der Aufseher über die Leviten in Jerusalem aber war Usi, der Sohn Bannis, des Sohnes Hasabjas, des Sohnes Mattanias, des Sohnes Michas, von den Söhnen Asaphs, die den Dienst im Haus Gottes mit Gesang begleiteten. Auch in Vers 11 und 14 hatten wir ja Aufseher über die Priester. Hier werden jetzt die Aufseher über die Leviten erwähnt. Und einige Namen kommen uns bekannt vor. Bani zum Beispiel, der ist mehrfach in dem hier schon erwähnt worden, in Nehemia 8, Vers 7, 9, 4, 5 und auch 10, 14 dort im Zusammenhang mit dieser großen Versammlung oder vielmehr den Versammlungen im siebten Monat nach der Vollendung der Mauer. Auch gibt es ein Hasabja in Nehemia 10, Vers 11. Und diese Bezeichnung Söhne Asaphs erinnert natürlich daran, dass zur Zeit Davids die Söhne Asaphs für den Gesang, auch für die Musik speziell, eingesetzt worden sind. Dort kann man 1. Chronik 25 das Weitere nachlesen.
[9:25] Vers 23: Denn es bestand eine königliche Verordnung über sie und es war eine bestimmte Gebühr für die Sänger festgesetzt für jeden Tag. Die Sänger waren nach 1. Chronik 9, Vers 33 von anderen Diensten befreit, weil sie Tag und Nacht im Dienst waren und Gott loben sollten. Gesang und Musik im Gottesdienst waren also keine Nebensache, die man so nebenberuflich noch machen konnte, sondern das war ein Vollzeitdienst, der entsprechend auch finanziell vergütet wurde. Und die königliche Verordnung, die solche Privilegien den Tempeldienern erlaubte, die bezieht sich wohl auch auf die entsprechenden Anweisungen von Artaxerxes in seinem berühmten Edikt in Esra 7. Und dort in Versen 20 bis 24, wo ja diejenigen, die im Tempel arbeiten oder am Tempel arbeiten, auch von wesentlichen Steuerlasten und so weiter befreit sind.
[10:29] Vers 24: Und Petachja, der Sohn Meseschabiels, von den Söhnen Serachs, des Sohnes Judas, war der Bevollmächtigte des Königs in allem, was das Volk betraf. Diesen Meseschabiel kennen wir auch aus Nehemia 10 schon, Vers 22, da war er einer derjenigen, die durch ihr Siegel den erneuerten Bund mit Gott bekräftigt haben. Also derjenige, der hier jetzt über das Volk auch als Bevollmächtigter des Königs handelt, der war einer derjenigen, die sich für diese Erneuerung des Bundes eingesetzt hatten. Und der König ist natürlich hier immer noch Artaxerxes, der persische Großkönig. Interessant ist auch hier der Verweis auf die Söhne Serachs, denn das geht geschichtlich ganz weit zurück. Serach war einer der Söhne von Juda, genau genommen einer der beiden Söhne von Juda und Tamar, wie man in 1. Mose 38, Vers 30 nachlesen kann.
[11:38] Vers 25: Was aber die Dörfer auf dem Land betrifft, so wohnten etliche von den Kindern Judas in Kirjat-Arba und seinen Nebenorten, in Dibon und seinen Nebenorten, in Jekabzeel und seinen Höfen. Kirjat-Arba ist ganz bekannt. Das ist der alte Name für Hebron, wie man in Josua 14, Vers 15 finden kann. Dibon und Jekabzeel werden wohl in Josua 15, Vers 21 und 22 erwähnt, dort allerdings als Dimona und als Kapzeel. Das sind dort Orte, die in dieser Liste erscheinen, von den Ortschaften, die dem Stamm Juda gegeben worden sind.
[12:18] So geht es auch gleich weiter in Vers 26: in Jeschua, in Molada, in Bet-Pelet. Molada wurde dort auch erwähnt, in Josua 15, so wird auch Bet-Pelet dort allerdings als Bet-Pelet erwähnt. Molada war zur Zeit Josuas allerdings ein Erdbesitz der Simoniter, die mitten im Stamm Juda auch Erdbesitz bekommen hatten. So kann man in Josua 19, Vers 2 lesen, aber die Simoniter hatten sich so ein bisschen verloren. Ihre Spur verliert sich dann größtenteils im Laufe der jüdischen Geschichte.
[12:49] Vers 27: in Hasar-Schual, in Beer-Sheba und in seinen Nebenorten. Auch Hasar-Schual in Josua 15, 28 war ein Sitz der Simoniter ursprünglich und Beer-Sheba ist natürlich ein sehr wichtiger Ort aus der Geschichte Abrahams und auch Isaaks. Beide haben dort einen Schwur abgelegt, deswegen heißt dieser Ort ja auch Brunnen des Schwures. Der Ort galt damals so als der südlichste in Israel, findet man in einer berühmten Wendung in Richter 20, Vers 1: von Dan bis Beer-Sheba.
[13:25] Vers 28: in Ziklag, in Mechona und seinen Nebenorten. Ziklag ist ebenfalls so ein Ort, der in Josua 15 erwähnt wird und der zwischenzeitlich David von den Philistern gegeben worden war, als ewiger Besitz für die Könige Judas. Also der Ort war dann zwischenzeitlich an die Philister zurückgegangen und Ziklag ist dort in der Geschichte Davids eine nicht unbedeutende Stadt.
[13:52] Vers 29: in Rimmon, wird Rimmon genannt, in Josua 15, in Zorea, in Jarmut. Und Jarmut ist nach Josua 12, Vers 11 eine alte kanaanitische Königsstadt gewesen.
[14:01] Vers 30: in Sonoach, in Adullam und in seinen Höfen, in Lachisch und in seinem Gebiet, in Aseka und seinen Tochterstädten. Und sie ließen sich nieder von Beer-Sheba bis zum Tal Hinom. Sonoach kennen wir aus Nehemia 3. Die Bewohner von Sonoach waren diejenigen, die vom Taltor bis zum Misstor einen besonders langen Mauerabschnitt ausgebessert und gebaut hatten. Auch Adullam war eine ehemalige Königsstadt der Kanaaniter. Lachisch ist natürlich auch recht bekannt. Zunächst mal war es auch eine Königsstadt der Kanaaniter, aber vor allem natürlich als die Stadt, die zur Zeit Hiskias von den Assyrern belagert und erobert wurde, wie man in Jesaja 37, Vers 8 nachlesen kann. Es gibt im britischen Museum ja heute noch die berühmten Lachisch-Reliefs, wo man die assyrische Darstellung dieser Eroberung von Lachisch sehr genau nachlesen kann, auch nachlesen kann. In Keilschrift werden ja einige Dinge dort auch in dem Relief beschrieben. Sehr grausames Relief und man sieht dort, wie sehr diese Stadt zerstört worden ist, wie sie erobert worden ist und wie die Menschen dort gequält und dann auch versklavt und weggeführt worden sind. Weiter heißt es hier in Aseka natürlich, auch das aus Josua 15 bekannt. Und das Tal Hinom war interessanterweise die ursprüngliche Grenze zwischen Juda und Benjamin, also sozusagen die Nordgrenze des Gebietes des Stammes Juda. Beer-Sheba ist der südlichste Punkt, also hier wird quasi so gezeigt, dass die Ansiedlung der Juden hier genau in dem Gebiet stattfindet, wo der alte Stamm Juda zur Zeit Josuas seine Orte bekommen hatte. Das Tal Hinom ist natürlich auch bekannt für die grausamen Geschichten, die wir vor allem bei Jeremia fassen können, dass dort die abgefallenen Israeliten ihre Kinder dem Moloch durch das Feuer gehen ließen. Und das hat natürlich auch große Nachwirkungen gehabt, dann insbesondere im Buch Jeremia wird es immer wieder erwähnt.
[16:13] Interessant ist natürlich, dass hier viele dieser Orte in Josua 15 genannt werden als Orte, die ursprünglich dem Volk, dem Stamm Juda gegeben worden sind. Allerdings fehlen auch viele Orte, die damals Juda erhalten hatte. Das Volk ist längst nicht mehr so groß wie zur Zeit Josuas.
[16:28] Vers 31: Die Kinder Benjamins. Jetzt hatten wir also den Stamm Juda, jetzt kommt der Stamm Benjamin. Die Kinder Benjamins aber wohnten von Geba an in Michmas und Aja und in Bethel und seinen Tochterstädten. Geba war auch schon in Nehemia 7, Vers 30 erwähnt. Michmas ebenfalls in Nehemia 7, Vers 31. Es war wohl ein militärisch-strategisch wichtiger Ort, wie man aus 1. Samuel 13, dort aus den Kämpfen zwischen Sauls Israeliten und den Philistern ableiten kann. Hinter Aja verbirgt sich wohl Ai, das auch in Nehemia 7 erwähnt wird. Dort hatte ja schon Abraham gelebt, in 1. Mose 12, Vers 8, in der Nähe. Und das war natürlich die berühmte Stadt, bei der die Generation unter Josua ihre einzige große Niederlage erlitt, als man dort mit kleiner Armee die Stadt Ai erobern wollte und zurückgeschlagen wurde, weil es Sünde im Lager der Israeliten gab. Und Bethel, ebenfalls ein sehr bekannter Ort. Das ist der Ort, der ehemals Luz hieß, der auch in Josua 18 erwähnt wird, unter den Orten, die den Benjaminern gegeben worden sind. Der Ort, an dem der fliehende Jakob, der auf der Flucht war vor seinem Bruder auf dem Weg nach Paddan-Aram, die Himmelsstufen gesehen hat, die berühmte Himmelsleiter, und entsprechend diesen Ort das Haus Gottes genannt hat, Bethel. Und man sieht also hier an dieser Liste von Namen, das ist nicht nur einfach topografische Information, sondern dahinter stecken Geschichten, zum Teil jahrhundertealte Geschichten des Volkes Israel. Dahinter steckt so ein bisschen die Wiederherstellung der ursprünglichen Grenzen und Territorien Israels, zumindest im begrenzten Ausmaß. Und es waren natürlich den Menschen, die dort jetzt siedelten, vollkommen klar, dass sie hier in Orten lebten, mit einer langen Geschichte, einer großen Bedeutung zum Teil in der Heilsgeschichte, wie sie in der Bibel aufgeschrieben ist.
[18:26] Das gilt auch für den nächsten Vers in 32: in Anatot, Nob und Ananiel. Anatot war eine Levitenstadt, aus der, so lesen wir das in seinem ersten Vers seines Buches, der Prophet Jeremia stammte. Eine Stadt also, die zwar in dem Gebiet Benjamins war, aber wo Leviten lebten, so auch in Josua 21, Vers 18 nachzulesen. Und Nob war sogar eine dieser Priesterstädte. Diese Stadt ist bekannt für die Geschichte mit David, als David dorthin eilte, nicht wirklich die ganze Wahrheit sagte und dann Saul glaubte, die Priester von Nob hätten sich mit David verschworen. Da wurde diese Stadt verwüstet.
[19:33] Vers 33: Hasor, Rama, Gitta. Rama war bekanntermaßen der Wohnort von Samuel. Dort hat er sein Hauptquartier gehabt, wo er aus Israel richtete. So lesen wir in 1. Samuel 7, Vers 17. Das ist sehr interessant. Dieser Ort hat in mehrerlei Hinsicht große Bedeutung. Nahe bei diesem Ort Rama war der Versammlungsort, von dem aus die Israeliten nach der großen letzten Katastrophe 1587 vor Christus nach Babylon deportiert wurden. Die wurden alle gesammelt und wurden dann entsprechend vollständig nach Babylon gebracht. Und in der Nähe ist das Grab Rahels gewesen. Daher kommt diese Wendung aus Jeremia 31, Vers 15, die dann später ja nochmal im Evangelium von Matthäus aufgegriffen wird, wo es heißt in Jeremia 31, Vers 15: So spricht der Herr: Eine Stimme wird in Rama gehört, bitterliches Klagen und Weinen. Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen wegen ihrer Kinder, weil sie nicht mehr sind. Wir denken dabei sofort an den Kindermord in Bethlehem. Aber das ist eine Anwendung des Verses, die zwar absolut richtig und korrekt ist, aber der ursprüngliche Kontext von Jeremia ist, dass hier zur Zeit, Jeremia vorhersagt, durch die Zerstörung Jerusalems und die Eroberung durch die Babylonier, die Israeliten, die Söhne Rahels sozusagen, jetzt aus dem Land verschwinden müssen. Und sie stehen dort in der Nähe des Grabes und poetisch wird ausgedrückt, dass diese tote Rahel symbolisch weint, um ihre Nachkommen, die doch eigentlich in diesem gelobten Land hätten leben sollen und jetzt nicht mehr dort leben. Und dann kommt diese hoffnungsvolle Botschaft, diese Evangeliumsbotschaft, dass sie nicht weinen sollen.
[21:06] Vers 16: So spricht der Herr: Halte deine Stimme zurück vom Weinen und deine Augen von Tränen, denn es gibt noch einen Lohn für deine Mühe, spricht der Herr, denn sie sollen aus dem Land des Feindes zurückkehren. Und was für ein Gefühl muss es gewesen sein, gerade für die Rückkehrer, die jetzt hier in Rama dann wieder ihre Häuser bauten, als auch diese Prophezeiung des Propheten Jeremia sich erfüllte. Gitta kennen wir aus 2. Samuel 4, Vers 3, wo die Beerotiter als Fremde gelebt hatten.
[21:35] Es heißt weiter in Vers 34: Hadad, Zebojim und Neballat. Zebojim war wohl in einem Tal gelegen, so lernen wir aus 1. Samuel 13, Vers 18. Und Vers 35 sagt: Lot und Ono im Tal der Handwerker, das wir aus 1. Chronik 4, Vers 14 kennen, Lot auch in Nehemia 7 erwähnt.
[21:57] Und der letzte Vers in Kapitel 11: Und von den Leviten kamen Abteilungen von Juda zu Benjamin. Die Leviten waren ja ursprünglich auf das gesamte israelitische Gebiet verteilt gewesen. Es gab die verschiedenen Levitenstädte, sodass überall Leviten anwesend waren, denn sie waren ja damit beauftragt, dem Volk das Gesetz Gottes nahezubringen und auch natürlich als Kenner des Heiligtums die Prinzipien des Evangeliums weiterzugeben. Hier ist wohl gemeint, dass viele Leviten, die wohl eigentlich ursprünglich in dem Gebiet Judas lebten, dann in die Städte Benjamins zogen, um dort auch über eine ausreichende Menge an Leviten verfügen zu können.
[22:44] Kommen wir zu Kapitel 12, Vers 1: Dies sind die Priester und Leviten, die mit Serubbabel, dem Sohn Schealtiels und mit Jeschua heraufgezogen waren. Jetzt in Kapitel 12 haben wir plötzlich wieder eine alte Liste. Eine Liste aus der Pionierzeit, die mehr als 90 Jahre alt ist. Aus der Zeit, als Serubbabel und Jeschua und der Kyros damals den ersten Zug gemacht hatten. Während in Esra 2 die Priester nur nach ihren Sippen geordnet sind und keine Einzelnamen erwähnt werden, finden wir diese jetzt hier in diesen nächsten fünf Versen. Das heißt es: Dies sind die Priester und Leviten, die mit Serubbabel, dem Sohn Schealtiels und mit Jeschua heraufgezogen waren.
[23:44] Und dann finden wir in Vers 6: Semaja, Jojarib, Jedaia. Jojarib war wohl der Vater von Jedaia, der zur Zeit Nehemias in Jerusalem wohnte, wie wir in Kapitel 11, Vers 10 sehen können. Da gibt es den Priester Jedaia, den Sohn Jojaribs. Oder zumindest ein Vater oder Großvater. So eine Abstammung ist hier unwahrscheinlich. Vers 7: Sallu, Amok, Hilkia und Jedaia. Diese waren die Häupter der Priester und ihrer Brüder zu den Zeiten Jeschuas. Also es werden hier insgesamt, wenn man Jeschua mitzählt, 23 Häupter aufgezählt und in Vers 22, ursprünglich gab es ja nach 1. Chronik 24, 24 Priesterklassen.
[24:34] Vers 8 und 9: Und die Leviten Jeschua, Binui, Kadmiël, Serabja, Juda und Mattanja, der samt seinen Brüdern den Lobgesang leitete, Bakbukja und Unni, ihre Brüder standen gemäß ihren Dienstabteilungen jenen gegenüber. Einige Namen tauchen auch in der Zeit Nehemias wieder auf, aber aufgrund der großen Zeitspanne muss es sich um andere Personen handeln. Auch hier sehen wir wieder Leute, die speziell für die Musik zuständig gewesen sind. Auch das wird uns jetzt gleich noch mehr beschäftigen.
[25:04] Vers 10: Jeschua aber zeugte Jojakim, Jojakim aber zeugte Eljaschib und Eljaschib zeugte Jojakim. Hier beginnt jetzt die Abfolge der Hohen Priester aus der Zeit von Serubbabel bis in die Zeit von Nehemia und darüber hinaus. Man hat so quasi eine Genealogie der Hohen Priester, die im Grunde genommen an eine Liste anschließt, die wir in 1. Chronik 5, Vers 29 bis 41 finden. Dort geht das quasi bis zum babylonischen Exil und hier geht es jetzt sozusagen darüber hinaus weiter. Also Jojakim war der Sohn von dem Jeschua oder Joschua, den wir in dem Buch Esra finden und auch natürlich bei dem Propheten Sacharja und Haggai. Und Eljaschib ist der Hohe Priester, den wir aus der Zeit Nehemias dann kennen, sein Enkel, der in Nehemia 3, Vers 1 mit am Mauerbau direkt gegenüber dem Tempel mitgewirkt hat.
[26:10] Vers 11: Jojada zeugte Jonatan und Jonatan zeugte Jaddua. Hier gehen wir jetzt quasi schon über die Zeit von Nehemia heraus mit Jaddua kommen wir in interessantes Gefilde. Denn Josephus berichtet uns, dass der Hohe Priester, der Alexander den Großen begrüßte, Jaddua hieß. Möglicherweise handelt es sich hier um dieselbe Person. Das wäre dann etwa 110 Jahre nach dem Wiederaufbau der Mauer gewesen und Jaddua wäre die dritte Generation nach Eljaschib. Ist nicht undenkbar, aber vielleicht sind zwischen dem Jaddua und dem Jaddua dann noch mal ein paar Generationen gewesen. Aber was wir ganz deutlich hier sehen ist, dass diese Liste auch nach dem Tod von Nehemia noch weitergeführt worden ist. Dieser Vers, der ist dann später noch hinzugefügt worden. Diese Liste ist dann noch bis ins vierte Jahrhundert weitergetragen worden.
[27:04] Vers 12 und 13: Und zu den Zeiten Jojakims waren folgende Priester-Familienhäupter: von Seraja Meraja, von Jeremia Hananja, von Esra Mesullam, von Amja Johanan. Hier werden jetzt die Priesterhäupter in der Generation aufgezählt, die quasi zwischen Serubbabels Generation und Nehemias Generation sind. Also ungefähr in der Regierungszeit von Darius und Xerxes. Und jetzt werden jeweils die Söhne der Häupter verzeichnet, die wir in den ersten Versen ab Vers 1 gehabt haben. Hier kommt es nochmal zu Schreibvarianten. Zum Beispiel in Vers 14 haben wir von Melichu statt Maloch, wie er in Vers 2 genannt wird. Jonatan von Sebanja Josef von Harim statt Rehum in den Versen vorher. Adna von Merajot, entsprechend Meremot in Vers 3. Helkai von Edo. Sacharja von Ginnaton, das ist natürlich Ginnaton aus Vers 4. Mesullam. Also man sieht hier, dass sogar innerhalb eines Kapitels, innerhalb weniger Verse, die Namen in ihrer Schreibung abweichen. Das sollte uns also nicht wundern, wenn wir so etwas immer wieder auch treffen.
[28:11] Dann haben wir weiter Vers 17 bis 19: von Abija, Sichei, von Minjamin, von Muadja, Piltai, von Bilga, Schammua, von Semaja Jonatan, von Jojarib Mattanai und von Jedaia Usi. Dann haben wir von Sallai, das ist der Sallu aus Vers 7. Kalai von Amok, Heber, von Hilkia Hasabja, von Jedaia Netanel.
[28:36] Und dann kommen wir zu Vers 22: Und zu den Zeiten Eljaschibs, Jojadas, Johanan und Jaddua, das sind diese Priester von Nehemias Zeit an und später, wurden die Familienhäupter der Leviten aufgeschrieben und die Priester unter der Regierung des Persers Darius. Also hier wird jetzt davon gesprochen, dass also diese Verzeichnisse weitergeführt worden sind. Der Darius ist hier nicht Darius der Große, der Erste, den wir aus Esra 6 kennen, sondern Darius der Zweite, auch eher natürlich als persisch Dariawusch genannt. Genannt im Griechischen Darius der Zweite, Ochus, der Großkönig von 423 bis 404 vor Christus, also ein paar Jahrzehnte nach diesen Ereignissen. Und zwischen ihm gab es ganz kurz noch zwei andere Könige, nämlich Xerxes den Zweiten und Sogdianus, aber die haben jeweils nur sehr, sehr kurze Wochen oder Monate regiert. Also Darius der Zweite ist dann so der nächste große König nach Artaxerxes.
[29:37] Vers 23: Die Söhne Levis, die Familienhäupter, wurden aufgeschrieben im Buch der Chronik bis zur Zeit Johanan des Sohnes Eljaschibs, also bis in die nächste Generation nach Nehemia. Wir haben so hier die Hinweise darauf, wie lange noch sozusagen an diesen Listen gearbeitet worden ist, solange sie hier noch in der Abfassung des Buches Nehemia berücksichtigt worden sind. Entsprechend haben wir ja auch Aufzeichnungen in 1. Chronik 9, aber wie gesagt, da muss noch mehr studiert werden.
[30:11] Vers 24 und folgende waren die Obersten unter den Leviten: Hasabja, Serabja und Jeschua, der Sohn Kadmiëls und ihre Brüder, die ihnen gegenüberstanden, um zu loben und zu danken, wie es David, der Mann Gottes, befohlen hatte, eine Abteilung mit der anderen abwechselnd. Diese Dienstanordnung der Leviten aus der Zeit Davids kann man nachlesen in 1. Chronik 23. David selbst wird auch Mann Gottes genannt in den Chronikbüchern, 2. Chronik 8, Vers 14. Eine Bezeichnung, die wir auch von Mose und von Elija kennen.
[30:33] Vers 25: Mattanja, Bakbukja, Obadja, Mesullam, Talmon und Akub waren Torhüter, die bei den Toren der Vorratskammern Wache hielten. Und wir wissen aus 1. Chronik 26, Vers 12, dass die Torhüter auch die Aufgaben, auch Aufgaben im Tempel versehen mussten.
[30:56] Vers 26: Diese lebten zu den Zeiten Jojakims, des Sohnes Jojakims, des Sohnes Jeschuas, des Sohnes und zu den Zeiten Eliaschibs, des Stadthalters und des Priesters Esra, des Schriftgelehrten. Und wir haben ja also die Leviten, die in der Zeit lebten, in der Zeit des Buches Nehemia und dann auch vorher schon in der zweiten Hälfte des Buches Esra. Bis dahin gehen jetzt diese ganzen Listen und jetzt kommen wir noch zu etwas, was wieder mehr Geschichtscharakter hat.
[31:27] Vers 27: Bei der Einweihung der Mauer Jerusalems, da versammelte man die Leviten an allen ihren Orten, um sie nach Jerusalem zu bringen, damit man die Einweihung mit Freuden begehen könnte, mit Lobliedern und Gesängen, mit Zimbeln, Harfen und Lauten. Jetzt versteht man auch, warum all das vorgeschrieben ist, da die Leviten sind alle aufgeschrieben. Aber sie sind nicht alle in Jerusalem, sie sind in verschiedenen Orten und jetzt werden sie alle zusammen gesammelt für die Einweihung der Mauer, die es vollendet. Aber zwischen der Vollendung der Mauer und der Einweihung waren erstmal diese großen Feste und das Sündenbekenntnis, die Erneuerung des Bundes, die Versiegelung des Bundes und die Neuansiedlung. Und jetzt wird die Mauer auch eingeweiht. Man braucht die Leviten, um einen gebührenden Gottesdienst feiern zu können. Wir wissen aus 5. Mose 20, Vers 5, dass ein Neubau auch eingeweiht werden musste. Und die Leviten, die wir schon gesehen haben, gerade Nehemia 11, waren in ganz Juda zerstreut und es gab jetzt hier Freude. Man wollte Freude haben, so wie man es auch beim Laubhüttenfest gehabt hatte. Und entsprechend finden wir ein Gegenstück zu dem, was wir in Esra 3 gefunden hatten. Und dort in Vers 10 und 11, als bei der Grundsteinlegung, als das Fundament gelegt worden war, auch ein feierlicher Gottesdienst mit den Leviten gefeiert worden war, dort hieß es in Vers 10: Als die Bauleute den Grund zum Tempel des Herrn legten, stellten sich die Priester in ihren Gewändern auf mit Trompeten und die Leviten, die Söhne Asaphs mit Zimbeln, um den Herrn zu loben nach der Anordnung Davids, des Königs von Israel. Sie stimmten ein Wechselgesang an und dankten dem Herrn und lobten ihn, dass er so gütig ist und dass seine Gnade ewiglich währt über Israel. Und das ganze Volk lobte den Herrn mit großem Freudengeschrei darüber, dass nun der Grund für das Haus des Herrn gelegt war. Als die Arbeit anfing, gab es einen großen Dankgottesdienst mit Musik und Leviten und Doppelchor. Und jetzt als das Werk vollendet ist, 90 Jahre später, gibt es das gleiche nochmal. Damals war es so gewesen, dass die große, feierliche, musikalische Darbietung gestört worden war durch das Klagen und Weinen der Alten, die murrten und sich beschwerten, dass die Fundamente nicht groß genug waren, nicht so groß wie zur Zeit Salomos. Wir werden mal sehen, wie hier das Ganze dann endet. Aber diese Parallele zwischen dem Anfang des Werkes und dem Ende des Werkes sollte wieder deutlich beachtet werden. Und die Harfen, Lauten und Zimbeln sind die Musikinstrumente für das Heiligtum, wie wir aus 1. Chronik 25, Vers 6 erfahren.
[34:11] Vers 28: Und die Söhne der Sänger versammelten sich aus der ganzen Umgebung von Jerusalem und aus den Dörfern der Netophatiter. Die kennen wir aus 1. Chronik 2 und 9. Die Referenz ist im Sendemanuskript. Vers 29: Auch von Bet-Gigal und von den Landgütern von Geba und Asmawet. Denn die Sänger hatten sich Dörfer gebaut, um Jerusalem her. Bet-Gigal ist wohl wahrscheinlich das Gilgal, das die Israeliten als erstes quasi betraten nach der Durchquerung des Jordan und als Ausgangsbasis dort hatten für die Eroberung, die sie dann im Laufe der Jahre in Kanaan durchgeführt haben. Dort in Gilgal war ja auch die 2. Generation dann beschnitten worden. Geba kennen wir aus Nehemia 11, Asmawet kennen wir aus Esra 2, dort aus der Liste.
[35:01] Vers 30: Und die Priester und Leviten reinigten sich, sie reinigten auch das Volk und die Tore und die Mauer. Wir wissen aus Esra 6, haben dort damals studiert, dass die Juden sich von der Unreinheit der Heiden abgesondert hatten. Und das muss auch durchaus symbolischen Charakter gehabt haben. Zumindest die Reinigung der Mauer und der Tore ist ganz deutlich symbolischen Charakters, denn die waren ja gerade erst gebaut worden. Das war ja ein Neubau, der war nicht verschmutzt, den musste man jetzt nicht irgendwie erst wiederherstellen. Es geht hier also auch um die Idee der Heiligkeit, die das Volk und auch die Stadt haben sollte, die Stadt als Symbol für das Volk. Und da haben wir eine ganz grundsätzliche Idee angesprochen, die dann später für die Offenbarung auch wichtig wird, dass man das Volk Gottes nicht von der Stadt Gottes trennen kann. Die Stadt Gottes steht symbolisch auch für die, die darin wohnen. Ist ja auch eine Sache, die wir heute noch so sagen. Wenn wir sagen, ganz Stuttgart ist auf den Beinen, meinen wir die Menschen, die in Stuttgart wohnen und nicht die Gebäude. Entsprechend ist allerdings diese Reinigung, diese symbolische Reinigung der Stadtmauern symbolisch dann für die Reinigung des Volkes, die Absonderung von allem Heidnischen. Und auch das ist natürlich wieder ein Typus für die letzte Zeit. Der Dank für Gott geschieht dadurch, dass man sich eben absondert, geschieht unter anderem damit, dass man sich absondert von dem, was heidnisch ist. Und das wird jetzt noch sehr wichtig werden.
[37:06] Vers 31: Und Dank ist nicht einfach nur eine spontane Ausdrucksform, die es natürlich auch ist, aber Dank sollte auch gut organisiert dargebracht werden. Wenn wir also so viel Energie und Organisation in die Vollendung des Werkes stecken, sollten wir nicht weniger Energie und Organisation in die Danksagung Gottes stecken. Das ist eine wichtige Lehre, die wir hier sehen können. Das Buch Nehemia endet nicht mit der Vollendung der Mauer, sondern es gibt noch viele andere Dinge, unter anderem auch die organisierte Danksagung angesichts der Vollendung der Mauer. Das Misstor, das war im Südosten von Jerusalem, könnt ihr auf der Karte im Sendemanuskript dann nochmal nachschauen. Und das war aus Nehemia 2, Vers 13 uns sehr gut bekannt. Also schauen wir, wie diese Position jetzt vor sich geht.
[38:08] Vers 32-34: Also wir haben acht Fürsten, die mit diesem Chor dort auf der Mauer gehen. Vers 35: Das Posaunenblasen war eine spezielle Aufgabe der Priester, so wissen wir schon bei der Eroberung von Jericho, Josua 6, Vers 4 und auch in 2. Chronik 5 und 13 haben wir entsprechende Verse.
[38:40] Vers 36: Hier steckt jetzt einiges drin, denn die Gottesdienstmusik, Achtung, wurde in Juda immer noch nach den Grundsätzen ausgeführt, die David mehr als ein halbes Jahrtausend zuvor eingeführt hatte. Man hat also nicht gesagt, naja, jetzt sind 500 Jahre vergangen oder mehr, wir machen alles neu, sondern man hat sich gedacht, okay, wir wissen zur Zeit von Davids war die Musik geistlich, also bei dieser Erweckung, Reformation, kehren wir zurück zu den Prinzipien und zu den Instrumenten von David. Er hatte mindestens 4000 Exemplare angefertigt, so lesen wir 1. Chronik 23, Vers 5 und sein Erfindungsreichtum in der Erfindung von Musikinstrumenten wurde später sprichwörtlich, so gibt es dieses Sprichwort entsprechend in Amos 6, Vers 5, das heißt: Davids Musik war nicht langweilig und nicht monoton, er war kreativ gewesen, aber diese Musikprinzipien veralteten nicht, auch Jahrhunderte später war geistliche Musik und geistliche Musikprinzipien immer noch dieselben. Das heißt, eine wichtige Lehre, die wir ziehen können: Orientiere dich in deiner Musikauswahl für den Gottesdienst an den inspirierten Ratschlägen der Vergangenheit, nicht einfach an dem, was gerade so en vogue ist, links und rechts und bei den Nachbarn, sondern an dem, was sicher durch Inspiration als geistlich beschrieben wird. Esra und Nehemia haben geschaut, was sagt die Bibel über Musik und sie fanden all diese schönen Psalmen bei David, sie fanden geistliche Gottesdienstmusik zur Zeit Davids und haben sich daran orientiert, haben das wieder aufleben lassen. Und der Esra, der hier mitgeht, ist natürlich der berühmte Esra aus dem Buch Esra und der hier ja auch bei diesem neulichen Bundesschluss eine so große Rolle gespielt hat, der Reformator und dieser große Schriftgelehrte, der für die Zusammenstellung der Bibel eine so offensichtlich große Rolle gespielt hat.
[40:58] Vers 37: Und sie zogen zum Quelltor und dann geradeaus auf den Aufstieg zur Stadt Davids, den Aufgang der Mauer hinauf, oberhalb des Hauses Davids vorbei bis zum Wassertor gegen Osten, also so ein bisschen Richtung Osten, entgegen des Uhrzeigersinnes auf der Mauer und auf der Mauer entlang. Die Stadt Jerusalem war natürlich und ist immer noch sehr uneben, weil es dort Berge gibt und entsprechend sind wohl auch Stufen verwendet worden, um Höhenunterschiede bei der Mauer auch auszugleichen. Das Wassertor ist im Osten und war der Ort, wo der Platz war, wo Esra dem Volk das Gesetz vorgelesen hatte, wie wir Nehemia 8, Vers 1 und 3 lesen konnten.
[41:44] Der zweite Dankchor zog nach links und ich folgte ihm mit der anderen Hälfte des Volkes oben auf der Mauer, oberhalb des Ofenturms bis an die breite Mauer. Also der erste Chor geht mit Esra, der zweite Chor geht mit Nehemia. Das zeigt beide, Esra und Nehemia sind hier gleichrangige Reformatoren, die zusammenarbeiten und das Volk zu einem Punkt führen.
[42:06] Der Ofenturm im Westen quasi diagonal gegenüber dem ersten Chor unter Esra, Vers 39: Dann über das Tor Ephraim und über das alte Tor und über das Fischtor und den Turm Hananeel und den Turm Mea bis zum Schafstor und sie blieben stehen beim Klerkertor. Da haben wir jetzt den zweiten Chor, der im Uhrzeigersinn Richtung Norden und dann Richtung Osten sich bewegt und entsprechend gehen also diese beiden Dankchöre aufeinander zu. Der eine unter Esra, der andere unter Nehemia, dann die Fürsten sind aufgeteilt und sie gehen aufeinander zu mit einem bestimmten Ziel und das finden wir jetzt in Vers 40.
[42:54] Dann stellten sich die beiden Dankchöre beim Haus Gottes auf, ebenso ich und die Hälfte der Vorsteher mit mir. Das Ziel der Dankprozession ist das Heiligtum und das erinnert uns an das erste Lied überhaupt, das erste Danklied ist es auch, das erste Lied überhaupt in der Bibel, 2. Mose 15. Nach dem großen Sieg Gottes über die Ägypter, als deren Armee im Roten Meer versank, singen die Israeliten ja ein Danklied und darin gibt es jetzt folgende Ideen, Vers 13: Über Gott, du leitest in deiner Gnade das Volk, das du erlöst hast, durch deine Kraft bringst du sie zu der Wohnung deines Heiligtums. Das Ziel in diesem Danklied ist das Heiligtum, so Vers 17: Du wirst sie hineinbringen und sie einpflanzen auf dem Berg deines Erbteils, an dem Ort, den du her zu deiner Wohnung gemacht hast, zu dem Heiligtum, o Herr, das deine Hände bereitet haben. Gottesdienstmusik, die Gott gefällt, führt zum Heiligtum mit all dem, was das Heiligtum beinhaltet, all seinen geistlichen Lehren inklusive dem Gesetz. Gottesdienstmusik, die Gott gefällt, basiert auf geistlichen Prinzipien, basiert auf der Schrift und führt zum Heiligtum und dort werden die verschiedenen Gruppierungen der Gemeinde eins und nicht getrennt. Eine Einheit wird dadurch angezeigt durch die Prozession, die sich im Heiligtum trifft. Hier haben wir eine wirkliche Lösung für so viele Probleme in der heutigen Debatte über Musik im Gottesdienst. Wenn wir doch Musik auswählen würden, die ihrem Inhalt, ihrer musikalischen Gestaltung und auch ihrer ganzen Intention des Komponisten zum Heiligtum hinführt und zu den Dingen, die mit der Heiligtumslehre verbunden sind, dann gäbe es sehr, sehr viel weniger Debatten und Streit. Lasst uns wieder lernen, das Heiligtum mit seinem Gesetz, mit der Herrlichkeit Gottes, mit den Prinzipien des Evangeliums zum Zentrum der Musik auch im Gottesdienst zu machen, unserer ganzen Anbetung.
[45:16] Vers 41: In Nehemia 12, und die Priester Eljakim, Maaseja, Minjamin, Machaja, Micha, Eljoënai, Sacharja und Hananja mit Trompeten, wie schon in Vers 35 dort die Propheten, die Trompeten bei den Priestern angesiedelt.
[45:29] Vers 42: Ebenso Maaseja, Chemaja, Eljasar, Usi, Johanan, Malchia, Elam und Esa. Und die Sänger ließen sich hören unter der Leitung Jesrachjas. Das laute, kräftige und freudige Singen im Gottesdienst finden wir immer wieder, vor allem in den Psalmen. Dort haben wir einige Verse hier im Sendemanuskript, die deutlich machen, dass die Sänger sich hier nicht ohne Grund hören ließen. Gott möchte, dass wir mit Freude und mit Überzeugung und mit einer kräftigen Stimme singen. Und der Dirigent ist hier mit Namen benannt.
[46:10] Vers 43: Und damit wollen wir heute enden. Und an jenem Tag brachte man große Opfer dar und war fröhlich, denn Gott hatte ihnen eine große Freude bereitet. Und auch die Frauen und Kinder freuten sich und man hörte die Freude Jerusalems weithin. An Freudentagen hat man große Opfer dargebracht unter Posaunenklängen. So sollte es sein, so sagt es 4. Mose 10, Vers 10. Und entsprechend ist das auch erfüllt worden, zum Beispiel bei 1. Chronik 29, Vers 21, 22, als Salomo noch einmal gesalbt worden war. Oder vor allem bei der Einweihung des salomonischen Tempels, als so über 100.000 Opfer gebracht worden waren und große Freude war. Entsprechend auch ähnlich bei der Erweckung unter Hiskia. Auch dort damals viele Opfer und große Freude. Und genau in dieser Tradition aus alter Zeit steht auch diese Prozession und dieser Dankesgottesdienst. Der hat seine Vorbilder in den großen Ereignissen der Heilsgeschichte Israels und der Erweckungsgeschichte Israels. Und diese Idee, dass Gott Freude bereitet, die kennen wir schon aus Esra 6, Vers 22, als damals der Tempel fertig gebaut worden war, hatte man auch diese Idee hier in Vers 22 von Esra 6. Und sie hielten das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage lang mit Freuden, denn der Herr hatte sie fröhlich gemacht, das Herz des Königs von Assyrien ihnen zugewandt, sodass ihre Hände gestärkt wurden in dem Werk am Haus Gottes, des Gottes Israels. Und diese Idee, dass Gott Freude bereitet, finden wir immer wieder zur Zeit, als Josaphat König war und Gott ihnen die Freude bereitete, als die Feinde Gottes eine Niederlage erlitten. Psalm 28, Vers 7 sagt, dass wir uns freuen, weil Gott uns geholfen hat, als wir ihm vertraut haben. Psalm 30, Vers 12 sagt, dass Gott aus unserer Trauer Freude machen möchte. Psalm 92, Vers 5, das ist sehr schön zu lesen, Psalm 92. Und dort Vers 5 heißt es: Denn du hast mich erfreut, oh Herr, durch dein Tun, und ich juble über die Werke deiner Hände. Mögen wir alle diese Erfahrung machen, dass wir sagen können zu Gott: Du hast mich erfreut, oh Herr, durch dein Tun. Hast du Gott so kennengelernt, dass seine Werke, das, was er getan hat in deinem Leben, in deiner Familie, in deiner Gemeinde, in deinem Umfeld, dass sein Tun dich erfreut hat. Ich freue mich immer wieder zu sehen, was Gott in meinem Leben tut, und in unserer Gemeinde, in meinem Freundeskreis. Gott tut große Dinge, und wenn wir darauf achten, dann haben wir eine nie versiegende Quelle der Freude. Das, wonach wir immer suchen, denn Gott ist immer derselbe, und er ändert sich nicht, und er bereitet uns immer wieder Freude. So auch in Jesaja 61, Vers 3, wo er Freudenöl statt Trauer geben möchte.
[49:15] All das, was hier jetzt in Nehemia 12 am Ende passiert, war die Erfüllung großer Prophezeiung aus dem Buch Jeremia. In Jeremia 31 und dort Vers 13 heißt es: Dann wird die Jungfrau sich mit Reigentanz erfreuen, auch junge Männer. Und Greise miteinander, und ich will ihre Trauer in Freude verwandeln, und sie trösten und erfreuen nach ihrem Schmerz. Es war eine lange, entbehrungsreiche Zeit, aber jetzt gab Gott ihnen erneut Freude. Jeremia 33 und dort Vers 11, da soll man wiederum Jubel und Freudengeschrei vernehmen. Die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die sagen: Dank dem Herrn der Heerscharen, denn der Herr ist gütig und seine Gnade währt ewig. Und die Stimme derer, die Dankopfer bringen ins Haus des Herrn, denn ich will das Geschick des Landes wenden, dass es wieder sei, wie im Anfang, spricht der Herr. All das sehen wir, wir sehen die Wiederherstellung hier im Buch Jeremia, auch durch die Wiederansiedlung an den alten Orten. Und die Wiedereinsetzung der Ämter für das Heiligtum der Priesterklassen, der Leviten. All das, was wir auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen nicht ganz verstehen, warum das so ausführlich dargestellt wird, aber all das zeigt, es ist wiederhergestellt worden. Der Dienst ist wieder eingesetzt worden, die Struktur der Regierung wird wieder eingesetzt. All das kommt wieder und all das ist eine Erfüllung der Prophezeiung aus Jeremia. Wir finden hier Wiederherstellung im Buch Jeremia und das führt zu großem Dank.
[50:52] Interessant ist die Formulierung hier: Und man hörte die Freude Jerusalems weithin. Und hier müssen wir daran denken, was 90 Jahre zuvor geschah, als der Grund, das Fundament des Tempels gelegt worden war, als auch die Leviten laut jubelten und Gott lobten und Psalmen sangen und als das Volk sich mit Musik freute und die Instrumente gespielt worden waren. Damals hatten ja die Menschen, einige auch geklagt, und so heißt es in Esra 3, Vers 13, sodass das Volk das Freudengeschrei nicht unterscheiden konnte von dem lauten Weinen im Volk, denn das Volk erhob ein großes Jubelgeschrei, sodass man den Schall, Achtung, weithin hörte. Zweimal in den Büchern Esra Nehemia heißt es, dass der Klang des Volkes weithin gehört worden war. Einmal am Anfang, zur Zeit der Pioniere, als man sich freute über das Fundament, aber diese Freude war gemischt mit Trauer, mit Klagen, mit Unzufriedenheit über die kleinen Dimensionen des Werkes. Jetzt, 90 Jahre später, finden wir wieder ein Volk, das jubelt, der Schall ist weithin zu hören, aber diesmal ist keine Trauer dabei, keine Klage, keine Unzufriedenheit. Die Erweckung, Reformation hat ihr Werk getan. Es ist Freude und nur Freude. Der Kreis schließt sich und man würde sich wünschen, dass das Buch vielleicht hier zu Ende ist mit dieser triumphalen Note, aber das Buch ist nicht zu Ende. Es gibt dann noch ein Kapitel und das ist nicht ohne Grund dort, obwohl sich hier so wunderbar der Kreis schließt und das Werk jetzt eigentlich ganz vollendet ist, man eigentlich einen Schlusspunkt setzen könnte. Das Leben von Nehemia und dem Volk Israel ging weiter und das wollen wir uns dann noch nächstes Mal gemeinsam anschauen.
[52:50] Für alle, die sich auch für Strukturen interessieren, haben wir im Sendemanuskript noch so eine kleine Idee, wie man so diese zweite Hälfte des Buches Nehemia mit all seinen Listen und längeren Texten vielleicht strukturieren könnte. Könnt ihr mal euch das anschauen. Sieht so aus, als ob die Bußhymne der Leviten im Kapitel 9 im Zentrum stehen sollte und die anderen Listen so ein bisschen so angeordnet sind, um diese Bußhymne der Leviten besonders in den Vordergrund zu rücken, aber das könnt ihr dann selbst studieren.
[53:20] Wir möchten heute aus dieser Geschichte der Einweihung der Mauer lernen. Möchtest du Gott von ganzem Herzen mit Intention und auch mit Energie dafür danken, dass Gott schon in deinem Leben so viel getan hat? Möchtest du den Dank anstimmen, auch vor anderen, damit auch sie motiviert sind, Gott zu danken? Wollen wir uns vornehmen, Gott viel mehr zu danken für all das große, was er getan hat und was er noch tun wird? Gott segne deine Entscheidung. Und nächste Woche werden wir uns hier das letzte Mal dann für Esra und Nehemia sehen und wünschen euch bis dahin viel Freude und Gottes Segen im Studium seines Wortes. Amen.
[54:08] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!