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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 4th (Special) Nr 13

In der letzten Folge der Spezialserie über Esra und Nehemia blickt Christopher Kramp auf die letzten Kapitel des Buches Nehemia. Er beleuchtet die Herausforderungen, denen sich Nehemia stellen musste, nachdem er Jerusalem verlassen hatte, und wie er trotz Rückschlägen und wiederkehrenden Missständen für die Integrität des Volkes Gottes kämpfte. Die Lektionen über die Bedeutung von Organisation, die Umsetzung des Gesetzes, die Sabbatheiligung und die Gefahren von Mischehen sind auch heute noch relevant.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de, ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur letzten Folge unserer Spezialserie über die Bücher Esra und Nehemia. Es war eine sehr intensive Reise. Wir haben viel gelernt aus diesen besonderen Büchern, die auch ein Typus bilden für unsere Zeit. Der Aufbau des Tempels und der Wiederaufbau Jerusalems mit den Stadtmauern soll zeigen, wie in unserer Zeit das Werk Gottes vollendet worden ist. Wir haben viel gelernt von den Rückschlägen und von den Erweckungen und Reformationen, die in der Zeit der Könige Kyrus und Darius und Artaxerxes und der Führung von Männern wie Serubbabel, Jeschua und Esra und Nehemia stattgefunden haben. Und wir haben viele Leiterschaftslektionen gelernt, gerade auch aus dem Buch Nehemia. Und das letzte Mal haben wir gesehen, wie gegen Ende des Kapitels 12 in Nehemia die Mauer feierlich eingeweiht worden ist, mit zwei Dankchören, die zum Tempel zogen. Und das war mit solch einer Freude, mit solch einer Herrlichkeit, dass man eigentlich sich wünschen könnte, dass in Nehemia 12 Vers 43 ein Punkt das Buch beendet. Wir hatten gesehen, wie dort der große Bogen sich geschlossen hat, zum Anfang des Buches Esra, als schon mal eine große Feierlichkeit für die Grundsteinlegung des Tempels stattgefunden hatte. Damals noch vermischt mit Klagen und Weinen, jetzt aber voller reiner Freude. Eigentlich kommt das Buch hier zu einem triumphalen Abschluss, aber es ist noch nicht zu Ende. Es gibt noch ein Kapitel, Kapitel 13. Und die letzten Verse von 12 gehören da eigentlich thematisch mit dazu. Und das wollen wir uns heute anschauen, dass dieses Buch noch weitergeht, zeigt, wie sehr es im Leben verankert ist und welchen realistischen Blick es auch auf das Leben der Gemeinden und des Gläubigen gibt. Und es ist auch eine Warnung und auch eine Ermutigung. Und gerade deswegen wollen wir uns noch einmal mit erneuerter Konzentration uns diesem letzten Abschnitt des Buches Nehemia widmen, weil wir noch einmal so viel daraus lernen können. Und bevor wir das tun, möchten wir Gott einladen, unsere Gedanken zu leiten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir so viel lernen dürfen von dir. Und gerade aus den Büchern Esra und Nehemia haben wir so viel Wertvolles entdeckt in den bekannten und unbekannten Abschnitten. Und wenn wir jetzt zum Abschluss kommen, dieser Serie und das Buch Nehemia auch beenden, möchten wir dich bitten, dass du noch einmal unser Lehrer bist, zu uns sprichst, dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast und vor allem lernen, in unserem persönlichen Leben diese Dinge auch umzusetzen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[3:33] Nehemia 12 und dort Vers 44. Zu jener Zeit wurden Männer über die Vorratskammer eingesetzt, die zur Aufbewahrung der Hebopfer, der Erstlinge und der Zehnten dienten, damit sie darin von den Äckern der Städte die gesetzlichen Abgaben für die Priester und Leviten sammeln sollten. Denn Juda hatte Freude an den Priestern und an den Leviten, die im Dienst standen. Hier wird erwähnt, dass die Versorgung der Leviten eine Herzensangelegenheit für das Volk war und deswegen gut organisiert war. Wenn uns etwas wirklich am Herzen liegt im Werk Gottes, werden wir darauf achten, dass es auch gut organisiert ist. Organisation soll eigentlich zeigen, wie wichtig uns das ist, was Gottes Werk betrifft. Und all das, was hier steht, hatten die Juden ja auch ganz feierlich in dem Bund versprochen, den sie in Nehemia 10 sogar mit einem Siegel bekräftigt hatten, mit einer Versiegelung.

[4:29] Vers 45. Und die für den Dienst ihres Gottes und die Reinigung sorgten, auch die Sänger und die Torhüter standen nach dem Gebot Davids und seines Sohnes Salomo im Dienst. Die Aufgaben der Leviten finden wir in 1. Chronik 23, Vers 28. Und die Torhüter hatten jetzt also darüber zu wachen, dass niemand außer den Priestern und den diensthabenden Leviten in das Heiligtum eintrat.

[4:57] Vers 46. Denn schon in alten Zeiten, in den Tagen Davids und Asafs, gab es Häupter der Sänger und Lobgesänge und Danklieder für Gott. Das bezieht sich natürlich auf die Zeit von König David, als unter der Leitung von Asaf die 24 Sängerklassen eingerichtet wurden, in 1. Chronik 25.

[5:18] Und dann Vers 47. Und ganz Israel gab zu den Zeiten Serubbabels, also in der Zeit von den ersten sechs Kapiteln Esras, und zu den Zeiten Nehemias, im Buch Nehemia, den Sängern und Torhütern Abgaben. Jeden Tag die bestimmte Gebühr. Und sie weideten die Leviten, die Leviten aber weideten den Söhnen Aarons. Alle Tempelbediensteten wurden während dieser Baumaßnahmen angemessen bezahlt. Und das sagt uns mehrere Dinge. Erst einmal, und das wird manchmal ein bisschen übersehen, Musiker, die für das Volk Gottes arbeiten, sollten entsprechend bezahlt werden. In der Bibel werden Leviten, die für den Musikdienst im Gottesdienst eingesetzt wurden, vom Zehnten bezahlt. Und das würde vielleicht auch so manche Musikdiskussion verkleinern, wenn das Volk Gottes eigene bezahlte Musiker hätte, die Musik zur Ehre Gottes in Übereinstimmung mit der dreifachen Engelsbotschaft machen würden. Und was wir auch lernen können, dass auch während der Realisierung dieser Großprojekte, als der Tempel gebaut wurde, die Mauer gebaut wurde, trotzdem die Personalausgaben für die Diener nicht wegrationalisiert werden sollten. Und wie wir hier sehen, ist die Finanzierung der Leviten durch den Zehnten des Volkes und die Leviten selbst gaben auch Zehnten, wovon dann wieder die Priester bezahlt wurden.

[6:39] 13.1. Zu jener Zeit. Und es ist bei Vers 44 bis 47 nicht ganz klar, ob das jetzt sozusagen direkt nach der Einweihung der Mauer ist oder aber erst zu der Zeit, die jetzt in 13.1. angesprochen wird, was sicher ist. Also es scheint eher so zu sein, dass 44 bis 47 auch zu dieser 13.1. Zeit zählt, die jetzt nach einem großen Zeitsprung stattfindet. Wir werden das gleich im Laufe der Verse noch genauer sehen. Aber was jetzt hier in 13.1. und den folgenden Versen passiert, stiehlt erst Jahre später und deswegen möglicherweise auch 44 bis 47 Kapitel 12, weil auch das in der gleichen Phrase immer eingeleitet wird zu jener Zeit. Es ist eigentlich jetzt ein Epilog. Nachdem eigentlich alles so mit einem Happy End zu Ende gegangen ist, die Frage, wie sah es dann Jahre später aus. Manchmal hört man von großen Erweckungen, man hört von großen geistlichen Siegen, man stellt sich die Frage, und wie sah es dann zehn Jahre später aus oder so. Und genau das ist das Buch, das ist hier im Buch Nehemia in Kapitel 13 beleuchtet.

[7:55] Wir lesen in 13.1. Zu jener Zeit wurde vor den Ohren des Volkes im Buch Moses gelesen und darin gefunden, dass kein Ammoniter und Moabiter in die Gemeinde Gottes kommen sollte, ewiglich. Also das Buch Moses wird gelesen, so wie auch schon in dem Jahr 8 und 9, damals ja im Zusammenhang mit der Vollendung der Mauer. Und das bezieht sich auf die Bestimmung in 5. Mose 23 und dort Vers 3 bis 5.

[8:25] 5. Mose 23, Vers 3 bis 5. Dort lesen wir, es soll auch kein Bastard in die Gemeinde des Herrn kommen, auch die zehnte Generation seiner Nachkommen soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen. Kein Ammoniter oder Moabiter soll in die Gemeinde des Herrn kommen. Auch die zehnte Generation ihrer Nachkommen soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen, auf ewig, weil sie euch nicht mit Brot und Wasser entgegenkamen auf dem Weg, als ihr aus Ägypten gezogen seid und zu Bileam, den Sohn Beors aus Petor in Aram-Naharaim gegen euch in Lohn genommen haben, damit er dich verfluche. Nun diese Bestimmung sagt nicht, dass wenn Moabiter, wie zum Beispiel die Ruth, den israelischen Glauben annehmen, dass sie nicht auch in das Volk aufgenommen werden können, sondern Moabiter, die Moabiter bleiben sollen, nicht zum Volk gezählt werden. Das war sozusagen die Idee und genauso auch mit den Ammonitern.

[9:18] Und das ist natürlich von Bedeutung, weil einer der wesentlichen Feinde Judas vom Mauerbau war Tobija, ein Ammoniter und der spielt jetzt gleich noch eine größere Rolle.

[9:31] Vers 2, auch hier haben wir jetzt hier die Begründung, die auch in 5. Mose angegeben wird, weswegen wir ziemlich genau wissen können, dass es hier um diese Passage in 5. Mose 23 geht, weil sie den Kindern Israels nicht mit Brot und Wasser entgegengekommen waren, sondern den Bileam gegen sie anwarben, damit er sie verfluche. Aber unser Gott verwandelte den Fluch in Segen. Die ganze Geschichte von Bileam lässt sich ja nachlesen in 5. Mose 22 bis 24 und wir lesen bei Josua in Josua 24, Vers 9 und 10, dass das ein Angriff war, ein Kampf sozusagen gegen Israel, aber an dem Handeln Gottes in der Geschichte Bileams kann die Gerechtigkeit Gottes erkannt werden, auch das sagen Bibeltexte.

[10:14] Vers 3, und es geschah, als sie nun das Gesetz hörten, da sonderten sie alles Mischvolk von Israel ab. Das Wort Gottes wird umgesetzt. Die Bibel sagt, dass das Gesetz von Sünde überführt, so Römer 3, Vers 20, und es wirkt auf eine Änderung des Herzens hin, so lesen wir in Psalm 19, auch Sprüche 6, Vers 23, zeigt uns die Wirkung des Gesetzes Gottes. Wenn wir das Wort Gottes lesen, zeigt es uns, dass wir Dinge verändern müssen und das müssen wir dann auch tun in unserem Leben. Vielleicht hast du erlebt, dass das Wort Gottes dir deutlich Dinge zeigt und du hast gezögert, dann entscheide dich jetzt, heute hier, diese Dinge umzusetzen, weil Gott sie dir gezeigt hat.

[11:07] Schon in Esra 10 und auch in Nehemia 9, Vers 2 und 10, Vers 28, haben wir immer wieder gesehen, dass diese Idee der Absonderung von der Welt praktiziert worden ist, aber offensichtlich kam das immer wieder. Es war eine hartnäckige Sünde, die sich immer wieder einschlich und immer wieder konzentrierte Maßnahmen erforderte und echte Buße und Reue, um sie wieder auszurotten. Jakobus 1, Vers 27 sagt uns ja, wahre Religion besteht darin, sich von der Welt unbefleckt zu halten.

[11:45] Das Mischvolk ist ein Begriff, den wir aus dem Exodus kennen, aus der Wanderung durch die Wüste. Wir finden sie dort zum ersten Mal in 2. Mose 12, Vers 38 und wir sehen dann oft, dass immer wieder auch das Mischvolk eine Quelle, ein Ursprung der Rebellionen war, wie zum Beispiel in 4. Mose 11, Vers 4.

[12:14] Warum aber jetzt kam es zu all diesen erneuerlichen Reformen, die man ja eigentlich alle schon bei Esra und vor allem auch bei Nehemia gesehen hatte? Warum mussten sie jetzt wiederholt werden? Die Begründung liefert Vers 4. Vorher aber, also bevor diese Reformation von Kapitel 13, Vers 1-3 und möglicherweise auch 12, 44-47 einherging, vorher aber hatte Eljaschib, der Priester, der über die Kammern des Hauses Gottes gesetzt war, ein Verwandter Tobijas. Der Hohepriester selbst war mit dem Feind des Volkes verbunden und wir wissen ja schon aus Nehemia 6, Vers 17-19, dass auch andere Juden mit diesem Tobija, mit diesem ammonitischen Knecht verwandt waren und hieß es in Vers 17 auch, ließen zu jener Zeit die vornehmsten Juden viele Briefe an Tobija abgehen und auch von Tobija gelangten solche zu ihnen, denn es waren viele Juden, die mit ihm verschworen waren, weil er der Schwiegersohn Jachanjas, des Sohnes des Aare war und sein Sohn Johanan, die Tochter Meschullams des Sohnes Berechjas zur Frau genommen hatte. Das, was damals in der heißen Phase des Mauerbaus zu einem echten Problem war, das war jetzt auch Jahre später wieder eine katastrophale Situation und zwar der Hohepriester selbst war hier involviert.

[13:36] Interessant ist, dass ja dann in Vers, Kapitel 12, Vers 44 explizit erwähnt wird, dass Männer über die Vorratskammern eingesetzt wurden. Offensichtlich mussten Männer eingesetzt werden, die über die korrekte Verwendung der Tempelkammern auch wachen, weil selbst der Hohepriester das nicht so getan hatte, wie es hätte sein sollen.

[13:59] Vers 5. Diesem, also Eljaschib, hatte diesem, dem Tobija, eine große Kammer eingeräumt, wohin man zuvor die Speisopfer, den Weihrauch und die Geräte gelegt hatte, dazu die Zehnten vom Korn, Most und Öl, die Gebühr der Leviten, der Sänger und der Torhüter, dazu die Hebopfer der Priester. Hier haben wir einen Führer im Volk Gottes, der mit den Zehnten nicht richtig umgeht. Was für eine interessante Situation, weil es manchmal auch ein Grund ist für Menschen, die Gemeinde zu verlassen oder Zehnten nicht mehr zu geben, weil sie den Eindruck haben, manchmal zu Unrecht, manchmal zu Recht, dass mit den Zehnten nicht so umgegangen wird, wie es sich gebührt und dass stattdessen Verbindungen gefördert werden, die gegen Gottes Wort sind. Und der Vergleich zur Ökumene dringt sich förmlich auf.

[14:57] All das hatte man ja feierlich mit einem Bund versprochen in Nehemia 10, dass man den Zehnten bringt und dort in den Kammern aufbewahrt. In Nehemia 10, Vers 38 hatten sie mit Versiegelung versprochen, auch dass wir den Priestern die Erstlinge unseres Mais und unserer Hebopfer und die Früchte von allen Bäumen von Most und Öl in die Kammern am Haus unseres Gottes bringen wollten, ebenso den Leviten, den Zehnten, unseres Bodens, dass sie, dass die Leviten den Zehnten erheben sollten in allen Städten, wo wir Ackerbau treiben. Sie hatten es versprochen und der Hohepriester selbst bricht dieses Versprechen jetzt hier in dieser Zeit. Heißt also, auch das feierlichste menschliche Versprechen Gott gegenüber kann gebrochen werden. Und deswegen endet Nehemia nicht in Nehemia 12, wo man denken könnte, ab jetzt lief alles nur noch wunderbar und perfekt und es gab keine Probleme mehr. Dieselben Leute, die damals den Bund beschlossen hatten, feierlich Gott gelobt haben, gingen wieder in dieselben Fehler hinein. Ist dir das schon passiert, dass du Gott etwas feierlichst versprochen hast? Etwas nie wieder zu tun oder wieder ganz gehorsam zu sein, aus Liebe zu ihm. Und Jahre später, Monate später, Wochen später, Tage später, Stunden später, war der Bund vergessen. Und deswegen ist das Buch Nehemia so, wie es hier uns aufgeschrieben ist, ein Segen für uns, weil es zeigt, dass Gott uns auch dann nicht verlässt, auch wenn wir immer wieder in denselben Fehler fallen. Gott hört nicht auf, an uns zu wirken. Nehemia, wie wir gleich sehen werden, lässt nicht locker.

[16:33] Vers 6. Wo war eigentlich Nehemia? Warum hat er davon nichts mitbekommen? Während aber dies geschah, war ich nicht in Jerusalem, denn im 32. Jahr Artaxerxes, das König von Babel, war ich zum König zurückgegangen. Aber nach einiger Zeit erbarme ich mir wieder Urlaub vom König. Also halten wir fest, das 32. Jahr von Artaxerxes, das ist jetzt zwölf Jahre nach den Ereignissen, die in Nehemia 1 bis 12 aufgeschrieben sind, denn die fanden alle im Wesentlichen im 20. Jahr des Königs Artaxerxes, ein paar Wochen später, paar Monate noch ins 21. Jahr hinein, die fanden dann statt. Wir sind also jetzt, nachdem fast alles innerhalb von mehr als weniger als einem Jahr passiert ist, plötzlich zwölf Jahre, mindestens zwölf Jahre in der Zukunft, weil nach zwölf Jahren ist der Nehemia weggegangen. Das ist also im Jahr Herbst 433 bis Herbst 432 und dann erst setzen die Missstände ein, also mindestens zwölf Jahre nach den Ereignissen vorher und dann erst setzen die Missstände ein, die Nehemia dann nochmal später behebt. Also das könnten durchaus sogar noch mehr als zwölf Jahre sein, die jetzt hier in Nehemia 13 angesprochen sind. Der König von Babel, das ist natürlich eine etwas archaisierende Bezeichnung für den König von Persien, aber so ähnlich hatten wir es ja schon auch in Esra, in Esra 6, wo die persischen Könige sogar die Könige von Assur genannt worden sind.

[18:04] Und interessant ist, dass immer wieder wir auch in der Bibel lesen, dass Abfall im Volk Gottes eintritt, wenn große Gottesmänner abwesend sind. Mose war auf dem Berg, als das Volk sich ein goldenes Kalb machte. Israel unter Joasch fiel ab, nachdem der große Priester Jojada gestorben war. Und wie lange das jetzt nach diesen zwölf Jahren dann noch dauerte, bis Nehemia zurückkam, ist nicht ganz klar. Wir wissen nur, dass im Jahre 424 dann Artaxerxes gestorben ist und dementsprechend muss das irgendwo dazwischen gewesen sein. Also irgendwo zwischen 432 und 424 in diesen letzten acht Jahren müssen diese Dinge hier von Nehemia 13 passiert sein.

[18:45] Was wir lernen können ist, manchmal investieren wir enorm viel Arbeit und Energie und Ressourcen in die Behebung von Missständen und erreichen durch Gottes Gnade große Siege, mächtige Erweckung, fantastische Reformationen und nach einigen Jahren muss man wieder an der selben Stelle anfangen. Und da sind wir Menschen oft vielleicht geneigt, entmutigt zu sein und zu sagen, ach das bringt ja eh nichts. Aber nicht so Nehemia, weil er etwas von dem Geist Jesu verstanden hatte, der immer wieder mit uns von vorne anfängt, auch wenn wir wieder zurückgefallen sind. Gott gibt nicht auf und so hat auch Nehemia nicht aufgegeben. Er wollte diese Missstände ausrotten und das bedeutete immer wieder ihr Aufkommen anzusprechen und immer wieder dagegen anzugehen.

[20:02] in den Vorhöfen des Tempels zu geben und dafür den Zehnten, der für die Versorgung der Leviten gedacht war, der Priester, hinauszuwerfen. Das war absolut katastrophal. Esra hatte auch von Missständen erfahren, als er aus dem Osten kam in Esra 9 Vers 1. Der Priester hier hätte als Lehrer des Gesetzes die Bestimmung natürlich kennen müssen, die man dann später nochmal gelesen hat über Ammon und Moab. Er hat vermutlich sogar wissentlich dagegen verstoßen. Die Beziehung zu den Nachbarn war ihm wichtiger als das Wort Gottes. Wehe uns, wenn uns die Beziehung zu anderen Kirchen und anderen Weltanschauungen wichtiger wird als das, was Gottes Wort sagt. Wenn wir dort Veränderungen vornehmen, um anderen zu gefallen, dann ist höchste Gefahr und Nehemia weiß das und handelt.

[20:55] Entsprechend kann man sich ein bisschen in die Zeit von Jesus hineinversetzen, als dort auch große Missstände im Tempel waren und als so Dinge im Tempel geschahen, die dort nicht hätten geschehen sollen und Jesus auch mit Vollmacht dagegen angegangen ist.

[21:10] Vers 8. Und dies missfiel mir sehr, und ich warf alle Hausgeräte Tobijas vor die Kammer hinaus. Man sieht förmlich einen Typus der Tempelreinigung von Jesus, die in Jerusalem stattfand, vor sich. Der Eifer um das Haus Gottes hat mich verzehrt, so lesen wir in Psalm 69 Vers 10. Auch Esra war ja schon tief betrübt über die Missstände gewesen. Scheue dich also nicht auch mal deutlich, wichtig, deutlich durchzugreifen, wenn sich haarsträubende Missstände im Volk Gottes eingeschlichen haben.

[21:42] Der Nehemia war ein Mann des Gebetes, Esra war ein Mann des Gebetes. Sie haben immer zuerst gebetet mit Fasten und Weinen und Klagen, aber dann haben sie auch gehandelt. Und so müssen auch wir beten für uns und für die Gemeinde und für jeden und auch gerade für die, die vielleicht Fehler machen in unseren Augen und mit ihnen reden. Aber wenn alles Reden nichts nützt, muss durchgegriffen werden und muss auch gereinigt werden. So bei Nehemia, so bei uns.

[22:16] Vers 9. Und befahl die Kammern zu reinigen, dann brachte ich die Geräte des Hauses Gottes, das Speisopfer und den Weihrauch wieder dorthin. Die Kammer wird gereinigt, ihrem ursprünglichen Ziel wieder zugeführt.

[22:28] Vers 10. Ich erfuhr auch, dass man den Leviten ihre Anteile nicht gegeben hatte, so dass die Leviten und Sänger, die sonst den Dienst verrichteten, geflohen waren, ein jeder zu seinem Acker. Man hatte feierlich versprochen, das haben wir gerade gelesen, in Nehemia 10 Vers 38, dass man den Zehnten bringen würde, damit die Priester und Leviten bezahlt werden könnten. Aber genau dieses Versprechen war gebrochen worden. Nach Nehemia 12 Vers 47 war der Zehnte treu gegeben worden, solange Nehemia dort war. Also auch hier scheint es schnell nach dem Weggang Nehemias zum Abfall gekommen zu sein. Das zeigt uns, dass auch der Gehorsam oder das bestimmte geistliche Prinzip oft an der Gegenwart bestimmter Personen damit verankert sind. Das Ziel muss eigentlich sein, dass das Volk Gottes Gottes Wort umsetzt. Ganz egal, ob ein starker geistlicher Leiter anwesend ist oder nicht. Paulus sagt, in meiner Abwesenheit und in meiner Anwesenheit solltet ihr so leben, wie Gott es sich wünscht.

[23:29] Den Sinn fortzuhalten ist keine Kleinigkeit. Maleachi 3 Vers 8. Maleachi ist ja auch ein Prophet dieser Zeit, möglicherweise etwas später, aber zumindestens auch im Kontext dieser ganzen Entwicklung zu verstehen. In Maleachi 3 Vers 8 lesen wir, darf ein Mensch Gott berauben, wie er mich beraubt. Aber ihr fragt, worin haben wir dich beraubt? In den Zehnten und den Abgaben. Es war ein Raub an Gott und entsprechend entscheidend war es jetzt für Nehemia auch das anzusprechen und zu ändern.

[24:02] Die Leviten hatten ihre eigenen Städte, die waren ihnen ja gegeben worden schon in 4. Mose 35 Vers 2 und darauf bezieht sich diese Formulierung zu ihrem Acker.

[24:13] Vers 11. Was macht Nehemia? Da stritt ich mit den Vorstehern und sprach, warum ist das Haus Gottes im Stich gelassen worden? Und ich versammelte jene und stellte sie an ihre Posten. Nehemia ruft die Leiter zur Verantwortung, genauso wie es schon in Nehemia 5 gemacht hat und erinnert sie an ihr Versprechen, das sie selbst gegeben haben in Nehemia 10 Vers 40.

[24:35] Denn in die Kammern sollen die Kinder Israels und die Kinder Levis das Hebopfer vom Korn, Most und Öl bringen, weil dort die Geräte des Heiligtums sind und die Priester, welche dienen und die Torhüter und Sänger. Und so wollen wir das Haus unseres Gottes nicht im Stich lassen. Da hatten sie ihr Siegel drauf gegeben und jetzt sagt Nehemia zu ihnen, warum lasst ihr das Haus Gottes im Stich? Ihr habt doch etwas anderes versprochen.

[25:03] Leiter müssen sich dafür verantworten, wenn in ihrem Wirkungsgebiet Prinzipien Gottes vernachlässigt werden. Das gilt für die Ortsgemeinde, das gilt für alle regionalen Ebenen, weltweiten Ebenen. Leiter müssen sich verantworten und jeder, der Leitungsfunktionen hat, auch wenn es nur eine kleine in seiner Ortsgemeinde ist, das gilt für mich, das gilt für jeden, muss sich verantworten, ob das Wort Gottes auch wirklich umgesetzt worden ist, ob das, was man versprochen hat, auch geschieht. Und es bedeutet, dass man sich auch im Geiste Jesu, so wie Nehemia sein Mann des Gebetes auch nicht scheuen sollte, Verantwortliche konkret auf Missstände anzusprechen, statt über sie zu reden, zu ihnen zu gehen. Nehemia fing nicht an, eine geheime Gruppe zu gründen, in der er über die Leiter lästerte, er ging zu den Leitern selbst und fragte sie, warum. Und ich denke, hier haben wir alle zu lernen, ich und du und jeder von uns, dass wir lernen, Missstände zu erkennen und im Geiste des Gebetes so anzusprechen, wie Nehemia es getan hat, im Geiste Jesu.

[26:10] Vers 12. Da brachte ganz Juda die Zehnten vom Korn, Most und Öl in die Vorratskammern. Jetzt tut das Volk wieder, was es Nehemia 10 versprochen hat, die Anweisung aus 3. Mose wird befolgt.

[26:17] Vers 13. Und ich setzte Schelemja, den Priester und Sadok, den Schreiber und Petalja von den Leviten als Verwalter über die Vorräte ein und ich gab ihnen Hanan zur Seite, den Sohn Sakkurs, des Sohnes Matanias, denn sie wurden für treu erachtet und sie hatten die Aufgabe, die Verteilung an ihre Brüder zu besorgen. Neue Verantwortliche werden eingesetzt, wegen ihrer Treue. Nehemia hatte schon in Kapitel 7, Vers 2, Vorsteher über Jerusalem aufgrund ihrer geistlichen Qualität, ihrer Treue eingesetzt und so sehen wir das auch im Neuen Testament. Wir lesen 1. Korinther 4, Vers 2, dass ein Haushalter treu sein muss und das ist ein wesentliches Kriterium für den Dienst im Werk Gottes. Paulus sagt, dass Gott ihn für treu erachtet hat und ihn deswegen in den Dienst eingesetzt hat. Wir alle sind aufgefordert, treu zu sein. Nur wenn wir treu sind, auch in den kleinen Dingen, können wir das Werk Gottes wirklich unterstützen. Gott schaut nicht so sehr auf das, was wir können und auf das, was wir wissen, sondern ob wir treu sind in dem, was wir tun.

[27:26] Heißt also, strukturiere die Leitung um, wenn es notwendig ist und suche nach treuen Verantwortlichen.

[27:35] Vers 14. Gedenke mir dessen, mein Gott, und tilge die Wohltaten nicht aus, die ich dem Haus meines Gottes und seinen Hütern erwiesen habe. So ähnlich hat er, nehmen wir schon in Kapitel 5, Vers 19, das formuliert, als er sich eingesetzt hatte für eine tiefgreifende Reform im Volk Gottes. Und Juda sagt uns ja in Hebräer 6, Vers 10, dass Gott unser Wirken für ihn und für seine Gemeinde nicht vergisst. Uns wird gesagt in dem Buch der Große Kampf, dass es ein Buch gibt, ein Gedächtnisbuch, das basiert auf Maleachi 3, Vers 16. Und da heißt es, ihre Worte, das heißt der Gläubigen, ihre Worte des Glaubens, ihre Taten der Liebe stehen im Himmel verzeichnet. Nehemia bezieht seine Worte darauf, wenn er sagt, und jetzt kommt Vers 14 zitiert, Gedenke, mein Gott, mir daran und tilge nicht aus meiner Barmherzigkeit, die ich an meines Gottes Hause und an seinem Dienst getan habe. Im Gedächtnisbuch Gottes wird jede gerechte Tat verewigt. Dort findet sich jede widerstandene Versuchung, jegliches überwundene Übel, jedes ausgesprochene Wort, zärtlichen Mitleids, gewissenhaft berichtet, jede aufopfernde Tat, jeder um Christi willen ausgestandene Schmerz oder Kummer sind dort eingetragen.

[28:44] Lieber Freund, liebe Freundin, alles, was du mit Gottes Hilfe getan hast, alles, was Gottes Werk in dir gewesen ist, jedes Wort, jede Träne, jedes Mitleid, jeder ausgehaltene Schmerz, jede überwundene Versuchung, all das ist dort eingetragen. Der Psalmist sagt, zähle die Wege meiner Flucht, fasse meine Tränen in deinen Krug, ohne Zweifel, du zählst sie, stehen sie nicht in deinem Buch.

[29:09] Wir haben noch mehr Zitate hier von Ellen White über den ganzen Vorgang, auch mit Eljaschib und Tobija, die könnt ihr euch dann im Sendemanuskript noch durchlesen.

[29:24] Aber es gab noch mehr Probleme, außer dieser Verbindung mit Tobija.

[29:29] In Vers 15 heißt es jetzt, zu jener Zeit sah ich, dass etliche in Juda am Sabbat die Kälte traten und Gaben einbrachten und Esel beluden, auch Weintrauben, Feigen und allerlei Lasten aufluden und dies am Sabbat nach Jerusalem brachten. Da verwarnte ich sie an dem Tag, da sie die Lebensmittel verkauften. Neben den Mischehen ist auch die Sabbatheiligung erneut ein großes Problem. Und das ist interessant, weil auch die Sabbatheiligung in Kapitel 10 Vers 32 so explizit versprochen worden war. Dort lesen wir in Kapitel 10 Vers 32 und dass, wenn die Völker des Landes am Sabbat-Tag waren und allerlei Getreide zum Verkauf brächten, wir sie ihnen am Sabbat und an heiligen Tagen nicht abnehmen und dass wir im siebten Jahr die Felder ruhen lassen und auf alle Schuldforderungen verzichten wollen. Sie hatten es feierlich versprochen nach einer gigantischen Erweckung, nach einer großen Reformation. Sie hatten ihr Siegel draufgegeben und zwölf Jahre später ist vieles von dem für viele zumindest nicht mehr wahr. Sie tun genau das, was sie versprochen haben nicht zu tun.

[30:30] Das vierte Gebot verbietet die Arbeit am Sabbat sehr deutlich in 2. Mose 20 und das ist ja ganz gut bekannt in Kapitel 8 in Vers 8. Dort heißt es in 2. Mose 20 Vers 8, Gedenke an den Sabbat-Tag und heilige ihn. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt und genau um das geht es jetzt auch in 2. Mose 35 Vers 2 wird deutlich, dass die Arbeit am Sabbat sogar bei Todesstrafe verboten war und in Jeremia, und das wird gleich noch sehr wichtig, wird deutlich, dass die mangelnde Sabbatheiligung einer der Gründe waren für die Zerstörung der Stadt.

[31:23] Jeremia 17, lesen wir ab Vers 21, so spricht der Herr, hütet euch um eurer Seele willen, dass ihr am Sabbat-Tag keine Last auf euch nehmt und sie zu den Toren Jerusalems hineinbringt. Auch sollt ihr am Sabbat-Tag keine Last aus euren Häusern tragen und kein Werk tun, sondern heiligt den Sabbat-Tag, wie ich es euren Vätern geboten habe, aber sie sind nicht gehorsam gewesen und haben ihr Ohr nicht zu mir geneigt, sondern sie haben sich hartnäckig geweigert zu gehorchen oder Zucht anzunehmen. Und dann heißt es jetzt weiter in Vers 24, wenn ihr nun wirklich auf mich hört, spricht der Herr und am Sabbat-Tag keine Last durch die Tore dieser Stadt hineintragt, sondern den Sabbat heiligt, so dass ihr an diesem Tag kein Werk tut, dann wird es geschehen, dass durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen werden und sie werden auf Wagen fahren und Pferden reiten, sie und ihre Fürsten, die Männer von Juda und die Einwohner von Jerusalem und diese Stadt wird für immer bewohnt bleiben. Und dann heißt es Vers 27, wenn ihr aber nicht auf mich hört, dass ihr den Sabbat-Tag heiligt und keine Last tragt und nicht am Sabbat-Tag durch die Tore Jerusalems hineingeht, dann werde ich ein Feuer anzünden in ihren Toren, das soll die Paläste Jerusalems verzehren und nicht erlöschen.

[32:31] Jerusalem wurde unter anderem zerstört, weil der Sabbat nicht gehalten worden war, dass jetzt nach dem Aufbau des Tempels und nach dem Aufbau der Stadt, nach der Wiedereinweihung der Mauern plötzlich die Juden anfangen, wieder den Sabbat zu brechen, muss bei Nehemia die Alarmglocken schrillen lassen haben. Das muss eine Katastrophe gewesen sein. Gott gebe, dass wenn wir große Erfahrungen mit ihm machen und erfüllt von seinem Heiligen Geist große Dinge ihm versprechen, dass wir dann nicht wieder in den Alltagstrott zurückkehren und wieder in dieselben Sünden zurückfallen, die wir eigentlich überwinden wollen durch ihn.

[33:18] Vers 16. Es wohnten auch Türer in der Stadt, die brachten Fische und allerlei Ware und verkauften sie am Sabbat den Kindern Judas und in Jerusalem. Türer sind die Bewohner von Tyrus, jener großen wichtigen phönizischen Königsstadt. Die Ermittlerin der Gelegenheit war die Mutterstadt von Karthago und wie wir gesehen haben und das auch in anderen Bibeltexten hier aufgeschrieben ist, war auch den Fremdlingen verboten, innerhalb der jüdischen Tore den Sabbat zu brechen. Sie waren natürlich frei zu tun, zu lassen, was sie wollen, aber nicht in Jerusalem oder in den Städten, die zu Gottes Reich, zu seinem Volk gehörten.

[34:01] Vers 17. Da stritt ich mit den Vornehmsten von Juda und sprach zu ihnen, was ist das für eine schlimme Sache, die ihr tut, dass ihr den Sabbat entheiligt. Wie in Vers 11 werden wieder die Leiter für die Missstände zur Verantwortung gezogen.

[34:14] Vers 18. Machten es nicht eure Väter so, das ist jetzt das Argument mit Jeremia 17, so und brachte unser Gott nicht darum all dies Unglück über uns und über diese Stadt und ihr bringt noch mehr Zorn über Israel, indem ihr den Sabbat entheiligt. Ähnlich hatte Esra auch mit den Mischehen argumentiert, als er gesagt hatte in Esra 9, Vers 13 bis 15, wegen dieser Sache ist doch das ganze Unheil über uns gekommen und jetzt hat uns Gott wieder befreit, jetzt sind wir wieder in unserem Land, jetzt fangen wir an wieder aufzubauen und da sollen wir dieselben Fehler wieder machen. Die Bibel macht deutlich in 3. Mose 26, Vers 18, wenn man an der Sünde festhält, wird der Fluch umso größer.

[35:01] Vers 19. Und es geschah, sobald es dunkel wurde in den Toren Jerusalems vor dem Sabbat, da befahl ich die Tore zu schließen und ich befahl, man solle sie nicht öffnen bis nach dem Sabbat und ich stellte einige meiner Diener an den Toren auf, damit man am Sabbattag keine Last hereinbringe. Es ist ein gutes Beispiel übrigens auch für den Sabbatbeginn mit Sonnenuntergang hier. Die Tore wurden schon in Nehemia 7, Vers 3 bewacht, damals um die Stadt vor Feinden zu schützen, jetzt soll die Stadt vor Sabbatbrechern geschützt werden, die sozusagen, wenn man das miteinander vergleicht, auch so eine Art Feinde sind.

[35:34] Und diese Maßnahme Nehemias war eine Verschärfung. Zwölf Jahre zuvor, zur Zeit, als die Mauer gebaut wurde, hatte er das noch nicht so mit solcher Autorität durchgedrückt. Wir lesen bei Ellen White, Nehemia setzte bei dieser Gelegenheit nicht wie später seine Autorität ein, um die heidnischen Händler ihren Besuchen in Jerusalem zu hindern. Doch in dem Bestreben, das Volk davor zu bewahren, dass es in Versuchung fiel, verpflichtete er es, durch einen feierlichen Bund das Sabbatgebot nicht durch Einkäufe bei diesen Händlern zu übertreten. Er hoffte, dass dies die Händler entmutigen und dem Handler ein Ende setzen würde. Also als die Mauer gebaut wurde, hatten die Israeliten versprochen, keine, am Sabbat nichts zu kaufen oder zu verkaufen, auch nicht von heidnischen Händlern. Aber mehr als zwölf Jahre später stellt Nehemia fest, dass alles wieder den Bach heruntergegangen ist und jetzt verbietet er als extra Vorsichtsmaßnahme, den Händlern überhaupt die Stadt zu betreten am Sabbat.

[36:30] Manchmal müssen strengere Maßnahmen ergriffen werden, um den geistlichen Standard im Volk aufrechtzuerhalten beziehungsweise zu erhöhen.

[36:42] Vers 20. Nun blieben die Krämer und Verkäufer von allerlei Ware über Nacht draußen vor Jerusalem. Ein- und zweimal die Händler bleiben hartnäckig. Die lassen sich nicht so einfach abwimmeln.

[36:52] Vers 21. Da verwarnte ich sie und sprach, warum bleibt ihr über Nacht vor der Mauer, wenn ihr es noch einmal tut? Werde ich Hand an euch legen. Von der Zeit an kamen sie am Sabbat nicht mehr. Der Nehemia muss sehr deutlich werden und seine Autorität, die er von Artaxerxes, dem König Persiens, hat als Stadthalter, die muss er hier jetzt ins Feld führen. Und das Verwarnen kennen wir natürlich auch aus Vers 15, als Nehemia dort die Juden selbst verwarnte.

[37:22] Vers 22. Und ich befahl den Leviten, sich zu reinigen und zu kommen und die Tore zu hüten, damit der Sabbat-Tag geheiligt werde. Mein Gott, gedenke mir auch dessen und verschone mich nach deiner großen Gnade. Erst hatte Nehemia seine eigenen Knechte die Tore bewachen lassen, weil er nicht mehr den eingeteilten Torhütern vertraute, weil er wusste, seine eigenen Knechte, seine eigenen Diener sind ihm wirklich ergeben und werden es auch umsetzen. Jetzt geht es sogar dazu, über die Leviten, die ja für das Werk Gottes, für den Tempel zuständig sind, die Tore zu bewachen, damit wirklich der Sabbat gehalten wird. Das sollte unterstreichen, wie wichtig diese Sache ist. Sabbatheiligung bedeutet nicht nur zu wissen, dass der Samstag der siebte Tag, der Ruhetag ist, es bedeutet auch praktisch wirklich die Dinge umzusetzen, die Gott in seinem Wort uns zeigt. Das bedeutet auch nicht kaufen, nicht verkaufen, der eigenen Werksarbeit nicht nachgehen, weder in Tat noch in Wort. Das ist ja manchmal das Problem, dessen wir uns manchmal durchaus schuldig machen, dass wir zwar nicht arbeiten, aber dann über unsere Arbeit reden oder uns mindestens über unsere Arbeit Gedanken machen und vielleicht erwarten, dass der Sabbat bald zu Ende ist, damit wir endlich wieder weiter arbeiten können. Aber all das soll unterbleiben, denn Gott möchte sicher Zeit nehmen für uns und er möchte, dass auch wir Zeit für ihn haben und uns auch wirklich auf ihn einstellen können, uns wirklich öffnen können, auch in unseren Gedanken, dass wir Zeit haben, über ihn zu reden und nicht die Zeit des Sabbats mit anderen Dingen verbringen.

[38:45] Wieder heißt es hier Gedenke an mich und interessant ist hier, man könnte ja vielleicht auf den ersten Blick oberflächlich manchmal gedacht haben, dass Nehemia hier sehr jetzt auch seine guten Taten abzielt, aber hier Vers 22 macht sehr deutlich, die Grundlage seiner Hoffnung ist nicht das, was er getan hat, sondern die Grundlage seiner Hoffnung ist die große Gnade Gottes, durch die Gott, mit der Gott ihm vergeben hat und durch die Gott auch all das Gute wirkt, das er bewirkt.

[39:14] Wir haben also das Problem mit der Leitung, mit dem Priester Eljaschib, der sich mit dem Tobija verbunden hat und dadurch die Zehntversorgung der Leviten unterminiert hat und der Priester. Wir haben das Problem mit dem Sabbat und jetzt kommt ein drittes Problem, das ebenfalls in Nehemia 10 eigentlich beseitigt werden sollte durch den Bund, nämlich die Mischehen, die ja schon so oft ein Thema waren.

[39:44] Vers 23. Auch sah ich zu jener Zeit Juden, die Frauen von Asdod, Ammon und Moab heimgeführt hatten, schon in Esra 9 und 10 war das das Problem gewesen, damals war schon gelöst worden. Als dann Esra zwölf Jahre später kam, musste erneut darüber gesprochen werden und es wurde in den Bund feierlich aufgenommen, in Nehemia 10, Vers 31, auch dass wir unsere Töchter nicht den Völkern des Landes zur Frau geben, noch ihre Töchter für unsere Söhne zur Frau nehmen wollten. So wie die Versorgung der Tempeldiener durch den Zehnten und so wie die Heiligung des Sabbats war auch das feierlich in den Bund aufgenommen worden, der versiegelt worden war, als die Mauer gebaut war, als man das Wort Gottes hörte, als es diese gigantische Erweckung gab, als man eine Reformation im Herzen umsetzte, all das war verheißen worden und auch das war jetzt weitere zwölf Jahre später und etwas danach wieder nicht mehr so wie es sein sollte.

[40:44] Was uns zeigt, wie wenig man sich auf menschliche Versprechen verlassen kann und deswegen basiert der neue Bund nicht auf den Verheißungen Gottes, ne Verzeihung, nicht auf den Verheißungen des Menschen an Gott, an dem was wir Gott versprechen, denn das wird immer und immer und immer wieder gebrochen werden, wenn wir uns darauf berufen und darauf verlassen, dass wir es Gott versprochen haben, sondern der neue Bund basiert darauf, dass Gott uns etwas verspricht und wir leben dann nicht mehr basierend auf dem, was wir Gott versprochen haben, sondern auf dem, was Gott uns versprochen hat und da ist die Stärke.

[41:28] Dieses Buch Nehemia ist deswegen auch so wertvoll, weil es zeigt, dass egal wie stark die Erweckung und Reformation gewesen ist, was dauerhaft hält, ist niemals das, was wir Gott versprechen, sondern immer nur das, was Gott uns verspricht und wenn wir aus seinem Wort leben, seinen Verheißungen trauen, ihm glauben, dann bleiben wir auch treu. Wenn wir uns darauf verlassen, dass wir Gott etwas versprochen haben, dann wird das alles wieder in den Bach heruntergehen, so wie wir es hier in Nehemia 13 jetzt auch wieder zwischenzeitlich sehen.

[42:00] Asdod war eine der Königsstädte der Philister, die auch in 1. Samuel 5 Vers 1 zum Beispiel erwähnt wird und von Ammon und Moab haben wir schon in Vers 1 und 2 gelesen.

[42:13] Vers 24. Darum redeten auch ihre Kinder halb-asdoditisch und konnten nicht jüdisch reden, sondern die Sprache dieses oder jenes Volkes und hier sehen wir jetzt so ein bisschen den Grund, warum diese Mischehen zu diesem Zeitpunkt so gefährlich waren und warum mit solch einer Vehemenz dagegen vorgegangen wurde, warum die Mischehen auch wieder aufgelöst wurden, obwohl ja später Paulus sagt, dass wenn ein Gläubiger mit einem Ungläubigen verheiratet ist, er sich nicht einfach scheiden lassen soll. Der Grund ist, durch diese Mischehen wurde die nächste Generation so erzogen, dass sie nicht einmal mehr richtig Hebräisch konnte, das heißt nicht einmal mehr in der Lage war, das Wort Gottes zu verstehen und dann hätte man ein Volk Israel gehabt, das das eigene Wort Gottes nicht mehr versteht und das überhaupt gar nicht mehr ein Licht sein kann für die Welt. Es ging also um die Identität des Volkes, sein ganzer Auftrag und deswegen mussten diese Ehen so heftig und mit solcher Vehemenz bekämpft werden.

[43:00] Und wir haben hier im Sendemanuskript ganz viele, ganz tolle Ellen White-Zitate, die könnt ihr euch dann alle durchlesen, die haben wir hier aus Zeitgründen, wenn wir das nicht schaffen, aber sehr viel zu diesen Fragen vom Sabbat und auch von den Mischehen und wir können hier vielleicht noch ganz kurz anführen, was sie über Nehemia und sein Werk sagt.

[43:26] In dem Reformationswerk, das heute fortgeführt werden soll, brauchen wir Männer, die wie Esra und Nehemia die Sünde weder beschönigen noch entschuldigen und auch nicht davor zurückschrecken, die Ehre Gottes zu verteidigen. Diejenigen, auf denen die Last dieses Werkes ruht, werden nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht. Sie werden das Böse auch nicht mit einem Mantel falsch verstandener Nächstenliebe zudecken, sondern daran denken, dass Gott die Person nicht ansieht und dass sich Strenge einigen wenigen gegenüber als Barmherzigkeit für viele erweisen kann. Fern erinnern sie sich daran, dass immer den Geist Christi offenbaren sollte, wer die Sünde tadelt. Also nicht mit eigener Selbstgerechtigkeit, sondern im Geist Jesu, der mit Tränen in der Stimme getadelt hat. Und dann heißt es hier nicht, die offene Feindseligkeit der Heiden erschwerte ihre Arbeit am meisten, sondern der geheime Widerstand angeblicher Freunde, die ihren Einfluss in den Dienst des Bösen stellten und dadurch die Last der Diener Gottes um das Zehnfache vermehrten. Diese Verräter lieferten den Feinden des Herrn Material, das in ihrem Kampf gegen sein Volk gebraucht werden konnte. Ihre üblen Leidenschaften und ihr rebellischer Wille lagen stets im Widerstreit mit den klaren Forderungen Gottes. Der Erfolg, der Nehemias Bemühungen begleitete, zeigt, was Gebet, Glaube und kluges energisches Handeln zustande bringen. Nehemia war kein Priester und kein Prophet, er hob keinen Anspruch auf einen hohen Titel. Er war ein Reformator, der für eine bedeutsame Zeit berufen wurde. Sein Ziel bestand darin, sein Volk mit Gott ins Reine zu bringen. Von einem großen Vorsatz beseelt, richtete er alle Energie seines Wesens auf dessen Verwirklichung. Starke, unbeugsame Rechtschaffenheit zeichnete seine Bemühungen aus. Als er mit dem Bösen und dem Widerstand gegen das Recht in Berührung kam, nahm er eine so entschlossene Haltung ein, dass das Volk ermuntert wurde, mit frischem Eifer und Mut zu arbeiten. Er konnte nicht umhin, seine Treue, seine Vaterlandsliebe und seine tiefe Liebe zu Gott anzuerkennen. Daher waren alle bereit, ihm zu folgen, wohin er sie führte.

[45:33] Lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns von Nehemia lernen. Lasst uns mehr so werden wie Nehemia. Wir brauchen solche Nehemias in unserer Zeit.

[45:49] Vers 25. Und ich stritt mit ihnen und fluchte ihnen und schlug etliche Männer von ihnen und raufte ihnen das Haar und beschwore sie bei Gott und sprach, ihr sollt eure Töchter nicht ihren Söhnen zur Frau geben, noch welche von ihren Töchtern für eure Söhne oder für euch selbst zur Frau nehmen. So wie in Vers 11, so wie in Vers 17. Jedes Mal geht Nehemia all diese Probleme an. Das Problem der Missstände im Tempel, das Problem der Sabbatheiligung, das Problem der Mischehen. Nehemia verschließt seine Augen vor keinem Problem.

[46:20] Die Verbote der Mischehe haben wir schon in der Bibel gesehen an anderer Stelle.

[46:27] Vers 26. Hat sich nicht Salomo, der König von Israel, damit versündigt. Ihm war doch unter den vielen Völkern kein König gleich und Gott setzte ihn zum König über ganz Israel. Gleichwohl verführten ihn die fremden Frauen zur Sünde. Das Beispiel von Salomo wird jetzt als warnendes Beispiel angeführt. Das kennen wir aus der Bibel. Das erste Könige 11, zweite Könige 1, 12 und 9, 22. Im zweiten Samuel 12, 24 wird gesagt, dass Salomo von Gott geliebt war. Er wird dreimal als der von Gott Geliebte genannt und doch war sein Leben so eine Tragödie. Wenn auch er am Ende doch noch gerettet worden ist, hat er sein Leben in vielen, vielen Bereichen weitestgehend verschwendet und das lag unter anderem vor allem an den Mischehen.

[47:19] Vers 27. Und nun muss man von euch hören, dass ihr dieses ganz große Unrecht tut und euch an eurem Gott versündigt, dass ihr fremde Frauen heimführt. Halten wir fest, Ungläubige zu heiraten wird hier in der Bibel als ein ganz großes Unrecht angesehen, als eine Sünde gegen Gott. So auch in Esra 10, Vers 22.

[47:31] Wir haben hier ganz viele Zitate von Ellen White über die Geschichte von Salomo, wie es dazu kam und was es bewirkte und wie die Konsequenzen waren auf Deutsch und Englisch. Lest euch das in Ruhe durch. Da gibt es etliches, was man lernen kann. Sie sagt unter anderem auch, dass manche sich damit entschuldigen und sagen, naja, das waren damals alles Heiden. Und sie sagt dann aber, die Heiden damals waren noch besser geistlich als die Ungläubigen unserer Zeit, denn die heute haben viel mehr Licht, das sie potenziell haben konnten und trotzdem ablehnen. Und wenn Gott also schon die Ehen mit Heiden verbot, wie viel mehr mit Ungläubigen heute in unserer Zeit. Sehr mächtige Worte, die uns zeigen, wie ernst dieses Thema ist und wie selten es auch vielleicht auch in unseren Gemeinden deutlich angesprochen wird.

[48:30] Und wir alle müssen lernen, uns die Frage zu stellen, ob die Verbindungen, die wir eingehen, auch nicht nur in der Ehe, auch in anderen Bereichen, ob sie uns näher zu Gott bringen oder nicht. Wir sollen natürlich mit allen Menschen Freundschaft pflegen in dem Sinne, dass wir ihnen das Beste wollen, ihre Sympathie zeigen und unsere Sympathie ihnen zeigen, dass wir für sie da sein sollen. Aber wir müssen uns auch überlegen, ob die Verbindung, die wir eingehen, uns zu Gott bringt oder von Gott wegführt.

[49:06] Und dieses Problem war offensichtlich so tief sitzend, dass es immer wieder hervorkam. Und Nehemia wurde nicht müde. Nehemia hat nicht gesagt, naja, jetzt haben wir es mehrmals versucht. Ach, dieser Kampf ist nicht zu gewinnen. Das muss man nicht einfach tolerieren. Gott ist so groß, er wird es irgendwie tragen. Nein, Nehemia ging das Problem immer und immer wieder an. Wenn es Missstände in der Gemeinde gibt, die immer und immer wieder kommen, müssen wir mit Gottes Geist beseelt, wie Nehemia, immer und immer wieder diesen guten Kampf gegen die Sünde kämpfen, durch Gottes Geist geführt.

[49:32] Vers 28. Und einer von den Söhnen Jojadas, des Sohnes Eljaschib, des Hohen Priesters, hatte sich mit Sanballat, dem Horoniter, verschwägert. Den jagte ich von mir weg. Eljaschib war ja schon mit Tobija verwandt, jetzt auch mit Sanballat. Und den Jojada kennen wir aus Nehemia 12, Vers 10, dort in der Liste der Hohen Priester. Und so Verwandtschaften waren, wie wir schon gesehen haben, ja ein großes Problem schon während der Mauerbauphase. Und hier wird dieser Priestersohn jetzt aus der Gemeinde ausgeschlossen. Wenn Menschen sich weigern, ihre schweren Fehler zu bereuen, müssen sie auch dann nach angemessener Zeit und Beratung und Gebet ausgeschlossen werden. Auch das gehört zu den Lektionen, die wir aus dem Buch Nehemia nehmen können. Ziemlich am Ende hier finden wir plötzlich den Ausschluss einer hochstehenden Person aus der Gemeinde.

[50:21] Und es wird uns bei Josephus berichtet, dass gerade dieser Sohn wohl unter den Verantwortlichen war, der jetzt gemeinsam mit den Samaritern, mit Sanballat und Co. einen neuen Tempel baute, den Tempel auf dem Berg Garizim. Und dass dort eigentlich hier in dieser Geschichte noch einmal der Ursprung für, oder ein weiterer Ursprung für diese Feindschaft zwischen den Juden und den Samaritern gewesen ist. Die Samariter haben sich hier noch einmal etwas mehr den Juden angepasst, in manchen Glaubensüberlegungen, die jetzt dieser Priester zum Beispiel hier mitgebracht hatte. Aber diese Feindschaft zum eigentlichen Volk Gottes blieb bestehen. Sie wurde noch intensiver, obwohl man sich jetzt theologisch etwas noch mehr angenähert hatte.

[51:22] Vers 30. Und den Bund der Priester, den Bund der Leviten, den sehen wir in 4. Mose 25, in Maleachi 4.

[51:41] Und dann kommt eine zusammenfassende Beschreibung in Vers 30 und 31 über das, was er getan hatte. Für die rechtzeitige Lieferung des Holzes und der Erstlinge. Es war eine Wiederherstellung der Tempelversorgung. Es war eine Sabbat-Reform. Es war eine erneute Auflösung der Mischehen. Nehemia hatte die Reformation verteidigt. Er hatte sie nach Angriffen von innen und außen wiederhergestellt. Die Reformationen in unserem Leben müssen manchmal wiederhergestellt werden durch Gottes Geist. Die Reformationen in unseren Gemeinden müssen wiederhergestellt werden, weil sie von außen oder innen attackiert worden sind. Und das kann dazu führen, dass neue Feindschaften entstehen, weil Leute das nicht bereit sind mitzutragen. Die Feindschaft zu den Samaritern begann mit der Grundsteinlegung des Tempels. Und sie nahm hier noch einmal eine ganz scharfe Wendung als Teile des Volkes Gottes, das Volk Gottes verließen, um mit den Samaritern gemeinsame Sache zu machen, weil sie nicht bereit waren, diese Reformen von Nehemia mitzutragen. Und auch dort schließt sich jetzt sozusagen der Kreis. Das Buch endet mit diesem bemerkenswerten Satz, Gedenke mir dessen, mein Gott, zum Guten.

[52:58] Nehemia war ein Reformator. Er war kein Priester, kein Prophet, wie wir gelernt haben. Er war ein Reformator, der die Not sah und betete und die offene Tür sah, hindurchging, mit Tatkraft und Gottvertrauen voranging, Missstände ansprach und das Volk motivierte, das Werk abzuschließen. Wir brauchen heute Menschen, Männer und Frauen wie Nehemia. Möchtest du, lieber Freund, liebe Freundin, nach all dem, was wir in diesen letzten drei Monaten studiert haben, von Nehemia lernen und unermüdlich für die Erweckung, Reformation und für hohe geistliche Standards im Volk Gottes einstehen, beschäftige dich weiterhin mit Esra Nehemia. Lass dich verwandeln durch das Anschauen dieser Reformatoren. Lass dich vom Heiligen Geist dahin führen, das Wesen Jesu hier zu erkennen. Und lass uns die Entscheidung fällen zu beten und nach Gelegenheiten zu suchen, das Werk abzuschließen. Egal wer wir sind, egal ob wir hohe Titel haben oder nicht, egal ob wir eine Ausbildung in theologischen Dingen haben oder nicht, lasst uns Reformatoren sein wie Nehemia. Und selbst dann, wenn unsere Bemühungen wieder konterkariert werden, unterminiert werden von Gegenströmungen, lasst uns daran bleiben, im Vertrauen vorangehen, dass Gott seine Gemeinde führt und er sie ans Ziel bringen wird. Gott segne deine Entscheidung und Gott führe dich an den Ort, wo du von ihm vorgesehen bist, dass du dort ein Licht sein kannst, ein Reformator, ein Nehemia. Um das Werk zum Abschluss zu bringen, lasst uns gemeinsam zusammenarbeiten, damit wir bald Jesus in den Wolken des Himmels wiederkommen sehen können. All das bitten wir im Namen Jesu und Gott segne deine Entscheidung.

[54:39] Damit sind wir am Ende angelangt unserer Serie über Esra und Nehemia, um in den nächsten drei Monaten eine mindestens genauso spannende Serie haben zu können. Wir werden uns in den nächsten drei Monaten, und darauf könnt ihr euch schon freuen, in einer weiteren Spezialserie mit dem Buch Daniel beschäftigen. Wir werden gemeinsam uns durch das Buch Daniel Kapitel für Kapitel hindurch studieren und da wird es vieles Interessantes zu entdecken geben. In gewisser Weise wird das sozusagen die Vorgeschichte sein zu dem, was wir jetzt in Esra und Nehemia studiert haben. Wir werden mit einer Einführung beginnen, wie man das Buch Daniel studiert, warum man es studieren sollte und werden dann uns viele interessante Dinge anschauen, auch mit Hilfe anderer Sprecher hier. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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